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Sonnentau, Kannenpflanze, Fettkraut füttern: Wann nötig?

Nötig ist Füttern bei Sonnentau, Kannenpflanzen und Fettkraut nach Barry Rice nicht: Gesunde Pflanzen überlebten auch ohne FutterS1. Eine Seite von Francois Boulianne auf icps.org beschreibt Füttern von Hand dagegen als gute Methode, wenn Pflanzen drinnen kaum Beute fangenS5. Die Anleitungen unterscheiden sich je nach Gattung und Art. Hackfleisch schadet laut RiceS3.

AUF EINEN BLICK

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Rice: Erst Licht, Luftfeuchte und Wasser, dann Futter; auch gesunde Pflanzen müssen nicht gefüttert werdenS1.

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Subtropischer Sonnentau: Die ICPS-Anleitung rät, nur Pflanzen mit Tau zu füttern, und nur mit lebendem oder nassem Futter, etwa eingeweichten Blood Worms (getrocknete Zuckmückenlarven)S6, S5; für Knollen-Sonnentau beschreibt sie dagegen trockene, zerkleinerte Blood WormsS7.

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Nepenthes und Sarracenia: Clemson nennt Grillen, Asseln, Mehlwürmer und getrocknete Insekten für NepenthesS10; für Sarracenia purpurea und nahe verwandte Formen beschreibt die ICPS einen Brei aus getrockneten Blood Worms und warnt, dass zu viel die Kannen verbrennen kannS12.

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Fettkraut: Für Pinguicula beschreibt die ICPS gemahlene Blood Worms als PulverS5.

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Kein Hackfleisch und keine mit Pestizid getöteten InsektenS3; Zutatenliste der Blood Worms prüfenS5.

Muss man Sonnentau, Kannenpflanzen und Fettkraut überhaupt füttern?

Barry Rice, der Autor der Carnivorous Plant FAQ (das Werk eines einzelnen Autors), schreibt: Das Füttern sei das Letzte, worum du dich sorgen solltest. Die Pflanze brauche Insekten nur, wenn ihre übrigen Anforderungen erfüllt sind; zuerst seien Licht, Luftfeuchte und Wasser dranS1. Auch gesunde Pflanzen müssten nicht gefüttert werden. Sie überlebten ohne dich, wüchsen vielleicht etwas langsamer, und im Haus fingen sie oft ohnehin genugS1. Bei schlecht gepflegten Pflanzen schadet Füttern oft: Die Blätter sterben oder schimmeln, weil die Pflanze zu schwach ist, das Futter zu verdauen, sodass es faultS1.

Als Richtwert nennt Rice höchstens etwa ein Insekt pro Pflanze und Woche. Seine Fütterungsversuche betrafen die Venusfliegenfalle; er hielte es nicht für überraschend, wenn andere Karnivoren ähnlich reagierenS1. Das ist seine Einzelmeinung, kein Messwert für Sonnentau, Kannen oder Fettkraut.

Zwei Einschränkungen: Im Winter ruhen laut Rice viele Karnivoren und wollen nicht gefüttert werden; nicht alle haben aber eine Ruhezeit, tropische Sonnentau-Arten und der Kap-Sonnentau (Drosera capensis) nichtS2. Und Francois Boulianne (Autor einer Seite auf icps.org), der seine Pflanzen im Terrarium hält, schreibt, dass sie drinnen nichts oder nur sehr selten fangen, und beschreibt deshalb Füttern von Hand mit getrockneten Blood Worms als „sehr gute Methode“S5. Blood Worms sind getrocknete Zuckmückenlarven, im Zoofachhandel als Fischfutter erhältlichS5. Zur Venusfliegenfalle sehen RiceS1 und die ICPS-Seite von BoulianneS5 das Füttern unterschiedlich; Details im eigenen Beitrag: Venusfliegenfalle füttern: Womit und wie oft?

Kap-Sonnentau im Topf auf einer Fensterbank, die langen Blätter tragen glänzende Fangtropfen, auf einem Blatt klebt ein winziges Insekt

Sonnentau füttern: je nach Gruppe verschieden

Sonnentau (Drosera) fängt vor allem fliegende Insekten wie Mücken, Fliegen und MottenS4.

Für subtropische Sonnentau-Arten schreibt John Brittnacher (ICPS): Sobald die Pflanzen groß genug sind, kannst du kleine Insekten versuchen oder getrocknete Blood Worms. Sie werden in Wasser eingeweicht und auf die taufeuchten Blätter gelegt; gefüttert werden soll nur eine Pflanze mit Tau und nur mit lebendem oder nassem Futter. Wird das Futter schimmelig, nimm beim nächsten Mal wenigerS6. Für Zwerg-Sonnentau (Pygmy-Drosera) gilt dieselbe Regel: keine Pflanze füttern, die keinen Tau hatS8.

Bei knollenbildenden Sonnentau-Arten nennt Brittnacher zerkleinerte, gefriergetrocknete Blood Worms, die trocken auf die Blätter kommen; er rät, zuerst nur einige Blätter zu testenS7. Unsere Einordnung: Das ist eine andere Methode als bei den subtropischen Arten; eine Einheitsregel für alle Sonnentau-Arten gibt es nach diesen Anleitungen nicht.

Unsere Einordnung: Fehlt der Tau, rät die ICPS bei subtropischen und Pygmäen-Arten vom Füttern abS6, S8; füttern löst das Problem also nicht. Ursachen und Abhilfe stehen in Sonnentau ohne Tau: Mögliche Ursachen im Überblick. Winterharter Sonnentau zieht sich im Winter ein; dazu Sonnentau im Winter: Winterknospe und Ruhephase.

Kannenpflanzen füttern: Nepenthes und Sarracenia getrennt betrachten

Nepenthes (tropische Kannenpflanzen; die Kannen sind vasenförmige Gebilde an Ranken am Ende der langen BlätterS10). Rice schreibt, Nepenthes fange typischerweise krabbelnde Insekten; Wirbeltiere seien seltene Ausnahmen und keine normale BeuteS4. Jackie Jordan (Clemson Cooperative Extension, 2026) nennt als Futter Grillen, Asseln, Mehlwürmer und verschiedene getrocknete InsektenS10.

Für Nepenthes aus Samen beschreibt Brittnacher, bei ausreichend großen Pflanzen ein Stück getrocknete Blood Worm in die Kannen zu legen, zunächst nur ein oder zwei Kannen, um zu prüfen, ob es unter deinen Bedingungen funktioniertS9. Boulianne nennt für Nepenthes die Pulver-Methode: Blood-Worm-Pulver mit einem angefeuchteten Zahnstocher in die Kanne bringenS5. Eine Höchstmenge für Nepenthes-Kannen nennt keine gelesene Quelle. Unsere Einordnung: Beginne daher mit sehr wenig und beobachte die Kanne.

Sarracenia (Schlauchpflanzen). Rice wirft nur bei Pflanzen im Terrarium hin und wieder eine tote Grille in ein oder zwei Kannen; draußen fangen seine Pflanzen genug selbst. Er habe sogar von Leuten gehört, die Wattepfropfen in die Schläuche stopfen, weil die Pflanzen unter zu vielen Insekten littenS13. Brittnacher beschreibt für Sarracenia purpurea und nahe verwandte Formen einen Brei aus getrockneten Blood Worms in den Kannen; zu viel könne die Kannen verbrennen. Allgemein sei es am besten, den Pflanzen so viel Sonne wie möglich und Zugang zu Beute zu gebenS12.

Kannenpflanze mit mehreren grünen Kannen in einem weißen Topf auf einem Glasregal vor heller Wand

Fettkraut füttern: feines Pulver statt Brocken

Fettkraut (Pinguicula) fängt mit schleimigen Blättern fliegende Insekten wie Mücken, Fliegen und MottenS4. Für Pinguicula nennt Boulianne: getrocknete Blood Worms zu Pulver mahlen und mit einem angefeuchteten Zahnstocher aufbringenS5. Rice berichtet, eine Prise getrockneter Blood Worms auf kleinen Drosera und Pinguicula komme gut anS2.

Bei den mexikanischen Arten haben viele zwei Blattformen: Die Sommerblätter sind schleimig und fleischfressend, die Winterblätter sukkulent und nicht fleischfressendS14. Unsere Einordnung: Da die Winterblätter laut dieser Beschreibung nicht fleischfressend sind, scheint Füttern in der Winterform wenig sinnvoll; eine Anleitung dazu haben wir nicht gelesen. Arktisch-gemäßigte Arten bilden im Winter WinterknospenS16; dazu Fettkraut im Winter: Winterknospe und Gemmen verstehen. Die ICPS-Anleitung zeigt außerdem eine Pinguicula, die Trauermücken frisst; die Larven der Trauermücken fressen dagegen an den BlätternS14. Ob Pflanzen einen Befall beseitigen, klärt Trauermücken: Können Pinguicula und Drosera einen Befall beseitigen?

Was nicht ins Futter gehört, und wie es mit Dünger ist

Rice schreibt über Hackfleisch ironisch, das sei ein guter Weg, die Pflanzen zu töten: Karnivoren erwarteten Insekten, keine Rindfleischstückchen. Mit Pestiziden getötete Insekten soll man nicht verfütternS3. Bei Blood Worms rät Boulianne, die Zutatenliste zu lesen: Manche Marken enthielten Zusätze, die Pflanzen schaden könnenS5. Die ICPS-Anleitung zitiert außerdem die Warnung von Packungen, Blood Worms könnten bei manchen Menschen allergische Reaktionen auslösenS5.

Beim Dünger unterscheiden sich die Quellen je nach Gattung. Rice nennt als Faustregel, nicht zu düngen, die meisten Dünger töteten Karnivoren; nur wenige Arten mochten oder vertrügen DüngerS3. Unsere Einordnung: Für Einsteiger ist ungedüngt der verlässlichere Start; die Liste zeigt, was einzelne Quellen beschreiben, keine Empfehlung für alle Pflanzen.

  • Sonnentau, subtropisch: kein Dünger im Boden; bei Pflanzen ab etwa 1 cm Breite nennt die Anleitung leichtes Besprühen mit verdünntem, stickstoffreichem Blattdünger, besser sind eingeweichte Blood Worms; Blattdünger nur mit VorsichtS6.
  • Sonnentau, knollenbildend: Für Jungpflanzen nach der Keimung nennt die Anleitung bei den meisten Arten Blattdünger in halber Stärke alle zwei bis drei Wochen, nur auf die Blätter, nicht auf den BodenS7.
  • Venusfliegenfalle und Sonnentau allgemein: Die ICPS-Seite zum Füttern (Verfasser nicht genannt) warnt, wer den Boden dieser Pflanzen dünge, lebe gefährlichS15.
  • Nepenthes: Rice nennt Orchideendünger in kleinen Mengen in die Kannen, verwendet ihn aber selbst nichtS11. Brittnacher beschreibt für Nepenthes aus Samen, die nach etwa zwei Jahren eingewöhnt sind und deren Kannen schon Wasser enthalten und groß genug sind, ein kleinstes Langzeitdünger-Pellet pro Pflanze in einer Kanne, zunächst nur bei einer Pflanze; erst wenn nach einigen Wochen nichts Schlimmes passiert, probiert er eine Kanne an anderen PflanzenS9. Für kleine Sämlinge gilt das nicht.
  • Sarracenia: Bei ausgewachsenen Pflanzen sieht Brittnacher wenig Nutzen, und Dünger an toten Pflanzenteilen könne Rhizomfäule (Fäule des Wurzelstocks) begünstigenS12; für junge Pflanzen nennt die ICPS Bodendüngung dagegen eine gute IdeeS15.
  • Fettkraut, mexikanisch: Brittnacher schreibt, leichte Bodendüngung werde geschätzt, bei Düngerwasser im Tray könne man aber leicht überdüngen und verbrennenS14. Rice nennt Orchideendünger als BlattsprayS16.

Mehr dazu in Karnivoren düngen: Tabu oder gezieltes Werkzeug?.

Unsere Einordnung: So entscheidest du

  • Nicht füttern ist eine zulässige Entscheidung. Prüfe zuerst Licht, Luftfeuchte und WasserS1; bei Fensterbank-Standorten hilft Karnivoren auf der Fensterbank: Wie viel Licht reicht?.
  • Bestimme die Gattung.
  • Wenn du fütterst: Beginne mit wenig, kleinen Portionen und selten (Rice nennt höchstens etwa ein Insekt pro Pflanze und WocheS1); bei subtropischem und Zwerg-Sonnentau nur Pflanzen mit Tau fütternS6, S8, bei Knollen-Sonnentau gilt eine andere MethodeS7.
  • Nimm Insekten oder geprüfte Blood Worms, kein FleischS3, S5.
  • Unsere Einordnung: Weil Füttern nach Rice nicht nötig istS1, kannst du darauf verzichten, wenn dich Insekten stören oder du die Allergie-Warnung auf Blood-Worm-PackungenS5 ernst nimmst. Fliegen im Raum: Karnivoren gegen Fruchtfliegen und Mücken: Was bringt's?

Fazit: Sonnentau, Kannenpflanzen und Fettkraut müssen nach Rice nicht gefüttert werden; er stellt Licht, Luftfeuchte und Wasser davorS1. Eine Boulianne-Seite auf icps.org sieht Füttern von Hand bei Pflanzen, die drinnen kaum Beute fangen, als gute MethodeS5. Wer es versucht, hält sich an die gattungsspezifischen Hinweise: subtropischer und Pygmäen-Sonnentau nur mit TauS6, S8, Knollen-Sonnentau mit trockenen Blood WormsS7, bei Nepenthes zuerst nur eine oder zwei KannenS9, bei Sarracenia purpurea und nahen Verwandten Blood-Worm-Brei nicht im ÜberflussS12, Fettkraut mit feinem PulverS5. Hackfleisch ist laut Rice tabuS3. Dünger bleibt ein Sonderthema mit abweichenden Quellenaussagen; für Einsteiger gilt ungedüngt als verlässlicherer Start. Der Beitrag gibt Aussagen der genannten Quellen mit Stand 16.10.2026 wieder; bei Allergie-Verdacht auf Blood Worms frag medizinisches Fachpersonal.

Quellen

S1 Barry Rice (Einzelautor): The Carnivorous Plant FAQ: How often should I feed my plant? (2018). Richtwert ein Insekt pro Woche; Experimente nur an Venusfliegenfalle.

S2 Barry Rice (Einzelautor): The Carnivorous Plant FAQ: What do I do if I cannot find bugs? (2018). Winterruhe; tropische Sonnentau; Grillen/Mehlwürmer; Blood Worms.

S3 Barry Rice (Einzelautor): The Carnivorous Plant FAQ: About fertilizer and hamburger meat (2018).

S4 Barry Rice (Einzelautor): The Carnivorous Plant FAQ: What do carnivorous plants eat? (2018).

S5 Seite auf icps.org (International Carnivorous Plant Society); Autor: Francois Boulianne: Feeding Dried Blood Worms Step-by-Step (o. J.). Schwerpunkt Venusfliegenfalle; Drosera/Nepenthes/Pinguicula am Rand.

S6 ICPS; Autor: John Brittnacher: Growing Subtropical Drosera (o. J.).

S7 ICPS; Autor: John Brittnacher (2002, Update 2019): Growing tuberous Drosera (2019).

S8 ICPS; Autor: John Brittnacher: Growing pygmy Drosera (2020).

S9 ICPS; Autor: John Brittnacher: Growing Nepenthes from Seed (o. J.). Aussage betrifft Pflanzen aus Samen.

S10 Jackie Jordan, Clemson Cooperative Extension, Clemson University: Tropical Pitcher Plants (Nepenthes spp.): Indoor Care, Growing Tips, & Plant Guide (HGIC 1571) (2026). Nur Futterinsekten wiedergegeben; Dünger-Angabe (Verdünnung unleserlich, Obergrenze fehlt) bewusst nicht aufgenommen.

S11 Barry Rice (Einzelautor): The Carnivorous Plant FAQ: Nepenthes: basic cultivation (2018).

S12 ICPS; Autor: John Brittnacher (2013, Update 2019): Growing Sarracenia (2019).

S13 Barry Rice (Einzelautor): The Carnivorous Plant FAQ: Sarracenia cultivation (2018).

S14 ICPS; Autor: John Brittnacher (2001, Update 2022): Growing Mexican Pinguicula (2022).

S15 ICPS-Seite (Verfasser nicht genannt): Feeding Plants (o. J.). Übersichtsseite mit Kurzteasern; Warnung zu Venusfliegenfalle/Sonnentau und Hinweis zu jungen Sarracenia.

S16 Barry Rice (Einzelautor): The Carnivorous Plant FAQ: Pinguicula cultivation (2018).