Byblis pflegen

Pflegeguide · Regenbogenpflanze

Byblis pflegen

Der Leitfaden für die Regenbogenpflanze: viel direktes Licht, reines Wasser, ein Sand-Torf-Gemisch und Samen, die oft eine Behandlung brauchen. Mit den Stellen, an denen die Quellen abweichen.

Herkunft Australien, B. liniflora bis Neuguinea [1][2]
Licht mindestens 8–10 Stunden direktes Licht täglich [1]
Wasser reines Osmose- oder destilliertes Wasser [1]
Substrat meist je zur Hälfte Sand und Torf [1]
Klima 15–30 °C, Luftfeuchte 50–80 % [1]
Byblis (Regenbogenpflanze) in einem grünen Plastiktopf auf einer Fensterbank, lange schmale, taubesetzte Blätter und mehrere rosa Blüten an dünnen Stielen, der Topf steht in einer Schale mit Wasser vor einem sonnigen Fenster

Pflege auf einen Blick

Byblis ist weniger bekannt als Sonnentau, aber nicht schwieriger, wenn Licht und Wasser stimmen. Die Tabelle fasst die Angaben der ICPS zusammen.

Bereich

Empfehlung

Grenze

Häufiger Fehler

Licht

Mindestens 8–10 Stunden direktes Licht, Sonne oder Lampe [1]

In der Natur sonnig bis leicht schattig [2]

Zu wenig direktes Licht [1]

Wasser

Reines Osmose- oder destilliertes Wasser [1]

Hoher TDS ist schädlich [1]

Dauerhaft im vollen Untersetzer, außer bei B. liniflora [1]

Temperatur

15–30 °C [1]

Überlebbar, aber nicht empfohlen: 4–37 °C [1]

Luftfeuchte außerhalb von 50–80 % [1]

Substrat

Meist ½ Sand, ½ Torf, B. liniflora ¾ Torf, ¼ Sand [1]

B. liniflora verkraftet mehr Nässe [1]

Eine Mischung für alle Arten [1]

Zur Gattung im Codex: Byblis.

Die Blätter tragen klebrige Drüsenhaare, die Pflanze bewegt sie nicht. Verdauungsenzyme wurden 2005 bei B. filifolia nachgewiesen, kurz danach bei B. liniflora [2].

Standort, Licht und Luft

In der Natur wächst Byblis in Torfmooren und Sümpfen, bevorzugt auf sandigen, sonnigen bis leicht schattigen, jahreszeitlich nassen Standorten bei etwa 5 bis 40 °C [2]. Die ICPS kennt 7 Arten, davon 5 einjährige und 2 mehrjährige [1], Wikipedia etwa 8, davon 6 einjährige [2].

In Kultur sind mindestens 8 bis 10 Stunden direktes Licht nötig, natürlich oder künstlich. Die Luftfeuchte soll bei 50 bis 80 % liegen, die Temperatur bei 15 bis 30 °C [1]. Wie Licht gemessen wird: Licht verstehen.

Wasser und Gießen

Reines Wasser

Die ICPS verlangt reines Osmose- oder destilliertes Wasser, weil hoher TDS schädlich ist [1]. Mehr: Welches Wasser brauchen Karnivoren?

B. liniflora: Anstau

B. liniflora steht im Anstau, die Töpfe sind immer nass [1].

Andere Arten: nachfüllen

Bei den übrigen Arten kommt nur so viel Wasser in die Schale, wie die Töpfe aufsaugen. Die Oberfläche bleibt nass, zwischendurch dürfen sie leicht abtrocknen [1].

Nicht im vollen Untersetzer

Außer B. liniflora sollen die Pflanzen nicht dauerhaft in einer vollen Schale stehen [1].

Kühlere Jahreszeit

In kühleren Monaten wird zwischendurch von oben gegossen. Das Substrat bleibt feucht, aber nicht gesättigt [1].

Luftfeuchte

Die ICPS nennt 50 bis 80 % Luftfeuchte [1].

CHECKLISTE: DIE ERSTEN 4 WOCHEN NACH DEM KAUF

→

Woche 1: Einen Platz mit mindestens 8–10 Stunden direktem Licht pro Tag suchen [1].

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Woche 1–2: Nur Osmose- oder destilliertes Wasser nutzen [1].

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Woche 2: Die Art klären. B. liniflora braucht Anstau, die anderen Arten nicht [1].

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Danach: Bei einjährigen Arten Samen sammeln, sonst ist die Pflanze nach der Saison weg [2].

Topf, Beute, Substrat, Temperatur und Vermehren

Die Details, die in der Praxis über kräftige und schwache Pflanzen entscheiden. Wo die ICPS schweigt, steht das ausdrücklich da.

Zur Topfart und Topfgröße nennt die ICPS nichts. Wichtig ist die Wasserführung: Anstau bei B. liniflora, bei den anderen Arten nur nachfüllen [1].

Samen und Keimung

Die meisten Pflanzen im Handel sind Nachzuchten, vor allem der einjährigen B. filifolia und B. liniflora. Andere Arten werden meist aus Samen gezogen [2].

Gibberellinsäure

Die Samen werden 24 Stunden in 10 ppm Gibberellinsäure (GA3) eingeweicht, gefaltet in einem Papiertuch in einer Petrischale. Der ICPS-Autor war so am erfolgreichsten [1].

Danach wird auf nassem Substrat bei 20–30 °C gesät und mit 8–10 Stunden gutem direktem Licht belichtet. Die Keimung dauert meist 2 bis 4 Wochen, bei manchen Samen länger [1].

Rauch

Alternativ wird ein kleines Feuer aus Stroh oder Papier auf den gesäten Samen angezündet und ein Glasgefäß darüber gestülpt, bis der Rauch verzogen ist [1]. Das hat einen natürlichen Hintergrund: Die Samen vieler Arten keimen nach Buschbränden, ausgelöst durch Stoffe im Rauch [2].

Kleine dunkle Byblis-Samen auf einem gefalteten weißen Papiertuch in einer Petrischale, daneben ein Glasfläschchen mit Samen und ein schwarzer Topf mit Sand-Torf-Substrat auf einem Holztisch

Aussaat in vier Schritten

Einweichen

Samen 24 Stunden in 10 ppm Gibberellinsäure legen, gefaltet in einem Papiertuch in einer Petrischale [1].

Aussäen

Die Samen auf nasses Substrat aussäen [1].

Licht und Wärme

20–30 °C und täglich 8–10 Stunden gutes direktes Licht [1].

Warten

Die Keimung dauert meist 2 bis 4 Wochen, unbehandelte Samen bis zu einem Jahr [1].

Die Rauchmethode ist eine Alternative zur Gibberellinsäure. Beide Verfahren stammen aus der ICPS-Anleitung [1].

Einjährig oder mehrjährig

Die ICPS nennt 7 Arten, davon 2 mehrjährige (B. lamellata, B. gigantea) [1]. Wikipedia nennt etwa 8 Arten, davon 6 einjährige [2]. Die mehrjährigen überdauern Trockenzeiten über ein Rhizom [2].

Setocoris-Wanzen

Heimische Wanzen der Gattung Setocoris fressen an den Fallen fast aller Arten [2].

Probleme erkennen

Typische Symptome und die wahrscheinlichste Ursache nach den Quellen.

Symptom

Wahrscheinliche Ursache

Was hilft

Pflanze kümmert

Hoher TDS im Wasser [1]

Osmose- oder destilliertes Wasser [1]

Pflanze wächst schlecht

Weniger als 8–10 Stunden direktes Licht [1]

Licht verstehen

Substrat zu nass

Dauerhaft in voller Schale, außer B. liniflora [1]

Nur nachfüllen, was aufgesaugt wird [1]

Samen keimen nicht

Unbehandelte Samen brauchen bis zu einem Jahr [1]

Gibberellinsäure oder Rauch [1]

Pflanze stirbt nach der Saison

Einjährige Art [1][2]

Samen sammeln und aussäen [1]

Häufige Fragen zu Byblis

Ist Byblis einjährig oder mehrjährig?

Beides. Die ICPS nennt 5 einjährige und 2 mehrjährige Arten [1], Wikipedia 6 einjährige und 2 mehrjährige [2].

Wie viele Arten gibt es?

Die ICPS nennt sieben [1], Wikipedia etwa acht [2].

Wie warm darf es sein?

Bestes Wachstum bei 15–30 °C. Überlebbar, aber nicht empfohlen sind 4–37 °C [1].

Wie lange keimen Samen?

Nach Behandlung meist 2 bis 4 Wochen, unbehandelt bis zu einem Jahr [1].

Warum keimen Samen nach Rauch?

Die Samen vieler Arten keimen in der Natur nach Buschbränden, ausgelöst durch Stoffe im Rauch [2].

Ist Byblis geschützt?

Alle Arten sind in Australien geschützt. Bis 2000 standen sie in CITES Anhang II, B. gigantea gilt laut Wikipedia als vom Aussterben bedroht [2].

Substrat

Welches Substrat für Byblis?

Die ICPS empfiehlt für die meisten Arten je zur Hälfte Sand und Torf, für B. liniflora drei Viertel Torf und ein Viertel Sand [1].

Dafür eignen sich Hochmoortorf und kalkfreier Quarzsand von Black Trap [3].

Beide sind ungedüngt beziehungsweise mineralisch, die Mischung stellt jeder selbst her.

Hochmoortorf ungedüngt und naturbelassen mit feiner Struktur, geeignet als Substrat für Karnivoren

Passende Substrate

Hochmoortorf

Ungedüngt, naturbelassen, 5 l

€9,90

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Quarzsand

Kalkfrei, mineralisch, 5 l

€14,90

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Quellen

Die Kulturangaben stammen aus der Anleitung einer Fachgesellschaft, die Angaben zu Herkunft, Biologie und Schutz aus Wikipedia, nicht aus kontrollierten Anbauversuchen. Beide Quellen weichen bei der Artenzahl ab. Die Substratprodukte beschreibt der Hersteller selbst.
[1] International Carnivorous Plant Society: Growing Byblis. Anleitung einer Fachgesellschaft.
[2] Wikipedia (de): Regenbogenpflanzen. Lexikonartikel zu Verbreitung, Biologie und Schutz.
[3] Black Trap: Hochmoortorf und Quarzsand, Produktdaten. Herstellerangabe.

Fazit

Byblis pflegen heißt: viel Licht, reines Wasser, Sand und Torf

Mindestens 8 bis 10 Stunden direktes Licht, reines Wasser, ein Sand-Torf-Gemisch und 15 bis 30 °C tragen die Kultur [1].

Viele Arten sind einjährig. Wer sie halten will, sammelt Samen und behält eine Behandlung wie Gibberellinsäure oder Rauch im Blick [1][2].