Genlisea pflegen

Pflegeguide · Reusenfalle

Genlisea pflegen

Der Leitfaden für Genlisea, die Reusenfallen: wurzellose Pflanzen mit unterirdischen Fallen, die reines Wasser, ein nasses Substrat und keinen Dünger brauchen. Mit klaren Hinweisen, wo die Quellen schweigen.

Herkunft Afrika, Madagaskar und die Neotropen [2]
Wasser Wasserstand nahe oder knapp über der Oberfläche [1]
Substrat Torfmoos oder Torf und Sand 1:1 [1]
Aufbau keine Wurzeln, Fallen unter der Erde [1][2]
Dünger im Substrat kann töten [1]
Genlisea (Reusenfalle) in einem schwarzen Plastiktopf auf einer Fensterbank, flache Rosette aus hellgrünen, paddelförmigen Blättern auf nassem Torf-Sand-Substrat, drei dünne Blütenstiele mit kleinen gelben Blüten, der Topf steht in einer flachen durchsichtigen Schale mit Wasser

Pflege auf einen Blick

Die ICPS-Seite zu Genlisea ist knapp und nennt kaum Zahlen. Die Tabelle fasst zusammen, was belegt ist, und sagt bei Licht und Temperatur offen, dass Werte fehlen.

Bereich

Empfehlung

Grenze

Häufiger Fehler

Wasser

Reines Wasser, Wasserstand nahe oder knapp über der Oberfläche [1]

Topf in wenig Wasser oder Gefäß ohne Drainage [1]

Wasserstand tief unter der Oberfläche [1]

Substrat

Reines Torfmoos oder Torf und Sand 1:1 [1]

Genlisea bleibt dort, wo sie gepflanzt wird [1]

Erwarten, dass sie sich wie Utricularia ausbreitet [1]

Dünger

Keiner im Substrat [1]

Zu viel Dünger im Boden kann töten [1]

Wie andere Pflanzen düngen [1]

Licht, Temperatur

Die ICPS nennt keine Werte, nur Leuchtstofflampen für die Anzucht [1]

Abstand so, dass Sämlinge nicht gegart werden [1]

Lampe zu nah an Sämlingen [1]

Zur Gattung im Codex: Genlisea.

Die Fallen sind unterirdische, blasse Blätter (Rhizophylle) mit Y-förmigem Aufbau und korkenzieherartig gedrehten Armen. Beute sind Wimpertierchen, Fadenwürmer und andere Bodentiere. Die Fleischfresserei wurde 1998 endgültig bestätigt [2].

Standort und Wuchs

Genlisea wächst auf nährstoffarmen, humusarmen, feuchten bis nassen Standorten, vor allem auf Inselbergen und Eisenkrusten, teils in weißen Sandsavannen oder Sümpfen, G. repens an Wasserrändern [2]. Die Gattung hat etwa 29 Arten in Afrika, auf Madagaskar und in den Neotropen, keine Art kommt auf beiden Kontinenten vor [2].

Die Rosetten messen 1 bis 8 cm, die Blütenstände erreichen bis 50 cm. Die Blüten sind meist violett, einige amerikanische Arten gelb [2]. Gehalten wird Genlisea vor allem wegen der Blüten [1].

Wasser und Gießen

Reines Wasser

Die ICPS verlangt reines Wasser. Mehr dazu: Welches Wasser brauchen Karnivoren? [1]

Wasserstand

Der Wasserstand liegt meist nahe an oder sogar etwas über der Substratoberfläche [1].

Topf im Wasser

Töpfe können wie bei Sonnentau in wenig Wasser stehen [1].

Ohne Drainage

Alternativ geht auch ein Gefäß ohne Drainage [1].

Netztöpfe

Netztöpfe, die in einem wassergefüllten Behälter hängen, funktionieren ebenfalls [1].

Kein Dünger

Zu viel Dünger im Substrat kann Genlisea töten [1].

CHECKLISTE: DIE ERSTEN 4 WOCHEN NACH DEM KAUF

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Woche 1: Nur reines Wasser verwenden, den Wasserstand nahe an die Oberfläche legen [1].

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Woche 1–2: Prüfen, ob das Substrat Torfmoos oder Torf und Sand 1:1 ist [1].

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Woche 2: Nicht düngen [1].

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Danach: Die Pflanze dort lassen, wo sie steht. Genlisea bleibt, wo sie gepflanzt wird [1].

Topf, Dünger, Substrat, Licht und Vermehren

Die Details, die in der Praxis über kräftige und schwache Pflanzen entscheiden. Wo die Quellen schweigen, steht das ausdrücklich da.

Töpfe können in wenig Wasser stehen oder ohne Drainage sein. Netztöpfe in einem wassergefüllten Behälter gehen auch [1]. Eine Topfart oder Größe nennt die ICPS nicht.

Aussaat und Anzucht

Nach der ICPS sind einige Arten von Genlisea und Utricularia einjährig oder kurzlebig, deshalb lohnt es sich, Samen zu sammeln [1].

Aussaat

Die Samen werden auf die Oberfläche eines nassen bis sehr nassen Mediums gestreut [1].

Die Töpfe kommen in Zip-Beutel mit Wasser, einige Zentimeter tief, unter Leuchtstoffröhren mit genügend Abstand [1].

Nach der Keimung

Nach der Keimung ziehen die Töpfe ins Terrarium um. Die Sämlinge wachsen zunächst langsam [1].

Durchsichtige Anzuchtbox mit halb geöffnetem Deckel unter einer weißen LED-Lampe, darin zwei quadratische Töpfe mit Genlisea-Rosetten auf nassem Torf mit dünner Sandschicht, beschriftete Stecketiketten und ein Thermo-Hygrometer mit Kondenswasser an den Wänden

Anzucht in vier Schritten

Vorbereiten

Ein nasses bis sehr nasses Substrat bereitstellen [1].

Aussäen

Die Samen auf die Oberfläche legen, nicht eingraben [1].

Eintüten

Töpfe in Zip-Beutel mit einigen Zentimetern Wasser stellen [1].

Beleuchten

Leuchtstoffröhren mit so viel Abstand, dass die Sämlinge nicht gegart werden, später ins Terrarium [1].

Zu Keimdauer und Temperatur nennt die ICPS-Seite keine Werte.

Keine Wurzeln

Genlisea hat keine Wurzeln, die grünen Teile sind verbreiterte Sprossachsen [1]. Ein erheblicher Teil der Blätter wächst unterirdisch und fängt Beute [2].

Nicht gefährdet

Die Arten sind selten, weil ihre Inselberg-Standorte selten sind, gelten laut Wikipedia aber nicht als gefährdet [2].

Probleme erkennen

Typische Symptome und die wahrscheinlichste Ursache nach den Quellen.

Symptom

Wahrscheinliche Ursache

Was hilft

Substrat trocknet aus

Wasserstand zu tief [1]

Wasserstand nahe an die Oberfläche legen [1]

Pflanze geht nach dem Düngen ein

Dünger im Substrat [1]

Nicht düngen [1]

Pflanze breitet sich nicht aus

Normal bei Genlisea [1]

Dort lassen, wo sie steht [1]

Sämlinge werden gegart

Lampe zu nah [1]

Abstand vergrößern [1]

Sämlinge wachsen langsam

Normal am Anfang [1]

Geduld, ins Terrarium umsetzen [1]

Häufige Fragen zu Genlisea

Wie viele Arten gibt es?

Wikipedia nennt etwa 29 Arten. Die Verteilung auf die Kontinente (zehn afrikanische, elf amerikanische) geht in dem Artikel nicht ganz auf [2].

Hat Genlisea Wurzeln?

Nein. Die grünen Teile sind verbreiterte Sprossachsen, ein Teil der Blätter wächst unterirdisch [1][2].

Wie fängt Genlisea Beute?

Mit unterirdischen Fallen, den Rhizophyllen. Ihre Arme haben Reusenhärchen, die Beute nur zur Blase lassen [2].

Muss ich düngen?

Nein. Zu viel Dünger im Substrat kann sie töten [1].

Breitet sich Genlisea aus wie Utricularia?

Nein, sie bleibt laut ICPS dort, wo sie gepflanzt wird [1].

Wann wurde ihre Fleischfresserei bestätigt?

Darwin vermutete sie, endgültig bestätigt wurde sie 1998 [2].

Substrat

Welches Substrat für Genlisea?

Die ICPS nennt reines Torfmoos oder Torf und Sand 1:1 [1].

Dafür eignen sich Hochmoortorf und kalkfreier Quarzsand von Black Trap [3].

Beide enthalten keinen Dünger, die Mischung stellt jeder selbst her.

Hochmoortorf ungedüngt und naturbelassen mit feiner Struktur, geeignet als Substrat für Karnivoren

Passende Substrate

Hochmoortorf

Ungedüngt, naturbelassen, 5 l

€9,90

Hochmoortorf ansehen

Quarzsand

Kalkfrei, mineralisch, 5 l

€14,90

Quarzsand ansehen
Alle Substrate ansehen

Quellen

Die ICPS-Seite zu Genlisea ist knapp und nennt weder Licht noch Temperatur. Die Angaben zu Herkunft und Biologie stammen aus Wikipedia, nicht aus kontrollierten Anbauversuchen. Die Substratprodukte beschreibt der Hersteller selbst.
[1] International Carnivorous Plant Society: Growing terrestrial Utricularia and Genlisea. Anleitung einer Fachgesellschaft, gemeinsam für beide Gattungen.
[2] Wikipedia (de): Reusenfallen. Lexikonartikel zu Verbreitung, Fallen und Biologie.
[3] Black Trap: Hochmoortorf und Quarzsand, Produktdaten. Herstellerangabe.

Fazit

Genlisea pflegen heißt: reines Wasser, nasses Substrat, kein Dünger

Reines Wasser nahe der Oberfläche, Torfmoos oder Torf-Sand 1:1 und kein Bodendünger tragen die Kultur [1].

Zu Licht und Temperatur nennen die Quellen keine Zahlen. Das ist die größte Lücke in der Kulturanleitung [1][2].