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Venusfliegenfalle vermehren: Teilung, Blattstecklinge, Samen

Für die Venusfliegenfalle beschreiben die gelesenen Quellen drei Wege: TeilungS2 (bei Brittnacher beim UmtopfenS1), Blattstecklinge („leaf pullings“)S2, S1 und SamenS3, S7. Rice rät bei der Teilung zu Geduld und bei Blattstecklingen zu kräftigen Pflanzen. Aus Samen dauert es laut Brittnacher etwa zwei Jahre (kräftig gefüttert) bis leicht fünf Jahre (ohne regelmäßiges Füttern)S7. Erfolgsquoten und einen Kalendermonat nennt keine Quelle.

AUF EINEN BLICK

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Rice rät, eine zweite Rosette erst nach einigen Jahren abzutrennen, sonst riskierst du beide PflanzenS2.

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Blattstecklinge: ganzes Blatt samt hellem Blattgrund abziehen, nicht schneiden; Rice nennt sie nur für kräftige Pflanzen, bei einer kranken könne sie sterbenS2.

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Brittnacher: Ein Blatt ohne das Stück, das am Rhizom saß, sei wahrscheinlich wertlos; die meisten seiner Stecklinge hätten keine Wurzeln; Erfolgsquoten nennt keine QuelleS1.

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Samen: Rice nennt sie nicht befriedigend, wenn du nicht sehr geübt bistS3; Brittnacher nennt je nach Fütterung und Bedingungen etwa zwei Jahre bis leicht fünf Jahre bis zur reifen PflanzeS7.

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Beim Füttern von Sämlingen setzen Rice (nicht nötig) und Brittnacher (kräftiges Füttern der Fallen kann einen Wachstumsstopp nach etwa vier Monaten umgehen) verschiedene AkzenteS5, S7.

Wer hier schreibt, und was fehlt

Dieser Beitrag betrifft ausschließlich die Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula). Die Aussagen stammen im Kern von zwei Einzelautoren: Barry Rice (Carnivorous Plant FAQ, 2018)S2, S3, S4, S5 und John Brittnacher, der die Anleitungen der International Carnivorous Plant Society (ICPS) zu Blattstecklingen, Kultur und Checkliste verfasst hatS1, S7, S8. Hinzu kommt eine Pflanzendatenbank der North Carolina ExtensionS6. Es sind also im Kern zwei Stimmen, die jeweils aus eigener Erfahrung schreiben. Keine der Seiten nennt eine Erfolgsquote, und keine nennt einen Kalendermonat für Blattstecklinge oder Teilung.

Zwei Begriffe vorab: Die Rosette ist der Blattkranz der Pflanze. Das Rhizom ist der kurze, unterirdische Wurzelstock, an dem die Blätter sitzen.

Ausgetopfte Venusfliegenfalle mit sichtbaren Wurzeln, daneben ein abgetrenntes Blatt mit hellem Blattgrund und eine Pinzette

Teilung: erst nach Jahren und beim Umtopfen

Rice beschreibt, dass eine Venusfliegenfalle gelegentlich eine zweite Rosette bildet. Sein Rat: dem Impuls widerstehen, sie sofort abzutrennen, und einige Jahre warten, bis getrennte Wurzelsysteme entstanden sind. Trennst du zu früh, müsstest du die Pflanzen auseinanderreißen und gefährdest beide durch InfektionenS2.

Brittnacher beschreibt, dass eine Pflanze nach einigen Jahren im selben Topf umgetopft werden müsse; dabei könne man Nebenpflanzen abtrennen und Blattstecklinge nehmenS1. Für gut gepflegte Pflanzen nennt er in einer anderen Anleitung etwa jährliches Umtopfen, je mehr man füttere, desto häufiger; seine Beispielpflanzen, über zehn Jahre im Haus unter gleichbleibender Beleuchtungsdauer gezogen, werden alle ein bis zwei Jahre geteilt und umgetopftS7. Die NC State Extension führt für Dionaea „Division“ (Teilung) und „Seed“ (Samen) als empfohlene VermehrungS6.

Unsere Einordnung: Rice rät bei einer zweiten Rosette zu einigen Jahren Geduld, solange sie noch kein eigenes Wurzelsystem hat. Brittnacher teilt beim Umtopfen, das er in der einen Anleitung nach einigen Jahren im selben Topf ansetzt, in der anderen bei gut gepflegten Pflanzen etwa jährlich bis alle ein bis zwei Jahre. Ob beide dasselbe meinen, sagen die Quellen nicht.

Zum Umtopfen nennt Brittnacher aus seiner eigenen Praxis ein Torf-Sand-Gemisch mit grobem Sand. Handelsübliche Pflanzerde solle man nie verwenden, weil sie Kalk und Dünger enthält; Perlit könne salzig seinS1. Mehr zu Erde und Umtopfen: Welches Substrat für welche Karnivore. Zum Gießwasser: Welches Wasser brauchen Karnivoren wirklich?. Zum Vergleich: Sarracenia teilen.

Blattstecklinge („leaf pullings“): Ablauf und Risiken

Rice nennt Blattstecklinge einen der beiden einfachsten Wege, rät aber nur bei Pflanzen dazu, denen es sehr gut geht, mit großen, kräftigen Fallen. Bei einer kränkelnden Pflanze könne sie dadurch sterbenS2. Den Begriff „leaf pulling“ hält Rice für seine eigene WortschöpfungS2. Im Deutschen heißt das meist Blattsteckling; Rice betont, dass das Blatt nicht geschnitten, sondern abgezogen wirdS2.

So gehen die Autoren vor:

  • Das Blatt wird nach unten und weg von der Pflanze gezogen, sodass das ganze Blatt samt weißem Blattgrund (dem verdickten unteren Teil des Blatts) mitkommt. Rice sagt ausdrücklich, Schere und Messer sollten „nowhere in sight“ sein; der helle Blattgrund sei entscheidendS2. Brittnacher zieht nach unten und heraus, damit das Blatt in einem Stück abgehtS1.
  • Brittnacher schneidet erst nach dem Abziehen Fallen und schwarze Blattteile ab. Ist ein Blatt abgebrochen, ohne dass etwas von der Stelle dabei ist, an der es am Rhizom saß, sei es wahrscheinlich wertlosS1. Am besten sei ein Blatt mit Rhizomstück und Wurzeln; auch Blätter, die am Rhizom abgingen, taugten. Die meisten seiner Stecklinge hatten keine WurzelnS1.
  • Rice legt die Blätter auf die Erde und deckt sie teilweise mit Sphagnum oder Substrat ab; sehr viel Licht, Wärme, eventuell in TütenS2. Brittnacher zieht die Blätter mit der Pinzette knapp unter den Sand und setzt sie in die Torf-Sand-Erde. Ist über dem Sand noch Grün, kommen Topf und Tüte oder geschlossenes Terrarium, damit die Blätter nicht austrocknen; Blätter, die schwarz werden, kürzt er. Ohne grünen Anteil stellt er den Topf mit den Mutterpflanzen in eine WasserschaleS1.
  • Nach einigen Monaten zeigen sich laut Rice kleine neue PflänzchenS2. Brittnacher trennte seine nach fünf Monaten. Manche der neuen Pflanzen seien klein, ließen sich aber mit kleinen Stücken rehydrierter Trockenblutwürmer füttern; da es derselbe Klon sei, würden sie die größeren einholenS1.

Rice schreibt außerdem, man könne so innerhalb von ein bis zwei Jahren aus einer großen Pflanze mehrere große machen; die Nachkommen seien genetisch identisch, was bei einem besonderen Klon von Vorteil sei. Er nennt die Methode einfach; das ist seine Einschätzung, keine MessungS2.

Kleine Venusfliegenfallen in einer flachen Schale mit sandigem Substrat, die in einer Wasserschale auf einer Fensterbank steht

Wann im Jahr?

Eine direkte Aussage zum Monat gibt es nicht. Brittnacher verbindet Blattstecklinge mit dem UmtopfenS1; manche Züchter topften ihre Pflanzen laut ihm jedes Frühjahr um, sobald das Wachstum beginntS7. Im Freien ruhen die Pflanzen laut ihm mindestens drei Monate des JahresS7; zur Winterruhe siehe Dionaea und Sarracenia überwintern.

Unsere Einordnung: Das Frühjahr passt zu der Beschreibung, wann Züchter umtopfen. Dass es der einzig richtige Zeitpunkt ist, behaupten die Quellen nicht.

Samen und Pflänzchen am Blütenstiel

Rice warnt: Vermehrung durch Samen sei „not a satisfying tactic“, wenn du nicht sehr geübt bist. Venusfliegenfallen brauchten unter normalen Bedingungen ein paar Jahre bis zur Reife und seien in den ersten Jahren winzigS3. Brittnacher nennt deutlich unterschiedliche Spannen, siehe untenS7. Dafür sei es, abgesehen von Gewebekultur (Vermehrung im Labor), der schnellste Weg zu vielen Pflanzen, und es könnten besondere Varianten entstehenS3.

Der Weg nach Rice: Pollen mit einem Zahnstocher von Staubbeutel auf die Narbe übertragen. Wenn es klappt, findest du pro Blüte 20 bis 30 schwarze, glänzende Samen unter 1 mm. Rice hält es für wahrscheinlich richtig, dass Fremdbestäubung mehr Samen und kräftigere Sämlinge bringt; Pollen von einem genetisch identischen Klon gilt als Selbstbestäubung. Manche Blüten setzen auch ohne dein Zutun Samen anS3.

Rice rät, die Samen etwa 3 bis 4 Wochen kalt und feucht zu lagern und dann auf feuchten Torf zu säen; Keimlinge zeigen sich nach Wochen bis MonatenS3. Brittnacher erwähnt in dieser Anleitung keine Kältephase und verweist für das Aussäen auf eine weitere SeiteS7. Hier besteht eine Spannung zu unserem Beitrag Karnivorensamen stratifizieren: Er schreibt, frische Dionaea-Samen könnten unter geeigneten Bedingungen auch ohne Kältephase keimen. Dieser Beitrag entscheidet das nicht; lies dort nach.

Brittnacher sät auf die Oberfläche und deckt bei Bedarf mit 1 bis 3 mm gewaschenem Quarzsand ab. Sämlinge wüchsen sehr langsam: Ohne regelmäßiges Füttern könne es leicht fünf Jahre bis zur reifen Pflanze dauern; erfahrene Züchter mit Gewächshaus erreichten reife oder fast reife Pflanzen in zwei bis drei Jahren, und bei kräftigem Füttern der Fallen seien es etwa zwei JahreS7.

Beim Füttern der Sämlinge setzen die Quellen unterschiedliche Schwerpunkte: Rice schreibt, du müsstest nicht füttern, die Sämlinge fräßen Springschwänze aus dem Topf; wer düngt, tötet sie sehr wahrscheinlichS5. Brittnacher beschreibt, dass Sämlinge nach etwa vier Monaten das Wachstum einstellen können und sich das durch Wärme, viel Licht und kräftiges Füttern der Fallen mit kleinen Stücken rehydrierter Trockenblutwürmer umgehen lasse. Beide warnen vor DüngerS5, S7. Mehr zum Füttern: Venusfliegenfalle füttern.

Samen verlangen eine Blüte. Brittnacher rät in seiner Checkliste, Blütenstiele früh abzuschneiden, damit keine Energie verloren gehtS8; dazu Karnivoren-Blüte abschneiden.

Manchmal bildet die Pflanze statt Blüten kleine Pflänzchen am Stiel (Rice nennt das „false vivipary“, also scheinbare Lebendgeburt). Warum, wisse niemand. Er rät, sie sich entwickeln zu lassen, dann den Stiel in Stücke zu zerlegen, die Pflänzchen einzugraben und im Beutel bei hellem Licht wie Stecklinge zu behandeln; mit etwas Glück wurzeln sieS4.

Was für Einsteiger bleibt

Unsere Einordnung: Aus den Quellen ergibt sich keine Methode, die ohne Risiko ist. Teilung verlangt eine gewachsene Pflanze und Geduld; Blattstecklinge verlangen eine kräftige Pflanze und sorgfältiges Abziehen mit Blattgrund, Blätter ohne Basisstück gelten als wahrscheinlich wertlos; Samen dauern am längsten. Die NC State Extension nennt die Art gefährdet, nicht legal aus der Wildnis zu sammeln, und weist auf Nachzuchten hinS6; das bezieht sich auf North Carolina.

Hinweis: Diese Angaben stützen sich auf Quellen aus den USA und ersetzen keine Rechtsauskunft. Für Wildentnahme, Artenschutz oder geschützte Sorten bei dir wende dich an die zuständige Naturschutzbehörde bzw. den Sortenschutzinhaber.

Fazit: Die gelesenen Quellen beschreiben für Dionaea muscipula drei Wege der Vermehrung. Bei der Teilung rät Rice zu warten, bis die zweite Rosette ein eigenes Wurzelsystem gebildet hatS2; Blattstecklinge brauchen eine kräftige Pflanze und sorgfältiges Abziehen mit dem hellen BlattgrundS2; Blätter ohne Basisstück seien laut Brittnacher wahrscheinlich wertlosS1; Samen geben viele Pflanzen, aber langsamS3, S7. Erfolgsquoten und einen festen Monat nennen die Quellen nicht. Unsere Einordnung: Teile oder ziehe Blätter nur von einer gesunden, gut wachsenden Pflanze und rechne damit, dass nicht jeder Versuch gelingt; eine Quote nennt keine Quelle.

Quellen

S1 International Carnivorous Plant Society (ICPS); Text: John Brittnacher: Dionaea Leaf Pullings Step-by-Step (o. J. (Seite ohne Datum)). Einzelautor, Praxisbericht unter seinen Wuchsbedingungen.

S2 Barry Rice: The Carnivorous Plant FAQ – „How do I vegetatively propagate my Venus flytrap?“ (2018). Einzelautor; Quellenvermerk der Seite: „Personal observation“.

S3 Barry Rice: The Carnivorous Plant FAQ – „How do I sexually propagate my Venus flytrap?“ (2018). Einzelautor; „Personal observation“.

S4 Barry Rice: The Carnivorous Plant FAQ – „Why is my plant making a flower stalk with baby plants on it?“ (2018). Einzelautor; „personal observation“.

S5 Barry Rice: The Carnivorous Plant FAQ – „How do I care for my tiny seedling flytrap?“ (2018). Einzelautor; „Personal observation“.

S6 North Carolina Extension (NC State University / N.C. A&T): Dionaea muscipula – Plant Toolbox (o. J.). Pflanzendatenbank; Aussagen zum Naturstandort North Carolina.

S7 International Carnivorous Plant Society (ICPS); Text: John Brittnacher: Growing Dionaea muscipula (2001, aktualisiert 2019). Einzelautor, Kulturanleitung.

S8 International Carnivorous Plant Society (ICPS); Text: John Brittnacher: Checklist for Growing Dionaea muscipula (2009, aktualisiert 2019). Einzelautor.