Black Trap Codex

Utricularia furcellata

Aktiv
Familie
Lentibulariaceae
Herkunft
Himalaya bis Yunnan und Nordthailand, mit bestätigtem Westhimalaya-Beleg
Autor
Oliv.

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
3 / 5 · mittel1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
3 / 5 · hell1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
feuchtBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
neinOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
mittelWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Kulturgruppe

Utricularia – Himalaya-Moosfelsen

Asiatische Hochlandgruppe moosiger Felsen und Sickerstandorte, die U. forrestii und U. furcellata umfasst. Das geographische Etikett ist keine gemeinsame Ruheperioden-Anweisung.

Habitat-Logik

Feuchte Felsflächen, Moospolster und Sickerstellen asiatischer Hochlagen; Höhen- und Klimaunterschiede der Fundorte beachten.

Kultur-Logik

Gleichmäßig feuchte, belüftete Felsauflage; Knollen oder Lebenszyklus nicht als Beleg für verpflichtende Trockenruhe verallgemeinern.

Substrat-Logik

Dünne drainierende Moos- und Mineralauflage passend zum belegten Fundort.

Risiken der Kulturgruppe

Gattungsprofil

Utricularia

Sehr artenreiche Wasserschlauch-Gattung mit terrestrischen, epiphytischen, aquatischen und rheophytischen Lebensformen.

Habitat-Logik

Die Gattung besiedelt nasse Böden, Moore, Sphagnumpolster, Felswände, Epiphytenstandorte, stehende Gewässer und strömungsreiche aquatische Habitate.

Kultur-Logik

Die jeweilige Lebensform bestimmt die Kultur wesentlich; terrestrische, epiphytische und aquatische Utricularia dürfen nicht nach einem gemeinsamen Schema kultiviert werden.

Substrat-Logik

Terrestrische Arten benötigen sehr feuchte Substrate, epiphytische Arten extrem lockere Medien; aquatische und rheophytische Arten besitzen keinen klassischen terrestrischen Substratbedarf.

Typische Fehler

Alle Utricularia gleich kultivieren, epiphytische Arten vernässen, aquatische Arten in Topfsubstrat setzen und empfindliche Arten austrocknen lassen.

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

reference

Botanische Beschreibung

Utricularia furcellata ist ein sehr kleiner asiatischer Wasserschlauch feuchter Moos- und Felsstellen. Eine Rosette aus gestielten rundlichen bis nieren- oder verkehrt eiförmigen Blättern sitzt nahe am Träger; feine Rhizoide reichen in die nasse Auflage. Nur wenige ungefähr millimetergroße Fallen hängen an ihnen. Die seitliche Öffnung trägt einen zweigeteilten dorsalen Anhang mit kleinen gestielten Drüsen. Ein sehr kurzer Schaft hebt ein bis drei blassviolette oder weiße Blüten darüber. Deren untere Lippe ist vierlappig, mit kleineren seitlichen Lappen. Dieses Merkmal hilft besonders gegenüber nahen asiatischen Felsarten mit fünflappiger Unterlippe.

Das akzeptierte Areal reicht vom Himalaya bis Yunnan und Nordthailand. Ein belegter Fund aus Uttarakhand im Westhimalaya wurde 2021 auf nassem Fels mit Moosen in etwa 2151 Metern gesammelt. Dort wurden Blüte und Frucht im September und Oktober dokumentiert. Diese Angaben sind regional; andere asiatische Standorte können jahreszeitlich anders reagieren. Die kleinen Organe verlangen ein sorgfältiges Makro- und Mikroprofil. Ein schönes Blütenbild ohne die vierlappige Lippe, Samenmerkmale und Rosette ist für eine sichere Bestimmung nicht ausreichend.

taxonomy

Taxonomie

Der akzeptierte Name lautet Utricularia furcellata Oliv.; die Art wurde 1859 beschrieben. Das heutige Verbreitungskonzept umfasst mehrere Teile des Himalaya, Myanmar, Südwestchina und Nordthailand. Eine historische Varietätsbezeichnung unter dem Epitheton minor wird als Synonym geführt, ersetzt den akzeptierten Artnamen aber nicht. Eine Studie aus dem Westhimalaya ordnet das Material anhand von Blüte, Fallen und Samen der Sektion Phyllaria zu. Besonders wichtig sind die vierlappige Unterlippe und die Ornamentierung der Samen. Ähnliche U. striatula und U. kumaonensis unterscheiden sich im untersuchten Vergleich durch fünflappige Unterlippen und weitere Samenmerkmale.

Die Art ist nach gesicherten Funden nicht auf Nordostindien beschränkt; Westhimalaya, weitere Himalaya-Gebiete und Südostasien gehören ebenfalls zum Areal. Für die Artenkarte ist daher die beleggestützte Verbreitung mit der aktuellen taxonomischen Länderliste maßgeblich. Die Autorenangabe Oliv. ist Teil des Namens. Lokale Gefährdungsurteile aus Malaysia, Bhutan oder Garhwal haben verschiedene Skalen und Jahre und dürfen nicht zu einem pauschalen globalen Status verschmolzen werden. Bei zweifelhaften Herbarstücken sind Lippe, Sporn, Samenansatz und Fallenan­hang gemeinsam zu prüfen.

ecology

Standort und Verbreitung

Die Art ist vom Himalaya über Yunnan bis nach Nordthailand nachgewiesen. Ein neuer Westhimalaya-Beleg aus der Mandal Valley in Uttarakhand wurde auf nassem Fels unter Moosen gefunden. Die Autoren nennen ungefähr 2151 Meter Höhe, den 19. September 2021 als Sammlungsdatum und Frucht sowie Blüte für September bis Oktober am Ort. Das sind harte Einzelbeleg-Daten, keine vollständige Messreihe für alle asiatischen Gebirge. An anderen Orten wird die Art auch als epiphytisch beschrieben; der neu untersuchte Bestand war ausdrücklich lithophytisch.

Die Topografie und Moosauflage schaffen kleine ständig oder zeitweise feuchte Poren. Daraus folgt ein Bedarf an Wasserfilmen für aktive Fallen, aber weder ein bestimmter Gesteins-pH noch eine einheitliche Höhe aller Populationen. Die weite regionale Verbreitung wird durch isolierte geeignete Mikrolebensräume vermittelt, nicht durch eine flächendeckende Anwesenheit. Neue Funde sollten Unterlage, Moos, Höhe, Saison, Lippenform und reife Samen dokumentieren. Ein einzelnes herbariumsgestütztes Funddatum ist nicht als universelle Blütezeit zu deklarieren. Auch ein epiphytischer Fund darf nicht ohne Beleg die moosige Felsökologie des westhimalayischen Materials überschreiben.

ecology

Ökologische Anpassungen

Die kleine Rosette und die wenigen feinen Rhizoide besetzen eine sehr dünne moosige Auflage. Fallen sitzen nicht an großen freien Wassertrieben, sondern an diesen untergründigen Fäden im nassen Mikroraum. Der kurze Blütenschaft hebt die blassviolette oder weiße Krone knapp darüber. Diese räumliche Anordnung passt zu feuchtem Fels und gelegentlich epiphytischen Unterlagen. Ein Felsbeleg zeigt allerdings nicht, dass alle Populationen vollständig trocken überwintern. Der westhimalayische Bericht spricht von einer einjährigen Pflanze, doch Lebensdauer und Überdauerung anderer asiatischer Herkünfte sind gesondert zu prüfen.

Die auffällige vierlappige Unterlippe und der kleine Sporn sind konkrete reproduktive Formen, keine sichere Aussage über einen bestimmten Bestäuber. Blüte und Frucht im September und Oktober dokumentieren nur einen Standortzyklus. Eine ökologische Studie müsste die Feuchte des Mooses, Tagesgang auf dem Fels und das Wiederauftreten nach Regenzeiten an markierten Plätzen verfolgen. Ohne solche Messung sollte ein Kulturprofil zwar moosig-nassen Fels oder ähnliche dünne Auflagen nennen, aber keine exakten Licht-, Nacht- und Trockenwerte. Der kleinskalige Standort kann innerhalb eines größeren Gebirges deutlich variieren.

reference

Wuchsform und Morphologie

Der westhimalayische Beleg hat eine kleine Rosette aus blassgrünen gestielten Blättern. Die Spreiten sind rundlich, nierenförmig bis verkehrt eiförmig und ungefähr zwei bis fünf mal zwei bis sechs Millimeter groß. Feine Rhizoide erreichen etwa ein bis zweieinhalb Zentimeter; Stolonen sind fehlend oder stark reduziert. Wenige eiförmige Fallen von ungefähr einem Millimeter stehen an den Rhizoiden. Die seitliche Mündung besitzt einen dorsalen zweigeteilten Anhang mit acht kurzen gestielten mehrzelligen Drüsen. Der kahle Blütenschaft ist nur ungefähr ein bis zwei Zentimeter lang und trägt ein bis drei Blüten.

Die Krone ist blassviolett oder weiß mit hellem Band und gelber Zeichnung am Grund der Unterlippe. Diese Lippe besitzt vier Lappen; die seitlichen bleiben kleiner als die vorderen. Der Sporn wurde am Westhimalaya-Material mit ungefähr fünf Millimetern beschrieben. Eine kleine kugelige Kapsel und winzige verzierte Samen sind dokumentiert. Die Studie hebt gegenüber U. striatula einen seitlichen Hilum und die Lage der Glochidien an den Samen hervor; die genaue Verteilung dieser Haare ist innerhalb des Artikels sprachlich nicht überall eindeutig. Daher sollte eine Detailbeschreibung die Mikroaufnahme selbst prüfen, statt einen einzigen Kurzsatz als allgemein sichere Samenoberfläche auszugeben.

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Fangstrategie

Die wenigen Blasenfallen hängen an Rhizoiden in nasser Moosauflage auf Fels. Sie sind ungefähr einen Millimeter lang und besitzen eine seitliche Mündung. Ein dorsaler zweigeteilter Anhang mit kleinen drüsigen Haaren ist in der mikroskopischen Diagnose dargestellt. Für die Artbestimmung ist dieser konkrete Anhang wichtiger als die bloße Tatsache, dass Wasserschläuche saugende Fallen besitzen. Da die Falle klein und im Moos verborgen ist, braucht eine Untersuchung einen vegetativen Abschnitt, dessen Verbindung zu einer blühenden Rosette eindeutig bleibt. Ein abgelöstes Bläschen kann sonst einer mitwachsenden Art gehören.

Die Saugmechanik der Gattung erklärt den Fang kleiner Organismen im Wasserfilm. Der Westhimalaya-Bericht untersucht aber keine Beute- oder Nährstoffbilanz und nennt keinen artspezifischen bevorzugten Organismus. Auch die sichtbare vierlappige Blüte fängt nicht. Standortfeuchte, Fallenzustand und Mikrobiota des Mooses können im Jahreslauf wechseln; quantitative Aussagen erfordern wiederholte Proben. Eine künftige Studie sollte die kleine Zahl Fallen pro Pflanze, deren Aktivität und tatsächlichen Inhalt am gleichen moosigen Fels beobachten. Bis dahin lässt sich Form und Lage der Blase präzise beschreiben, ihre ernährungsphysiologische Wirkung nur vorsichtig einordnen.

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Reproduktion und Lebenszyklus

Ein sehr kurzer Schaft trägt ein bis drei blassviolette oder weiße Blüten. Ihre Unterlippe ist klar vierlappig und besitzt gelbliche Zeichnung am Grund; die obere Lippe ist kleiner. Das westhimalayische Material zeigte im September und Oktober Blüte und Frucht. Kleine kugelige Kapseln mit sehr kleinen verzierten Samen sind abgebildet. Der seitliche Ansatzbereich des Samens und seine Oberflächenhaare sind für den Vergleich mit nahen Felsarten wichtig. Ein unreifer Samen könnte bei dieser Bestimmung irreführen, weshalb Fruchtmaterial zusammen mit einer reifen Blüte gesammelt werden soll.

Die Studie dokumentiert vorhandene Früchte, liefert aber keine kontrollierten Daten zu Bestäubern, Selbstbefruchtung oder Keimreizen. Der kurze saisonale Ausschnitt von Uttarakhand begründet keine gleiche Blühperiode in Yunnan oder Thailand. Als wahrscheinlich einjährige oder regional einjährige Pflanze kann Saat für Folgegenerationen wichtig sein; die tatsächliche Dauer trockener Samenruhe ist nicht gemessen. In Kultur sollten Frucht, Saat und neuer Austrieb an einer gesicherten Herkunft protokolliert werden. Aussagen zur Vermehrung durch Stolonen müssen zurückhaltend bleiben, da diese Organe bei dem untersuchten Material fehlten oder stark reduziert waren.

culture

Kulturrelevante Schlussfolgerungen

Für einen Versuch ist der westhimalayische Fund auf nassem Fels unter Moosen die konkretste Ausgangslage. Eine sehr dünne feuchte Auflage bietet Rhizoiden und Fallen Platz, während die kleine Rosette und der kurze Schaft sichtbar bleiben. In anderen Regionen können epiphytische Unterlagen vorkommen; ein einzelner Felsstandort ist nicht die ganze Artökologie. Die dokumentierte Höhe von 2151 Metern macht Temperaturmessungen interessant, liefert aber keinen sicheren optimalen Tages- oder Nachtwert. Besonders ungünstig wäre, das Profil einer großen dauerhaft aquatischen Art einfach auf diese winzige Moosrossette zu übertragen.

Eine überprüfbare Kulturakte notiert Herkunft, Unterlage, Moosfeuchte, Blattzustand, Blüte, Kapsel und Saat. Die westhimalayische September-Oktober-Phänologie ist regional. Für Sommerhitze, winterliche Trockenruhe, pH und Leitfähigkeit fehlen artbezogene kontrollierte Grenzen. Ein positives Sichtprüfintervall hilft, kleine Rosetten nicht im Moos zu verlieren oder austrocknen zu lassen; es ist kein biologisch vorgeschriebener Gießplan. Der Bericht von 2022 gibt brauchbare Morphologie, doch eine Kulturbehauptung sollte auf eigenen dokumentierten Versuchen an verifiziertem Material beruhen. Ein weiteres Taxon mit fünflappiger Unterlippe würde sonst die Beobachtung verfälschen.

substrate

Substrat-Ökologie

Ein belegter Standort besteht aus feuchtem Fels und Moosen. Feine Rhizoide liegen in der dünnen Auflage, an ihnen sitzen Fallen. Die Art wird außerdem als gelegentlich epiphytisch und lithophytisch beschrieben. Das gemeinsame Merkmal ist ein feuchter schmaler Mikroraum, nicht eine bestimmte chemische Topferde. Der Felsbeleg nennt begleitende Pflanzen, aber keinen für alle Herkünfte gemessenen pH-Wert oder exakten Salzgehalt. Aus der Gesteinsbezeichnung allein kann auch keine obligatorische Kalk- oder Säurepräferenz abgeleitet werden. Die winzige Rosette und kurze Schäfte verlangen eine feine Struktur.

In einem Kulturvergleich können Moosauflage, Felsoberfläche und kontrollierte Feuchte variiert werden. Eine dicke Schlammdecke oder freies Tiefwasser wäre nicht aus dem Westhimalaya-Beleg begründet. Andererseits ist völlige Trockenheit im aktiven Zustand nicht durch den feuchten Fundort gedeckt. Substrat- und Wasserwerte sollen als gemessene Versuchsbedingungen statt als Naturkonstanten notiert werden. Die unterschiedlichen Fundregionen in Asien könnten sich in Gestein und Regenrhythmus unterscheiden. Gruppen- und Kulturverknüpfungen passen zu einem kleinen moosigen Fels- oder regional Epiphytenhabitat, sollten aber keine unbelegte feste Trocken- oder Kühlphase erzwingen.

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Praxisnotizen

Für eine Bildbestimmung sind eine ganze kleine Rosette, Blattgröße, seitliche Krone mit Sporn und eine frontale Aufnahme der vierlappigen Unterlippe notwendig. An einem gesicherten Beleg sollte eine mikroskopische Falle mit zweigeteiltem dorsalem Anhang gezeigt werden. Reife Samen können Verwechslungen mit ähnlichen asiatischen Phyllaria-Arten weiter eingrenzen. Ein bloßes violettes Blütenfoto genügt nicht. Das westhimalayische Vergleichsmaterial wurde auf nassem moosigem Fels gesammelt; der konkrete Fundort und Septemberdatum gehören zu dessen Beleg und nicht automatisch zu allen Herkünften.

Bei weiteren Sammlungen sind Höhe, Unterlage, Moos, Wasserzustand, Blüten- und Fruchtmonat gemeinsam zu speichern. Die Verbreitung umfasst nach geprüften Belegen deutlich mehr als Nordostindien; neue Fundpunkte brauchen vollständige Lippen- und Samenmerkmale. Eine lokale Gefährdungseinschätzung darf nicht als weltweite Bewertung erscheinen. Für externe Bilder braucht es sowohl eine anhand Lippen- und Fallenmerkmalen plausible Taxonidentität als auch nachweislich kommerzielle Bildrechte mit Urheber. Fehlt beides, bleibt die Bildspalte leer. Genaue Ruhe-, Temperatur- und pH-Werte sind bis zu artbezogenen Messungen offen.

sources

Quellenangaben

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Aktueller Stand08.10.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Utricularia furcellata, Stand 08.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/utricularia-furcellata/