Black Trap Codex
Utricularia cecilii
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 01 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 01 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Ruhephase
- optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- mittelWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Black-Trap-Systemprofil
Substrat- und Strukturbedarf
- BT-Air
- hochLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
- BT-Water
- moderatWie stark das Substrat Wasser halten soll.
- BT-Flow
- moderatWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
- BT-Density
- niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
- Kapillaritaet
- moderatWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
Kulturgruppe
Utricularia – saisonale Lateritplateaus
Seasonal terrestrial or lithophytic taxa on wet laterite and exposed rock in southern India: U. albocaerulea, U. arcuata and U. cecilii. Their regions and floral diagnoses differ; a shared monsoon setting does not imply one growth calendar. Assigned taxa: albocaerulea, arcuata, cecilii.
Habitat-Logik
Seasonal laterite plateaus and wet rock or soil surfaces in the Western Ghats and adjacent southern Indian uplands, including documented Karnataka and Kerala populations.
Kultur-Logik
Reproduce the wet monsoon phase and subsequent seasonal decline only where supported by each species record. Monitor annual U. cecilii independently from perennial or lithophytic relatives.
Substrat-Logik
Dünne, zeitweise nasse Laterit- und Felsauflagen; strukturstabil und nährstoffarm, ohne ungemessene pH-Werte als Soll vorzugeben.
Risiken der Kulturgruppe
Gattungsprofil
Utricularia
Sehr artenreiche Wasserschlauch-Gattung mit terrestrischen, epiphytischen, aquatischen und rheophytischen Lebensformen.
Habitat-Logik
Die Gattung besiedelt nasse Böden, Moore, Sphagnumpolster, Felswände, Epiphytenstandorte, stehende Gewässer und strömungsreiche aquatische Habitate.
Kultur-Logik
Die jeweilige Lebensform bestimmt die Kultur wesentlich; terrestrische, epiphytische und aquatische Utricularia dürfen nicht nach einem gemeinsamen Schema kultiviert werden.
Substrat-Logik
Terrestrische Arten benötigen sehr feuchte Substrate, epiphytische Arten extrem lockere Medien; aquatische und rheophytische Arten besitzen keinen klassischen terrestrischen Substratbedarf.
Typische Fehler
Alle Utricularia gleich kultivieren, epiphytische Arten vernässen, aquatische Arten in Topfsubstrat setzen und empfindliche Arten austrocknen lassen.
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
reference
Botanische Beschreibung
Utricularia cecilii ist ein zarter, bodenbewohnender Wasserschlauch aus dem südwestlichen Indien. Die Pflanze wächst auf dünnen, während des Monsuns vernässten Auflagen über Laterit. Ihr sichtbarer Körper ist klein; ein Fund lässt sich deshalb leichter während Blüte und Frucht überprüfen als im vegetativen Zustand. Der oberirdische Blütenstand steht über einem feuchten, nur flach entwickelten Wuchsraum. Diese Kombination unterscheidet sie ökologisch von frei schwimmenden Arten und von epiphytischen Wasserschläuchen der Wälder.
Die Art wird als einjährig geführt. August und September sind für Blüten und Früchte dokumentiert; an einem weiteren untersuchten Lateritplateau reichte die Blühbeobachtung bis Oktober. Diese Daten beschreiben Fundorte und Jahre, nicht einen weltweit verbindlichen Kalender. Eine verifizierbare vollständige Originaldiagnose mit Kronmaßen, Fallenanhängen und Samenmerkmalen liegt für dieses Manuskript noch nicht vor. Deshalb wird die Pflanze nicht mit einer unbelegten Blütenfarbe oder allgemeinen Größenwerten ausgeschmückt. Die nahe Verwandtschaft zu U. uliginosa verlangt bei Bild- und Herbarbestimmungen besondere Vorsicht.
taxonomy
Taxonomie
Der akzeptierte Name lautet Utricularia cecilii P.Taylor. Peter Taylor veröffentlichte die Art 1984 in den Proceedings of the Indian Academy of Sciences, Plant Sciences. Die Namensdaten nennen Indien als Herkunft des Typus. In der damaligen Beschreibung wurde die neue Art mit U. uliginosa verglichen. Diese Nähe ist eine taxonomische Warnung: Eine kleine Pflanze auf nassem Laterit ist ohne intakte Blüten- und Fallenmerkmale nicht automatisch U. cecilii.
Die Art steht in der Familie Lentibulariaceae, Gattung Utricularia. Ein späterer Überblick über südindische Taxa bestätigt die Gegenüberstellung mit U. uliginosa, liefert jedoch keine vollständige Wiedergabe des Protologs. Für eine belastbare Detaildiagnose muss dessen Text mit gut erhaltenem Typus- oder Vergleichsmaterial abgeglichen werden. Bis dahin werden weder exakte Unterschiede der Kelchnerven noch ein festes Verhältnis von Kronlippen als gesichert in den öffentlichen Text gesetzt. Die akzeptierte Namensverwendung ist belegt; einzelne diagnostische Feinmerkmale bleiben separat zu verifizieren.
ecology
Standort und Verbreitung
Gesicherte Angaben verorten Utricularia cecilii in den südwestindischen Westghats. Dokumentiert sind Dakshina Kannada und Udupi in Karnataka sowie Kasaragod in Kerala. Das Habitatraster nennt wassergetränkte Stellen auf Lateritfelsen. Solche Plateaus besitzen während des Monsuns ein Mosaik aus flachen Wasserläufen, dünner Bodenauflage, Felsspalten und kleinen Mulden. Die Art ist daher räumlich wesentlich genauer charakterisiert als durch die bloße Angabe „tropisches Indien“.
Eine Freilandstudie an einem nordkeralischen Laterithügel registrierte die Art in sieben von neun definierten Mikrohabitaten; sogar zwischen Felsblöcken wurde sie erfasst. Das spricht innerhalb dieses untersuchten Hügels für eine breitere lokale Mikronischen-Nutzung, widerspricht aber nicht dem engen regionalen Areal. Die Zahl ist kein Beweis, dass jede Population alle diese Orte besiedelt. Für weitere Nachweise sollten Distrikt, Plateau, Position im Wasserablauf und Substrattiefe gemeinsam dokumentiert werden. Eine durchgehende Verbreitung über sämtliche Westghats darf aus wenigen lokalen Erhebungen nicht geschlossen werden.
ecology
Ökologische Anpassungen
Die einjährige Lebensform verbindet Utricularia cecilii mit dem schnellen Wechsel der Lateritplateaus zwischen Monsunvernässung und trockener Oberfläche. Sichtbares Wachstum und Blüte fallen in die feuchte Saison. Dass auf einem untersuchten Hügel Pflanzen in mehreren verschiedenartigen Mikrohabitaten standen, zeigt zugleich, dass eine einzelne Wasserstufe den Standort nicht vollständig erklärt. Flache Rinnen, dünne Auflagen und Felszwischenräume können während eines Regens alle benetzt sein, später aber unterschiedlich rasch austrocknen.
Die genaue Überdauerungsstrategie ist nicht experimentell belegt. Die Einjährigkeit legt eine Bedeutung von Samen nahe, doch Keimdauer, Samenbank und Auslöser des nächsten Austriebs wurden für die Art nicht gemessen. Ebenso lassen sich aus der bloßen Lateritbindung keine sicheren Werte für Hitze-, Licht- oder Trockenheitstoleranz ableiten. Bei Feldbeobachtungen wäre ein wiederholter Besuch derselben markierten Fläche besonders aufschlussreich: Er könnte zeigen, ob Pflanzen nach der Fruchtbildung vollständig verschwinden und an welcher Art von Wasserfilm neue Keimlinge zuerst erscheinen.
reference
Wuchsform und Morphologie
Die publizierte regionale Kurzdiagnose beschreibt Utricularia cecilii als zartes, terrestrisches und insektenfangendes Kraut. Sicher mit der Art verbunden sind daher ihr kleiner bodennaher Wuchs, die Blüten- und Fruchtbildung in der Monsunzeit sowie die Lage auf vernässten Lateritflächen. Der taxonomische Erstvergleich mit U. uliginosa zeigt, dass feinere Merkmale für eine Bestimmung nötig sind. Aus einem einzelnen Fernfoto der Blüte lässt sich diese Abgrenzung nicht leisten.
Der zugängliche Sekundärnachweis enthält keine vollständigen Maße von Blatt, Spross, Fangblase, Krone und Samen. Es wäre fachlich falsch, Werte aus U. uliginosa oder einer beliebigen indischen Oligocista-Art zu übernehmen. Ein belastbarer morphologischer Nachtrag muss die Originalbeschreibung und zugehörige Abbildungen auswerten und mit Belegen abgleichen. Besonders sinnvoll wären frontale und seitliche Blütenfotos, Kelch und Brakteen unter Vergrößerung sowie verbundene Fangorgane. Bis zu dieser Prüfung bleibt die morphologische Detaildiagnose ausdrücklich unvollständig, obwohl Areal und Standort gut dokumentiert sind.
reference
Fangstrategie
Als Wasserschlauch gehört Utricularia cecilii zu den Pflanzen mit kleinen Saugfallen. Für einen terrestrischen Bestand auf Laterit müssen solche Fallen in wassergefüllten Zwischenräumen der obersten Auflage funktionieren, während der sichtbare Blütenstand darüber steht. Die regionale Kurzbeschreibung bestätigt die insektenfangende Lebensform, enthält aber keine artspezifische Analyse des Falleninneren. Die genaue Lage der Fangblasen am Trieb wurde für das hier geprüfte Material nicht dokumentiert.
Beutearten, Fangzahlen und Verdauungsleistung sind für U. cecilii nicht verlässlich publiziert. Der allgemeine Mechanismus der Gattung darf daher nur als Funktionsrahmen dienen. Auf einem Laterithügel können benetzte Felsspalten und flache Bodenfilme sehr verschiedene Mikrofauna enthalten; welcher Teil davon tatsächlich in den Fallen vorkommt, müsste experimentell geprüft werden. Die Freilandstudie über mehrere Mikrohabitate erlaubt keine automatische Aussage zum Beutespektrum in jeder Teilfläche. Für eine spätere Untersuchung sollten verbundene lebende Fallen, Wasserzustand, Mikrohabitat und bestätigte Blüte gemeinsam erhoben werden.
reference
Reproduktion und Lebenszyklus
Blüte und Frucht sind für Utricularia cecilii in August und September belegt. Eine Untersuchung an einem nordkeralischen Lateritplateau nennt für ihren Bestand August bis Oktober als Blütezeit. Beide Angaben stimmen im Monsunbezug überein, zeigen aber, dass die phänologische Grenze lokal verschieden erfasst sein kann. Eine feste Monatsregel für sämtliche Bestände wäre aus diesen Daten zu eng. Die einjährige Lebensform macht eine genaue Beobachtung der Fruchtbildung besonders wichtig.
Für die Art liegen für diese Art keine verifizierten Angaben zu Selbstbestäubung, bestimmten Blütenbesuchern, Keimruhe oder Keimrate vor. Auch eine zuverlässige Beschreibung der reifen Samen muss aus der Originalarbeit oder entsprechend gesichertem Material ergänzt werden. Ein vollständiger Jahresbericht sollte beginnende Blüte, reife Kapseln, Samenfreisetzung und späteres Wiedererscheinen am selben Ort getrennt erfassen. Die bloße Wiederkehr von Blüten nach einem Monsun beweist noch nicht, ob lokale Samen überdauert haben oder neues Material eingetragen wurde.
culture
Kulturrelevante Schlussfolgerungen
Eine Kulturableitung muss bei der kleinen einjährigen Lateritpflanze beginnen, nicht bei einem dauerhaft wachsenden tropischen Topf-Wasserschlauch. Der belegte Naturstandort besteht aus dünnen Auflagen, die in der feuchten Jahreszeit wassergetränkt sind. Ein flaches, kontrollierbar vernässbares Substrat wäre deshalb ein plausibler Versuch. Das ist eine ökologische Übertragung und keine veröffentlichte artspezifische Rezeptur. Die Gefahr einer vollständigen Austrocknung während sichtbaren Wachstums ist ernst zu nehmen, ohne eine erfundene tägliche Gießnorm zu setzen.
Weil die Art als einjährig gilt, wäre die Gewinnung und dokumentierte Keimung von Samen für einen dauerhaften Kulturzyklus entscheidend. Dafür fehlen aber artspezifisch geprüfte Bedingungen. Exakte Temperatur-, pH-, Beleuchtungs- und Trockenphasenwerte werden deshalb nicht angegeben. Eine Herkunft aus den Westghats rechtfertigt weder pauschal heiße Dauerhaltung noch automatisch einen künstlichen Winter. Ein Kulturversuch sollte Aussaatdatum, Vernässung, erste Blätter, Blüte, Frucht und Absterben getrennt notieren. Ohne diese Folgebeobachtung wäre selbst eine einmalige Blüte kein Beweis für erfolgreiche langfristige Kultur.
substrate
Substrat-Ökologie
Die natürlichen Flächen werden als wassergetränkte Plätze auf Lateritfelsen beschrieben. Ein nordkeralischer Laterithügel zeigte die Art in mehreren seiner flachen Mikrohabitate, einschließlich Bereichen an Felsblöcken. Das wirft ein genaueres Bild auf ihren Untergrund: Nicht der chemische Name „Laterit“ allein, sondern Wasserrückhalt in dünnen Auflagen, Rinnen und kleinsten Vertiefungen bestimmt die unmittelbare Wuchsstelle. Benachbarte Flächen können trotz gleicher Gesteinsart sehr unterschiedlich lange benetzt bleiben.
Für diese Art liegen für Utricularia cecilii keine Messreihe zu pH, Leitfähigkeit, Bodenstärke oder organischem Anteil direkt an den Pflanzen. Deshalb wird kein exaktes Sand-Torf-Verhältnis als Naturvorgabe behauptet. Bei einer Standortaufnahme sollte die Auflagendicke mit Maßstab festgehalten und die Wasserführung vor und nach Regen getrennt beobachtet werden. Für Kulturen wäre zu prüfen, ob die Pflanze auf offenem mineralischem Material oder in dünnen organischen Taschen zuverlässiger blüht. Solche Ergebnisse gelten zunächst für den untersuchten Bestand und sind nicht schon eine artweite Toleranzgrenze.
practice
Praxisnotizen
Ein glaubwürdiger Beleg für Utricularia cecilii verbindet eine blühende Pflanze mit ihrem exakten Lateritstandort und einem Datum. Die bekannten Distrikte in Karnataka und Kerala sowie die Monsunzeit helfen bei der Plausibilitätsprüfung, ersetzen aber keine morphologische Bestimmung. Besonders die Nähe zu U. uliginosa erfordert eine überprüfbare Blütendiagnose. Wer ein Bild nur nach Region oder nach dem Etikett eines anderen Nutzers übernimmt, kann eine falsche Artzuordnung verbreiten.
Für neue Aufnahmen sollten Blüte frontal und seitlich, Kelch, Brakteen, Fangblasen und gegebenenfalls reife Samen mit Maßstab dokumentiert werden. Die vollständige Erstbeschreibung muss vor einer endgültigen Merkmalsliste erneut ausgewertet werden. Ein einzelnes Blütenfoto ohne verbundene Fangorgane kann die Art unabhängig nicht sicher bestätigen. Für eine belastbare Bestimmung sind mehrere diagnostische Organe derselben Pflanze nötig. Eine Kulturgruppe für terrestrische Arten passt zur Wuchsform, konkrete Kulturwerte bleiben offen.
sources
Quellenangaben
- POWO/WCVP: akzeptierter Name, südwestindisches Areal und einjährige Lebensform
- IPNI: Autorzitat, Taylor 1984 und Typusland Indien
- India Flora Online, IISc: Distrikte, Lateritstandort, Blüte und Frucht August–September
- Botanical Survey of India: Referat des Protologs, Nähe zu U. uliginosa
- Sreejith et al. 2016, Vegetos, DOI 10.5958/2229-4473.2016.00074.4: Mikrohabitate des Laterit-Hügels
- Pramod & Pradeep 2021, Journal of Threatened Taxa, DOI 10.11609/jott.3883.13.2.17780-17806: Madayippara-Lateritplateau und Blüte August–Oktober
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Zitierlink und Stand
Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Utricularia cecilii, Stand 08.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/utricularia-cecilii/