Black Trap Codex

Pinguicula villosa

Fettkraut

Aktiv
Familie
Lentibulariaceae
Gattung
Pinguicula
Herkunft
subarktisches und boreales Nordamerika sowie Nord- und Ostsibirien; nicht auf eine einzelne Gebirgsregion beschränkt
Autor
L.

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
4 / 5 · anspruchsvoll1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
2 / 5 · hell ohne starke Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
nassBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
jaOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
mittelWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Black-Trap-Systemprofil

Substrat- und Strukturbedarf

BT-Air
hochLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
BT-Water
hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
BT-Flow
hochWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
BT-Density
niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
Kapillaritaet
hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.

Kulturgruppe

Pinguicula – sibirisch kalt

Habitatbezogene Kulturgruppe für P. spathulata, P. villosa. die Typifikationsarbeit von 2017 akzeptiert P. spathulata als älteren Namen für das Taxon, das häufig P. variegata genannt wurde; ältere Autoren führten den Namen teils als nomen dubium oder Synonym. Das Profil folgt der aktuellen WCVP-Behandlung und kennzeichnet den Namenskonflikt

Habitat-Logik

subarktische bis subalpine Feuchtstandorte im östlichen Sibirien; die Flora- und Checklistendaten verorten die Art in kalten Regionen, liefern aber keine einheitliche Mikrostandortmessung

Kultur-Logik

Pflege am belegten Mikrohabitat und der Artphänologie ausrichten; als ausdauerndes Fettkraut kalter sibirischer Regionen mit überwinternder Knospe einzuordnen; präzise phänologische Angaben hängen von lokalen Floraaufnahmen ab

Substrat-Logik

kalte Feuchtstandorte in Sibirien und im Fernen Osten; wegen der historischen Namens- und Typusproblematik werden keine präzisen Standort- oder Kulturparameter einer sicher abgegrenzten Population behauptet

Gattungsprofil

Pinguicula

Fettkraut-Gattung mit stark unterschiedlichen mexikanischen, warmtemperierten und kaltgemäßigten Kulturtypen.

Habitat-Logik

Feuchte Felsen, Quellfluren, Moore und mineralische Standorte von warmen Regionen bis in alpine Lagen.

Kultur-Logik

Wasserführung, Substratchemie und Ruhephase unterscheiden sich deutlich zwischen den einzelnen Kulturgruppen.

Substrat-Logik

Von stark mineralischen und kalkhaltigen Mischungen bis zu sauren, dauerhaft feuchten Moor- und Quellsubstraten.

Typische Fehler

Mexikanische und temperierte Arten gleich kultivieren, sukkulente Winterrosetten zu nass halten und artspezifische Kalk- beziehungsweise Säureansprüche ignorieren.

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

reference

Botanische Beschreibung

Pinguicula villosa gehört zu den Fettkräutern (Lentibulariaceae). Die botanischen Beschreibungen nennen folgende Blattmerkmale: extrem kleine Rosette meist unter 2 cm; nur ein bis wenige elliptische oder spatelförmige Blätter, mit stark eingerolltem Rand und langen Haaren am Blattstiel. Als Verbreitungsgebiet wird angegeben: subarktisches und boreales Nordamerika sowie Nord- und Ostsibirien; nicht auf eine einzelne Gebirgsregion beschränkt. Die Quellen beschreiben den Lebensraum so: kühle Sphagnum-Moore, Mooshügel, Muskegs und nasse Ränder von Tümpeln und Bächen; häufig im Bereich der Waldgrenze. Diese Angaben gehören zu einer bestimmten Art und dürfen nicht ohne Beleg auf andere Pinguicula übertragen werden. Für die Bestimmung ist die Merkmalskombination aussagekräftiger als ein einzelnes Blatt oder ein Foto ohne Angabe der Jahreszeit.

Zu den Blütenmerkmalen halten die Quellen fest: kleine blass blauviolette Blüte mit behaartem, glandulösem Schaft; Kelch außen dicht drüsig und zweilippig, Sporn kurz. Für den Jahresgang ist dokumentiert: temperates Hibernakel bildende Art mit sehr kurzer arktischer Vegetationszeit; im Spätsommer können die wenigen Fangblätter im Sphagnum verschwinden, bevor sich die nächste Knospe darüber bildet. Bei Pinguicula villosa sollten daher Blätter, Blüte und Entwicklungsstadium gemeinsam dokumentiert werden; je nach Saison können sie ein unterschiedliches Bild zeigen. Die vorhandenen Angaben belegen nicht automatisch eine bestimmte Variationsbreite innerhalb des gesamten Areals. Bei Pflanzen unbekannter Herkunft ist es sinnvoll, Herkunft, Rosettenzustand und Blütenmerkmale am selben Exemplar festzuhalten.

taxonomy

Taxonomie

Der akzeptierte Name lautet Pinguicula villosa L.. Zur Abgrenzung gegenüber ähnlichen Taxa wird folgender Unterschied beschrieben: gegenüber P. vulgaris wesentlich kleiner, oft mit nur ein bis zwei Blättern und dicht behaartem Blütenschaft; diese Merkmale passen zu kühlen subarktischen Mooren, nicht zu warmen Fensterbankkulturen. Als Verbreitungsgebiet wird angegeben: subarktisches und boreales Nordamerika sowie Nord- und Ostsibirien; nicht auf eine einzelne Gebirgsregion beschränkt. Name, Autorenschaft und Artstatus richten sich nach der im Quellenabschnitt verlinkten taxonomischen Behandlung. Historische Etiketten oder eine ähnliche Kulturform reichen für sich genommen nicht aus, um eine Pflanze als Synonym, Varietät oder eigenständige Art einzuordnen.

Für die morphologische Prüfung sind sowohl die vegetativen Merkmale – extrem kleine Rosette meist unter 2 cm; nur ein bis wenige elliptische oder spatelförmige Blätter, mit stark eingerolltem Rand und langen Haaren am Blattstiel – als auch die Blüte – kleine blass blauviolette Blüte mit behaartem, glandulösem Schaft; Kelch außen dicht drüsig und zweilippig, Sporn kurz – relevant. Der dokumentierte Jahresgang lautet: temperates Hibernakel bildende Art mit sehr kurzer arktischer Vegetationszeit; im Spätsommer können die wenigen Fangblätter im Sphagnum verschwinden, bevor sich die nächste Knospe darüber bildet. Bei Pinguicula villosa sollte eine Bestimmung deshalb möglichst an einer Pflanze mit nachvollziehbarer Herkunft und, wenn möglich, Blütenbeleg überprüft werden. Wo Freilandbeobachtungen oder Vergleichsmaterial fehlen, bleibt diese Unsicherheit ausdrücklich bestehen; sie wird nicht mit Merkmalen verwandter Arten aufgefüllt.

ecology

Standort und Verbreitung

Das bekannte Areal von Pinguicula villosa wird in den Quellen so angegeben: subarktisches und boreales Nordamerika sowie Nord- und Ostsibirien; nicht auf eine einzelne Gebirgsregion beschränkt. Die veröffentlichten Standortangaben lauten: kühle Sphagnum-Moore, Mooshügel, Muskegs und nasse Ränder von Tümpeln und Bächen; häufig im Bereich der Waldgrenze. Sie beruhen auf den dokumentierten Fundorten; ob alle Populationen dieselben Bedingungen teilen, ist damit nicht belegt. Für die ökologische Einordnung sind konkrete Faktoren wie Höhenlage, Exposition, Wasserangebot und Begleitvegetation getrennt zu betrachten. Die Quellen verweisen auf einzelne Belege und Fundorte, erlauben aber nicht zwingend eine vollständige Abgrenzung des Areals.

Als Untergrund ist dokumentiert: nährstoffarme, dauerhaft nasse Sphagnum-Auflagen und Torfmoos-Hügel; die Moosdynamik, niedrige Temperaturen und Sauerstoffversorgung des Wassers sind ökologisch zentral. Für die Unterscheidung von ähnlichen Arten ist außerdem folgender Vergleich überliefert: gegenüber P. vulgaris wesentlich kleiner, oft mit nur ein bis zwei Blättern und dicht behaartem Blütenschaft; diese Merkmale passen zu kühlen subarktischen Mooren, nicht zu warmen Fensterbankkulturen. Daraus lassen sich keine unbelegten pH-, Temperatur- oder Feuchtegrenzen ableiten. Auch ein kleines bekanntes Areal ist für sich genommen keine formale Gefährdungseinstufung. Neue Fundmeldungen sollten nach Möglichkeit Fundort, Höhe, Mikrohabitat und Blühzustand zusammen dokumentieren, damit sie mit den vorhandenen Angaben vergleichbar sind.

ecology

Ökologische Anpassungen

Für Pinguicula villosa ist folgender Jahresgang dokumentiert: temperates Hibernakel bildende Art mit sehr kurzer arktischer Vegetationszeit; im Spätsommer können die wenigen Fangblätter im Sphagnum verschwinden, bevor sich die nächste Knospe darüber bildet. Die Quellen nennen als Lebensraum: kühle Sphagnum-Moore, Mooshügel, Muskegs und nasse Ränder von Tümpeln und Bächen; häufig im Bereich der Waldgrenze. Auch die Blattentwicklung ist festgehalten: extrem kleine Rosette meist unter 2 cm; nur ein bis wenige elliptische oder spatelförmige Blätter, mit stark eingerolltem Rand und langen Haaren am Blattstiel. Zusammen zeigen diese Angaben, welche saisonalen Merkmale an belegten Pflanzen beobachtet wurden; sie beweisen jedoch nicht, dass jede Population identisch reagiert. Verallgemeinerungen auf die gesamte Gattung wären daher nicht gerechtfertigt.

Eine belegte Ruheform muss von einer bloßen Verkleinerung durch Stress unterschieden werden. Für Pinguicula villosa sind deshalb nur die publizierten Hinweise maßgeblich: temperates Hibernakel bildende Art mit sehr kurzer arktischer Vegetationszeit; im Spätsommer können die wenigen Fangblätter im Sphagnum verschwinden, bevor sich die nächste Knospe darüber bildet. Als Herkunftsgebiet wird subarktisches und boreales Nordamerika sowie Nord- und Ostsibirien; nicht auf eine einzelne Gebirgsregion beschränkt angegeben. Für den Wurzelraum ist nährstoffarme, dauerhaft nasse Sphagnum-Auflagen und Torfmoos-Hügel; die Moosdynamik, niedrige Temperaturen und Sauerstoffversorgung des Wassers sind ökologisch zentral dokumentiert. Eine nicht belegte Kälteruhe oder Trockenheitsanpassung wird nicht ergänzt. In Kultur können Blattfolge und Feuchteverlauf getrennt notiert werden; so lässt sich besser erkennen, ob eine Veränderung dem beschriebenen Zyklus folgt oder auf Haltungsbedingungen zurückgeht.

reference

Wuchsform und Morphologie

Die vegetative Beschreibung von Pinguicula villosa nennt folgende Merkmale: extrem kleine Rosette meist unter 2 cm; nur ein bis wenige elliptische oder spatelförmige Blätter, mit stark eingerolltem Rand und langen Haaren am Blattstiel. Zur Blüte sind diese Kennzeichen dokumentiert: kleine blass blauviolette Blüte mit behaartem, glandulösem Schaft; Kelch außen dicht drüsig und zweilippig, Sporn kurz. Für eine Bestimmung sollte man die Merkmalskombination heranziehen, denn Blattfarbe oder Rosettengröße allein sind selten ausreichend. Besonders bei saisonal wechselnden Arten sollte die Dokumentation angeben, ob das Exemplar Fangblätter oder eine Ruheform trägt. Wenn möglich, werden Blüte und Rosette derselben Herkunft gemeinsam fotografiert oder beschrieben.

Zur Abgrenzung gegenüber verwandten oder früher verwechselten Taxa wird folgender Vergleich herangezogen: gegenüber P. vulgaris wesentlich kleiner, oft mit nur ein bis zwei Blättern und dicht behaartem Blütenschaft; diese Merkmale passen zu kühlen subarktischen Mooren, nicht zu warmen Fensterbankkulturen. Das bekannte Herkunftsgebiet ist subarktisches und boreales Nordamerika sowie Nord- und Ostsibirien; nicht auf eine einzelne Gebirgsregion beschränkt. Je nach taxonomischer Fragestellung können zusätzlich Blattbasis und -rand, Blattspitze, Kelch, Kronform und Sporn zu vergleichen sein. Nur Merkmale, die an beschriebenem oder nachvollziehbar bestimmtem Material belegt sind, sollten als Diagnosekriterien gelten. Nicht publizierte Maße oder Variationsbreiten werden hier nicht ergänzt.

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Fangstrategie

Pinguicula villosa fängt Beute mit den drüsigen Oberflächen ihrer Fangblätter. Die Quellen beschreiben diese Blätter so: extrem kleine Rosette meist unter 2 cm; nur ein bis wenige elliptische oder spatelförmige Blätter, mit stark eingerolltem Rand und langen Haaren am Blattstiel. Für den Jahresgang ist dokumentiert: temperates Hibernakel bildende Art mit sehr kurzer arktischer Vegetationszeit; im Spätsommer können die wenigen Fangblätter im Sphagnum verschwinden, bevor sich die nächste Knospe darüber bildet. Das gibt den zeitlichen Rahmen an, in dem Fangblätter oder eine gegebenenfalls nichtkarnivore Ruheform auftreten. Das allgemeine Funktionsprinzip der Gattung erklärt die Fangweise, liefert aber keine artspezifischen Messwerte zu Beuteanteilen oder Verdauungsgeschwindigkeit. Solche Zahlen werden hier nicht aus anderen Arten übertragen.

Als Lebensraum von Pinguicula villosa ist kühle Sphagnum-Moore, Mooshügel, Muskegs und nasse Ränder von Tümpeln und Bächen; häufig im Bereich der Waldgrenze beschrieben. Zum Wurzelraum nennen die Quellen: nährstoffarme, dauerhaft nasse Sphagnum-Auflagen und Torfmoos-Hügel; die Moosdynamik, niedrige Temperaturen und Sauerstoffversorgung des Wassers sind ökologisch zentral. Diese Standortangaben helfen, den Zusammenhang zwischen verfügbarem Wasser, Belüftung und Blattentwicklung zu verstehen. Aus der Fangfunktion folgt keine Notwendigkeit, die Pflanze gezielt zu füttern. Für die Kulturbeobachtung sind der Zustand der Fangblätter und ihre zeitliche Entwicklung aussagekräftiger als eine unbelegte Annahme darüber, welche Beute die Art bevorzugt.

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Reproduktion und Lebenszyklus

Zu den Blüten von Pinguicula villosa sind folgende Merkmale dokumentiert: kleine blass blauviolette Blüte mit behaartem, glandulösem Schaft; Kelch außen dicht drüsig und zweilippig, Sporn kurz. Zur Blühzeit geben die ausgewerteten Quellen an: Die Blüte folgt dem Austrieb des Hibernakels im kurzen Sommer; für nordamerikanische Pflanzen nennt die Flora of North America je nach Region Juni bis Juli. Fundort und Jahresgang können beeinflussen, wann eine Population blüht; für diese Art ist folgender Zyklus dokumentiert: temperates Hibernakel bildende Art mit sehr kurzer arktischer Vegetationszeit; im Spätsommer können die wenigen Fangblätter im Sphagnum verschwinden, bevor sich die nächste Knospe darüber bildet. Ein einzelner Kulturtermin ist daher nicht ohne Weiteres auf das gesamte natürliche Areal übertragbar. Die angegebenen Blütenmerkmale sollten zusammen mit Herkunft und Beobachtungsdatum festgehalten werden.

Blüten- und vegetative Merkmale derselben Pflanze helfen, den für Pinguicula villosa beschriebenen Artvergleich zu prüfen: gegenüber P. vulgaris wesentlich kleiner, oft mit nur ein bis zwei Blättern und dicht behaartem Blütenschaft; diese Merkmale passen zu kühlen subarktischen Mooren, nicht zu warmen Fensterbankkulturen. Die verfügbaren Quellen liefern keine ausreichenden artspezifischen Angaben zu Bestäubern, Selbstung oder Keimraten. Wo solche Daten fehlen, werden keine Vermutungen als gesicherte Tatsachen dargestellt. Für Saatgut- oder Herbarangaben gehören Herkunft und Blühzustand zur Dokumentation. Konkrete Bedingungen der Keimung müssten für dieses Taxon gesondert untersucht werden.

culture

Kulturrelevante Schlussfolgerungen

Bei der Kultur von Pinguicula villosa sollten zunächst die belegten Standortangaben berücksichtigt werden: kühle Sphagnum-Moore, Mooshügel, Muskegs und nasse Ränder von Tümpeln und Bächen; häufig im Bereich der Waldgrenze. Für den Wurzelraum ist nährstoffarme, dauerhaft nasse Sphagnum-Auflagen und Torfmoos-Hügel; die Moosdynamik, niedrige Temperaturen und Sauerstoffversorgung des Wassers sind ökologisch zentral dokumentiert. Der Jahresgang wird folgendermaßen beschrieben: temperates Hibernakel bildende Art mit sehr kurzer arktischer Vegetationszeit; im Spätsommer können die wenigen Fangblätter im Sphagnum verschwinden, bevor sich die nächste Knospe darüber bildet. Diese Informationen sprechen dafür, Feuchte, Belüftung und saisonale Entwicklung gemeinsam zu beobachten. Die Quellen liefern keine Grundlage für pauschale Temperatur- oder Luftfeuchtegrenzen. Eine Ruhephase sollte deshalb nicht nach dem Kalender einer anderen Fettkrautart erzwungen werden.

Als bekanntes Areal wird subarktisches und boreales Nordamerika sowie Nord- und Ostsibirien; nicht auf eine einzelne Gebirgsregion beschränkt angegeben; das bildet den geographischen Rahmen, nicht automatisch ein exaktes Kulturrezept. Zu den artspezifischen Kontrollmerkmalen zählen: extrem kleine Rosette meist unter 2 cm; nur ein bis wenige elliptische oder spatelförmige Blätter, mit stark eingerolltem Rand und langen Haaren am Blattstiel. Zur Abgrenzung wird außerdem folgender Unterschied genannt: gegenüber P. vulgaris wesentlich kleiner, oft mit nur ein bis zwei Blättern und dicht behaartem Blütenschaft; diese Merkmale passen zu kühlen subarktischen Mooren, nicht zu warmen Fensterbankkulturen. Änderungen an Licht, Wasser oder Substrat lassen sich besser beurteilen, wenn sie einzeln vorgenommen und protokolliert werden. Dabei sollten bekannte Unterschiede zwischen Herkunftsorten und der aktuelle Zustand der Pflanze berücksichtigt werden.

substrate

Substrat-Ökologie

Für den natürlichen Wurzelraum von Pinguicula villosa ist folgende Beschreibung dokumentiert: nährstoffarme, dauerhaft nasse Sphagnum-Auflagen und Torfmoos-Hügel; die Moosdynamik, niedrige Temperaturen und Sauerstoffversorgung des Wassers sind ökologisch zentral. Die Art besiedelt Standorte, die als kühle Sphagnum-Moore, Mooshügel, Muskegs und nasse Ränder von Tümpeln und Bächen; häufig im Bereich der Waldgrenze beschrieben werden. Daraus lässt sich ableiten, welche Form der Wasserzufuhr – etwa Bodenfeuchte, Sickerwasser oder zeitweiliges Regenwasser – bei der Interpretation des Fundorts geprüft werden sollte; ohne konkrete Messung bleibt das im Einzelfall offen. Gips, Kalk, Silikatsand, Moosauflagen und nasse Felsflächen sind ökologisch nicht austauschbar.

Eine genaue pH-, Leitfähigkeits- oder Nährstoffgrenze wird für Pinguicula villosa nur dann behauptet, wenn sie in einer Quelle gemessen wurde. Ohne solche Daten ist weder eine bestimmte Substratzutat noch ein Zahlenwert als Optimum belegt. Zur taxonomischen Abgrenzung wird folgender Unterschied genannt: gegenüber P. vulgaris wesentlich kleiner, oft mit nur ein bis zwei Blättern und dicht behaartem Blütenschaft; diese Merkmale passen zu kühlen subarktischen Mooren, nicht zu warmen Fensterbankkulturen. Ein Kulturgefäß kann den natürlichen Mikrostandort nicht vollständig nachbilden; die dokumentierte Wasserführung und eine gut kontrollierbare Wurzelzone sind daher wichtiger als eine unbelegte Standardmischung. Der beschriebene Jahresgang lautet: temperates Hibernakel bildende Art mit sehr kurzer arktischer Vegetationszeit; im Spätsommer können die wenigen Fangblätter im Sphagnum verschwinden, bevor sich die nächste Knospe darüber bildet.

practice

Praxisnotizen

Bei einem Bestand mit dem Etikett Pinguicula villosa sollte zuerst die Herkunft geprüft werden. Die Quellen geben als Verbreitungsgebiet an: subarktisches und boreales Nordamerika sowie Nord- und Ostsibirien; nicht auf eine einzelne Gebirgsregion beschränkt. Zu den vegetativen Kennzeichen zählen: extrem kleine Rosette meist unter 2 cm; nur ein bis wenige elliptische oder spatelförmige Blätter, mit stark eingerolltem Rand und langen Haaren am Blattstiel. Zur Blüte sind folgende Merkmale dokumentiert: kleine blass blauviolette Blüte mit behaartem, glandulösem Schaft; Kelch außen dicht drüsig und zweilippig, Sporn kurz. Zur Unterscheidung von ähnlichen Taxa ist folgender Vergleich relevant: gegenüber P. vulgaris wesentlich kleiner, oft mit nur ein bis zwei Blättern und dicht behaartem Blütenschaft; diese Merkmale passen zu kühlen subarktischen Mooren, nicht zu warmen Fensterbankkulturen. Ein einzelnes Foto ohne Jahreszeit und Herkunft sichert die Bestimmung nicht ab, insbesondere wenn sich die Rosette im Verlauf des Jahres verändert.

Im Kulturprotokoll sollten Blattfolge, Wasserstand, Licht, Substrat, Blühbeginn und Ruheform getrennt notiert werden. Für Pinguicula villosa ist als Lebensraum kühle Sphagnum-Moore, Mooshügel, Muskegs und nasse Ränder von Tümpeln und Bächen; häufig im Bereich der Waldgrenze dokumentiert. Für den Wurzelraum ist nährstoffarme, dauerhaft nasse Sphagnum-Auflagen und Torfmoos-Hügel; die Moosdynamik, niedrige Temperaturen und Sauerstoffversorgung des Wassers sind ökologisch zentral angegeben. Zum Jahresgang hält die Literatur fest: temperates Hibernakel bildende Art mit sehr kurzer arktischer Vegetationszeit; im Spätsommer können die wenigen Fangblätter im Sphagnum verschwinden, bevor sich die nächste Knospe darüber bildet. Nicht belegte Angaben zu Temperatur, Bestäubern oder Keimung bleiben offene Fragen, statt aus einer verwandten Art übernommen zu werden. Regelmäßige Sichtkontrolle ergänzt die Prüfung der Diagnosemerkmale und der Substratfeuchte.

sources

Quellenangaben

Zitieren

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Aktueller Stand07.10.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Pinguicula villosa, Stand 07.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/pinguicula-villosa/