Black Trap Codex
Philcoxia maranhensis
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 5 / 5 · spezialisiert1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Wasser
- seasonalBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
- Ruhephase
- neinOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- mittelWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Kulturgruppe
Philcoxia – brasilianische Sandstandorte
Ökologische Kulturgruppe für terrestrische Philcoxia-Arten aus offenen, extrem nährstoffarmen brasilianischen Sandhabitaten. Arten unterscheiden sich in Wuchsform und Verbreitung; experimentelle Nematodenverdauung ist ausdrücklich für Philcoxia minensis belegt und darf nicht ungeprüft auf jedes Gruppenmitglied übertragen werden.
Habitat-Logik
Offene, gut belichtete Campos Rupestres- und Cerrado-Standorte mit quarzitischen Felsflächen und tiefen weißen Sandtaschen. Für Philcoxia minensis sind flache, offene Sandbereiche in Minas Gerais dokumentiert; Wasser kann dort nach Regen vorübergehend länger verfügbar sein, während der Standort saisonal austrocknet.
Kultur-Logik
Artspezifische Spezialkultur; sehr hohe Lichtverfügbarkeit und ein tiefer, quarzreicher, nährstoffarmer Wurzelraum sind vorsichtige Habitat-Ableitungen. Eine erfolgreiche Standardkultur, feste Temperatur- oder Luftfeuchtegrenzen und ein verbindlicher Winterrhythmus sind nicht belegt. Feuchte am Standort schwankt saisonal; ein gleichmäßiges Nass- oder Trockenrezept wäre eine unbelegte Verallgemeinerung.
Substrat-Logik
Naturstandorte sind tiefe, offene, mineralische Quarzsande mit sehr geringer Nährstoffverfügbarkeit. Eine tiefe, strukturstabile und gut drainierende Sandkultur ist als vorsichtige Umsetzung plausibel, aber Korngrößen, pH, EC und Mischung sind nicht als erfolgreiches Protokoll validiert. Organisches, nährstoffreiches und verdichtetes Medium vermeiden.
Risiken der Kulturgruppe
Gattungsprofil
Philcoxia
Philcoxia ist eine brasilianische Gattung kleiner terrestrischer Pflanzen mit winzigen Blättern an oder unter der Sandoberfläche. Für Philcoxia minensis ist das Fangen und Verdauen von Nematoden mit Nährstoffaufnahme experimentell belegt. Funde von Beuteresten an anderen Arten stützen eine mögliche weitere Verbreitung der Karnivorie, ersetzen aber keinen artspezifischen Test.
Habitat-Logik
Die Arten besiedeln offene, lichtreiche und nährstoffarme Sand- und Felsstandorte im brasilianischen Cerrado und den Campos Rupestres. Verbreitung und Mikrohabitat unterscheiden sich zwischen den Arten; die bekannte Ökologie von Philcoxia minensis ist nicht repräsentativ für jedes Taxon der Gattung.
Kultur-Logik
Kulturhinweise sind wegen der seltenen Arten und schwierigen Langzeitkultur unsicher. Für Philcoxia minensis stützen offene Naturstandorte viel Licht sowie tiefen, quarzreichen, nährstoffarmen Sand als vorsichtige Ansätze; keine einheitlichen Temperatur-, Feuchte- oder Ruhewerte auf die gesamte Gattung übertragen.
Substrat-Logik
Die dokumentierten Habitate umfassen tiefe, offene, mineralische Sandtaschen mit geringer Nährstoffverfügbarkeit. Eine sandreiche und gut drainierende Kultur ist eine ökologische Ableitung, aber kein bewährtes Gattungsrezept. Korngröße, Wasserhaltekurve, pH und EC sind nicht artspezifisch standardisiert.
Typische Fehler
Philcoxia minensis als Beleg für experimentell bestätigte Karnivorie jeder Gattungsart behandeln; unterirdische Klebblätter mit Saugfallen oder Wurzeln verwechseln; Moor- oder dauerhaft gleichmäßig feuchte Kultur ansetzen; ungesicherte Klima-, Luftfeuchte- und Winterwerte als gemessen darstellen; erfolglose Keimversuche als unmögliche Keimung auslegen.
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
reference
Botanische Beschreibung
Philcoxia maranhensis ist eine kleinwüchsige, terrestrische Wegerichpflanze aus der Gattung Philcoxia. Die Blätter sind herzförmig und nicht peltat, womit sich die Art innerhalb der Gattung besonders deutlich abhebt. Die Rosette und fehlende Rhizome erinnern an P. goiasensis; P. maranhensis trägt jedoch drüsig behaarte Brakteen, kürzere Blütenstiele zur Anthese und eine nur leicht zweilappige Unterlippe. Blütenstiele und Kelch sind dicht drüsig behaart; Blüten wurden weiß und lilafarben abgebildet. Anders als auffällige Fangrosetten größerer Karnivoren liegen die entscheidenden vegetativen Organe teilweise im oder unter dem Sand. Deshalb reicht ein Foto der oberirdischen Rosette für die Bestimmung meist nicht aus.
Aus dem Parque Nacional Chapada das Mesas bei Carolina im Südwesten des Bundesstaats Maranhão beschrieben. Der Typusfund von Serra do Salto liegt bei etwa 367 m in sandiger Vegetation; im Gegensatz zu vielen hoch gelegenen Campos-rupestres-Fundorten der Gattung befindet sich dieser Nachweis deutlich tiefer. Der Fachartikel bewertet den damals bekannten Bestand als Critically Endangered. P. maranhensis besitzt wie P. goiasensis keinen ausgeprägten Rhizomkörper; die Blätter sind rosettig gruppiert und können über Wurzelknospen neu austreiben. Sie unterscheidet sich von den rhizomatösen Arten P. minensis, P. rhizomatosa und P. tuberosa. Die ungewöhnlichen nicht-peltaten herzförmigen Spreiten sind hierbei wichtiger als eine generische Annahme, Philcoxia-Blätter seien stets schildförmig. Bei der Kultur sollen Wurzelbereich und mögliche Knospen im Sand bleiben. Die Bezeichnung als klein und unscheinbar darf nicht dazu verleiten, die Blütenorgane generisch zu beschreiben: gerade die für Philcoxia maranhensis publizierte Kombination trennt sie von verwandten Arten.
taxonomy
Taxonomie
Plants of the World Online führt den Namen Philcoxia maranhensis als akzeptiert in Plantaginaceae, Tribus Gratioleae. Die Art ist anhand von Belegen und einer veröffentlichten Diagnose von den anderen Philcoxia-Arten abzugrenzen; eine bloße Ähnlichkeit in Blütenfarbe oder Standort reicht nicht. P. maranhensis unterscheidet sich von P. goiasensis durch die nicht-peltaten, herzförmigen statt peltaten rundlichen bis nierenförmigen Blätter, drüsig behaarte statt kahle Brakteen, kürzere Pedicel zur Blüte und eine schwächer zweilappige Kronunterlippe. Weiß oder lila blühende Exemplare sind beide fotografiert worden; Farbvariation ist daher kein solides Merkmal für getrennte Taxa. Die Blattbasis und Brakteenbehaarung sind diagnostisch gewichtiger.
Die derzeit akzeptierte taxonomische Behandlung stützt sich auf nomenklatorische Referenzen und die Original- beziehungsweise Revisionsliteratur. Ältere Schlüssel können einzelne Maße anders gewichten oder nur wenige Populationen abbilden. Die CR-Einschätzung geht auf die Erstbeschreibung und deren beschränkte Fundbasis zurück. Ihre aktuelle Gültigkeit bedarf einer erneuten Erfassung. Für die taxonomische Praxis sollte man herzförmige nicht-peltate Blätter, behaarte Brakteen und Pedicel sowie den schwach zweilappigen Unterlippenbau gemeinsam erfassen. Die dokumentierte Blütenfarbenvariation nicht als neue Form auslegen. Das Profil übernimmt daher keine unbestätigten Synonyme, Formen oder Gefährdungszahlen.
ecology
Standort und Verbreitung
Aus dem Parque Nacional Chapada das Mesas bei Carolina im Südwesten des Bundesstaats Maranhão beschrieben. Der Typusfund von Serra do Salto liegt bei etwa 367 m in sandiger Vegetation; im Gegensatz zu vielen hoch gelegenen Campos-rupestres-Fundorten der Gattung befindet sich dieser Nachweis deutlich tiefer. Der Fachartikel bewertet den damals bekannten Bestand als Critically Endangered. Die Gattung ist auf Brasilien beschränkt, doch ihre Arten besetzen keine einzige austauschbare Lokalität. Der genaue Fundort und die publizierte Höhenlage sind Teil des taxonomischen Kontexts; sie dürfen nicht aus der allgemeinen Cerrado-Verbreitung abgeleitet werden.
Bekannt aus der Chapada das Mesas in Maranhão, insbesondere dem Nationalpark bei Carolina und der Serra do Salto. Der Typusort liegt auf rund 367 m und in sandigem, teils rötlichem Substrat; eine Begleitabbildung zeigt weißen Sand und blühende Pflanzen. Das lokal begrenzte bekannte Vorkommen war Basis einer CR-Einschätzung in der Erstbeschreibung. Dieser damalige Status und die kleine Stichprobe müssen als zeitgebundene Daten kenntlich bleiben. Kartenpunkte und Fundangaben sollen die empfindlichen Standorte nicht unnötig genau offenlegen. Eine begrenzte publizierte Verbreitung bedeutet zudem nicht automatisch, dass sämtliche geeigneten Habitate abgesucht wurden; umgekehrt darf ein mögliches Vorkommen nicht ohne Beleg als Teil des Areals gelten.
ecology
Ökologische Anpassungen
Die Gattung wächst in offenen, nährstoffarmen Sandhabitaten und bildet winzige Blattspreiten nahe der Oberfläche. Wie andere Philcoxia trägt die Oberseite der winzigen Blätter gestielte Drüsen, an denen Sand anhaften kann. Die Gattungszuordnung sowie solche Oberflächenstrukturen begründen ein Interesse an möglicher Karnivorie, beweisen aber keinen individuellen Verdauungsmechanismus für P. maranhensis. Die Versuchsergebnisse zu P. minensis dürfen nicht auf diese Art übertragen werden. Der 2017er Artikel beschreibt Anatomie, Habitat und Feldbeobachtungen, aber keinen gleichwertigen artspezifischen Verdauungstest. Die sandige Umgebung kann Sandkörner an den Drüsenhaaren festhalten; dies ist eine beobachtbare Oberflächeninteraktion, aber für sich allein noch kein Nachweis, dass Nährstoffe aus Beute aufgenommen werden.
P. maranhensis besitzt wie P. goiasensis keinen ausgeprägten Rhizomkörper; die Blätter sind rosettig gruppiert und können über Wurzelknospen neu austreiben. Sie unterscheidet sich von den rhizomatösen Arten P. minensis, P. rhizomatosa und P. tuberosa. Die ungewöhnlichen nicht-peltaten herzförmigen Spreiten sind hierbei wichtiger als eine generische Annahme, Philcoxia-Blätter seien stets schildförmig. Bei der Kultur sollen Wurzelbereich und mögliche Knospen im Sand bleiben. Unterirdische Stängel oder Wurzeln verankern die Pflanze in lockerem Sand und tragen die sehr kleinen, oberflächennahen Blätter. Die Art nutzt damit einen ungewöhnlichen Wuchsraum, aber Aussagen zu täglicher Bodentemperatur, Kapillarwasser oder Nährstoffbilanz sind nicht durchgehend gemessen. Sie werden nicht als feste Kulturwerte ausgegeben.
reference
Wuchsform und Morphologie
Die Blätter sind herzförmig und nicht peltat, womit sich die Art innerhalb der Gattung besonders deutlich abhebt. Die Rosette und fehlende Rhizome erinnern an P. goiasensis; P. maranhensis trägt jedoch drüsig behaarte Brakteen, kürzere Blütenstiele zur Anthese und eine nur leicht zweilappige Unterlippe. Blütenstiele und Kelch sind dicht drüsig behaart; Blüten wurden weiß und lilafarben abgebildet. P. maranhensis unterscheidet sich von P. goiasensis durch die nicht-peltaten, herzförmigen statt peltaten rundlichen bis nierenförmigen Blätter, drüsig behaarte statt kahle Brakteen, kürzere Pedicel zur Blüte und eine schwächer zweilappige Kronunterlippe. Weiß oder lila blühende Exemplare sind beide fotografiert worden; Farbvariation ist daher kein solides Merkmal für getrennte Taxa. Die Blattbasis und Brakteenbehaarung sind diagnostisch gewichtiger. Bei einer Bestimmung werden Blattstellung und Blattbasis, unterirdische Achse, Behaarung von Brakteen und Kelch sowie Kronform zusammen erfasst. Das ist besonders wichtig, wenn nur sterile oder beschädigte Pflanzen vorliegen.
Im Vergleich zu den anderen publizierten Philcoxia-Diagnosen ist die Kombination besonders aussagekräftig: P. maranhensis unterscheidet sich von P. goiasensis durch die nicht-peltaten, herzförmigen statt peltaten rundlichen bis nierenförmigen Blätter, drüsig behaarte statt kahle Brakteen, kürzere Pedicel zur Blüte und eine schwächer zweilappige Kronunterlippe. Weiß oder lila blühende Exemplare sind beide fotografiert worden; Farbvariation ist daher kein solides Merkmal für getrennte Taxa. Die Blattbasis und Brakteenbehaarung sind diagnostisch gewichtiger. Längenangaben stammen aus taxonomischen Beschreibungen und sind keine Messvorgabe für jedes Individuum. Entwicklungsstadium und Erhaltungszustand können insbesondere die Sichtbarkeit der Drüsenhaare verändern.
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Fangstrategie
Philcoxia besitzt sehr kleine Blätter mit gestielten Drüsen auf der dem Sand zugewandten Oberseite; bei manchen Arten liegen die Spreiten teilweise unter einer dünnen Sandschicht. Wie andere Philcoxia trägt die Oberseite der winzigen Blätter gestielte Drüsen, an denen Sand anhaften kann. Die Gattungszuordnung sowie solche Oberflächenstrukturen begründen ein Interesse an möglicher Karnivorie, beweisen aber keinen individuellen Verdauungsmechanismus für P. maranhensis. Die Versuchsergebnisse zu P. minensis dürfen nicht auf diese Art übertragen werden. Der 2017er Artikel beschreibt Anatomie, Habitat und Feldbeobachtungen, aber keinen gleichwertigen artspezifischen Verdauungstest. Ein Gattungsmerkmal ersetzt hier keinen artspezifischen Versuch. Beute, Verdauung und Nährstoffaufnahme werden nur dann als nachgewiesen beschrieben, wenn sie an der betreffenden Art untersucht wurden.
Wie andere Philcoxia trägt die Oberseite der winzigen Blätter gestielte Drüsen, an denen Sand anhaften kann. Die Gattungszuordnung sowie solche Oberflächenstrukturen begründen ein Interesse an möglicher Karnivorie, beweisen aber keinen individuellen Verdauungsmechanismus für P. maranhensis. Die Versuchsergebnisse zu P. minensis dürfen nicht auf diese Art übertragen werden. Der 2017er Artikel beschreibt Anatomie, Habitat und Feldbeobachtungen, aber keinen gleichwertigen artspezifischen Verdauungstest. Der Ausdruck „fleischfressend“ wird hier nicht aus der Familienzugehörigkeit oder aus einem verwandten Taxon abgeleitet. Wenn eine Quelle nur Nematoden auf einer Blattfläche oder Enzymaktivität meldet, wird genau diese Belegstärke benannt und nicht stillschweigend zu einem vollständigen Nachweis erweitert.
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Reproduktion und Lebenszyklus
Die Art hat eine traubige Achse mit zickzackförmigem Verlauf, kleinen Brakteen und einzeln gestielten Blüten. Die Brakteen sind drüsig behaart und die unteren Kronlappen nur leicht zweilappig. Blütenmaterial wurde im Juni gesammelt; der Fachartikel zeigt weiße und lilafarbene Blüten. Daraus lässt sich kein vollständiger jährlicher Blühkalender ableiten. Über Bestäuber, Pollinationsbiologie, Fruchtansatz im Freiland und Keimungsbedingungen liegen keine hinreichenden artspezifischen Daten vor. Bei dieser winzigen Art ist der Blütenstand oft die wichtigste sichtbare Bestimmungshilfe. Zur Dokumentation gehören ein frontales Kronbild, eine Seitenansicht, die Braktee, der Blütenstiel und – wenn verfügbar – Frucht und Samen; Fotos ohne Maßstab können die diagnostischen Längenunterschiede nicht zuverlässig zeigen.
Über die Art hinaus bekannte Details der Gattung – zwei Staubblätter, monothecische Antheren und eine besondere Blütenstandsachse – ordnen den Bau ein, ersetzen aber keine Artbeschreibung. Die CR-Einschätzung geht auf die Erstbeschreibung und deren beschränkte Fundbasis zurück. Ihre aktuelle Gültigkeit bedarf einer erneuten Erfassung. Für die taxonomische Praxis sollte man herzförmige nicht-peltate Blätter, behaarte Brakteen und Pedicel sowie den schwach zweilappigen Unterlippenbau gemeinsam erfassen. Die dokumentierte Blütenfarbenvariation nicht als neue Form auslegen. Unbekannte Keimbedingungen dürfen nicht mit Standardmethoden anderer Karnivoren ergänzt werden; fehlende Keimung in einem Versuch wäre ebenso wenig ein Beweis für Unkeimfähigkeit.
culture
Kulturrelevante Schlussfolgerungen
Ein tiefer, sandiger Cerrado-Standort im südwestlichen Maranhão spricht für hohe Lichtverfügbarkeit und saisonale Feuchte. Die Typusregion ist niedriger gelegen als viele andere Philcoxia-Standorte; sie darf deshalb nicht automatisch mit den Höhenlagen von P. bahiensis oder P. minensis gleichgesetzt werden. Kontrollierte Temperatur-, Feuchte- oder Ruhewerte sind nicht publiziert. Kulturhinweise bleiben vorsichtige Habitatübertragungen und benötigen Beobachtung statt starrer Gattungsrezepte. Für die Kultur ist das eine vorsichtige ökologische Ableitung und keine nachgewiesene Erfolgsanleitung. Die Art gilt als anspruchsvoll; Veränderungen an Licht und Wasserversorgung sollten einzeln vorgenommen werden. Sichtkontrollen erfolgen bei aktivem Wachstum alle 14 Tage, bei ausbleibendem oder stark verlangsamtem Wachstum alle 30 Tage und bei Sämlingen alle 7 Tage. Diese Intervalle sind Beobachtungstermine, keine automatischen Gießabstände.
Der Schutz des unterirdischen Organs ist bei Philcoxia maranhensis besonders wichtig: P. maranhensis besitzt wie P. goiasensis keinen ausgeprägten Rhizomkörper; die Blätter sind rosettig gruppiert und können über Wurzelknospen neu austreiben. Sie unterscheidet sich von den rhizomatösen Arten P. minensis, P. rhizomatosa und P. tuberosa. Die ungewöhnlichen nicht-peltaten herzförmigen Spreiten sind hierbei wichtiger als eine generische Annahme, Philcoxia-Blätter seien stets schildförmig. Bei der Kultur sollen Wurzelbereich und mögliche Knospen im Sand bleiben. Eine möglichst ungestörte Etablierung im tiefen Substrat ist deshalb sinnvoller als häufiges Herausnehmen zur Kontrolle. Ein Kalenderhinweis auf alle 14, 30 beziehungsweise 7 Tage erinnert an die Sichtprüfung; gegossen wird nur nach tatsächlichem Zustand des Substrats und der Pflanze.
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Substrat-Ökologie
Die Erstbeschreibung dokumentiert Sandboden und einen lokal begrenzten offenen Standort. Für die Kultur ist ein tiefes, mineralisches, lockeres und nährstoffarmes Medium plausibel. Wegen der nicht-peltaten, herzförmigen Blattspreiten sollte die Art nicht bloß als verkleinerte Variante anderer Philcoxia behandelt werden; der unterirdische Wurzelraum bleibt entscheidend. Keine publizierten artspezifischen Sollwerte für pH, Salzgehalt oder Mischungsverhältnis rechtfertigen exakte numerische Pflegeversprechen. In einem Topf muss das Substrat zugleich Feuchte puffern und Luft an den unterirdischen Organen lassen. Eine dünne Sandschicht über einem beliebigen, nährstoffreichen Torfsubstrat bildet die tiefe Naturstandortstruktur nicht nach. Auch ein dauerhaft gefluteter Untersetzer ist nicht aus den trockenen, durchlässigen Habitatangaben abzuleiten.
Die Habitatberichte beschreiben Sandflächen, nicht klassische dauerhaft feuchte Moorböden. Bekannt aus der Chapada das Mesas in Maranhão, insbesondere dem Nationalpark bei Carolina und der Serra do Salto. Der Typusort liegt auf rund 367 m und in sandigem, teils rötlichem Substrat; eine Begleitabbildung zeigt weißen Sand und blühende Pflanzen. Das lokal begrenzte bekannte Vorkommen war Basis einer CR-Einschätzung in der Erstbeschreibung. Dieser damalige Status und die kleine Stichprobe müssen als zeitgebundene Daten kenntlich bleiben. Das Substrat sollte daher durchlässig bleiben und Wasser nicht dauerhaft einschließen. Exakte Mischungsanteile werden bewusst nicht angegeben, weil Vergleichsversuche fehlen und lokale Sandstruktur sowie Topfgröße die Wasserführung stark verändern.
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Praxisnotizen
Für die Artprüfung sind folgende Merkmalsgruppen zusammenzuhalten: P. maranhensis unterscheidet sich von P. goiasensis durch die nicht-peltaten, herzförmigen statt peltaten rundlichen bis nierenförmigen Blätter, drüsig behaarte statt kahle Brakteen, kürzere Pedicel zur Blüte und eine schwächer zweilappige Kronunterlippe. Weiß oder lila blühende Exemplare sind beide fotografiert worden; Farbvariation ist daher kein solides Merkmal für getrennte Taxa. Die Blattbasis und Brakteenbehaarung sind diagnostisch gewichtiger. Ergänzend sollten Herkunftsbeleg, Fundhöhe, Bodenfarbe und Feuchteverlauf notiert werden. Bei Kulturpflanzen ohne verlässliche Herkunft bleibt eine endgültige Feldzuordnung gegebenenfalls offen. Die CR-Einschätzung geht auf die Erstbeschreibung und deren beschränkte Fundbasis zurück. Ihre aktuelle Gültigkeit bedarf einer erneuten Erfassung. Für die taxonomische Praxis sollte man herzförmige nicht-peltate Blätter, behaarte Brakteen und Pedicel sowie den schwach zweilappigen Unterlippenbau gemeinsam erfassen. Die dokumentierte Blütenfarbenvariation nicht als neue Form auslegen.
Ein belastbarer Datensatz sollte Lebendhabitus und Blüte mit Maßstab, unterirdische Organe nur bei ohnehin nötiger Verpflanzung, Substrataufbau, Wasserführung und jahreszeitliche Entwicklung dokumentieren. Ein tiefer, sandiger Cerrado-Standort im südwestlichen Maranhão spricht für hohe Lichtverfügbarkeit und saisonale Feuchte. Die Typusregion ist niedriger gelegen als viele andere Philcoxia-Standorte; sie darf deshalb nicht automatisch mit den Höhenlagen von P. bahiensis oder P. minensis gleichgesetzt werden. Kontrollierte Temperatur-, Feuchte- oder Ruhewerte sind nicht publiziert. Kulturhinweise bleiben vorsichtige Habitatübertragungen und benötigen Beobachtung statt starrer Gattungsrezepte. Für freigegebene Fotos gelten dieselben Anforderungen an exakte Bestimmung wie für Text; ein nur verwandtes oder unbestimmtes Bild wird nicht eingesetzt.
sources
Quellenangaben
Zitieren
Zitierlink und Stand
Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Philcoxia maranhensis, Stand 07.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/philcoxia-maranhensis/