Black Trap Codex

Drosera condor

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Drosera
Herkunft
Endemisch in der Cordillera del Cóndor an der Grenze von Ecuador und Peru, südamerikanische Anden; bekannte Fundhöhen etwa 2.090–2.500 m.
Autor
Gonella, A.Fleischm. & Rivadavia

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
5 / 5 · spezialisiert1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
feuchtBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
mittelWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Kulturgruppe

Drosera condor – offene Quarzitplateaus der Cordillera del Cóndor

Spezielle Hochlandgruppe für die eng endemische D. condor. Wenige aktive schmale Blätter und zweikielige, oben zerschlitzte dreieckige Nebenblätter begründen ein eigenes Profil und schließen eine Übernahme brasilianischer Kulturannahmen aus.

Habitat-Logik

Quarzitische Sandsteinaufschlüsse, weißer Quarzsand, offene Felsspalten und niedriger Strauchbewuchs auf etwa 2.090–2.500 m an der Ecuador-Peru-Grenze.

Kultur-Logik

Sehr hell, frostfrei und kühl bis mäßig warm akklimatisieren. Sandigen Wurzelraum gleichmäßig feucht, aber luftführend halten. Änderungen von Temperatur und Wasser schrittweise testen; keine obligatorische Trockenruhe annehmen, bevor ein Zyklus beobachtet wurde.

Substrat-Logik

Sehr luftiger, mineralisch dominierter Quarzsandmix mit geringem ungedüngtem Feuchtepuffer. Freier Ablauf und mäßige Untersetzerhöhe verhindern lang anhaltende Sauerstoffarmut in der kühlen Kultur.

Gattungsprofil

Drosera

Artenreiche Sonnentau-Gattung mit tropischen, temperierten und stark saisonalen Kulturtypen.

Habitat-Logik

Von tropischen Feuchtflächen und Regenwäldern über boreale Moore bis zu mediterranen Winterregen- und australischen Sandstandorten.

Kultur-Logik

Temperatur, Wasserführung und Ruhephase müssen konsequent an die jeweilige Kulturgruppe angepasst werden.

Substrat-Logik

Von dauerhaft nassen Torf- und Sphagnumsystemen bis zu sandreichen, stark durchströmten und saisonal trockeneren Medien.

Typische Fehler

Alle Drosera gleich kultivieren, Ruhephasen ignorieren, falsche Wasserführung und zu wenig Licht.

reference

Botanische Beschreibung

Drosera condor ist eine 2016 beschriebene, endemische Andenart der Cordillera del Cóndor an der Grenze zwischen Peru und Ecuador. Sie wächst in etwa 2.090 bis 2.500 Metern Höhe auf Sandstein- und Quarzitaufschlüssen. Die Pflanze bildet nur wenige gleichzeitig aktive Blätter; diese sind schmal und länglich, häufig rötlich, und sitzen nahe der Basis. Besonders markant sind dreieckige Nebenblätter mit zwei deutlich sichtbaren Kielen auf der Unterseite und einem oben zerschlitzten Rand.

Die Blütenstände sind aufrecht und tragen eine schraubelige Gruppe von zwei bis sieben Blüten. Die Petalen reichen von hellrosa bis violettrosa. Einfache weißliche Haare sitzen an Teilen der Blätter und Blütenorgane, zusätzlich zu den klebrigen Fangtentakeln. Diese Merkmale unterscheiden D. condor klar von den brasilianischen Drosera mit ähnlich schmaler Rosette. Ihre entfernte Hochlandheimat und die charakteristischen Nebenblätter verbieten es, sie als rotblättrige Variante eines weiter verbreiteten Tieflandsonnentaus darzustellen.

taxonomy

Taxonomie

Der gültige Name Drosera condor Gonella, A.Fleischm. & Rivadavia wurde 2016 in einer Revision der zentralen und nördlichen Anden veröffentlicht. Die Autoren beschrieben die Art neu und verglichen sie mit den regionalen Arten D. cendeensis und D. peruensis. Der Artname bezieht sich auf die Cordillera del Cóndor. Die Erstbeschreibung stützt die Abgrenzung durch Nebenblattbau, Blattzahl und -gestalt, Behaarung und Blütenmerkmale. Die Autoren Gonella, Fleischmann und Rivadavia sind Bestandteil der botanischen Autorenangabe; weitere Mitwirkende des Artikels werden nicht als Taxonautoren übernommen.

D. condor ist kein brasilianischer Sonnentau. Falsche Ortsangaben zu Minas Gerais entstehen leicht, wenn sie aus Profilen von D. chimaera oder D. chrysolepis kopiert werden, doch die Art liegt Tausende Kilometer westlich auf der Andenseite des Kontinents. Ebenso sollte sie nicht mit D. peruensis gleichgesetzt werden, obwohl beide zu den Anden-Drosera gehören. Bei der Diagnose sind die länglichen, schmalen Blätter und die zweikieligen, oben fimbriaten Nebenblätter zentral; Fundort oder ein ähnlich rötlicher Habitus allein reichen nicht.

ecology

Standort und Verbreitung

Das bekannte Areal ist auf die Cordillera del Cóndor zwischen Ecuador und Peru beschränkt. Die taxonomische Revision nennt Fundorte in beiden Ländern und Höhen zwischen ungefähr 2.090 und 2.500 Metern. Es sind nur wenige Herbarbelege bekannt, weshalb das gesamte Areal nicht lückenlos vermessen ist. Eine weiter gefasste Andenverbreitung oder Vorkommen in brasilianischen Campos rupestres ist nicht dokumentiert. Im Profil wird die enge Endemie sichtbar hervorgehoben, ohne die historische Gefährdungseinstufung als automatisch aktuellen Status auszugeben.

Die Pflanzen wachsen auf Sandstein- und Quarzitplateaus mit offenem, weißem Quarzsand sowie in Felsspalten und Rinnen. Teilweise stehen sie auf flachen Gesteinsauflagen, teilweise auf tiefem Sand, der durch verwittertes Quarzitmaterial entstanden ist. Die Landschaft ist ein Mosaik aus nacktem Fels und niedrigem, offenem Strauchbewuchs. Fundhöhe beschreibt das Klima des konkreten Bergstandorts, liefert jedoch keine exakten Topftemperaturwerte. Kulturfolger sollten daher kühle bis mäßige Bedingungen, viel Licht und den tatsächlichen Wasserabfluss am Fundsubstrat beobachten.

ecology

Ökologische Anpassungen

Die geringe Zahl aktiver Blätter und die schmale Blattgestalt gehören zu einer Art, die auf offenen Hochlandfelsflächen wächst. Das Wasser steht nicht überall gleich lang zur Verfügung: Sandsteinrinnen, dünne Auflagen und tiefe Quarzsandtaschen bilden unterschiedliche Mikrostandorte. Die Fangblätter arbeiten oberhalb eines nährstoffarmen, silikatreichen Bodens und beziehen zusätzliche Nährstoffe aus kleinen Beutetieren. Die auffälligen Nebenblattkiele und deren zerschlitzte Spitze sind dagegen morphologische Diagnosemerkmale; ihnen wird keine unbelegte Schutz- oder Wasserspeicherfunktion zugeschrieben.

In der Kultur sollte der Wurzelraum Feuchtigkeit erhalten, zugleich aber bei kühler Hochlandluft gut belüftet bleiben. Eine kurze saisonale Wachstumsverlangsamung ist aufgrund natürlicher Niederschlagsschwankungen möglich, doch eine festgelegte trockene Ruhe oder Knolle wurde nicht beschrieben. Die verfügbaren Sammlungsdaten mit Blüten und Früchten stammen aus Juni und Juli; sie reichen nicht aus, um jedes Jahr denselben Kulturkalender vorzuschreiben. Ein beobachteter Rückzug wird dokumentiert, bevor die Wasserzufuhr reduziert wird.

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Wuchsform und Morphologie

Die Beschreibung nennt gewöhnlich zwei bis vier gleichzeitig aktive Blätter, etwa 40 bis 70 Millimeter lang. Sie sind schmal, länglich und annähernd isomorph; die Farbe kann von grün bis rot reichen. Die Nebenblätter sind dreieckig, tragen auf der Unterseite zwei Kiele und enden in einem zerschlitzten, dreiteiligen Abschnitt. Einfache, helle Haare können besonders am Blattstiel und an Blütenorganen auftreten. Der Blütenstand ist eine schraubelige Gruppe mit zwei bis sieben Blüten; die rosa bis violettrosa Petalen sind etwa 8 bis 12 Millimeter lang.

Nach der Blüte entstehen trockene, dreiklappig öffnende Kapseln. Die dunklen Samen sind länglich und besitzen eine netzartige Samenschale. Für die Bestimmung sind Detailbilder der Nebenblattbasis unverzichtbar, denn die bloße schmale Blattrosette kann anderen Arten ähneln. Ein korrektes Bildset enthält auch den Blütenstand mit Maßstab, die Behaarung, den Kapsel- und Samenbau sowie eine Gesamtansicht des offenen Sandsteinstandorts, sofern das Foto rechtmäßig verfügbar ist. Die Fotos der Fachbeschreibung werden wegen ihrer geschützten Nutzung nicht als Codex-Bild übernommen.

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Fangstrategie

Die schmalen Blattspreiten tragen klebrige Tentakel, mit denen kleine Insekten auf den offen liegenden Sandsteinflächen gefangen werden. Drüsensekret hält die Beute fest und ermöglicht anschließend die Aufnahme löslicher Nährstoffe. Die Art besitzt keinen Schnappmechanismus und ist nicht dafür ausgelegt, große Beutetiere zu verarbeiten. Da nur wenige aktive Blätter gleichzeitig vorhanden sind, ist die Fangfläche pro Pflanze begrenzt. Die Karnivorie unterstützt das Wachstum in nährstoffarmem Quarzsand, aber die Pflanze bleibt zugleich auf Photosynthese und eine intakte Wurzelzone angewiesen.

Bei der Kulturkontrolle sind frischer Schleim und neue Blattspitzen hilfreiche Wachstumsanzeichen. Ein Verlust von Fangtropfen kann durch zu geringe Feuchte, schlechte Akklimatisierung oder Lichtmangel entstehen. Vor einer Fütterung werden diese Bedingungen geprüft. Kleine natürliche Beute genügt; eine häufige künstliche Fütterung ist weder nötig noch durch artspezifische Versuche gestützt. Die hellen einfachen Haare, die auf Teilen des Blatts auftreten, dürfen nicht mit Fangtentakeln verwechselt werden. Ein Makrofoto bei seitlichem Licht kann beide Strukturen voneinander abgrenzen.

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Reproduktion und Lebenszyklus

Die Revision berichtet von Blüten und Früchten in wenigen gesammelten Belegen, darunter Pflanzen, die im Juni und Juli gesammelt wurden. Der Blütenstand trägt zwei bis sieben hellrosa bis violettrosa Blüten. Nach Bestäubung bilden sich trockene dreiklappige Kapseln mit schwarzen, länglichen, netzartig ornamentierten Samen. Der geringe Umfang der bekannten Belege lässt keine weitreichende Aussage über regelmäßige Blühzeiten, Selbstfertilität oder Bestäuber zu. Entsprechende Beobachtungen an Kulturpflanzen müssen daher als Kulturdaten und nicht als gesicherte Wildökologie gekennzeichnet werden.

Saatgut wird getrennt nach Mutterpflanze und Herkunft gesammelt. In einer eng begrenzten Endemie sind genaue Fundortetiketten besonders wichtig; eine unbestätigte Handelsangabe „Anden“ ersetzt keine Provenienz. Sämlinge sollten in einem eigenen Gefäß aufwachsen, damit die seltene Art nicht mit anderen schmalblättrigen Drosera verwechselt wird. Die Jungpflanzen können zunächst weniger rote Färbung und kleinere Nebenblätter zeigen. Erst mit ausgebildeten Blattbasen und später einem Blütenstand sind die Merkmale der Erstbeschreibung zuverlässig vergleichbar.

culture

Kulturrelevante Schlussfolgerungen

D. condor erhält ein eigenes, vorsichtiges Hochlandprofil, da keine unmittelbar passende Standardkultur in der vorhandenen Datenbank existiert. Sehr helles Licht, kühle bis mäßige frostfreie Bedingungen und ein feuchter, luftiger Wurzelraum sind ein konservativer Ausgangspunkt für die 2.090 bis 2.500 Meter hohe Herkunft. Zu hohe Wärme in geschlossenen Terrarien und abrupte Kältebehandlung werden vermieden. Eine saisonale Ruhe wird nur dann angenommen, wenn die Kulturpflanze regelmäßig einen natürlichen Rückzug zeigt; eine Knollenbildung ist nicht beschrieben.

Die Beobachtung erfolgt alle vierzehn Tage während aktiven Wachstums, alle drei Wochen bei reduzierter Aktivität und wöchentlich für Sämlinge. Bei sehr kleinen, begrenzten Wurzelsystemen oder deutlicher Hitze wird zusätzlich kontrolliert. Sichttermine bedeuten keine pauschalen Gießintervalle. Notiert werden Blattzahl, neue Blattspitzen, Turgor, Fangschleim, Substratfeuchte und Temperatur am Topf. Wegen der engen Endemie und wenigen Wildbelegen wird kein riskantes Experiment mit vollständigem Austrocknen vorgenommen, bevor die konkrete Pflanze ihren Zyklus gezeigt hat.

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Substrat-Ökologie

Die Feldstandorte liegen auf silikatischen Sandstein- und Quarzitplateaus mit weißem, nährstoffarmem Quarzsand. Für den Topf eignet sich ein sehr luftiges, mineralisch geprägtes Medium, das Wasser kapillar verfügbar macht und gleichzeitig rasch abläuft. Ein kleiner Anteil ungedüngter, strukturstabiler organischer Komponente kann Schwankungen puffern, sollte aber den Sandcharakter nicht in dichten Torf verwandeln. Kompost, Kalk und Nährsalze entsprechen nicht der bekannten Substratökologie.

Die Feuchteführung richtet sich nach dem Wasserverbrauch und der Temperatur des Wurzelraums. In kühler Luft kann ein tiefer Topf deutlich langsamer abtrocknen; ein ständig gefüllter Untersetzer könnte dann länger als beabsichtigt Sauerstoff verdrängen. Ein flacher Untersetzer, freie Ablauföffnungen und eine sandige Oberflächenzone erlauben eine bessere Beobachtung. Exakte pH- und Leitfähigkeitswerte sind für D. condor nicht angegeben. Das Kulturprofil nennt deshalb Eigenschaften des Mediums, aber keine scheinpräzisen Laborwerte oder ein Rezept, das durch Feldmessungen nicht gestützt ist.

practice

Praxisnotizen

Die Etikettierung soll den vollständigen Autorbeleg, Cordillera del Cóndor, Land und dokumentierte Höhe enthalten, sofern diese Daten tatsächlich bekannt sind. Ein Feldfoto muss die schmalen Blätter und die zweikieligen, oben zerschlitzten Nebenblätter erkennbar machen. Rosettenbilder ohne Nebenblattdetails sind für eine sichere Artbestimmung unzureichend. Die bekannte Zahl der Wildbelege ist klein, sodass unbestätigte Handelsklone nicht mit einem konkreten Fundort versehen werden dürfen. Ältere Angaben zu Gefährdung werden mit Veröffentlichungsjahr geführt, statt als aktueller IUCN-Status dargestellt zu werden.

Für D. condor wurde kein öffentliches Bild mit nachgewiesen kommerziell erlaubter Lizenz gefunden. Die auffindbaren Feldaufnahmen sind CC BY-NC lizenziert oder Bestandteil urheberrechtlich geschützter Publikationen; sie bleiben deshalb draußen. Im Profil steht eine begründete Bildauslassung, kein fremdes Ersatzbild einer verwandten Drosera. Sollte später eine eigene Aufnahme oder eine kommerziell freigegebene Lizenz auftauchen, wird die Fotografie gegen die Merkmale dieser Art geprüft, besonders gegen die Nebenblattstruktur und den Standort. Auch dann bleiben Quellen aus den Fachabschnitten heraus.

sources

Quellenangaben

Zitieren

Zitierlink und Stand

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Aktueller Stand05.10.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Drosera condor, Stand 05.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/drosera-condor/