Drosera collinsiae

© Tony Rebelo · CC BY-SA 4.0 · Quelle

Black Trap Codex

Drosera collinsiae

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Drosera
Herkunft
Südliches Afrika; Nachweise aus Südafrika, Lesotho und angrenzenden Hochlandregionen, darunter frühere Provinzbezeichnungen Transvaal, Natal und Oranje-Freistaat.
Autor
N.E.Br.

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
3 / 5 · mittel1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
4 / 5 · sehr hell1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
feuchtBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
neinOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
mittelWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Kulturgruppe

Drosera – subtropisch immergrün

Kulturgruppe für mehrjährige subtropische Drosera ohne obligate saisonale Ruhephase.

Habitat-Logik

Nährstoffarme, überwiegend saure und dauerhaft oder regelmäßig feuchte subtropische Standorte.

Kultur-Logik

Ganzjährig feucht, hell bis sehr hell und frostfrei.

Substrat-Logik

Sauer, nährstoffarm, wasserhaltend und zugleich ausreichend strukturstabil.

Risiken der Kulturgruppe

Gattungsprofil

Drosera

Artenreiche Sonnentau-Gattung mit tropischen, temperierten und stark saisonalen Kulturtypen.

Habitat-Logik

Von tropischen Feuchtflächen und Regenwäldern über boreale Moore bis zu mediterranen Winterregen- und australischen Sandstandorten.

Kultur-Logik

Temperatur, Wasserführung und Ruhephase müssen konsequent an die jeweilige Kulturgruppe angepasst werden.

Substrat-Logik

Von dauerhaft nassen Torf- und Sphagnumsystemen bis zu sandreichen, stark durchströmten und saisonal trockeneren Medien.

Typische Fehler

Alle Drosera gleich kultivieren, Ruhephasen ignorieren, falsche Wasserführung und zu wenig Licht.

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

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Botanische Beschreibung

Drosera collinsiae ist eine ausdauernde, stammlos wachsende Drosera, die eine lockere basale Rosette bildet. Die dünnen Blattstiele können mehrere Zentimeter lang werden und tragen eine kleine obovate bis spatelförmige Spreite. Auf dieser sitzen zwei unterscheidbare Tentakeltypen: längere, zylindrische Drüsententakel mit knopfförmigen Köpfen und kürzere, zur Spitze flachere Tentakel. Die ein bis zwei Wurzeln können zum Ende verdickt sein. Kleine rosa Blüten stehen an einem aufrechten, meist kurzen Schaft; die Frucht ist kugelig.

Die Art wird durch diese Kombination aus Rosettenwuchs, Blattstiel, zweiförmigen Tentakeln und zur Spitze verdickten Wurzeln charakterisiert. Sie besitzt keinen langen aufrechten, beblätterten Stamm wie D. madagascariensis. Die Blüten erscheinen in den südafrikanischen wärmeren Monaten, und die publizierte Flora gibt Oktober bis Februar an. Ein Standort in feuchter Wiese bedeutet nicht, dass das Zentrum einer Topfrosette dauerhaft unter Wasser stehen muss. Gleichmäßige Wurzelfeuchte bei guter Belüftung bildet die saisonalen Vleis besser ab.

taxonomy

Taxonomie

Der akzeptierte Name ist Drosera collinsiae N.E.Br. Die Art wurde Anfang des 20. Jahrhunderts für südafrikanische Pflanzen beschrieben und wird in aktuellen Namensdatenbanken als eigenständig geführt. Die Schreibweise der botanischen Autorschaft lautet N.E.Br.; eine längere Namensform in älteren Gartenkatalogen wird nicht als andere Art behandelt. Historisch sind einzelne südafrikanische Vorkommen mit D. madagascariensis verwechselt worden. Eine regional dokumentierte Bestimmung kann deshalb von alten Sammlungslisten abweichen, ohne dass dafür ein neuer Taxonname erforderlich ist.

Die Abgrenzung im Freiland stützt sich auf die stammlos-basale Rosette und die Struktur der Fangblätter. D. madagascariensis entwickelt einen deutlich längeren, beblätterten Spross, während D. collinsiae eine bodennahe Blattrosette mit langen Blattstielen und abweichenden drüsigen Spreiten zeigt. Auch Wurzelverdickung, Nebenblattform und Infloreszenz helfen beim Vergleich. Ein Jungexemplar kann jedoch vor Ausbildung eines erkennbaren Schaftes ähnlich wirken; bei zweifelhafter Handelsherkunft sollte die Zuordnung als vorläufig dokumentiert und nicht durch bloße Namensähnlichkeit abgesichert werden.

ecology

Standort und Verbreitung

Drosera collinsiae ist im südlichen Afrika heimisch. Floristische Quellen nennen Hochlandregionen, die in älteren politischen Einteilungen als Transvaal, Natal und Oranje-Freistaat beschrieben wurden, sowie Lesotho. Die genaue moderne Verteilung sollte anhand aktueller Funddaten geprüft werden, weil die historischen Provinznamen nicht den heutigen Verwaltungsgrenzen entsprechen. Im Habitat lebt die Art in feuchten bis sumpfigen Wiesen, Vleis und offenem Grasland. Das unterscheidet sie von Arten, die primär auf felsigen Kuppen oder trockenem Sand wachsen.

Vleis sind saisonale oder länger feuchte Senken und können im Jahreslauf ihren Wasserstand verändern. Graslandstandorte bleiben meist offen und hell, während die Pflanzen in der Krautschicht niedriger Vegetation stehen. Ein dauerhaft überfluteter Topf lässt sich aus dieser Habitatangabe nicht ableiten; vielmehr ist die Wurzelzone feucht und der Spross über dem Wasser zu halten. Die weite regionale Streuung kann zusätzlich unterschiedliche Höhen- und Feuchtebedingungen einschließen. Daher hält das Kulturprofil einen frostfreien, feuchten Rahmen bereit und verlangt Herkunftsdaten, bevor lokal strengere Temperaturregeln übernommen werden.

ecology

Ökologische Anpassungen

Die lockere Rosette und langen Blattstiele halten die Fangspreiten über dem feuchten Boden und ermöglichen, kleine Insekten aus der umgebenden Grasvegetation zu fangen. Die Mischung aus knopfförmigen und abgeflachten Drüsenköpfen ist eine spezielle Blattanpassung, die D. collinsiae von vielen einfachblättrigen Rosettendrosera unterscheidet. Verdickte Wurzelenden sind beschrieben, aber nicht als trockene, jahreszeitlich ruhende Knolle zu interpretieren. Die Pflanzen bleiben in feuchten Graslandbedingungen; eine verpflichtende sommerliche Ruhe ist in den herangezogenen Florenbeschreibungen nicht belegt.

Die Wurzeln müssen gleichzeitig Sauerstoff und dauerhaft verfügbare Feuchtigkeit erhalten. Eine saisonal sumpfige Senke ist nicht identisch mit einem luftlosen, stagnierenden Topf. In Kultur sind stehendes Wasser, zu warme Wurzelballen und Verdichtung mögliche Stressfaktoren, obwohl die Art feuchte Umgebung bevorzugt. Die Nähe zu Grasland weist auf offenes Licht ohne zwingende Vollsonne zur Mittagszeit. Bei der Pflege zählt deshalb Blattfarbe und Form zusammen mit neuem Wachstum und Wurzelzustand. Ein Rückgang der Rosette im Winter wäre keine aus den bekannten Habitatdaten ableitbare Pflichtphase.

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Wuchsform und Morphologie

Die Blätter bilden eine lockere, bodennahe Rosette. Blattstiele sind dünn, unbehaart und können bis etwa fünf Zentimeter lang werden; die Spreite ist ungefähr 12 Millimeter lang und acht Millimeter breit, obovat bis spatelförmig. Beide Tentakeltypen sind an der Fangfläche erkennbar. Die Nebenblätter sind am unteren Blattstiel angewachsen und am oberen Rand gefranst. Der aufrechte Blütenschaft erreicht bis etwa 17 Zentimeter, ist oft kürzer und trägt typischerweise zwei bis sieben kleine, einseitswendige rosa Blüten.

Die Kelchabschnitte sind eiförmig und ungefähr drei Millimeter lang, die rosa Petalen etwa sechs bis acht Millimeter. Griffel sind von der Basis an geteilt und tragen löffelförmige Narben. Die kugelige Frucht misst ungefähr 1,5 Millimeter; die ovalen Samen besitzen eine netzartige Oberfläche. Solche Merkmale sind für eine fachliche Pflanzenkarte deutlich aussagekräftiger als eine nicht belegte Beschreibung von „großen rosa Blüten“. Gute Vergleichsfotos zeigen Blattstiel, Spreite von oben, Blattunterseite, Nebenblätter, die kleinen Blüten und die reife Frucht.

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Fangstrategie

Auf den Blättern arbeitet ein klebriger Fangapparat aus längeren Tentakeln mit knopfartigen Drüsenköpfen und kürzeren, abgeflachten Drüsenformen. Ein Beutetier haftet an der Spreite, worauf sich benachbarte Tentakel bewegen können und die Beute näher an Verdauungsdrüsen bringen. Die kleine Spreite begrenzt die Größe möglicher Beute, während die langen Blattstiele die Fangfläche aus der unmittelbaren Bodenauflage herausheben. Der Apparat ist keine Schnappfalle; eine rasche Schließbewegung der ganzen Blattspreite ist kein artspezifisches Merkmal.

Die Funktion wird anhand neuer Blätter und sichtbarer Sekrettröpfchen während des Wachstums beurteilt. In feuchter, aber schlecht belüfteter Haltung können Blatt- und Wurzelprobleme auftreten; zusätzliche Fütterung behebt diese nicht. Kleine natürliche Insekten reichen gewöhnlich aus. Große Futterstücke bleiben auf der schmalen Spreite liegen und können Schimmel verursachen. Die Artenunterscheidung beruht nicht auf dem Fangverhalten, das zahlreiche Drosera teilen, sondern auf Spreitenform und den zwei Tentakeltypen. Ein Foto mit Seitenlicht kann die verschiedenen Drüsenköpfe besser zeigen als eine reine Habitusaufnahme.

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Reproduktion und Lebenszyklus

Die Blüten stehen in kleinen, meist einseitswendigen Gruppen am dünnen Blütenschaft. Rosa Petalen und die kurzen Blütenstiele entsprechen der floristischen Beschreibung. Nach der Bestäubung entstehen kleine kugelige Kapseln, die netzartig strukturierte Samen freisetzen. Die Quellen geben keine ausreichenden artbezogenen Versuche zur Selbstfertilität oder zu einem bestimmten Bestäuber an; das Profil legt sich deshalb nicht auf einen reproduktiven Mechanismus fest. Samenansatz wird an einer Kulturpflanze beobachtet und mit Datum, Herkunft und Mutterpflanze dokumentiert.

Für die Nachzucht ist Saatgut die nachvollziehbarste Methode, wenn reife Kapseln vorliegen. Die Keimlinge sollten zunächst getrennt von ähnlich aussehenden Rosetten aufgezogen werden, weil vegetative Jungpflanzen ohne Blütenmerkmale schwer zuzuordnen sein können. Eine Vermehrung durch Wurzelstücke wird nicht als Standard empfohlen, da publizierte Belege dafür fehlen und Eingriffe die fleischigen Wurzeln schädigen können. Kulturvermehrung erhält die Herkunftsnotiz; bei Pflanzen aus Tausch oder Handel wird kein präziser Fundort ergänzt, wenn der Lieferant lediglich „Südafrika“ angegeben hat.

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Kulturrelevante Schlussfolgerungen

Das Profil der südafrikanischen immergrünen Rosetten ist für D. collinsiae passend: hell, frostfrei und mit gleichmäßig feuchtem, gut durchlüftetem Wurzelraum. Die Art benötigt nach den verfügbaren Beschreibungen keine trockene Knollenruhe; die verdickten Wurzelenden sind kein Beleg für eine saisonale Knolle. Eine mäßige Schattierung während der heißesten Stunden kann hilfreich sein, falls Topf und Blätter überhitzen. Ein offenes Vlei-Habitat rechtfertigt feuchte Haltung, aber keine dauerhafte Sauerstoffarmut an der Krone.

Zustandskontrollen erfolgen alle vierzehn Tage im Wachstum, alle drei Wochen bei reduziertem Wachstum und wöchentlich bei Sämlingen. Dabei werden Rosettenzentrum, frische Blattstiele, Substratfeuchte und der freie Ablauf geprüft. Zusätzlich muss in Wärmeperioden kontrolliert werden, ob ein kleiner Topf schneller austrocknet. Die Zeitangaben bedeuten Sichtkontrollen und keine festen Gießintervalle. Weil Blüte und dokumentierte Phänologie auf Oktober bis Februar fallen, können nördliche Gewächshausbedingungen den Rhythmus verschieben. Pflege wird an Pflanzenreaktionen und gemessener Herkunft ausgerichtet statt am Kalendermonat allein.

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Substrat-Ökologie

Feuchte Wiesen- und Vlei-Böden können aus organischer Auflage, Sand und mineralischem Material bestehen; die Artbeschreibung liefert jedoch kein universelles Topfrezept. Das Medium soll Wasser kapillar verfügbar halten und gleichzeitig Luft an die dünnen Wurzeln lassen. Eine lockere Mischung mit nährstoffarmem Torf oder Fasern und mineralischen Anteilen ist ein vorsichtiger Kulturansatz, keine behauptete Nachbildung eines genau gemessenen Standorts. Vorgedüngte Erde und kalkhaltige Zusätze werden vermieden. Ein mittlerer Wasserstand schützt vor rascher Austrocknung, ohne die Rosettenbasis im Untersetzer zu versenken.

Der Topf sollte ausreichend tief sein, um die Wurzelenden nicht zu knicken, aber nicht so groß, dass ein dauerhaft kalter, vernässter Kern entsteht. Die Oberfläche bleibt offen, damit die Rosette nicht im Substrat versinkt. Überschüssiges Wasser muss ablaufen können; mineralarmes Wasser verringert Salzansammlung bei langfristig feuchter Kultur. Die Substratfeuchte wird an Gewicht, Oberfläche und Blattzustand kontrolliert. Artbezogene pH- und Leitfähigkeitswerte sind in den herangezogenen Florenquellen nicht angegeben, daher werden keine präzisen Messziele als gesichert ausgewiesen.

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Praxisnotizen

Auf dem Etikett sollten Drosera collinsiae N.E.Br., die dokumentierte Sammel- oder Kulturherkunft und das Datum einer Bestimmung stehen. Fotos von D. collinsiae zeigen sowohl die lockere Rosette als auch die langen, unbehaarten Blattstiele und die Spreite mit zwei Tentakeltypen. Ein beblätterter, länglicher Stamm weist eher auf eine Verwechslung mit D. madagascariensis hin und sollte anhand weiterer Merkmale geprüft werden. Bei historischen Etiketten sind alte Provinznamen als Originaltext zu erhalten und bei Bedarf in heutige geografische Angaben zu übersetzen.

Der Topf wird regelmäßig auf Feuchte und Durchlüftung kontrolliert; eine Wurzelinspektion erfolgt nur bei begründetem Verdacht auf Fäulnis. Die Pflanze wird nicht routinemäßig trocken gelagert. Blüten und Fruchtstände sollten für künftige Bestimmungen fotografiert werden, da sie eine saubere Trennung vegetativer Jugendformen erleichtern. Das verwendete externe Bild stammt aus einer taxonomisch passenden Beobachtung in Eswatini und ist als CC BY-SA lizenziert; Urheber und Lizenz müssen bei jeder Weiterverwendung sichtbar zugeordnet werden. Eigene Fotos benötigen diesen externen Lizenznachweis nicht.

sources

Quellenangaben

Zitieren

Zitierlink und Stand

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Aktueller Stand05.10.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Drosera collinsiae, Stand 05.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/drosera-collinsiae/