Black Trap Codex
Drosera capillaris
Rosa Sonnentau
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 3 / 5 · mittel1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 4 / 5 · sehr hell1 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Wasser
- nassBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
- Ruhephase
- neinOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- mittelWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Kulturgruppe
Drosera – subtropisch immergrün
Kulturgruppe für mehrjährige subtropische Drosera ohne obligate saisonale Ruhephase.
Habitat-Logik
Nährstoffarme, überwiegend saure und dauerhaft oder regelmäßig feuchte subtropische Standorte.
Kultur-Logik
Ganzjährig feucht, hell bis sehr hell und frostfrei.
Substrat-Logik
Sauer, nährstoffarm, wasserhaltend und zugleich ausreichend strukturstabil.
Risiken der Kulturgruppe
Gattungsprofil
Drosera
Artenreiche Sonnentau-Gattung mit tropischen, temperierten und stark saisonalen Kulturtypen.
Habitat-Logik
Von tropischen Feuchtflächen und Regenwäldern über boreale Moore bis zu mediterranen Winterregen- und australischen Sandstandorten.
Kultur-Logik
Temperatur, Wasserführung und Ruhephase müssen konsequent an die jeweilige Kulturgruppe angepasst werden.
Substrat-Logik
Von dauerhaft nassen Torf- und Sphagnumsystemen bis zu sandreichen, stark durchströmten und saisonal trockeneren Medien.
Typische Fehler
Alle Drosera gleich kultivieren, Ruhephasen ignorieren, falsche Wasserführung und zu wenig Licht.
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
reference
Botanische Beschreibung
Drosera capillaris Poir. gehört zur Familie Droseraceae und bildet eine kleine, flache Rosette mit rundlichen bis spatelförmigen Blättern. Die Blattoberfläche ist dicht mit roten oder grünen, klebrigen Tentakeln besetzt. Aus der Rosettenmitte wachsen schlanke Blütenstiele mit kleinen rosa Blüten und späteren Kapseln.
Die Art wird je nach Klima als einjährig, kurzlebig mehrjährig oder immergrün beschrieben. In warmen, hellen Bedingungen kann sie über den Winter weiterwachsen; in nördlicheren Regionen ist sie oft kurzlebig und erneuert sich über Samen. Diese Unterschiede hängen vom lokalen Klima ab und sind keine fehlerhafte Bestimmung.
taxonomy
Taxonomie
Der akzeptierte Name lautet Drosera capillaris Poir. aus der Familie Droseraceae. Die Art ist in weiten Teilen der südöstlichen Vereinigten Staaten, Mexiko, der Karibik sowie Mittel- und Südamerika dokumentiert. Kew führt das Taxon als akzeptiert. Für die Bestimmung sind Rosettenform, Blattbehaarung, Blütenfarbe und geografische Herkunft gemeinsam zu prüfen.
Der Artname bedeutet haartragend und bezieht sich auf die drüsigen Tentakel. D. capillaris kann mit anderen kleinen Rosetten-Sonnentauen verwechselt werden, ist aber in der Heimat häufig durch die flache Rosette und rosa Blüte erkennbar. Handelsnamen oder Kulturfarbe reichen für eine Abgrenzung nicht immer aus.
ecology
Standort und Verbreitung
Die Art wächst in feuchten, sauren, nährstoffarmen Lebensräumen, besonders in seepage savannas, Mooren und nassen Gräben der südöstlichen US-Küstenebene. In Nordamerika ist sie häufig mit offenen, feuchten Kiefernlandschaften verbunden, deren Vegetation durch Bodenwasser und wiederkehrendes Feuer geprägt wird. Das Areal reicht darüber hinaus über Mexiko und die Karibik bis nach Mittel- und Südamerika.
Das lokale Klima bestimmt, ob die Pflanze immergrün bleibt oder nur kurz lebt. Verfügbarkeit von Licht und feuchtem Boden ist zentral; dichter Schatten und anwachsender Pflanzenstreu können die kleinen Rosetten verdrängen. Kultur sollte viel Licht und feuchte, saure Bedingungen bieten, ohne die Herkunft auf eine einzige US-Region zu reduzieren.
ecology
Ökologische Anpassungen
Die flache Rosette nutzt kleine, offene Bodenlücken, in denen Wasser verfügbar ist und größere Pflanzen sie nicht vollständig beschatten. Drüsententakel ergänzen die Nährstoffaufnahme in oligotrophen Böden. Untersuchungen in feuchten Kiefernsavannen behandeln D. capillaris als kurzlebige und konkurrenzempfindliche Art; Feuer und Störungen können offene Keimstellen schaffen.
Eine einzelne untersuchte US-Population belegt nicht, dass alle Populationen denselben Feuerreiz oder denselben Jahreslauf haben. Die saisonale Anpassung reicht von immergrünem Wachstum bis zu kurzlebiger Erneuerung aus Samen. Im Kulturprofil wird daher eine feuchte, subtropisch-warme Haltung angegeben, statt einheitliche Frosthärte oder Tropenruhe zu behaupten.
reference
Wuchsform und Morphologie
Die Rosette bleibt bodennah und trägt runde bis spatelförmige Blätter, die sich je nach Licht grün, rosa oder rötlich färben können. Viele gestielte Drüsen geben den Blättern einen glänzenden, klebrigen Eindruck. Die kleinen rosa Blüten stehen einzeln oder in lockerer Folge an einem dünnen Schaft; reife Fruchtkapseln enthalten feines Saatgut.
Die Blattfarbe hängt von Lichtintensität und Kulturzustand ab und ist kein zuverlässiges Artmerkmal für sich. Bei kräftigem Licht kann die ganze Rosette röter erscheinen, während Schatten grünere Blätter hervorbringt. Eine Blüte und die flache Rosettenform helfen bei der Abgrenzung zu ähnlich kleinen Arten.
reference
Carnivore Strategie
Kleine Insekten haften an den klebrigen Tentakeln. Drüsen sezernieren Schleim und Verdauungsenzyme; die Tentakel können sich langsam zur Beute hin bewegen. Gelöste Nährstoffe werden über die Blattoberfläche aufgenommen. Die Strategie gleicht anderen Klebfang-Sonnentauen und unterscheidet sich von den Kannenfallen der Nepenthes und den Klappfallen der Dionaea.
Die flache Rosette stellt viele kleine Fangpunkte bereit, ist aber gegenüber zugedeckter Beute, Streu und Moos empfindlich. Regelmäßige natürliche Kleininsekten genügen. Füttere nicht mit großen Futterstücken, die die zarten Blätter überdecken oder Schimmel auf der Oberfläche fördern.
reference
Reproduktion und Lebenszyklus
D. capillaris bildet rosa Blüten, die vor allem im Frühjahr und Sommer erscheinen können; in milden Klimaten kann sich die Blütezeit ausdehnen. Nach Bestäubung entstehen kleine Kapseln mit zahlreichen Samen. Studien zu Populationen der südöstlichen USA beschreiben die Keimlingsentwicklung in Beziehung zu saisonaler Feuchte und Störungen, insbesondere offenen Keimstellen in Feuerlandschaften.
Die Art lässt sich einfach über frisches Saatgut vermehren. Samen fein auf die feuchte Oberfläche streuen und hell stellen. Jungpflanzen sind klein und werden leicht von Moos oder Algen überwachsen. Für eine dauerhafte Kultur empfiehlt sich eine Folgegeneration, statt das Überleben eines einzelnen Exemplars vorauszusetzen.
culture
Kulturrelevante Schlussfolgerungen
Hell bis sonnig und gleichmäßig feucht kultivieren. Ein saures, nährstoffarmes Medium in einer flachen Schale eignet sich; mineralarmes Wasser verwenden. Die Art kann in warmen Bedingungen ganzjährig wachsen, während kühlere Herkünfte saisonaler sein können. Keine starke Düngung und keine kalte, nasse Zwangsruhe einleiten.
Die Rosette regelmäßig auf Konkurrenz durch Moos und Streu kontrollieren. Gute Beleuchtung fördert kompakte Blätter und eine rötliche Färbung, aber abrupte direkte Sonne kann an zuvor schattigen Pflanzen Stress auslösen. Kontrolliere aktive Pflanzen alle 14 Tage, langsam wachsende alle 21 Tage und Sämlinge alle 7 Tage.
substrate
Substrat-Ökologie
Feuchte, saure und nährstoffarme Böden in Kiefernsavannen und Mooren sind das ökologische Vorbild. Ein Torf-Sand-Mix mit etwas Perlit hält Wasser, ohne die kleine Rosette zu verschlammen. In flachen Töpfen lässt sich die Feuchte über einen Untersetzer gut steuern. Blumenerde, kalkhaltiges Material und gedüngte Substrate sind ungeeignet.
Während des Wachstums gleichmäßig mit Regen- oder Osmosewasser versorgen. Die Oberfläche offen und frei von dicker Streu halten. Eine zu tiefe Wasserschale ist unnötig; anhaltend stehendes Wasser in einem verdichteten Medium mindert den Sauerstoff. Saubere, aber nicht sterile Bedingungen lassen kleine natürliche Beute verfügbar bleiben.
practice
Praxisnotizen
Bei starker Rotfärbung zunächst Lichtintensität und Wasserverfügbarkeit prüfen; Farbe allein beweist weder Gesundheit noch Stress. Die Pflanze kann klein bleiben und dennoch blühfähig sein. Samenstände rechtzeitig kontrollieren, bevor die Kapseln aufgehen. Bei wiederholtem Absterben die Kultur über Saatgut erneuern und die Feuchte auf einem hellen, offenen Platz stabilisieren.
Der hinterlegte Rhythmus beträgt 14 Tage bei aktivem Wachstum, 21 Tage bei langsamer Phase und 7 Tage bei Sämlingen. Sichtkontrollen richten sich auf Wasserstand, offene Blattoberfläche, Blüte und Keimlinge. Sie sind Pflegeerinnerungen und kein Nachweis einer verpflichtenden Ruhephase.
sources
Quellenangaben
Zitieren
Zitierlink und Stand
Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Drosera capillaris, Stand 27.09.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/drosera-capillaris/
