Drosera burkeana

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Black Trap Codex

Drosera burkeana

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Drosera
Herkunft
Weit verbreitet im tropischen und südlichen Afrika sowie angrenzenden Inseln
Autor
Planch.

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
4 / 5 · sehr hell1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
feuchtBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
neinOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
mittelWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Kulturgruppe

Drosera burkeana – afrikanische saisonfeuchte Rosetten

Drosera burkeana Planch. besitzt eine flache Rosette mit linearem Blattstiel, der abrupt in eine fast runde bis spatelförmige drüsige Lamina übergeht. Behaarung der Unterseite variiert. Die Art wird für Kultur daher an vollständiger Blatt- und Blütenstandsform erkannt, nicht an einer einzigen Haarreihe.

Habitat-Logik

Afrika von tropischen bis südlichen Regionen; offene feuchte Wiesen, saisonal nasse und lokal ganzjährig feuchte Böden. Herkunft und regionaler Wasserhaushalt bleiben getrennt zu dokumentieren.

Kultur-Logik

Zustandskontrolle alle 14 Tage im aktiven Wachstum, alle 21 Tage bei saisonal reduziertem Wachstum und alle 7 Tage bei Sämlingen. Hitze, Austrieb, Wasserverlust, Blüte und Samenreife erfordern zusätzliche Kontrollen. Das sind Beobachtungsintervalle, keine Gießtermine.

Substrat-Logik

Die dokumentierten Böden umfassen Lehm, Sand und Torf. Daraus folgt kein artweites Einheitsrezept. In Kultur soll das Medium nährstoffarm, feucht und dennoch belüftet bleiben. Struktur und Wasserhaltevermögen werden so gewählt, dass die kleine Rosette nicht unter einer dichten Kruste verschwindet und der Wurzelraum nicht fault. Reines Substratwasser und geringe Salzbelastung sind zentral; eine einzelne Feldbeobachtung auf Torf rechtfertigt weder eine reine Torfkultur noch einen permanent tiefen Wasserstand. Die dokumentierten Lehm-, Sand- und Torfstandorte zeigen, dass ein einzelnes natürliches Substrat nicht als Pflichtmischung taugt. Im Topf soll ein nährstoffarmes Medium Wasser verfügbar halten und zugleich Hohlräume behalten. Eine dünne, offene Oberfläche macht die kleine Rosette und den Übergang zwischen Spreite und Stiel kontrollierbar. Sinkt der Wasserstand, prüfe zunächst die Feuchte im Wurzelraum statt die gesamte Mischung zu wechseln. Düngesalze und verdichtete Erde würden die natürlichen Bedingungen unnötig verfälschen.

Gattungsprofil

Drosera

Artenreiche Sonnentau-Gattung mit tropischen, temperierten und stark saisonalen Kulturtypen.

Habitat-Logik

Von tropischen Feuchtflächen und Regenwäldern über boreale Moore bis zu mediterranen Winterregen- und australischen Sandstandorten.

Kultur-Logik

Temperatur, Wasserführung und Ruhephase müssen konsequent an die jeweilige Kulturgruppe angepasst werden.

Substrat-Logik

Von dauerhaft nassen Torf- und Sphagnumsystemen bis zu sandreichen, stark durchströmten und saisonal trockeneren Medien.

Typische Fehler

Alle Drosera gleich kultivieren, Ruhephasen ignorieren, falsche Wasserführung und zu wenig Licht.

reference

Botanische Beschreibung

Drosera burkeana bildet eine bodennahe Blattrosette ohne ausgeprägten oberirdischen Stamm. Das schmale lineare Blattstielteil verbreitert sich abrupt in eine rundliche, verkehrt-eiförmige bis spatelförmige Spreite. Diese klare Grenze zwischen Stiel und Fangfläche ist ein nützliches Bestimmungsmerkmal und unterscheidet die Art von D. dielsiana mit anders ausgebildeter Blattspreite. Blattflächen und Ränder tragen Tentakel; die Blattunterseite ist häufig behaart, kann aber auch kahl erscheinen. Variabilität einzelner Haare darf deshalb nicht als alleinige Diagnose dienen.

Der abrupt verbreiterte Stiel ist ein praktisches Merkmal, weil er auch an nicht blühenden Rosetten sichtbar bleibt. Für die sichere Abgrenzung von D. dielsiana werden Spreitenform, Behaarung der Blattunterseite und Blütenstand zusammen beurteilt. Die Art kann behaarte und kahle Blattunterseiten ausbilden; eine einzelne kahle Blattfläche widerlegt daher die Bestimmung nicht. Eine Nahaufnahme von Ober- und Unterseite sowie eine Übersichtsaufnahme der Rosette dokumentieren die Merkmalskombination besser als ein stark vergrößertes Blütenfoto.

taxonomy

Taxonomie

D. burkeana Planch. wurde 1848 beschrieben und wird im aktuellen regionalen Synopsis für Angola und die Demokratische Republik Kongo als eigenständige Art geführt. Die Studie vergleicht zahlreiche Herbarbelege und beschreibt die weite afrikanische Verbreitung; eine alte Gleichsetzung mit anderen afrikanischen Rosettenarten wird damit nicht stillschweigend übernommen. Da Pflanzen manchmal einjährig und sonst mehrjährig auftreten können, ist die Lebensdauer kein absolutes taxonomisches Kriterium. Das Typusmaterial stammt aus Macalisberg in Südafrika.

Planchon veröffentlichte den Namen im 19. Jahrhundert; heutige floristische Quellen führen Drosera burkeana Planch. als akzeptierte afrikanische Art. Die Revision von Rjosk und Mitautorinnen sowie Mitautoren untersucht insbesondere zentralafrikanische Belege und ordnet Merkmale anhand umfangreichen Herbarmaterials ein. Sie ist deshalb besonders nützlich für die Diagnose, aber nicht alleinige Quelle für die vollständige Verbreitung außerhalb ihres Untersuchungsgebiets. Rang, Autor und Verbreitungsangabe werden im Codex getrennt belegt, statt die Reichweite eines einzelnen Regionalartikels zu überdehnen.

ecology

Standort und Verbreitung

Das Areal umfasst große Teile des tropischen und südlichen Afrikas; die 2022er Übersicht nennt zusätzlich Madagaskar. Beobachtete Standorte reichen von Lehm und Sand bis Torf und sind saisonal bis dauerhaft feucht. Dieses Spektrum warnt vor einer einzigen, aus einem einzelnen Bild abgeleiteten Feuchteklasse. Offene nasse Wiesen und Feuchtstellen auf Hochplateaus sind von vollständig beschatteten Regenwaldlagen zu unterscheiden; ein heller, luftiger Kulturplatz passt besser zu den beschriebenen offenen Standorten.

Die Art kommt in zahlreichen afrikanischen Regionen vor; Fundangaben umfassen unterschiedliche Höhenlagen und politische Gebiete. Die Quellen beschreiben offene feuchte Wiesen, saisonale Feuchtstellen und teils ganzjährig feuchte Böden. Dieser breite Lebensraumrahmen bedeutet nicht, dass jede Population identische Wasserstände erlebt. Für ein bestimmtes Kulturindividuum sind Herkunft und Beobachtungsverlauf aussagekräftiger als eine pauschale Karte. Madagaskar-Nachweise werden als regionale Verbreitungsdaten behandelt, nicht als Beleg dafür, dass benachbarte Inseln ebenfalls besiedelt sind.

ecology

Ökologische Anpassungen

Die fleischigen bis linearen Rosettenblätter funktionieren in nassen Böden, ohne dass die Pflanze obligat permanent überflutet sein muss. Die Quellen führen sowohl saisonal als auch ganzjährig feuchte Plätze an. Einzelne Pflanzen können einjährig erscheinen, weshalb Kulturbeobachtungen eines Exemplars nicht automatisch einen überall mehrjährigen Zyklus beweisen. Verfügbarkeit von Feuchte und eine offene, nicht beschattete Blattoberfläche sind wichtiger als die pauschale Übertragung eines Klimawerts aus einer einzelnen afrikanischen Höhenlage.

Die Bandbreite von saisonal bis dauerhaft feuchten Standorten erklärt, weshalb sowohl kurzlebige als auch mehrjährige Pflanzen beobachtet werden. Eine einzelne Kultur kann daher nicht zur Verallgemeinerung über das ganze Areal dienen. Offenes Licht und ein durchfeuchteter, zugleich belüfteter Wurzelraum sind die gemeinsamen Hinweise aus den Habitaten. Ein Rückgang des Wachstums kann mit einem saisonalen Wechsel zusammenhängen; die Rosette sollte zunächst weiter beobachtet werden, bevor eine trockene Ruhe oder ein dauerhafter Wasserentzug angenommen wird.

reference

Wuchsform und Morphologie

Stipeln sind klein, membranös und an der Basis verbunden; ihre Spitzen sind zerschlitzt. Der lineare Blattstiel erweitert sich abrupt zur rundlichen bis spatelförmigen Spreite. Die Fangspreite misst nur wenige Millimeter, kann rötlich sein und besitzt Drüsententakel auf Oberseite und Rand. Blattstiel und Unterseite tragen häufig einfache Haare, die laut Revision selten fehlen. Der Blütenstand entspringt seitlich, steigt auf und kann mehrere Stiele mit drei bis zwölf Blüten umfassen; Kelche sind gezähnt und drüsig.

Die Spreitenoberfläche kann rötlich erscheinen, während der schmale Blattstiel und die feinen Haare an Unterseite und Rand je nach Exemplar variieren. Die kleinen, am Grund verbundenen Nebenblätter haben zerschlitzte Spitzen. Seitliche, aufsteigende Blütenstände tragen mehrere Blüten; Kelch- und Schaftbehaarung sind Teil der Gesamtbestimmung. Bei Maßangaben beziehen sich die sehr kleinen Millimeterwerte auf die Fangspreite, nicht auf die gesamte Blattlänge. Makrobilder sollten deshalb zusätzlich den Blattstiel mit abbilden.

reference

Fangstrategie

Klebrige Tentakel sitzen auf Blattoberseite und Rand und halten kleine Arthropoden fest. Die Blattunterseite ist dagegen nicht die Fangfläche, die man aus der Draufsicht beurteilt. Die Blütenstände entspringen seitlich und tragen ebenfalls Drüsenhaare; Verwechslungen mit klebrigen Fallenblättern werden vermieden, indem Blatt und Schaft getrennt fotografiert werden. Eine artweite spezialisierte Beute wurde in der morphologischen Revision nicht behauptet. Fütterung ist keine Voraussetzung für eine gesunde Pflanze.

Bei dieser Rosettenart bilden nur die drüsigen Spreiten und ihre Ränder die klebrige Fangzone; einfache Haare an Stiel und Blattunterseite sind keine Verdauungstentakel. Ein Foto mit Gegenlicht kann die Schleimtropfen besser zeigen, darf aber Farbe und Behaarung nicht überzeichnen. Die Revision beschreibt die Fallenmerkmale morphologisch und gibt keine artspezifische Beuteliste oder Fangrate an. In Kultur reichen ausreichendes Licht und ein stabil feuchter Wurzelraum; zusätzliche Fütterung ist kein Ersatz für diese Bedingungen.

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Reproduktion und Lebenszyklus

Die Revision beschreibt ovale schwarze Samen mit netzartiger Samenschale. Mehrjährige Rosetten können durch reife Samen vermehrt werden; in einzelnen Populationen ist auch ein einjähriges Auftreten dokumentiert. Deshalb ist Samenansatz sorgfältig zu verfolgen, statt jede kurzlebige Rosette als notwendige Fehlkultur zu werten. Blütenstandsposition und Samenform helfen bei der Bestimmung. Saatgut aus verschiedenen Herkunftsorten wird getrennt gesammelt, um die bekannte geographische Breite nicht als einen einheitlichen Klonbestand abzubilden.

Die ovalen, netzartig strukturierten schwarzen Samen liefern ein zusätzliches Merkmal für reifes Material. Da die Art regional auch kurzlebig auftreten kann, werden Samen nicht erst dann gesichert, wenn die Mutterrosette bereits abgestorben ist. Samen von unterschiedlichen Kontinenten oder Inseln bleiben getrennt, denn die weite Verbreitung schließt lokale Unterschiede nicht aus. Bei einer mehrjährigen Pflanze werden Blüte, Fruchtansatz und Überleben über mehr als einen Zyklus notiert, um die Lebensform des konkreten Bestands zu belegen.

culture

Kulturrelevante Schlussfolgerungen

Das eigene Profil für die variable afrikanische Rosette ist ein konservativer Ausgangspunkt, nicht Ersatz für konkrete Herkunftsdaten. Eine offene, helle und feuchte Kultur wird angestrebt. Da die Art sowohl jahreszeitlich als auch perennierend vorkommt, wird keine kalte Knollenruhe erzwungen. Der Topf trocknet während des aktiven Wachstums nicht vollständig aus; Wasserstand, Rosettenzentrum und Luftführung werden zugleich kontrolliert. Bei jährlich ausbleibendem Austrieb wird zunächst die Provenienz und tatsächliche Lebensgeschichte geprüft.

Das bestehende subtropische Rosettenprofil ist nur ein vorsichtiger Startwert; es schreibt weder dauerhafte Überflutung noch eine feste Trockenzeit vor. Halte das Medium in der aktiven Phase ausreichend feucht, beobachte aber die Kronenbasis auf anhaltende Nässe. Bei langsamer Entwicklung wird zunächst die lokale Jahreszeit der Herkunft und der bisherige Pflanzenzyklus verglichen. Die kurzen Kontrollabstände für Jungpflanzen helfen, den Wasserverbrauch einer kleinen Rosette zu erkennen, bevor sie zwischen zwei Kontrollen austrocknet.

substrate

Substrat-Ökologie

Die dokumentierten Böden umfassen Lehm, Sand und Torf. Daraus folgt kein artweites Einheitsrezept. In Kultur soll das Medium nährstoffarm, feucht und dennoch belüftet bleiben. Struktur und Wasserhaltevermögen werden so gewählt, dass die kleine Rosette nicht unter einer dichten Kruste verschwindet und der Wurzelraum nicht fault. Reines Substratwasser und geringe Salzbelastung sind zentral; eine einzelne Feldbeobachtung auf Torf rechtfertigt weder eine reine Torfkultur noch einen permanent tiefen Wasserstand.

Die dokumentierten Lehm-, Sand- und Torfstandorte zeigen, dass ein einzelnes natürliches Substrat nicht als Pflichtmischung taugt. Im Topf soll ein nährstoffarmes Medium Wasser verfügbar halten und zugleich Hohlräume behalten. Eine dünne, offene Oberfläche macht die kleine Rosette und den Übergang zwischen Spreite und Stiel kontrollierbar. Sinkt der Wasserstand, prüfe zunächst die Feuchte im Wurzelraum statt die gesamte Mischung zu wechseln. Düngesalze und verdichtete Erde würden die natürlichen Bedingungen unnötig verfälschen.

practice

Praxisnotizen

Nimm Blattspreite und Blattstiel aus seitlicher Perspektive auf; gerade der abrupte Übergang ist diagnostisch. Ergänze Nahaufnahmen der Ober- und Unterseite, um Tentakelbesatz und variable Behaarung zu dokumentieren. Bei südafrikanischem Saatgut werden Herkunft, Blühzeit und Lebensdauer über mehrere Saisons erfasst. Im Kulturblatt ist der Beobachtungsrhythmus ein Termin zum Sichtprüfen der Feuchte und des neuen Laubs, keine tägliche Gießanweisung. Ungewöhnlich schnelles Verschwinden einer Pflanze erfordert eine Prüfung auf abgeschlossenes einjähriges Wachstum statt sofortiger Düngung.

Erfasse Blattstiel, Spreitenumriss, Unterseitenbehaarung und Blütenzahl für dieselbe Pflanze. Die Bilder sollten eine Skala enthalten und sowohl behaarte als auch gegebenenfalls kahle Blätter zeigen. Vermerke, ob der Standort saisonal oder ganzjährig nass geführt wird und wie sich die Pflanze darauf entwickelt. So bleibt die große natürliche Spannweite sichtbar, ohne einen unbekannten Kulturklon einer konkreten Region zuzuweisen. Bei einem vorübergehenden Wachstumsende wird der lebende Wurzelstock geprüft, bevor Saatgut oder Pflanze als verloren gelten.

sources

Quellenangaben

Zitieren

Zitierlink und Stand

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Aktueller Stand05.10.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Drosera burkeana, Stand 05.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/drosera-burkeana/