Black Trap Codex
Dionaea muscipula 'Z02 Ian Salter'
Venusfliegenfalle
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Wasser
- AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
- Ruhephase
- optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Black-Trap-Systemprofil
Substrat- und Strukturbedarf
- BT-Air
- mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
- BT-Water
- hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
- BT-Flow
- mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
- pH
- 3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
- BT-Density
- niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
- Kapillaritaet
- hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
- Strukturstabilitaet
- mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.
Kulturgruppe
Dionaea – temperierte Standardkultur
Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.
Risiken der Kulturgruppe
Gattungsprofil
Dionaea
Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.
Typische Fehler
Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute
Gattungsrisiken
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
Verknuepfungen
Empfohlene Systemprofile
Standard-Mix
Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.
- BT-Air
- 8,6
- BT-Water
- 7,6
- BT-Flow
- 9,3
- BT-Structure
- 9,4
- BT-Capillary
- 2,5
- BT-Density
- 5,1
- BT-Compaction
- 3,0
reference
Botanische Beschreibung
‘Z02 Ian Salter’ wird als gärtnerische Bezeichnung innerhalb der Venusfliegenfalle geführt. Der Name ändert nichts am grundlegenden Pflanzenbau von Dionaea muscipula: Die ausdauernde Pflanze wächst aus einem kurzen unterirdischen Spross und bildet darüber eine Rosette. Jedes Blatt besteht aus einem flächigen, überwiegend grünen Blattstiel und einer zweilappigen Fangspreite. Die beiden Lappen sind entlang einer Mittelrippe beweglich verbunden. Am Außenrand sitzen lange, schmale Fangzähne; auf der Innenseite befinden sich empfindliche Tastorgane und Drüsen. Der Blattstiel betreibt Photosynthese, während die Falle zusätzlich Mineralstoffe aus gefangener Beute gewinnt.
Für genau die unter diesem zusammengesetzten Namen angebotene Auslese ist kein unabhängiger Merkmalskatalog mit standardisierten Messungen dokumentiert. Aus der Kennung „Z02“ allein lassen sich deshalb weder besonders große Fallen noch eine bestimmte Zahnform oder Blattstellung ableiten. Auch die Bezeichnung „Ian Salter“ beweist nicht, dass die Pflanze mit einem separat in Sammlerlisten geführten Klon desselben Namens identisch ist. Die Einordnung bleibt folglich zweistufig: Der Bau und die Biologie der Art sind gut beschrieben; ein abweichender Körperbau oder ein unveränderliches Erkennungsmerkmal dieses konkreten Handelsnamens ist dagegen nicht gesichert.
taxonomy
Taxonomie
Die akzeptierte Art heißt Dionaea muscipula J.Ellis und gehört zu den Droseraceae. Die Gattung Dionaea enthält heute nur diese eine anerkannte Art. ‘Z02 Ian Salter’ ist ein gärtnerischer Klon- oder Handelsname innerhalb der Art, kein eigener botanischer Artname. Die taxonomische Autorenangabe J.Ellis gehört daher hinter den Artnamen und bezeichnet weder eine Züchtung noch die Person, die die hier geführte Pflanze selektiert oder benannt hat. Eine formale Erstbeschreibung dieses zusammengesetzten Klonnamens wurde nicht gefunden.
Die ähnlichen Kennungen sind nicht als Synonyme zu behandeln. Fach- und Sammlerlisten führen einerseits eine BCP-Auswahl „Z02“ und andererseits „Ian Salter, clone 2“ als gesonderte Bezeichnungen; die verfügbare Produktbezeichnung verbindet „Z02“ und „Ian Salter“, erklärt aber ihre Beziehung nicht. Das beweist weder, dass diese Pflanzen verschieden sind, noch dass sie derselbe Klon sind. Der Codex belässt deshalb den vorhandenen Namen, kennzeichnet die Verbindung als ungeklärt und überträgt keine Diagnose aus einem der ähnlich benannten Einträge. Eine spätere Klärung sollte auf einer nachvollziehbaren Herkunftskette oder einem direkten Vergleich vermehrter Pflanzen beruhen.
ecology
Standort und Verbreitung
Das natürliche Areal der Art liegt in der Küstenebene von North Carolina und im nordöstlichen South Carolina im Südosten der Vereinigten Staaten. Diese regionale Begrenzung gilt für wild wachsende Populationen von Dionaea muscipula, nicht als Herkunftsnachweis für kultivierte Klone. Die Pflanzen sind durch Gartenbau und Sammlungen heute vielerorts außerhalb dieses Areals vorhanden. Solche Bestände zeigen eine Verbreitung in Kultur, aber keine natürliche Ausbreitung der Art. Eine Verkaufsangabe wie „Nordamerika“ bezeichnet allenfalls eine grobe Zuordnung und identifiziert weder eine konkrete Population noch den ursprünglichen Standort einer Selektion.
Für ‘Z02 Ian Salter’ ist kein Wildfundort, keine Sammelnummer und keine konkrete Herkunftspopulation belegt. Die Verknüpfung des Namens mit Ian Salter macht Wales oder einen anderen Ort ebenfalls nicht automatisch zum Ursprungsgebiet; sie könnte sich auf eine Weitergabe, Auswahl oder bloße Handelsbezeichnung beziehen. Der Klon darf daher nicht als lokale Form aus den Carolinas oder als geographische Variante beschrieben werden. Fachlich sauber ist die Trennung zwischen dem engen natürlichen Areal der Elternart und der ungeklärten gärtnerischen Geschichte dieses Namens. Neue Provenienzangaben sollten nur ergänzt werden, wenn sie sich auf genau diese vegetativ erhaltene Pflanze beziehen.
ecology
Ökologische Anpassungen
Wildbestände besiedeln sehr helle, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte. Dazu gehören offene Kiefern-Savannen, nasse Sandflächen und Sickerstellen, an denen der Boden lange feucht bleibt und zugleich nicht dauerhaft tief überflutet sein muss. Wiederkehrendes Feuer spielt vielerorts eine wichtige Rolle: Es begrenzt Gehölzaufwuchs und Streu, sodass niedrig wachsende Rosetten genügend Licht erhalten. Fällt die Störung über lange Zeit aus, können Sträucher und Bäume offene Flächen beschatten und den verfügbaren Lebensraum verkleinern. Die Falle ergänzt die Nährstoffversorgung, ersetzt aber weder die Photosynthese noch die Aufnahme über die Wurzeln.
Diese Anpassungen gehören zur Art und sind für ‘Z02 Ian Salter’ nicht als besondere Klonleistung untersucht. Es gibt keinen Beleg dafür, dass der Name eine trockenheitstolerante, schattenertragende oder besonders nährstoffbedürftige Form bezeichnet. In einem Topf ändern sich dennoch die Bedingungen gegenüber einem natürlichen Moorboden: Das kleine Substratvolumen kann sich schneller erwärmen, Wasser rascher verlieren und Mineralien stärker anreichern. Kulturprobleme sollten deshalb zunächst anhand von Licht, Wasserqualität, Durchfeuchtung und Wurzelraum beurteilt werden. Eine vermeintliche Sonderökologie dieses Klons wäre ohne kontrollierte Vergleichsbeobachtungen eine unbelegte Interpretation.
reference
Wuchsform und Morphologie
Die typische Venusfliegenfalle bildet eine niedrige Rosette mit mehreren Blättern unterschiedlichen Alters. Je nach Jahreszeit können die Blattstiele flacher und breiter oder länger und aufrechter wachsen; auch die Rosette verändert ihre Gestalt im Verlauf der Saison. An der Spitze jedes Blattstiels sitzt die Fangspreite mit zwei annähernd halbkreisförmigen Lappen. Die Randzähne greifen beim Schließen ineinander, ohne die Falle zunächst vollständig abzudichten. Auf der Innenseite sitzen Reizhaare und Drüsen. Ihre Pigmentierung reicht bei der Art von grünlichen bis deutlich rötlichen Tönen und kann sich mit Genotyp, Lichtangebot und Entwicklungszustand verändern.
Die vier dem Namen zugeordneten Ansichten zeigen überwiegend aufrechte Blattstiele, länglich wirkende Fallen und auffallend lange, schmale Randzilien. Die abgebildeten Falleninnenseiten reichen von dunkelrot bis blass gelbgrün; Außenseiten und Blattstiele wirken überwiegend grün bis gelbgrün. Das beschreibt die gezeigte Pflanze, ist aber noch keine formale Klondiagnose: Es fehlen Maßstab, standardisierte Farbaufnahme und eine über mehrere Jahreszeiten dokumentierte Vergleichsreihe. Die Ansichten belegen daher weder eine konstante Färbung noch eine Abgrenzung von der separat geführten BCP-Auswahl Z02. Bis Herkunft und Pflanzenbestand verglichen sind, bleibt offen, ob diese Merkmale dauerhaft zu „Z02 Ian Salter“ gehören.
reference
Carnivore Strategie
Die Fangstrategie beruht auf beweglichen Blättern, die eine mechanische Reizfolge registrieren. Berührt ein Insekt die Tastorgane auf der Falleninnenseite wiederholt innerhalb kurzer Zeit, entstehen elektrische Signale und die beiden Lappen klappen rasch zusammen. Die Randzähne bilden dabei zunächst einen durchlässigen Käfig, der kleinen Beutetieren das Entkommen erschwert. Weitere Bewegungen im Inneren signalisieren, dass ein lebender Fang vorliegt; daraufhin schließt sich die Falle dichter und beginnt mit der Abgabe von Verdauungssekreten. Enzyme zerlegen die Beute, und Drüsen in der Fallenfläche nehmen gelöste Nährstoffe auf.
Wird kein weiterer Reiz ausgelöst, öffnet sich eine Falle oft nach einer Weile wieder, ohne eine vollständige Verdauungsphase zu durchlaufen. Nach erfolgreicher Verdauung kann sie erneut öffnen, doch Fang und Verdauung beanspruchen das Blatt; ältere Fallen verlieren schließlich ihre Funktion und werden durch neues Wachstum ersetzt. Für ‘Z02 Ian Salter’ gibt es keine dokumentierte abweichende Reizschwelle, schnellere Bewegung oder besondere Beuteleistung. Selbst wenn sich an einer Pflanze eine andere Randzahnform bestätigen sollte, würde das allein noch keine andere Fangmechanik belegen. Die Artfunktion kann als gesicherte Grundlage gelten; klonspezifische Leistungsversprechen sind für diesen Namen nicht nachgewiesen.
reference
Reproduktion und Lebenszyklus
Eine reife Venusfliegenfalle kann im Frühjahr einen hohen, blattlosen Blütenstand bilden. Die weißen Blüten stehen deutlich über den bodennahen Fallen und werden von Insekten besucht. Diese räumliche Trennung verringert Überschneidungen zwischen Bestäubungsbesuchern und Beute, schließt einzelne Fänge von Bestäubern jedoch nicht vollständig aus. Nach erfolgreicher Bestäubung entstehen Kapseln mit kleinen dunklen Samen. Sämlinge tragen neue genetische Kombinationen und sind deshalb keine verlässlichen Kopien einer benannten Auslese; auch eine äußerliche Ähnlichkeit im ersten Jahr garantiert keine unveränderte Fallenform im Erwachsenenstadium.
Wenn ‘Z02 Ian Salter’ als bestimmter Klon erhalten werden soll, ist vegetative Vermehrung durch Teilung oder geeignetes Pflanzenmaterial der sichere Weg, seine Identität weiterzuführen. Für diesen konkreten Namen sind weder eine Kreuzung noch ein Züchter, ein Datum der Selektion oder eine veröffentlichte Vermehrungsgeschichte gesichert. Ein Samen, der von einer mit „Z02“ etikettierten Pflanze stammt, sollte daher nicht automatisch denselben Namen als Klon erhalten. Auch die Verbindung zu einem ähnlich bezeichneten BCP-Bestand oder zu „Ian Salter, clone 2“ müsste über die Abstammung des vegetativen Materials überprüft werden. Bis dahin bleibt die Fortpflanzungsbiologie diejenige der Art, während die Genealogie dieser Auslese offen ist.
culture
Kulturrelevante Schlussfolgerungen
Die Art benötigt während der Wachstumszeit sehr viel Licht, mineralarmes Wasser und einen dauerhaft feuchten Wurzelraum. Eine saisonale Freiland- oder ungeheizte Gewächshauskultur folgt dem Jahresgang der Herkunftsregion und umfasst eine kühle Winterphase. Bei Topfkultur schützt man den Wurzelballen vor langem Austrocknen und extremer Durchkühlung, ohne den Winter künstlich warm und lichtarm zu gestalten. Pflanzen, die zuvor innen oder schattig standen, werden schrittweise an intensive Sonne gewöhnt. Diese Grundführung passt auch als Ausgangspunkt für ‘Z02 Ian Salter’, denn eine besondere Abweichung im Licht-, Wasser- oder Winterbedarf ist nicht belegt.
Die Winterruhe ist nicht für jede mögliche Haltungsform identisch zu bewerten. Bei klassischer Außenkultur gehört eine kühle Saisonphase zum normalen Zyklus; dokumentierte, stark beleuchtete Innenkulturen können dagegen ohne ausgeprägte Ruhe über mehrere Jahre funktionieren. Ein gewöhnlicher warmer Raum mit wenig Licht ist kein Ersatz für eine dieser beiden konsistent geführten Kulturweisen. Für den hier geführten Namen fehlen belastbare Temperaturgrenzen, eine Mindestdauer der Ruhe und kontrollierte Versuche zur Abweichung von der Grundart. Starre Zahlen werden daher nicht als Klonanforderung ausgegeben. Beobachtet werden sollte die Reaktion der konkreten Pflanze auf Licht, Wasserführung und saisonale Bedingungen.
substrate
Substrat-Ökologie
Die Wurzeln der Art wachsen in saurem, nährstoffarmem und feuchtem Boden. Das Kulturmedium soll die Feuchtigkeit halten, darf aber nicht zu einer dichten, sauerstoffarmen Masse zusammensacken. Unaufgedüngter Weißtorf, geeignetes langfaseriges Sphagnum oder andere salzarme, strukturstabile Medien werden deshalb als Bestandteile verwendet; eine einzige Mischung ist für alle Gefäße und Standorte nicht zwingend. Entscheidend sind geringe Nährstoff- und Salzbelastung, ausreichend Wasser und ein Wurzelraum, in dem Luft und Feuchtigkeit nebeneinander verfügbar bleiben. Leitungswasser mit hoher Mineralfracht kann sich mit der Zeit im Substrat anreichern, weshalb Regen-, destilliertes oder Umkehrosmosewasser verwendet wird.
Die Fangblätter ergänzen die Nährstoffversorgung, doch das ist kein Grund, Dünger in das Wurzelmedium einzubringen. Auch ‘Z02 Ian Salter’ besitzt nach dem belegten Status keinen nachgewiesenen Sonderbedarf an Substrat, pH-Wert oder Düngung. Das Profil erhält deshalb denselben sauren, nährstoffarmen Kulturstandard wie die Elternart, aber keine künstlich präzise Rezeptur für den Klon. Bei schwachem Neuaustrieb sollten zuerst Wasserqualität, Verdichtung, Topfgröße, Licht und der Zustand des Rhizoms geprüft werden. Zusätzliche Nährstoffe oder Kalk würden eine nicht belegte Ursache behandeln und können die empfindlichen Wurzeln schädigen.
practice
Praxisnotizen
Der Name ‘Z02 Ian Salter’ sollte auf Etiketten vollständig erhalten bleiben, bis geklärt ist, ob der Code eine Herkunftskennung, eine interne Auswahl oder einen mit Ian Salter verknüpften Klon bezeichnet. Dokumentiere bei neuem Wachstum mehrere ausgereifte Fallen derselben Pflanze: Gesamtrosette, Blattstiele, Fallenbreite und -länge sowie die Randzähne, jeweils mit Maßstab und Jahreszeit. Ein belastbarer Vergleich braucht wiederholte Beobachtungen über mehr als eine Wachstumsphase und möglichst mehrere vegetative Teilstücke desselben Ausgangsbestands. Sämlinge und Pflanzen mit ähnlichem Etikett müssen separat geführt werden, bis die Herkunft tatsächlich übereinstimmt.
Die regelmäßige Kontrolle folgt dem verknüpften Dionaea-Rhythmus: ungefähr alle 14 Tage während aktiven Wachstums, alle 30 Tage bei tatsächlicher Winterruhe und wöchentlich bei Sämlingen. Bei jedem Durchgang werden Wasserstand, Substratfeuchte, Wurzelraum, Neuaustrieb, Schädlinge und abgestorbene Fallen geprüft; Hitze oder ungewöhnlich rasche Verdunstung können häufigere Sichtkontrollen erfordern. Für den Klon selbst ist weder ein abweichender Kontrollbedarf noch eine besondere Schädlingsanfälligkeit belegt. Die Kennung bleibt ein Herkunftshinweis, bis ein reproduzierbares Merkmal und ein verifizierter Abgleich mit einer Referenzpflanze vorliegen.
reference
Kultivar im Vergleich zur Art
Abgrenzung zur Art und zu ähnlich benannten Klonen: Der Eintrag behält den zusammengesetzten Namen „Z02 Ian Salter“, der für diese gärtnerische Pflanze verwendet wird. Die damit gezeigte Pflanze wirkt überwiegend aufrecht; ihre Fallen sind länglich, tragen lange schmale Randzilien und zeigen in den vier Ansichten unterschiedlich gefärbte Innenflächen von dunkelrot bis blass gelbgrün. Die Produktangabe nennt eine Höhe bis 20 cm, liefert aber weder Messmethode noch Entwicklungs- und Kulturbedingungen. Die visuellen Eindrücke sind deshalb konkrete Beobachtungen der gezeigten Pflanze, keine nachgewiesene konstante Diagnose des Klons.
Die Namensbeziehung bleibt ungeklärt: BCP führt „Clone Z02“ als großwüchsige Form, während eine Sammlerübersicht BCP Z02 und „Ian Salter, clone 2“ getrennt aufführt. Daraus folgt weder Gleichheit noch sicherer Unterschied; die zusammengesetzte Bezeichnung allein legt kein Referenzmaterial fest. Für diesen Eintrag werden daher weder die BCP-Angabe „Giant“ noch die andernorts behaupteten verwachsenen Randzähne übernommen. Artzugehörigkeit und üblicher temperierter Dionaea-Kulturbedarf sind gut begründet. Ob aufrechte Blätter, lange Zilien und die gezeigte Farbspanne stabil und diesem Klon eigentümlich sind, muss an mehreren vegetativ vermehrten Pflanzen über verschiedene Wachstumsphasen geprüft werden.
sources
Quellenangaben
Name, Identität und Kulturangebot
- Green Jaws: Dionaea muscipula – Z02 Ian Salter, Produktnummer 104.000.257. Angebotsseite. Belegt die Verwendung des zusammengesetzten Namens sowie die dort genannten Kulturangaben; eine Herkunftsgeschichte oder morphologische Diagnose wird nicht ausgeführt.
- Best Carnivorous Plants: Dionaea muscipula Clone Z02, als Form aus der Gruppe großwüchsiger Pflanzen angeboten. Produktseite und Sortimentsliste. Die Katalogangabe stützt eine BCP-Auswahl Z02, belegt aber keine Identität mit „Z02 Ian Salter“.
- Società Italiana Orchidee e piante carnivore: Sammlungsliste, Eintrag D90, „Z02“, als BCP-Auswahl. Sammlungsübersicht. Die Liste liefert keine morphologische Diagnose.
- Floewis Bestandsliste, Gesellschaft für Fleischfressende Pflanzen: Sammlungsaufstellung, begonnen 2016 und später ergänzt. Forumseintrag. Sie führt BCP Z02 und „Ian Salter, clone 2“ separat auf; eine private Bestandsliste ist kein formaler Identitätsnachweis.
- Jeremiah’s Plants: Verkaufsseite zu Z02 mit einer Behauptung über verwachsene Randzähne. Angebotsseite. Wegen fehlender nachvollziehbarer Verbindung zur zusammengesetzten Green-Jaws-Bezeichnung und fehlender unabhängiger Diagnose wurde diese Zahnform nicht als Merkmal übernommen.
Taxonomie, Areal und Artmerkmale
- Royal Botanic Gardens, Kew: Plants of the World Online: Dionaea muscipula J.Ellis. Akzeptierter Name, Autorenangabe und Areal.
- Flora of North America: Dionaea muscipula, Band 6. Botanische Beschreibung, Vorkommen und Phänologie.
- North Carolina Natural Heritage Program: Vascular Plants of North Carolina: Venus Flytrap. Areal, Standort und Artmerkmale.
- U.S. Fish and Wildlife Service: Species Status Assessment for Venus Flytrap. Verbreitung, Lebensraum, Bedrohungen und Schutz.
- NatureServe: Dionaea muscipula, Explorer-Profil. Ökologische Angaben und Erhaltungsstatus.
Fangbiologie, Fortpflanzung und Kultur
- International Carnivorous Plant Society: John Brittnacher, Growing Dionaea muscipula. Kulturhinweise zu Licht, Wasser, Substrat, Jahresgang und Vermehrung.
- Gao, P. et al. (2015): Integration of trap- and root-derived nitrogen nutrition of carnivorous Dionaea muscipula, New Phytologist. Wurzel- und Beuteernährung.
- Suda, H. et al. (2020): Calcium dynamics during trap closure visualized in transgenic Venus flytrap, Nature Plants. Signalverarbeitung und Fallenverschluss.
- Hamon, L. E. et al. (2024): As prey and pollinators, insects increase reproduction and allow for outcrossing in the carnivorous plant Dionaea muscipula, American Journal of Botany. Bestäubung und Reproduktion.
- Ryu, J. et al. (2026): Fast cell wall softening causes Venus flytrap closure, Science. Neue experimentelle Arbeit zur schnellen Bewegung der Falle.
Bildprüfung
Die vier zur Bezeichnung „Z02 Ian Salter“ gezeigten Produktansichten wurden ausschließlich visuell geprüft: Sie zeigen überwiegend aufrechte Blattstiele, länglich wirkende Fallen, lange schmale Randzilien und eine Spannweite der abgebildeten Falleninnenfarbe von dunkelrot bis blass gelbgrün. Diese Fotos sind nicht als Maß- oder Saisonreihe ausgewiesen und belegen keine stabile Klondiagnose. Sie wurden nicht übernommen; für genau diesen Klon wurde kein eigenes lokales oder überprüfbar frei lizenziertes Bild gefunden. Die Bildfelder bleiben leer.
Zitieren
Zitierlink und Stand
Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'Z02 Ian Salter', Stand 30.09.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-z02-ian-salter/
