Black Trap Codex
Dionaea muscipula 'UK II'
Venusfliegenfalle
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Wasser
- AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
- Ruhephase
- optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Black-Trap-Systemprofil
Substrat- und Strukturbedarf
- BT-Air
- mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
- BT-Water
- hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
- BT-Flow
- mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
- pH
- 3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
- BT-Density
- niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
- Kapillaritaet
- hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
- Strukturstabilitaet
- mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.
Kulturgruppe
Dionaea – temperierte Standardkultur
Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.
Risiken der Kulturgruppe
Gattungsprofil
Dionaea
Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.
Typische Fehler
Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute
Gattungsrisiken
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
Verknuepfungen
Empfohlene Systemprofile
Standard-Mix
Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.
- BT-Air
- 8,6
- BT-Water
- 7,6
- BT-Flow
- 9,3
- BT-Structure
- 9,4
- BT-Capillary
- 2,5
- BT-Density
- 5,1
- BT-Compaction
- 3,0
reference
Botanische Beschreibung
Dionaea muscipula ‘UK II’ ist ein benannter Kultivar der Venusfliegenfalle. Wie alle Pflanzen dieser Art bildet der Klon eine bodennahe Rosette aus Blättern, deren Blattstiel in eine zweilappige Fangfläche übergeht. Die Lappen sind entlang einer Mittelrippe beweglich; auf ihren Innenseiten sitzen sensible Reizhaare. Am äußeren Rand stehen schmale Cilien, die bei geschlossenem Fangblatt ineinandergreifen. Bei ‘UK II’ ist nicht ein anderer Fallenbauplan, sondern die Ausprägung dieser Randcilien das kennzeichnende Merkmal: Ihre Konturen wirken unregelmäßig eingekerbt und teils gegabelt, wodurch der Rand sägezahnartig erscheint. In der geöffneten Falle bleiben die beiden Lappen und die dazwischenliegende Mittelrippe gut erkennbar.
Die Zähnung kann unterschiedlich deutlich hervortreten. Sie kann je nach Alter und Entwicklungsstand der Falle, Blattstellung und Kulturbedingungen variieren; ein junges Blatt oder eine Winterrosette muss deshalb noch nicht das typische Bild reifer Fallen zeigen. Eine konstante Fallenlänge, Rosettengröße, rote Färbung oder bestimmte Zahl von Seitentrieben ist für diesen Klon nicht ausreichend abgesichert. Die botanische Grundart bleibt Dionaea muscipula J.Ellis. ‘UK II’ bezeichnet eine gärtnerisch erhaltene Auslese innerhalb dieser Art und keine eigene botanische Sippe.
taxonomy
Taxonomie
Der akzeptierte wissenschaftliche Name lautet Dionaea muscipula J.Ellis; die Art gehört zur Familie Droseraceae und zur Gattung Dionaea. ‘UK II’ ist ein gärtnerischer Kultivarname. Die gärtnerische Auswahl wird C. Klein zugeschrieben und ist seit 2013 als ‘UK II’ benannt. Ein unabhängiger botanischer Art- oder Sortenautor namens C. Klein ist damit nicht gemeint: J.Ellis bleibt der Autor der Art, während C. Klein für die gärtnerische Auswahl steht. Die Auswahl erfolgte 2003 in Deutschland; die spätere Eintragung hält ihre Kulturgeschichte fest, beschreibt aber keinen Naturfundort.
‘UK Sawtooth II’ wird in manchen gärtnerischen Angeboten als erweiterte Bezeichnung für ‘UK II’ verwendet. Der formale registrierte Name ist ‘UK II’; die geläufige Zusatzform belegt für sich allein weder einen weiteren Klon noch eine botanische Synonymie. ‘UK I’ ist ein eigenständiger Name. Ebenso sind ‘Sawtooth’ und ‘Bristle Tooth’ separat benannte Kultivare mit eigenen Auslesern. Ähnliche Begriffe für gezähnte oder gespaltene Randcilien reichen nicht aus, um diese Pflanzen gleichzusetzen. Eine gesicherte Kreuzung, Abstammung oder Elternpflanze von ‘UK II’ ist nicht dokumentiert.
ecology
Standort und Verbreitung
Für den Kultivar ‘UK II’ ist kein eigener natürlicher Fundort belegt. Er wird in der gärtnerischen Nomenklatur mit einer deutschen Auswahl durch C. Klein im Jahr 2003 verbunden. Die Herkunftsbezeichnung „UK“ im Namen ist Teil der überlieferten Kultivarbenennung; sie darf nicht als Beleg für ein wildes Vorkommen im Vereinigten Königreich gelesen werden. Die Wildart Dionaea muscipula ist dagegen natürlich auf die Küstenebene im Südosten der Vereinigten Staaten beschränkt, vor allem auf North Carolina und angrenzende Gebiete South Carolinas. Sie wächst dort in offenen, sauren und nährstoffarmen Feuchtstandorten, darunter Kiefern-Savannen, Sickerstellen und zeitweise überflutete Senken.
Die Rosetten stehen in solchen Lebensräumen niedrig über dem Boden und profitieren von offenen Lichtverhältnissen. Wasserstand und Bodenfeuchte ändern sich mit Niederschlag, Jahreszeit und kleinräumiger Geländeform. Feuer und weitere Störungen können die natürliche Vegetation offen halten; ohne sie nehmen Beschattung und Konkurrenz zu. Diese Standortökologie erklärt allgemeine Anforderungen der Art, beschreibt aber keinen besonderen Lebensraum von ‘UK II’. Der Klon wird durch Kultur und vegetative Weitergabe erhalten. Weder ein bestimmtes Moor noch ein County, eine Population oder eine Bodenprobe lässt sich diesem Kultivar zuordnen. Seine sägezahnartig wirkenden Cilien sind eine in Kultur beobachtete Fallenform und kein Hinweis auf Anpassung an ein separates Verbreitungsgebiet.
ecology
Ökologische Anpassungen
Die Venusfliegenfalle verbindet Photosynthese mit einer ergänzenden Aufnahme von Nährstoffen aus Beutetieren. Ihre grünen Blattbereiche fangen Licht ein; kleine Gliederfüßer können über die Fangblätter Stickstoff und weitere Nährstoffe liefern, die im sauren, nährstoffarmen Wurzelmilieu knapp sind. Wiederholte Reize an den Innenseiten der Fallen lösen elektrische Signale aus. Nach ausreichender Stimulation schließen die Lappen rasch, und weitere Reize können Verdauung und Aufnahme in Gang setzen. Die niedrige Rosette nutzt offene Lichtfenster, während dauerhafte Beschattung und ein nährstoffreiches Wurzelmedium der typischen Lebensweise widersprechen.
‘UK II’ besitzt denselben ökologischen Grundbauplan. Die unregelmäßig gekerbten oder stellenweise gegabelt erscheinenden Randcilien sind ein sichtbares Kultivarmerkmal, aber kein Nachweis für eine andere Beutewahl, schnellere Reizverarbeitung oder besondere Verdauungsleistung. Vergleichende physiologische Messungen für diesen Klon sind nicht dokumentiert. Auch aus der schärfer wirkenden Silhouette darf man keine höhere Fangwirksamkeit ableiten. Die Pflanze bleibt auf die saisonalen Bedingungen temperierter Dionaea ausgerichtet und wird nicht aufgrund ihres Namens als tropische oder dauerwarm zu haltende Form behandelt. Ihre Kultur orientiert sich deshalb an der verknüpften temperierten Art- und Kulturgruppe; für ‘UK II’ sind keine abweichenden ökologischen Grenzwerte belegt.
reference
Wuchsform und Morphologie
‘UK II’ wächst als Rosette mit mehreren Fangblättern, die direkt aus einem kurzen unterirdischen Rhizom hervorgehen. Ein einzelnes Blatt besteht aus Blattbasis, Blattstiel und der zweilappigen Falle. Die beiden Fallenlappen tragen innen Reizhaare und außen marginale Cilien. An ausgereiften Fangblättern dieses Kultivars sind die Cilien oft kurz, dreieckig bis sägezahnartig geformt; einzelne Enden wirken gespalten oder weisen eine zusätzliche Kerbe auf. Das prägt die Silhouette des Fallenrandes, ohne die Mittelrippe, Reizhaare oder zweilappige Grundform zu verändern. Wie deutlich die Zähnung hervortritt, kann zwischen einzelnen Fallen und Wachstumsphasen schwanken.
Die Blattstellung kann während einer aktiven Wachstumsphase aufrechter erscheinen und sich unter saisonalen Bedingungen verändern. In der Winterruhe bildet die Pflanze gewöhnlich kleinere und flachere Blätter; solche Winterfallen sind nicht allein aufgrund ihrer abweichenden Gestalt ein Zeichen für eine falsche Identität. Farbintensität der Innenfläche hängt unter anderem von Licht und Entwicklungszustand ab. Ein standardisierter Größenbereich, ein stets rotes Falleninnere oder eine feste Anzahl von Zähnen ist nicht belegt. Zur Beurteilung sollten mehrere vollständig entwickelte Fallen betrachtet werden. Beschädigte, verklebte oder noch nicht entfaltete Cilien können eine regelmäßige Kerbung vortäuschen. Die verlässlichste Beschreibung bleibt daher qualitativ: ein Klon mit häufig auffällig unregelmäßig und teils gegabelt wirkenden marginalen Cilien.
reference
Kultivar im Vergleich zur Art
Der sichtbare Schwerpunkt von ‘UK II’ liegt auf den marginalen Cilien der Falle. Die Cilien sind kurz, dreieckig bis sägezahnartig gekerbt; bei einzelnen Fallen wirken Spitzen gegabelt oder mehrfach eingekerbt. Dadurch kann der Rand unruhiger und stärker eingeschnitten aussehen als bei einer gewöhnlichen, regelmäßig bewimperten Venusfliegenfalle. Diese Beobachtung sollte an mehreren reifen Fallen geprüft werden, weil jüngere Blätter, abweichende Kulturphasen und einzelne Beschädigungen die Form weniger deutlich erscheinen lassen. Rotfärbung des Falleninneren oder kräftiger Wuchs kann auftreten, ist aber kein hinreichend exklusives Merkmal, um den Klon allein daran zu bestimmen.
‘UK II’ und ‘UK I’ sind getrennte Kultivare; eine gesicherte Eltern-Kind-Beziehung ist nicht bekannt. Eine belastbare direkte Messung, wonach die Randcilien von ‘UK II’ stets länger oder stärker gespalten als bei ‘UK I’ seien, liegt hier nicht vor; solche pauschalen Rangfolgen werden deshalb nicht behauptet. Auch die eigenständig benannte Sorte ‘Sawtooth’ von B. Rice darf trotz des ähnlichen beschreibenden Wortes nicht als derselbe Klon behandelt werden. ‘Bristle Tooth’ ist ebenfalls eine eigene, von C. Clayton ausgewählte Sorte. Ähnliche Zähnung ist kein Abstammungs- oder Synonymiebeweis. Manche Anbieter verwenden „UK Sawtooth II“ für UK II; die Kultivaridentität sollte dennoch anhand der nachvollziehbaren vegetativen Herkunft abgesichert werden. Wo beides fehlt, ist eine vorsichtige Bezeichnung als UK-II-ähnliche Pflanze sachgerechter als eine sichere Identitätsbehauptung.
reference
Carnivore Strategie
Die Fangstrategie von ‘UK II’ entspricht derjenigen der Art. Reizhaare auf den inneren Fallenflächen registrieren mechanische Berührungen. Werden innerhalb kurzer Zeit genügend Reize ausgelöst, verändert sich der Spannungszustand der Lappen und die Falle schließt. Die marginalen Cilien begrenzen anschließend die Öffnung und halten passende Beute zurück, während die Falle bei fortdauernder Reizung dichter abschließen kann. Verdauungssekrete bauen organisches Material ab; aufgenommene Nährstoffe ergänzen die Versorgung aus Photosynthese und Wurzelraum. Eine Falle arbeitet nicht unbegrenzt: Wiederholtes Auslösen ohne Beute nutzt sie ab, ohne einen entsprechenden Nährstoffgewinn zu liefern.
Die sägezahnartig gekerbten Cilien von ‘UK II’ verändern vor allem das äußere Erscheinungsbild. Es gibt keine Vergleichsdaten, die für diesen Klon eine besondere Schließgeschwindigkeit, niedrigere Reizschwelle, zusätzliche Fangbarriere oder größere Beuteauswahl belegen. Gekerbte Spitzen dürfen deshalb nicht als funktional schärfere Zähne beschrieben werden: Es handelt sich um Blattfortsätze und nicht um starre tierische Fangzähne. Die zwei beweglichen Lappen, die Reizhaare und die Mittelrippe bleiben nach dem üblichen Artmuster aufgebaut. Für die Pflege ist daher kein spezielles Fütterungsregime aus dem Kultivarnamen abzuleiten. Die Pflanze sollte ihre Fallen normal ausbilden und nicht durch regelmäßiges manuelles Schließen unnötig gereizt werden.
reference
Reproduktion und Lebenszyklus
Wie andere Venusfliegenfallen kann ‘UK II’ Blütenschäfte bilden und nach Bestäubung Samen entwickeln. Sämlinge sind jedoch genetisch neu kombinierte Nachkommen und keine verlässlichen Kopien des benannten Klons. Selbst wenn ein Sämling unregelmäßig gezähnte Randcilien besitzt, genügt das nicht, um ihn als ‘UK II’ zu identifizieren. Die Erhaltung der konkreten Kultivarform erfolgt vegetativ. Als dokumentierter Vermehrungsweg für ‘UK II’ gilt Rhizomteilung; etablierte Venusfliegenfallen lassen sich außerdem durch geeignete Ableger vermehren. Für sortenechte Weitergabe ist entscheidend, dass Mutterpflanze und Vermehrungsweg bekannt sind und das Etikett mitgeführt werden.
Die Entwicklung neuer Fallen ist für die Beurteilung hilfreicher als eine einzelne Blüte oder eine alte Falle. Nach Erwerb oder Umtopfen kann die Pflanze zunächst Blätter mit weniger deutlicher Zähnung bilden, bevor mehrere neue, ausgereifte Fallen ein vergleichbares Muster zeigen. Ein Etikett sollte zwischen registriertem Kultivarnamen, ungesicherter Handelsbezeichnung und Sämlingsnachkommen unterscheiden. Eine dokumentierte Mutterpflanze vermindert Verwechslungen mit ‘UK I’, ‘Sawtooth’ oder ‘Bristle Tooth’, deren Namen und Erscheinungsmerkmale nicht zusammengeführt werden dürfen. Abgesehen von der vegetativen Klonerhaltung sind für ‘UK II’ keine besonderen Abweichungen der Blüte, Bestäubung oder Samenreife bekannt; der normale mehrjährige Jahreszyklus der temperierten Art gilt.
culture
Kulturrelevante Schlussfolgerungen
Für ‘UK II’ gelten die Kulturbedingungen der temperierten Venusfliegenfalle. Das Merkmal an den Randcilien ist kein Hinweis auf einen besonderen Temperatur-, Licht- oder Wasserbedarf. Die Pflanze benötigt einen sehr hellen bis sonnigen Standort und eine schrittweise Eingewöhnung, wenn sie zuvor wenig Licht erhalten hat. Das Substrat soll sauer, nährstoffarm und gleichmäßig feucht sein. Regenwasser, Umkehrosmosewasser oder destilliertes Wasser sind geeigneter als mineralreiches Leitungswasser. Dünger im Wurzelmedium sowie kalkhaltige Zusätze sind zu vermeiden. Ein Wasserreservoir kann während des aktiven Wachstums verwendet werden, solange Substratstruktur und Luftaustausch erhalten bleiben.
Als temperierte Art bildet Dionaea muscipula saisonal kleinere Ruheblätter und benötigt einen jahreszeitlichen Ruheverlauf. Ein warmer, lichtarmer Winterplatz ist kein Ersatz dafür. In Ruhe muss das Medium feucht bleiben, darf aber nicht ungeprüft vernässen; Standort, Topf und Temperatur beeinflussen den Wasserbedarf. Für ‘UK II’ sind keine abweichenden individuellen Temperatur- oder Luftfeuchtegrenzen verlässlich dokumentiert. Deshalb werden die festen Werte des öffentlichen Artprofils geerbt und nicht durch unbelegte Zahlen ergänzt. Das verbundene Kulturprofil gibt Sichtkontrollen im Abstand von 14 Tagen im aktiven Wachstum, 30 Tagen in der Ruhephase und 7 Tagen für Sämlinge vor. Diese Intervalle beschreiben Beobachtung und Pflegekontrolle, nicht automatisch feste Gießtermine.
substrate
Substrat-Ökologie
In der Natur wurzelt die Venusfliegenfalle in sauren, nährstoffarmen Böden, deren Feuchtigkeit je nach Mikrostandort und Saison stark schwanken kann. Sie profitiert nicht von gewöhnlicher gedüngter Blumenerde, denn hohe Nährstoffkonzentrationen können die empfindlichen Wurzeln belasten und entsprechen nicht der Ökologie ihrer natürlichen Standorte. Für die Kultur werden daher ungedüngte, saure und strukturstabile Medien verwendet. Reiner Weißtorf, ein geeignetes Torf-Sand-Gemisch oder langfaseriges Sphagnum kommen je nach Kulturweise in Frage. Entscheidend sind die Wasserqualität, die chemische Zurückhaltung des Materials und ein Luftaustausch, der Wurzelzonen nicht dauerhaft sauerstoffarm werden lässt.
‘UK II’ besitzt keine dokumentierte Abweichung der Wurzeln oder des Rhizoms, die ein eigenes Substratrezept begründen würde. Die charakteristischen Fallenrand-Cilien entstehen oberirdisch und erlauben keine Rückschlüsse auf einen besonderen pH-Wert, eine höhere Nährstofftoleranz oder einen anderen Wasserstand. Mineralarmes Wasser verhindert, dass sich Salze im Topf anreichern. Bei Anstaubewässerung müssen Topfhöhe, Temperatur und Luftbewegung berücksichtigt werden; ein Medium, das dauerhaft kompakt und sauerstoffarm bleibt, ist problematisch. Das Substrat darf während der Ruhe nicht austrocknen, wobei der Wasserstand an den reduzierten saisonalen Verbrauch angepasst werden kann. Individuelle Mischungsverhältnisse sind keine gesicherte Sorteneigenschaft.
practice
Praxisnotizen
Bei der Eingangskontrolle sollten Etikett, dokumentierte Herkunft und mehrere unbeschädigte, vollständig entwickelte Fallen zusammen betrachtet werden. Für ‘UK II’ wird vor allem der unregelmäßig gekerbte, zum Teil gegabelt wirkende Verlauf der Randcilien beschrieben. Fotografien eigener Exemplare sollten dieselbe Perspektive und Maßstab zeigen, damit neue Fallen über die Zeit vergleichbar bleiben. Notiere, ob die Beobachtung an jungen oder ausgereiften Blättern erfolgte, denn die Ausprägung kann zwischen Wachstumsphasen variieren. Die Innenfärbung und Blattstellung sind ergänzende Beobachtungen, aber für sich allein kein sicherer Identitätsnachweis. Sichtkontrollen folgen dem Kulturprofil: alle 14 Tage während des Wachstums, alle 30 Tage in der Ruhephase und alle 7 Tage bei Sämlingen.
Verwende den Namen ‘UK II’ nur für Pflanzen mit nachvollziehbarer Herkunft aus vegetativer Vermehrung. ‘UK Sawtooth II’ ist eine gebräuchliche Angebotsform, sollte auf Etiketten aber als Namenszusatz dokumentiert werden; ‘UK I’, ‘Sawtooth’ und ‘Bristle Tooth’ bleiben getrennt. Sämlinge aus einer Bestäubung kennzeichne als Nachkommen und nicht als Klonkopien. Bei jeder neuen Falle sollte der Verlauf der Cilien an derselben Blattposition mit früheren Aufnahmen verglichen werden. Die Rhizomteilung ist mit Mutterpflanze und Datum zu etikettieren; Sämlinge werden als Nachkommen getrennt geführt. Die Pflege folgt der verknüpften temperierten Kulturgruppe und benötigt keine Sonderbehandlung aufgrund der Zähnung.
sources
Quellenangaben
Kultivarname und Auswahlgeschichte
- Carnivorous Plant Newsletter 43(1) (2014), „Cultivar names registered in 2013“, S. 31–32 — Registereintrag ‘UK II’ mit C. Klein und Verweis auf Bailey & McPherson, Dionaea, S. 323.
- Carnivorous Plant Cultivar Database — Registerdaten zu ‘UK II’: C. Klein, Deutschland, 2003; Registrierung 2013; Beschreibung und Abbildung bei Bailey & McPherson, S. 323, Abb. 349; Vermehrung durch Teilung. Sekundärer Nomenklaturindex.
- Araflora, Produktbeschreibung „UK Sawtooth II“ — Handelsbeschreibung zu gekerbten bzw. gegabelten Fallenrand-Cilien; kommerzielle Quelle, keine unabhängige morphometrische Studie.
- Flora Salvaje, „Dionaea UK Sawtooth II“ — weitere gärtnerische Beschreibung der sägezahnartig wirkenden Randcilien. Die Handelsbezeichnung wird hier nicht als formale Synonymie gewertet.
- Le Piante Carnivore, Kultivarliste zu Dionaea — nennt bei UK II eine ausgeprägte doppelte Einkerbung; als gärtnerische Vergleichsquelle behandelt.
- Carnivorous Plants UK Forum, Beitrag „Dracula young traps?“ — der Autor beschreibt später, dass die damalige Pflanzenidentität wahrscheinlich unsicher war; berücksichtigt als Warnung vor ungeprüfter Namensweitergabe, nicht als morphologischer Beleg für ‘UK II’.
Taxonomie, Areal und Ökologie der Art
- Royal Botanic Gardens, Kew, Plants of the World Online — akzeptierter Artname Dionaea muscipula J.Ellis, Familie Droseraceae und natürliches Areal.
- North Carolina Natural Heritage Program, Vascular Plants of North Carolina — regionale Verbreitung, Feuchthabitate und Standortökologie.
- U.S. Fish and Wildlife Service, Venus Fly Trap — Informationen zu Verbreitung, Lebensraum und Schutz.
- NatureServe Explorer, Dionaea muscipula — zusammengeführte Verbreitungs- und Naturschutzdaten.
- Roberts, P. R. & Oosting, H. J. (1958), „Responses of Venus Fly Trap to Factors Involved in Its Endemism“, Ecological Monographs 28(2): 193–218 — Standortbedingungen und Endemismus.
Fangbiologie und Kultur
- International Carnivorous Plant Society, „Growing Dionaea muscipula“ — Kultur, Licht, Wasser, Substrat und jahreszeitlicher Verlauf.
- International Carnivorous Plant Society, Dionaea muscipula Teacher’s Guide — Grundbau der Fallen und Lebenszyklus.
- Kreuzwieser, J. et al. (2014), „The Venus flytrap attracts insects by the release of volatile organic compounds“, Journal of Experimental Botany 65(2): 755–766.
- Youngsteadt, E. et al. (2018), „Venus Flytrap Rarely Traps Its Pollinators“, The American Naturalist 191(4): 539–546.
- Böhm, J. et al. (2016), „The Venus Flytrap Dionaea muscipula Counts Prey-Induced Action Potentials to Induce Sodium Uptake“, Current Biology 26(3): 286–295.
- Suda, H. et al. (2020), „Calcium dynamics during trap closure in the Venus flytrap“, Nature Plants 6: 1219–1224.
- Gao, P. et al. (2015), „Integration of trap- and root-derived nitrogen nutrition of carnivorous Dionaea muscipula“, New Phytologist 205(3): 1320–1329.
- Schulze, W. X. et al. (2012), „The Protein Composition of the Digestive Fluid from the Venus Flytrap Sheds Light on Prey Digestion Mechanisms“, Molecular & Cellular Proteomics 11(11): 1306–1319.
Bildprüfung
Die lokale WordPress-Mediathekssuche nach „UK II“, „UK Sawtooth“ und „Sawtooth II“ ergab kein passendes eigenes Foto. Die gezielte Suche nach einem frei lizenzierten Bild dieses Klons ergab keine bestätigbare Datei. Händlerbilder wurden nicht übernommen; alle vier Bildfelder bleiben leer.
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Zitierlink und Stand
Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'UK II', Stand 01.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-uk-ii/
