Black Trap Codex
Dionaea muscipula 'Reptile'
Venusfliegenfalle
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Wasser
- AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
- Ruhephase
- optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Black-Trap-Systemprofil
Substrat- und Strukturbedarf
- BT-Air
- mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
- BT-Water
- hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
- BT-Flow
- mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
- pH
- 3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
- BT-Density
- niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
- Kapillaritaet
- hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
- Strukturstabilitaet
- mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.
Kulturgruppe
Dionaea – temperierte Standardkultur
Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.
Risiken der Kulturgruppe
Gattungsprofil
Dionaea
Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.
Typische Fehler
Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute
Gattungsrisiken
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
Verknuepfungen
Empfohlene Systemprofile
Standard-Mix
Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.
- BT-Air
- 8,6
- BT-Water
- 7,6
- BT-Flow
- 9,3
- BT-Structure
- 9,4
- BT-Capillary
- 2,5
- BT-Density
- 5,1
- BT-Compaction
- 3,0
reference
Botanische Beschreibung
Dionaea muscipula ‘Reptile’ ist eine in Kultur verbreitete Auswahl der Venusfliegenfalle, keine eigene Art. Die Pflanze bildet wie andere Dionaea eine bodennahe Rosette aus Blättern, deren flacher, photosynthetisch aktiver Abschnitt an der Spitze in eine zweilappige Fangfalle übergeht. Als auffälliges Merkmal werden kleine erhabene, schuppen- oder warzenähnliche Auswüchse auf der Unterseite des Blattstiels beschrieben. Sie sind keine echten Reptilienschuppen, sondern eine gärtnerische Formbeschreibung; eine anatomische Untersuchung dieser Auswüchse ist in den geprüften Quellen nicht veröffentlicht. Händler nennen außerdem teils lange, feine Randcilien, doch diese Angabe ist weniger einheitlich als die reliefartige Blattunterseite.
Green Jaws beschreibt die Pflanze ansonsten als typisch und nennt Fallen um 3,5 Zentimeter; dieser Einzelwert ist eine Anbieterangabe und keine vermessene Obergrenze. Die Ausprägung der kleinen Erhebungen soll mit der Jahreszeit wechseln und im Sommer deutlicher sein. Ein US-Anbieter berichtet ebenfalls, dass die Petiolenreliefs im Sommer stärker hervortreten und bei frühen Saisonpflanzen zunächst nur schwach sichtbar sein können. Größe, Fallenfarbe und Rosettenform lassen sich deshalb nicht aus einem einzelnen Foto sicher vorhersagen. Für die Einordnung zählt vor allem die wiederkehrende Kombination aus reliefierter Blattstielunterseite und saisonal wechselnder Sichtbarkeit, verbunden mit einer nachvollziehbaren vegetativen Herkunft. Der übrige Fangblattbau bleibt grundsätzlich der Art entsprechend.
taxonomy
Taxonomie und Namensstatus
Der akzeptierte botanische Name lautet Dionaea muscipula J.Ellis; die Art gehört zu den Droseraceae. Das Epitheton ‘Reptile’ wird für eine gärtnerische Auswahl innerhalb dieser Art verwendet und begründet weder eine Unterart noch eine botanische Varietät. Green Jaws schreibt Selektion und Benennung dem deutschen Karnivorenzüchter Kai Becker zu; Fangblatt bezeichnet die Pflanze ebenfalls als seine Auswahl. Das belegt eine wiederholt veröffentlichte Züchterzuschreibung, ersetzt jedoch keine Primärveröffentlichung oder dokumentierte Übergabekette. J.Ellis ist der botanische Autor der Art, Kai Becker der in Handelsquellen genannte Selektor; diese beiden Rollen dürfen nicht vermischt werden.
In den geprüften ICPS-Register- und Newsletter-Suchständen wurde keine veröffentlichte Kultivarbeschreibung oder Registrierung mit dem exakten Namen ‘Reptile’ gefunden. Das ist ein begrenztes Rechercheergebnis, kein Beweis, dass der Name nirgendwo formell verwendet wird: Die ICPS-Registerseite grenzt ihren Umfang auf vor Oktober 2020 registrierte Namen ein und verweist zusätzlich auf spätere Beschreibungen im Newsletter. Vergleichbare Blattreliefs treten bei anderen benannten Dionaea auf. ‘Lezard Vert’ ist beispielsweise 2017 im CPN beschrieben und registriert; daraus folgt weder Synonymie noch eine gemeinsame Herkunft mit ‘Reptile’. Daher bleibt der Status hier als ungeklärte Handels- oder Sammlerbezeichnung vermerkt, bis ein belastbarer Originalbeleg zur Namensveröffentlichung vorliegt.
ecology
Herkunft und Verbreitung
‘Reptile’ besitzt kein eigenes natürliches Verbreitungsgebiet, weil der Name eine gärtnerische Selektion und keine Wildpopulation bezeichnet. Die in Händlertexten angegebene Herkunft von Nordamerika bezieht sich auf die Elternart, nicht auf einen belegten Fundort dieses Klons. Das natürliche Areal von Dionaea muscipula liegt in der Küstenebene von North Carolina und einem kleinen angrenzenden Gebiet South Carolinas im Südosten der Vereinigten Staaten. Für einen konkreten Wildstandort, eine Fundnummer oder eine dortige Population von ‘Reptile’ wurde kein Beleg gefunden. Der Name erscheint in europäischen Sammlerlisten und aktuellen europäischen Handelsangeboten.
Green Jaws führt Kai Becker als Selektor und Namensgeber an, Fangblatt wiederholt die Zuschreibung. Diese übereinstimmenden Anbieterangaben stützen die Rollenbeschreibung, aber sie dokumentieren weder das ursprüngliche Sämlingsdatum noch eine lückenlose Weitergabe von der Mutterpflanze bis zu jedem heutigen Verkaufsbestand. In Sammlerbestandslisten taucht der Name seit mindestens 2016 auf; solche Listen zeigen, dass Pflanzen unter diesem Etikett gesammelt wurden, bestätigen jedoch nicht unabhängig deren Identität. Bei einem Kauf oder Tausch sollten deshalb Etikett, Anbieter, Erwerbsdatum, Mutterpflanze und vegetative Vermehrungsmethode zusammen aufbewahrt werden. Ein Herkunftsvermerk ‘Nordamerika’ allein ist für die Provenienz des konkreten Klons zu unspezifisch.
ecology
Ökologie und Lebensraum
Für ‘Reptile’ sind keine eigenen Feldbeobachtungen oder vergleichenden Experimente zu Ökologie und Anpassung bekannt. Die ökologischen Aussagen müssen daher von der Grundart übernommen und als solche gekennzeichnet werden: Dionaea muscipula besiedelt offene, sonnige, feuchte und nährstoffarme Lebensräume in der Küstenebene der Carolinas. Wasserverfügbarkeit, saurer Boden und geringe Konkurrenz durch Gehölze prägen diese Standorte; Feuer und andere natürliche Störungen können die Offenheit der Vegetation erhalten. Die Art bildet eine Rosette aus Fangblättern, betreibt Photosynthese vor allem im flachen Blattstiel und gewinnt zusätzlich Mineralstoffe über erbeutete Tiere. Diese allgemeinen Funktionen beschreiben auch ‘Reptile’, sind aber keine besonderen Eigenschaften des Klons.
Die schuppenartigen Erhebungen sind ein sichtbares Kulturmerkmal und liefern keinen Nachweis für eine Anpassung an trockene, schattige oder felsige Lebensräume. Ebenso lässt sich aus dem Namen keine Verbindung zu Reptilienhabitaten oder Tarnung ableiten. Keine geprüfte Studie vergleicht Wasserverbrauch, Fangrate, Photosynthese, Salzempfindlichkeit oder Nährstoffaufnahme von ‘Reptile’ mit anderen Dionaea. Die Behauptung, die Erhebungen würden sich als Schutzstruktur oder als Beuteanlockung auswirken, wäre daher spekulativ und wird nicht übernommen. Auch die im Handel genannte saisonale Veränderung erklärt zunächst nur eine beobachtete Sichtbarkeit im Kulturverlauf; Ursache und physiologischer Mechanismus sind nicht experimentell geklärt. Für die Pflege gelten folglich die Ansprüche der temperierten Art, nicht ein aus dem Klonnamen abgeleitetes Sonderhabitat.
reference
Wuchsform und Morphologie
Das wichtigste beschriebene Erkennungsmerkmal liegt auf der Blattunterseite des flachen, nicht fangenden Blattabschnitts. Green Jaws nennt dort kleine schuppenartige Auswüchse; California Carnivores spricht von Stacheln und Wellen auf den Petiolen, Fangblatt von einer schuppig-warzig wirkenden Blattstieloberfläche. Zusammengenommen deuten diese Beschreibungen auf ein unebenes Oberflächenrelief am photosynthetischen Blattstiel hin. ‘Schuppe’ ist hier eine Formanalogie und keine botanische Diagnose über echte Schuppenorgane. Händler sprechen von jahreszeitlich wechselnder Stärke: Im Sommer soll das Relief gut erkennbar sein, während frühe Austriebe glatter oder nur leicht gerippt wirken können. Diese Saisonalität ist wiederkehrend berichtet, aber nicht mit standardisierten Messreihen quantifiziert.
Die Fangfallen werden von Green Jaws als ansonsten typisch mit ungefähr 3,5 Zentimetern beschrieben. Fangblatt erwähnt zusätzlich lange, filigrane Randcilien, während California Carnivores die besondere Blattstieloberfläche in den Vordergrund stellt. Deshalb behandeln wir eine abweichende Zahnung nicht als gesicherte Hauptdiagnose. Fallenmaß und Färbung hängen bei Dionaea von Alter, Saison, Licht und Kultur ab; zudem nennt kein Anbieter eine standardisierte Stichprobe oder ein Messprotokoll für diesen Klon. Ein Exemplar, dessen Relief gerade wenig ausgeprägt ist, kann folglich nicht allein deshalb ausgeschlossen werden; umgekehrt beweist eine wellige Oberfläche ohne nachvollziehbare Herkunft die Identität nicht. Für einen Vergleich sind mehrere voll entwickelte Blätter und deren Unterseiten über den Jahresverlauf aussagekräftiger als eine einzelne Aufnahme.
reference
Merkmale des Kultivars
‘Reptile’ wird hauptsächlich an kleinen, erhabenen und unregelmäßig wirkenden Strukturen auf der Unterseite des Blattstiels erkannt. Händler verwenden dafür Vergleiche mit Schuppen oder Reptilienhaut; die Begriffe ‘warzig’, ‘stachelig’ und ‘gerippt’ variieren zwischen den Beschreibungen. Gemeinsam ist ihnen die reliefartige Textur, nicht eine einheitlich vermessene Form. Die Stärke soll saisonal schwanken und im Sommer auffälliger sein. Green Jaws beschreibt die Fallen dagegen als typisch geformt und gibt rund 3,5 Zentimeter an; nur Fangblatt hebt ergänzend lange, feine Randcilien hervor. Wir trennen daher das stabile Kernmerkmal der Blattoberfläche von Angaben, die bislang nur einzelne Händler zur Zahnform oder Größe machen.
Andere Kultivare mit reliefierten oder gekämmten Blattstielen sind Vergleichsfälle, aber keine nachgewiesenen Synonyme. Der ICPS-Newsletter beschreibt ‘Lezard Vert’ als dauerhaft ausgeprägte, stabile Kämme, die bis an die Fallenränder reichen und im Jahresverlauf nicht verschwinden sollen. Das unterscheidet sich auf Beschreibungsebene von der für ‘Reptile’ gemeldeten saisonal variablen Sichtbarkeit; die Aussagen stammen jedoch aus verschiedenen Quellen und sind nicht in einem gemeinsamen Versuch direkt verglichen worden. ‘Schuppenstiel I’ und ‘Schuppenstiel II’ sind ebenfalls eigenständig registrierte Namen mit ähnlichem allgemeinen Bezug auf Blattstielstrukturen. Es gibt keinen belegten Beweis, dass ‘Reptile’ mit einem dieser Kultivare identisch ist. Ohne vegetative Provenienz bleibt die Diagnose deshalb eine begründete, aber vorläufige Zuordnung.
reference
Fangstrategie
Die auffällige Blattstieloberfläche ändert den bekannten Klappfallenmechanismus von Dionaea muscipula nicht nachweislich. Die Fangfalle sitzt am Blattende und besteht aus zwei beweglichen Lappen. Berührt ein Beutetier die empfindlichen Sinneshaare wiederholt innerhalb eines kurzen Zeitfensters, entstehen elektrische Signale, die das schnelle Zuklappen auslösen können. Die Randcilien greifen beim Schließen ineinander und begrenzen zunächst das Entkommen; weitere Bewegungen können einen dichteren Verschluss sowie Verdauungsreaktionen fördern. Für ‘Reptile’ sind keine besonderen Reizschwellen, Schließzeiten oder Verdauungsleistungen gemessen worden. Beschreibungen seiner langen oder feinen Zähne ändern nicht die grundlegende Mechanik.
Die warzigen oder gerippten Erhebungen befinden sich nach den Händlerbeschreibungen am photosynthetischen Blattstiel, nicht als neue Fangorgane auf der inneren Fallenfläche. Sie sollten daher nicht als zusätzliche Fühler, Widerhaken oder Beutehalteapparat dargestellt werden. Auch die Ähnlichkeit zur Reptilienhaut ist rein visuell; daraus folgt keine besondere Tarnfunktion oder ökologische Beziehung. Jede Falle arbeitet nur begrenzt oft effektiv und wird nach Fang, Alterung oder Beschädigung ersetzt. Häufiges manuelles Auslösen verbraucht Ressourcen und liefert keine zuverlässige Identifikationsprobe. Für ‘Reptile’ ist weder eine erhöhte Fangrate noch eine Präferenz für bestimmte Beutearten belegt. Beobachtet werden sollten natürliche Fallenbildung und die Oberflächenstruktur am Blattstiel, ohne die Fallen dafür wiederholt zu reizen.
reference
Reproduktion und Lebenszyklus
Soll die besondere Blattstieloberfläche erhalten bleiben, ist eine vegetative Weitergabe der benannten Mutterpflanze die geeignete Methode. Dionaea lässt sich unter passenden Bedingungen durch Rhizomteilung und Blattstecklinge vermehren; für ‘Reptile’ liegen keine veröffentlichten Vergleichsdaten vor, welche Methode die Erhebungen am zuverlässigsten überträgt. In-vitro-Vermehrung ist ebenfalls möglich, verlangt jedoch eine saubere Klonbeschriftung und eine nachvollziehbare Mutterpflanzenzuordnung. Unabhängig vom Verfahren sollte jede Tochterpflanze mit Quelle, Datum, Mutterpflanze und Methode dokumentiert werden. Ein bloßes Etikett ‘Reptile’ ohne Vermehrungsweg reicht nicht aus, um die Identität einer Pflanze über mehrere Sammlerwechsel sicher zu begründen.
Aussaat erhält den Klon nicht: Sämlinge sind genetisch neue Individuen und können die reliefierte Blattunterseite, ihre saisonale Ausprägung oder andere Merkmale nicht zuverlässig wiederholen. Eine interessante Nachkommenschaft kann als neue Auswahl beobachtet werden, sollte aber nicht automatisch den Namen ‘Reptile’ erhalten. Für die Mutterpflanze wurden in den recherchierten Quellen keine veröffentlichten Angaben zu Elternschaft, Kreuzung, Auslesejahr oder einer formalen Abstammungslinie gefunden. Blüten- und Samenbildung entsprechen grundsätzlich der Art; sie ersetzen nicht die vegetative Erhaltung eines benannten Klons. Bei einer Teilung ist es sinnvoll, die Merkmale der Mutterpflanze vorab aus mehreren Blickwinkeln zu fotografieren und später zu prüfen, ob die charakteristische Unterseitenstruktur an ausgewachsenen Blättern wiederkehrt.
culture
Kultur
Für ‘Reptile’ ist keine besondere Pflege gegenüber der temperierten Venusfliegenfalle belegt. Die Pflanze benötigt sehr viel Licht, gleichmäßig feuchte Wurzeln und einen kühlen saisonalen Jahresgang, sofern sie im Freien oder im ungeheizten Gewächshaus kultiviert wird. Green Jaws empfiehlt volle Sonne, Kalthaus oder Moorbeet und Winterruhe; diese Angaben stimmen mit einer normalen Dionaea-Kultur überein, sind aber keine klonspezifischen Versuche. Eine neu erworbene Pflanze wird stufenweise an direktes Sonnenlicht gewöhnt, damit vorhandene Blätter nicht abrupt verbrennen. Für Innenkultur braucht sie kräftige Pflanzenbeleuchtung und Luftbewegung; ein dauerhaft warmer, lichtarmer Standort ist keine geeignete Ersatzlösung für den saisonalen Zyklus.
Die reliefartige Textur soll im Sommer deutlicher sichtbar sein. Ein glatter wirkender Austrieb zu Beginn der Wachstumsperiode ist daher nicht automatisch ein Pflegefehler oder Beweis gegen die Etikettierung. Beobachte neue, ausgereifte Blattstiele über mehrere Wachstumsphasen, bevor du die Kultur veränderst. Eine Überwinterung folgt dem temperierten Profil der Art; der Klonname begründet weder zusätzliche Wärme noch Frosthärte. Bei Topfkultur schützt eine geschützte Aufstellung das Rhizom vor langem, starkem Durchfrieren, während das Substrat nicht austrocknen darf. Verkaufsangaben wie ‘leicht zu kultivieren’ sind allgemeine Anbieterhinweise und kein Nachweis erhöhter Toleranz. Bei Wachstumsproblemen sollten zuerst Licht, Wasserqualität, Feuchte, Akklimatisierung und Saison geprüft werden, statt eine Sonderpflege für die Auswüchse anzunehmen.
substrate
Substrat und Wasser
Es wurde kein eigenes Substratrezept für ‘Reptile’ veröffentlicht. Wie andere Venusfliegenfallen braucht der Klon ein saures, nährstoffarmes und ausreichend luftiges Wurzelmedium. Ungedüngter Hochmoortorf oder langfaseriges Sphagnum mit geeignetem inertem Zuschlag können je nach Gefäß und Kulturweise verwendet werden. Blumenerde, Kompost und kalkhaltige Zusätze sind zu nährstoff- oder mineralreich. Die auffällige Blattoberfläche begründet weder einen höheren Düngerbedarf noch ein trockenes, felsiges oder besonders mineralisches Substrat. Ein stabil feuchter Wurzelraum ist während des Wachstums zentral; bei Topfkultur kann ein flacher Untersetzer helfen, die Feuchte zu halten, wenn Topfhöhe und Luftbewegung dazu passen.
Regenwasser, destilliertes Wasser oder Umkehrosmosewasser mit geringem Mineralgehalt sind geeignete Optionen. Hartes oder salzhaltiges Leitungswasser kann empfindliche Wurzeln schädigen, auch wenn die Blattoberseite gesund wirkt. Während kühler Ruhe sinkt der Wasserverbrauch; das Substrat darf weiterhin nicht vollständig austrocknen. Stauwasser ist im natürlichen Habitat häufig, aber im Kulturgefäß müssen Gefäßgröße, Entwässerung und Sauerstoffversorgung zusammenpassen. Anbieterempfehlungen für ‘Reptile’ enthalten keine gemessenen pH- oder Leitfähigkeitswerte und werden deshalb nicht in feste Zahlen übersetzt. Kontrolliere den Zustand des Mediums und die Wasserquelle, statt nach einem starren Kalender zu gießen. Es gibt keinen Beleg, dass die warzigen Erhebungen auf eine andere Feuchte- oder Nährstoffversorgung reagieren als die übrigen Blätter.
practice
Praxisnotizen
Die Sichtkontrollen folgen dem verknüpften Dionaea-Kulturprofil: alle 14 Tage bei aktivem Wachstum, alle 30 Tage während der Winterruhe und alle 7 Tage bei Sämlingen. Diese Abstände legen Inspektionen fest, keine Gießtermine. Bei ‘Reptile’ sollten einige ausgereifte Blätter von unten fotografiert werden, mit Maßstab und notiertem Datum. Erfasse, ob die Erhebungen als einzelne Punkte, längere Rippen oder zusammenhängende Wellen erscheinen, wie deutlich sie ausgeprägt sind und ob gleichzeitig Fallenmaß, Blattstiellänge oder Färbung wechseln. Vergleiche möglichst dieselbe Mutterpflanze an mehreren Zeitpunkten und dokumentiere Licht, Temperaturverlauf und Kulturort. So wird die berichtete saisonale Veränderung sichtbar, ohne eine Einzelaufnahme zum verbindlichen Artporträt zu machen.
Die Felder für Bild, Urheber, Lizenz und Bildquelle bleiben leer: In der lokalen Mediathek wurde kein eindeutig zugeordnetes eigenes ‘Reptile’-Foto gefunden. Eine Bildsuche ergab Händleraufnahmen, aber keine überprüfbar frei und kommerziell nutzbare exakte Klonaufnahme; fremde Produktbilder werden nicht übernommen. Auch ein allgemeines Dionaea-Bild würde das besondere Merkmal nicht belegen. Die Namenszuordnung sollte auf einem nachvollziehbaren vegetativen Weg beruhen; Sammlerlisten sind nur Belege für die Verwendung des Etiketts. Sichtbare Erhebungen können bei anderen Kultivaren ebenfalls auftreten, daher ist eine Diagnose ohne Herkunft nicht eindeutig. Für Austausch und spätere Prüfung den Bezugsbetrieb, die Mutterpflanze, das Teilungs- oder Stecklingsdatum und jede Weitergabe auf dem Pflanzenetikett und in der Sammlungsliste festhalten.
sources
Quellenangaben
Reptile: Merkmale, Auswahl und aktuelle Kulturangaben
- Green Jaws: Dionaea muscipula – Reptile. Quelle. Beschreibt saisonal unterschiedlich deutliche Auswüchse auf der Blattunterseite, nennt Kai Becker als Selektor und Namensgeber und gibt Fallen um 3,5 cm an; Anbieterbeschreibung, kein unabhängiger Klonversuch.
- Fangblatt: Dionaea muscipula ‘Reptile’. Quelle. Schreibt die Auswahl Kai Becker zu und nennt schuppig-warzig wirkende Blattstiele sowie lange, feine Randcilien; kommerzielle Pflanzenbeschreibung.
- California Carnivores: Dionaea m. ‘Reptile’ Potted. Quelle. Berichtet spikes und Wellen auf den Petiolen, stärkere Sichtbarkeit im Sommer und schwaches Relief an frühen Saisonpflanzen; Anbieterbeobachtung.
- Gesellschaft für Fleischfressende Pflanzen: Niels’ Bestandsliste (2016). Quelle. Führt ‘Reptile’ in einer Sammlungsliste neben anderen Dionaea; belegt Etikettengebrauch, keine Herkunft oder formale Diagnose.
- Gesellschaft für Fleischfressende Pflanzen: Luciens Bestandsliste. Quelle. Dokumentiert Verwendung des Namens in einer Sammlerliste; keine botanische Veröffentlichung oder Identitätsprüfung.
- Gesellschaft für Fleischfressende Pflanzen: Janocix Bestandsliste. Quelle. Aktuelle Sammlerbestandsliste mit ‘Reptile’; unabhängiger Beleg des Sammlergebrauchs, nicht der Abstammung.
- Gesellschaft für Fleischfressende Pflanzen: Dionaea ‘Reptile’, Sammlerfoto und Diskussion. Quelle. Zeitgenössischer Sammlerbeitrag zeigt eine Pflanze unter diesem Etikett; Bildrecht und kommerzielle Nutzung sind nicht freigegeben, daher nicht übernommen.
Kultivarnamen, ähnliche Blattmerkmale und Namensstatus
- International Carnivorous Plant Society: Registered Cultivars. Quelle. Erläutert, dass die Registerseite Namen vor Oktober 2020 aufführt und später im CPN veröffentlichte Namen zusätzlich zu prüfen sind.
- International Carnivorous Plant Society: Carnivorous Plant Newsletter archive. Quelle. Durchsuchbares Archiv veröffentlichter Kultivarbeschreibungen; im geprüften Suchstand kein exakter ‘Reptile’-Eintrag bestätigt.
- International Carnivorous Plant Society (2017): Dionaea muscipula ‘Lezard Vert’, CPN 46(2):77–84. Quelle. Veröffentlichte Beschreibung eines ähnlichen Blattstielmerkmals; ‘Lezard Vert’ besitzt laut Autor konstante, ausgeprägte Kämme und wird hier nicht als Synonym von ‘Reptile’ behandelt.
- International Carnivorous Plant Society (2018): Cultivar names registered in 2017, CPN 47(2):83. Quelle. Führt ‘Lezard Vert’ mit Lucien Blacher als registrierten Namen; Beleg für den eigenständigen Status dieses Vergleichskultivars.
- International Carnivorous Plant Society (2013): Cultivar names registered in 2013, CPN 43(1):31–32. Quelle. Listet ‘Schuppenstiel I’ und ‘Schuppenstiel II’ als eigene registrierte Dionaea-Kultivare; der Namensbezug allein belegt keine Synonymie zu ‘Reptile’.
- International Carnivorous Plant Society (2022): Dionaea muscipula ‘Schup Destruction’, CPN 51(2):109–123. Quelle. Beschreibt einen aus ‘Schuppenstiel II’ entstandenen Kultivar mit stärker gekämmten Blättern und andersfarbigen Fallen; Vergleichsbeleg, keine Verbindung zu ‘Reptile’.
- International Carnivorous Plant Society (2013): New cultivars, Dionaea ‘Viper Trap’ u.a., CPN 42(2):66–70. Quelle. Veröffentlichte Vergleichsbeschreibung abweichender Fallenrandmerkmale; unterstützt die Trennung zwischen Blattstielrelief und Fangzähnen.
Art, Herkunft, Fangmechanismus und Kultur
- Royal Botanic Gardens, Kew: Plants of the World Online, Dionaea muscipula J.Ellis. Quelle. Akzeptierter Artname, botanische Autorenschaft und natürliches Verbreitungsgebiet.
- International Plant Names Index: Dionaea muscipula J.Ellis, record 275898-2. Quelle. Nomenklatorischer Nachweis der botanischen Autorschaft; Kai Becker wird davon getrennt als kommerziell zugeschriebener Selektor geführt.
- U.S. Fish and Wildlife Service (2023): Species Status Assessment for Venus Flytrap (Dionaea muscipula), Version 1.1. Quelle. Behördliche Synthese zu Areal, saisonaler Blattform, Habitat, Hydrologie und Schutzkontext der Art.
- North Carolina State University Extension: Dionaea muscipula, Plant Toolbox. Quelle. Artbeschreibung zu Verbreitung, Fallenmechanismus, Licht, Wasser und nährstoffarmem Substrat.
- Royal Botanic Gardens, Kew: Venus flytrap – Dionaea muscipula. Quelle. Zusammenfassung von Rosettenbau, Fangblatt, Blüte und saisonaler Winterruhe.
- Roberts, P.R. & Oosting, H.J. (1958): Responses of Venus Fly Trap to Factors Involved in Its Endemism. Ecological Monographs 28(2):193–218. Quelle. Feldökologische Studie zu Standortfaktoren und begrenztem Areal der Art.
- Volkov, A.G. et al. (2008): Active movements in plants: Mechanism of trap closure by Dionaea muscipula Ellis. Plant Signaling & Behavior 3(10):778–783. Quelle. Primärarbeit über Sinneshaare, elektrische Signale und schnelle Fallenbewegung.
- Böhm, J. et al. (2016): The Venus Flytrap Dionaea muscipula Counts Prey-Induced Action Potentials to Induce Sodium Uptake. Current Biology 26(3):286–295. Quelle. Primärarbeit zur Reizsummation, Beuteantwort und Nährstoffaufnahme.
- Youngsteadt, E. et al. (2018): Venus Flytrap Rarely Traps Its Pollinators. The American Naturalist 191(4):539–546. Quelle. Feldstudie zur Artökologie und zu Beutefang beziehungsweise Bestäubung.
- International Carnivorous Plant Society: Growing Dionaea muscipula. Quelle. Kulturleitfaden zu Licht, Wasserqualität, Substrat, Außenkultur und Winterruhe.
- Brittnacher, J. (2019): Grow Venus flytraps indoors. Carnivorous Plant Newsletter 48(4):178–182. Quelle. Beschreibt ein mögliches Innenkulturmodell bei starker Zusatzbeleuchtung; keine spezielle Empfehlung für ‘Reptile’.
- International Carnivorous Plant Society: Dionaea Leaf Pullings Step-by-Step. Quelle. Anleitung zur vegetativen Vermehrung von Dionaea; bewahrt einen Klon nur bei korrekt bestimmter Ausgangspflanze.
Quellenbewertung und Bildrechte
Die Kernangaben zur Oberflächenstruktur, saisonalen Ausprägung und Selektorzuschreibung stammen aus wiederholten, aber kommerziellen Pflanzenbeschreibungen; sie sind nicht durch eine formale Originaldiagnose oder standardisierte Messreihe abgesichert. Das Ausbleiben eines exakten Treffers im geprüften ICPS-Material wird deshalb als ungeklärter Status und nicht als Beweis weltweiter Nichtregistrierung angegeben. Ähnliche Blattstielstrukturen bei ‘Lezard Vert’ und ‘Schuppenstiel’ belegen keine Gleichheit. In der lokalen Mediathek wurde kein eindeutig passendes eigenes Foto gefunden. Externe Bildtreffer waren Verkaufsbilder ohne verifizierte freie kommerzielle Lizenz; sie wurden nicht übernommen.
Zitieren
Zitierlink und Stand
Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'Reptile', Stand 02.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-reptile/
