Black Trap Codex

Dionaea muscipula 'Obsidian'

Venusfliegenfalle

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Dionaea
Herkunft
Diflora beansprucht die Kreuzung und Auslese Nr. 15; Abstammung und Klonweg nicht unabhängig dokumentiert.
Autor
J.Ellis

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Black-Trap-Systemprofil

Substrat- und Strukturbedarf

BT-Air
mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
BT-Water
hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
BT-Flow
mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
pH
3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
BT-Density
niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
Kapillaritaet
hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
Strukturstabilitaet
mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.

Kulturgruppe

Dionaea – temperierte Standardkultur

Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.

Risiken der Kulturgruppe

Gattungsprofil

Dionaea

Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.

Typische Fehler

Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute

Gattungsrisiken

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

Verknuepfungen

Empfohlene Systemprofile

Core-Referenzprofil

Standard-Mix

Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.

BT-Air
8,6
BT-Water
7,6
BT-Flow
9,3
BT-Structure
9,4
BT-Capillary
2,5
BT-Density
5,1
BT-Compaction
3,0
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reference

Botanische Beschreibung

Dionaea muscipula ‘Obsidian’ ist eine gärtnerische Auslese der Venusfliegenfalle. Als Erzeugerangabe wird sie als Nummer 15 aus einer Kreuzung von ‘AR Werewolf’ und ‘Asura’ geführt; die Pflanzen seien aus Samen dieser Kreuzung ausgewählt worden. Damit handelt es sich botanisch um eine Auslese innerhalb derselben Art, nicht um eine Kreuzung verschiedener Arten. Beschrieben wird eine tief burgunderfarbene Pflanze mit einem fast schwarz wirkenden Bereich, der im Zentrum beginnt und sich nach außen verteilt. Grüne Akzente können an Fallenrändern oder Blattstielen erhalten bleiben. Die Fallen sollen groß werden; belastbare Maße, eine Altersklasse oder ein Vergleichsversuch sind dafür nicht angegeben.

Zum Erscheinungsbild gehören außerdem stark ausgeprägte Oberflächenmerkmale, die als ‘leaf cracking’ und als schuppenartige Blattstruktur bezeichnet werden. Diese Benennungen sind Handelsbeschreibungen; eine botanisch standardisierte Definition oder mikroskopische Untersuchung der Auslese liegt nicht vor. ‘Obsidian’ ist deshalb am besten als dunkle Farbform mit möglicher grüner Randzeichnung und hervorgehobener Blattoberfläche zu erkennen, nicht allein an einer bestimmten Größe oder einem einzelnen Foto. Die Bezeichnungen ‘schwarz’ und ‘Vulkanglas’ sind anschauliche Farbangaben und kein Nachweis eines tatsächlich schwarzen Pigments. Eine dokumentierte unabhängige Merkmalsbeschreibung, Farbmessung oder feste Diagnosegrenze wurde nicht gefunden.

taxonomy

Taxonomie und Namensstatus

Der akzeptierte botanische Name der Grundart lautet Dionaea muscipula J.Ellis; sie gehört zur Familie Droseraceae. ‘Obsidian’ ist ein gärtnerischer Name innerhalb dieser Art und keine eigene Art, Unterart oder botanische Varietät. Die Anbieterbeschreibung nennt ‘AR Werewolf’ und ‘Asura’ als Eltern und führt die Pflanze als Auslese Nummer 15. Da beide Eltern ebenfalls als Dionaea-Auslesen gehandelt werden, beschreibt ‘Hybrid’ hier eine gärtnerische Kreuzung innerhalb von D. muscipula, nicht einen interspezifischen Hybriden.

Im geprüften ICPS-Register, dessen Umfang offiziell vor Oktober 2020 endet, und im durchsuchbaren CPN-Archiv wurde kein exakter Eintrag für ‘Obsidian’ gefunden. Das ist kein Beweis, dass der Name nirgends veröffentlicht oder verwendet wurde; eine formelle Registrierung oder veröffentlichte Erstbeschreibung konnte in diesen Beständen lediglich nicht bestätigt werden. Der Name wird daher als im Handel gebrauchter Kultivarname mit ungeklärtem Registrierungsnachweis geführt. ‘J.Ellis’ bezeichnet die botanische Autorenschaft der Art und nicht die Person, die ‘Obsidian’ ausgewählt hat. Die Anbieterangabe nennt das Unternehmen, aber keine einzelne verantwortliche Züchterin oder keinen einzelnen Züchter.

ecology

Herkunft und Verbreitung

‘Obsidian’ hat kein natürliches Verbreitungsgebiet: Der Name bezeichnet eine in Kultur entstandene Auslese. Die angegebene Kreuzung ‘AR Werewolf’ × ‘Asura’ und die Nummer 15 beziehen sich auf eine gärtnerische Auswahl, nicht auf einen Wildfundort. Die Beschreibung des Erzeugers sagt, dass Samen einer Dionaea-Kreuzung im Labor gekeimt und daraus eine auffällige Pflanze ausgewählt worden sei. Sie dokumentiert jedoch weder die Kreuzung im Detail noch Mutter- und Vaterrolle, Datum, Zahl der Sämlinge oder eine lückenlose Übergabe der später angebotenen Pflanzen.

Die Wildart Dionaea muscipula ist natürlich auf die Küstenebene North Carolinas und einen kleinen angrenzenden Bereich South Carolinas beschränkt. Dieses Areal darf nicht als Herkunft von ‘Obsidian’ ausgegeben werden; für die Auslese ist keine Wildpopulation, Fundnummer oder regionale Form angegeben. Auch der Name spielt auf dunkles vulkanisches Glas an und weist nicht auf einen vulkanischen Lebensraum hin. Bei erworbenen Pflanzen sollte die konkrete Bezugsquelle mit der behaupteten Auslese verbunden dokumentiert werden. Ohne nachvollziehbare Mutterpflanze und vegetative Weitergabe bleibt die Identität eines einzelnen Exemplars als ‘Obsidian’ eine Herkunftsangabe des Handels.

ecology

Ökologie und Lebensraum

Für ‘Obsidian’ wurden keine eigenen Feldbeobachtungen oder Versuche zu Habitat, Lichtnutzung, Wasserhaushalt oder Beutefang gefunden. Die ökologische Einordnung muss sich deshalb auf die Wildart Dionaea muscipula beschränken. Diese wächst in offenen, saisonal feuchten und nährstoffarmen Lebensräumen der Carolinas, darunter Kiefern-Savannen und Ränder von Pocosin-Feuchtgebieten. Saure Böden, hoher Grundwasserstand und wiederkehrende Störungen tragen dazu bei, konkurrierende Vegetation niedrig zu halten. Die Pflanze gewinnt Kohlenstoff durch Photosynthese und kann zusätzliche Nährstoffe aus gefangener Beute aufnehmen.

Die dunkle Färbung und die beschriebene Oberflächenstruktur von ‘Obsidian’ sind gärtnerische Merkmale. Keine geprüfte Arbeit zeigt, dass sie eine besondere Anpassung an ein anderes Habitat darstellen oder den Fang, die Verdauung oder die Lichtaufnahme verbessern. Aus dem Namen, der dunklen Farbe oder der behaupteten Elternschaft lässt sich weder eine höhere Hitze- noch eine besondere Frosttoleranz ableiten. Ebenso belegt die Bezeichnung ‘gigantisch’ keine abweichenden Ansprüche an Wasser oder Nährstoffe. Kultur- und Habitatinformationen für diese Auslese müssen daher als Grundart-Information gekennzeichnet bleiben, solange keine klonspezifischen Vergleichsdaten veröffentlicht sind.

reference

Wuchsform und Morphologie

Die Grundform besteht aus einer bodennahen Rosette mit kurzen bis längeren Blattstielen, an deren Ende jeweils eine aus zwei beweglichen Lappen aufgebaute Fangfalle sitzt. Bei ‘Obsidian’ steht laut Anbieter die Pigmentverteilung im Vordergrund: ein dunkles Burgunderrot bis nahezu Schwarz soll vom inneren Rosettenbereich nach außen ausstrahlen. Helle grüne Partien können an den Fallenrändern oder Blattstielen bestehen bleiben. Die Erzeugerbeschreibung bezeichnet die Blätter als stark gekrackt beziehungsweise schuppenartig strukturiert. Sie nennt außerdem große Fallen, liefert aber keine Größenwerte, keine standardisierten Aufnahmen und keine Angaben dazu, wie das Merkmal sich mit Blattalter oder Jahreszeit verändert.

Andere Händler- und Fachbeschreibungen der Eltern helfen nur begrenzt bei der Diagnose des Nachkommens. ‘AR Werewolf’ wird mit schmalen aufrechten Blattstielen sowie gewellten und unregelmäßigen Fallen mit kurzen Zähnen verbunden; ‘Asura’ mit rau oder gekerbt wirkenden Blättern und roter Färbung. Diese Merkmale dürfen nicht automatisch sämtlich ‘Obsidian’ zugeschrieben werden. Zur Prüfung sollten mehrere ausgereifte Fallen und Blattstiele derselben Pflanze aus verschiedenen Ansichten betrachtet werden. Ein einzelnes junges Blatt, Schattenwuchs oder eine Kamera mit veränderter Farbbalance kann sowohl den Dunkelgrad als auch den Grünanteil verfälschen.

reference

Merkmale des Kultivars

Der wichtigste beanspruchte Unterschied von ‘Obsidian’ zu einer gewöhnlichen Venusfliegenfalle ist die dunkle, vom Pflanzenzentrum nach außen verlaufende Pigmentierung. Die Falleninnenseite soll tief burgunderrot bis fast schwarz erscheinen, während grüne Randbereiche oder Blattstiele teilweise sichtbar bleiben. Hinzu kommen stark definierte Riss- oder Schuppenstrukturen an den Blättern und die Behauptung besonders großer Fallen. Die Herstellerseite nennt die Pflanze eine Asura-artige Variante. Diese Kombination unterscheidet sie in der Beschreibung von der pauschalen Vorstellung einer gleichmäßig roten Dionaea.

Die Angabe ‘nie vollständig rot’ beschreibt einen vom Anbieter behaupteten visuellen Kontrast, nicht eine publizierte Farbskala oder einen stabilen Grenzwert. Auch die Fallenmaße sind nicht quantifiziert. Gegenüber ‘Asura’ wird eine dunklere, stärker ins Burgunderfarbene und fast Schwarze gehende Variante mit grünen Restbereichen behauptet; gegenüber ‘AR Werewolf’ stehen dunkle Farbe und Oberflächenstruktur im Vordergrund, während dessen charakteristische stark unregelmäßige Fallenform nicht als gesicherte Eigenschaft von ‘Obsidian’ übernommen wird. Keine geprüfte Quelle belegt genetisch oder experimentell, welche Merkmale der Eltern tatsächlich vererbt wurden. Die konkrete Auslese sollte daher anhand der beschriebenen Gesamtwirkung und einer nachvollziehbaren Klonherkunft beurteilt werden.

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Fangstrategie

Die auffällige Farbe verändert nach der verfügbaren Evidenz nicht den grundlegenden Fangmechanismus von Dionaea muscipula. Jede Falle besteht aus zwei gelenkig verbundenen Lappen mit empfindlichen Auslösehaaren auf der Innenfläche. Wiederholte passende Reize können elektrische Signale auslösen und das rasche Zuklappen bewirken. Die Randzähne bilden zunächst eine durchlässige Begrenzung; anhaltende Bewegungen eines geeigneten Beutetiers fördern den engeren Verschluss und die anschließende Verdauungsreaktion. Die Beute liefert Mineralstoffe, während die Blätter weiterhin auf Photosynthese angewiesen sind.

Für ‘Obsidian’ sind keine Versuche zu Reizschwellen, Schließgeschwindigkeit, Beutegröße, Fangrate oder Verdauungsleistung bekannt. Fast schwarze Pigmentierung, schuppenartige Oberflächen und große Händlerangaben belegen keine besondere Fangwirkung. Auch ist nicht gezeigt, dass die Fallen der Auslese häufiger schließen, mehr Beute aufnehmen oder schneller verdauen als die Grundart. Die Größe einer Falle allein ist kein zuverlässiger Funktionsnachweis. Zur Beobachtung sollte man einzelne Fallen nicht wiederholt durch Berühren auslösen: Schließungen verbrauchen Reserven und sind ohne Beute kein sinnvoller Vergleichstest. Beurteile stattdessen natürlich ausgelöste Fallen und vermerke ihr Alter sowie die Umgebungsbedingungen.

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Reproduktion und Lebenszyklus

Die Entstehungsangabe ist für die Erhaltung des Namens wichtig: Beschrieben wird eine Kreuzung von ‘AR Werewolf’ und ‘Asura’, deren Samen im Labor gekeimt wurden; daraus sei Sämling Nummer 15 wegen seiner Form und Färbung ausgewählt worden. In-vitro-Keimung macht die Sämlinge nicht zu Klonen. Jedes aus Samen hervorgegangene Individuum kann eine eigene Merkmalskombination besitzen. Die Erzeugerbeschreibung nennt weder eine dokumentierte spätere Mutterpflanze noch eindeutig, mit welchem vegetativen Verfahren die angebotenen Pflanzen seit der Auswahl vervielfältigt wurden.

Um die ausgewählte Kombination von ‘Obsidian’ zu erhalten, muss die bezeichnete Mutterpflanze vegetativ weitergegeben werden, etwa durch Teilung, Blattstecklinge oder eine Gewebekultur aus geeignetem Pflanzenmaterial. Eine erneute Aussaat der Kreuzung erzeugt Geschwister, nicht zuverlässig identische ‘Obsidian’-Pflanzen. Das einschlägige Fachprotokoll zur In-vitro-Vermehrung von Dionaea arbeitet mit Explantaten ausgewählter Pflanzen und ist daher von einer Keimung aus Samen zu unterscheiden. Bei jeder Übernahme sollten Quelle, Mutterpflanze, Datum und Vermehrungsweg notiert werden. Ohne diese Angaben können ähnlich dunkle Sämlinge nicht allein wegen ihrer Farbe sicher derselben benannten Auslese zugeordnet werden.

culture

Kultur

Für ‘Obsidian’ ist keine eigene Kulturmethode experimentell belegt. Sie sollte zunächst wie eine temperierte Dionaea muscipula kultiviert werden: sehr hell bis sonnig, gleichmäßig feucht und in nährstoffarmem saurem Medium. Bei Freilandkultur gehört eine kühle saisonale Ruhe zum Jahreslauf; eine Zimmerpflanze kann laut ICPS bei ausreichend starker Zusatzbeleuchtung und regelmäßiger Fütterung ohne Winterruhe weiterwachsen. Neu erworbene Pflanzen müssen stufenweise an stärkere direkte Sonne gewöhnt werden, besonders wenn sie zuvor unter Glas oder im Labor standen. Die Anbieterpflegehinweise beziehen sich allgemein auf Dionaea und begründen keine besondere Behandlung dieser Auslese.

Es gibt keinen belegten Lichtwert, der ‘Obsidian’ zuverlässig nahezu schwarz färbt, und keine Evidenz dafür, dass hohe Wärme oder starke Mittagssonne für diese Farbe nötig wären. Auch die Händlerangabe großer Fallen rechtfertigt weder Düngung noch stärkere Fütterung. Stabilisiere zuerst Licht, Wasserqualität und Wurzelfeuchte. Im Freien folgt die Pflanze dem Jahresgang und geht bei kühler Witterung in Ruhe; nach dem Kulturleitfaden kann eine Zimmerpflanze bei sehr guter Zusatzbeleuchtung und regelmäßiger Fütterung ohne Winterruhe weiterwachsen. Diese beiden Kulturweisen sollten nicht ständig gewechselt werden. Prüfe neue, reife Blätter über mehrere Wochen, statt einzelne Fallen nach kurzfristigem Farbwechsel zu beurteilen. Absterbende ältere Fallen im saisonalen Verlauf sind nicht automatisch ein Verlust der gesamten Pflanze.

substrate

Substrat und Wasser

Ein spezielles Substratrezept für ‘Obsidian’ ist nicht belegt. Geeignet ist ein saures, nährstoffarmes und ausreichend luftführendes Dionaea-Medium, beispielsweise ungedüngter Weißtorf mit gewaschenem grobem Quarzsand oder langfaseriges Sphagnum. Gedüngte Blumenerde, Kompost, kalkhaltige Bestandteile und nährstoffreiche Zusätze können die empfindlichen Wurzeln schädigen. Das Medium soll während des Wachstums gleichmäßig feucht bleiben. Ein flacher Wasserstand im Untersetzer ist in der Topfkultur verbreitet; entscheidend ist, mineralarmes Wasser zu verwenden und die saisonale Verdunstung zu berücksichtigen.

Regenwasser, destilliertes Wasser oder Wasser aus einer gut gewarteten Umkehrosmoseanlage sind geeignete Optionen. Hartes oder salzreiches Leitungswasser kann Mineralien im Topf anreichern. Es wurden keine klonspezifischen pH-, Leitfähigkeits-, Feuchte- oder Nährstoffgrenzwerte für ‘Obsidian’ veröffentlicht; Werte aus Habitatstudien beschreiben die Wildart und sind keine präzise Topfrezeptur. Während einer kühlen Freilandruhe darf der Wurzelballen nicht austrocknen, doch Wasserführung und Nachfüllabstand hängen von Temperatur, Gefäß und Medium ab. Die dunkle Farbe oder die behauptete Oberflächenstruktur liefert keinen Grund, das Substrat trockener, nährstoffreicher oder dauerhaft heißer zu halten.

practice

Praxisnotizen

Der verknüpfte Kontrollrhythmus des Dionaea-Kulturprofils gilt auch für ‘Obsidian’: Sichtkontrolle alle 14 Tage bei aktivem Wachstum, alle 30 Tage in der Winterruhe und alle 7 Tage bei Sämlingen. Das sind Inspektionsabstände, keine festen Gießtermine. Dokumentiere über mehrere reife Blätter den Dunkelgrad der Fallenmitte, den Verlauf der burgunder- bis fast schwarz wirkenden Färbung, grüne Rand- und Blattstielbereiche sowie die beschriebene Riss- oder Schuppenstruktur. Notiere Saison, Lichtumgebung, Alter der Fallen, Zustand nach der Ruhephase, Herkunft und Vermehrungsweg. Für brauchbare Fotos sollten Weißabgleich, Abstand und Beleuchtung vergleichbar bleiben.

In der lokalen WordPress-Mediathek wurde kein eindeutig zugeordnetes eigenes ‘Obsidian’-Foto gefunden. Bei der Recherche ließ sich auch kein Bild des exakten Klons mit nachweisbarer freier kommerzieller Lizenz verifizieren; fremde Verkaufsbilder bleiben deshalb ungenutzt und die Bildfelder leer. Für eine spätere eigene Aufnahme wären eine Gesamtansicht der Rosette, die Falleninnenseiten, die grünen Ränder und eine Nahaufnahme der Blattoberfläche hilfreich. Die dunkle Farbe sollte bei neutralem Tageslicht dokumentiert werden, weil künstliche Beleuchtung und automatische Bildbearbeitung fast schwarze Töne leicht verfälschen. Etikett und Klonherkunft sollten zusammen mit den Bildern aufbewahrt werden.

sources

Quellenangaben

Kultivarspezifische Handels- und Erzeugerangaben

  • Diflora: Dionaea muscipula ‘Obsidian’. Quelle. Erzeuger-/Verkaufsbeschreibung: behauptete Kreuzung, Sämlingsauswahl Nr. 15, Farbe, Oberflächenbeschreibung und allgemeine Kulturangaben; nicht unabhängig verifiziert.
  • Diflora: Dionaea muscipula ‘AR Werewolf’. Quelle. Beschreibung des angegebenen Elternteils: aufrechter Wuchs, schmaler Blattstiel, unregelmäßige Fallen und kurze Zähne; keine direkte Obsidian-Diagnose.
  • Jeremiah’s Plants: Dionaea muscipula ‘AR Werewolf’. Quelle. Unabhängige Wiederverkäuferbeschreibung des Elternkultivars; als Vergleichsquelle, nicht als Abstammungsnachweis.
  • Ferri Seeds: Dionaea muscipula ‘Asura’. Quelle. Händlerbeschreibung des zweiten angegebenen Elternkultivars: raue/gekörnte, gekerbte Blätter und rote Färbung; keine direkte Obsidian-Diagnose.

Namen, Taxonomie und Verbreitung

  • International Carnivorous Plant Society: Registered Cultivars. Quelle. Register und dessen ausdrücklich genannter zeitlicher Umfang bis vor Oktober 2020; ein fehlender Treffer allein beweist keine globale Nichtregistrierung.
  • International Carnivorous Plant Society: Carnivorous Plant Newsletter archive. Quelle. Durchsuchbares Archiv veröffentlichter wissenschaftlicher, taxonomischer und Kultivarartikel; dort wurde kein exakter Obsidian-Eintrag bestätigt.
  • Royal Botanic Gardens, Kew: Plants of the World Online, Dionaea muscipula J.Ellis. Quelle. Akzeptierter Artname, Autorenschaft und Verbreitungsrahmen der Grundart.
  • International Plant Names Index: Dionaea muscipula J.Ellis. Quelle. Nomenklatorischer Datensatz zur botanischen Autorenschaft.
  • North Carolina State University Extension: Dionaea muscipula, Plant Toolbox. Quelle. Fachliche Artübersicht zu Morphologie, natürlichem Areal, Kultur und generischer Vermehrung; nicht klonspezifisch.
  • North Carolina Natural Heritage Program: Dionaea muscipula species account. Quelle. Behördliche Artinformation zu Verbreitung und Habitat der Wildart.
  • Hamon, L. et al. (2021): A rangewide status survey of Venus flytrap Dionaea muscipula (Droseraceae). North Carolina Natural Heritage Program report to U.S. Fish and Wildlife Service. Quelle. Rangweite Bestands- und Habitatübersicht der Wildart.
  • Flora of North America Editorial Committee: Dionaea muscipula. Quelle. Floristische Referenz zu Beschreibung, natürlichem Habitat und Vorkommen.

Ökologie, Physiologie und Kultur der Grundart

  • Roberts, P.R. & Oosting, H.J. (1958): Responses of Venus Fly Trap to Factors Involved in Its Endemism. Ecological Monographs 28(2):193–218. Quelle. Primärarbeit zu Umweltfaktoren, Boden und natürlichem Habitat.
  • Volkov, A.G. et al. (2008): Active movements in plants: Mechanism of trap closure by Dionaea muscipula Ellis. Plant Signaling & Behavior 3(10):778–783. Quelle. Primärforschung zu Sinneshaaren, elektrischen Signalen und Fallenbewegung.
  • Böhm, J. et al. (2016): The Venus Flytrap Dionaea muscipula Counts Prey-Induced Action Potentials to Induce Sodium Uptake. Current Biology 26(3):286–295. Quelle. Primärforschung zu Beutereizen und anschließender Nährstoffaufnahme.
  • Schulze, W.X. et al. (2012): The Protein Composition of the Digestive Fluid from the Venus Flytrap Sheds Light on Prey Digestion Mechanisms. Molecular & Cellular Proteomics 11(11):1306–1319. Quelle. Proteomische Untersuchung der Verdauungsflüssigkeit der Grundart.
  • Gao, P. et al. (2015): Integration of trap- and root-derived nitrogen nutrition of carnivorous Dionaea muscipula. New Phytologist 205(3):1320–1329. Quelle. Primärstudie zur Nährstoffaufnahme durch Fallen und Wurzeln; kein Obsidian-Vergleich.
  • Youngsteadt, E. et al. (2018): Venus Flytrap Rarely Traps Its Pollinators. The American Naturalist 191(4):539–546. Quelle. Feldstudie zu Beute, Blütenbesuchern und räumlicher Trennung von Fang- und Fortpflanzungsfunktionen.
  • Hamon, L. et al. (2024): As prey and pollinators, insects increase reproduction and allow for outcrossing in the carnivorous plant Dionaea muscipula. American Journal of Botany. Quelle. Aktuelle Primärstudie zur Bestäubung und Reproduktion der Wildart.
  • International Carnivorous Plant Society: Growing Dionaea muscipula. Quelle. Kulturleitfaden der Art zu Licht, Wasser, Substrat und unterschiedlichen Außen- und Zimmerkulturweisen.
  • Brittnacher, J. (2019): Grow Venus flytraps indoors. Carnivorous Plant Newsletter 48(4):178–182. Quelle. Erörtert Zimmerkultur, intensive Zusatzbeleuchtung und die Möglichkeit kontinuierlichen Wachstums ohne erzwungene Winterruhe.

Vermehrung

  • International Carnivorous Plant Society: Dionaea Leaf Pullings Step-by-Step. Quelle. Vegetative Blattstecklingsvermehrung; geeignet, um eine ausgewählte Mutterpflanze klonal weiterzugeben.
  • Bartsch, M., Mahnkopp, F. & Winkelmann, T. (2014): In vitro propagation of Dionaea muscipula Ellis. Propagation of Ornamental Plants 14(3):117–124. Quelle. Fachprotokoll zur vegetativen In-vitro-Vermehrung ausgewählter Pflanzen aus Explantaten; methodisch von Samenkeimung zu unterscheiden.

Quellenbewertung und Bildrechte

Die spezifischen Merkmale, die Kreuzung und die Nummer der Auslese beruhen derzeit auf der Erzeugerbeschreibung. Die Merkmale von ‘AR Werewolf’ und ‘Asura’ dienen nur zur Einordnung der genannten Eltern; sie sind kein Beleg dafür, dass jeder Elterncharakter an ‘Obsidian’ weitergegeben wurde. Die artspezifischen wissenschaftlichen und behördlichen Quellen beschreiben die Wildart, nicht diese Auslese. Im geprüften ICPS-Register und durchsuchbaren CPN-Archiv wurde kein exakter Obsidian-Eintrag bestätigt; der Status wird deshalb als ungeklärt und nicht als weltweit ausgeschlossen geführt. In der lokalen Mediathek fand sich kein eindeutig zugeordnetes eigenes Bild; ein exaktes Bild mit geprüfter freier kommerzieller Lizenz wurde ebenfalls nicht gefunden. Fremde Produktbilder wurden nicht übernommen.

Zitieren

Zitierlink und Stand

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Aktueller Stand02.10.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'Obsidian', Stand 02.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-obsidian/