Black Trap Codex
Dionaea muscipula 'Loch Ness'
Venusfliegenfalle
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Wasser
- AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
- Ruhephase
- optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Black-Trap-Systemprofil
Substrat- und Strukturbedarf
- BT-Air
- mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
- BT-Water
- hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
- BT-Flow
- mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
- pH
- 3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
- BT-Density
- niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
- Kapillaritaet
- hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
- Strukturstabilitaet
- mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.
Kulturgruppe
Dionaea – temperierte Standardkultur
Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.
Risiken der Kulturgruppe
Gattungsprofil
Dionaea
Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.
Typische Fehler
Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute
Gattungsrisiken
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
Verknuepfungen
Empfohlene Systemprofile
Standard-Mix
Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.
- BT-Air
- 8,6
- BT-Water
- 7,6
- BT-Flow
- 9,3
- BT-Structure
- 9,4
- BT-Capillary
- 2,5
- BT-Density
- 5,1
- BT-Compaction
- 3,0
reference
Botanische Beschreibung
Dionaea muscipula ‘Loch Ness’ ist eine gärtnerische Dionaea-Auswahl, die der Anbieter Diflora als selbst erzeugten Hybrid bezeichnet. Die dortige Beschreibung nennt die Kreuzung ‘Basmati 10’ × ‘Umgenkrempelt’ und charakterisiert die Fangblätter als auffällig verlängert, verdreht und unregelmäßig verformt. Die Fallenränder sind demnach wellig; kurze Randzähne weisen in verschiedene Richtungen. Dazu kommen ein schmaler, aufrechter Blattstiel, der oft der Fallenkrümmung folgt, sowie eine überwiegend hellgrüne Färbung mit rötlichen Streifen auf der Falleninnenseite und einem hellgrünen Rand. Das ergibt ein ganz anderes Gesamtbild als eine gewöhnliche, symmetrische Klappfalle.
Diflora vergleicht die verformten Fallen mit ‘Werewolf’, sagt aber, ‘Loch Ness’ werde deutlich größer, und ordnet es auch den Merkmalen „giant“, „erect“, „mutant“ und „wide open traps“ zu. Das sind Händlerangaben ohne veröffentlichte Messreihe; insbesondere ist „mutant“ hier kein genetisch geprüfter Befund. Ein anderer Wiederverkäufer nennt pauschal große, längliche Fallen und saisonal veränderliche Rotfärbung, ohne die markanten Verformungen näher zu belegen. Für die artspezifische Beschreibung stützen wir uns deshalb vorrangig auf die detailliertere Züchterseite und führen allgemeine Größen- oder Farbaussagen nur eingeschränkt. Eine standardisierte Erstbeschreibung oder unabhängige Vermessung des Klons wurde nicht gefunden.
taxonomy
Taxonomie und Namensstatus
Der akzeptierte Artname ist Dionaea muscipula J.Ellis aus der Familie Droseraceae. ‘Loch Ness’ ist ein gärtnerischer Name innerhalb dieser Art, keine botanische Art, Unterart oder Varietät. Diflora bezeichnet die Pflanze als eigenen Hybrid und gibt als Eltern ‘Basmati 10’ und ‘Umgenkrempelt’ an. Die Schreibweise des zweiten Elternteils weicht von dem 2013 im Carnivorous Plant Newsletter aufgeführten ‘Umgekrempelt’ ab. Dieser publizierte Name ist belegt; ob Diflora dieselbe Pflanze meint oder eine abweichende Selektion, ließ sich nicht unabhängig klären. Die Quelle wird daher nicht stillschweigend korrigiert.
Diflora bewirbt ‘Loch Ness’ als eigene Züchtung beziehungsweise Auswahl; ein einzelner verantwortlicher Züchter, ein Selektionsjahr oder eine formelle Kultivarbeschreibung wird nicht genannt. Die Verkaufsseite erklärt zugleich, die In-vitro-Vermehrung sei mit Pflanzenmaterial erfahrener europäischer Züchter begonnen worden. Wie diese Materialherkunft mit der angegebenen Kreuzung und Auswahl zusammenhängt, ist nicht dokumentiert. Eine exakte offizielle Registrierung oder CPN-Beschreibung für ‘Loch Ness’ wurde in den geprüften Register- und Newsletterbeständen nicht gefunden. Der Status bleibt daher ungeklärt; fehlende Suchtreffer beweisen keine weltweite Nichtregistrierung. J.Ellis ist botanischer Autor der Art, nicht Urheber des Kultivarnamens.
ecology
Herkunft und Verbreitung
‘Loch Ness’ besitzt kein natürliches Areal. Es handelt sich um eine in Kultur erzeugte Dionaea-Auswahl, deren Handelsname keine Herkunft aus Schottland oder eine Verbindung zum dortigen See belegt. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Grundart liegt in der Küstenebene North Carolinas und einem kleinen angrenzenden Gebiet South Carolinas im Südosten der Vereinigten Staaten. Ein Wildfundort, eine Fundnummer oder ein natürliches Vorkommen dieses benannten Klons ist nicht angegeben. Die geografische Herkunft des Wildelternteils darf nicht mit der Züchtungs- und Vermehrungsgeschichte von ‘Loch Ness’ verwechselt werden.
Diflora schreibt sich die Kreuzung und Auswahl zu, nennt in der geprüften Beschreibung aber auch europäische Pflanzenlieferanten als Ausgangspunkt für die In-vitro-Vermehrung. Dadurch bleiben die genaue Rolle der Mutterpflanze, der Ablauf der Kreuzung und die Weitergabe der ausgewählten Pflanze offen. Die Handelsseite ist derzeit der wichtigste auffindbare Merkmals- und Herkunftsbeleg, aber keine unabhängige Abstammungsprüfung. Wer einen Ableger übernimmt, sollte Etikett, Verkäufer, Erwerbsdatum und vegetative Vermehrungsmethode dokumentieren. Die genaue Schreibweise des angegebenen Elternteils sollte ebenfalls erhalten bleiben, bis Diflora sie klärt. Eine Angabe wie „aus North Carolina“ wäre für diesen Kultivar irreführend, sofern sie nicht ausdrücklich nur die Herkunft der Art meint.
ecology
Ökologie und Lebensraum
Für ‘Loch Ness’ sind keine Feldökologie oder physiologischen Vergleichsversuche veröffentlicht. Die ökologische Grundlage stammt daher von der Wildart Dionaea muscipula: Sie besiedelt offene, sehr helle und saisonal feuchte Standorte mit saurem, nährstoffarmem Boden in den Carolinas. Die Rosette betreibt Photosynthese und ergänzt die Mineralstoffaufnahme über tierische Beute. Offene Vegetation und der natürliche Jahresgang prägen diese Standorte. Keine verfügbare Quelle zeigt, dass die auffällig verdrehten Fallen von ‘Loch Ness’ eine besondere ökologische Funktion oder einen Vorteil bei der Beutefangrate besitzen.
Die Handelsbezeichnungen „mutant“ und „wide open traps“ beschreiben die ungewöhnliche Gestalt, nicht nachgewiesene Lebensraumanpassungen. Es gibt keine Messungen zu Wachstum, Wasserbedarf, Lichtnutzung oder Fangwirkung im Vergleich zu ‘Werewolf’, den angegebenen Eltern oder der Grundart. Auch aus dem Hybridnamen lässt sich keine besondere Winterhärte ableiten. Bei Kultur und Habitatbeschreibung gelten deshalb die Ansprüche temperierter Dionaea. Ob die verformten Lappen einzelne Fallen weniger funktionsfähig machen, lässt sich ohne Versuch nicht pauschal sagen; der Verkäufer beschreibt keine entsprechende Funktionsprüfung. Morphologische Besonderheiten werden als Erscheinungsbild festgehalten und nicht zu einer unbelegten Anpassungsgeschichte ausgebaut.
reference
Wuchsform und Morphologie
Die detaillierteste verfügbare Züchterbeschreibung hebt eine Kombination aus aufrechtem Wuchs und stark veränderter Fallenform hervor. Die Blattstiele sollen schmal und aufrecht sein und sich teils mit der Krümmung der Falle drehen. Die Fallen sind tief länglich, verdreht und unregelmäßig verformt; ihre Ränder erscheinen wellig. Die Randzähne werden als kurz und in unterschiedliche Richtungen orientiert beschrieben. Die Blattstiele bleiben hellgrün, während auf der Innenseite der Fallen rötliche Streifen auftreten und der Rand grün bleibt. Die Züchterseite vergleicht den Umriss mit ‘Werewolf’, beansprucht aber größere Fallen. Konkrete Maße fehlen, deshalb werden keine Zentimeterwerte als feste Diagnose angegeben.
Ein anderer Händler reduziert das Merkmal auf große, längliche Fallen und saisonal variable rote Pigmentierung; diese generische Zusammenfassung lässt die vom Züchter genannten Verdrehungen, welligen Ränder und multidirektionalen kurzen Zähne aus. Daher gilt sie nicht als gleichwertige Morphologiediagnose. Größe und Rotanteil können sich mit Blattreife, Licht und Jahreszeit ändern, während eine erkennbare Verdrehung und die unregelmäßige Randstruktur laut Züchterseite das markantere Muster bilden. Für eine Identifikation sollten mehrere ausgereifte Fallen von mehreren Seiten fotografiert und die Blattstiele mit erfasst werden. Eine einzelne offene oder beschädigte Falle kann die tatsächliche Form überzeichnen und genügt nicht als Bestätigung.
reference
Merkmale des Kultivars
Das am besten gestützte Erkennungsbild von ‘Loch Ness’ ist keine bloße Größe, sondern die Verbindung aus schmalen, aufrechten und häufig gedrehten Blattstielen mit länglichen, verdrehten, wellenrandigen Fangfallen. Die kurzen Randzähne stehen laut Diflora in verschiedene Richtungen. Die Färbung soll hellgrün sein, mit rötlichen Streifen auf der Falleninnenseite und einem grünen Rand. Die Seite stellt einen Vergleich zu ‘Werewolf’ her und beschreibt ‘Loch Ness’ als größer. Der Begriff „wide open traps“ erscheint als Händlerkategorie; es wird jedoch nicht behauptet, dass Fallen funktionslos oder ohne Auslösehaare wären. Dafür gibt es in der geprüften Beschreibung keinen Beleg.
Die Abstammungsangabe ist selbst nicht völlig eindeutig: Diflora schreibt den Elternnamen als ‘Umgenkrempelt’, während die offizielle CPN-Liste von 2013 den Namen ‘Umgekrempelt’ führt. Bis diese Diskrepanz geklärt ist, bleibt die Elternschaft eine wörtlich zugeschriebene Anbieterangabe. ‘Werewolf’ dient nur als visueller Vergleich und ist ein eigener registrierter Kultivar; daraus folgt weder Synonymie noch eine bestätigte genetische Nähe über die behauptete Kreuzung hinaus. Der Wiederverkäufertext, der lediglich große längliche Fallen hervorhebt, begründet keine alternative Diagnose. Ein Etikett allein beweist den Klon nicht; Herkunft und vegetative Weitergabe sollten mit der charakteristischen Fallen- und Blattstielkombination übereinstimmen.
reference
Fangstrategie
Die modifizierte Fallenform von ‘Loch Ness’ ändert den bekannten Grundmechanismus von Dionaea muscipula nicht nachweislich. Eine Falle besteht aus zwei beweglichen Lappen mit empfindlichen Sinneshaaren. Wiederholte Beutereize können elektrische Signale auslösen und das rasche Zuklappen bewirken. Die Randzähne greifen zunächst wie ein Gitter ineinander; weitere Reize fördern den dichten Verschluss und die Verdauungsreaktion. Zu ‘Loch Ness’ gibt es keine veröffentlichten Versuche zu Reizschwelle, Schließgeschwindigkeit, Zahl der Fangzyklen oder Fangwahrscheinlichkeit. Die gewellte Form und die unterschiedlich gerichteten Zähne sind beobachtete Gestaltungseigenschaften, keine nachgewiesene Spezialisierung auf eine bestimmte Beute.
Ob stark gedrehte oder verformte Fallen im Einzelfall zuverlässig schließen, kann von der jeweiligen Falle abhängen und wurde in den Quellen nicht systematisch untersucht. Daraus sollte weder eine generelle Funktionsunfähigkeit noch eine besondere Fangtechnik abgeleitet werden. Der Händler ordnet die Sorte als „wide open“ ein, beschreibt aber weiterhin Fangfallen und keine absichtlich dauerhaft offenen, reizlosen Blätter. Wiederholtes manuelles Auslösen wäre weder ein zuverlässiger Funktionstest noch hilfreich für die Kultivarbestimmung. Beobachte stattdessen ungestörte Fallen im Alltag und dokumentiere Form, Reife und natürlichen Fang. Die Beutefang- und Verdauungsphysiologie bleibt grundsätzlich die der Art.
reference
Reproduktion und Lebenszyklus
Zur Erhaltung der auffälligen Gestalt muss eine benannte Mutterpflanze vegetativ weitergegeben werden. Dionaea kann über Ableger und Rhizomteilung, Blattstecklinge und In-vitro-Kultur vermehrt werden. Diflora sagt, die Vermehrung von ‘Loch Ness’ im eigenen Labor mit Pflanzenmaterial europäischer Züchter begonnen zu haben. Die Beschreibung erklärt nicht, von welcher Mutterpflanze das Material stammt und wie es mit der behaupteten Kreuzung und Selektion verbunden ist. Deshalb ist dies als Anbieterangabe, nicht als unabhängig geschlossene Klonkette zu lesen. Bei jeder Weitergabe sollten Mutterpflanze, Quelle, Datum und Methode vermerkt werden.
Samen erhalten einen bestimmten Klon nicht zuverlässig: Sämlinge sind genetisch neu kombinierte Individuen und können Gestalt, Zahnung und Färbung von ‘Loch Ness’ nicht als feste Merkmalskombination reproduzieren. Eine Aussaat kann neue interessante Formen hervorbringen, sollte aber nicht ohne begründete Auswahl und Dokumentation unter dem bestehenden Klonnamen weitergegeben werden. Die angegebene Kreuzung ‘Basmati 10’ × ‘Umgenkrempelt’ stammt von Diflora; wegen der abweichenden Schreibweise des zweiten Elternnamens bleibt offen, ob ‘Umgekrempelt’ gemeint ist. Vermehrte Pflanzen sollten wiederholt auf gedrehte Blattstiele, längliche gewellte Fallen und die kurzen unregelmäßigen Zähne verglichen werden, bevor die Etikettierung als verlässlich gilt.
culture
Kultur
Es gibt keine belegte Sonderpflege für ‘Loch Ness’. Die Pflanze folgt der temperierten Kultur von Dionaea muscipula: sehr viel Licht, mineralarmes Wasser, dauerhaft feuchtes nährstoffarmes Substrat und einen saisonalen Jahresgang mit kühler Winterruhe. Diflora gibt Außenkultur in voller Sonne und Akklimatisierung an; die Grundhinweise sind allgemeine Dionaea-Empfehlungen, keine vergleichende Studie an diesem Kultivar. Neu erworbene Pflanzen sollten graduell an stärkere direkte Sonne gewöhnt werden. Für junge In-vitro-Pflanzen ist die vom Anbieter beschriebene Übergangsphase gesondert zu beachten, weil deren Anpassung nicht mit einer etablierten Freilandpflanze gleichzusetzen ist.
Die ungewöhnliche Fallenform macht die Sorte nicht automatisch empfindlicher, und ein bestimmter Lichtwert für kräftige Rotstreifen ist nicht veröffentlicht. Züchte sie zuerst stabil nach dem Profil der Art und beobachte neue ausgereifte Fallen, statt übermäßige Sonne, Wärme oder Fütterung zu erzwingen. Bei Freilandkultur soll die Pflanze den temperierten Jahresgang durchlaufen; geschützte Überwinterung kann in sehr kalten Bedingungen sinnvoll sein, ohne die Ruhephase aufzuheben. Schlechter Austrieb ist zunächst anhand von Licht, Wasserqualität, Wurzelfeuchte, Akklimatisierung und Saison zu beurteilen. Die Bezeichnung „Riesenform“ liefert keine genaue Sollgröße und begründet keine zusätzliche Düngung oder abweichende Wasserversorgung.
substrate
Substrat und Wasser
Ein eigenes Substratrezept für ‘Loch Ness’ wurde nicht gefunden. Geeignet bleibt ein saures, nährstoffarmes und luftführendes Medium für Dionaea, etwa ungedüngter Torf oder Sphagnum mit mineralischem, inertem Zuschlag. Diflora beschreibt für die Art eine Torf-Perlite-Mischung; dies ist eine Kulturangabe des Anbieters, kein experimentell bestimmtes Klonrezept. Gedüngte Blumenerde, Kompost und kalkhaltige Zusätze sind zu vermeiden. Während des Wachstums bleibt der Wurzelbereich gleichmäßig feucht. Die bizarre Fallenform erfordert weder trockenere Wurzeln noch eine besonders nährstoffreiche Versorgung.
Regenwasser, destilliertes Wasser oder Umkehrosmosewasser mit geringer Mineralfracht sind geeignete Quellen. Diflora nennt für sein Wasser eine Leitfähigkeit unter 50 µS; das ist dessen allgemeine Pflegeempfehlung für Dionaea, nicht ein speziell gemessener Grenzwert für ‘Loch Ness’. Hartes oder salzreiches Leitungswasser kann die Wurzeln belasten. In der Winterruhe darf das Medium nicht austrocknen; Wasserstand und Nachfüllrhythmus richten sich nach Temperatur, Topf und Verdunstung, nicht nach einem starren Kalender. Auch bei dauerhaftem Anstau müssen Gefäß und Substrat ausreichend Luft im Wurzelraum zulassen. Es liegen keine kultivarspezifischen pH- oder Feuchtemesswerte vor.
practice
Praxisnotizen
Der verknüpfte Kontrollrhythmus des Dionaea-Profils gilt für ‘Loch Ness’: alle 14 Tage während aktiven Wachstums, alle 30 Tage während der Winterruhe und alle 7 Tage bei Sämlingen. Das sind Inspektionsabstände, keine Gießtermine. Dokumentiere bei mehreren reifen Fallen die Länge und Krümmung der Lappen, Wellen am Fallenrand, Richtung und Verteilung der kurzen Zähne, Blattstiellänge und -drehung sowie die rote Innenzeichnung. Notiere Datum, Saison, Licht, Kulturort und Alter der Falle. Halte Bezugsquelle und Vermehrungsweg fest; die veröffentlichte Züchterseite nennt sowohl eine Kreuzung als auch europäisches Pflanzenmaterial für die Vermehrung, ohne deren Verbindung im Detail zu erklären.
In der lokalen WordPress-Mediathek wurde kein eindeutig zugeordnetes eigenes ‘Loch Ness’-Bild gefunden. Die Bildsuche ergab keine Aufnahme mit nachweisbarer freier kommerzieller Lizenz; fremde Verkaufsbilder werden deshalb nicht übernommen und sämtliche Bildfelder bleiben leer. Die wichtigste verfügbare Merkmalsbeschreibung stammt vom Anbieter, der die Sorte als Diflora-Hybrid beschreibt; ein Wiederverkäufer liefert eine deutlich allgemeinere Beschreibung. Die widersprüchlich wiedergegebene Schreibweise des behaupteten Elternteils wird im Profil offengehalten. Für eine spätere Bildzuordnung sollte ein eigenes Foto die ganze Rosette sowie Fallen von oben, seitlich und mit sichtbarem Blattstiel zeigen; ein Detail allein kann die beanspruchte Gesamtform nicht belegen.
sources
Quellenangaben
Züchter- und Handelsangaben zu ‘Loch Ness’
- Diflora: Dionaea muscipula ‘Loch Ness’. Quelle. Züchterseite: nennt Kreuzung, charakteristische Fallenform, Färbung, Pflanzenmaterial und In-vitro-Vermehrung; Primärangabe des Verkäufers, keine unabhängige Verifizierung.
- Diflora: Wide open traps, Dionaea special features. Quelle. Führt ‘Loch Ness’ unter erect, giant, mutant und wide-open-trap Merkmalen; Händlerkategorien, keine Messwerte oder genetische Diagnose.
- Nano Nursery: Dionaea muscipula ‘Loch Ness’. Quelle. Wiederverkäufer beschreibt große längliche Fallen und variable saisonale Rotfärbung, bleibt bei der Fallenform aber allgemeiner als Difloras Züchtertext.
Namensstatus, Eltern und Vergleichskultivare
- International Carnivorous Plant Society: Registered Cultivars. Quelle. Erläutert den zeitlichen Umfang des ICPS-Registers und verweist für spätere Veröffentlichungen auf CPN.
- International Carnivorous Plant Society: Carnivorous Plant Newsletter archive. Quelle. Archiv veröffentlichter Kultivarbeschreibungen; im geprüften Bestand keine exakte ‘Loch Ness’-Beschreibung gefunden.
- International Carnivorous Plant Society (2013): Cultivar names registered in 2013, CPN 43(1):31–32. Quelle. Listet ‘Umgekrempelt’ mit M. Maier und ‘Werewolf’ separat mit G. Hoogenstrijd; relevant für die abweichende Elternschreibweise in der Diflora-Seite und die Trennung beider Vergleichskultivare.
Art, Ökologie, Fang und Kultur
- Royal Botanic Gardens, Kew: Plants of the World Online, Dionaea muscipula J.Ellis. Quelle. Akzeptierter botanischer Artname, Autorenschaft und natürliches Verbreitungsgebiet.
- International Plant Names Index: Dionaea muscipula J.Ellis. Quelle. Nomenklatorischer Datensatz zur botanischen Autorenschaft der Art.
- North Carolina Natural Heritage Program: Dionaea muscipula. Quelle. Behördliche Artinformation zur Wildart und ihrem Vorkommen.
- U.S. Fish and Wildlife Service (2023): Range-wide Status Survey of Venus Flytrap. Quelle. Behördliche Bestands- und Habitatübersicht für die Wildart.
- U.S. Fish and Wildlife Service: Venus flytrap species profile. Quelle. Behördliche Artübersicht zum natürlichen Verbreitungsraum und zum Schutz der Wildart.
- Roberts, P.R. & Oosting, H.J. (1958): Responses of Venus Fly Trap to Factors Involved in Its Endemism. Ecological Monographs 28(2):193–218. Quelle. Feldökologische Primärarbeit zu Standortbindung und Lebensraum.
- Volkov, A.G. et al. (2008): Active movements in plants: Mechanism of trap closure by Dionaea muscipula Ellis. Plant Signaling & Behavior 3(10):778–783. Quelle. Primärstudie zu Sinneshaaren, elektrischen Signalen und Fallenbewegung.
- Böhm, J. et al. (2016): The Venus Flytrap Dionaea muscipula Counts Prey-Induced Action Potentials to Induce Sodium Uptake. Current Biology 26(3):286–295. Quelle. Primärstudie zu Beutereizen und anschließender Nährstoffaufnahme.
- North Carolina State University Extension: Dionaea muscipula, Plant Toolbox. Quelle. Artbeschreibung und allgemeine Kulturinformationen.
- International Carnivorous Plant Society: Growing Dionaea muscipula. Quelle. Kulturleitfaden der temperierten Art zu Licht, Wasser, Substrat und Winterruhe.
- International Carnivorous Plant Society: Dionaea Leaf Pullings Step-by-Step. Quelle. Vegetative Vermehrungsanleitung; Kultivaridentität setzt eine dokumentierte Mutterpflanze voraus.
- Bartsch, M., Mahnkopp, F. & Winkelmann, T. (2014): In vitro propagation of Dionaea muscipula Ellis. Propagation of Ornamental Plants 14(3):117–124. Quelle. Fachbeitrag zur In-vitro-Vermehrung aus ausgewähltem Dionaea-Gewebe, ohne spezifische Aussage zu ‘Loch Ness’.
Quellenbewertung und Bildrechte
Die wichtigste kultivarspezifische Beschreibung stammt vom Züchter/Verkäufer Diflora; die Angaben zu Eltern, Auswahl, Erscheinungsbild und Pflanzenmaterial sind Anbieterangaben ohne unabhängige Herkunftsprüfung. Ein Wiederverkäufer liefert nur allgemeine Angaben zu Größe und saisonaler Farbe. Die Elternschreibweise ‘Umgenkrempelt’ weicht vom registrierten Namen ‘Umgekrempelt’ ab und wurde nicht stillschweigend normalisiert. Im geprüften ICPS/CPN-Bestand wurde keine exakte Registrierung oder Erstbeschreibung für ‘Loch Ness’ bestätigt. Kein eindeutig zugeordnetes eigenes Bild oder externes Bild mit verifiziert freier kommerzieller Lizenz verfügbar; Produktbilder Dritter wurden nicht übernommen.
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Zitierlink und Stand
Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'Loch Ness', Stand 02.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-loch-ness/
