Black Trap Codex
Dionaea muscipula 'GJ Pussyoides'
Venusfliegenfalle
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Wasser
- AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
- Ruhephase
- optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Black-Trap-Systemprofil
Substrat- und Strukturbedarf
- BT-Air
- mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
- BT-Water
- hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
- BT-Flow
- mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
- pH
- 3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
- BT-Density
- niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
- Kapillaritaet
- hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
- Strukturstabilitaet
- mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.
Kulturgruppe
Dionaea – temperierte Standardkultur
Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.
Risiken der Kulturgruppe
Gattungsprofil
Dionaea
Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.
Typische Fehler
Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute
Gattungsrisiken
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
Verknuepfungen
Empfohlene Systemprofile
Standard-Mix
Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.
- BT-Air
- 8,6
- BT-Water
- 7,6
- BT-Flow
- 9,3
- BT-Structure
- 9,4
- BT-Capillary
- 2,5
- BT-Density
- 5,1
- BT-Compaction
- 3,0
reference
Botanische Beschreibung
Dionaea muscipula bildet eine bodennahe Rosette aus einem kurzen unterirdischen Rhizom. Ein Blatt besteht aus einem schmalen bis verbreiterten Blattstiel und einer zweilappigen Fangfalle, deren Hälften entlang einer Mittelrippe verbunden sind. Auf der inneren Fallenfläche sitzen meist drei empfindliche Fühlhaare je Hälfte; am Rand stehen bewegliche Cilien, die häufig als Randzähne bezeichnet werden. Bei ‘GJ Pussyoides’ fällt vor allem deren Orientierung auf: Die Spitzen weisen zur Mitte der geöffneten Falle, statt deutlich nach außen abzustrahlen. Dadurch erinnert die Silhouette an Krallen, die eine Katze eingezogen hat. Das ist die im Namen aufgegriffene Besonderheit, keine neue Organform.
Die Fallenaußenseiten und Blattstiele erscheinen grünlich bis gelblich, die Innenflächen blassrosa bis rötlich. Die Intensität solcher Farben hängt auch bei Dionaea von Entwicklungszustand, Licht und Jahreszeit ab; sie erlaubt allein keine Aussage über ganzjährige Farbkonstanz. Der Klon behält die für die Art typische Fallenarchitektur mit zwei beweglichen Lappen und Reizhaaren. Es liegen keine Messreihen zu Fallenlänge, Rosettendurchmesser oder ausgewachsener Pflanzenhöhe vor. Deshalb lässt sich aus einer nicht standardisierten Größenangabe kein typischer Höhenwert ableiten. Die nach innen weisenden Randcilien bleiben das stärkste sichtbare Unterscheidungsmerkmal.
taxonomy
Taxonomie
Der akzeptierte botanische Name lautet Dionaea muscipula J.Ellis; die Art gehört zu den Droseraceae. Die Gattung Dionaea ist monotypisch, sodass die benannten Venusfliegenfallen-Kultivare innerhalb derselben Art geführt werden. J.Ellis bezeichnet den botanischen Autor des Artnamens; eine gärtnerische Selektion erhält dadurch keine eigene botanische Autorzitation. ‘GJ Pussyoides’ ist weder eine eigene Art noch eine natürlich entstandene geographische Varietät. Das Präfix „GJ“ ist Teil der Klonbezeichnung und weist für sich allein keine Abstammung oder botanische Rangstufe aus.
Der Name wird als gärtnerische Klonbezeichnung verwendet. Seine Deutung greift die zur Fallenmitte weisenden Randzähne auf, die an eingezogene Katzenkrallen erinnern. Eine solche Benennung ändert weder den wissenschaftlichen Artnamen noch die taxonomische Stellung der Pflanze. Für den Klon liegt hier keine formale Erstbeschreibung mit vollständiger Abstammung und standardisierter Merkmalsdiagnose vor. Ebenso ist keine überprüfte Registrierungsangabe vorhanden; daraus folgt nicht, dass eine spätere Registrierung ausgeschlossen wäre. Im Codex wird deshalb der gebräuchliche Klonname innerhalb von Dionaea muscipula geführt und nicht zu einem eigenständigen Taxon erhoben.
ecology
Standort und Verbreitung
‘GJ Pussyoides’ ist eine gärtnerische Selektion und hat keinen belegten natürlichen Fundort. Die Grundart Dionaea muscipula ist in einem begrenzten Küstengebiet im Südosten der Vereinigten Staaten heimisch, vor allem in North und South Carolina. Sie kommt dort in offenen, nassen bis saisonal feuchten, sauren und nährstoffarmen Lebensräumen vor, darunter feuchte Savannen und offene Kiefernstandorte. Der Klonname belegt weder eine lokale Herkunft noch die Sammlung einer Wildpflanze; Elternpflanzen und Ort der Auslese sind nicht dokumentiert.
Diese Landschaften sind nicht mit einem dauerhaft überfluteten Aquarium zu verwechseln: Wasserstand und Bodenfeuchte wechseln örtlich und saisonal, während offene Vegetation viel Licht an die Rosetten lässt. Feuer, Überschwemmungen und andere Störungen können die Konkurrenz durch höher wachsende Pflanzen begrenzen. Entwässerung, Bebauung, Brandunterdrückung und Entnahme gefährden natürliche Bestände. Nichts davon belegt eine eigene ökologische Anpassung von ‘GJ Pussyoides’. Seine Randcilienform ist ein Klonmerkmal aus Kultur, kein Hinweis auf ein bestimmtes Teilgebiet oder eine besondere Wildpopulation. Die Verbreitung der Art und die ungeklärte Abstammung der gärtnerischen Selektion müssen deshalb getrennt bleiben.
ecology
Ökologische Anpassungen
Die Venusfliegenfalle verbindet Photosynthese mit einer Ergänzung der Mineralstoffversorgung durch Beutefang. Das Fangblatt bleibt ein Blattorgan, das Licht zur Kohlenstoffassimilation braucht; gefangene Tiere ersetzen keine ausreichende Beleuchtung. In nährstoffarmen Böden verschafft die Aufnahme von Beutenährstoffen einen Vorteil, während das Rhizom und die Wurzeln im sauren, feuchten Substrat verankert bleiben. Die niedrige Rosette und die beweglichen Fallen funktionieren in offenen Standorten, an denen andere Pflanzen nicht dauerhaft hoch aufwachsen und die Rosetten beschatten.
Die zur Fallenmitte gerichteten Cilien von ‘GJ Pussyoides’ sind ein auffälliges Formmerkmal, aber kein Nachweis einer neuen ökologischen Strategie. Es wurde nicht gezeigt, dass diese Orientierung andere Beute fängt, die Beute häufiger festhält oder den Nährstoffertrag erhöht. Auch über ein anderes Reaktionsvermögen auf Berührung oder eine veränderte Trockenheitsverträglichkeit ist nichts belegt. Deshalb bleiben die natürlichen Habitatansprüche der Art die passende ökologische Einordnung für den Klon. Aussagen über besondere Beute, zusätzlichen Nährstoffbedarf oder eine Standortbindung an einen bestimmten Mikrohabitattyp wären mit den verfügbaren Angaben nicht abgesichert.
reference
Wuchsform und Morphologie
Die typische Pflanze wächst als Rosette aus einem kurzen Rhizom. Jedes Fangblatt endet in zwei annähernd symmetrischen Lappen, die sich bei geeigneter Reizung schnell schließen. An den Lappenrändern stehen Cilien, die bei der Grundart den Rand der Falle bilden und sich beim Schließen überlagern. Bei ‘GJ Pussyoides’ weisen die Spitzen dieser Randcilien deutlich zur Fallenmitte. Von oben erscheinen sie dadurch nach innen gebogen; seitlich sind die leicht hellen, gebogenen Zähne entlang des Fallenrandes erkennbar. Das ist von einer zusammengewachsenen oder dauerhaft geschlossenen Falle zu unterscheiden: Die Pflanze trägt geöffnete, ansonsten normal aufgebaute Fangblätter.
Die Außenfläche wirkt je nach Falle gelbgrün bis grün, die Innenfläche rosa bis rot. Eine einzelne Aufnahme reicht nicht, um die Stabilität der Pigmentierung zu bestimmen. Zu Blattstielbreite, Fallenlänge, Randzahnzahl, Rosettenmaß und Wuchshöhe gibt es keine standardisierte Messserie. Eine Wuchshöhenzahl ohne Messmaßstab oder Messzeitpunkt ist nicht belastbar. Die Silhouette der nach innen weisenden Cilien ist daher die aussagekräftigere morphologische Beobachtung als eine nicht standardisierte Größenangabe. Für eine belastbare Vermessung müssten mehrere ausgewachsene Fallen aus verschiedenen Entwicklungsstadien mit Maßstab fotografiert werden.
reference
Kultivar im Vergleich zur Art
Das wichtigste beschriebene Merkmal von ‘GJ Pussyoides’ sind die zur Fallenmitte gerichteten Spitzen der Randcilien. Die Namensdeutung spielt auf die Ähnlichkeit zu eingezogenen Katzenkrallen an. Die geöffneten Fallen zeigen diese Form: Die Cilien sind nicht einfach lang und gerade nach außen gerichtet, sondern weisen entlang des Fallenrandes nach innen. Dieses Merkmal gibt dem Klon eine gut verständliche visuelle Kennzeichnung, wenn es an mehreren geöffneten, reifen Fallen geprüft wird. ‘Pussyoides’ ist dabei ein Kultivarname und keine Beschreibung eines eigenständigen Fangorgans.
Die Farbe der Falleninnenseite variiert in den Ansichten von blassrosa bis rötlich; außen reicht sie von gelbgrün bis grün. Diese Färbung ist weniger sicher als Diagnosemerkmal, weil sie sich mit Licht, Blattalter und Kulturzustand verändern kann. Es fehlen unabhängige Messdaten dazu, wie konstant die Einwärtsstellung an jedem Blatt oder über alle Jahreszeiten hinweg bleibt. Auch sind keine Fangversuche dokumentiert, die eine Änderung der Funktion durch die Cilienform belegen. Ein Exemplar sollte deshalb anhand des Klonnamens, der nachvollziehbaren vegetativen Herkunft und wiederholt beobachteter Randform eingeordnet werden; nur ähnliche Farbe genügt nicht.
reference
Carnivore Strategie
Die Fangreaktion folgt dem bekannten Mechanismus von Dionaea muscipula. Eine Berührung der empfindlichen Fühlhaare erzeugt elektrische Signale; mehrere Reize innerhalb kurzer Zeit können den schnellen Wechsel der Fallenlappen auslösen. Nach dem Schließen können weitere Reize die Festigung des Verschlusses und die Verdauungsreaktion einleiten. Bleibt eine geeignete Beute gefangen, geben Drüsen Verdauungssekret ab und nehmen gelöste Nährstoffe auf. Ein einzelner mechanischer Kontakt bedeutet nicht automatisch, dass die Falle dauerhaft geschlossen bleibt. Das Zusammenspiel aus Fühlhaaren, elastischer Lappenbewegung und späterer Verdauung macht die Falle zu einem aktiven Blattorgan.
Für ‘GJ Pussyoides’ ist keine abweichende Reizschwelle, Schließgeschwindigkeit oder Verdauungsleistung beschrieben. Die nach innen weisenden Randcilien verändern zunächst die sichtbare Kontur, doch daraus lässt sich keine bessere Abdichtung oder höhere Fangrate ableiten. Die Orientierung der Zähne zeigt weder den Ablauf eines Fangereignisses noch, wie die Falle nach einem Verschluss funktioniert. Dafür wären getrennte Beobachtungen von Reiz, Fallenschluss und Beuterückhalt erforderlich. Eine besondere Fütterung oder häufiges Auslösen ist nicht nötig; die Pflege orientiert sich an der Grundart und lässt die Pflanze bei guter Kultur selbst Beute fangen.
reference
Reproduktion und Lebenszyklus
Wie andere Venusfliegenfallen kann ‘GJ Pussyoides’ blühen und Samen bilden. Samenvermehrung erzeugt jedoch neue genetische Individuen; sie erhält einen benannten Klon nicht unverändert. Für die Erhaltung der konkreten Einwärtsstellung ist vegetative Vermehrung aus Teilungen oder geeigneten Rhizom- und Blattansätzen die sachgerechte Methode. Jungpflanzen sollten mit dem Namen der Mutterpflanze und einem nachvollziehbaren Herkunftsvermerk gekennzeichnet werden. Eine nur ähnlich aussehende Sämlingsfalle reicht nicht, um den Sämling selbst ‘GJ Pussyoides’ zu nennen.
Es liegen keine belastbaren Angaben über Blühzeit, Samenansatz, Keimrate, Vermehrungstempo oder die Stabilität des Randmerkmals über mehrere Generationen vor. Auch eine spezielle Kreuzung oder dokumentierte Elternkombination ist nicht bekannt. Bei einer Teilung sollten die neuen Rosetten zunächst weiter beobachtet werden, bis sich mehrere normal entwickelte Fallen öffnen und die nach innen weisenden Cilien wiedererkennbar sind. Abweichende oder gemischte Merkmalsbilder sind zu dokumentieren statt sie nachträglich der Klonbeschreibung anzupassen. Bei Aussaaten sind die Nachkommen als Sämlinge separat zu etikettieren; bei vegetativen Ablegern ist der Name nur dann belastbar, wenn die Verbindung zum eindeutig bestimmten Mutterstock erhalten bleibt.
culture
Kulturrelevante Schlussfolgerungen
Für ‘GJ Pussyoides’ sind keine abweichenden Kulturansprüche gegenüber der temperierten Venusfliegenfalle belegt. Der Klon wird sehr hell bis sonnig kultiviert und nach dunkler Innenhaltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnt. Im aktiven Wachstum bleibt das Substrat gleichmäßig feucht; verwendet wird mineralarmes Wasser. Eine saisonale Außenkultur oder ein ungeheiztes Kalthaus folgt dem Jahresrhythmus der Art mit kühler Winterphase. Bei Innenhaltung braucht es ausreichend starke Beleuchtung, damit die Pflanze nicht in einem warmen, lichtarmen Raum wächst. Die Form der Randcilien gibt keinen Anlass, Licht, Wasser oder Kulturort anders zu wählen.
Die charakteristische Randform verlangt keine besondere Temperatur, Luftfeuchte, Düngung oder Fütterung. Es gibt keine belegten klonspezifischen Temperaturgrenzen oder eine abweichende Frosthärte. Die natürliche Widerstandsfähigkeit der Art im Boden lässt sich nicht direkt auf einen kleinen Topf übertragen. Während einer saisonalen Ruhephase wird weniger gegossen als im Wachstum, ohne den Wurzelballen austrocknen zu lassen. Die Routinekontrollen erfolgen im Rhythmus des verknüpften Kulturprofils: 14 Tage im aktiven Wachstum, 30 Tage während der Ruhephase und 7 Tage bei Sämlingen. Diese Intervalle beschreiben Sichtkontrollen, nicht feste Gießtermine.
substrate
Substrat-Ökologie
Die Wurzeln von Dionaea muscipula sind an saure, nährstoffarme und feuchte Böden angepasst. Ein geeignetes Kulturmedium hält Wasser verfügbar, bleibt aber strukturstabil genug, damit Rhizom und Wurzeln nicht in verdichteter, sauerstoffarmer Masse stehen. Ungedüngter Hochmoortorf oder langfaseriges Sphagnum können als organische Grundlage dienen; strukturgebende, nährstoffarme Zuschläge werden je nach Topf und lokaler Bewässerung eingesetzt. Kalkhaltige Bestandteile, nährstoffreiche Gartenerde und Dünger im Wurzelraum passen nicht zu dieser Ökologie.
Die nach innen weisenden Cilien von ‘GJ Pussyoides’ verändern die Anforderungen an das Substrat nicht. Es ist weder eine besondere Wurzelstruktur noch eine abweichende Toleranz gegenüber gelösten Salzen oder einem bestimmten pH-Wert für diesen Klon belegt. Mit Regenwasser, passendem Umkehrosmosewasser oder destilliertem Wasser lässt sich die Mineralanreicherung im Topf gering halten. In einer Schalenbewässerung darf das Medium im Wachstum feucht bleiben; gleichzeitig sollten Gefäß, Substratstruktur und Standort zusammenpassen, damit der Wurzelraum nicht unnötig erhitzt oder vollständig luftlos wird. Umtopfen richtet sich nach Zustand und Gefäß, nicht nach der Fallenform.
practice
Praxisnotizen
Zur Bestimmung sollte die Randform an mehreren ausgewachsenen, vollständig geöffneten Fallen geprüft werden. Fotografiere die Fallen möglichst frontal und zusätzlich leicht seitlich, sodass die Spitzen der Cilien im Verhältnis zur Fallenmitte erkennbar sind. Notiere Blattalter, Jahreszeit und Lichtbedingungen; gelbliche Außenflächen oder rötliche Innenflächen allein sind keine sichere Identifikation. Ein geschlossener Fang zeigt die Cilien weniger deutlich, daher sollte die Falle nicht absichtlich zum Fotografieren ausgelöst werden. Für Größenvergleiche braucht jedes Bild einen Maßstab; Perspektive, Blattalter und Entwicklungsstadium sind festzuhalten.
Die kontrollierte Herkunft ist für einen Klonnamen besonders wichtig. Beschrifte Teilungen mit ‘GJ Pussyoides’ und dokumentiere, von welcher Mutterrosette sie stammen; führe Sämlinge als eigenständige Pflanzen. Prüfe im üblichen Rhythmus alle 14 Tage im Wachstum, 30 Tage in der Ruhephase und 7 Tage bei Sämlingen den allgemeinen Zustand, Wasserstand und Neuaustrieb. Bei Hitze, kleinen Töpfen, Teilung oder raschem Verbrauch ist früher nachzusehen. Halte fest, ob die Cilien an den neu geöffneten Fallen wieder zur Fallenmitte weisen, und notiere einzelne abweichende Blätter, statt daraus vorschnell eine zweite Klonform abzuleiten.
sources
Quellenangaben
Klonname, Herkunft und klonspezifisches Merkmal
- Gesellschaft für Fleischfressende Pflanzen e. V.: Diskussionsfaden von Mathias Maier zu Cephalotus ‘SNOWWHITE’, Seite 1, Seite 2 und Seite 3. Maier stellte am 1. April 2016 zusätzlich ‘GJ Pussyoides’ aus seinem Dionaea-Programm vor. Auf die Nachfrage nach dem Namen beschrieb er die nach innen gerichteten Zähne als eingezogene Katzenkrallen. Am 3. April bestätigte er ausdrücklich, dass die Dionaea tatsächlich existiert; der parallel geführte ‘SNOWWHITE’-Scherz betraf den Cephalotus. Primärquelle des Namenshinweises und der Klonzuordnung.
- Green Jaws: Dionaea muscipula – GJ Pussyoides. Aktuelle Handelslistung mit acht Produktansichten und knapper Kultur-/Herkunftstabelle. Alle Ansichten wurden visuell geprüft, keine Abbildung wurde kopiert. Die Angabe „bis 20 cm“ enthält keine Messmethode und wird hier nicht als gesicherte klonspezifische Größenangabe übernommen.
- ICPS Carnivorous Plant Names Resource: Registered Cultivars und das Archiv des Carnivorous Plant Newsletter. In den geprüften Namens- und Archivressourcen wurde kein positiver Registrierungsbeleg oder eine formale Erstbeschreibung zu ‘GJ Pussyoides’ gefunden. Daraus wird keine Aussage abgeleitet, dass eine Registrierung ausgeschlossen sei.
Artbiologie, Verbreitung und Kultur
- Royal Botanic Gardens, Kew – Plants of the World Online: Dionaea muscipula J.Ellis. Akzeptierter Artname, Familienzuordnung und natürliches Verbreitungsgebiet.
- Vascular Plants of North Carolina und U.S. Fish and Wildlife Service: Venus Fly Trap. Floristische und behördliche Angaben zu Habitat, Areal und Gefährdung der Grundart.
- International Carnivorous Plant Society: Growing Dionaea muscipula. Kulturhinweise zu Licht, mineralarmem Wasser und saisonaler Pflege.
- Roberts & Oosting (1958): Responses of Venus Fly Trap to Factors Involved in Its Endemism. Ökologische Grundlagen zu Standort, Boden und Wasserhaushalt.
Fangmechanik
- Böhm et al. (2016). Beuteinduzierte Aktionspotentiale, Reizverarbeitung und Natriumaufnahme.
- Suda et al. (2020). Calciumdynamik beim Fallenverschluss.
- Schietzel et al. (2021). Mechanische und elektrische Reaktionen von Fühlhaaren und Fangblatt.
Bildprüfung und Evidenzgrenzen
Die acht Handelsansichten zeigen Fallen mit gelb- bis grünlicher Außenseite, blassrosa bis rötlicher Innenseite und nach innen weisenden Randcilien. Die Ansichten belegen kein standardisiertes Maß und keine Veränderung der Fangfunktion. Die Produktfotos wurden nicht übernommen. Die lokale Black-Trap-Mediathek wurde anhand von Klonname und Dionaea-Bezeichnungen durchsucht; kein Bild ließ sich eindeutig ‘GJ Pussyoides’ zuordnen. Allgemeine Artfotos und Aufnahmen anderer Klone bleiben deshalb ungenutzt.
Zitieren
Zitierlink und Stand
Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'GJ Pussyoides', Stand 30.09.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-gj-pussyoides/
