Black Trap Codex
Dionaea muscipula 'GJ Ossweil Giant'
Venusfliegenfalle
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Wasser
- AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
- Ruhephase
- optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Black-Trap-Systemprofil
Substrat- und Strukturbedarf
- BT-Air
- mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
- BT-Water
- hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
- BT-Flow
- mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
- pH
- 3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
- BT-Density
- niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
- Kapillaritaet
- hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
- Strukturstabilitaet
- mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.
Kulturgruppe
Dionaea – temperierte Standardkultur
Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.
Risiken der Kulturgruppe
Gattungsprofil
Dionaea
Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.
Typische Fehler
Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute
Gattungsrisiken
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
Verknuepfungen
Empfohlene Systemprofile
Standard-Mix
Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.
- BT-Air
- 8,6
- BT-Water
- 7,6
- BT-Flow
- 9,3
- BT-Structure
- 9,4
- BT-Capillary
- 2,5
- BT-Density
- 5,1
- BT-Compaction
- 3,0
reference
Botanische Beschreibung
‘GJ Ossweil Giant’ ist eine gärtnerisch erhaltene Auslese der Venusfliegenfalle Dionaea muscipula. Ihr klar benannter Habitus verbindet vergleichsweise große Fangfallen mit einem im Sommer aufrechten Blattstand. Der Pflanzenkörper bleibt der Art entsprechend eine bodennahe Rosette aus einem kurzen Rhizom; jedes Blatt besteht aus einem Blattstiel und einer endständigen, zweilappigen Fangfalle. Die Lappen tragen am Rand Cilien und auf der Innenseite empfindliche Reizhaare. 2010 maß eine einzelne Falle dieses Klons 3,8 Zentimeter in der Breite. Das ist ein historischer Einzelwert aus einer konkreten Kulturpflanze, keine mittlere Fallengröße und kein garantierter Maßstab für alle Teilstücke.
Die sommerliche Aufrichtung betrifft den Gesamteindruck der Blätter und darf nicht mit einer besonderen, anatomisch veränderten Falle verwechselt werden. Eine Höhe bis 20 Zentimeter kann unter passenden Kulturbedingungen erreicht werden; Messmethode, Pflanzenalter und Jahreszeit beeinflussen diesen Wert. Kleine Teilstücke, frisch geteilte Rhizome und Pflanzen nach der Winterruhe können zunächst kleinere Fallen und kürzere Blätter bilden. Für eine belastbare Ansprache zählen deshalb wiederholt entstehende reife Blätter, die nachvollziehbare vegetative Herkunft und der jahreszeitliche Verlauf. Der Klon zeigt keine anders geformten Zähne, Verwachsungen oder besonderen Blütenmerkmale, die ihn unabhängig von Größe und sommerlichem Wuchs eindeutig bestimmen würden.
taxonomy
Taxonomie
Der botanische Artname lautet Dionaea muscipula J.Ellis; die Gattung Dionaea umfasst eine anerkannte Art. ‘GJ Ossweil Giant’ ist ein gärtnerischer Klonname und keine botanische Art, Varietät oder Unterart. Die Auslese wird auch ‘Ossweil Giant’ genannt; das Kürzel ‘GJ’ steht in einer später verwendeten Namensform voran. Beide Namen beziehen sich auf denselben Kulturklon und bilden keine eigene taxonomische Einheit. Der Artname benennt die botanische Zugehörigkeit, während der Klonname eine bestimmte, durch vegetative Vermehrung erhaltene Auswahl bezeichnet. In der Schreibweise wird der Artname kursiv gesetzt, der Klonname dagegen in einfache Anführungszeichen; das Kürzel ist kein Teil des wissenschaftlichen Namens.
Die Pflanze wurde 2008 aus eigener Aussaat ausgewählt; die Eltern oder eine gezielte Kreuzung sind nicht angegeben. Der Klonname bezieht sich auf Oßweil, wo die Auswahl in einer kleinen privaten Kultur weiterwuchs. Mathias Maier wählte die Pflanze aus; J.Ellis bleibt ausschließlich der Autor des botanischen Artnamens. Ähnliche Sämlinge erhalten den Klonnamen nicht allein wegen großer Fallen; dafür ist eine nachvollziehbare vegetative Verbindung zur Auslese erforderlich. Bei einer Saatvermehrung entsteht genetisch neues Material, auch wenn die Nachkommen dem ausgewählten Klon ähnlich sehen. Elternschaft und Kreuzung dürfen daher nicht aus dem Erscheinungsbild abgeleitet oder ergänzt werden.
ecology
Standort und Verbreitung
Für ‘GJ Ossweil Giant’ gibt es keinen natürlichen Wildstandort und keine eigene Wildpopulation. Mathias Maier wählte die Pflanze 2008 aus eigener Aussaat aus und benannte sie nach seiner damaligen kleinen Gewächshauskultur in Oßweil, einem Ortsteil von Ludwigsburg in Deutschland. Das ist die Entstehungsgeschichte eines Kulturklons, keine Fundortangabe. Das natürliche Areal von North und South Carolina gehört zur Art Dionaea muscipula; es beschreibt weder den Ort der Aussaat noch den späteren Lieferweg dieser Auslese. Der Klon muss deshalb als gärtnerische Selektion mit deutscher Entstehungsgeschichte erfasst werden, nicht als Pflanze aus einer nordamerikanischen Wildpopulation.
Die Art Dionaea muscipula stammt aus der Küstenebene North und South Carolinas im Südosten der Vereinigten Staaten. Dort wächst sie in offenen, sehr lichtreichen, saisonal feuchten und nährstoffarmen Lebensräumen. Diese Verbreitung erklärt die temperierte Kultur der Art, darf aber nicht mit der deutschen Aussaatgeschichte von ‘Ossweil Giant’ vermischt werden. In Bestandsdaten sind daher drei Angaben getrennt zu führen: natürliches Areal der Art, Ort der gärtnerischen Auswahl und späterer Lieferweg der konkreten Pflanze. Die Verbreitung des Klons über Sammlungen belegt nur seine Kulturgeschichte und erweitert nicht das natürliche Verbreitungsgebiet von Dionaea muscipula. Für eine Sammlung ist außerdem hilfreich, die Quelle der konkreten Teilpflanze und jedes Umtopf- oder Teilungsereignis festzuhalten. So lässt sich ein Austausch, eine Vermischung oder eine falsche Etikettierung später leichter erkennen, ohne den Kulturort als natürlichen Fundort auszugeben.
ecology
Ökologische Anpassungen
Die größeren Fallen und der sommerlich aufrechte Blattstand von ‘GJ Ossweil Giant’ sind gärtnerische Merkmale. Aus diesen Formen allein folgt kein Vorteil bei Beutefang, Nährstoffaufnahme, Wasserhaushalt oder Überleben. Eine größere Falle ist nicht automatisch effizienter: Beuteart, Auslösefolge, Fallenalter und Zustand der Pflanze beeinflussen den Fang. Ebenso beweist eine aufrechte Blattstellung keine besondere Anpassung an Trockenheit, Schatten oder eine andere ökologische Nische. Der Klon wurde in Kultur selektiert; über seine Fitness an einem Naturstandort lässt sich daraus keine belastbare Aussage ableiten.
Die ökologische Grundlage bleibt die der Elternart. Photosynthese liefert den größten Teil des Kohlenstoffbedarfs, während gefangene Arthropoden zusätzliche Mineralstoffe in den nährstoffarmen Böden der natürlichen Standorte bereitstellen. Hohe Lichtverfügbarkeit und saisonale Feuchte sind typische Merkmale dieser offenen Lebensräume. In Kultur können Licht, Alter, Jahreszeit, Wasserführung und Topfgröße sowohl Fallenmaß als auch Blattstellung verändern. Ein dauerhafter Klonunterschied sollte deshalb erst angenommen werden, wenn er sich über mehrere reife Blätter und Wachstumsphasen wiederholt zeigt. Die Größenangaben und der sommerliche Habitus beschreiben sichtbare Ausprägungen, aber keine eigenständige ökologische Funktion. Für Aussagen über höheren Beutefang, bessere Konkurrenzfähigkeit oder Trockenheitsresistenz wäre ein Vergleich unter gleichen Bedingungen erforderlich.
reference
Wuchsform und Morphologie
Für die Merkmalsaufnahme von ‘GJ Ossweil Giant’ sind Fallenbreite, Blattstand und Gesamtgröße getrennt zu messen. Die markante Eigenschaft sind große, normal gebaute Fangfallen; für 2010 ist eine einzelne Falle von 3,8 Zentimetern dokumentiert. Der Wert ist weder ein Klonmittel noch ein Mindestmaß. Im Sommer können die Blätter aufrechter stehen, wodurch die Rosette höher und weniger flach wirkt. Als mögliche Gesamthöhe werden bis zu 20 Zentimeter genannt, ohne zu definieren, ob bis zur Blattspitze, Fallenoberkante oder einem anderen Pflanzenpunkt gemessen wird. Beide Angaben sind deshalb nur Richtwerte für die Beschreibung und keine festen morphologischen Grenzwerte.
Die Falle bleibt zweilappig und trägt die für die Art typischen Randcilien und Reizhaare. Eine eigenständige Zahnform, besondere Pigmentverteilung, Verwachsung der Lappen oder andere Strukturmutation ist für den Klon nicht belegt. Für vergleichbare Beobachtungen werden mehrere ausgewachsene Blätter fotografiert: Rosette von oben, seitlicher Blattstand und geöffnete Falle mit Maßstab. Fallenbreite wird an der geöffneten Falle an der breitesten Stelle gemessen; Blattstiel- beziehungsweise Blattlänge und Gesamthöhe werden separat erfasst. Jahreszeit, Alter und Teilungszustand gehören mit ins Protokoll, weil sie die Haltung und Größe deutlich beeinflussen können. Fotos sollten mit Datum und identischer Perspektive archiviert werden.
reference
Carnivore Strategie
‘GJ Ossweil Giant’ fängt Beute mit der üblichen Klappfalle von Dionaea muscipula. Auf der Innenseite beider Lappen sitzen Reizhaare. Eine passende Reizfolge erzeugt elektrische Signale und löst den schnellen Verschluss aus. Bleibt ein Beutetier in Bewegung, folgen weitere Signale; die Lappen dichten sich ab und die Verdauung beginnt. Drüsen geben Enzyme ab, und gelöste Nährstoffe werden aufgenommen. Die Randcilien bilden einen durchlässigen Käfig, sind aber nicht die Auslösehaare. Für ‘Ossweil Giant’ ist keine andere Reizschwelle, Schließgeschwindigkeit oder Verdauungsleistung nachgewiesen.
Der Fangmechanismus der Art erklärt nicht, ob sich die größere Falle dieses Klons auf den Fangserfolg auswirkt. Eine einzelne Breitenmessung von 3,8 Zentimetern sagt weder etwas über Beutemenge noch über Nährstoffgewinn aus. Auch die im Sommer aufrechte Blattstellung verändert den grundlegenden Klappmechanismus nicht. Der Verschluss beruht auf elektrischen Reizsignalen und schnellen Veränderungen im Fallenlappen; für diesen Klon ist keine abweichende Ausprägung beschrieben. Nach der Verdauungsphase öffnet sich eine Falle wieder und kann erneut reagieren. Häufiges Auslösen ohne Beute ist unnötig und sollte bei Kulturpflanzen vermieden werden. Eine Falle erschöpft sich nach mehreren Schließ- und Verdauungszyklen und wird schließlich durch ein neues Blatt ersetzt.
reference
Reproduktion und Lebenszyklus
Der benannte Klon entstand als Auswahl aus einer Aussaat im Jahr 2008. Die konkrete Kreuzung und die Elternpflanzen sind nicht angegeben; eine Elternform oder gezielte Kombination darf daher nicht ergänzt werden. Sobald die Pflanze als ‘Ossweil Giant’ ausgewählt war, musste sie zur Erhaltung dieser individuellen Kombination vegetativ weitergegeben werden. Rhizomteilung und andere vegetative Verfahren erhalten den Klon, wenn die Tochterpflanzen eindeutig beschriftet bleiben. Der Name bezieht sich auf die ausgewählte Pflanze und nicht pauschal auf alle Sämlinge aus demselben Saatgutbestand.
Samen, die eine spätere ‘Ossweil Giant’-Pflanze bildet, entstehen durch geschlechtliche Fortpflanzung und tragen eine neue genetische Kombination. Selbst wenn ein Sämling große Fallen oder aufrechte Sommerblätter zeigt, ist er nicht automatisch derselbe Klon. Bei einer Teilung können die Einzelrosetten zunächst klein bleiben; das charakteristische Fallenmaß und der saisonale Blattstand lassen sich erst an kräftigem Wachstum sinnvoll beurteilen. Die genaue Kreuzungsgeschichte bleibt unbekannt. Für Tausch, Verkauf und Sammlung sollten Name, vegetative Herkunft, Teilungsdatum und Herkunft des Ausgangsexemplars zusammen dokumentiert werden. So wird die Auswahl aus dem ursprünglichen Sämlingsbestand von späteren Nachkommen und ähnlich großen Pflanzen unterschieden. Blüten oder Saatgut sollten getrennt gekennzeichnet werden, damit Sämlinge nicht versehentlich unter dem unveränderten Klonnamen weitergegeben werden.
culture
Kulturrelevante Schlussfolgerungen
Die Kultur von ‘GJ Ossweil Giant’ folgt dem temperierten Jahresgang von Dionaea muscipula; keine besondere Temperaturgrenze oder abweichende Pflege ist für den Klon belegt. Während der Wachstumszeit braucht er sehr viel Licht, mineralarmes Wasser und einen gleichmäßig feuchten, nährstoffarmen Wurzelraum. Aus dunkler Innenhaltung wird die Pflanze stufenweise an direkte Sonne gewöhnt. In saisonaler Außen- oder ungeheizter Gewächshauskultur gehört eine kühle Winterphase zum normalen Jahreslauf. Das Wachstum verlangsamt sich dann und ein Teil der älteren Fallen stirbt ab; dies allein ist kein Klonfehler. Die Winterruhe wird feucht, aber nicht dauerhaft sauerstoffarm geführt.
Ein heller Fensterplatz kann funktionieren, wenn die Lichtmenge ausreicht; Wärme ohne starkes Licht führt zu schwachem, gestrecktem Wachstum und macht den aufrechten Sommerstand schwer vergleichbar. Fensterbank, Kalthaus und Moorbeet sind mögliche Kulturumgebungen, liefern aber keine klonspezifischen Grenzwerte. Große Fallen rechtfertigen weder zusätzliche Düngung noch wärmere Überwinterung. Die verknüpfte Dionaea-Kulturgruppe enthält Sichtkontrollen alle 14 Tage im aktiven Wachstum, alle 30 Tage in der Winterruhe und alle 7 Tage für Sämlinge. Das sind Prüfintervalle für Pflanzengesundheit und Jahresphase, keine festgelegten Gießtermine. Bei der Umstellung aus Innenhaltung wird direkte Sonne schrittweise gesteigert, um Blattverbrennungen zu vermeiden. Fallen sollten nicht zum Vorführen wiederholt ausgelöst werden, da jede Schließung Energie kostet.
substrate
Substrat-Ökologie
Die großen Fallen von ‘GJ Ossweil Giant’ verändern den Wurzelraum nicht. Wie andere Venusfliegenfallen braucht der Klon ein saures, nährstoffarmes und mineralarmes Medium, das Wasser speichert und gleichzeitig Luft an die Wurzeln lässt. Ungedüngter Torf mit geeigneten strukturgebenden Bestandteilen oder langfaseriges Sphagnum sind gebräuchliche Grundlagen. Für diesen Klon ist keine besondere Mischung oder ein eigenes Mischungsverhältnis belegt. Kalkhaltige Zusätze, gedüngte Blumenerde und mineralreiches Leitungswasser können den Salzgehalt erhöhen und empfindliche Wurzeln schädigen.
Ein flacher Wasseranstau hält das Medium während des Wachstums gleichmäßig feucht. Wasserstand und Dauer richten sich nach Topf, Temperatur, Verdunstung und Substratstruktur; stehende Nässe in einem verdichteten, warmen Topf kann die Rhizome schädigen. Der aufrechte Sommerwuchs und eine größere Falle zeigen keinen erhöhten Wurzel-Nährstoffbedarf an. Bei dichtem Horst werden Substratoberfläche und Rhizombasis schwerer kontrollierbar; Salzkrusten, Abbau des Mediums und weiche oder dunkle Rhizomstellen sind dennoch regelmäßig zu prüfen. Änderungen an Wasserquelle oder Substrat werden notiert, damit eine veränderte Blattgröße nicht irrtümlich dem Klon zugeschrieben wird. Regenwasser oder geeignetes Umkehrosmosewasser halten den Mineralgehalt niedrig; Wasser aus enthärtenden Anlagen ist ungeeignet. Beim Umtopfen werden Rhizom und Wurzeln möglichst wenig verletzt, und abgestorbenes Material wird sauber entfernt. In der kühleren Ruhephase wird der Anstau reduziert, das Medium darf aber nicht vollständig austrocknen.
practice
Praxisnotizen
Bei der Kontrolle eines als ‘GJ Ossweil Giant’ etikettierten Exemplars werden Bezugsweg und vegetative Abstammung festgehalten. Für die Merkmalsprüfung werden mehrere reife Blätter aus derselben Jahresphase fotografiert: Rosettenansicht von oben, seitliche Haltung und eine geöffnete Falle neben einem Maßstab. Die Fallenbreite wird separat von Blattlänge und Gesamthöhe notiert. Der 3,8-Zentimeter-Wert von 2010 ist ein einzelnes historisches Maß, kein Sollwert. Als maximale Höhe werden bis zu 20 Zentimeter angegeben, jedoch ohne festgelegte Messmethode. Beides darf nicht als Garantie oder Grenzmaß für Jungpflanzen verwendet werden.
Im Sommer wird dokumentiert, wie viele Blätter aufrecht stehen und ob sich dieser Habitus an der ausgewachsenen Rosette wiederholt. Nach der Winterruhe oder einer Teilung können Fallen zunächst deutlich kleiner sein. Licht, Alter, Wasser, Temperatur und Gefäß werden deshalb zusammen mit jedem Vergleichsbild erfasst. Das verknüpfte Profil setzt Kontrollen alle 14 Tage bei aktivem Wachstum, alle 30 Tage in Winterruhe und alle 7 Tage bei Sämlingen an. Dabei werden Neuaustrieb, feste Rhizome, gleichmäßige Feuchte und Schädlingszeichen geprüft. Trockenheit, Fäulnis oder Schäden erfordern unabhängig vom Kalenderrhythmus sofortige Aufmerksamkeit; Sämlinge erhalten eigene Namen. Die Beobachtungen sollten mit Datum und Wachstumsphase versehen und über mehrere Jahre fortgeführt werden, bevor abweichende Klonmerkmale angenommen werden.
sources
Quellenangaben
Kultivarspezifische Angaben
- Mathias Maier (2010): Some interesting clones from Germany, Carnivorous Plants UK Forum. Beitrag des Auswählers. Primärer Erfahrungsbericht: eigene Aussaat, Auswahl 2008, einzelne 3,8-cm-Falle 2010 und Benennung nach dem Ort Oßweil.
- J. Ph. Rosello: Liste des plantes disponibles, collection, Carnibase. Sammlerbeschreibung. Unabhängige Sammlernotiz zu großen Fallen, aufrechten Sommerblättern und der Verbindung des Namens mit Mathias Maier und Oßweil.
- Green Jaws: Dionaea muscipula – GJ Ossweil Giant. Handelsseite. Führt volle Sonne, Winterruhe und eine Höhe bis 20 cm auf; die Herkunftsangabe Nordamerika beschreibt nicht den deutschen Entstehungsort des Klons. Keine Fallenmessung oder Lizenzfreigabe für das Verkaufsbild angegeben.
- Mike King: Growlist, Eintrag DM139, „Ossweil Giant“ MM 2013. Bestandsliste (PDF). Historische Bestätigung des Namens und der Zuordnung zu MM, aber keine Merkmalsbeschreibung.
- Gesellschaft für Fleischfressende Pflanzen: Niklas’ Bestandsliste. Sammlerliste. Bestätigt die Verwendung des Namens GJ Ossweil Giant in einer Klonliste, nicht dessen formale Registrierung oder Diagnose.
Name, Art und Kultur
- International Carnivorous Plant Society: Carnivorous Plant Names Resource – Registered Cultivars. Registerumfang und Datenbankhinweise. Die öffentliche Hauptliste deckt Registrierungen vor Oktober 2020 ab; darin ließ sich kein Ossweil-Giant-Eintrag finden. Der Datenbankhinweis selbst schränkt die Reichweite dieser Aussage ein.
- Royal Botanic Gardens, Kew: Plants of the World Online: Dionaea muscipula J.Ellis. Taxonprofil. Referenz für den akzeptierten Artnamen, botanischen Autor und das natürliche Areal der Elternart.
- North Carolina State Extension: Dionaea muscipula – Plant Toolbox. Artbeschreibung und Kultur. Allgemeine Morphologie, Lebensraum und Pflege; nicht klonspezifisch.
- International Carnivorous Plant Society: Dionaea muscipula Growing Guide. Pflegeinfografik. Allgemeine Licht-, Wasser-, Substrat- und Jahresganghinweise für die Art.
- Böhm, J. et al. (2016): The Venus Flytrap Dionaea muscipula Counts Prey-Induced Action Potentials to Induce Sodium Uptake. Current Biology. Primärstudie zur elektrischen Reizverarbeitung und Nährstoffaufnahme; nicht an ‘Ossweil Giant’ geprüft.
- Ryu, Y. et al. (2026): Fast cell wall softening causes Venus flytrap closure. Science. Mechanistische Studie zum Fallenverschluss der Art; keine klonspezifische Messung.
Bildprüfung
Das Profil und die WordPress-Anhänge enthalten kein eigenes Foto von ‘GJ Ossweil Giant’. Die verfügbare Handelsgalerie und Sammlerbilder haben keine verifizierte kommerzielle Freilizenz; sie wurden nicht übernommen. Eine gezielte Suche nach einem passenden Bild auf Wikimedia Commons ergab keinen Treffer. Die Bildfelder bleiben daher leer.
reference
Kultivar im Vergleich zur Art
‘GJ Ossweil Giant’ lässt sich vor allem durch die Kombination großer Fallen und eines sommerlich aufrechten Blattstands beschreiben. Der ausgewählte Sämling entstand 2008 aus eigener Aussaat; 2010 wurde an einer einzelnen Falle eine Breite von 3,8 Zentimetern gemessen. Dieser Einzelwert ist weder eine mittlere Fallengröße noch ein garantiertes Höchstmaß. Als mögliche Wuchshöhe werden bis zu 20 Zentimeter geführt, ohne Messmethode oder Bezug zu einer bestimmten Fallenbreite anzugeben. Die Merkmalsdiagnose bleibt daher qualitativ und saisonal.
Die Artzugehörigkeit ist Dionaea muscipula; besondere Zähne, rote Innenflächen, verwachsene Fallen oder eine abweichende Fangphysiologie sind für diesen Klon nicht beschrieben. Die ursprüngliche Auswahl stammt von Mathias Maier und wurde nach Oßweil benannt; im aktuellen Namen steht zusätzlich das Kürzel ‘GJ’. Elternschaft und genaue Kreuzung bleiben unbekannt. Zur Identifikation zählen die nachvollziehbare vegetative Herkunft, wiederholt große Fallen und der sommerlich aufrechte Blattstand. Ein einmalig großer Fanglappen oder das Wort ‘Giant’ allein reicht nicht aus, um eine unverbundene Pflanze diesem Klon zuzuordnen. Jungpflanzen nach Teilung sind anhand einzelner kleiner Fallen ebenfalls nicht verlässlich auszuschließen. Merkmale sollten an mehreren kräftigen Sommerblättern bei dokumentierter Kultur beurteilt werden, nicht an einem einzelnen Jungblatt.
Zitieren
Zitierlink und Stand
Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'GJ Ossweil Giant', Stand 30.09.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-gj-ossweil-giant/
