Dionaea muscipula 'GJ Koralle'

Black Trap Codex

Dionaea muscipula 'GJ Koralle'

Venusfliegenfalle

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Dionaea
Herkunft
Gärtnerische Selektion im Green-Jaws-Klonprogramm; ein Wildfundort ist nicht belegt.
Autor
J.Ellis

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Black-Trap-Systemprofil

Substrat- und Strukturbedarf

BT-Air
mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
BT-Water
hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
BT-Flow
mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
pH
3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
BT-Density
niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
Kapillaritaet
hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
Strukturstabilitaet
mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.

Kulturgruppe

Dionaea – temperierte Standardkultur

Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.

Risiken der Kulturgruppe

Gattungsprofil

Dionaea

Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.

Typische Fehler

Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute

Gattungsrisiken

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

Verknuepfungen

Empfohlene Systemprofile

Core-Referenzprofil

Standard-Mix

Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.

BT-Air
8,6
BT-Water
7,6
BT-Flow
9,3
BT-Structure
9,4
BT-Capillary
2,5
BT-Density
5,1
BT-Compaction
3,0
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reference

Botanische Beschreibung

Bei ‘GJ Koralle’ bleibt der vegetative Grundbau die Rosette von D. muscipula: Blätter entspringen dem kurzen Rhizom, und jede Fanglamina besteht aus zwei beweglichen Lappen. Das Kultivarbild verändert vor allem die räumliche Gestalt dieser Fangorgane. Statt einer regelmäßig flachen Spreizung sind Faltungen, Verdrehungen und ein dichter, knäuelartiger Eindruck dokumentiert. Maier ordnete den Klon in seiner Züchtervorstellung unter den PomPom-Formen ein. Die Benennung beschreibt das Erscheinungsbild und ist keine botanische Rangstufe. Die Fangblätter sind metamorphosierte Blattorgane, keine getrennten Organe neben den Blättern. Der allgemeine Aufbau mit Rosette, kurzem unterirdischem Rhizom, Blattstiel und zweilappiger Fanglamina gehört zur Art. Bei einem benannten Klon beschreibt der Kultivarabschnitt nur die belegte Abweichung. Ungewöhnliche Fallenform allein verschiebt weder die Familie noch die Gattung. Eine knappe Kultivarbeschreibung muss unterscheiden, welche Merkmale zur gesamten Art gehören und welche den ausgewählten Klon kennzeichnen. Bei allen vier Profilen bleiben Rhizom, Rosettenbau, Blüte und die saisonale Entwicklung Teil der gemeinsamen Art. Die auffälligen Fallenmerkmale sind sichtbare Variation an einem Blattorgan. Färbung und Größe lassen sich ohne gleiche Licht-, Alters- und Kulturbedingungen nicht als feste Sollwerte vergleichen. Die Namen im Handel beschreiben Pflanzenlinien; sie ersetzen keine überprüfte botanische Beschreibung.

taxonomy

Taxonomie

Plants of the World Online akzeptiert D. muscipula J.Ellis als Art in Droseraceae und führt das natürliche Areal im östlichen North Carolina bis South Carolina. ‘GJ Koralle’ ist eine gärtnerische Selektion innerhalb dieser Art, keine eigene Art, Unterart oder nachgewiesene Naturhybride. Das Profil gehört laut aktuellem Datensatz zum Kultivar, hat D. muscipula (Profil 3) als Parent und erbt Taxonomie, Kultur und Quellen. Maier ist als Selektor der GJ-Selektion zu nennen, nicht als botanischer Autor des Artnamens. Die Züchterquelle belegt die Klonbezeichnung und zeigt sie unter den PomPom-Formen; eine formale Kultivarregistrierung oder Genetikstudie ist im geprüften Quellenstand nicht belegt. Die Gattung ist monotypisch; die gärtnerischen Auslesen bleiben innerhalb der akzeptierten Art. Kultivarnamen stehen in einfachen Anführungszeichen und bezeichnen eine benannte Auswahl, nicht einen formalen botanischen Rang. Die Kew-Autorschaft von J.Ellis wird auf den Artnamen bezogen; Züchter und Selektoren sind separat zu nennen. Ein fehlender Erstzüchterbeleg rechtfertigt keine nachträgliche Zuordnung an den Verkäufer. Die Klonprofile sind mit Profil 3 verknüpft und sollen diese Parent-Beziehung nicht durch eine eigene Art- oder Unterartbehauptung überdecken. Die Gattung Dionaea ist im Snapshot über das Genusprofil 2 verbunden; die Kulturgruppe und das Kulturprofil werden getrennt davon geprüft. Bei einem Kultivarnamen ist Züchterzuordnung ein Provenienzmerkmal, während der botanische Autor die Publikation des Artnamens bezeichnet. Beide Daten dürfen nicht in dasselbe Autorenfeld zusammenfallen. Wo der Selektor unbekannt ist, bleibt diese Lücke ausdrücklich bestehen.

ecology

Standort und Verbreitung

Das natürliche Areal gehört zur Grundart und reicht laut Kew von östlichem North Carolina bis östlichem South Carolina. Die Pflanzen besiedeln offene, feuchte und nährstoffarme Lebensräume; diese Wildökologie darf nicht als Herkunftsnachweis des Klons gelesen werden. Für ‘GJ Koralle’ ist ein Wildfundort nicht dokumentiert. Die belegte Provenienz ist gärtnerisch: Maier stellte den Namen 2015 im Zusammenhang seines Green-Jaws-Programms vor. Daraus folgt weder ein bestimmtes County noch eine Population. Händlerangaben zu allgemeinem nordamerikanischem Ursprung meinen die Art, nicht einen konkreten Fundort des Kultivars. Standortkarten der Art können daher nicht als Sammelortkarte von ‘GJ Koralle’ verwendet werden. Die Art ist kein tropischer Moorbewohner, sondern eine ausdauernde Art der Carolinas. Ihre naturnahen Standorte sind offene, sehr helle Feuchtlebensräume mit nährstoffarmen, sauren Böden. Das Artareal liefert den ökologischen Vergleich, aber keine Akzessionsdaten für einen Kultivar. Für Sammlungsbestände bleibt Herkunftsangabe nur dann spezifisch, wenn eine lückenlose Dokumentation sie stützt. Der im CAS gesetzte Habitat-Schlüssel stammt aus dem aktiven Parentprofil und ist ein Referenzlink auf den typischen Lebensraum der Art. Er belegt nicht, dass ein benannter Gartenklon an genau diesem Standort gesammelt wurde. Insbesondere Green-Jaws-Zuchtmaterial hat eine dokumentierte gärtnerische Linie, aber keine individuelle Wildpopulation. Bei den anderen Profilen ist die Entstehung teilweise noch weniger nachvollziehbar. Ein korrektes Profil trennt darum Artareal, Züchteradresse, Handelsquelle und unbekannte Ursprungspopulation sichtbar voneinander.

ecology

Ökologische Anpassungen

Die Nährstoffarmut, saisonale Feuchte und Feuerökologie der Carolinas erklären die Anpassungen der Grundart, aber nicht die ungewöhnliche Fallenform dieses Klons. Die PomPom-Ausprägung ist eine gärtnerische Morphologiebeobachtung. Es ist nicht belegt, dass sie eine ökologische Spezialisierung, eine zusätzliche Trockenheitsanpassung oder eine neue Fangstrategie darstellt. Auch die Frage, ob stark gefaltete Lappen den Reizschluss, die Abdichtung oder die Verdauung verändern, ist für ‘GJ Koralle’ nicht experimentell untersucht. Daher werden die Fallen weder pauschal als funktionslos noch als leistungsfähiger dargestellt. Die saisonale Entwicklung und Winterphase werden aus dem Artprofil übernommen; ein abweichender Jahreszyklus ist nicht dokumentiert. Die natürlichen Anpassungen des Grundtaxons umfassen die Klappfalle zur Nährstoffergänzung, die saisonale Rosettenentwicklung und das Leben in regelmäßig feuchten, nährstoffarmen Habitaten. Eine gärtnerisch ausgewählte Form kann äußerlich auffallen, ohne eine eigene ökologische Anpassung zu besitzen. Wo keine Physiologie- oder Feldstudie am konkreten Klon vorliegt, sind Vorteile bei Fang, Photosynthese, Wassersparen oder Winterhärte nicht abzuleiten. Auch eine deutliche Formmutation kann im Kulturbestand auftreten, ohne dass ihre Wirkung unter Feldbedingungen bekannt ist. Merkmale an Fanglappen allein erlauben keine Aussage über die evolutionäre Entstehung oder Selektion des Klons. Keine der geprüften Kultivarquellen enthält einen Vergleich von Überleben, Beuteaufnahme oder Samenansatz gegen typische Dionaea. Die Artökologie wird deshalb als Referenz verwendet; jede darüber hinausgehende adaptive Deutung wäre eine Hypothese und gehört nicht als feststehende Artinformation in das Profil.

reference

Wuchsform und Morphologie

Das diagnostische Erscheinungsbild entsteht durch die dreidimensionale Verformung der Fanglappen: Falten, Wellen, Verdrehungen und dicht zusammengezogene Bereiche können gleichzeitig auftreten. Die Vergleichsform der Art hat zwei klar erkennbare Lappen, die bei geschlossenem Fang entlang einer Mittelrippe aufeinanderliegen. Bei ‘GJ Koralle’ wirkt diese Kontur teils schwerer zu lesen, weil Lappen und Randbereiche unregelmäßig im Raum stehen. Die Züchtervorstellung zählt den Klon zu den PomPom-Formen, liefert jedoch keine metrische Diagnose, Sollzahl von Falten oder konstanten Rotton. Variation zwischen Fallen ist beschrieben und sollte nicht vorschnell als Rückschlag oder Schädigung bewertet werden. Die Falle setzt sich aus zwei Lappen zusammen, die am Rand durch Zähne oder Cilien gesäumt sind; auf der Innenfläche sitzen mechanosensitive Triggerhaare. Form, Länge, Farbe und Lappenwinkel können sich zwischen Blättern und Jahreszeiten ändern. Verkaufsfotos sind Momentaufnahmen ohne standardisierte Beleuchtung oder Pflanzenalter. Eine Kultivarbeschreibung sollte daher einen wiederkehrenden Unterschied benennen, aber keine einzelne Extremfalle zur konstanten Norm erklären. Wenn eine Pflanze verglichen wird, sollten mehrere ausgereifte Fallen im gleichen Stadium dokumentiert werden. Ein Maßwert muss die Messstelle benennen; Farbe braucht eine Angabe zu Licht und Weißabgleich. Besonders kurze Zähne, rote Flächen oder gefaltete Lappen variieren mit Blattalter und Kultur. Die vorliegenden Händlerquellen zeigen vor allem typische Erscheinungsbilder, nicht die gesamte Variation einer verifizierten Klonpopulation. Darum formuliert das Profil die wiederkehrende Charakteristik, lässt aber harte Grenzen und Farbnormen aus.

reference

Fangstrategie

Die Grundart schließt ihre zweilappige Falle nach mechanischer Reizung der Triggerhaare; anschließend tragen fortgesetzte Reize zur Beuteprüfung und Verdauungsreaktion bei. Bei ‘GJ Koralle’ ist vor allem die deformierte Geometrie sichtbar. Ob Falten die Lage der Triggerhaare verändern oder die Fallenbewegung behindern, wurde im geprüften Belegmaterial nicht gemessen. Die Züchterdarstellung belegt die äußere Form, nicht Fangraten oder Beuteauswahl. Deshalb bleibt die vorsichtige Aussage: Die Klappfalle ist morphologisch verändert, ihre konkrete Funktion kann nicht allein am Aussehen beurteilt werden. Auch ein geöffnetes oder weniger stark verformtes Blatt ist kein Beleg für eine andere Art. Die Art reagiert auf geeignete mechanische Reizung und löst einen schnellen Verschluss aus. Nach dem Schließen kann weitere Bewegung der Beute die Verdauungsreaktion unterstützen. Diese publizierte Artmechanik darf nicht als Funktionsversuch an einem speziellen Kultivar dargestellt werden. Für diesen Klon gibt es nur dann eine begründete Funktionsaussage, wenn Fangversuche mit authentifiziertem Material vorliegen; Händlerwörter wie „besser“ oder „weniger effektiv“ ersetzen solche Daten nicht. Die Namen und visuellen Analogien dürfen die Begriffe der Fangbiologie nicht ersetzen. „Dentat“, „PomPom“ oder „Zipp“ beschreibt einen Eindruck am Fallenrand; ein erfolgreicher Fang hängt zusätzlich von Triggerhaaren, Beweglichkeit, Beute und Verdauungsreaktion ab. Bei keinem der vier Klone fand sich eine kontrollierte Studie zur Fangmechanik. Besonders bei The Zipp ist die Abwesenheit sichtbarer Triggerhaare eine Händlerbehauptung mit widersprüchlichen Berichten. Das Profil hält daher Morphologie und gemessene Funktion strikt auseinander.

reference

Reproduktion und Lebenszyklus

D. muscipula vermehrt sich sexuell über Blüten, Bestäubung, Kapseln und Samen sowie vegetativ über Rhizomteilung und Blattstecklinge. Ein benannter Klon wird im gärtnerischen Sinn durch vegetative Vermehrung als derselbe ausgewählte Genotyp weitergeführt; Sämlinge sind Nachkommen und nicht automatisch ‘GJ Koralle’. Green Jaws beschreibt für eigene Klone vegetative Erhaltung. Die Züchtervorstellung von 2015 belegt die Auswahl und den Namen, aber nicht eine für diesen Klon gemessene Fruchtbarkeit, Selbstkompatibilität oder Vererbung der PomPom-Form. Deshalb werden keine Samenmerkmale oder Mendelregeln behauptet. Bei vegetativer Weitergabe sind Herkunftsetikett und Mutterpflanze zu dokumentieren. Sexuelle Fortpflanzung erzeugt genetisch neue Nachkommen. Die Namensidentität eines Klons wird in Sammlungen deshalb über vegetative Weitergabe und dokumentierte Herkunft erhalten. Teilung des Rhizoms und Blattstecklinge sind gängige Wege bei Dionaea; eine erfolgreiche Samenbildung sagt weder etwas über Kultivarreinheit noch über die Vererbung eines Merkmals aus. Für die betrachteten Klone sind keine kontrollierten Kreuzungs- oder Nachkommenserien belegt. Für einen weitergegebenen Bestand sollten Mutterpflanze, Vermehrungsdatum und vegetative Methode etikettiert werden. Das ist bei unklarer Händleridentität wichtiger als die bloße Weitergabe einer Verkaufsbezeichnung. Aussaat kann für Zucht interessant sein, führt aber zu Nachkommen mit eigener Variation; sie ist kein Beweis, dass der Kultivar Samen konstant sortenecht liefert. Für die vier betrachteten Linien sind weder kontrollierte Abstammungsregister noch systematische Nachkommenschaftsdaten belegt. Der Bericht behauptet deshalb keine Vererbung eines einzelnen Merkmals.

culture

Kulturrelevante Schlussfolgerungen

Im Snapshot ist ‘GJ Koralle’ mit derselben Kulturgruppe dionaea-temperiert und demselben Kulturprofil dionaea-standard wie die Grundart verbunden. Es gibt keine belastbaren Belege für eigene Temperatur-, Licht-, Feuchte- oder Bewässerungsgrenzen dieses Klons. Die beobachtete Lappenform rechtfertigt keine abweichende Kultur. Deshalb bleiben numerische Grenzen im übergeordneten Profil und werden hier nicht neu erfunden. Das Kulturprofil hinterlegt Kontrollabstände von 14 Tagen bei aktivem Wachstum, 30 Tagen in der Dormanz und 7 Tagen für Sämlinge; diese Werte werden als System-Prüftermine verstanden und nicht als biologische Versuchsergebnisse oder automatische Gießintervalle. Die saisonale Haltung folgt dem D. muscipula-Grundprofil. Die korrekte Referenz ist das aktive Grundartprofil: hohe Lichtverfügbarkeit, mineralarmes Wasser, nährstoffarmes Medium und saisonale Führung. Ein sichtbares Kultivarmerkmal belegt keinen eigenen Wärme-, Kälte-, Licht-, Feuchte- oder Wasserbedarf. Die im Kulturprofil gespeicherten Kontrolltage geben den Prüfrhythmus des Systems an, keine Gießanweisung und keinen biologischen Schwellenwert. Abweichungen werden erst aufgenommen, wenn sie über mehrere Beobachtungen und nachvollziehbare Bedingungen belegt sind. Die Snapshot-Verknüpfung setzt für jede Pflanze aktive Prüfungstermine von vierzehn Tagen im Wachstum, dreißig Tagen während der Dormanz und sieben Tagen bei Sämlingen. Das sind redaktionelle Betriebshinweise des verknüpften Profils und müssen auf den Zustand der Pflanze angepasst werden. Sie sind keine Instruktion, an diesen Tagen automatisch Wasser zu geben. Für keinen Klon gibt es belastbare Belege für eine separate Schwelle. Der CAS lässt daher Temperatur-, Feuchte-, Licht- und andere Zahlenfelder unberührt und vermeidet scheinbare Präzision.

substrate

Substrat-Ökologie

Die passenden Substratmerkmale ergeben sich aus D. muscipula: nährstoffarm, sauer und wasserhaltend, dabei ausreichend belüftet. Für ‘GJ Koralle’ wurde kein eigener Substratversuch und keine besondere Wurzelökologie gefunden. Eine stärker verdrehte Fanglamina hat keine belegte Wirkung auf die Ansprüche des Rhizoms. Ein bestehendes Grundartmedium sollte daher anhand von Wasserqualität, Verdichtung und gleichmäßiger Feuchte beurteilt werden, nicht auf Basis des PomPom-Namens verändert werden. Im verknüpften Kulturprofil bleibt die Artpflege maßgeblich. Ein bestimmtes Torf-Sand-Verhältnis oder ein exakter pH-Wert wird für den Klon nicht behauptet, wenn dafür kein klonspezifischer Versuch vorliegt. Die Art benötigt einen nährstoffarmen, sauren und gleichmäßig feuchten Wurzelraum. Strukturstabilität und Sauerstoffversorgung sind wichtig, damit dauerhafte Feuchte nicht in Verdichtung oder anoxische Bedingungen umschlägt. Mineralreiches Wasser und gedüngte Blumenerde widersprechen dem typischen Standortkontext. Mangels klonspezifischer Substratversuche bleibt die Empfehlung auf Artebene; aus Fallenfarbe, Größe oder Zahnform wird keine Substratrezeptur abgeleitet. Kulturversuche können sich in Topfgröße, Verdunstung, Wasserqualität und Jahreszeit unterscheiden. Ohne kontrollierten Vergleich lässt sich aus einem prächtigen Klonfoto keine spezielle Mischung ableiten. Die Verbindung zum gemeinsamen Kulturprofil ist deshalb relevanter als ein Händlerrat, der nicht an dieser Akzession geprüft wurde. Die Art braucht eine verlässliche Wasserführung, aber ebenso ein Medium, das langfristig nicht verdichtet. Änderungen sollten einzeln erfolgen und als Kulturbeobachtung festgehalten werden, nicht als genetische Eigenschaft des Kultivars.

practice

Praxisnotizen

Für eine verlässliche Dokumentation jeweils mehrere neu gebildete Fallen fotografisch aus derselben Perspektive erfassen und notieren, welche Lappen gefaltet, verdreht oder zusammengezogen erscheinen. So lässt sich die artspezifische PomPom-Morphologie von alten, beschädigten oder absterbenden Fallen abgrenzen. Die Züchterquelle stellt ‘GJ Koralle’ als Form innerhalb einer Gruppe PomPom-artiger Klone vor; sie gibt keine Prüfung der Fallenfunktion an. Eine einzelne weniger deformierte Falle widerlegt daher den Namen nicht. Gleichzeitig darf eine stark deformierte Falle nicht ohne Funktionsprüfung als fangunfähig gelten. Kontrollintervalle, Wasser und Winterphase bleiben die des übergeordneten Kulturprofils. Ein gutes Kulturprotokoll trennt direkt Beobachtetes von Händlerbehauptung. Notiere Datum, Blattphase, Lichtumgebung, Wasserführung, Fallenform und den Zustand der Pflanze. Nutze die hinterlegten aktiven-, Dormanz- und Sämlingsintervalle als Kontrollzeitpunkte, verschiebe aber eine Kontrolle bei sichtbarer Veränderung nicht bis zum nächsten Schema-Termin. Verändere nicht gleichzeitig mehrere Pflegefaktoren, wenn du eine mögliche Klonreaktion prüfen möchtest. Der CAS korrigiert außerdem die beschädigten Habitat-Referenzschlüssel auf den aktiven Schlüssel der Grundart; Parent, Genusprofil, Kulturgruppe und Kulturprofil bleiben dagegen genau so verknüpft wie im aktuellen Snapshot. Diese Verbindungen sind nachvollziehbare Systemwerte, aber keine Feldbelege für den Klon. Alle aktuellen Bildmetadaten sind leer. Ohne sichtbare Prüfung der exakt benannten Akzession und nachweislich kommerzieller Bildlizenz wird kein Foto eingesetzt. Das verhindert, dass eine ähnliche Verkaufsabbildung als sichere Identifikation erscheint.

sources

Quellenangaben

reference

Kultivar im Vergleich zur Art

Im Vergleich zu D. muscipula ‘Typical’ ist bei ‘GJ Koralle’ nicht eine bestimmte Fellfarbe oder außergewöhnliche Größe der belegte Hauptunterschied, sondern die räumlich unregelmäßige Ausprägung der Fanglappen. Mathias Maier führt den Namen 2015 unter mehreren PomPom-Formen auf. Die Fallen können gefaltet, verdreht und kompakt zusammengezogen wirken; die Stärke kann zwischen Blättern variieren. Die Verknüpfung mit dem Green-Jaws-Klonprogramm ist über Züchterquellen nachvollziehbar. Nicht belegt sind eine eindeutige anatomische Ursache, ein fester Messschlüssel, besondere Kulturgrenzen oder eine generell beeinträchtigte Fangfunktion. Eine Beschreibung sollte deshalb die sichtbare Form benennen und genetische oder physiologische Erklärungen ausdrücklich offenlassen. Der Vergleich mit der Art sollte nur wenige wiederholbare Merkmale hervorheben und sie von vererbter Taxonomie sowie gemeinsamer Pflege trennen. Seltenheit, Preis, Handelsname oder dramatische Einzelbilder sind keine botanischen Diagnosen. Wenn die Quelle nur eine Händlerbeschreibung ist, muss der Abschnitt deren Belegstärke nennen; unbekannter Züchter, Herkunft oder formale Registrierung bleiben offen. Ein Merkmal gilt nicht als unveränderlicher Grenzwert, wenn keine standardisierte Beschreibung oder Vergleichsserie existiert. Der vorliegende Vergleich trennt drei Belegstufen: direkte Züchterdokumentation, Händlerbeschreibung und unbestätigte Herkunfts- oder Funktionsbehauptung. Eine Aussage kann für einen Händlerbestand zutreffen, ohne für alle Pflanzen mit demselben Namen gesichert zu sein. Bei einem Abweichungsmerkmal ist daher der jeweilige Quellenstatus wichtiger als ein besonders scharfes Verkaufsfoto. Die Profile nennen belastbare Besonderheiten, erläutern Widersprüche und vermeiden Aussagen über Mutation, Genotyp oder Rang, wenn dafür keine Primärunterlage vorliegt.

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Zitierlink und Stand

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Aktueller Stand28.09.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'GJ Koralle', Stand 28.09.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-gj-koralle/