Black Trap Codex
Dionaea muscipula 'GJ Green Schuppenstiel'
Venusfliegenfalle
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Wasser
- AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
- Ruhephase
- optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Black-Trap-Systemprofil
Substrat- und Strukturbedarf
- BT-Air
- mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
- BT-Water
- hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
- BT-Flow
- mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
- pH
- 3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
- BT-Density
- niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
- Kapillaritaet
- hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
- Strukturstabilitaet
- mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.
Kulturgruppe
Dionaea – temperierte Standardkultur
Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.
Risiken der Kulturgruppe
Gattungsprofil
Dionaea
Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.
Typische Fehler
Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute
Gattungsrisiken
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
Verknuepfungen
Empfohlene Systemprofile
Standard-Mix
Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.
- BT-Air
- 8,6
- BT-Water
- 7,6
- BT-Flow
- 9,3
- BT-Structure
- 9,4
- BT-Capillary
- 2,5
- BT-Density
- 5,1
- BT-Compaction
- 3,0
reference
Botanische Beschreibung
Dionaea muscipula ‘Green Schuppenstiel’ ist eine dokumentierte gärtnerische Auslese der Venusfliegenfalle. Ihr namensgebendes Merkmal sitzt nicht an den Fallenrändern, sondern auf der Oberseite der Blattbasen: Das Gewebe ist unterschiedlich stark gerunzelt und wirkt dadurch schuppig. Die Blattbasen können laut veröffentlichter Kultivarbeschreibung bis zu 5,6 Zentimeter lang werden. Die Fallen bleiben mit bis zu drei Zentimetern vergleichsweise kompakt, sind funktionsfähig und entlang ihrer Mittelrippe leicht gebogen. Auch ihre klar ausgeprägten Ränder werden als auffällig beschrieben. Ein weiteres Kennzeichen ist die durchgehend gelblich-grüne Erscheinung aller Laubteile, die laut Diagnose selbst bei direkter Sonne bestehen bleibt. Diese Kombination aus schuppig strukturierter Blattbasis und fehlender sichtbarer Rotfärbung macht den Namen botanisch greifbarer als die verkürzte Handelsbezeichnung allein.
Der Grundbau entspricht der Art: Ein unterirdisches Rhizom trägt eine bodennahe Rosette aus einzelnen Blättern, deren Blattbasis und Blattstiel in die zweilappige Schnappfalle übergehen. Die Beschreibung nennt zahlreiche Seitensprosse und eine leichte Vermehrbarkeit durch Teilung. Sie belegt jedoch keine abweichende Fangphysiologie, besondere Wuchshöhe oder zusätzliche ökologische Anpassung. ‘GJ’ ist der Zusatz, unter dem die Pflanze im Sortiment des Züchters beziehungsweise Händlers angeboten wird; die formale Kultivarregistrierung lautet ‘Green Schuppenstiel’. Für die Beurteilung sind die beschriebenen Merkmale gemeinsam heranzuziehen. Ein bloß grünes Blatt oder eine einzelne gerunzelte Blattbasis reicht nicht aus, um eine beliebige Venusfliegenfalle sicher diesem Klon zuzuordnen.
taxonomy
Taxonomie und Namensstatus
Die botanische Art heißt Dionaea muscipula J.Ellis und gehört zur Familie Droseraceae. Innerhalb der Gattung Dionaea ist sie die einzige anerkannte Art. ‘Green Schuppenstiel’ ist keine eigene Art, Unterart oder Varietät, sondern ein benannter Kultivar dieser Art. Die offizielle Registrierung führt den Namen mit der Kultivarautorschaft M.Maier und verweist auf eine veröffentlichte Beschreibung aus dem Jahr 2013. Mathias Maier aus Deutschland wird als Urheber der Auslese im Jahr 2012 angegeben; die Registrierung erfolgte 2013. Die Bezeichnung „Schuppenstiel“ verweist auf die schuppenähnliche Struktur der Blattbasis. „GJ“ ist im vorliegenden Fall ein Sortimentszusatz und kein botanischer Bestandteil des registrierten Kultivarnamens.
‘Green Schuppenstiel’ ist ausdrücklich von den separat registrierten Namen ‘Schuppenstiel I’ und ‘Schuppenstiel II’ zu unterscheiden. Diese gehen auf andere Urheber zurück und besitzen eigene Beschreibungen. Bei ‘Schuppenstiel I’ werden größere Fallen und eine Rot- bis Purpurfärbung im Falleninneren bei starker Sonne beschrieben; ‘Schuppenstiel II’ hat überwiegend niederliegende, schmalere Blätter und kann ebenfalls rote Fallenpartien entwickeln. Für ‘Green Schuppenstiel’ lautet das Kennzeichen dagegen gelblich-grünes Laub auch unter direkter Sonne und eine anders verteilte, variabel ausgeprägte Schuppenstruktur. Ähnlich klingende Namen sind somit keine austauschbaren Etiketten. Beim Kauf oder bei Weitergabe sollten vollständiger Name und vegetative Herkunft erhalten bleiben.
habitat
Standort und Verbreitung
Für ‘Green Schuppenstiel’ ist kein eigenständiges natürliches Verbreitungsgebiet bekannt. Es handelt sich um eine gärtnerische Auslese, deren dokumentierter Ursprung in Deutschland bei Mathias Maier liegt; das ist der Ort der Auswahl, kein wildes Vorkommen. Das natürliche Areal der Grundart Dionaea muscipula liegt in der atlantischen Küstenebene von North und South Carolina im Südosten der Vereinigten Staaten. Der Name „GJ“ oder die Händlerangabe „Nordamerika“ begründet keine genauere Herkunft der Auslese und sollte nicht als Feldfundort gelesen werden. Eine Population von ‘Green Schuppenstiel’ in einem natürlichen Lebensraum ist nicht dokumentiert.
Die Art besiedelt offene, feuchte und nährstoffarme Standorte, darunter nasse Kiefern-Savannen, sandige Feuchtflächen und Sphagnum-reiche Bereiche. Saure Böden, gute Lichtversorgung und saisonale Veränderungen des Wasserstands prägen diese Lebensräume. Feuer und andere Störungen begrenzen Gehölze und erhalten offene Vegetation; dichter Schatten kann die Bedingungen für die Art verschlechtern. Diese Angaben beschreiben die Ökologie der Art und nicht einen Sonderstandort des Kultivars. Es gibt keinen Hinweis, dass die schuppige Blattbasis oder die grüne Färbung aus einer bestimmten Bodenart oder Region stammt. In Kultur ist daher eine naturnahe, offene und dauerhaft feuchte Haltung maßgeblich; ein geografischer Sonderanspruch für ‘Green Schuppenstiel’ lässt sich aus der verfügbaren Herkunftsdokumentation nicht ableiten.
ecology
Ökologische Einordnung
Die Venusfliegenfalle gewinnt den größten Teil ihrer Energie durch Photosynthese. Ihr Fangapparat ergänzt die Versorgung mit Mineralstoffen, die in den natürlichen sauren und nährstoffarmen Böden nur begrenzt verfügbar sind. Die gelblich-grüne Färbung von ‘Green Schuppenstiel’ wird als Kultivarmerkmal beschrieben, erlaubt aber keine belastbare Aussage über eine geringere Photosyntheseleistung oder einen reduzierten Lichtbedarf. Die veröffentlichte Diagnose hält die Färbung auch bei direkter Sonne fest. Sie liefert jedoch keine Messungen zu Chlorophyll, Wachstum oder Kohlenstoffaufnahme, weshalb physiologische Unterschiede zur Grundart nicht behauptet werden sollten. Ebenso ist kein spezielles Beutespektrum und keine veränderte Nährstoffaufnahme für diesen Kultivar dokumentiert.
Das Rhizom der Art ermöglicht den saisonalen Neuaustrieb nach einer kühleren Ruhephase. Offene Vegetation und feuchte, nährstoffarme Wurzelräume sind ökologische Bedingungen der Wildart; sie passen auch zur Kultur dieses Kultivars. Die schuppige Oberfläche der Blattbasis wird als äußeres Strukturmerkmal geführt. Eine Funktion bei Wasserhaushalt, Beutefang oder Schutz ist dafür nicht nachgewiesen. Sie sollte daher nicht als besondere ökologische Anpassung gedeutet werden. Auch die gebogene Falle und ihre markanten Ränder sind morphologische Beschreibungsmerkmale, keine belegten Hinweise auf eine andere Fangstrategie. Für die Pflege folgt daraus: den typischen Licht- und Jahresrhythmus der temperierten Venusfliegenfalle einhalten, statt eine Sonderbehandlung aufgrund der grünen Farbe oder Blattstruktur anzunehmen.
morphology
Wuchsform und Morphologie
Die Diagnose von ‘Green Schuppenstiel’ konzentriert sich auf Blattbasis und Fallen. Die Blattbasen erreichen eine angegebene Maximallänge von 5,6 Zentimetern. Ihre Oberseite kann unterschiedlich stark gerunzelt sein; diese Erhebungen lassen sie schuppig erscheinen. Die Struktur ist demnach variabel und nicht als gleichförmig ausgeprägtes Muster auf jeder Blattbasis zu verstehen. Die Fallen werden mit bis zu drei Zentimetern Länge beschrieben und bleiben voll funktionsfähig. Sie sind leicht entlang der Mittelrippe gebogen und besitzen deutlich hervortretende Ränder, die in der Kultivarbeschreibung mit einer anderen benannten Form verglichen werden. Die gesamte Lauboberfläche erscheint gelblich-grün, einschließlich der Blattbasen, Blattstiele und Fallen, selbst bei direkter Besonnung.
Diese Merkmale sollten im Zusammenhang und über mehrere Blätter beurteilt werden. Dionaea bildet im Jahresverlauf unterschiedliche Blattgestalten; Größe, Stellung und Färbung können sich mit Saison, Licht, Alter und Kulturzustand verändern. Die veröffentlichten Maximalwerte sind keine Sollmaße für jedes Exemplar. Ebenso bedeutet „variabel gerunzelt“ nicht, dass jede Blattbasis gleich stark geschuppt sein muss. Ein aktuelles Einzelfoto kann Farbe und Perspektive verfälschen, und eine schwache Jungpflanze muss nicht sofort das gesamte Merkmalbild zeigen. Nicht dokumentiert sind ein besonderer Rosettendurchmesser, eine feste Blattstellung oder zusätzliche Zähneigenschaften. Solche Merkmale dürfen nicht aus der Handelsbezeichnung ergänzt werden; sichere Zuordnung braucht wiederkehrende Merkmale und nachvollziehbar erhaltene Klonherkunft.
reference
Kultivar im Vergleich zur Art
Im Vergleich zur typischen Art fällt ‘Green Schuppenstiel’ durch drei zusammengehörige Eigenschaften auf: eine gerunzelte bis schuppig wirkende Oberseite der Blattbasen, kompakte Fallen bis etwa drei Zentimeter und eine gelblich-grüne Gesamtfärbung, die auch unter direkter Sonne beschrieben wird. Die Fallen sind leicht entlang der Mittelrippe gebogen und ihre Ränder klar ausgeprägt. Das Profil ist somit nicht bloß „grüne Venusfliegenfalle“; entscheidend ist die spezifische Blattbasisstruktur in Kombination mit Fallenform und durchgehend grüner Erscheinung. Die registrierte Beschreibung nennt zudem eine reichliche Bildung von Seitensprossen. Sie gibt eine Kultivardiagnose, aber keine Garantie, dass jede Kulturpflanze jederzeit Höchstmaße oder gleich starke Runzelung zeigt.
Besonders wichtig ist die Abgrenzung zu ‘Schuppenstiel I’ und ‘Schuppenstiel II’. Die Namen sind ähnlich, die Auslesen aber separat registriert und mit unterschiedlichen Urhebern verbunden. ‘Schuppenstiel I’ wird mit bis zu vier Zentimeter langen Fallen und bei Sonne rötlich-purpurnen Falleninnenflächen beschrieben. ‘Schuppenstiel II’ trägt meist niederliegende, schmale Blätter; auch dort kann sich Rotfärbung zeigen. Bei ‘Green Schuppenstiel’ ist die gelblich-grüne Färbung aller Pflanzenteile gerade unter direktem Licht ein hervorgehobenes Merkmal. Die Schuppenform allein reicht für eine sichere Bestimmung nicht, weil vergleichbare Strukturen auch bei anderen Kultivaren vorkommen. Für die Klonidentität zählen deshalb der volle registrierte Name, belegte Herkunft und die wiederkehrende Merkmalskombination.
ecology
Fangstrategie und Fallenfunktion
Die Fallen von ‘Green Schuppenstiel’ werden als voll funktionsfähig beschrieben. Ihr Ablauf entspricht deshalb grundsätzlich dem der Venusfliegenfalle: Auf der Innenseite der beiden Lappen sitzen empfindliche Auslösehaare. Werden diese in kurzer Folge ausreichend gereizt, entstehen elektrische Signale, die das rasche Umschlagen der Lappen auslösen. Bleiben weitere mechanische Reize durch Beute aus, kann sich die Falle wieder öffnen; wiederholte Reize unterstützen dagegen den dichten Verschluss und die Verdauungsreaktion. Drüsengewebe auf der Falleninnenseite gibt Verdauungssekrete ab und nimmt gelöste Nährstoffe auf. Die gezahnten Randfortsätze bilden einen beweglichen Rand, der beim anfänglichen Verschluss noch Zwischenräume lässt.
Für ‘Green Schuppenstiel’ ist keine besondere Reizschwelle, höhere Fangrate oder veränderte Verdauung dokumentiert. Die leicht gebogenen Fallen und klaren Ränder sind Formmerkmale, keine Belege für eine andere Funktion. Auch die Schuppenstruktur sitzt auf der Blattbasis und wird nicht als Teil des Fangmechanismus beschrieben. Zur Kultivardiagnose sollten Fallen nicht wiederholt von Hand ausgelöst werden; das verbraucht Ressourcen und liefert keinen zuverlässigen Identitätstest. Die Pflanze muss nicht regelmäßig gefüttert werden, wenn sie im Freien geeignete Beute erreicht. Licht und gesunde Kulturbedingungen bleiben für den Aufbau funktioneller Fallen entscheidend. Ein Exemplar mit zeitweise abweichenden oder beschädigten Fallen ist nicht allein dadurch einer anderen Auslese zuzuordnen.
reproduction
Fortpflanzung und Erhaltung der Auslese
Wie andere Venusfliegenfallen kann ‘Green Schuppenstiel’ blühen und Samen bilden. Bei der geschlechtlichen Vermehrung entstehen durch Neukombination der Erbanlagen Sämlinge, die genetisch nicht mit der Mutterpflanze identisch sind. Sie erben deshalb nicht zuverlässig die gelblich-grüne Färbung, die gerunzelten Blattbasen oder die beschriebene Fallenform. Selbst ein Sämling mit ähnlich aussehender Blattbasis ist nicht automatisch derselbe Kultivar. Sämlinge sollten als Nachkommen mit eigener Herkunft dokumentiert werden. Das ist besonders wichtig, wenn sie in einer Sammlung zusammen mit ‘Schuppenstiel I’ und ‘Schuppenstiel II’ wachsen, da die Namen ähnliche Strukturen bezeichnen und leicht verwechselt werden können.
Zur Erhaltung der benannten Auslese ist vegetative Vermehrung passend. Die registrierte Beschreibung nennt Teilung von Seitensprossen als geeignete und leicht durchführbare Methode. Auch Blatt- oder Rhizomstecklinge werden bei der Grundart zur vegetativen Vermehrung eingesetzt, doch für diesen Kultivar ist Teilung der Offsets die unmittelbar dokumentierte Methode. Bei jedem Ableger sollte die Verbindung zur Mutterpflanze nachvollziehbar bleiben; Etikett, Datum und Teilungsmethode helfen, Namensvermischung zu vermeiden. Die Beschreibung berichtet von zahlreichen Seitensprossen, aber nicht von einer bestimmten jährlichen Vermehrungsrate. Gewebekultur kann Pflanzenzahl steigern, doch ohne sorgfältige Kennzeichnung und Kontrolle sollten daraus keine weitergehenden Aussagen über Merkmalsstabilität abgeleitet werden.
culture
Kulturfazit
Für ‘Green Schuppenstiel’ sind keine abweichenden Ansprüche gegenüber der temperierten Venusfliegenfalle belegt. Die Pflanze benötigt einen sehr hellen bis sonnigen Standort. Eine zuvor schattig gehaltene Pflanze wird schrittweise an direkte Sonne gewöhnt, damit Blätter nicht durch abrupte Umstellung geschädigt werden. Während der Wachstumszeit bleibt das Substrat gleichmäßig feucht; mineralarmes Regen-, Umkehrosmose- oder geeignetes destilliertes Wasser ist Leitungswasser mit höherem Mineralgehalt vorzuziehen. Die Art durchläuft eine saisonale Ruhephase. Eine dauerhaft warme, lichtarme Fensterbank ohne jahreszeitliche Anpassung ist daher keine gleichwertige Standardkultur. Die grüne Färbung des Kultivars bedeutet nicht, dass er weniger Licht benötigt: Gerade seine Beschreibung unter direkter Sonne macht diesen Schluss unzulässig.
Ein Moorbeet, ein heller Außenstandort oder ein geeignetes Kalthaus kann den Jahresgang gut abbilden; im Topf ist ein luftiger, saurer und nährstoffarmer Wurzelraum entscheidend. Die Fallen funktionieren normal, sodass keine besondere Fütterungsroutine erforderlich ist. Seitensprosse können zur Vermehrung geteilt werden. In der Ruhezeit wird die Pflanze kühler gehalten und vor extremer Austrocknung geschützt, zugleich aber nicht in einem sauerstoffarmen, dauerhaft tief überstauten Wurzelraum belassen. Konkrete Temperaturgrenzen hängen von Topf, Schutz und Standort ab; die verfügbare Kultivarbeschreibung liefert keine Sonderwerte. Insgesamt ist ‘Green Schuppenstiel’ ein Kultivar für die übliche Dionaea-Kultur, nicht für ein abweichendes Pflegeprogramm.
substrate
Substrat und Wurzelraum
Der Wurzelraum von ‘Green Schuppenstiel’ sollte wie bei der Art sauer, mineralarm und nährstoffarm sein. Unaufgedüngter Weißtorf mit grobem Quarzsand oder Perlit ist eine häufig verwendete Topfmischung; alternativ kann reines, sauberes Sphagnum genutzt werden. Entscheidend ist nicht eine einzige Rezeptur, sondern die Vermeidung von Dünger, kalkhaltigen Zuschlägen und salzreicher Erde. Die Wurzeln der Venusfliegenfalle sind an nährstoffarme Feuchtstandorte angepasst und können in stark gedüngten Substraten geschädigt werden. Mineralarmes Wasser verhindert, dass sich Salze im Topf anreichern. Die Oberfläche darf feucht bleiben; ein dauerhaft wassergesättigter, verdichteter und schlecht belüfteter Kern erhöht dagegen das Risiko für Rhizom- und Wurzelschäden.
In der aktiven Wachstumszeit wird die Feuchte meist durch Anstau in einer flachen Schale oder durch gleichmäßiges Gießen erhalten. Die Schale muss nicht besonders tief sein; sie sollte zur Topfgröße und Verdunstung passen. Während einer kühlen Ruhephase kann der Wasserstand reduziert werden, ohne den Wurzelballen austrocknen zu lassen. Das entspricht dem saisonalen Wechsel natürlicher Standorte, deren Böden feucht, aber nicht zu jeder Zeit gleich tief überstaut sind. Für ‘Green Schuppenstiel’ gibt es keine Hinweise auf besondere Substratpräferenzen aufgrund der Schuppen an den Blattbasen. Diese Strukturen liegen oberirdisch und begründen weder eine trockenere Kultur noch zusätzliche Nährstoffgaben.
practice
Praxisnotizen und Kontrollrhythmus
Kontrolliere die Kultur im normalen Wachstum ungefähr alle 14 Tage, die ruhende Pflanze etwa alle 30 Tage und Sämlinge ungefähr alle 7 Tage. Das sind Prüfintervalle, keine Gießtermine: Wasserbedarf hängt von Topfgröße, Wetter, Luftbewegung, Substrat und Standort ab. Bei jeder Kontrolle werden Feuchte, Wasserqualität, freie Abzugslöcher, Neuaustrieb, Rhizomfestigkeit und mögliche Schädlinge beurteilt. Im Sommer sind Hitzeperioden und rasche Verdunstung Anlass für zusätzliche Sichtkontrollen; während der Ruhephase sollte die Kontrolle dagegen vor allem Austrocknung, Frostschäden und Fäulnis früh erkennen. Nach Umtopfen, Teilung oder Versand wird vorübergehend enger kontrolliert, bis der Neuaustrieb wieder stabil ist.
Zur Artbestimmung sollte man mehrere neu gebildete Blätter betrachten. Achte auf die variable, schuppig gerunzelte Oberseite der Blattbasen, die leicht gebogenen Fallen bis etwa drei Zentimeter und die beschriebene gelblich-grüne Färbung auch bei guter Besonnung. Halte Abweichungen und jahreszeitliche Veränderungen mit Datum fest; ein einzelnes Blatt ist keine vollständige Diagnose. ‘Green Schuppenstiel’ darf nicht mit ‘Schuppenstiel I’ oder ‘Schuppenstiel II’ allein wegen des ähnlichen Namens gleichgesetzt werden. Bei der Weitergabe gehören vollständiger Kultivarname und Herkunft der vegetativen Teilung auf das Etikett. Es wurde kein passendes eigenes Foto im lokalen Bestand gefunden. Die im Netz auffindbaren Händler- und Sammlerbilder weisen keine nachgewiesene freie Nutzungslizenz aus und werden daher nicht übernommen.
sources
Quellenangaben
Kultivarname und Abgrenzung
- ICPS Carnivorous Plant Names Resource: Green Schuppenstiel – Registrierter Name, Urheber, Herkunftsangabe, Datierung, Diagnose, Vermehrung und getrennte Einträge für Schuppenstiel I und II.
- Carnivorous Plant Newsletter 43(1): Cultivar registrations – Registrierungsdaten von Green Schuppenstiel sowie Schuppenstiel I und II.
- ICPS Carnivorous Plant Photo Finder: Green Schuppenstiel – Namensabgleich und historischer Vermerk „Schuppenstiel 3“; die Bildseite weist keine freie Bildlizenz aus.
- Green Jaws: Dionaea muscipula – GJ Green Schuppenstiel – Aktueller Handelsname und Pflegehinweise; Produktbilder wurden nicht als frei lizenziert behandelt.
- PetFlyTrap: Venus Flytrap ‘Schuppenstiel’ – Hinweis zur Unterscheidung der separat geführten Formen Schuppenstiel I und II; keine Merkmale dieses Kultivars übertragen.
- Gesellschaft für Fleischfressende Pflanzen: Diskussion zu Schuppenstiel und Trichterfallen – Ergänzender Sammleraustausch zur Variabilität anderer Schuppenstiel-Auslesen; nicht als primäre Diagnose von Green Schuppenstiel verwendet.
Art, Lebensraum und Kultur
- Plants of the World Online: Dionaea muscipula J.Ellis – Akzeptierter Artname, Autorschaft und natürliches Areal.
- Flora of North America: Dionaea muscipula – Taxonomie, Morphologie und Habitat der Art.
- NC State Extension: Dionaea muscipula – Artmorphologie, Standort und Kultur.
- ICPS: Growing Dionaea muscipula – Licht, mineralarmes Wasser, Substrat und saisonaler Jahresrhythmus.
- ICPS: Dionaea Leaf Pullings – Vegetative Vermehrung der Grundart.
- U.S. Fish and Wildlife Service: Venus Fly Trap – Natürliches Areal, Habitat und Schutzkontext.
- North Carolina Natural Heritage Program: Dionaea muscipula – Regionale Verbreitung und Habitatangaben.
- North Carolina habitat and population survey (2019–2021) – Habitat- und Bestandserhebung in North und South Carolina.
Fallenphysiologie und Vermehrung
- Volkov et al. (2008): Active movements in plants – Elektrische Signale und schnelle Fallenbewegung.
- Volkov et al. (2008): Kinetics and mechanism of Dionaea trap closing – Mechanik und Reizfolge beim Fallenverschluss.
- Böhm et al. (2016): Prey-induced action potentials and sodium uptake – Beutereize, Aktionspotentiale und Nährstoffaufnahme.
- Pavlovič et al. (2010): Trap closure, photosynthesis and respiration – Physiologische Kosten des Fang- und Verdauungsvorgangs.
- Kruse et al. (2014): Nitrogen acquisition by Dionaea – Stickstoffaufnahme über Beute und Wurzelraum.
- Suda et al. (2020): Calcium dynamics during trap closure – Calciumsignale bei Reizverarbeitung und Fallenverschluss.
- Hutchinson (1984): In vitro propagation of Dionaea muscipula – Experimentelle Pflanzenvermehrung aus Gewebe der Art.
- Bartsch, Mahnkopp & Winkelmann (2014): In vitro propagation – Mikrovermehrungsprotokoll für ausgewählte Dionaea-Genotypen.
Zitieren
Zitierlink und Stand
Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'GJ Green Schuppenstiel', Stand 02.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-gj-green-schuppenstiel/
