Black Trap Codex
Dionaea muscipula 'Darwin'
Venusfliegenfalle
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Wasser
- AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
- Ruhephase
- optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Black-Trap-Systemprofil
Substrat- und Strukturbedarf
- BT-Air
- mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
- BT-Water
- hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
- BT-Flow
- mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
- pH
- 3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
- BT-Density
- niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
- Kapillaritaet
- hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
- Strukturstabilitaet
- mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.
Kulturgruppe
Dionaea – temperierte Standardkultur
Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.
Risiken der Kulturgruppe
Gattungsprofil
Dionaea
Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.
Typische Fehler
Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute
Gattungsrisiken
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
Verknuepfungen
Empfohlene Systemprofile
Standard-Mix
Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.
- BT-Air
- 8,6
- BT-Water
- 7,6
- BT-Flow
- 9,3
- BT-Structure
- 9,4
- BT-Capillary
- 2,5
- BT-Density
- 5,1
- BT-Compaction
- 3,0
reference
Botanische Beschreibung
‘Darwin’ ist eine großfallige gärtnerische Auslese von Dionaea muscipula. Kennzeichnend ist die Kombination aus Fallen in der Größenordnung von ‘South West Giant’ und relativ kürzeren Blattstielen. Im Vergleich zu diesem Elternklon wirkt der Horst dadurch kompakter und dichter. Für einzelne Fallen wurde eine Größe von ungefähr fünf Zentimetern berichtet; dieser Spitzenwert ist weder ein Durchschnitt noch eine zugesicherte Größe jeder Kulturpflanze. Die Grundgestalt bleibt die der Art: ein kurzes Rhizom trägt eine bodennahe Rosette, und jedes Fangblatt endet in zwei beweglichen Fallenlappen mit Randcilien und inneren Reizhaaren.
Die Beschreibung als großfallig bezieht sich auf gut entwickelte Blätter. Kleine Teilstücke, Pflanzen nach Teilung und frisch aus der Winterruhe austreibende Rosetten können zunächst deutlich kleinere Fallen bilden. Auch die Blattstiele können im Sommer aufrechter beziehungsweise länger erscheinen, ohne den relativen Vergleich zu ‘South West Giant’ aufzuheben. Eine rote Färbung der Falleninnenseite wird für Pflanzen unter sehr hellem Licht beschrieben; eine feste Pigmentverteilung oder ein farbstabiles Muster ist nicht dokumentiert. Blüten, Samen und der zweilappige Fallenbau unterscheiden ‘Darwin’ nicht von der Elternart. Eine belastbare Diagnose beruht deshalb auf wiederholt gebildeten, ausgewachsenen Blättern und der vegetativen Herkunft, nicht auf einer einzelnen großen Falle oder einem einzelnen Farbfoto.
taxonomy
Taxonomie
Der botanische Name lautet Dionaea muscipula J.Ellis; ‘Darwin’ ist ein zusätzlich verwendeter gärtnerischer Name und keine eigene Art oder botanische Varietät. Die Gattung Dionaea ist monotypisch. Ein formaler Kultivareintrag ist nicht gesichert. Ein fehlender Nachweis erlaubt allerdings keine sichere Aussage, dass der Name niemals registriert wurde. Botanischer Artname, gärtnerischer Klonname und Handelsbezeichnung erfüllen unterschiedliche Aufgaben: Der Artname ordnet die Pflanze taxonomisch ein, der Klonname bezeichnet eine vegetativ erhaltene Auslese, und ein Verkaufsname kann zusätzlich zur Vermarktung dienen. Diese Ebenen sollten in Etiketten und Sammlungsdaten getrennt bleiben.
Als Eltern der Auslese werden ‘South West Giant’ und ‘Dingleys Big Vigorous’ genannt; die Abstammung ist jedoch nicht unabhängig nachgewiesen. ‘Darwin’ bezeichnet den daraus ausgewählten Klon, nicht alle Sämlinge dieser Eltern. J.Ellis ist der Autor der Artbezeichnung und nicht der Züchter des Kultivars. Eine ähnliche Pflanze oder ein Sämling darf deshalb nicht allein wegen großer Fallen ‘Darwin’ heißen; die Zuordnung verlangt nachvollziehbare vegetative Weitergabe. Auch eine abweichende Erzählung zur Entstehung macht die dokumentierte Herkunft nicht eindeutiger; die genaue Entstehungsweise bleibt daher mit Vorbehalt zu führen. Eine vegetative Ablegerpflanze erhält den Klonstatus; sexuell entstandene Nachkommen kombinieren Gene neu und benötigen eine eigene Bezeichnung.
ecology
Standort und Verbreitung
Für den benannten Klon ist keine natürliche Population und kein eigener Wildfundort dokumentiert. ‘Darwin’ wird gärtnerisch mit England und einer Kreuzung zweier bereits kultivierter Dionaea-Formen verbunden. Das beschreibt eine mögliche Entstehung im Gartenbau, nicht ein Vorkommen in der Natur. Die Art Dionaea muscipula selbst ist auf die Küstenebene von North Carolina und South Carolina im Südosten der Vereinigten Staaten beschränkt. Dort besiedelt sie offene, sehr helle, saisonal feuchte und nährstoffarme Standorte. Diese Verbreitung der Elternart darf nicht als Fundort des konkreten Kulturklons in dessen Profil übernommen werden.
Die kommerzielle Weitergabe von ‘Darwin’ über europäische Sammlungen ist Gartenbaugeschichte und keine Erweiterung des natürlichen Areals. Auch die Herkunft der beiden Elternformen ersetzt keinen dokumentierten Einzelort für den ausgewählten Sämling. In einem Sammlungsdatensatz sind Angaben zur gärtnerischen Entstehung, Lieferweg und vegetativen Vermehrung getrennt vom Wildareal zu erfassen. Angaben wie ‘Nordamerika’ beziehen sich höchstens auf die Art und sind für diesen Klon keine präzise Herkunft. Die regionalen Lebensräume der Art erklären ihre temperierte, helle und feuchte Kultur; sie belegen weder die Standortbedingungen der ursprünglichen Kreuzung noch besondere Standortanpassungen von ‘Darwin’. Eine Händleradresse ist ebenfalls kein Wildfundnachweis.
ecology
Ökologische Anpassungen
Die auffällige Proportion von ‘Darwin’ – große Fanglappen an relativ kürzeren Blattstielen – ist ein gärtnerisches Wuchsmerkmal, aber kein nachgewiesener ökologischer Vorteil. Für den Klon liegen keine belastbaren Vergleichsdaten vor, die zeigen, dass diese Form am Naturstandort mehr Beute fängt, größere Beute hält oder eine andere Überlebensleistung bewirkt. Die großen Fallen machen die Pflanze im Topf sichtbar, sagen aber nichts über ihren Nährstoffbedarf oder die Geschwindigkeit ihrer Reizantwort aus. Ebenso ist eine bei starker Beleuchtung rote Falleninnenseite kein Beleg für eine eigene ökologische Nische.
Die ökologische Grundlage bleibt die der Elternart: Photosynthese versorgt die Pflanze mit Kohlenstoff; gefangene Arthropoden liefern zusätzliche Mineralstoffe in nährstoffarmen Lebensräumen. Offene Vegetation und hohe Lichtverfügbarkeit sind für die typische Art wichtig. Die Fallenform kann sich mit Blattalter, Jahreszeit und Kulturzustand verändern, und auch die Rosette sieht nach Teilung oder Winterruhe zunächst anders aus als ein ausgewachsener Horst. Aussagen über einen Vorteil der Kompaktheit oder über stabile Farbeigenschaften müssten an vegetativ identischen Pflanzen unter vergleichbarem Licht, Wasser und Alter geprüft werden. Solange solche Versuche fehlen, sind sichtbare Merkmale von ungetesteten Funktionsannahmen zu trennen. Die Topfkultur bildet den offenen Naturstandort nicht nach; Alter und Kulturumwelt verändern die sichtbare Ausprägung.
reference
Wuchsform und Morphologie
Für die Morphologie sind bei ‘Darwin’ drei Proportionen gemeinsam zu betrachten: Größe der geöffneten Falle, Länge des Blattstiels und Dichte des Horstes. Berichtet werden Fallen in der Größe von ‘South West Giant’ bei im Vergleich kürzeren Blattstielen; daraus entsteht der kompaktere Gesamteindruck. Auch im Sommer können Blattstiele lang und aufrecht stehen. Das ist nicht zwingend widersprüchlich: Ein Blattstiel kann saisonal lang werden und dennoch kürzer bleiben als der des großfalligen Vergleichsklons. Die Angabe von etwa fünf Zentimetern ist ein berichteter Wettbewerbswert für eine einzelne Falle, kein konstant erreichbares Maß. Messungen sollten stets die geöffnete Falle an ihrer breitesten Stelle und den Blattstiel vom Rhizomansatz bis zum Fallenansatz erfassen; so lassen sich Proportionen über mehrere Blätter vergleichen.
Die Fallen behalten den üblichen zweilappigen Umriss der Art. Es ist keine abweichende Zahnform, Verwachsung oder andere strukturelle Mutation für ‘Darwin’ beschrieben. Bei guter Beleuchtung kann das Falleninnere rot erscheinen; eine genaue Verteilung oder ein ganzjährig gleiches Rot wurde nicht belegt. Für eine brauchbare Bestandsaufnahme werden mehrere ausgewachsene Blätter fotografiert und die Fallenbreite sowie Blattstiel-Länge jeweils mit Maßstab erfasst. Rosettendurchmesser und Jahreszeit gehören dazu, weil ein frisch geteilter Horst anders proportioniert sein kann als eine kräftige ältere Pflanze. So bleibt die beobachtete Auslese von allgemeinen Größen- und Farbvariationen der Art unterscheidbar.
reference
Carnivore Strategie
‘Darwin’ nutzt die Klappfalle von Dionaea muscipula. Auf der Innenseite der beiden Lappen sitzen Reizhaare; passende Berührungen erzeugen elektrische Signale, und eine zeitlich geeignete Reizfolge lässt die Falle rasch zuklappen. Bleibt Beute darin aktiv, folgen weitere Signale, die Abdichtung der Lappen und die Verdauungsreaktion. Drüsen geben Verdauungsstoffe ab; gelöste Nährstoffe werden anschließend aufgenommen. Die Randcilien begrenzen den Spalt zunächst, sind aber nicht mit den inneren Auslösehaaren zu verwechseln.
Das Erklärungsmodell des schnellen Schnappvorgangs wurde erweitert: Lokale Erweichung der äußeren Zellwand gilt neben hydraulischen Vorgängen und elastischer Instabilität als weiterer aktiver Beitrag zum Fallenverschluss. Dieser Mechanismus ist für die Art beschrieben, aber nicht eigens an ‘Darwin’ geprüft. Die vergleichsweise großen Fallen begründen keine abweichende Auslöseschwelle, höhere Schließgeschwindigkeit oder besondere Beuteauswahl. Auch der genannte Fünf-Zentimeter-Wert ist keine Messung der Fangwirkung. Eine Klonbehauptung über effizienteren Beutefang wäre nur mit einem kontrollierten Vergleich zu den Eltern und zur typischen Art gerechtfertigt; solche Daten liegen nicht vor. Die Falle öffnet nach der Verdauungsphase wieder und kann mehrere Fangzyklen durchlaufen; über Zahl oder Dauer dieser Zyklen ist für ‘Darwin’ kein eigener Versuchswert bekannt. Unnötiges Auslösen ohne Beute kostet Energie und sollte bei der Pflege vermieden werden.
reference
Reproduktion und Lebenszyklus
‘Darwin’ soll aus einer gezielten Kreuzung von ‘South West Giant’ und ‘Dingleys Big Vigorous’ hervorgegangen sein. Die Elternkombination erklärt die Züchtungsgeschichte, macht die Nachkommen aber nicht zu Kopien des später ausgewählten Klons. Der Sämling, der als ‘Darwin’ benannt wurde, wird zur Erhaltung seiner Kombination aus großen Fallen und kompakterem Wuchs vegetativ weitergegeben. Rhizomteilung ist dafür ein geeigneter Weg; auch andere vegetative Verfahren können eine Linie erhalten, sofern die Pflanzen eindeutig beschriftet bleiben.
Samen aus einer ‘Darwin’-Pflanze sind sexuell entstandene Nachkommen mit neuer genetischer Kombination. Sie dürfen nicht automatisch denselben Klonnamen tragen, selbst wenn einzelne Sämlinge große Fallen oder kurze Blattstiele entwickeln. Die gärtnerische Beschreibung hebt schnelle Horstbildung und unkomplizierte Teilbarkeit hervor, nennt jedoch keine standardisierte Vermehrungsrate. Der tatsächliche Zuwachs hängt von Alter, Jahreszeit, Kultur und Zustand des Rhizoms ab. Nach einer Teilung können die Einzelrosetten zunächst kleiner aussehen; die großen Fallen und der kompakte Horstcharakter werden erst wieder an kräftigem Wachstum beurteilbar. Für Tausch und Verkauf gehört deshalb die nachvollziehbare vegetative Kette zur Namenssicherheit. Die konkrete Einzelperson hinter der Auslese ist nicht verlässlich benannt; dokumentiert ist der züchtende Betrieb. Bei einer Teilung empfiehlt sich ein dauerhaftes Etikett für jede Tochterrosette, damit der Name nicht später auf Sämlinge oder unklare Bestände übergeht.
culture
Kulturrelevante Schlussfolgerungen
Die Kultur folgt dem temperierten Jahresgang von Dionaea muscipula; für ‘Darwin’ sind keine abweichenden Temperaturgrenzen oder Sonderpflege veröffentlicht. In einer saisonalen Außen- oder ungeheizten Gewächshauskultur erhält die Pflanze während der Wachstumszeit sehr viel Licht, mineralarmes Wasser und einen gleichmäßig feuchten, nährstoffarmen Wurzelraum. Eine zuvor schattig gehaltene Pflanze wird schrittweise an direkte Sonne gewöhnt. Im Winter verlangsamt sich das Wachstum; die reduzierte Blattmasse ist nicht automatisch ein Klonfehler. Der Topfballen soll in der Ruhephase feucht bleiben, ohne dauerhaft sauerstoffarm zu stehen.
Eine ganzjährige Innenkultur ist nur mit ausreichend starker Beleuchtung und angepasster Fütterung sinnvoll; ein warmes, lichtarmes Fenster ersetzt die saisonale Außenkultur nicht. Der kompaktere, horstbildende Wuchs kann in einem Topf dicht werden, daher werden Vegetationszentrum, Substratoberfläche und Wasserführung regelmäßig mitkontrolliert. Ein größerer Topf kann für ein ausgewachsenes Exemplar praktisch sein, ist aber kein vorgeschriebener Spezialtopf des Klons. Weder die große Falle noch der Name begründen höhere Düngergaben, wärmere Überwinterung oder eine besondere Frosthärte. Für die zugehörige Kulturgruppe sind 14 Tage im aktiven Wachstum, 30 Tage während der Winterruhe und 7 Tage für Sämlinge als Sichtkontrolle hinterlegt; das sind Prüfintervalle, keine festen Gießtermine.
substrate
Substrat-Ökologie
Die großen Fallen von ‘Darwin’ verändern den Wurzelraum nicht. Wie andere Venusfliegenfallen benötigt der Klon ein saures, nährstoffarmes und mineralarmes Medium, das Wasser verfügbar hält und zugleich genügend Struktur für den Gasaustausch bewahrt. Ungedüngter Torf mit geeigneten strukturgebenden Bestandteilen oder Sphagnum sind übliche Grundlagen; eine exklusive Darwin-Mischung und ein zwingendes Mischungsverhältnis sind nicht belegt. Mineralreiches Leitungswasser und Dünger können Salze eintragen, die sich im Topf anreichern und empfindliche Wurzeln schädigen.
Die Pflanzen stehen in Kultur häufig in einem flachen Wasseranstau, doch Wasserqualität, Topf und Verdunstung bestimmen, wie hoch und wie lange Wasser bereitsteht. Das Medium soll während der Wachstumszeit feucht sein, aber nicht zu einem verdichteten, dauerhaft sauerstoffarmen Schlamm werden. Ein dichter Horst kann die Kontrolle der Substratoberfläche erschweren; Salzkrusten, zerfallene Bestandteile, stehende Hitze und Fäulnis am Rhizom werden deshalb unabhängig von der Fallenform überprüft. Größere Fangorgane sind kein Hinweis, dass mehr Nährstoffe über die Wurzeln zugegeben werden müssen. Bei einem Wechsel von Substrat oder Wasserquelle sollten die Bedingungen notiert werden, damit Größen- und Farbänderungen am späteren Austrieb nicht fälschlich als neue Klonmerkmale gelten. Zum Umtopfen eignet sich der Beginn des Austriebs; Wurzeln bleiben dabei feucht und werden nicht unnötig freigelegt. Behälter ohne Ablauf brauchen besondere Aufmerksamkeit bei Wärme und geringer Verdunstung, damit die Rhizome nicht dauerhaft im stehenden Wasser liegen.
practice
Praxisnotizen
Beim Prüfen eines als ‘Darwin’ etikettierten Exemplars werden Bezugsquelle und vegetative Herkunft notiert. Für den Phänotyp braucht es mehrere ausgewachsene Fallen aus derselben Wachstumsphase: Rosette von oben, seitliche Blattstellung und eine geöffnete Falle mit Maßstab. Fallenbreite, Blattstiellänge, Rosettendurchmesser, Alter des Horsts und Kulturbedingungen werden getrennt festgehalten. Die berichtete Fünf-Zentimeter-Falle bleibt ein historischer Spitzenwert und ist kein Soll- oder Mindestmaß. Der Vergleich zu ‘South West Giant’ ist nur aussagekräftig, wenn beide Pflanzen unter ähnlichem Licht und gleicher Jahresphase beobachtet werden.
Sommerliche Blattstiele können aufrechter beziehungsweise länger sein; bewertet wird deshalb die Proportion über mehrere Blätter statt eine starre Höhe. Die Rotfärbung der Falleninnenseite wird bei vergleichbarer Beleuchtung dokumentiert, nicht durch Übersättigung eines Fotos verstärkt. Der hinterlegte Kontrollrhythmus beträgt 14 Tage im aktiven Wachstum, 30 Tage bei eingetretener Winterruhe und 7 Tage für Sämlinge. Diese Termine erinnern an die Sichtprüfung von Neuaustrieb, Rhizomfestigkeit, Substratfeuchte und Schädlingen. Akute Trockenheit oder Schäden verlangen unabhängig davon sofortige Aufmerksamkeit. Sämlinge aus der genannten Kreuzung erhalten eigene Bezeichnungen und werden nicht unter ‘Darwin’ weitergegeben. Für eine belastbare Dokumentation gehören Datum, Kulturphase, Lichtbedingungen und Herkunft auf dieselbe Aufnahme oder in denselben Datensatz. Im Winter wird der Rückgang alter Fallen nicht als Beleg für Verlust des Klons gewertet, solange das Rhizom fest bleibt und die Ruhephase plausibel verläuft.
sources
Quellenangaben
Kultivarspezifische Angaben
- South West Carnivorous Plants / Little Shop of Horrors: Venus Flytrap ‘Darwin’. Züchter- und Angebotsseite. Direkte Selbstauskunft zu Kreuzung, kompakterem Wuchs, relativ kürzeren Blattstielen, Horstbildung und Wettbewerbsbericht; kein unabhängiger Pedigree- oder Messnachweis.
- Green Jaws: Dionaea muscipula - Darwin. Handelsseite. Beschreibt große Fallen, sommerlich lange Blattstiele und rote Falleninnenseiten bei voller Sonne; die Aussage „entdeckt“ steht im Konflikt mit der konkreteren Kreuzungsangabe der Züchterseite.
- Carniplant: Dionaea muscipula gigantes: los cultivares con trampas más grandes. Kulturartikel. Ordnet den Fünf-Zentimeter-Wettbewerbsbericht dem Jahr 2011 zu, gibt aber die Züchterangaben wieder und ist kein unabhängiger Abstammungsbeleg.
- Hampshire Carnivorous Plants: Dionaea muscipula ‘Darwin’. Handelsseite. Bestätigt die Verbreitung des Namens und nennt die Elternformen knapp; keine eigenständige Kultivardiagnose.
- Royal Horticultural Society: Dionaea muscipula ‘Darwin’. RHS Plant Finder. Führt den Namen mit Status „Accepted“; dies ist nicht gleichbedeutend mit einer ICPS-Registrierung und enthält keine Merkmalsdiagnose.
Name, Art und Kultur
- International Carnivorous Plant Society: Carnivorous Plant Names Resource – Registered Cultivars. Registerumfang und Datenbankhinweise. Die Seite begrenzt ihre Registerliste auf vor Oktober 2020 registrierte Namen und verweist für später veröffentlichte Beschreibungen auf das CPN-Archiv; die öffentlich überprüften Ressourcen bestätigten keinen eindeutigen Darwin-Eintrag.
- International Carnivorous Plant Society: Organization FAQ. Aufgabe als ICRA. Belegt die Rolle der ICPS als internationale Registrierungsstelle für kultivierte Karnivorennamen.
- Royal Botanic Gardens, Kew: Plants of the World Online: Dionaea muscipula J.Ellis. Taxonprofil. Akzeptierter Artname, Autor und natürliches Areal der Elternart.
- North Carolina State Extension: Dionaea muscipula – Plant Toolbox. Artbeschreibung und Kultur. Morphologie, Lebensraum und allgemeine Kulturangaben; keine Darwin-Klonmerkmale.
- International Carnivorous Plant Society: Dionaea muscipula Growing Guide. Pflegeinfografik. Allgemeine Licht-, Wasser-, Substrat- und Jahresgangshinweise für die Art.
- Böhm, J. et al. (2016): The Venus Flytrap Dionaea muscipula Counts Prey-Induced Action Potentials to Induce Sodium Uptake. Current Biology. Primärstudie zu elektrischer Reizverarbeitung und Nährstoffaufnahme; nicht an ‘Darwin’ geprüft.
- Ryu, Y. et al. (2026): Fast cell wall softening causes Venus flytrap closure. Science. Aktuelle mechanistische Studie zum Fallenverschluss der Art; keine klonspezifische Messung.
Bildprüfung
Im Profil und in den WordPress-Anhängen wurde kein eigenes Darwin-Foto gefunden. Für genau diesen Klon ließ sich kein Bild mit nachgewiesener kommerzieller Freilizenz verifizieren. Verkaufsbilder wurden nicht übernommen. Die gleichnamige Commons-Datei „Dionaea muscipula Darwin12“ zeigt eine historische Zeichnung und nicht diesen Kultivar; sie wurde ausgeschlossen: Dateiseite.
reference
Kultivar im Vergleich zur Art
Der wichtigste Unterschied von ‘Darwin’ zur durchschnittlichen Venusfliegenfalle ist die Verbindung großer Fallen mit einer relativ kompakten Rosette. Gegenüber ‘South West Giant’ sollen die Fallen ähnlich groß, die Blattstiele jedoch kürzer sein. Ein gewachsener Horst kann dadurch dichter wirken als die langstielige Vergleichsform. Für eine einzelne Falle wird eine Größe von ungefähr fünf Zentimetern genannt; dieser Wettbewerbswert ist keine allgemeine Größengarantie. Auch im Sommer können Blattstiele lang und aufrecht stehen; die Falleninnenseite kann bei voller Sonne rot erscheinen. Saisonale Länge ist mit einem relativen Unterschied zum noch länger gestielten Vergleichsklon vereinbar; die Farbe bleibt eine Beobachtung und keine formal standardisierte Diagnose.
Die Artzugehörigkeit bleibt Dionaea muscipula; abweichende Zähne, verwachsene Lappen oder eine besondere Fangphysiologie sind für ‘Darwin’ nicht beschrieben. Als Abstammung werden ‘South West Giant’ und ‘Dingleys Big Vigorous’ genannt; ein unabhängiger Pedigree-Nachweis fehlt. Auch die genaue Entstehungsweise ist nicht abschließend geklärt. Ein formaler Kultivareintrag ist nicht gesichert. Für die Identifikation zählen daher die nachvollziehbare vegetative Herkunft und die wiederholt beobachtete Kombination großer Fallen, relativ kürzerer Blattstiele und dichten Horstwuchses. Ähnliche Sämlinge oder ein einmalig großer Fanglappen reichen nicht aus. Das Fehlen einer besonderen Zahn- oder Fallenform ist ebenfalls ein nützlicher Abgleich: ‘Darwin’ ist vor allem über Wuchsproportionen und Herkunft von gewöhnlichen Dionaea-Varianten zu unterscheiden.
Zitieren
Zitierlink und Stand
Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'Darwin', Stand 30.09.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-darwin/
