Black Trap Codex

Dionaea muscipula 'BCP clone X11'

Venusfliegenfalle

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Dionaea
Herkunft
Selektion von K. Pasek bei Best Carnivorous Plants, Tschechien; genaue Fundstelle und lückenlose Provenienzkette späterer Bestände sind nicht dokumentiert.
Autor
J.Ellis

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Black-Trap-Systemprofil

Substrat- und Strukturbedarf

BT-Air
mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
BT-Water
hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
BT-Flow
mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
pH
3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
BT-Density
niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
Kapillaritaet
hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
Strukturstabilitaet
mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.

Kulturgruppe

Dionaea – temperierte Standardkultur

Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.

Risiken der Kulturgruppe

Gattungsprofil

Dionaea

Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.

Typische Fehler

Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute

Gattungsrisiken

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

Verknuepfungen

Empfohlene Systemprofile

Core-Referenzprofil

Standard-Mix

Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.

BT-Air
8,6
BT-Water
7,6
BT-Flow
9,3
BT-Structure
9,4
BT-Capillary
2,5
BT-Density
5,1
BT-Compaction
3,0
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reference

Botanische Beschreibung

Dionaea muscipula ist eine ausdauernde, krautige Rosettenpflanze aus der Familie Droseraceae. Ihre kurzen Laubblätter entspringen einem unterirdischen Rhizom; jedes Blatt trägt einen flachen, meist schmalen Blattstiel und am Ende eine aus zwei beweglichen Lappen gebildete Fangfalle. Die Blattstiele leisten einen wichtigen Teil der Photosynthese, während die Falle vor allem Beute fängt und verdaut. ‘BCP clone X11’ besitzt dieselben Grundorgane wie die Art. Der Klon fällt durch besonders kurze, dreieckige Randzähne und vergleichsweise wenig rote Falleninnenseiten auf. Bei kräftigem Neuaustrieb richten sich die Blätter im Frühjahr früh auf; dies ist eine Wuchsbeobachtung, keine abweichende Organbildung.

Die Fallen sitzen am Ende der Blätter und tragen am Rand bewegliche, haarartige Zähne. Auf den Innenflächen liegen Sinneshaare, deren Reizung elektrische Signale auslöst. Die beiden Lappen klappen daraufhin schnell zusammen und bilden zunächst einen durchlässigen Fangraum. Bei weiterer Beutebewegung schließen sich die Randzähne enger, und die Verdauung beginnt. Alte Fallen dunkeln nach erfolgreichem Fang oder natürlichem Altern und sterben ab; die Rosette bildet fortlaufend neue Blätter. Der Klon ist weder eine eigene Art noch eine Kreuzung mit einem anderen Dionaea-Kultivar. Das Erscheinungsbild bleibt an Licht, Jahreszeit und Entwicklungszustand gebunden; besonders die Rotfärbung lässt sich nicht losgelöst von der Kultur bewerten.

taxonomy

Taxonomie

Der akzeptierte Artname lautet Dionaea muscipula J.Ellis. Die Art gehört zu den Droseraceae und ist die einzige anerkannte Art der Gattung Dionaea. ‘BCP clone X11’ ist ein Kultivarname innerhalb dieser Art, keine botanische Varietät und kein eigener taxonomischer Rang. Die Kultivarform enthält ein großes BCP und die Zeichenfolge X11. K. Pasek ist als Urheber des Kultivarnamens angegeben, während J.Ellis die botanische Autorenangabe der Art bleibt. Diese beiden Angaben erfüllen unterschiedliche nomenklatorische Funktionen und dürfen nicht miteinander vertauscht werden. Der Kultivar wird in der Gartenkultur als vegetativ erhaltener Klon geführt; sein Name bezeichnet eine ausgewählte Pflanze und keine taxonomische Unterart.

Die Zeichenfolge X11 identifiziert diese benannte Auswahl; die römische Zahl XII bedeutet zwölf und ist keine etablierte Schreibvariante des Namens. Auch der Ausdruck „dentate“ beschreibt eine gärtnerische Erscheinungsgruppe, nicht eine separate Art oder einen eindeutigen Verwandtschaftskreis. Andere nummerierte X-, XI- oder XII-Selektionen bleiben eigenständige Klone. Der Kultivarname bleibt deshalb an die konkrete Auswahl ‘BCP clone X11’ gebunden. Der wissenschaftliche Artname, die Familienzuordnung und der Kultivar sind getrennte Ebenen: Dionaea muscipula bezeichnet die Art, Droseraceae die Familie und ‘BCP clone X11’ die benannte Kultivarauswahl. Die Kurzform D. kann den Gattungsnamen im laufenden Text ersetzen, ändert aber nicht den Rang der Pflanze. Eine Handelsbezeichnung allein macht aus einer Dionaea-Selektion weder eine neue Art noch eine botanische Varietät.

ecology

Standort und Verbreitung

Die Wildart Dionaea muscipula ist endemisch in der atlantischen Küstenebene der US-Bundesstaaten North Carolina und South Carolina. Sie wächst in offenen, feuchten bis zeitweise überschwemmten Savannen, in Übergängen zu Pocosin-Feuchtgebieten und in lichten Kiefernlandschaften. Ihr Vorkommen hängt nicht allein von dauerhaft nassem Boden ab: Wasserstand, kleinräumige Topographie und wiederkehrende Störungen erzeugen ein Mosaik aus nassen Senken und zeitweise trockeneren Mikrostandorten. In intakten Beständen stehen Venusfliegenfallen häufig zusammen mit weiteren Pflanzen nährstoffarmer Feuchtgebiete. Beschattung durch dicht aufwachsende Sträucher und Gehölze kann geeignete offene Stellen verkleinern.

Der Kultivar ist eine gärtnerische Selektion aus Tschechien und besitzt keinen natürlichen Fundort. Diese Herkunft bezeichnet den Ort der Auswahl und Vermehrung, nicht das Verbreitungsgebiet der Wildart. Pflanzen dieses Klons werden in Sammlungen und im Handel außerhalb der Vereinigten Staaten geführt; einzelne Exemplare lassen sich ohne dokumentierte vegetative Abstammung nicht sicher bis zur Ursprungspflanze zurückverfolgen. Deshalb ist weder Nordamerika ein Fundort des Kultivars noch Tschechien Teil des natürlichen Areals. Die Standortansprüche der Selektion entsprechen grundsätzlich denen der Art, da keine abweichende ökologische Spezialisierung bekannt ist.

ecology

Ökologische Anpassungen

Die Fangblätter sind eine Anpassung an Lebensräume, in denen pflanzenverfügbarer Stickstoff und andere Mineralstoffe im Boden knapp sein können. Die Beute liefert zusätzliche Nährstoffe, ersetzt aber weder Photosynthese noch die Wurzeln: Dionaea bildet Kohlenstoff mit ihren grünen Blattstielen und kann zugleich Stickstoff über Fallen und Wurzeln aufnehmen. Der Fangapparat ist Teil eines Nährstoffsystems und keine Energiequelle, die eine Pflanze ohne Licht tragen könnte. Die Fallen reagieren auf mechanische Reize; wiederholte Bewegung innerhalb eines kurzen Zeitfensters führt zu elektrischer Erregung, raschem Zusammenschlagen und später zur Verdauung.

Die offene Vegetation ihrer Heimat entsteht und bleibt vielerorts durch saisonale Feuchte und Feuer erhalten. Brände reduzieren Konkurrenz und verhindern, dass hohe Sträucher die bodennahen Rosetten dauerhaft beschatten. Diese Ökologie erklärt, weshalb eine kräftige, ganzjährig warme Kultur ohne genügend Licht kein guter Ersatz für den natürlichen Jahresgang ist. ‘BCP clone X11’ teilt diese Anpassungen mit der Art. Seine kurzen Zähne und die zurückhaltende Rotfärbung betreffen die äußere Gestalt; Rosettenwuchs, Kohlenstoffgewinnung über die Blattstiele und Nährstoffaufnahme über Wurzeln und Fallen folgen demselben Funktionsplan. Für die Kultur bleibt deshalb eine sehr helle, feuchte und nährstoffarme Umgebung entscheidend.

morphology

Morphologie

Die Pflanze wächst als niedrige Rosette aus einem Rhizom und bildet nacheinander neue Blätter. An jedem Blatt verbindet ein grüner, photosynthetisch aktiver Stiel die Rosettenbasis mit der endständigen Falle. Diese besteht aus zwei annähernd spiegelbildlichen Lappen, deren Randzähne sich beim Schließen ineinanderlegen. Bei ‘BCP clone X11’ sind die Randzähne auffallend kurz und dreieckig statt lang und borstenartig. Die Falleninnenseite zeigt vergleichsweise wenig Rot; grüne bis orangegrüne Eindrücke können daneben bestehen. Wie deutlich die Farbe ausfällt, hängt von Lichtintensität, Blattalter und Jahresphase ab und ist deshalb an einer einzelnen Falle nicht als unveränderliches Kennzeichen abzulesen.

Die Sinneshaare liegen auf den Innenflächen der Fanglappen. Eine Zahl von zwei Haaren lässt sich bei diesem Klon nicht eindeutig als Diagnose nutzen, solange die Bezugsebene – das gesamte Fallenblatt oder nur ein Lappen – nicht festgelegt ist. Der frühe aufrechte Wuchs der Frühlingsblätter kann ebenfalls auffallen, ist aber eine phänologische Beobachtung und kein dauerhaftes Maß für alle Blätter. Form, Zahnstellung und Färbung verändern sich während der Entwicklung; mehrere frisch ausgebildete Fallen geben ein besseres Bild als ein einzelnes Blatt. Eine bestimmte Fallenlänge oder Rosettenbreite ist für diesen Klon nicht festgelegt. Einzelne Pflanzen können außerdem je nach Alter, Wachstumsbedingungen und Zeitpunkt des Austriebs unterschiedlich kräftig erscheinen. Die wichtigsten sichtbaren Kennzeichen sind somit Zahnform und -länge, die vergleichsweise zurückhaltende rote Färbung sowie die frühe aufrechte Blattstellung im Frühjahr. Diese Merkmale sollten gemeinsam beurteilt werden; keines davon allein beweist eine Herkunft oder Abstammung.

reference

Kultivar im Vergleich zur Art

Im Vergleich zu einer gewöhnlich geformten Dionaea muscipula ist ‘BCP clone X11’ vor allem an drei zusammen auftretenden Beobachtungen kenntlich: sehr kurze dreieckige Randzähne, eine im Frühjahr früh aufrechte Blattstellung und eine meist zurückhaltende Rotfärbung der Falleninnenseite. Die Fallen bleiben dadurch jedoch nicht stets vollständig grün; Beleuchtung und Blattalter verändern den Farbeindruck. Ebenso bedeutet die aufrechte Frühjahrstellung nicht, dass sämtliche Blätter über das ganze Jahr senkrecht stehen. Eine Zählung von zwei Triggerhaaren bleibt wegen der ungeklärten Bezugsebene unsicher. Zusammen ergeben diese Merkmale ein individuelles Klonprofil, aber keine Garantie, dass jede Falle dieselbe Farbe, Zahnform oder Haltung zeigt.

Andere nummerierte Dionaea-Klone bleiben eigenständige Selektionen; ein gemeinsamer Namensbestandteil oder ähnliche Zähne belegt weder Synonymie noch Abstammung. Insbesondere ist eine Gleichsetzung von X11 mit einem als XII bezeichneten Klon nicht begründet. Bei Vergleichen mit ‘Bristle Tooth’, ‘Sawtooth’ oder ähnlichen Kultivaren reicht eine gemeinsame Einordnung als kurz- oder zahnrandig geformte Dionaea nicht aus, um identische Merkmale oder Verwandtschaft abzuleiten. Die Randzähne von ‘BCP clone X11’ sind sehr kurz und dreieckig; die Rotfärbung der Falleninnenseite bleibt meist zurückhaltend. Diese Kombination unterscheidet sich von Kultivaren, deren benanntes Merkmal vor allem längere, borstenartige oder deutlich sägezahnförmige Randfortsätze sind. Sie begründet jedoch keine neue taxonomische Gruppe. Die sichtbaren Unterschiede betreffen die Ausprägung einzelner Blätter und Fallen, nicht die grundlegende Gestalt oder Kulturbiologie der Art. Ein Sonderbedarf an Wasser, Temperatur oder Substrat ist für diesen Klon nicht bekannt.

ecology

Fangstrategie

Eine offene Falle von Dionaea muscipula fängt kleine Tiere, wenn diese die Sinneshaare auf den Innenflächen der Lappen berühren. Ein einzelner Reiz löst gewöhnlich noch keinen dauerhaften Fang aus: Er setzt ein kurzes Reaktionsfenster in Gang, in dem ein weiterer Reiz das Schließen auslösen kann. Die Lappen schnellen zusammen, weil sich ihre zuvor gespannte Form rasch in eine gekrümmte Fangform umstellt. Die Randzähne greifen dabei nicht wie Zähne eines Kiefers ineinander, sondern bilden zunächst Zwischenräume, durch die sehr kleine Tiere entkommen können. Größere Beute stimuliert die Falle weiter; die Lappen schließen dichter, Verdauungssekrete werden freigesetzt, und gelöste Nährstoffe gelangen in das Blattgewebe.

Auch wenn bei einzelnen Fallen dieses Klons weniger Triggerhaare gezählt werden, folgt daraus nicht automatisch eine veränderte Auslöseschwelle oder Fangleistung. Eine konkrete Zahl von zwei ist nur aussagekräftig, wenn klar ist, ob sie pro Fallenblatt oder pro Lappen gilt. Reife und Zustand beeinflussen die Reaktion ebenfalls. Die kurzen dreieckigen Randzähne ändern die typische Schließbewegung der beiden Lappen nicht. Jeder Fang beansprucht Ressourcen und die betroffene Falle kann nur begrenzt erneut schließen, bevor sie altert. Fallen sollten daher nicht wiederholt zum Vorführen ausgelöst werden; Berührung ohne Beute verbraucht Reserven, ohne der Pflanze einen Nährstoffgewinn zu verschaffen.

reproduction

Reproduktion

Wie andere Dionaea-Kultivare kann ‘BCP clone X11’ über Blüten und Samen sexuell reproduzieren. Die weißen Blüten sitzen an einem deutlich über der Rosette stehenden Blütenstand, was die räumliche Trennung zwischen Bestäubung und tiefer liegenden Fallen unterstützt. Samen sind genetisch neu kombiniert; selbst bei Selbstbestäubung kann die Nachkommenschaft vom Elternklon abweichen und seine charakteristischen kurzen dreieckigen Zähne, die helle Falleninnenseite oder den frühen aufrechten Frühjahrwuchs nicht zuverlässig bewahren. Sämlinge sind deshalb keine vegetativ identischen Kopien des benannten Klons und sollten nicht automatisch als ‘BCP clone X11’ etikettiert werden.

Zur Erhaltung der Klonidentität dienen vegetative Verfahren: die Teilung eines größeren Rhizoms mit mehreren Wachstumspunkten oder die Vermehrung aus Blattbasen, sofern sie neue Pflanzen bilden. Das Etikett sollte mit der Mutterpflanze mitgeführt und bei jeder Weitergabe zusammen mit der Vermehrungsart dokumentiert werden. So lässt sich erkennen, ob eine Pflanze als vegetativer Nachkomme des Kultivars oder als Sämling aus einer Kreuzung geführt wird. Die Benennung als Kultivarname garantiert nicht, dass jede später gehandelte Pflanze ohne Unterbrechung von der Ursprungspflanze abstammt. Für Bestände ohne dokumentierte Kette ist daher eine vorsichtige Herkunftsangabe angemessen. Ein stabiler Klonname bezeichnet die benannte vegetativ bewahrte Auswahl, nicht jede Pflanze, deren Fallen zufällig ähnlich aussehen.

culture

Kultur-Fazit

Der Kultivar benötigt grundsätzlich dieselbe Kultur wie die übrigen Dionaea muscipula. Die auffallend kurze Zahnform und die relativ blasse Falleninnenseite begründen keinen Sonderstandort und verlangen weder höhere Luftfeuchte noch zusätzliche Wärme. Entscheidend sind viel Licht, mineralarmes Wasser und ein dauerhaft feuchter, nährstoffarmer Wurzelraum. Aus dunkler Innenhaltung muss die Pflanze schrittweise an direkte Sonne gewöhnt werden; abruptes Umstellen kann Blätter schädigen. Im Freien oder ungeheizten Gewächshaus erlebt sie den saisonalen Jahresgang der gemäßigten Dionaea-Kulturgruppe. Währenddessen verlangsamt sich das Wachstum in der kühleren Ruhezeit. Eine durchgehend warme Winterkultur ohne starkes Zusatzlicht ist ungünstig, weil dann Licht und Temperatur nicht zusammenpassen.

Eine Winterruhe ist kulturabhängig: Bei saisonaler Außenkultur ist eine kühle, geschützte Überwinterung üblich; eine gezielte Innenkultur ohne ausgeprägte Ruhe erfordert dagegen dauerhaft kräftiges Licht und sorgfältiges Management. Während einer kühlen Ruhephase wird weniger Wasser gegeben, das Substrat darf aber nicht austrocknen. Aus kurzen Zähnen und schwächerer Rotfärbung folgt keine besondere Frosthärte, kein erhöhter Wärmebedarf und keine größere Trockentoleranz gegenüber der Art. Die etwas schwächere rote Färbung sollte nicht durch Düngung oder künstlichen Wasserstress „verbessert“ werden; solche Maßnahmen gefährden die Pflanze und verfälschen die Beobachtung.

culture

Substrat-Ökologie

Am Naturstandort sitzt Dionaea in sauren, nährstoffarmen Böden der feuchten Küstenebene. Sandige Mineralböden, organisches Material und saisonal hoher Wasserstand können kleinräumig nebeneinanderliegen; nicht jedes Vorkommen wächst in derselben Torfschicht oder bei einem identischen Wasserstand. Entscheidend ist die Verbindung aus wenig pflanzenverfügbaren Nährstoffen, zuverlässig feuchtem Wurzelraum und offener Vegetation. Die Wurzeln bleiben funktionstüchtig und nehmen Wasser sowie gelöste Nährstoffe auf, obwohl die Fallen zusätzlich Beute verwerten. Daraus folgt weder, dass die Pflanze Wurzelnahrung nicht braucht, noch dass sie von gedüngtem Substrat profitiert. Eine hohe Nährstoff- oder Salzlast kann die empfindlichen Wurzeln schädigen und das Substrat für Algen und konkurrenzstarke Pflanzen günstiger machen.

Für die Topfkultur wird ein saures, ungedüngtes, strukturstabiles und ausreichend luftführendes Medium verwendet, bewässert mit Regenwasser, Umkehrosmose- oder geeignetem destilliertem Wasser. Kalkhaltige Zuschläge, gedüngte Blumenerde und mineralreiches Leitungswasser passen nicht zur Ökologie der Art. Ein Untersetzer mit Wasser kann während der Wachstumszeit eine gleichmäßige Versorgung sichern; dabei muss die Pflanze hell stehen und das Wasser sollte keine Dünger- oder Kalkreste enthalten. ‘BCP clone X11’ besitzt keine belegte substratspezifische Abweichung. Das Kulturmedium wird daher nach der Art und dem Wasserregime gewählt, nicht nach den kurzen Zähnen oder der helleren Fallenfarbe.

practice

Praxisnotizen

Bei jedem Kontrollgang werden mehrere neu entwickelte Fallen betrachtet, nicht nur die älteste oder auffälligste. Notiert werden die Länge und Grundform der Randzähne, der Farbton beider Lappen, die Stellung des Blattstiels sowie das Entwicklungsstadium. Für den Klon besonders hilfreich ist eine feste fotografische Perspektive mit Maßstab und neutralem Tageslicht: So lassen sich kurze dreieckige Zähne von langen, borstenartigen Formen unterscheiden, ohne eine einzelne verfärbte oder beschädigte Falle zu überbewerten. Eine beobachtete Triggerhaarzahl sollte immer mit genauer Angabe der Bezugsfläche erfasst werden: ganzes Fallenblatt oder einzelner Lappen. Ohne diese Unterscheidung ist der Wert nicht vergleichbar. Beschädigte Fallen, Sonnenbrand, Blattläuse und Pilzflecken werden getrennt von stabilen Klonmerkmalen notiert.

Eine Sichtkontrolle alle 14 Tage im aktiven Wachstum, alle 30 Tage während der Ruhephase und alle 7 Tage bei Sämlingen erfasst Veränderungen rechtzeitig. Das sind Kontrollintervalle, keine Aufforderung, Fallen auszulösen oder Pflanzen zu häufig umzutopfen. Bei jeder Kontrolle sollten Feuchte, Wasserqualität, Licht und Zustand des Rhizoms mitgedacht werden. Sämlinge aus Samen erhalten eine eigene Kennzeichnung und werden nicht als Klon X11 weitergeführt. Vermehrte Teilstücke behalten den Namen nur mit nachvollziehbarer Verbindung zur Mutterpflanze. Eine gleichbleibende fotografische Perspektive mit Datum und Maßstab erleichtert den Vergleich des eigenen Bestands über mehrere Vegetationsphasen hinweg.

sources

Quellenangaben

Kultivarname und Klonmerkmale

Botanik, Standort und Ökologie

Physiologie, Kultur und Vermehrung

Die registrierte Namensform und die K.-Pasek-Urheberschaft sind von der botanischen Autorenangabe J.Ellis getrennt. Angaben zu Fallenfarbe, Zähnen, Frühjahrshabitus und Sinneshaaren betreffen den Kultivar; die übrigen botanischen, ökologischen und physiologischen Angaben beziehen sich auf die Art. Die Zahl der Triggerhaare ist wegen der nicht eindeutig benannten Bezugsfläche nicht als exakter Messwert übernommen. Fremde Abbildungen wurden nicht eingebunden, da keine eindeutig passende, frei lizenzierte Aufnahme dieses Klons nachgewiesen wurde.

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Zitierlink und Stand

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Aktueller Stand01.10.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'BCP clone X11', Stand 01.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-clone-x11/