Black Trap Codex

Dionaea muscipula 'Charly Mandon’s Spotted'

Venusfliegenfalle

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Dionaea
Herkunft
Am 12.09.2010 von Karl (Forumspseudonym, voller Name unbekannt) in einem französischen Gartencenter unter rund 50 normalen Venusfliegenfallen gefunden; öffentlich vorgestellt am 26.10.2010. Kein Naturfundort; Elternkreuzung und Züchtung unbekannt.
Autor
J.Ellis

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Black-Trap-Systemprofil

Substrat- und Strukturbedarf

BT-Air
mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
BT-Water
hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
BT-Flow
mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
pH
3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
BT-Density
niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
Kapillaritaet
hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
Strukturstabilitaet
mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.

Kulturgruppe

Dionaea – temperierte Standardkultur

Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.

Risiken der Kulturgruppe

Gattungsprofil

Dionaea

Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.

Typische Fehler

Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute

Gattungsrisiken

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

Verknuepfungen

Empfohlene Systemprofile

Core-Referenzprofil

Standard-Mix

Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.

BT-Air
8,6
BT-Water
7,6
BT-Flow
9,3
BT-Structure
9,4
BT-Capillary
2,5
BT-Density
5,1
BT-Compaction
3,0
Produkt ansehen

reference

Botanische Beschreibung

Dionaea muscipula „Charly Mandon’s Spotted“ ist eine benannte Auslese der Venusfliegenfalle. Die Pflanze behält den typischen Aufbau der Art: Aus einem kurzen Rhizom entspringt eine bodennahe Rosette, und die zweilappige Schnappfalle sitzt am Ende eines Blattstiels. Das auffälligste Merkmal dieser Auslese sind unregelmäßige rötliche Flecken, die nicht nur auf der Innenseite der Fanglappen erscheinen. Frühe Aufnahmen zeigen Punkte auch auf den Außenflächen und an den Randfortsätzen. Spätere Kulturberichte nennen zusätzlich einzelne gefleckte Blattstiele. Die grüne Grundfarbe der Blätter bleibt sichtbar; die Zeichnung besteht aus verstreuten Punkten und kleinen, unterschiedlich großen Feldern statt aus einer gleichmäßigen roten Fläche.

Das Fleckenmuster verändert den Grundbau weder anatomisch noch funktionell. Sinneshaare auf den Innenflächen, Randcilien und Drüsen bleiben die üblichen Organe der Venusfliegenfalle. Die genaue Verteilung und Intensität unterscheiden sich von Falle zu Falle; in schwachem Licht kann die Rotzeichnung weniger deutlich ausfallen. Einzelne ältere Fallen sind deshalb kein ausreichender Identitätsnachweis. Aussagekräftiger ist ein wiederkehrendes Muster an mehreren ausgereiften Fallen und an neu gebildeten Blättern desselben, nachvollziehbar etikettierten Klons.

taxonomy

Taxonomie

Der botanische Name der Art lautet Dionaea muscipula J.Ellis; sie gehört zur Familie Droseraceae und ist die einzige anerkannte Art ihrer Gattung. Der Art-Autor J.Ellis gehört ausschließlich zum botanischen Namen. „Charly Mandon’s Spotted“ bezeichnet eine gärtnerisch erhaltene Auslese innerhalb der Art, keine eigene Art, Unterart oder natürliche Population. Der aktive Datensatz wurde fehlerhaft als „Charly Mandson Spotted“ importiert. Die in älteren und aktuellen Sammlungsnachweisen überwiegend verwendete Form lautet „Charly Mandon’s Spotted“; eine einzelne Sammlerliste schreibt „Charlie“. Der Slug bleibt aus Gründen stabiler öffentlicher Verknüpfungen unverändert, während die sichtbare Bezeichnung korrigiert wird.

Die Auslese wurde am 12. September 2010 von einem französischen Sammler mit dem Forennamen „Karl“ unter ungefähr fünfzig gewöhnlich gefärbten Pflanzen in einem Gartencenter entdeckt. Er stellte sie am 26. Oktober desselben Jahres erstmals öffentlich vor; sein vollständiger Name ist in dieser Dokumentation nicht angegeben. Eine spätere Selbstauskunft belegt, dass er den Klon weiterkultivierte und vegetativ vermehrte; sie reicht nicht aus, um ihn als Züchter einer Kreuzung zu bezeichnen. Die verfügbaren offiziellen Register und Beschreibungslisten enthalten keinen passenden Nachweis; zwei Anbieter führen den Namen ausdrücklich als unregistriert. Der Name wird daher als etablierter Sammler- und Handelsname für einen Klon behandelt, nicht als nachgewiesen registrierter Kultivar.

ecology

Standort und Verbreitung

Für „Charly Mandon’s Spotted“ ist kein natürlicher Wildstandort bekannt: Der Klon wurde in Kultur entdeckt. Die konkrete Fundstelle war nach dem Bericht des Finders ein französisches Gartencenter; weder dessen Name noch eine Herkunftsregion der gelieferten Pflanzen wurde dokumentiert. Das ist eine gärtnerische Fundgeschichte, kein Nachweis dafür, dass die Venusfliegenfalle in Frankreich wild vorkommt. Ebenso fehlen Belege für eine bestimmte Elternkreuzung, eine Saatgutpartie oder eine dokumentierte Wildentnahme. Die Auslese wurde von dort aus in Sammlungen weitergegeben.

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Grundart liegt dagegen ausschließlich in einem begrenzten Teil der Atlantikküstenebene und Sandhills von North und South Carolina in den Vereinigten Staaten. Dort wächst sie vor allem in offenen, feuchten Kiefern-Savannen, Sickerstellen und anderen lichtreichen Feuchtflächen. Periodische Störungen, darunter Feuer, halten konkurrenzstarke Gehölze und hochwüchsige Vegetation zurück. Diese ökologischen Angaben beschreiben die Herkunft der Art und erklären ihre Kulturansprüche; sie sind nicht die Herkunft des Klons. Ein Etikett oder Profil sollte deshalb den Kulturfund in Frankreich und das Wildareal der Art getrennt führen, statt den US-Naturstandort als Fundort von „Charly Mandon’s Spotted“ auszugeben.

ecology

Ökologische Anpassungen

Die ungewöhnliche Rotzeichnung ist ein Merkmal der kultivierten Auslese, keine belegte Anpassung an einen besonderen Lebensraum. Für den Klon liegen weder Feldbeobachtungen in einer natürlichen Population noch Versuche vor, die Flecken mit einer anderen Funktion zu verbinden. Die Art als Ganzes besiedelt offene und saisonal feuchte Lebensräume mit nährstoffarmen Böden. Ihre Fallen ergänzen die Nährstoffversorgung, ersetzen aber nicht Photosynthese und Aufnahme über die Wurzeln. Aus der Zeichnung lässt sich daher weder ein zusätzlicher Nährstoffbedarf noch eine besondere Beutepräferenz ableiten.

Mehrere Kulturangaben berichten, dass die rote Zeichnung bei starker Beleuchtung deutlicher erscheint. Das ist eine nützliche Beobachtung für die Pflege, jedoch keine Messung an einem standardisierten Klonversuch. Licht, Reife und Zustand des einzelnen Blattes beeinflussen, was auf einer Aufnahme sichtbar wird. Ein einzelner roter Punkt belegt weder die Identität dieser Auslese noch eine bestimmte Ursache der Verfärbung. Die Beschreibung bezieht sich auf ein Muster, das an mehreren Stellen korrekt zugeordneter Pflanzen gezeigt wurde. Herkunft, Etikett und Vergleich mehrerer ausgebildeter Fallen liefern zusammen mehr Sicherheit als eine Momentaufnahme.

reference

Wuchsform und Morphologie

Die Auslese wächst wie die Grundart aus einem kurzen Rhizom und bildet eine flache bis saisonal etwas aufgerichtete Rosette. Jedes Fangblatt besteht aus einem grünen Blattstiel und einer endständigen Falle mit zwei beweglichen Lappen. Die Randfortsätze bleiben im Wesentlichen von der für Venusfliegenfallen üblichen schmalen, wimpernartigen Form; sie sind nicht das namensgebende Merkmal. An mehreren Flächen können unregelmäßige rote Punkte auftreten: auf der Innenseite und der Außenseite der Lappen, an den Cilien und gelegentlich auch am Blattstiel. Zwischen den Fallen wechseln Größe, Zahl, Dichte und Schärfe der Flecken.

Die Aussagen zur Gesamtgröße sind widersprüchlich. Manche Anbieter beschreiben große Fallen und niedrigen, ausgebreiteten Wuchs; ein anderer Datensatz bezeichnet die verkaufte Pflanze als klein und horstig. Diese Beschreibungen beruhen nicht auf vergleichbaren Messreihen und taugen nicht als feste Diagnose. Blattstellung und Fallenmaße hängen auch von Alter, Jahreszeit und Kultur ab. Für die Bestimmung sind daher weder ein angeblich stets großer Fanglappen noch eine bestimmte Rosettenbreite vorauszusetzen. Praktisch unterscheidet sich der Klon am ehesten durch das wiederkehrende, mehrflächige Fleckenmuster bei ansonsten typischer Fallenform. Fotos sollten mehrere offene Fallen mit grüner Grundfarbe zeigen, damit Muster und Umfang überprüfbar bleiben.

reference

Kultivar im Vergleich zur Art

Abgrenzung zur Grundart: Eine typische Venusfliegenfalle ist überwiegend grün und kann bei viel Licht eine rote Innenfläche der Falle ausbilden. Bei „Charly Mandon’s Spotted“ wird dagegen eine gesprenkelte Rotzeichnung beschrieben, die nicht auf die Falleninnenseite beschränkt bleibt: Die Flecken reichen laut früher Beschreibung auch auf Außenseiten und Randfortsätze. Das ist eine greifbare Abweichung von „Patches“, dessen eigener Sammler die unregelmäßige Pigmentierung als auf die Falleninnenseite beschränkt beschrieb. Händlerangaben, wonach Charlys Flecken feiner und zahlreicher seien, sind zusätzliche, nicht standardisierte Vergleiche und werden nicht als feste Diagnose verwendet.

Auch „Spotty“ und der registrierte Klon „Spotted Hyena“ teilen eine gepunktete Rotzeichnung; „gefleckt“ allein ist daher kein exklusives Merkmal. Für „Spotted Hyena“ wurden unregelmäßige Fallenränder und Zähne beschrieben, während solche Veränderungen bei „Charly Mandon’s Spotted“ nicht als gesicherte Merkmale belegt sind. Das ersetzt keinen direkten Vergleich authentischer Mutterpflanzen. Eine sichere Zuordnung stützt sich auf mehrere Fallen, dokumentierte Herkunft und vegetative Weitergabe. Anbieter widersprechen sich bei Größe und Wuchs, sodass daraus keine stabile Unterscheidung abgeleitet wird.

reference

Carnivore Strategie

„Charly Mandon’s Spotted“ nutzt die für Dionaea muscipula typische aktive Schnappfalle. Auf der Innenseite der beiden Lappen sitzen mechanosensitive Sinneshaare. Eine erste Berührung bereitet das Fallenblatt auf das Schließen vor; passende weitere Reize innerhalb kurzer Zeit lösen die schnelle Bewegung aus. Danach ist die Falle zunächst nicht zwangsläufig vollständig dicht. Wiederholte Bewegungen einer festgehaltenen Beute unterstützen die weitere Reizverarbeitung und den Beginn der Verdauung. Bleibt eine solche Reizung aus, kann sich die Falle nach einiger Zeit wieder öffnen, ohne eine unbelebte Störung langfristig zu verdauen.

Die roten Punkte liegen auf Blattflächen und können auch die Randcilien betreffen. Sie sind von den Sinneshaaren zu unterscheiden, die auf der inneren Fallenfläche als Auslöser sitzen. Für diesen Klon gibt es keinen Nachweis, dass die Fleckung die Schließgeschwindigkeit, Empfindlichkeit, Beuteauswahl oder Verdauung verändert. Die auffällige Farbe darf daher nicht als eigene Fangstrategie dargestellt werden. Nach erfolgreichem Fang geben Drüsen auf der Innenseite Verdauungssekrete ab und nehmen gelöste Nährstoffe auf. Da jede Falle nur begrenzt oft funktionstüchtig ist, sollten sie nicht zum Vorführen wiederholt ausgelöst werden. Die Pflege der Fleckung und die Funktion des Fangorgans sind getrennte Aspekte.

reference

Reproduktion und Lebenszyklus

Der Klon wächst mehrjährig aus einem Rhizom. Bei guter Entwicklung können sich mehrere Wachstumspunkte bilden, die sich bei einer Teilung als Tochterrosetten weiterkultivieren lassen. Der früh dokumentierende Sammler berichtete später auch über einen Blattsteckling, dessen Zeichnung nach seiner Beobachtung stabil blieb. Das ist ein zeitgenössischer gärtnerischer Erfahrungsbericht an seinem Exemplar, aber kein kontrollierter Nachweis über lange Zeit oder alle heute so bezeichneten Pflanzen. Für die Erhaltung des Namens sind daher nachvollziehbare vegetative Ableger, Etiketten und die Zuordnung zur Mutterpflanze wesentlich.

Blüten und Samen entsprechen grundsätzlich der Art: Ein aufrechter Blütenstand trägt weiße Blüten, und aus bestäubten Blüten entstehen Kapseln mit dunklen Samen. Sämlinge sind genetisch neu kombinierte Nachkommen und deshalb nicht automatisch derselbe gefleckte Klon. Auch wenn ein Sämling Punkte ausbildet, müsste seine Identität gesondert belegt werden. Die sexuelle Vermehrung kann zur Zucht neuer Auslesen genutzt werden, erhält aber nicht zuverlässig eine benannte Klonform. Bei schwachen oder frisch geteilten Pflanzen kann die Blüte entfernt werden, falls vegetatives Anwachsen Vorrang hat. Eine besondere Sterilität oder außergewöhnliche Blühleistung von „Charly Mandon’s Spotted“ ist nicht belegt.

culture

Kulturrelevante Schlussfolgerungen

Für „Charly Mandon’s Spotted“ ist kein Sonderrezept belegt, das von der Kultur der Venusfliegenfalle abweicht. Wichtig sind sehr hohe Lichtverfügbarkeit, mineralarmes Wasser und ein saures, nährstoffarmes, dauerhaft feuchtes Wurzelmedium. Eine sonnige Freiland- oder ungeheizte Gewächshauskultur passt zur saisonalen Entwicklung der Art. Pflanzen, die zuvor dunkel oder geschützt standen, werden schrittweise an direkte Sonne gewöhnt; ein abrupter Standortwechsel kann ältere Blätter schädigen. Bei zu geringer Beleuchtung kann die rote Fleckung schwächer erscheinen, doch Farbe allein ist kein Gesundheitsmaß.

In saisonaler Außenkultur gehört eine kühlere Winterphase zum üblichen Jahresgang. Der Wurzelballen bleibt dabei feucht, aber die Wasserführung kann gegenüber dem Sommer angepasst werden; ein kleiner Topf sollte vor austrocknendem, starkem Durchfrieren geschützt werden. Eine alternative Innenkultur ist nur mit ausreichend starker Beleuchtung und geeigneter Beuteversorgung dokumentiert; ein warmer, dunkler Wohnraum ist keine gleichwertige Überwinterung. Es gibt keine klonspezifischen Temperatur- oder Luftfeuchteversuche. Die beschriebenen Flecken verlangen weder mehr Dünger noch häufiges Füttern. Für den Klon gelten die Kulturregeln der Art.

substrate

Substrat-Ökologie

Das Substrat richtet sich nach der Ökologie der Grundart, nicht nach den roten Flecken. Wild wachsende Venusfliegenfallen stehen in offenen, sauren und nährstoffarmen Feuchtstandorten. Im Topf soll das Medium Wasser halten und zugleich genug Luft im Wurzelbereich lassen. Ungedüngter Weißtorf oder lebendes beziehungsweise totes Sphagnum können passende Basismaterialien sein; strukturstabile Zuschläge werden je nach Gefäß und Bewässerung ergänzt. Eine starre Rezeptur ist für „Charly Mandon’s Spotted“ nicht untersucht. Entscheidend ist, dass das Medium nach dem Gießen nicht rasch austrocknet und langfristig nicht zu einer verdichteten, schlecht belüfteten Masse zusammensackt.

Mineralien und Nährsalze können sich im kleinen Topf anreichern. Regenwasser, Umkehrosmosewasser oder destilliertes Wasser vermeiden unnötige Salzbelastung. Gedüngte Blumenerde, Kompost und kalkhaltige Zusätze passen nicht zu der gewohnten nährstoffarmen Kultur von Dionaea. Über die Wurzel darf kein Dünger gegeben werden, nur weil die Flecken weniger intensiv ausfallen; die Zeichnung ist kein zuverlässiger Indikator für den Nährstoffgehalt. Bei der Anstaubewässerung sollten Wasserstand, Topfhöhe, Temperatur und Substratstruktur gemeinsam betrachtet werden. Eine dauernd volle Schale ist keine eigenständige Garantie für ausreichende Belüftung oder stabile Wurzeln.

practice

Praxisnotizen

Für den verknüpften Kulturdatensatz sind Sichtkontrollen alle 14 Tage während des aktiven Wachstums, alle 30 Tage während einer ruhigen Winterphase und alle 7 Tage bei Sämlingen hinterlegt. Das sind Beobachtungsrhythmen, keine starren Gießtermine. Bei jeder Kontrolle werden Feuchte im Topf, Wasserqualität, Zustand des Rhizoms, Neuaustrieb und mögliche Schädlinge beurteilt; bei Hitze, kleinen Töpfen oder schnellem Wasserverbrauch früher. Die dunklere Winterrosette kann kleiner wirken und ältere Fallen können absterben, ohne dass der Klon verloren ist.

Für die Identitätsprüfung mehrere ausgewachsene Fallen aus demselben Bestand fotografieren. Eine Nahaufnahme sollte die Innenseite, Außenseite, Randcilien und – wenn vorhanden – gefleckte Blattstiele zeigen. Datum, Lichtbedingungen und Entwicklungszustand mitnotieren, weil die Sichtbarkeit der roten Punkte variieren kann. Das Muster an neu gebildeten Blättern ist aussagekräftiger als eine einzelne alte Falle. Den korrigierten Klonnamen an Mutterpflanze und vegetativen Ablegern führen; Sämlinge ausdrücklich als Nachkommen kennzeichnen. Keine Händler- oder Forumsaufnahme ohne belegte freie Lizenz übernehmen. Ein Foto gehört erst dann als Klonabbildung in den Eintrag, wenn Klonidentität, Nutzungsrecht und Urheberangabe sicher sind.

sources

Quellenangaben

Name, Herkunft und Klonmerkmale

  • Carnivorous Plants UK Forum, Erstvorstellung vom 26. Oktober 2010. Karl beschreibt die Entdeckung am 12. September 2010 in einem französischen Gartencenter unter etwa fünfzig gewöhnlichen Pflanzen, die Flecken auf Innen- und Außenseiten sowie an den Randfortsätzen und die damalige Unsicherheit zur Stabilität.
  • Carnivorous Plants UK Forum, Nachtrag von 2011. Derselbe Teilnehmer zeigt den weiterkultivierten Klon und berichtet von einem Blattsteckling, der seine Zeichnung beibehalten habe. Als persönliche Kulturbeobachtung und nicht als formelle Diagnose gewichtet.
  • Carnivorous Plants UK Forum: Erklärungen des Sammlers zu „Patches“. Der Sammler grenzt seinen separaten Klon klar von der im selben Thema gezeigten französischen Auslese ab; für „Patches“ beschreibt er die Flecken als auf Falleninnenseiten beschränkt. Seine Vergleichsaussagen werden nicht auf „Charly Mandon’s Spotted“ übertragen.
  • TerreAcrocs: „Charly Mandon’s Spotted“. Nennt den Namen als nicht offiziell bei der ICPS registriert und beschreibt die innere Rotzeichnung sowie feinere und zahlreichere Flecken als bei „Patches“.
  • Jeremiah’s Plants: Charly Mandon’s Spotted. Beschreibt Flecken auf Innen- und Außenseiten sowie den Randfortsätzen, stärkere Sichtbarkeit bei viel Licht und den Vergleich mit „Patches“. Die Angaben stammen aus einem Handelsprofil.
  • Sarracenia House: Charly Mandon’s Spotted. Ergänzende Kulturbeobachtungen zu Flecken auf Fallen, Cilien und gelegentlich Blattstielen; Größenangaben werden wegen abweichender Händlerbeschreibungen nicht als feste Diagnose übernommen.
  • Diflora: Charly Mandon’s Spotted. Nennt eine Entdeckung in Frankreich am 12. September 2010 und unregelmäßige rote Flecken innen, außen, an Zähnen und gelegentlich am Blattstiel. Der Verkaufstitel bezeichnet die angebotenen Pflanzen zugleich als klein und horstig, weshalb Größen- und Wuchsaussagen nicht vereinheitlicht wurden.
  • Società di Ortoflorofrutticoltura Italiana: Dionaea-Sammlung. Listet die Zugangskennung D86 unter der abweichenden Schreibweise „Charlie Mandon’s Spotted“; belegt eine Sammlungsakzession, nicht die formelle Kultivarregistrierung.

Nomenklatur und Status

Artbiologie und Kulturgrundlage

Bildrechte

In der lokalen Mediathek wurde kein eigenes Foto mit passendem Klonnamen gefunden. Eine exakt betitelte Aufnahme auf Flickr ist als „All rights reserved“ gekennzeichnet; auch die historischen Forumsbilder und aktuellen Produktbilder belegen keine freie kommerzielle Lizenz. Keine dieser Aufnahmen wurde übernommen. Für diesen Eintrag bleibt das Bildfeld leer, bis ein eigenes Foto oder eine exakt zuordenbare, frei lizenzierte Aufnahme mit nachvollziehbarem Urhebernachweis vorliegt.

Zitieren

Zitierlink und Stand

Zitierlink
Aktueller Stand30.09.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'Charly Mandon’s Spotted', Stand 30.09.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-charly-mandson-spotted/