Black Trap Codex

Dionaea muscipula 'Aurora Borealis'

Venusfliegenfalle

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Dionaea
Herkunft
Gärtnerische Auswahl, im Handel auch als Carnivoria Aurora Borealis geführt. Züchter und genaue Klonnummer (I/II/III) dieses unnummerierten Datensatzes nicht belegt; kein eigener Wildfundort. Artareal: North und South Carolina, USA.
Autor
J.Ellis

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Black-Trap-Systemprofil

Substrat- und Strukturbedarf

BT-Air
mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
BT-Water
hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
BT-Flow
mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
pH
3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
BT-Density
niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
Kapillaritaet
hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
Strukturstabilitaet
mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.

Kulturgruppe

Dionaea – temperierte Standardkultur

Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.

Risiken der Kulturgruppe

Gattungsprofil

Dionaea

Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.

Typische Fehler

Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute

Gattungsrisiken

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

Verknuepfungen

Empfohlene Systemprofile

Core-Referenzprofil

Standard-Mix

Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.

BT-Air
8,6
BT-Water
7,6
BT-Flow
9,3
BT-Structure
9,4
BT-Capillary
2,5
BT-Density
5,1
BT-Compaction
3,0
Produkt ansehen

reference

Botanische Beschreibung

Die gärtnerische Auslese Dionaea muscipula ‘Aurora Borealis’ wird vor allem durch ihre helle Fallenfärbung beschrieben. Bei der unter dem Namen Carnivoria verbreiteten Form erscheinen die Fallen im Frühling und Sommer überwiegend weiß; bei kühlerem Herbstwetter können rosa bis rote Töne hinzukommen. Die Blattstiele bleiben teilweise grün, daher bezieht sich „weiß“ auf die Fallen und nicht auf die ganze Pflanze. Die saisonale Farbentwicklung ist qualitativ beschrieben: Es gibt weder eine verbindliche Farbskala noch einen festgelegten Weißanteil oder Messreihen. Farbton und Kontrast müssen deshalb nicht bei jeder Pflanze gleich ausfallen.

Der vorliegende Codex-Datensatz trägt keine Klonnummer. Unter dem Namen werden auch die nummerierten Linien I, II und III geführt. Für Linie I werden längere Randzilien, für II kürzere Randzilien angegeben; für III ist kein gleich genaues Merkmal festgehalten. Diese Unterschiede dürfen dem unnummerierten Exemplar nicht zugeschrieben werden. Im Grundbau bleibt es eine mehrjährige Rosettenpflanze mit flachem Blattstiel und endständiger, gelenkig verbundener zweilappiger Fangfalle. Die helle Färbung verändert das Erscheinungsbild, nicht den anatomischen Grundbau. Ohne vollständige Nummer und nachvollziehbare vegetative Herkunft lässt sich allein anhand der Fallenfarbe keine dieser Linien sicher bestimmen.

taxonomy

Taxonomie und Namensgebrauch

Der akzeptierte botanische Artname lautet Dionaea muscipula J.Ellis; die Art gehört zur Familie Droseraceae. Dionaea ist eine monotypische Gattung, deren einzige anerkannte Art die Venusfliegenfalle ist. J.Ellis bezeichnet den botanischen Autor des Artnamens, nicht den Züchter oder Namensgeber von ‘Aurora Borealis’. Die gärtnerische Bezeichnung benennt ausgewählte Pflanzen, aber keine eigene Art, Unterart oder botanische Varietät.

‘Aurora Borealis’ wird auch mit den Nummern I, II und III geführt. Diese Zusätze sind wichtig: I und II unterscheiden sich in der Länge der Randzilien, während III nicht gleich detailliert charakterisiert ist. Der vorliegende Datensatz trägt keine Nummer und wird keiner dieser Linien zugeschrieben. Eine formelle Registrierung und standardisierte Diagnose ist für diesen unnummerierten Eintrag nicht belegt. Bis eine nummerierte Beschriftung und eine nachvollziehbare vegetative Herkunft vorliegen, sollten Pflanzen unter dem allgemeinen Namen nicht als genetisch identischer Klon behandelt werden. J.Ellis bleibt dabei ausschließlich die Autorenangabe der botanischen Art.

ecology

Standort und Verbreitung

Für die gärtnerische Auslese ‘Aurora Borealis’ ist kein eigener Wildfundort bekannt. Der Name enthält keine geografische Herkunftsinformation; für diesen unnummerierten Codex-Eintrag sind weder eine konkrete Mutterpflanze noch ein dokumentierter Auswahlort oder eine vollständige Vermehrungskette gesichert. Züchter und Abstammung bleiben offen. Das natürliche Areal von North und South Carolina darf deshalb nicht als belegte Herkunft dieser hellen Form ausgegeben werden. Auch die Zuordnung zu den nummerierten Linien I, II oder III ist keine geografische Information.

Die Wildart Dionaea muscipula ist auf einen begrenzten Teil der Küstenebene und Sandhills von North und South Carolina im Südosten der Vereinigten Staaten beschränkt. Sie wächst in offenen, lichtreichen Lebensräumen, darunter feuchte Langblattkiefern-Savannen und Übergänge zu sandigen, höher gelegenen Flächen. Die Böden sind sauer und nährstoffarm; der Wasserstand schwankt saisonal, ohne dass die Pflanzen dauerhaft tief überflutet sein müssen. Feuer und andere natürliche Störungen halten Gehölze zurück und erhalten offene Vegetation. Diese Standortmerkmale erklären die Ökologie der Art, begründen aber weder ein eigenes Habitat noch eine besondere Herkunft der gärtnerischen Auslese.

ecology

Ökologische Anpassungen

Die weiß erscheinenden Fanglappen und die berichtete saisonale Rosa- oder Rotfärbung sind gärtnerische Beobachtungen, keine nachgewiesene ökologische Anpassung. Eine Pflanzenabbildung oder Farbbeschreibung allein erlaubt keinen Schluss darauf, welche Pigmente in welchem Gewebe fehlen oder vorhanden sind. Ebenso wurde nicht untersucht, ob die ungewöhnliche Fallenfarbe Lichtnutzung, Beuteanlockung oder Fanghäufigkeit gegenüber gewöhnlichen Formen verändert. Der helle Eindruck ist deshalb nicht als Albino-Status und auch nicht als Beleg eines physiologischen Mangels zu beschreiben.

Die ökologische Funktion der Fallen beruht bei der Art auf der zweilappigen Klappfalle, den sensorischen Haaren auf den inneren Lappenflächen und der Verdauung von Beute. Die hellen äußeren beziehungsweise inneren Flächen ersetzen diese Organe nicht. Die nummerierten Linien unterscheiden sich durch längere oder kürzere Randzilien; ihre Wirkung auf den Fangerfolg wurde nicht vergleichend untersucht. Aussagen zu Nährstoffarmut, Wasserstand und Feuer betreffen den Naturstandort der Art. Sie dürfen nicht als Erklärung für die Farbform oder als Nachweis eines eigenen Naturhabitats der Auswahl ausgegeben werden.

reference

Morphologie

Das am besten wiederholt berichtete Merkmal von ‘Aurora Borealis’ ist eine auffallend helle Fallenfläche: Die Fallen der Carnivoria-Auswahl erscheinen überwiegend weiß im Frühjahr und Sommer sowie zarte rosa-rote Töne bei kühlerem Herbstwetter. Die Blattstiele und übrigen sichtbaren Blattteile können grün bleiben, sodass „weiß“ hier nicht als pauschal weißer Pflanzenkörper zu verstehen ist. Die Farbangabe ist qualitativ; ein Messwert, eine feste Farbkarte oder ein definierter Anteil weißer Fläche ist nicht veröffentlicht. Mit Licht, Blattalter und Temperatur können sich Farbe und Kontrast verändern.

Ein zweites morphologisches Merkmal variiert innerhalb der nummerierten Sammlungslinien: Bei Linie I sind lange und bei Linie II kurze Randzilien beschrieben; Linie III ist hinsichtlich der Zilien nicht gleich detailliert charakterisiert. Es wäre daher falsch, jedem unnummerierten Exemplar dieselbe Zahnlänge zuzuschreiben. Die Form der zweilappigen Falle, der Mittelrippe und der inneren Reizhaare bleibt der Art entsprechend. Ohne Etikett mit Klonnummer und dokumentierter vegetativer Herkunft lässt sich eine einzelne Pflanze weder anhand der weißen Farbe noch anhand eines Fotos sicher einem I-, II- oder III-Klon zuweisen.

reference

Kultivarspezifische Merkmale

Das wichtigste beschriebene Unterscheidungsmerkmal von ‘Aurora Borealis’ ist die helle Fallenpigmentierung. Im Frühjahr und Sommer können die Fallen überwiegend weiß erscheinen; mit sinkenden Herbsttemperaturen sind zarte rosa bis rote Töne möglich. Die Blattstiele können grün bleiben, die Pflanze ist also nicht am ganzen Körper weiß. Farbe und Kontrast ändern sich mit Blattalter, Licht und Jahreszeit. Da weder ein Grenzwert für den Weißanteil noch eine feste Farbskala festgelegt ist, reicht eine einzelne besonders helle Falle nicht für eine sichere Bestimmung. Dieses breite Erscheinungsbild darf außerdem nicht ohne Nummer einer bestimmten Linie zugewiesen werden.

Bei den nummerierten Linien kommt eine eigenständige Variation der Randzilien hinzu: I wird mit längeren, II mit kürzeren Zilien unterschieden; für III ist keine gleich detaillierte Zilienausprägung angegeben. Der unnummerierte Codex-Eintrag erhält daher keine dieser Zahnformen als festes Merkmal. Die inneren Reizhaare, das Mittelgelenk und der Fangmechanismus entsprechen weiterhin Dionaea muscipula. Standardisierte Vergleichsmessungen zu Fallenmaß, Zilienlänge oder saisonaler Farbgrenze liegen für diesen Eintrag nicht vor. Für eine verlässliche Zuordnung sind eine vollständige Nummer und vegetative Herkunft wichtiger als ein ähnliches Foto oder eine einzelne weiße Falle.

reference

Fangstrategie

Für ‘Aurora Borealis’ ist keine veränderte Fangmechanik belegt. Die Fallen bestehen weiterhin aus zwei beweglichen Lappen, die an einer Mittelrippe verbunden sind. Mechanische Reize an sensorischen Haaren der Innenflächen lösen elektrische Signale aus; bei ausreichender Reizung schließen sich die Lappen. Bleibt Beute eingeschlossen und bewegt sie sich weiter, folgen engere Abdichtung und Verdauungsprozesse. Die weiß erscheinende Pigmentierung ist ein visuelles Merkmal und belegt für sich weder eine bessere noch eine schwächere Fangfunktion.

Die nummerierten Linien weisen lange beziehungsweise kurze äußere Randzilien auf. Diese Zilien sitzen am Rand der Fallenlappen und sind von den inneren Reizhaaren getrennt. Für die Unterschiede zwischen ‘Aurora Borealis I’, ‘II’ und ‘III’ liegen keine vergleichenden Messungen zu Schließgeschwindigkeit, Beutegröße, Fangquote oder Verdauungsleistung vor. Daher bleibt die beschriebene Variation auf die dokumentierte Randform begrenzt. Es gibt keinen fachlichen Grund, Fallen einer hellen Pflanze wiederholt leer auszulösen, um ihre Funktion zu prüfen; normales Wachstum und einzelne natürliche Fangereignisse sind aussagekräftiger.

reference

Reproduktion und Erhaltung des Klons

Um die helle Färbung und die jeweilige Fallenform einer ausgewählten ‘Aurora Borealis’-Linie zu erhalten, muss die Pflanze vegetativ und mit ihrer vollständigen Bezeichnung weitergegeben werden. Bei Dionaea muscipula eignen sich dafür kräftige Seitensprosse und Blattstecklinge. So bleibt die vegetative Linie mit ihrer ausgewählten Mutterpflanze verbunden. Für nummerierte Carnivoria-Auslesen ist die Nummer Teil der Identitätsangabe: I, II und III sollten getrennt benannt und in der Kultur individuell dokumentiert werden. Herkunft, Mutterpflanze und Weitergabeweg gehören auf das Etikett oder in die Bestandsdokumentation.

Samen bewahren die Identität eines Klons nicht. Sämlinge erhalten neu kombinierte Erbanlagen und können in Fallenfarbe, saisonalem Farbwechsel, Zilienlänge und Wuchs von der Mutterpflanze abweichen. Das gilt sowohl bei Fremdbestäubung als auch nach Selbstbestäubung. Auch ein Sämling aus einer nummerierten Aurora-Borealis-Mutterpflanze wird nicht automatisch zu demselben Nummernklon. Wird gezielt gezüchtet, sollten die Nachkommen als Sämlinge oder Kreuzungen mit dokumentierten Eltern geführt werden. Eine ähnliche weiße Fallenfarbe allein genügt nicht als Beleg für Klonidentität.

culture

Kultur-Fazit

Die helle Fallenfärbung macht ‘Aurora Borealis’ optisch besonders, begründet aber keine abweichenden Grundansprüche gegenüber Dionaea muscipula. Kultiviere die Pflanze sehr hell bis sonnig und gewöhne sie nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne. Bleibt die Fallenfarbe im Sommer weiß oder wird sie im Herbst rosiger, ist das zunächst eine dokumentierte Farbentwicklung und kein Anlass, Licht oder Nährstoffversorgung abrupt zu verändern. Beobachte Blattstiele und Neuaustrieb mit, statt den Zustand allein nach der Fallenfarbe zu beurteilen.

Der Wurzelraum braucht saures, nährstoffarmes Substrat und gleichmäßige Feuchte mit mineralarmem Wasser. In saisonaler Außen- oder Kalthauskultur wird eine kühle Winterphase berücksichtigt; der Topf darf dabei weder austrocknen noch dauerhaft unnötig nass bleiben. Für diese unnummerierte Pflanze sind weder besondere tägliche Sonnenstunden noch eine abweichende Dauer der Winterruhe begründet; maßgeblich bleibt die Kultur der Art. Weil die Nummer der hier gemeinten Linie offen ist, gibt es keine belegte Sonderpflege für Aurora Borealis I gegenüber II oder III.

substrate

Substrat-Ökologie

Für die Wurzeln von ‘Aurora Borealis’ ist keine abweichende Substratanforderung gegenüber der Art belegt. Geeignet ist ein saures, nährstoffarmes Medium, das gleichmäßig feucht bleibt und zugleich ausreichend luftführende, strukturstabile Poren behält. Ungedüngter Weißtorf, Langfasersphagnum oder eine geeignete mineralarm bewässerte Karnivorenmischung können diese Bedingungen erfüllen. Die Rezeptur richtet sich nach Gefäß, Klima und Bewässerung; ein einzelnes Mischungsverhältnis ist kein Merkmal des Klons. Die helle Fallenfarbe sagt weder etwas über den pH-Wert des Wurzelraums noch über Nährstoffbedarf oder Wasserchemie aus und ist kein Grund, das Medium zu düngen.

Mineralreiches Leitungswasser, Kompost, gedüngte Blumenerde und kalkhaltige Zusätze können die sauren, nährstoffarmen Bedingungen stören. Regenwasser, Umkehrosmosewasser oder destilliertes Wasser eignen sich dort, wo das örtliche Wasser viele gelöste Salze enthält. Bei Anstaubewässerung soll das Substrat während des Wachstums feucht bleiben; in der kühlen Ruhezeit lässt sich der Wasserstand reduzieren, ohne das Rhizom austrocknen zu lassen. Schwacher oder heller Neuaustrieb ist gemeinsam mit Licht, Wasserqualität, Substratstruktur und Jahreszeit zu beurteilen. Er belegt für sich keinen besonderen Düngerbedarf dieser Auswahl.

practice

Praxisnotizen

Bei ‘Aurora Borealis’ sollte die Beschriftung die genaue Namensform und, falls vorhanden, die Klonnummer enthalten. Für den unnummerierten Codex-Datensatz ist die sichere Zuordnung zu I, II oder III offen. Fotografiere mehrere frisch ausgebildete Fallen zu Beginn des Frühjahrs, im Sommer und nach dem Abkühlen im Herbst unter möglichst vergleichbarem Licht. So lassen sich die berichtete weiße Sommerfärbung und ein möglicher rosa-roter Herbstton von Blitz, Weißabgleich oder alternden Fallen unterscheiden. Erfasse außerdem die Zilienlänge, da sie sich zwischen den nummerierten Linien I und II unterscheidet.

Einzelne Fallen können variieren; beurteile nicht den ganzen Kultivar anhand einer alten, beschädigten oder gerade geschlossenen Falle. Weiß erscheinende Fallen belegen weder Krankheit noch besondere Lichtempfindlichkeit. Ändere Kulturbedingungen deshalb nicht allein, um einen erwünschten Farbton zu erzwingen. Im aktiven Wachstum wird alle 14 Tage kontrolliert, während der Winterruhe alle 30 Tage und bei Sämlingen alle 7 Tage. Diese Intervalle dienen der Beobachtung von Austrieb, Wasserstand, Substrat und möglichen Schäden; sie sind kein fester Gießplan. Bei Weitergabe müssen Kennzeichnung und Vegetativvermehrung zusammenpassen.

sources

Quellenangaben

Farbmerkmale und Handelsidentität

  • FlytrapStore: Carnivoria Aurora Borealis. Produktbeschreibung. Beschreibt überwiegend weiße Fallen im Frühling und Sommer sowie rosa-rötliche Herbstfärbung. Händlerbeobachtung, keine standardisierte Studie.
  • Jeremiah’s Plants: Dionaea muscipula Aurora Borealis. Produktbeschreibung. Beschreibt weiße Fallen und saisonale rötliche Töne; weist darauf hin, dass abgebildete Pflanzen repräsentativ und nicht die konkrete Lieferpflanze sind.
  • Green Jaws: Dionaea muscipula – Aurora Borealis. Handelsangebot. Belegt die Verwendung des unnummerierten Namens im Handel, nennt aber keine Klonnummer oder detaillierte Merkmalsbeschreibung.

Abgrenzung nummerierter Sammlerlinien

  • CephMania, Dionaea-Pflanzenliste: Sammlungs- und Namensliste. Führt ‘Carnivoria Aurora Borealis I’ mit langen, ‘II’ mit kurzen Randzilien sowie ‘III’ ohne gleich detaillierte Diagnose. Die Liste ist eine Sammlerreferenz, keine formale Registrierung.
  • Gesellschaft für Fleischfressende Pflanzen e.V., Forum (2025): Dionaea and Drosera for sale. Bestands- und Verkaufsaufstellung. Führt ‘Carnivoria Aurora Borealis cl1’ als nummerierte Handelslinie.
  • rosliny-owadozerne.pl, Sammlerliste (2024): Pflanzenliste. Führt ‘Carnivoria Aurora borealis – clone 2’ und ordnet den Klon in der Liste D. Svarc zu; dies ist eine Sammlerangabe, kein offizieller Zuchtbericht.
  • Gesellschaft für Fleischfressende Pflanzen e.V., Forum (2012): Meine Bestandliste. Historische Sammlerliste. Dokumentiert ‘Carnivoria Aurora Borealis’ bereits 2012 als Umlaufnamen.

Grundlagen zur Art und Kultur

  • Royal Botanic Gardens, Kew: Plants of the World Online: Dionaea muscipula J.Ellis. Taxonomie und natürliches Areal.
  • International Carnivorous Plant Society: Growing Dionaea muscipula. Kulturleitfaden zu Licht, Wasser, Substrat und Jahresgang.
  • Böhm, J. et al. (2016): The Venus Flytrap Dionaea muscipula Counts Prey-Induced Action Potentials to Induce Sodium Uptake. Current Biology 26(3):286–295. Primärstudie zu Reizverarbeitung und Nährstoffaufnahme der Art; nicht an Aurora Borealis untersucht.

Taxonomie, Diagnose und Naturstandort

  • International Carnivorous Plant Society: Carnivorous Plant Names Resource – Registered Cultivars. Registrierungsliste. Die Seite erläutert, dass sie vor Oktober 2020 registrierte Namen erfasst.
  • International Carnivorous Plant Society: Cultivars Described in the Carnivorous Plant Newsletter. Verzeichnis publizierter Kultivarbeschreibungen. Kein Eintrag für Aurora Borealis in der beim Review geprüften Liste.
  • Flora of North America Editorial Committee: Flora of North America North of Mexico, Vol. 6 – Dionaea muscipula. Botanische Beschreibung zu Blättern, Fangorgan, Areal und Habitat.
  • U.S. Fish and Wildlife Service: Venus Fly Trap (Dionaea muscipula). Artprofil und Habitat für Verbreitung, Langblattkiefern-Savannen, Sandhills und Beutebiologie.

Bildnachweis und Quellenbewertung

Ein Foto mit überprüfbarer freier Lizenz und sicherer Zuordnung zur hier geführten, unnummerierten Akzession wurde nicht gefunden. Gefundene Bilder stammen aus Händler- oder Sammlerquellen und werden nicht übernommen. Die Saisonfarbe beruht auf übereinstimmenden Handelsbeschreibungen; die Abgrenzung der nummerierten Linien beruht auf Sammlerlisten. Für diesen unnummerierten Datensatz bleiben Klonnummer und genaue Linienzuordnung offen.

Zitieren

Zitierlink und Stand

Zitierlink
Aktueller Stand01.10.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'Aurora Borealis', Stand 01.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-aurora-borealis/