Black Trap Codex

Dionaea muscipula 'AR Werewolf'

Venusfliegenfalle

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Dionaea
Herkunft
Gärtnerische Handelsform; Züchter, Entstehungsort und Klonstammbaum unbekannt. Eine Abstammung aus ‘Akai Ryu’ × ‘Werewolf’ wird berichtet, ist für diese Linie nicht verifiziert. Kein eigener Wildfundort; Artareal: North und South Carolina, USA.
Autor
J.Ellis

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Black-Trap-Systemprofil

Substrat- und Strukturbedarf

BT-Air
mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
BT-Water
hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
BT-Flow
mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
pH
3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
BT-Density
niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
Kapillaritaet
hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
Strukturstabilitaet
mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.

Kulturgruppe

Dionaea – temperierte Standardkultur

Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.

Risiken der Kulturgruppe

Gattungsprofil

Dionaea

Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.

Typische Fehler

Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute

Gattungsrisiken

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

Verknuepfungen

Empfohlene Systemprofile

Core-Referenzprofil

Standard-Mix

Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.

BT-Air
8,6
BT-Water
7,6
BT-Flow
9,3
BT-Structure
9,4
BT-Capillary
2,5
BT-Density
5,1
BT-Compaction
3,0
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reference

Botanische Beschreibung

‘AR Werewolf’ ist eine gärtnerisch geführte Form von Dionaea muscipula, die in Sammlungs- und Verkaufsbeschreibungen durch dunkelrote Fallen und eine aufrechte, schmalblättrige Erscheinung auffällt. Beschrieben werden außerdem kurze, unregelmäßig gebogene Randzilien und wellige bis deformiert wirkende Fallenränder. Diese Kombination unterscheidet die angebotene Form von einer gewöhnlichen Venusfliegenfalle, ergibt aber noch keinen eindeutigen Herkunftsnachweis: Die Klonidentität und ein durchgehend dokumentierter Stammbaum sind nicht belegt.

Der Pflanzenkörper bleibt der Art entsprechend eine Rosette aus einzelnen Blättern. Jedes Blatt besteht aus einem Blattstiel und einer endständigen, zweilappigen Fanglamina mit Mittelrippe, Randzilien, inneren Reizhaaren und Drüsen. Eine ungewöhnliche Proportion oder Verdrehung der Blattteile ist als Formmerkmal zu beschreiben, nicht als eigenständiger Organbau. Beschreibungen, die AR Werewolf „keine Reizhaare“ zuschreiben, widersprechen den Angaben anderer Anbieter und sind für den exakten Klon nicht ausreichend unabhängig bestätigt. Dieses Merkmal bleibt deshalb ausdrücklich ungeklärt.

taxonomy

Taxonomie

Der Name wird hier als Dionaea muscipula J.Ellis ‘AR Werewolf’ geführt. Dionaea ist eine monotypische Gattung der Droseraceae; die im Gartenbau ausgewählten Farben und Fallenformen sind Kultivare beziehungsweise Sammlungsformen derselben Art. J.Ellis ist die botanische Autorenangabe für den Artnamen. Sie bezeichnet weder den Züchter noch den Namensgeber von ‘AR Werewolf’.

‘AR Werewolf’ ist von der 2013 in einem ICPS-Kultivarverzeichnis aufgeführten ‘Werewolf’ G.Hoogenstrijd zu trennen. Die Zusätze „AR“ und „All Red“ werden im Handel für eine rot gefärbte Werewolf-artige Form verwendet, doch die geprüften Nachweise ergeben keinen formalen Registrierungsdatensatz oder verbindlichen Standard für genau diesen Namen. Einige Anbieter schreiben der Form Merkmale von ‘Akai Ryu’ und ‘Werewolf’ zu; andere Sammlungsberichte erwähnen diese Namen als mögliche Eltern eines Kreuzungstyps. Das belegt nicht lückenlos den Stammbaum des hier geführten Klons. Daher werden Merkmalsähnlichkeit, behauptete Abstammung und gesicherte taxonomische Zuordnung getrennt behandelt.

ecology

Standort und Verbreitung

Ein eigener Naturstandort von ‘AR Werewolf’ ist nicht dokumentiert. Die verfügbaren Angaben stammen aus dem Gartenbau und bezeichnen die Pflanze als vegetativ erhaltene beziehungsweise ausgewählte Dionaea-Form; ein belastbarer Züchtervermerk, Entstehungsort und vollständiger Klonstammbaum konnten jedoch nicht festgestellt werden. Die gelegentliche Zuordnung zu einer Kreuzung aus ‘Akai Ryu’ und ‘Werewolf’ bleibt eine berichtete Abstammung, keine hier verifizierte Herkunftstatsache. „All Red“ beschreibt eine gärtnerische Erscheinung und keinen Fundort.

Das natürliche Areal der Art liegt in der atlantischen Küstenebene von North und South Carolina im Südosten der USA. Dort wächst Dionaea muscipula in offenen, feuchten, sauren und nährstoffarmen Lebensräumen, darunter Kiefern-Savannen und andere lichte Feuchtstandorte. Diese Geographie gilt für die Art, nicht als Nachweis für die Herkunft des Kultivars. Es gibt keinen Beleg, dass aufrechter Wuchs, rote Fallen oder die unregelmäßigen Randzilien von AR Werewolf auf eine besondere Höhenlage, Bodenart oder lokale Wildpopulation zurückgehen.

ecology

Ökologische Anpassungen

Die auffällige Rotfärbung und die verformt wirkenden Fallenränder sind gärtnerische Merkmale; eine besondere ökologische Funktion dieser Ausprägung ist nicht untersucht. Die rote Pigmentierung ist kein Ersatz für Photosynthese und begründet keine geringere Lichtanforderung. Ebenso ist nicht belegt, dass AR Werewolf durch seine Farbe andere Beutetiere anlockt oder einen messbaren Fangvorteil besitzt. Händlertexte, die der Farbe eine zusätzliche Fangwirkung zuschreiben, liefern dafür keinen Versuchsbeleg.

Bei der Art sitzen die Fanglappen an der Blattspitze, die Randzilien begrenzen den Fallenrand und mechanosensitive Haare befinden sich auf den inneren Lappenflächen. Für AR Werewolf ist die Gestalt der Zilien als kurz, gebogen und unregelmäßig beschrieben; ihre tatsächliche Wirkung auf das Festhalten von Beute wurde nicht separat untersucht. Das Fehlen innerer Reizhaare wird von einzelnen Beschreibungen behauptet, während andere Produkttexte für die Art die üblichen Haare nennen, ohne den Klon eindeutig zu prüfen. Deshalb kann aus den verfügbaren Quellen weder eine vollständig funktionsfähige noch eine funktionslose Falle für jede Pflanze dieses Namens abgeleitet werden. Ökologie und Nährstoffarmut beziehen sich weiterhin auf die Grundart.

reference

Wuchsform und Morphologie

Als kennzeichnend für angebotene Pflanzen unter dem Namen ‘AR Werewolf’ werden ein aufrechter bis steiferer Blattstand, vergleichsweise schmale Blattstiele, dunkelrote Fangflächen sowie kurze, wellige und richtungsunregelmäßige Randzilien beschrieben. Die Fallen können dadurch zerzaust, gekrümmt oder klauenartig erscheinen. Manche Beschreibungen nennen einen gelblich bis orangefarbenen Saum. Farbe und Saum sind jedoch von Alter, Licht und individuellem Austrieb abhängig; ein verbindlicher Farbstandard oder eine feste Mindestgröße ist nicht veröffentlicht. Nicht jede einzelne Falle muss alle Merkmale gleichzeitig zeigen.

Die Bezeichnung darf nicht mit der registrierten ‘Werewolf’ gleichgesetzt werden. Für diese beschrieb ein Kultivarartikel die Randfortsätze als leicht nach innen gebogen und stellte fest, dass die Pflanze keine Reizhaare besitzt. Solche Angaben zum Ausgangskultivar sind nicht automatisch Messwerte an ‘AR Werewolf’, besonders wenn eine Abstammung nur vermutet wird. Auch ist „kurze Randzilien“ etwas anderes als das Fehlen von Zilien oder von Triggerhaaren. Eine brauchbare Klondiagnose braucht mehrere reife Neublätter aus einer nachvollziehbar beschrifteten vegetativen Linie.

reference

Carnivore Strategie

Die Fangstrategie lässt sich für ‘AR Werewolf’ nur teilweise klonbezogen beschreiben. Grundsätzlich besitzt Dionaea muscipula zweilappige Klappfallen: Mechanische Reize an inneren Reizhaaren lösen elektrische Signale aus; bei ausreichender Reizung schließen sich die Lappen. Anhaltende Bewegung gefangener Beute führt zu weiterer Reizverarbeitung und kann die Verdauungsreaktion einleiten. Die Randzilien liegen am äußeren Rand und sind von den inneren sensorischen Haaren anatomisch verschieden.

Für AR Werewolf berichten Anbieter kurze, gekrümmte oder in verschiedene Richtungen wachsende Randzilien und teils unregelmäßige Fallenlappen. Eine Studie zur Fangquote oder zur Funktion dieser Form liegt für den Klon nicht vor. Die Behauptung, seine Fallen seien regelmäßig nicht funktionsfähig oder hätten keine Reizhaare, ist nicht durch unabhängige, klonbezogene Untersuchung abgesichert und steht neben gegenteiligen allgemeinen Pflege- und Fallenbeschreibungen. Sie wird deshalb nicht als feste Eigenschaft übernommen. Bei einer konkreten Pflanze sollte man an mehreren ausgereiften Fallen prüfen, ob innere Reizhaare vorhanden sind und ob die Fallen schließen; wiederholtes Auslösen ohne Beute ist dafür kein geeigneter Test.

reference

Reproduktion und Lebenszyklus

Für die Erhaltung einer ausgewählten Pflanze namens ‘AR Werewolf’ ist vegetative Vermehrung mit genauer Etikettierung entscheidend. Bei Dionaea muscipula können geeignete Seitensprosse abgeteilt und Blattstecklinge bewurzelt werden; Teilung sollte nur an ausreichend kräftigen Pflanzen erfolgen. Werden mehrere Handelslinien unter ähnlichen Namen geführt, müssen Mutterpflanze, Bezugsquelle und Weitergabe dokumentiert werden. Ohne diese Rückverfolgbarkeit kann eine äußerlich ähnliche Pflanze nicht verlässlich als derselbe Klon gelten.

Eine Aussaat erhält keinen Klon: Sämlinge kombinieren Erbanlagen neu und können von der Mutterpflanze sowie untereinander in Farbe, Wuchs und Fallenform abweichen. Das gilt auch dann, wenn Samen durch Selbstbestäubung entstanden sind. Die in Sammlungsberichten erwähnte Kreuzung ‘Akai Ryu’ × ‘Werewolf’ beschreibt eine mögliche Züchtungsrichtung und kann nicht für jede als AR Werewolf angebotene Pflanze als gesicherte Abstammung angesetzt werden. Ein Sämling aus einer solchen Kreuzung müsste als Kreuzungsnachkomme mit Elternangabe geführt werden, nicht unter dem unveränderten Klonnamen. Für eine bestätigte Klonidentität braucht es eine nachvollziehbare vegetative Linie.

culture

Kulturrelevante Schlussfolgerungen

‘AR Werewolf’ erbt die grundlegenden Kulturansprüche von Dionaea muscipula. Die ungewöhnliche Form oder rote Färbung belegt keinen Bedarf an Sonderdünger und rechtfertigt keine Abweichung von der temperierten Standardkultur. Sehr helles Licht fördert kompakten, kräftigen Austrieb und kann die sortentypische Rotfärbung unterstützen; Pflanzen aus geschützter oder schwacher Beleuchtung müssen schrittweise an direkte Sonne gewöhnt werden. Der Wurzelraum bleibt gleichmäßig feucht und wird mit mineralarmem Wasser versorgt.

Bei saisonaler Freiland- oder Gewächshauskultur gehört eine kühle Winterphase zum üblichen Jahresgang. Während die Pflanze ruht, sinkt der Wasserverbrauch, das Medium darf aber nicht vollständig austrocknen. Ein warmer und zugleich lichtarmer Winterstandort ist ungünstig. Da Herkunft und Klonlinie von AR Werewolf nicht vollständig abgesichert sind, lassen sich aus dem Namen weder eine besondere Frosttoleranz noch eine abweichende Ruhebedürftigkeit ableiten. Kontrolliert werden sollte der tatsächliche Neuaustrieb: Blattstellung, Färbung, Fallenbildung und Zustand des Vegetationszentrums zeigen mehr als ein Handelsfoto. Für Kultur gelten die Richtwerte des verknüpften Dionaea-Standardprofils.

substrate

Substrat-Ökologie

Das Substrat für ‘AR Werewolf’ richtet sich nach dem natürlichen und physiologischen Rahmen von Dionaea muscipula, nicht nach der roten Farbe oder der ungewöhnlichen Fallenform. Geeignet ist ein saures, nährstoffarmes, strukturstabiles und dauerhaft feuchtes Medium, das mineralarm bewässert wird und im Wurzelraum dennoch Luft hält. Ungedüngte Sphagnumtorf- und Perlitmischungen sind eine gebräuchliche Kulturwahl; die konkrete Mischung sollte an Wasserqualität, Topfgröße und Bewässerungsweise angepasst werden.

Normale Blumenerde, Kompost, kalkhaltige Bestandteile und vorbeugende Düngung erhöhen die Salz- und Nährstoffbelastung und sind für den Wurzelraum ungeeignet. Händlerempfehlungen, bei vermeintlich schwachem Beutefang zusätzlich zu düngen, sind keine belastbare artspezifische Anweisung. Auch wenn einzelne Fallen eines Kultivars selten Beute fangen sollten, kann die Pflanze Nährstoffe über ihre Wurzeln nicht sicher tolerieren wie eine gewöhnliche Topfpflanze. Wasser aus Regen, Umkehrosmose oder Vollentsalzung ist für die dauerhafte Kultur geeignet; bei anderer Quelle ist die Mineralbelastung zu messen statt nur nach dem Namen des Wassers zu urteilen.

practice

Praxisnotizen

Beobachte bei ‘AR Werewolf’ mehrere neu ausgebildete Blätter und halte die Herkunft des Klons auf dem Etikett fest. Notiere getrennt, ob Blattstiele aufrecht und schmal bleiben, wie stark die Fallen rot ausfärben, ob gelb-orange Ränder sichtbar sind und in welche Richtungen die kurzen Randzilien wachsen. Ein Foto eines einzelnen alten Blattes reicht nicht zur Bestimmung: Fallen altern, verformen sich beim Öffnen und Schließen und verändern ihre Farbe über die Saison. Vergleiche möglichst gleich alte Neufallen unter ähnlichen Lichtbedingungen.

Reizhaare liegen auf den inneren Fallenflächen; sie dürfen nicht mit den äußeren Randzilien verwechselt werden. Weil Quellen zur Anwesenheit der Triggerhaare bei AR Werewolf widersprüchlich sind, dokumentiere dieses Merkmal nur anhand ausgereifter Fallen. Schließe nicht aus einer misslungenen Fangbewegung sofort auf vollständige Funktionslosigkeit: Alter, Entwicklungszustand und vorherige Reizung beeinflussen die Beobachtung. Verwende keine Düngung als Reaktion auf unsichere Fallenfunktion. Im aktiven Wachstum kontrolliere die Pflanze im Kulturprofilintervall von 14 Tagen, in der Winterruhe alle 30 Tage und Sämlinge alle 7 Tage. Das sind Kontrollrhythmen, keine festen Gießtermine.

sources

Quellenangaben

Namensstatus und Kultivarabgrenzung

  • International Carnivorous Plant Society (2014): Cultivar names registered in 2013. Carnivorous Plant Newsletter 43(1):31–32. Registerverzeichnis. Führt ‘Werewolf’ G.Hoogenstrijd als eigenen Namen; nicht gleichbedeutend mit dem Handelszusatz ‘AR’.
  • Howlett, M. (2022): New Cultivars: Dionaea ‘PFT Carcharoth’. Carnivorous Plant Newsletter 51(3):154–161. Kultivarbeschreibung. Beschreibt den registrierten Kultivar ‘Werewolf’ als Elternpflanze von ‘PFT Carcharoth’, darunter seine marginalen Dornen und fehlende Triggerhaare. Diese Merkmale sind kein direkter Untersuchungsnachweis für ‘AR Werewolf’.
  • Victorian Carnivorous Plant Society (2024): VCPS Newsletter No. 19, S. 7–8. Newsletter-PDF. Erklärt am Beispiel ‘Akai Ryu’ × ‘Werewolf’, dass solche Kreuzungen allrote Werewolf-artige Nachkommen hervorbringen können und nennt mehrere Sammlungsformen als Beispiele; bestätigt keinen lückenlosen Stammbaum der hier beschriebenen Pflanze.

Beschreibungen von AR Werewolf

  • Sea Island Snap Traps: Dionaea m. AR Werewolf. Handelsbeschreibung. Nennt dunkle Rotfärbung, aufrechten Wuchs, schmale Blattstiele und deformiert-wellige Fallen; erklärt die exakte Herkunft ausdrücklich als unbekannt.
  • Esotik Garden: Dionaea muscipula “AR werewolf”. Handelsbeschreibung. Ordnet die Erscheinung ‘Akai Ryu’ und ‘Werewolf’ zu, ohne einen überprüfbaren Züchter- oder Stammbaumnachweis zu liefern. Die dort behauptete allgemeine Funktionslosigkeit der Fallen und Düngungsempfehlung wird mangels unabhängiger Prüfung nicht übernommen.
  • Diflora: Dionaea muscipula “AR Werewolf”. Produktbeschreibung. Führt AR Werewolf als allrote, aufrechte Mutantenform; der Seitentext enthält außerdem allgemeine Artangaben zu Triggerhaaren. Diese allgemeinen Hinweise sind keine dokumentierte Untersuchung des konkreten Klons.
  • Jeremiah’s Plants: Dionaea muscipula AR Werewolf. Produktbeschreibung. Beschreibt wellige und deformierte Fallen, kurze Zähne und gelb-orange Fallenränder; die Bilder werden als repräsentativ und nicht als exakte Lieferpflanze ausgewiesen.

Grundlagen zu Art, Fangorgan und Kultur

  • Royal Botanic Gardens, Kew: Plants of the World Online: Dionaea muscipula J.Ellis. Taxonomie und natürliches Areal.
  • International Carnivorous Plant Society: Growing Dionaea muscipula. Kulturleitfaden zu Licht, Wasser, Substrat und saisonaler Kultur.
  • Davis, A. L. et al. (2019): Testing Darwin’s Hypothesis about the Wonderful Venus Flytrap: Marginal Spikes Form a “Horrid Prison” for Moderate-Sized Insect Prey. The American Naturalist 193(2):309–317. DOI 10.1086/701433. Untersuchung zu Randzilien der Art, nicht an AR Werewolf.
  • Böhm, J. et al. (2016): The Venus Flytrap Dionaea muscipula Counts Prey-Induced Action Potentials to Induce Sodium Uptake. Current Biology 26(3):286–295. Primärstudie zu Reizverarbeitung und Nährstoffaufnahme der Art.

Bildnachweis und Quellenbewertung

Für genau diesen Klon wurde kein Foto mit überprüfbarer freier Lizenz und sicherer Zuordnung gefunden. Händlerbilder werden nicht übernommen. Die klonspezifischen Angaben zu Färbung und Fallenform beruhen überwiegend auf gärtnerischen Beschreibungen; Abstammung und Reizhaarstatus bleiben unsicher. Aussagen zu Areal, Fangphysiologie und Kultur beziehen sich auf die Grundart oder sind entsprechend gekennzeichnet.

reference

Kultivar im Vergleich zur Art

Im Unterschied zur typischen grünen Venusfliegenfalle wird ‘AR Werewolf’ in Sammlungs- und Verkaufsbeschreibungen als rot gefärbte, aufrecht wachsende Werewolf-artige Form mit schmalen Blattstielen und kurzen, unregelmäßig gebogenen Randzilien angeboten. Die Fallen wirken dadurch oft wellig, zerzaust oder klauenartig; ein gelblich-oranger Rand wird bei manchen Pflanzen beschrieben. Diese Merkmalskombination ist der sinnvolle praktische Vergleich zur Art. Sie bedeutet nicht, dass jede Falle gleich stark rot oder gleichmäßig deformiert sein muss.

‘AR Werewolf’ ist nicht die 2013 registrierte ‘Werewolf’ G.Hoogenstrijd und auch nicht automatisch ‘All Red Werewolf Clone B’. Die Handelsliteratur verbindet AR Werewolf häufig mit ‘Akai Ryu’ und ‘Werewolf’, doch der genaue Stammbaum bleibt ungeklärt. Die Behauptung fehlender innerer Reizhaare ist ebenfalls nicht ausreichend konsistent belegt; sie darf nicht aus den kurzen äußeren Randzilien abgeleitet werden. Ohne gesicherte Herkunft wird diese Identität als gärtnerisch verwendeter, nicht standardisierter Name behandelt. Neue Pflanzen sollten nur dann als derselbe Klon gelten, wenn eine vegetative Weitergabe dokumentiert ist.

Zitieren

Zitierlink und Stand

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Aktueller Stand28.09.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'AR Werewolf', Stand 28.09.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-ar-werewolf/