Dionaea muscipula 'Akai Ryu'

© Matthias Jauernig · CC BY-SA 3.0 · Quelle

Black Trap Codex

Dionaea muscipula 'Akai Ryu'

Venusfliegenfalle

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Dionaea
Herkunft
Gärtnerische Auslese durch Ron Gagliardo am Atlanta Botanical Garden vor 1996; kein eigener Wildfundort belegt. Die natürliche Verbreitung der Art reicht vom östlichen North Carolina bis ins östliche South Carolina.
Autor
J.Ellis

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Black-Trap-Systemprofil

Substrat- und Strukturbedarf

BT-Air
mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
BT-Water
hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
BT-Flow
mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
pH
3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
BT-Density
niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
Kapillaritaet
hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
Strukturstabilitaet
mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.

Kulturgruppe

Dionaea – temperierte Standardkultur

Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.

Risiken der Kulturgruppe

Gattungsprofil

Dionaea

Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.

Typische Fehler

Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute

Gattungsrisiken

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

Verknuepfungen

Empfohlene Systemprofile

Core-Referenzprofil

Standard-Mix

Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.

BT-Air
8,6
BT-Water
7,6
BT-Flow
9,3
BT-Structure
9,4
BT-Capillary
2,5
BT-Density
5,1
BT-Compaction
3,0
Produkt ansehen

reference

Botanische Beschreibung

Dionaea muscipula ‘Akai Ryu’ ist eine am Atlanta Botanical Garden ausgewählte rote Form der Venusfliegenfalle. Ihr kennzeichnendes Merkmal ist die weitreichende dunkelrote bis burgunderrote Pigmentierung: Sie betrifft nicht nur das Innere der Fallen, sondern kann auch Blattstiele, Blattspreiten und die Außenseiten der Fallen erfassen. Die Originalbeschreibung nennt den Wuchs und die Blütenmorphologie ausdrücklich arttypisch. ‘Akai Ryu’ ist somit eine Farbauslese, keine abweichend gebaute oder zahnlose Fallenform.

Wie bei der Art entspringen die Blätter einer kurzen Sprossbasis und tragen am Ende eine zweiteilige, bewegliche Fangfalle. Die rote Färbung ersetzt die Photosynthese nicht; die grünen und roten Blattbereiche bleiben funktionelle Pflanzenorgane. Die Färbung fällt unter kräftigem Licht meist stärker aus, kann sich aber mit Jahreszeit und Entwicklungszustand verändern. Eine einzelne rote Jungpflanze lässt sich allein anhand ihrer Farbe nicht sicher als dieser Kultivar bestimmen. Für die Zuordnung zählen eine nachvollziehbare vegetative Herkunft und die wiederkehrende Kombination der beschriebenen Merkmale.

taxonomy

Taxonomie

‘Akai Ryu’ gehört zu Dionaea muscipula J.Ellis aus der Familie Droseraceae. Dionaea ist eine monotypische Gattung; benannte Auslesen wie ‘Akai Ryu’ bleiben Kultivare der Art und sind weder eigene Arten noch Unterarten. Das Autorenkürzel J.Ellis bezeichnet die botanische Autorenschaft der Art. Ron Gagliardo ist dagegen der Kultivarautor und Registrant, nicht der Autor des Artnamens.

Gagliardo veröffentlichte die Kultivarbeschreibung 1996 im Carnivorous Plant Newsletter, Band 25, Heft 2, Seite 50. Ein Eintrag der Carnivorous Plant Names Resource führt die formale Registrierung auf den 10. November 1998; Veröffentlichung und Registrierung sind daher getrennte Ereignisse. ‘Akai Ryu’ wird aus dem Japanischen als „Roter Drache“ wiedergegeben; „Red Dragon“ ist eine geläufige englische Bezeichnung. Für den Codex wird der Kultivarname in einfachen Anführungszeichen und nicht kursiv gesetzt.

ecology

Standort und Verbreitung

‘Akai Ryu’ besitzt kein eigenes natürliches Areal. Die verfügbare Kultivardokumentation ordnet die gärtnerische Auswahl Ron Gagliardo am Atlanta Botanical Garden zu und datiert sie auf die Zeit vor ihrer Veröffentlichung 1996. Daraus folgt kein Wildfundort und keine besondere Herkunft aus einer bestimmten Population. Die natürliche Verbreitung, die Kew für die Art angibt, reicht vom östlichen North Carolina bis ins östliche South Carolina. Diese Angabe beschreibt Dionaea muscipula insgesamt, nicht den Standort, an dem der Kultivar entstanden ist.

Die Art wächst in offenen, lichtreichen und feuchten Lebensräumen der Küstenebene, darunter Moore und Kiefernheiden. Solche Lebensräume sind sauer und nährstoffarm; der Wasserhaushalt und vielerorts wiederkehrendes Feuer tragen dazu bei, die Vegetation offen zu halten. Für ‘Akai Ryu’ ist keine abweichende Standortökologie beschrieben. Seine Auswahl erfolgte wegen der auffälligen Färbung in Kultur, nicht als Anpassung an einen anderen Bodentyp, ein anderes Klima oder eine besondere Beuteverfügbarkeit. Händleretiketten sollten deshalb die Kultivarherkunft nicht mit dem natürlichen Verbreitungsgebiet der Art verwechseln.

ecology

Ökologische Anpassungen

Die Besonderheit von ‘Akai Ryu’ ist die ausgewählte Pigmentierung seiner Blätter, nicht eine nachgewiesene ökologische Anpassung. Die Erstbeschreibung berichtet dunkel kastanienrote bis burgunderrote Blattstiele, Blattspreiten und Fallen. Sie erwähnt, dass grüne Bereiche vor allem nahe dem Zentrum der Rosette im Winter beobachtet wurden. Das ist eine Beobachtung an den beschriebenen Kulturpflanzen und kein Versprechen, dass jede Pflanze unter jeder Beleuchtung ganzjährig vollständig rot bleibt. Die Royal Horticultural Society beschreibt die burgunderrote Färbung besonders für Kultur in voller Sonne.

Die grundlegenden Anforderungen und Funktionen bleiben die der Art: ‘Akai Ryu’ nutzt die Klappfalle, um in nährstoffarmen Böden zusätzliche Nährstoffe aus Beute zu erhalten, und braucht ausreichend Licht für gesundes Wachstum. Es gibt keine belastbaren Vergleichsdaten, die für diesen Klon eine höhere Trockenheits-, Salz- oder Nährstofftoleranz oder einen veränderten Bedarf an Beute belegen. Die Originalbeschreibung erwähnt teilweise erhaltene rote Farbe unter Laborbedingungen mit vergleichsweise hohen Nährstoffwerten; diese Beobachtung ist kein Düngehinweis und begründet keine abweichende Kultur.

reference

Wuchsform und Morphologie

Farbverteilung statt ausschließlich roter Fallenmitte

Die diagnostisch wichtige Farbausprägung von ‘Akai Ryu’ erstreckt sich über die verbreiterten Blattstiele und beide Seiten der Fallen. Die Erstbeschreibung berichtet eine dunkel kastanienrote bis burgunderrote Färbung; grüne Partien wurden dort vor allem im Rosettenzentrum während des Winters beobachtet. Diese Beobachtung beschreibt die untersuchten Kulturpflanzen und ist kein Versprechen einer ganzjährig identischen Farbe bei jeder Beleuchtung.

Fallen, Rosette und Blüte

Die Fallen bestehen aus zwei beweglichen Lappen mit Randfortsätzen und empfindlichen Fühlhaaren im Inneren. Eine gezackte oder vollständig zahnlose Randstruktur gehört nicht zur beschriebenen Besonderheit dieser Auslese. Wuchsform und Blüten entsprechen laut Originalbeschreibung dem Artgrundbau. Die individuelle Größe und Blattstellung hängen dennoch von Alter, Saison und Kulturführung ab; eine feste maximale Fallengröße ist kein geeignetes Alleinmerkmal.

Zur Beurteilung der Farbe sollten mehrere neu entwickelte Blätter unter vergleichbarer Beleuchtung betrachtet werden. Dunkle Pigmentierung ist von abgestorbenem schwarzem Gewebe zu unterscheiden: Farbige, intakte Fallen bleiben strukturiert und funktionsfähig, während absterbende Blätter ihre Festigkeit verlieren. Eine einzelne Nahaufnahme kann die Herkunft des Klons nicht ersetzen.

reference

Carnivore Strategie

Für ‘Akai Ryu’ ist keine eigene Fangtechnik beschrieben. Die Falle besitzt wie bei der Art zwei bewegliche Lappen mit empfindlichen Fühlhaaren auf der Innenseite und festen Randfortsätzen. Wird ein Haar mehrfach innerhalb kurzer Zeit gereizt, kann der schnelle Verschluss ausgelöst werden. Bewegungen der gefangenen Beute führen zu weiterer Signalverarbeitung; die Falle dichtet sich ab, Verdauungssekrete werden abgegeben und lösliche Nährstoffe aufgenommen. Ohne geeignete Beute öffnet sich die Falle später wieder. Diese Mechanik gehört zur Biologie von Dionaea muscipula und darf nicht als besondere Leistung von ‘Akai Ryu’ ausgegeben werden.

Die burgunderrote Farbe ist ein auffälliges Klonmerkmal, aber kein Beleg für eine höhere Fangrate, stärkere Lockwirkung oder schnellere Bewegung. Solche Unterschiede wurden für ‘Akai Ryu’ nicht durch vergleichende Versuche nachgewiesen. Für die Praxis genügt es, Fallen nicht wiederholt ohne Beute auszulösen. Ein einzelner Verschluss verbraucht Energie, und alte Fallen sterben nach mehreren Fangzyklen natürlicherweise ab. Die rote Pigmentierung allein ist kein Anzeichen für eine geschlossene oder geschädigte Falle.

reference

Reproduktion und Lebenszyklus

Die Kultivaridentität von ‘Akai Ryu’ wird durch vegetative Vermehrung erhalten. Der Registrierungsdatensatz beschreibt vegetative Vermehrung und hält fest, dass die Auslese anfangs auch über In-vitro-Kultur verbreitet wurde. Teilstücke mit eigenem Vegetationspunkt sowie geeignete Blattbasisstecklinge können genetisch identische Nachkommen liefern, sofern sie tatsächlich aus dem dokumentierten Klon stammen. Eine sorgfältige Etikettierung schützt die Identität, wenn mehrere rote Dionaea nebeneinander kultiviert werden.

Blüten und Samenbildung entsprechen laut Originalbeschreibung grundsätzlich der Art. Sämlinge aus einer Bestäubung sind jedoch genetisch neue Individuen und keine verlässlichen Kopien von ‘Akai Ryu’. Auch ein roter Sämling darf deshalb nicht automatisch unter diesem Kultivarnamen weitergegeben werden. Die Art bildet ihre Blüten auf einem langen Blütenstand über der Rosette; nach erfolgreicher Bestäubung entstehen zahlreiche kleine Samen. Für die Erhaltung des Kultivars ist eine vegetative Teilung passender als Aussaat. Blütenstiele müssen nicht grundsätzlich entfernt werden; bei kleinen oder geschwächten Pflanzen kann man sie aus gärtnerischen Gründen schneiden, wenn die Samenbildung vermieden werden soll.

culture

Kulturrelevante Schlussfolgerungen

‘Akai Ryu’ benötigt keine nachgewiesene Sonderpflege gegenüber anderen kräftig wachsenden Venusfliegenfallen. Für gute Entwicklung braucht die Pflanze sehr viel Licht; unter ausreichend heller Kultur tritt die dunkelrote bis burgunderrote Färbung besonders deutlich hervor. Pflanzen aus einer dunklen Verkaufs- oder Innenhaltung werden schrittweise an direkte Sonne gewöhnt, damit Blätter nicht durch abrupte Umstellung geschädigt werden. Die Färbung dient als Klonmerkmal, aber nicht als alleiniger Lichtmesser: Alter, Saison und Blattentwicklung beeinflussen ebenfalls den Farbeindruck.

Der Wurzelraum bleibt mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht, das Substrat sauer und nährstoffarm. Gedüngte Blumenerde oder regelmäßige Wurzeldüngung ist nicht angezeigt. Bei saisonaler Außenkultur gehört eine kühle, geschützte Winterphase zum üblichen Jahresgang; ganzjährige Innenkultur kann mit starker Beleuchtung und passender Versorgung geführt werden. Der Codex-Kultivarrang enthält keine besonderen Temperaturgrenzen oder abweichenden Ruhezeitwerte für ‘Akai Ryu’. Die verknüpfte Standardkultur der Art ist daher maßgeblich, sofern die konkrete Pflanze keine abweichenden Kulturbeobachtungen zeigt.

substrate

Substrat-Ökologie

Für ‘Akai Ryu’ ist kein besonderes Substrat gegenüber der Art belegt. Die Venusfliegenfalle stammt aus sauren, nährstoffarmen Böden und wird in Kultur in einem ungedüngten, mineralarmen Medium gehalten, das Wasser speichert und trotzdem ausreichend Luft an die Wurzeln lässt. Geeignet sind beispielsweise geeigneter ungedüngter Torf oder langfaseriges Sphagnum, jeweils mit passender Topfhöhe und Drainage. Kalkhaltige Zuschläge, normale Blumenerde und salzhaltige Bestandteile können die empfindlichen Wurzeln belasten.

Die Originalbeschreibung berichtet, dass Blattspreiten und Fallen auch unter Laborbedingungen mit vergleichsweise höheren Nährstoffwerten teilweise burgunderrot blieben. Daraus lässt sich weder eine hohe Nährstofftoleranz noch ein Vorteil durch Düngung ableiten. Das Medium soll nicht angereichert werden, um eine stärkere Rotfärbung oder größere Fallen zu erzwingen. Stattdessen wird die Farbe zusammen mit gesundem Neuaustrieb, Wurzelraumfeuchte und dem Zustand der Rosettenmitte beurteilt. Mineralarmes Wasser verhindert, dass sich gelöste Salze im kleinen Topfmedium anreichern; dauerhaftes Austrocknen und ein verdichtetes, sauerstoffarmes Substrat sind zu vermeiden.

practice

Praxisnotizen

Bei ‘Akai Ryu’ sollten mehrere neu entwickelte Blätter betrachtet werden, nicht nur eine einzelne Fotografie. Blattstiele, Blattspreite und beide Seiten der Fallen können dunkelrot bis burgunderrot gefärbt sein; eine grünere Rosettenmitte im Winter ist mit der Originalbeschreibung vereinbar. Schwächere Färbung nach lichtarmer Haltung wird zunächst zusammen mit Akklimatisierung, Jahreszeit und Entwicklungszustand bewertet. Schwarze, weich werdende oder rasch zerfallende Blattteile sind von gesundem roten Gewebe zu unterscheiden. Es gibt keinen belegten Grund, den Klon stärker zu düngen oder Fallen wiederholt auszulösen.

Als Kontrollrhythmus gelten 14 Tage während des aktiven Wachstums, 30 Tage in der Winterruhe und 7 Tage für Sämlinge. Diese Intervalle betreffen die Dokumentation von Neuaustrieb, Färbung, Rosettenmitte und Substratstruktur; sie sind kein Gießplan. Feuchte, Wasserstand und akute Schäden werden bei Bedarf häufiger kontrolliert. Das Pflanzenetikett sollte den Kultivarnamen und die vegetative Herkunft enthalten. Sämlinge werden separat geführt und nicht allein wegen einer roten Färbung als ‘Akai Ryu’ etikettiert. Die Verknüpfung mit der temperierten Dionaea-Kulturgruppe sowie dem Art- und Kulturprofil bleibt die fachliche Grundlage für Licht, Wasser und Winterführung.

sources

Quellenangaben

Originalbeschreibung und Kultivardatensatz

  • Gagliardo, Ron (1996): A new cultivar of Dionaea muscipula Ellis. Carnivorous Plant Newsletter 25(2): 50. ICPS-Archivdatensatz und Original-PDF. Belegt Autor, Titel und Veröffentlichung 1996.
  • Jan Schlauer, Carnivorous Plant Names Resource: Dionaea ‘Akai Ryu’. Kultivardatensatz. Führt Ron Gagliardo, Atlanta Botanical Garden, als Nominant/Registrant und die Auswahl vor 1996; nennt Registrierung am 10. November 1998 und vegetative Vermehrung. Diese Sekundärdatenbank wird nur für Angaben verwendet, die im kurzen ICPS-Archivnachweis nicht aufgeführt sind.

Art, Färbung und Kultur

  • Royal Botanic Gardens, Kew: Plants of the World Online: Dionaea muscipula J.Ellis. Taxonomie- und Verbreitungsnachweis für den akzeptierten Artnamen, Droseraceae und das natürliche Areal von östlichem North Carolina bis östlichem South Carolina.
  • Royal Horticultural Society: Dionaea muscipula ‘Akai Ryū’. Kultivarprofil. Nennt burgunderrote Färbung bei voller Sonne sowie den arttypischen Aufbau aus Rosette, Fangblättern und Blüten.
  • International Carnivorous Plant Society: Growing Dionaea muscipula. Kulturleitfaden für Licht, Wasser, Substrat, Winterführung und vegetative Vermehrung; allgemeine Artkultur, keine Sonderprüfung an ‘Akai Ryu’.
  • Böhm, Jennifer; Scherzer, Sönke; Krol, Elzbieta; Kreuzer, Ines; von Meyer, Katharina; Lorey, Christian; Mueller, Thomas D.; Shabala, Lana; Monte, Isabel; Al-Rasheid, Khaled A. S.; Rennenberg, Heinz; Shabala, Sergey; Neher, Erwin & Hedrich, Rainer (2016): The Venus Flytrap Dionaea muscipula Counts Prey-Induced Action Potentials to Induce Sodium Uptake. Current Biology 26(3): 286–295. Primärstudie zu Reizverarbeitung und Beuteantwort der Art, nicht zu einem Unterschied von ‘Akai Ryu’.

Bildnachweis und Lizenz

Matthias Jauernig: Dionaea muscipula ‘Akai Ryu’, eigene Aufnahme vom 21. September 2006. Eingebundene Originaldatei: Wikimedia Commons, 900 × 675 Pixel. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0; Urheber, Lizenz und Quelle sind angegeben. Die Datei wird ohne inhaltliche Bearbeitung verwendet.

Die Klonmerkmale beruhen vorrangig auf der Kultivarbeschreibung von Gagliardo. Allgemeine Aussagen zu Taxonomie, Fangfunktion, Lebensraum und Pflege sind der Artliteratur beziehungsweise den genannten Referenzen zugeordnet; sie werden nicht als besondere Eigenschaften von ‘Akai Ryu’ ausgegeben. Nicht ausreichend belegte Details zur Kreuzungselternschaft und feste, kultivarspezifische Pflegegrenzen bleiben offen.

reference

Kultivar im Vergleich zur Art

‘Akai Ryu’ unterscheidet sich von vielen überwiegend grünen Venusfliegenfallen durch dunkelrote bis burgunderrote Pigmentierung, die weit über das Falleninnere hinausgehen kann. Die Beschreibung nennt Blattstiel, Blattspreite und beide Seiten der Falle; gerade die gefärbten Blattstiele helfen bei der Abgrenzung von gewöhnlichen Pflanzen, deren Falleninneres ebenfalls rot sein kann. Vollsonnige Kultur unterstützt die burgunderrote Ausprägung, doch Farbe und Intensität schwanken mit Saison, Alter und Licht. Eine vollkommen rote Pflanze ist deshalb kein unveränderliches Diagnosekriterium.

Wuchsform und Blütenmorphologie wurden als arttypisch beschrieben. Für den Kultivar sind keine besonderen Zähne, keine zahnlose Falle, keine abweichende Fangmechanik und keine gesicherte Maximalgröße angegeben. Die in einer sekundären Kultivarressource genannte Auswahl durch Ron Gagliardo am Atlanta Botanical Garden vor 1996 und die Veröffentlichung der Beschreibung im Jahr 1996 stützen die Kultivarhistorie. Eine genaue Kreuzungselternschaft wird hier nicht behauptet, da sie aus den geprüften, zugänglichen Nachweisen nicht sicher genug belegt werden konnte. Für echte Klonzuordnung bleibt vegetative Herkunft entscheidend; ähnlich rote Sämlinge sind nicht automatisch derselbe Kultivar.

Zitieren

Zitierlink und Stand

Zitierlink
Aktueller Stand28.09.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'Akai Ryu', Stand 28.09.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-akai-ryu/