
Black Trap Codex
Darlingtonia californica — Red Form
Rote Kobralilie (Handelsbezeichnung; Klonidentität ungeklärt)
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 5 / 5 · spezialisiert1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 4 / 5 · sehr hell1 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Wasser
- nassBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
- Ruhephase
- erforderlichOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- geringWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Black-Trap-Systemprofil
Substrat- und Strukturbedarf
- BT-Air
- sehr hochLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
- BT-Water
- hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
- BT-Flow
- sehr hochWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
- BT-Density
- niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
- Kapillaritaet
- hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
- Strukturstabilitaet
- hochWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.
Kulturgruppe
Darlingtonia – Standardkultur
Kulturgruppe für Darlingtonia californica.
Habitat-Logik
Quellsümpfe, Sickerhänge und Bachränder mit dauerhaftem Wasserangebot und häufigem Wasseraustausch.
Kultur-Logik
Sehr feucht bis nass kultivieren und gleichzeitig für einen möglichst kühlen und gut durchströmten Wurzelraum sorgen.
Substrat-Logik
Offen, wasserführend, nährstoffarm und strukturstabil.
Risiken der Kulturgruppe
Gattungsprofil
Darlingtonia
Monotypische Gattung der Kobralilie mit besonderem Schwerpunkt auf hoher Wasserverfügbarkeit und kühlem Wurzelraum.
Habitat-Logik
Quellsümpfe, Sickerhänge, Bachränder und ständig wasserführende Feuchtstandorte in Oregon und Nordkalifornien.
Kultur-Logik
Sehr hohe Wasserverfügbarkeit mit starkem Wasseraustausch und möglichst dauerhaft kühlem Wurzelraum.
Substrat-Logik
Offen, durchströmbar, nährstoffarm, wasserführend und langfristig strukturstabil.
Typische Fehler
Überhitzung des Wurzelraums, stagnierendes Wasser, verdichtetes Substrat und Austrocknung.
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
Verknuepfungen
Empfohlene Systemprofile
Black Trap | Coldflow
Mineralisch dominiertes Substratprofil mit hoher Luftführung, schneller Wasserbewegung und stabiler Struktur für Darlingtonia und kühl geführte, sauerstoffreiche Wurzelzonen.
- BT-Air
- 8,9
- BT-Water
- 8,4
- BT-Flow
- 9,2
- BT-Structure
- 8,8
- BT-Capillary
- 4,5
- BT-Density
- 3,5
- BT-Compaction
- 1,5
reference
Botanische Beschreibung
Darlingtonia californica Torr., die Kobralilie oder kalifornische Schlauchpflanze, ist eine ausdauernde karnivore Art aus der Familie Sarraceniaceae. Sie ist die einzige heute anerkannte Art der Gattung Darlingtonia. Anders als eine Venusfliegenfalle besitzt sie keine beweglichen Fangklappen: Ihre auffälligen Fangblätter sind schlauchförmige Fallgruben mit einer überhängenden Haube, die an den Kopf einer Kobra erinnert.
Die Pflanze wächst aus einem Rhizom, das sich langsam ausbreiten und neue Blattrosetten hervorbringen kann. Jedes ausgewachsene Fangblatt besitzt einen verdrehten Schlauch, eine Haube mit durchscheinenden Fenstern und einen gegabelten, fischschwanzähnlichen Fortsatz. Die Einzelblätter sind in Größe und Haltung variabel; die meisten beschriebenen Schläuche sind etwa 20 bis 60 Zentimeter hoch, während kleinere Jungpflanzen und außergewöhnlich große Exemplare davon abweichen. Eine einzelne Maximalhöhe ist deshalb keine zuverlässige Diagnose.
Die Art ist ökologisch an dauerhaft nasse, häufig von kühlem Wasser durchströmte Standorte gebunden. Für die Bestimmung sind die Kombination aus Haube, Fenstern, verdrehtem Schlauch und Fischschwanzfortsatz sowie der Standort aussagekräftiger als eine pauschale Farb- oder Größenangabe.
taxonomy
Taxonomie
Plants of the World Online führt Darlingtonia californica Torr. als akzeptierte Art. John Torrey veröffentlichte den Namen 1853 in den Smithsonian Contributions to Knowledge, Band 6, Heft 4, Seite 5. Die Art gehört zur Familie Sarraceniaceae und nach der aktuellen Kew-Klassifikation zur Ordnung Ericales. Ältere Datenbanken und Literatur können eine abweichende Einordnung nennen; für die hier verwendete aktuelle Hierarchie ist die taxonomische Referenz maßgeblich.
Die Gattung Darlingtonia ist monotypisch: Sie enthält nur diese eine anerkannte Art. Der ältere Name Chrysamphora californica wird als Synonym geführt. Auch die beschriebene Form D. californica f. viridiflora ist bei POWO ein Synonym und begründet in diesem Codex kein separates Artprofil. Der Name „Red Form“ aus dem alten Text dieses Eintrags bezeichnete keine hier dokumentierte eigenständige Art oder verifizierte Klonselektion und wurde daher entfernt.
Die botanische Autorenangabe lautet Torr. Handelsnamen, Farbformen und einzelne Standortformen dürfen nicht ohne belastbaren nomenklatorischen oder herkunftsbezogenen Nachweis als zusätzliche Arten oder stabile Kultivare behandelt werden.
ecology
Standort und Verbreitung
Das natürliche Areal von Darlingtonia californica liegt im Südwesten Oregons und im Norden Kaliforniens. Es umfasst Küstengebiete, die Klamath-, Siskiyou-, Salmon- und Trinity-Berge, Teile der nördlichen Sierra Nevada und weitere Abschnitte der nordkalifornischen Coast Ranges. Nach der US-Forstübersicht reichen Fundorte vom Meeresspiegel bis ungefähr 2.600 Meter Höhe. Die Art ist damit weder auf eine einzige Höhenstufe noch ausschließlich auf das Landesinnere beschränkt.
Dokumentiert sind Sickerhänge, Quellen, Rieselflächen, offene nasse Wiesen, langsam drainierende Quellmoore, Sphagnumflächen und Ufer kleiner Bäche. Dauerhaftes stehendes Wasser ist dagegen selten der typische Standort. Entscheidend ist häufig, dass Rhizom und Wurzeln durch kaltes, bewegtes Wasser kühl bleiben. Küsten- und Gebirgspopulationen unterscheiden sich dabei in Exposition und Jahresklima.
Serpentinit ist an vielen Fundorten das Ausgangsgestein und die Art kann dort als Indikatorpflanze auftreten. Das ist jedoch keine Voraussetzung jedes Vorkommens: Auch arme Torf- und Sphagnumsubstrate sowie Standorte auf Olivingabbro sind belegt. Eine uniforme Bodenreaktion oder ausschließlich serpentinitische Herkunft wäre daher eine falsche Verallgemeinerung.
reference
Formmerkmale und Abgrenzung
Abgrenzung zur Art: Der einzige behauptete Unterschied im überlieferten Handelsnamen ist eine stärkere rote Färbung. Für die konkrete Pflanze fehlen jedoch ein standardisiertes Merkmal, ein dokumentierter Ursprung und ein Beleg, dass die Farbe über Kulturbedingungen und Blattalter hinweg stabil bleibt. Größen-, Wuchs-, Fallen- oder Kulturabweichungen sind für diese Auswahl nicht nachgewiesen. Die Karte ist darum als Form-/Variantenprofil angelegt und führt „Red Form“ sichtbar als ungeklärte Bezeichnung, nicht als gesichertes wissenschaftliches Taxon.
Die separat publizierte rote Auswahl Darlingtonia ‘Iago’ wurde aus Sämlingen selektiert und besitzt eine nachvollziehbare Beschreibung. ‘Othello’ ist eine eigene anthocyaninfreie Auswahl. Beide Namen haben konkrete Referenztexte und dürfen nicht mit einem beliebigen roten Exemplar oder der unbestimmten Bezeichnung „Red Form“ gleichgesetzt werden. Ähnliches Aussehen beweist weder dieselbe Abstammung noch Synonymie.
Zur Aufwertung dieses Eintrags braucht es die Herkunft des Mutterstocks, eine nachvollziehbare vegetative Weitergabe sowie Bilder erwachsener Fangblätter unter dokumentierten Lichtbedingungen. Bis dahin bleibt die Farbe eine vorläufige, vom Kultivator gemeldete Abweichung; weitere Eigenschaften werden nicht aus ‘Iago’ oder der Wildform abgeleitet.
ecology
Ökologische Anpassungen
Der Eintrag „Red Form“ enthält weder Fundort- oder Züchterangaben noch eine dokumentierte Akzessionsnummer. Deshalb ist nicht belegt, dass er eine bestimmte Population oder einen genetisch abgegrenzten Klon beschreibt. Belastbar ist nur, dass die Handelsbezeichnung auf eine rot erscheinende Ausprägung von Darlingtonia californica zielt. Aus der Farbe allein folgen keine abweichenden ökologischen Ansprüche, kein anderer Naturstandort und keine eigene taxonomische Einheit.
Für die Art sind nasse Sickerstellen, Quellmoore und Bachränder bekannt, an denen das Rhizom häufig von kühlem Wasser umgeben ist. Ein 2022 in der Zeitschrift der International Carnivorous Plant Society beschriebener roter Kultivar namens ‘Iago’ wurde aus Sämlingen ausgewählt; der Verfasser berichtete für genau diesen Klon langsameres Wachstum und höhere Empfindlichkeit gegenüber Wärme. Diese Beobachtung lässt sich nicht auf jeden unter „Red Form“ verkauften Bestand übertragen. Ohne Herkunftskette bleibt offen, ob die hiesige Auswahl ‘Iago’, einem anderen benannten Kultivar oder einer nicht näher bestimmten rot gefärbten Pflanze entspricht.
Folglich werden in diesem Profil keine besonderen Höhen-, Temperatur- oder Habitatansprüche der roten Form behauptet. Als Kulturrahmen gilt das Artprofil; Unterschiede müssen am konkreten Bestand beobachtet und durch eine nachvollziehbare Herkunft belegt werden.
reference
Wuchsform und Morphologie
Die im Handel gebrauchte Bezeichnung „Red Form“ verweist auf die sichtbare Rotfärbung von Fangblättern. Für den konkreten Bestand fehlen jedoch ein überprüfbares Referenzfoto, eine Pflanzenherkunft und eine Beschreibung, welche Organe wie gleichmäßig gefärbt sein sollen. Daher lassen sich weder ein festes Rotmuster noch eine bestimmte Schlauchhöhe, Haubenform, Blattbreite oder Wuchsform als Merkmal dieses Profils angeben. Die grundlegende Gestalt bleibt die Artgestalt von Darlingtonia californica: verdrehter Schlauch, überwölbte Haube, durchscheinende Fenster und fischschwanzartiger Fortsatz.
Der veröffentlichte Kultivar ‘Iago’ bietet einen klaren Vergleich, aber keinen Identitätsnachweis für dieses Profil. Seine Beschreibung nennt einen aus Sämlingen ausgewählten, intensiv kirschrot gefärbten Klon und erwähnt, dass geringeres Licht oder Stress bei einzelnen Fangblättern grünliche Töne begünstigen könnten. Diese Merkmale gehören zu der dokumentierten Auswahl ‘Iago’; sie dürfen nicht ungeprüft auf einen namenlosen „Red Form“-Bestand übertragen werden. Auch die grünliche, anthocyaninfreie Ausprägung ‘Othello’ ist als separat benannte Form beschrieben und kein Synonym für „Red Form“.
Zur späteren Bestimmung sollten mehrere ausgewachsene Fangblätter bei vergleichbarer Beleuchtung fotografiert und Herkunft, Blattalter und Kulturbedingungen notiert werden. Bis dahin beschreibt die Bezeichnung eine Farbrichtung, keinen gesicherten Klon.
reference
Carnivore Strategie
Die Rotfärbung ist ein Pigmentmerkmal und belegt für sich keine Veränderung der Fangfunktion. Für den hier geführten Bestand liegt keine Studie vor, die eine andere Lockwirkung, Fangrate oder Beutezusammensetzung als bei der Art nachweist. Deshalb bleibt die sachliche Beschreibung die passive Fallgrubenfalle von Darlingtonia californica: Nektardrüsen sitzen an Haube und Fischschwanzfortsatz; Fenestrationen können anfliegende Insekten desorientieren; gerichtete Haare, glatte Innenflächen und Fallenflüssigkeit erschweren das Entkommen.
Aus stärkerer Rotfärbung darf nicht geschlossen werden, dass die Pflanze mehr Beute fängt oder dass Insekten rot bevorzugen. Dafür müsste die betreffende Auswahl gegenüber der Art und passenden Kontrollpflanzen untersucht werden. Ein einzelnes Foto oder eine Händlerbeschreibung wäre dafür kein funktionaler Beleg. Der veröffentlichte Kultivar ‘Iago’ ist als rot selektierte Auslese dokumentiert, doch seine Namensbeschreibung berichtet keine abweichende Fangmechanik. Auch diese Artbeschreibung kann daher nicht als Nachweis für eine besondere Fangwirkung von „Red Form“ dienen.
Wasser- und Mikrobenprozesse im Schlauch gehören weiterhin zum Artprofil. Für den ungesicherten Namen existieren keine eigenen Daten zu Verdauungsenzymen, Bakteriengemeinschaft oder Nährstoffaufnahme. Unterschiede bleiben offen, bis Pflanzenidentität und Versuchsdaten zusammenpassen.
reference
Reproduktion und Lebenszyklus
Die Art bildet Samen und kann sich über das Rhizom vegetativ ausbreiten. Welche Vermehrungsweise für den als „Red Form“ angebotenen Bestand genutzt wurde, ist nicht dokumentiert. Die ältere Aussage, die Rotfärbung könne ausschließlich durch Teilung eines bestimmten Klons erhalten werden, war für diesen Datensatz zu weitgehend: Sie setzt voraus, dass eine konkrete Mutterpflanze und ihre vegetative Herkunft bekannt sind.
Die Publikation zu ‘Iago’ beschreibt eine bestimmte Auswahl aus einer größeren Aussaat und berichtet, dass Teilstücke dieses ausgewählten Individuums weitergegeben wurden. Das zeigt, wie bei einem benannten Klon dessen Identität mit einer Herkunftskette verbunden wird. Es belegt nicht, dass „Red Form“ ein Synonym von ‘Iago’ ist, und auch nicht, dass alle rot erscheinenden Sämlinge dieselbe Ausprägung besitzen. Für die Zuordnung wäre die Rückverfolgung zum Züchter, Sammler oder zur dokumentierten Mutterpflanze nötig.
Bei einer Aussaat sind die Nachkommen genetisch eigenständige Pflanzen; ihre Pigmentierung muss an jedem Sämling separat beschrieben werden. Vegetative Teilung erhält die Identität nur dann, wenn die Ausgangspflanze selbst bestimmt ist. Bis dahin die Nachzucht als „Red Form“ aus unbekannter Linie kennzeichnen und keine stabile Kloneigenschaft versprechen.
culture
Kulturrelevante Schlussfolgerungen
Das verknüpfte Kulturprofil ordnet Darlingtonia californica einer dauerhaft feuchten, gut belüfteten Kultur mit besonderem Augenmerk auf die Temperatur des Wurzelraums zu. Diese Priorität folgt aus den häufigen Naturstandorten an kalten Quellen, Rieselflächen und Bachrändern. Die Luftfeuchte allein ist kein Ersatz für passende Wurzelbedingungen. Helle bis sonnige Haltung ist für die Entwicklung geeignet, sofern Topf, Wasser und Standort sich bei sommerlicher Wärme nicht stark aufheizen; an heißen Standorten kann zeitweiser Schutz der Wurzelzone sinnvoll sein.
Die Art verträgt unterschiedliche Kulturmedien und Bewässerungsweisen, wenn das Substrat ausreichend Wasser hält, locker bleibt und nicht warm sowie sauerstoffarm stagniert. Kulturberichte dokumentieren sowohl große, regelmäßig von oben gegossene Töpfe als auch flache Wasserreservoirs und reine Sphagnumkultur. Daraus lässt sich kein universelles Rezept ableiten. Ein einzelner Grenzwert für Wassertemperatur, Luftfeuchte oder pH ist angesichts verschiedener Herkünfte und Methoden ebenfalls nicht belastbar.
Für die langfristige Haltung wird ein saisonaler Jahresgang mit Winterruhe berücksichtigt. Während dieser Zeit bleiben Rhizom und Wurzelraum vor Austrocknung geschützt; an Standorten mit starkem oder langem Durchfrieren ist ein Schutz des Topfes zu prüfen. Herkunft, Gefäßgröße, Durchlüftung und die tatsächlichen Reaktionen der Pflanze müssen gemeinsam bewertet werden.
substrate
Substrat-Ökologie
Natürliche Wuchsplätze reichen von nassem Torf und Sphagnum über zersetztes Pflanzenmaterial auf Kies bis zu Fels- und Geröllsickern. Serpentinit ist häufig, aber nicht obligatorisch; auch Olivingabbro und andere lokale Ausgangsmaterialien kommen vor. Daher sollte das Kultursubstrat nicht allein mit „Serpentinboden“ gleichgesetzt werden. Wichtiger sind eine dauerhaft verlässliche Wasserzufuhr, geringe Nährstoffbelastung und eine Struktur, die Sauerstoff bis zum Rhizom und zu den Wurzeln gelangen lässt.
Die Kulturquellen nennen mehrere funktionierende Mischungen aus gewaschenem Torf, grobem Sand, Sphagnum, Perlite, Bims oder Rindenbestandteilen. Die Anteile unterscheiden sich mit Topfhöhe, Bewässerung und Wärmebelastung. Gemeinsam ist ihnen, dass das Medium Wasser speichern kann, ohne zu einem verdichteten, faulenden Block zu werden. Lebendes Sphagnum kann Feuchte puffern, ist aber keine Garantie gegen Überhitzung; auch in reinem Sphagnum können Pflanzen je nach Standort scheitern.
Ein enger pH-Zielbereich ist für die Art nicht als universelles Erfordernis belegt. Einzelne Standorte unterscheiden sich chemisch, und selbst serpentinische Substrate sind nicht mit einer einheitlichen Bodenreaktion gleichzusetzen. Bei der Kultur sind daher die Salzarmut des Wassers, die strukturelle Stabilität und die tatsächliche Durchlüftung verlässlichere Leitgrößen als ein unbegründeter Dezimalwert.
practice
Praxisnotizen
Bis Herkunft und Identität geklärt sind, wird die Pflanze nach dem Kulturprofil von Darlingtonia californica geführt: dauerhaft feucht, hell bis sonnig und mit einem gut belüfteten Wurzelraum, der sich bei Wärme nicht stark aufheizt. Die falschen Altangaben „trocken“ und „keine Winterruhe“ sind entfernt. Eine intensivere Färbung rechtfertigt weder mehr Trockenheit noch eine höhere Temperatur oder ein abweichendes Substrat. Für diese Handelsbezeichnung gibt es keine verifizierten Sonderwerte.
Kontrolliere im aktiven Wachstum alle 14 Tage, in der Winterruhe alle 30 Tage und Sämlinge alle 7 Tage. Diese Intervalle dienen der Beobachtung, nicht als Gießplan. Notiere bei jedem Termin Neuaustrieb, Rhizomzustand, Substratfeuchte, Abfluss und sichtbare Farbverteilung. Vergleiche nur Fangblätter gleichen Alters und ähnlicher Beleuchtung; andernfalls kann ein scheinbarer Farbunterschied auf Reife oder Standort statt auf eine stabile Selektion zurückgehen.
Die CPN-Beschreibung zu ‘Iago’ nennt für diesen einzelnen Klon Beobachtungen zu Wärme, Licht und Wuchs, doch diese Hinweise sind nicht auf die hier unbestimmte „Red Form“ übertragbar. Ändere daher Pflegebedingungen nicht, um eine rote Farbe zu erzwingen. Halte die Pflanze und alle Ableger mit ursprünglichem Etikett getrennt, bis die Herkunft überprüft ist.
sources
Quellenangaben
Identität und Benennung: Für den Datensatz liegt keine überprüfbare Herkunftskette vor. „Red Form“ wird deshalb als übernommene Handelsbezeichnung wiedergegeben; das Profil behauptet keinen registrierten oder botanisch anerkannten Kultivar und ordnet den Bestand weder ‘Iago’ noch einer anderen benannten Auswahl zu.
- Royal Botanic Gardens, Kew: Plants of the World Online, Darlingtonia californica — akzeptierte Art und Taxonomie
- International Carnivorous Plant Society: Growing Darlingtonia californica — artweite Habitat- und Kulturgrundlage
- Del Buono, M. (2022): Darlingtonia californica ‘Iago’. Carnivorous Plant Newsletter 51(3):154–161 — Primärbeschreibung einer benannten roten Sämlingsauslese; nicht als Identitätsbeleg für „Red Form“ verwendet
- International Carnivorous Plant Society: Muster einer Kultivaranmeldung zu Darlingtonia ‘Othello’ — Beispiel für dokumentierte Herkunft und beschriebene Merkmale eines benannten Kultivars
- Meyers-Rice, B. (1998): Darlingtonia californica ‘Othello’. Carnivorous Plant Newsletter 27(2):40–42 — eigenständige anthocyaninfreie Auswahl, nicht mit roten Pflanzen gleichzusetzen
- Crane, M. F. (1990, aktualisiert 2025): USDA Forest Service, Darlingtonia californica — Artbiologie, Fangblätter und Fortpflanzung
Bild: Kein Foto übernommen. Es wurde kein kommerziell frei lizenziertes Bild gefunden, das sich sicher genau diesem unbestimmten Bestand zuordnen lässt. Bilder der Art oder von ‘Iago’ würden die Identität nicht belegen.
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Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Darlingtonia californica — Red Form, Stand 28.09.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/darlingtonia-californica-2/

