Black Trap Codex

Utricularia sainthomia

Aktiv
Familie
Lentibulariaceae
Herkunft
Endemisch auf dem Koyithatta-Lateritplateau, Kasaragod, Kerala, Indien; Typusfund 155 m; terrestrisch und saisonal überflutet.
Autor
P.Biju, Josekutty, Janarth. & Augustine

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
3 / 5 · mittel1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
3 / 5 · hell1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
nassBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Fehlertoleranz
unknownWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Black-Trap-Systemprofil

Substrat- und Strukturbedarf

BT-Air
hochLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
BT-Water
moderatWie stark das Substrat Wasser halten soll.
BT-Flow
moderatWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
BT-Density
niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
Kapillaritaet
moderatWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.

Kulturgruppe

Utricularia – saisonale Lateritplateaus

Seasonal terrestrial or lithophytic taxa on wet laterite and exposed rock in southern India: U. albocaerulea, U. arcuata and U. cecilii. Their regions and floral diagnoses differ; a shared monsoon setting does not imply one growth calendar. Assigned taxa: albocaerulea, arcuata, cecilii.

Habitat-Logik

Seasonal laterite plateaus and wet rock or soil surfaces in the Western Ghats and adjacent southern Indian uplands, including documented Karnataka and Kerala populations.

Kultur-Logik

Reproduce the wet monsoon phase and subsequent seasonal decline only where supported by each species record. Monitor annual U. cecilii independently from perennial or lithophytic relatives.

Substrat-Logik

Dünne, zeitweise nasse Laterit- und Felsauflagen; strukturstabil und nährstoffarm, ohne ungemessene pH-Werte als Soll vorzugeben.

Risiken der Kulturgruppe

Gattungsprofil

Utricularia

Sehr artenreiche Wasserschlauch-Gattung mit terrestrischen, epiphytischen, aquatischen und rheophytischen Lebensformen.

Habitat-Logik

Die Gattung besiedelt nasse Böden, Moore, Sphagnumpolster, Felswände, Epiphytenstandorte, stehende Gewässer und strömungsreiche aquatische Habitate.

Kultur-Logik

Die jeweilige Lebensform bestimmt die Kultur wesentlich; terrestrische, epiphytische und aquatische Utricularia dürfen nicht nach einem gemeinsamen Schema kultiviert werden.

Substrat-Logik

Terrestrische Arten benötigen sehr feuchte Substrate, epiphytische Arten extrem lockere Medien; aquatische und rheophytische Arten besitzen keinen klassischen terrestrischen Substratbedarf.

Typische Fehler

Alle Utricularia gleich kultivieren, epiphytische Arten vernässen, aquatische Arten in Topfsubstrat setzen und empfindliche Arten austrocknen lassen.

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

reference

Botanische Beschreibung

Utricularia sainthomia P.Biju, Josekutty, Janarth. & Augustine ist eine kleine, aufrechte, terrestrische Art der nördlichen Kerala-Lateritplateaus. Die Erstbeschreibung gibt eine Höhe von etwa 3,5–7 Zentimetern an. Am Grund des Blütenstiels entspringen wenige Rhizoide sowie feine Stolonen; die Blätter stehen basal und tragen drei deutliche Nerven. Die namensprägende Fangstruktur ist vergleichsweise groß: abgeflachte, oblate Fallen von 1,5–2,5 Millimetern mit seitlicher Öffnung. Sie liegen nur am verbreiterten Abschnitt der Blätter und besitzen drüsenlose Anhänge von ähnlicher Länge. Die Blütenstandsachse ist rund, braungrün und ohne scharfe Kanten. Schuppen, Brakteen und Brakteolen zeigen papillöse Oberflächen. Zusammen bilden diese vegetativen Details eine klare Abgrenzung zu kleinfalligen terrestrischen Arten, auch bevor eine Blüte geöffnet ist.

Die Krone ist zweilippig und zweihöckrig; ihre Oberlippe ist breit obovat, während die Unterlippe tief violett erscheint. Die obere Narbenlippe ist flach dreilappig. Die Erstbeschreibung und die zugehörige Illustration zeigen außerdem Kelch, Frucht und Samen, sodass ein vollständiger Beleg nicht nur auf einer Blütenfarbe beruht. Die Kapsel ist kugelig. Die Samen besitzen einen terminalen Hilum sowie verlängerte, überlappende Testazellen mit erhabenen antiklinalen Begrenzungen; ihre periklinalen Wände tragen Querstreifung. Für die Bestimmung sind eine Detailansicht der Blätter mit Fallen, die Seitenansicht der Krone und, falls verfügbar, eine mikroskopische Samenaufnahme besonders aussagekräftig. Die Kombination ist wichtiger als eine einzelne Abweichung in der Größe eines jungen Exemplars.

taxonomy

Taxonomie

Der Name Utricularia sainthomia wurde 2020 von P. Biju, E.J. Josekutty, M.K. Janarthanam und Augustine in Rheedea 30(2), Seiten 270–277, veröffentlicht. POWO/WCVP akzeptiert diese Autorschaft; die Publikationsmetadaten nennen A. Jomy als Autor der Arbeit, während die botanische Namenszitation „Augustine“ führt. Diese Unterschiede werden nicht eigenmächtig vereinheitlicht: In der Profilüberschrift erscheint die akzeptierte taxonomische Autorschaft, im Quellenverzeichnis die bibliographische Autorengruppe. Die Erstbeschreibung ordnet die Art der Sektion Oligocista zu und vergleicht sie besonders mit U. malabarica und U. lazulina.

Die Vergleichsarten teilen mehrere Merkmale, darunter dreinervige Blätter, basifixe Brakteen, kürzere Blütenstandsachsen, papillöse Kelchblätter und eine zweihöckrige Krone. Bei U. sainthomia sind jedoch die großen seitlich geöffneten Fallen auf den erweiterten Blattabschnitt beschränkt; die nichtdrüsigen Fallenanhänge sind 1,5–2,5 Millimeter lang. Weitere Abgrenzungsmerkmale sind die braungrüne zylindrische Achse, die breit obovate Oberlippe, die tiefviolette Unterlippe, die flach dreilappige obere Narbenlippe und die charakteristische Samenoberfläche. Das Art-Epitheton erinnert an Saint Thomas College in Pala. Die Verbreitung ist nach POWO auf Kerala begrenzt. Der Name ist damit sowohl formal überprüft als auch morphologisch anhand der Originaldiagnose nachvollziehbar.

ecology

Standort und Verbreitung

Die Erstbeschreibung basiert auf Material vom Koyithatta-Lateritplateau im Distrikt Kasaragod, Kerala, bei ungefähr 155 Metern Höhe. Der Typus wurde am 12. Juli 2015 gesammelt; das Holotypusmaterial ist im Central National Herbarium (CAL) hinterlegt, Isotypen befinden sich in MH. POWO führt Indien (Kerala) als natives Areal. Der Standort ist kein dauerhafter See, sondern ein saisonal wasserführendes Lateritplateau. Eine spätere Feldstudie an vier Populationen bezeichnet den Lebensraum als flache, saisonal überflutete Feuchtstellen mit saurem, leitfähigkeitsarmem lehmigem Sand. Damit ergänzen sich die präzise Typuslokalität und die spätere ökologische Untersuchung.

Die Feldstudie dokumentiert Unterschiede zwischen Populationen und zwei aufeinanderfolgenden Wachstumszeiten. Deshalb ist „Lateritplateau“ keine vollständige Substratbeschreibung und kein Beleg dafür, dass jedes Vorkommen dieselben Bodenwerte besitzt. Die Auflage ist saisonal vernässt; ein geringer Wasserstand und nasse Zwischenräume sind kennzeichnender als dauerhaft tiefes Wasser. Historische Angaben beschränken sich auf den Typusfund, während die 2026er Studie mehrere Populationen untersucht. Im Profil werden diese Evidenzebenen getrennt dargestellt. Für Kulturmaterial sind Herkunft, Feuchtephase und Substratzustand gemeinsam zu dokumentieren. Über die genaue Flächengröße des Gesamtareals oder eine sichere globale Bestandsschätzung erlauben die verfügbaren Quellen keine weitergehende Aussage.

ecology

Ökologische Anpassungen

Die saisonal überfluteten Lateritflächen verbinden eine nasse Wachstumsphase mit einer deutlich trockeneren Jahreszeit. Die Art ist terrestrisch, obwohl die flachen Vertiefungen zeitweise Wasser führen. Diese Unterscheidung ist für Kulturentscheidungen wichtig: ein Wasserschlauch, der auf feuchtem Boden wächst, ist nicht automatisch dauerhaft submers zu halten. Die großen Fallen hängen an den Blattorganen und erfassen kleine Organismen aus dem dünnen Wasserfilm und den Porenräumen des Bodens. Eine Feldstudie von 2026 fand in 166 von 200 untersuchten reifen Fallen Organismen; unter ihnen dominierten Harpacticoida und Ostracoda, daneben wurden Rotiferen, Insektenlarven und Algen festgestellt. Die Zusammensetzung variierte zwischen Populationen.

Diese Ergebnisse liefern eine seltene ökologische Ergänzung für eine kleinräumig verbreitete Art. Sie stützen, dass die Fallen in natürlichen Populationen aktiv mit Organismen besetzt sind, rechtfertigen aber keine Aussage, jede Falle enthalte ständig Beute. Die Umweltunterschiede zwischen den untersuchten Populationen hingen wesentlich mit Nährstoffgehalten des Bodens zusammen. Kulturwerte aus einer einzelnen Probe dürfen daher nicht als Artgrenzwerte behandelt werden. Die Lateritoberfläche kann innerhalb kurzer Entfernung in Feuchte, Sandanteil und Wasserführung wechseln. Eine feuchte, nährstoffarme und nur flach überstauende Haltung bildet den Befund vorsichtig ab; exakte Säure-, Salz- oder Düngervorgaben sollten erst aus artspezifischen Versuchen abgeleitet werden.

reference

Wuchsform und Morphologie

Die Pflanze bleibt mit 3,5–7 Zentimetern klein und wächst aufrecht. Zwei bis drei Rhizoide sitzen nahe der Basis des Blütenstandes; feine Stolonen breiten sich daneben aus. Die dreinervigen Blätter tragen ihre Fangorgane nur am verbreiterten Abschnitt. Die Fallen sind 1,5–2,5 Millimeter groß, abgeflacht und seitlich geöffnet. Ihre nichtdrüsigen Anhänge sind ebenfalls 1,5–2,5 Millimeter lang. Am Blütenstand sind Schuppen, Brakteen und Brakteolen papillös; die Achse ist teret und braungrün. Diese Merkmale helfen, vegetative Blätter von ähnlich kleinen terrestrischen Arten abzugrenzen und die Fallenposition in einer Nahaufnahme richtig zuzuordnen.

Die zweihöckrige Krone zeigt eine breite, obovate Oberlippe und eine tiefviolette Unterlippe. Die Blütenzeichnung sollte nicht isoliert als Diagnose benutzt werden, weil Farbe auf Fotos von Beleuchtung und Entwicklungszustand abhängt. Eine Frontalaufnahme hält die Lippe und das Palat fest; eine Seitenaufnahme ergänzt Sporn und Kelch. Die obere Narbenlippe ist flach dreilappig, ein eher kleines, aber taxonomisch nützliches Detail. Nach der Blüte ist die kugelige Kapsel zu prüfen. Die Samen haben verlängerte, überlappende Testazellen mit ausgeprägten Zellgrenzen und quer gestreiften Außenwänden. Ein vollständiges Merkmalsprotokoll reicht damit vom vegetativen Fallenstandort bis zur Mikromorphologie des Samens.

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Fangstrategie

Die abgeflachten Blasenfallen besitzen eine seitliche Öffnung und sitzen in der verbreiterten Blattregion. Nichtdrüsige Anhänge begleiten den Fallenmund; dies ist eine artdiagnostische Struktur und darf nicht mit den Drüsenmerkmalen anderer Utricularia gleichgesetzt werden. Bei Fallenmechanik und Saugvorgang gelten die allgemeinen Funktionsprinzipien der Gattung. Die 2026er Feldstudie untersuchte den Inhalt von 200 reifen Fallen aus vier natürlichen Populationen. In 83 Prozent davon fanden die Forschenden Organismen; häufig waren Harpacticoida und Ostracoda, außerdem kamen Rotiferen, Insektenlarven und Algen vor. Die Zusammensetzung unterschied sich räumlich zwischen Populationen.

Die Studie belegt Beute- und Organismenassoziationen im natürlichen Falleninhalt, liefert aber keine Kulturanweisung zum Füttern. Auch ist ein in einer Blase gefundener Organismus nicht automatisch Beute im engeren Sinn; Algen und unterschiedliche Kleintiere können gemeinsam vorkommen. Bei Kulturpflanzen sollten Fallen nicht durch Öffnen beschädigt werden. Bei einer wissenschaftlichen Untersuchung werden Anzahl, Reifezustand und Fundort der beprobten Fallen mitgeführt, damit Prozentwerte sinnvoll vergleichbar bleiben. Sichtkontrolle und Mikroskopie sind getrennte Methoden. Das Pflegeprofil verlangt daher weder zugesetzte Beute noch organischen Dünger. Es hält lediglich fest, dass die aktiven Fallen in einer flach vernässten, nährstoffarmen terrestrischen Umgebung vorkommen.

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Reproduktion und Lebenszyklus

Die Profilquellen erlauben ein präzises Bild von Kapsel und Samen: Die Frucht ist kugelig, der Samenhilum liegt terminal. Die Samenschale besteht aus verlängerten, überlappenden Zellen; antiklinale Zellgrenzen stehen erhaben, und die periklinalen Wände weisen Querstreifung auf. Diese Mikromerkmale ergänzen die Blüten- und Fallenbeschreibung. Die Erstbeschreibung liefert Abbildungen von Kapsel, Plazenta und Samen. Ohne verifizierte Phänologie wird im Profil kein fixes Blühmonat behauptet. Die Feldstudie 2026 beobachtete zwei Wachstumszeiten, doch der hier vorliegende Abstract reicht nicht aus, um einen universellen Kalender für Blüte und Fruchtreife festzusetzen.

Als saisonale Art eines monsunbeeinflussten Plateaus ist eine jahreszeitliche Wachstumsphase plausibel und durch den Feldkontext gestützt. Das ist keine ausreichende Evidenz, eine bestimmte Saatruhe oder Trockenlagerdauer vorzuschreiben. Bei Kulturpflanzen werden Blütenansatz, reife Kapseln, Saatmenge und späterer Keimerfolg einzeln erfasst. Nach einer trockenen Jahreszeit kann ein fehlender Austrieb sowohl auf fehlende Reife als auch auf ungeeignete Keimbedingungen zurückgehen. Eine stabile Regel entsteht erst nach mehreren dokumentierten Zyklen. Die erste Beschreibung und das aktuelle Monitoring sind zusammen nützlich, müssen aber nach ihrer jeweiligen Datenqualität unterschieden werden: Taxonomie und Samenmerkmale stammen aus der Beschreibung, Populationen und Falleninhalt aus der späteren Ökologiestudie.

culture

Kulturrelevante Schlussfolgerungen

Ein geeigneter Ausgangspunkt ist eine flache, terrestrische Laterit- oder Sandauflage, die während der Wachstumszeit feucht und zeitweise leicht überstaut werden kann. Die Art darf dabei nicht dauerhaft in tiefes Wasser gestellt werden, denn die Original- und Feldquellen beschreiben sie als terrestrisch in flachen saisonalen Feuchtstellen. Ein feiner, luftiger Aufbau hält die zarten Stolonen und die bodennahen Blätter und lässt zugleich Wasser ablaufen. Der Typusfund liegt bei 155 Metern im Koyithatta-Plateau; daraus werden keine Temperaturgrenzen abgeleitet. Auch pH und Leitfähigkeit bleiben ohne messbare Kulturreferenz offene Parameter. Die 2026er Studie charakterisiert Standortwasser und Boden als sauer und leitfähigkeitsarm, jedoch nicht als pauschale exakte Kulturwerte.

Der Boden sollte nicht durch Düngung an die erfassten Nährstoffunterschiede angepasst werden. Die Fallen belegen die fleischfressende Lebensweise, aber kein zusätzliches Düngesoll. Auf einer kleinen Fläche kann eine flache Wasserzufuhr saisonale Überflutung nachbilden, während ein Ablauf oder eine Drainageschicht Staunässe begrenzt. Für Sämlinge ist eine separate, engmaschig kontrollierte feuchte Randzone sinnvoll. Begleitmoose können als lokale Beobachtung dokumentiert werden, sind aber keine nachgewiesenen obligaten Kulturpartner. Der Erfolg bemisst sich an neuen dreinervigen Blättern, korrekt platzierten großen Fallen, Blüten und reifer Saat. Wasserstand und Bodennässe werden getrennt protokolliert, damit Kulturentscheidungen auf konkreten Pflanzenreaktionen beruhen.

substrate

Substratökologie

Die Originalbeschreibung lokalisiert die Art auf Laterit; die aktuelle Feldstudie beschreibt zusätzlich einen sauren, leitfähigkeitsarmen lehmigen Sand. Diese Begriffe bezeichnen den beobachteten Standort und keinen fertigen Topfmix. Lateritplateaus enthalten kleinräumige Unterschiede in Verwitterungsmaterial, Rinnen und Bodenmächtigkeit. Für eine Kultur ist deshalb eine flache Auflage wichtig, die während der Saison vernässt werden kann, aber die Luftporen um die feinen Stolonen nicht vollständig schließt. Ein sandiger Anteil passt zum publizierten Feldbefund; ein bestimmter Anteil oder eine Körnung ist daraus nicht abzuleiten. Es werden keine Zuschläge wie Dünger, Kalk oder Torf als artspezifische Vorgabe empfohlen.

Die niedrige Leitfähigkeit der Standortwässer spricht für eine nährstoffarme Ausgangshaltung, doch die Studie berichtet Unterschiede im Nährstoffgehalt zwischen Populationen. Ein einzelner Messwert darf somit nicht als universelles Limit übernommen werden. Wenn pH, Leitfähigkeit oder organischer Anteil erfasst werden, gehören sie zur konkreten Herkunft und zum Kulturgefäß. Eine flache Wasserzufuhr kann saisonale Überstauung simulieren; danach muss Wasser wieder aus dem Substratbereich ablaufen können. Die Kontrolle trennt Wasserhöhe über dem Boden von der Feuchte innerhalb der Lateritauflage. So bleibt überprüfbar, ob die Pflanze auf ein Standortmuster oder eine bestimmte Substratkomponente reagiert. Erst wiederholte Kulturzyklen begründen eine engere Rezeptur.

practice

Praxisnotizen

Während des aktiven Wachstums wird alle drei Tage kontrolliert, ob die flache Laterit- beziehungsweise Sandauflage feucht bleibt und neue Blätter sowie Fallen entstehen. Nach verlangsamtem Wachstum wird der Sichtabstand auf vierzehn Tage verlängert, bis Reife oder erneuter Austrieb geklärt sind. Sämlinge werden ebenfalls alle drei Tage geprüft. Diese Werte steuern ausschließlich die Beobachtung und schreiben keine Bewässerung in festen Abständen vor. Bei jeder Kontrolle werden Blattnerven, Fallenposition, sichtbare Blütenstandsachse und Bodenwasserstand getrennt notiert. Das ermöglicht eine wiederholbare Kulturbeobachtung, obwohl die publizierte exakte Blühphänologie noch nicht als universeller Kalender gesichert ist.

Eine vollständige Jahresaufzeichnung umfasst Herkunft, Datum, Dauer der Überstauung, Feuchteverlauf, Fallenbefund, Blüten- und Fruchtphase sowie Saat- und Keimergebnis. Die 2026er Studie zeigt, dass Populationen im Lateritplateau ökologisch variieren; ein Kontrollprotokoll sollte deshalb diese Unterschiede nicht durch Mittelwerte verwischen. Wenn der oberirdische Bestand zurückgeht, wird der Zustand der Stolonen und eine mögliche Saatreserve geprüft, bevor die Pflanze als verloren gilt. Im Gegensatz zu einem Bildvergleich bloßer Blütenfarbe dokumentiert ein taxonomischer Kontrollgang die großen abgeflachten Fallen und deren beschränkte Lage auf dem Blatt. Sämlingsnotizen werden mit Elternpflanze und Herkunft verknüpft, damit Artidentität und Kulturverlauf nachvollziehbar bleiben. Kontrolle alle 3 Tage im aktiven Wachstum, alle 14 Tage nach Monsunwachstum bei bestätigter Samenreife und alle 3 Tage bei Sämlingen. Das sind Beobachtungsabstände, keine Gieß- oder Wechselintervalle.

sources

Quellenangaben

Zitieren

Zitierlink und Stand

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Aktueller Stand09.10.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Utricularia sainthomia, Stand 09.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/utricularia-sainthomia/