Black Trap Codex

Pinguicula sehuensis

Fettkraut

Aktiv
Familie
Lentibulariaceae
Gattung
Pinguicula
Herkunft
auf Sardinien endemisch und bislang nur aus dem Montarbu-Gebiet bei Seui, Ogliastra, belegt
Autor
Bacch., Cannas & Peruzzi

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
4 / 5 · anspruchsvoll1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
2 / 5 · hell ohne starke Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
nassBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
jaOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
mittelWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Black-Trap-Systemprofil

Substrat- und Strukturbedarf

BT-Air
hochLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
BT-Water
hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
BT-Flow
hochWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
BT-Density
niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
Kapillaritaet
hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.

Kulturgruppe

Pinguicula – mediterran kalkkliff

Habitatbezogene Kulturgruppe für P. sehuensis, P. vallis-regiae. von P. corsica durch den Kalkkliffstandort, die weit offene Krone mit nicht überlappenden Lappen und den längeren Sporn unterscheidbar; die Erstbeschreibung berichtet 2n=16

Habitat-Logik

kalkgebundene, meist senkrechte Kliffe aus Kalkstein, Travertin oder Konglomerat auf 1.035–1.185 m; bevorzugt werden nord- bis nordwestexponierte Felsflächen mit dünnem, schwach alkalischem Boden

Kultur-Logik

Pflege am belegten Mikrohabitat und der Artphänologie ausrichten; mehrjährig und homophyll, überwintert aber in Knospen beziehungsweise Hibernakeln; Blüte IV–VI, Fruchtreife VI–VII laut Erstbeschreibung

Substrat-Logik

dünne, schwach alkalische Böden auf Kalkstein, Travertin oder Konglomerat; keine künstliche Kalkgabe oder pH-Zielzahl aus dem bloßen Gesteinsvorkommen ableiten

Gattungsprofil

Pinguicula

Fettkraut-Gattung mit stark unterschiedlichen mexikanischen, warmtemperierten und kaltgemäßigten Kulturtypen.

Habitat-Logik

Feuchte Felsen, Quellfluren, Moore und mineralische Standorte von warmen Regionen bis in alpine Lagen.

Kultur-Logik

Wasserführung, Substratchemie und Ruhephase unterscheiden sich deutlich zwischen den einzelnen Kulturgruppen.

Substrat-Logik

Von stark mineralischen und kalkhaltigen Mischungen bis zu sauren, dauerhaft feuchten Moor- und Quellsubstraten.

Typische Fehler

Mexikanische und temperierte Arten gleich kultivieren, sukkulente Winterrosetten zu nass halten und artspezifische Kalk- beziehungsweise Säureansprüche ignorieren.

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

reference

Botanische Beschreibung

Pinguicula sehuensis gehört zu den Fettkräutern (Lentibulariaceae). Die botanischen Beschreibungen nennen folgende Blattmerkmale: kleine homophylle Rosette mit meist vier bis sechs spröden, länglich verkehrt-eiförmigen Blättern; zur Anthese sind die Spreiten ungefähr 20–30 mm lang. Als Verbreitungsgebiet wird angegeben: auf Sardinien endemisch und bislang nur aus dem Montarbu-Gebiet bei Seui, Ogliastra, belegt. Die Quellen beschreiben den Lebensraum so: kalkgebundene, meist senkrechte Kliffe aus Kalkstein, Travertin oder Konglomerat auf 1.035–1.185 m; bevorzugt werden nord- bis nordwestexponierte Felsflächen mit dünnem, schwach alkalischem Boden. Diese Angaben gehören zu einer bestimmten Art und dürfen nicht ohne Beleg auf andere Pinguicula übertragen werden. Für die Bestimmung ist die Merkmalskombination aussagekräftiger als ein einzelnes Blatt oder ein Foto ohne Angabe der Jahreszeit.

Zu den Blütenmerkmalen halten die Quellen fest: weit geöffnete lilaviolette Krone mit weißem Zentrum und violett geädertem Schlund; der dünne, leicht abwärts gebogene Sporn ist etwa 6,5–9,5 mm lang, der Kelch beidseitig drüsig. Für den Jahresgang ist dokumentiert: mehrjährig und homophyll, überwintert aber in Knospen beziehungsweise Hibernakeln; Blüte IV–VI, Fruchtreife VI–VII laut Erstbeschreibung. Bei Pinguicula sehuensis sollten daher Blätter, Blüte und Entwicklungsstadium gemeinsam dokumentiert werden; je nach Saison können sie ein unterschiedliches Bild zeigen. Die vorhandenen Angaben belegen nicht automatisch eine bestimmte Variationsbreite innerhalb des gesamten Areals. Bei Pflanzen unbekannter Herkunft ist es sinnvoll, Herkunft, Rosettenzustand und Blütenmerkmale am selben Exemplar festzuhalten.

taxonomy

Taxonomie

Der akzeptierte Name lautet Pinguicula sehuensis Bacch., Cannas & Peruzzi. Zur Abgrenzung gegenüber ähnlichen Taxa wird folgender Unterschied beschrieben: von P. corsica durch den Kalkkliffstandort, die weit offene Krone mit nicht überlappenden Lappen und den längeren Sporn unterscheidbar; die Erstbeschreibung berichtet 2n=16. Als Verbreitungsgebiet wird angegeben: auf Sardinien endemisch und bislang nur aus dem Montarbu-Gebiet bei Seui, Ogliastra, belegt. Name, Autorenschaft und Artstatus richten sich nach der im Quellenabschnitt verlinkten taxonomischen Behandlung. Historische Etiketten oder eine ähnliche Kulturform reichen für sich genommen nicht aus, um eine Pflanze als Synonym, Varietät oder eigenständige Art einzuordnen.

Für die morphologische Prüfung sind sowohl die vegetativen Merkmale – kleine homophylle Rosette mit meist vier bis sechs spröden, länglich verkehrt-eiförmigen Blättern; zur Anthese sind die Spreiten ungefähr 20–30 mm lang – als auch die Blüte – weit geöffnete lilaviolette Krone mit weißem Zentrum und violett geädertem Schlund; der dünne, leicht abwärts gebogene Sporn ist etwa 6,5–9,5 mm lang, der Kelch beidseitig drüsig – relevant. Der dokumentierte Jahresgang lautet: mehrjährig und homophyll, überwintert aber in Knospen beziehungsweise Hibernakeln; Blüte IV–VI, Fruchtreife VI–VII laut Erstbeschreibung. Bei Pinguicula sehuensis sollte eine Bestimmung deshalb möglichst an einer Pflanze mit nachvollziehbarer Herkunft und, wenn möglich, Blütenbeleg überprüft werden. Wo Freilandbeobachtungen oder Vergleichsmaterial fehlen, bleibt diese Unsicherheit ausdrücklich bestehen; sie wird nicht mit Merkmalen verwandter Arten aufgefüllt.

ecology

Standort und Verbreitung

Das bekannte Areal von Pinguicula sehuensis wird in den Quellen so angegeben: auf Sardinien endemisch und bislang nur aus dem Montarbu-Gebiet bei Seui, Ogliastra, belegt. Die veröffentlichten Standortangaben lauten: kalkgebundene, meist senkrechte Kliffe aus Kalkstein, Travertin oder Konglomerat auf 1.035–1.185 m; bevorzugt werden nord- bis nordwestexponierte Felsflächen mit dünnem, schwach alkalischem Boden. Sie beruhen auf den dokumentierten Fundorten; ob alle Populationen dieselben Bedingungen teilen, ist damit nicht belegt. Für die ökologische Einordnung sind konkrete Faktoren wie Höhenlage, Exposition, Wasserangebot und Begleitvegetation getrennt zu betrachten. Die Quellen verweisen auf einzelne Belege und Fundorte, erlauben aber nicht zwingend eine vollständige Abgrenzung des Areals.

Als Untergrund ist dokumentiert: dünne, schwach alkalische Böden auf Kalkstein, Travertin oder Konglomerat; keine künstliche Kalkgabe oder pH-Zielzahl aus dem bloßen Gesteinsvorkommen ableiten. Für die Unterscheidung von ähnlichen Arten ist außerdem folgender Vergleich überliefert: von P. corsica durch den Kalkkliffstandort, die weit offene Krone mit nicht überlappenden Lappen und den längeren Sporn unterscheidbar; die Erstbeschreibung berichtet 2n=16. Daraus lassen sich keine unbelegten pH-, Temperatur- oder Feuchtegrenzen ableiten. Auch ein kleines bekanntes Areal ist für sich genommen keine formale Gefährdungseinstufung. Neue Fundmeldungen sollten nach Möglichkeit Fundort, Höhe, Mikrohabitat und Blühzustand zusammen dokumentieren, damit sie mit den vorhandenen Angaben vergleichbar sind.

ecology

Ökologische Anpassungen

Für Pinguicula sehuensis ist folgender Jahresgang dokumentiert: mehrjährig und homophyll, überwintert aber in Knospen beziehungsweise Hibernakeln; Blüte IV–VI, Fruchtreife VI–VII laut Erstbeschreibung. Die Quellen nennen als Lebensraum: kalkgebundene, meist senkrechte Kliffe aus Kalkstein, Travertin oder Konglomerat auf 1.035–1.185 m; bevorzugt werden nord- bis nordwestexponierte Felsflächen mit dünnem, schwach alkalischem Boden. Auch die Blattentwicklung ist festgehalten: kleine homophylle Rosette mit meist vier bis sechs spröden, länglich verkehrt-eiförmigen Blättern; zur Anthese sind die Spreiten ungefähr 20–30 mm lang. Zusammen zeigen diese Angaben, welche saisonalen Merkmale an belegten Pflanzen beobachtet wurden; sie beweisen jedoch nicht, dass jede Population identisch reagiert. Verallgemeinerungen auf die gesamte Gattung wären daher nicht gerechtfertigt.

Eine belegte Ruheform muss von einer bloßen Verkleinerung durch Stress unterschieden werden. Für Pinguicula sehuensis sind deshalb nur die publizierten Hinweise maßgeblich: mehrjährig und homophyll, überwintert aber in Knospen beziehungsweise Hibernakeln; Blüte IV–VI, Fruchtreife VI–VII laut Erstbeschreibung. Als Herkunftsgebiet wird auf Sardinien endemisch und bislang nur aus dem Montarbu-Gebiet bei Seui, Ogliastra, belegt angegeben. Für den Wurzelraum ist dünne, schwach alkalische Böden auf Kalkstein, Travertin oder Konglomerat; keine künstliche Kalkgabe oder pH-Zielzahl aus dem bloßen Gesteinsvorkommen ableiten dokumentiert. Eine nicht belegte Kälteruhe oder Trockenheitsanpassung wird nicht ergänzt. In Kultur können Blattfolge und Feuchteverlauf getrennt notiert werden; so lässt sich besser erkennen, ob eine Veränderung dem beschriebenen Zyklus folgt oder auf Haltungsbedingungen zurückgeht.

reference

Wuchsform und Morphologie

Die vegetative Beschreibung von Pinguicula sehuensis nennt folgende Merkmale: kleine homophylle Rosette mit meist vier bis sechs spröden, länglich verkehrt-eiförmigen Blättern; zur Anthese sind die Spreiten ungefähr 20–30 mm lang. Zur Blüte sind diese Kennzeichen dokumentiert: weit geöffnete lilaviolette Krone mit weißem Zentrum und violett geädertem Schlund; der dünne, leicht abwärts gebogene Sporn ist etwa 6,5–9,5 mm lang, der Kelch beidseitig drüsig. Für eine Bestimmung sollte man die Merkmalskombination heranziehen, denn Blattfarbe oder Rosettengröße allein sind selten ausreichend. Besonders bei saisonal wechselnden Arten sollte die Dokumentation angeben, ob das Exemplar Fangblätter oder eine Ruheform trägt. Wenn möglich, werden Blüte und Rosette derselben Herkunft gemeinsam fotografiert oder beschrieben.

Zur Abgrenzung gegenüber verwandten oder früher verwechselten Taxa wird folgender Vergleich herangezogen: von P. corsica durch den Kalkkliffstandort, die weit offene Krone mit nicht überlappenden Lappen und den längeren Sporn unterscheidbar; die Erstbeschreibung berichtet 2n=16. Das bekannte Herkunftsgebiet ist auf Sardinien endemisch und bislang nur aus dem Montarbu-Gebiet bei Seui, Ogliastra, belegt. Je nach taxonomischer Fragestellung können zusätzlich Blattbasis und -rand, Blattspitze, Kelch, Kronform und Sporn zu vergleichen sein. Nur Merkmale, die an beschriebenem oder nachvollziehbar bestimmtem Material belegt sind, sollten als Diagnosekriterien gelten. Nicht publizierte Maße oder Variationsbreiten werden hier nicht ergänzt.

reference

Fangstrategie

Pinguicula sehuensis fängt Beute mit den drüsigen Oberflächen ihrer Fangblätter. Die Quellen beschreiben diese Blätter so: kleine homophylle Rosette mit meist vier bis sechs spröden, länglich verkehrt-eiförmigen Blättern; zur Anthese sind die Spreiten ungefähr 20–30 mm lang. Für den Jahresgang ist dokumentiert: mehrjährig und homophyll, überwintert aber in Knospen beziehungsweise Hibernakeln; Blüte IV–VI, Fruchtreife VI–VII laut Erstbeschreibung. Das gibt den zeitlichen Rahmen an, in dem Fangblätter oder eine gegebenenfalls nichtkarnivore Ruheform auftreten. Das allgemeine Funktionsprinzip der Gattung erklärt die Fangweise, liefert aber keine artspezifischen Messwerte zu Beuteanteilen oder Verdauungsgeschwindigkeit. Solche Zahlen werden hier nicht aus anderen Arten übertragen.

Als Lebensraum von Pinguicula sehuensis ist kalkgebundene, meist senkrechte Kliffe aus Kalkstein, Travertin oder Konglomerat auf 1.035–1.185 m; bevorzugt werden nord- bis nordwestexponierte Felsflächen mit dünnem, schwach alkalischem Boden beschrieben. Zum Wurzelraum nennen die Quellen: dünne, schwach alkalische Böden auf Kalkstein, Travertin oder Konglomerat; keine künstliche Kalkgabe oder pH-Zielzahl aus dem bloßen Gesteinsvorkommen ableiten. Diese Standortangaben helfen, den Zusammenhang zwischen verfügbarem Wasser, Belüftung und Blattentwicklung zu verstehen. Aus der Fangfunktion folgt keine Notwendigkeit, die Pflanze gezielt zu füttern. Für die Kulturbeobachtung sind der Zustand der Fangblätter und ihre zeitliche Entwicklung aussagekräftiger als eine unbelegte Annahme darüber, welche Beute die Art bevorzugt.

reference

Reproduktion und Lebenszyklus

Zu den Blüten von Pinguicula sehuensis sind folgende Merkmale dokumentiert: weit geöffnete lilaviolette Krone mit weißem Zentrum und violett geädertem Schlund; der dünne, leicht abwärts gebogene Sporn ist etwa 6,5–9,5 mm lang, der Kelch beidseitig drüsig. Zur Blühzeit geben die ausgewerteten Quellen an: Die protologische Phänologie nennt Blüte von April bis Juni und Fruchtreife von Juni bis Juli. Fundort und Jahresgang können beeinflussen, wann eine Population blüht; für diese Art ist folgender Zyklus dokumentiert: mehrjährig und homophyll, überwintert aber in Knospen beziehungsweise Hibernakeln; Blüte IV–VI, Fruchtreife VI–VII laut Erstbeschreibung. Ein einzelner Kulturtermin ist daher nicht ohne Weiteres auf das gesamte natürliche Areal übertragbar. Die angegebenen Blütenmerkmale sollten zusammen mit Herkunft und Beobachtungsdatum festgehalten werden.

Blüten- und vegetative Merkmale derselben Pflanze helfen, den für Pinguicula sehuensis beschriebenen Artvergleich zu prüfen: von P. corsica durch den Kalkkliffstandort, die weit offene Krone mit nicht überlappenden Lappen und den längeren Sporn unterscheidbar; die Erstbeschreibung berichtet 2n=16. Die verfügbaren Quellen liefern keine ausreichenden artspezifischen Angaben zu Bestäubern, Selbstung oder Keimraten. Wo solche Daten fehlen, werden keine Vermutungen als gesicherte Tatsachen dargestellt. Für Saatgut- oder Herbarangaben gehören Herkunft und Blühzustand zur Dokumentation. Konkrete Bedingungen der Keimung müssten für dieses Taxon gesondert untersucht werden.

culture

Kulturrelevante Schlussfolgerungen

Bei der Kultur von Pinguicula sehuensis sollten zunächst die belegten Standortangaben berücksichtigt werden: kalkgebundene, meist senkrechte Kliffe aus Kalkstein, Travertin oder Konglomerat auf 1.035–1.185 m; bevorzugt werden nord- bis nordwestexponierte Felsflächen mit dünnem, schwach alkalischem Boden. Für den Wurzelraum ist dünne, schwach alkalische Böden auf Kalkstein, Travertin oder Konglomerat; keine künstliche Kalkgabe oder pH-Zielzahl aus dem bloßen Gesteinsvorkommen ableiten dokumentiert. Der Jahresgang wird folgendermaßen beschrieben: mehrjährig und homophyll, überwintert aber in Knospen beziehungsweise Hibernakeln; Blüte IV–VI, Fruchtreife VI–VII laut Erstbeschreibung. Diese Informationen sprechen dafür, Feuchte, Belüftung und saisonale Entwicklung gemeinsam zu beobachten. Die Quellen liefern keine Grundlage für pauschale Temperatur- oder Luftfeuchtegrenzen. Eine Ruhephase sollte deshalb nicht nach dem Kalender einer anderen Fettkrautart erzwungen werden.

Als bekanntes Areal wird auf Sardinien endemisch und bislang nur aus dem Montarbu-Gebiet bei Seui, Ogliastra, belegt angegeben; das bildet den geographischen Rahmen, nicht automatisch ein exaktes Kulturrezept. Zu den artspezifischen Kontrollmerkmalen zählen: kleine homophylle Rosette mit meist vier bis sechs spröden, länglich verkehrt-eiförmigen Blättern; zur Anthese sind die Spreiten ungefähr 20–30 mm lang. Zur Abgrenzung wird außerdem folgender Unterschied genannt: von P. corsica durch den Kalkkliffstandort, die weit offene Krone mit nicht überlappenden Lappen und den längeren Sporn unterscheidbar; die Erstbeschreibung berichtet 2n=16. Änderungen an Licht, Wasser oder Substrat lassen sich besser beurteilen, wenn sie einzeln vorgenommen und protokolliert werden. Dabei sollten bekannte Unterschiede zwischen Herkunftsorten und der aktuelle Zustand der Pflanze berücksichtigt werden.

substrate

Substrat-Ökologie

Für den natürlichen Wurzelraum von Pinguicula sehuensis ist folgende Beschreibung dokumentiert: dünne, schwach alkalische Böden auf Kalkstein, Travertin oder Konglomerat; keine künstliche Kalkgabe oder pH-Zielzahl aus dem bloßen Gesteinsvorkommen ableiten. Die Art besiedelt Standorte, die als kalkgebundene, meist senkrechte Kliffe aus Kalkstein, Travertin oder Konglomerat auf 1.035–1.185 m; bevorzugt werden nord- bis nordwestexponierte Felsflächen mit dünnem, schwach alkalischem Boden beschrieben werden. Daraus lässt sich ableiten, welche Form der Wasserzufuhr – etwa Bodenfeuchte, Sickerwasser oder zeitweiliges Regenwasser – bei der Interpretation des Fundorts geprüft werden sollte; ohne konkrete Messung bleibt das im Einzelfall offen. Gips, Kalk, Silikatsand, Moosauflagen und nasse Felsflächen sind ökologisch nicht austauschbar.

Eine genaue pH-, Leitfähigkeits- oder Nährstoffgrenze wird für Pinguicula sehuensis nur dann behauptet, wenn sie in einer Quelle gemessen wurde. Ohne solche Daten ist weder eine bestimmte Substratzutat noch ein Zahlenwert als Optimum belegt. Zur taxonomischen Abgrenzung wird folgender Unterschied genannt: von P. corsica durch den Kalkkliffstandort, die weit offene Krone mit nicht überlappenden Lappen und den längeren Sporn unterscheidbar; die Erstbeschreibung berichtet 2n=16. Ein Kulturgefäß kann den natürlichen Mikrostandort nicht vollständig nachbilden; die dokumentierte Wasserführung und eine gut kontrollierbare Wurzelzone sind daher wichtiger als eine unbelegte Standardmischung. Der beschriebene Jahresgang lautet: mehrjährig und homophyll, überwintert aber in Knospen beziehungsweise Hibernakeln; Blüte IV–VI, Fruchtreife VI–VII laut Erstbeschreibung.

practice

Praxisnotizen

Bei einem Bestand mit dem Etikett Pinguicula sehuensis sollte zuerst die Herkunft geprüft werden. Die Quellen geben als Verbreitungsgebiet an: auf Sardinien endemisch und bislang nur aus dem Montarbu-Gebiet bei Seui, Ogliastra, belegt. Zu den vegetativen Kennzeichen zählen: kleine homophylle Rosette mit meist vier bis sechs spröden, länglich verkehrt-eiförmigen Blättern; zur Anthese sind die Spreiten ungefähr 20–30 mm lang. Zur Blüte sind folgende Merkmale dokumentiert: weit geöffnete lilaviolette Krone mit weißem Zentrum und violett geädertem Schlund; der dünne, leicht abwärts gebogene Sporn ist etwa 6,5–9,5 mm lang, der Kelch beidseitig drüsig. Zur Unterscheidung von ähnlichen Taxa ist folgender Vergleich relevant: von P. corsica durch den Kalkkliffstandort, die weit offene Krone mit nicht überlappenden Lappen und den längeren Sporn unterscheidbar; die Erstbeschreibung berichtet 2n=16. Ein einzelnes Foto ohne Jahreszeit und Herkunft sichert die Bestimmung nicht ab, insbesondere wenn sich die Rosette im Verlauf des Jahres verändert.

Im Kulturprotokoll sollten Blattfolge, Wasserstand, Licht, Substrat, Blühbeginn und Ruheform getrennt notiert werden. Für Pinguicula sehuensis ist als Lebensraum kalkgebundene, meist senkrechte Kliffe aus Kalkstein, Travertin oder Konglomerat auf 1.035–1.185 m; bevorzugt werden nord- bis nordwestexponierte Felsflächen mit dünnem, schwach alkalischem Boden dokumentiert. Für den Wurzelraum ist dünne, schwach alkalische Böden auf Kalkstein, Travertin oder Konglomerat; keine künstliche Kalkgabe oder pH-Zielzahl aus dem bloßen Gesteinsvorkommen ableiten angegeben. Zum Jahresgang hält die Literatur fest: mehrjährig und homophyll, überwintert aber in Knospen beziehungsweise Hibernakeln; Blüte IV–VI, Fruchtreife VI–VII laut Erstbeschreibung. Nicht belegte Angaben zu Temperatur, Bestäubern oder Keimung bleiben offene Fragen, statt aus einer verwandten Art übernommen zu werden. Regelmäßige Sichtkontrolle ergänzt die Prüfung der Diagnosemerkmale und der Substratfeuchte.

sources

Quellenangaben

Zitieren

Zitierlink und Stand

Zitierlink
Aktueller Stand07.10.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Pinguicula sehuensis, Stand 07.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/pinguicula-sehuensis/