Black Trap Codex

Pinguicula reichenbachiana

Fettkraut

Aktiv
Familie
Lentibulariaceae
Gattung
Pinguicula
Herkunft
Maritime Alps of southeastern France and northwestern Italy
Autor
J.Schindl.

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
4 / 5 · anspruchsvoll1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
2 / 5 · hell ohne starke Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
nassBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
jaOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
mittelWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Black-Trap-Systemprofil

Substrat- und Strukturbedarf

BT-Air
hochLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
BT-Water
hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
BT-Flow
hochWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
BT-Density
niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
Kapillaritaet
hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.

Kulturgruppe

Pinguicula – europa kalkfels

Habitatbezogene Kulturgruppe für P. poldinii, P. reichenbachiana. P. poldinii ist ein sehr kleinräumiger Endemit Nordostitaliens. Die spät im Jahr braunroten Rosetten ähneln P. alpina; Standort, Phänologie und Blütenmerkmale helfen bei der Trennung

Habitat-Logik

feuchte, kalkreiche Felswände und Sickerflächen, außerdem nasse Wiesen; die bekannten Vorkommen liegen ungefähr zwischen 280 und 650 m

Kultur-Logik

Pflege am belegten Mikrohabitat und der Artphänologie ausrichten; mehrjährige temperate Art mit saisonaler Ruhe; für die Kultur nicht ohne Weiteres den allgemeinen Kalender alpiner Moorarten übernehmen

Substrat-Logik

kalkreiche, feuchte Felswände und Sickerstellen, zusätzlich nasse Wiesen; kalkreiches Substrat ist belegt, genaue Kulturwerte für pH oder Leitfähigkeit sind es nicht

Gattungsprofil

Pinguicula

Fettkraut-Gattung mit stark unterschiedlichen mexikanischen, warmtemperierten und kaltgemäßigten Kulturtypen.

Habitat-Logik

Feuchte Felsen, Quellfluren, Moore und mineralische Standorte von warmen Regionen bis in alpine Lagen.

Kultur-Logik

Wasserführung, Substratchemie und Ruhephase unterscheiden sich deutlich zwischen den einzelnen Kulturgruppen.

Substrat-Logik

Von stark mineralischen und kalkhaltigen Mischungen bis zu sauren, dauerhaft feuchten Moor- und Quellsubstraten.

Typische Fehler

Mexikanische und temperierte Arten gleich kultivieren, sukkulente Winterrosetten zu nass halten und artspezifische Kalk- beziehungsweise Säureansprüche ignorieren.

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

reference

Botanische Beschreibung

Pinguicula reichenbachiana gehört zu den Fettkräutern (Lentibulariaceae). Die botanischen Beschreibungen nennen folgende Blattmerkmale: äußere Blätter liegen flach am Fels, während die inneren etwas aufrechter stehen; die Ränder bleiben flach oder leicht nach außen gebogen statt eingerollt. Als Verbreitungsgebiet wird angegeben: kleinräumige Vorkommen in den Seealpen im Südosten Frankreichs und Nordwesten Italiens. Die Quellen beschreiben den Lebensraum so: kalkreiche, feuchte Felswände und Sickerstellen, oft in Tälern und Schluchten; die meisten Angaben liegen etwa zwischen 150 und 800 m, örtlich höher. Diese Angaben gehören zu einer bestimmten Art und dürfen nicht ohne Beleg auf andere Pinguicula übertragen werden. Für die Bestimmung ist die Merkmalskombination aussagekräftiger als ein einzelnes Blatt oder ein Foto ohne Angabe der Jahreszeit.

Zu den Blütenmerkmalen halten die Quellen fest: Blüten mit zweifarbigem Eindruck und ungewöhnlich langem Sporn; die Krone ist etwa 10–15 mm breit. In den französischen Seealpen blüht die Art meist von März bis Mai. Für den Jahresgang ist dokumentiert: temperater Jahresgang mit Winterruhe; die tiefer gelegenen Felsen sind wärmer als alpine Moore, bleiben durch Sickerwasser aber feucht und kühl. Bei Pinguicula reichenbachiana sollten daher Blätter, Blüte und Entwicklungsstadium gemeinsam dokumentiert werden; je nach Saison können sie ein unterschiedliches Bild zeigen. Die vorhandenen Angaben belegen nicht automatisch eine bestimmte Variationsbreite innerhalb des gesamten Areals. Bei Pflanzen unbekannter Herkunft ist es sinnvoll, Herkunft, Rosettenzustand und Blütenmerkmale am selben Exemplar festzuhalten.

taxonomy

Taxonomie

Der akzeptierte Name lautet Pinguicula reichenbachiana J.Schindl.. Zur Abgrenzung gegenüber ähnlichen Taxa wird folgender Unterschied beschrieben: Einige Autoren behandelten P. reichenbachiana als Unterart von P. longifolia; POWO führt sie als eigene Art. Langer Sporn und nicht eingerollte Blattränder helfen bei der Unterscheidung, Herkunft und Population sind mit zu dokumentieren. Als Verbreitungsgebiet wird angegeben: kleinräumige Vorkommen in den Seealpen im Südosten Frankreichs und Nordwesten Italiens. Name, Autorenschaft und Artstatus richten sich nach der im Quellenabschnitt verlinkten taxonomischen Behandlung. Historische Etiketten oder eine ähnliche Kulturform reichen für sich genommen nicht aus, um eine Pflanze als Synonym, Varietät oder eigenständige Art einzuordnen.

Für die morphologische Prüfung sind sowohl die vegetativen Merkmale – äußere Blätter liegen flach am Fels, während die inneren etwas aufrechter stehen; die Ränder bleiben flach oder leicht nach außen gebogen statt eingerollt – als auch die Blüte – Blüten mit zweifarbigem Eindruck und ungewöhnlich langem Sporn; die Krone ist etwa 10–15 mm breit. In den französischen Seealpen blüht die Art meist von März bis Mai – relevant. Der dokumentierte Jahresgang lautet: temperater Jahresgang mit Winterruhe; die tiefer gelegenen Felsen sind wärmer als alpine Moore, bleiben durch Sickerwasser aber feucht und kühl. Bei Pinguicula reichenbachiana sollte eine Bestimmung deshalb möglichst an einer Pflanze mit nachvollziehbarer Herkunft und, wenn möglich, Blütenbeleg überprüft werden. Wo Freilandbeobachtungen oder Vergleichsmaterial fehlen, bleibt diese Unsicherheit ausdrücklich bestehen; sie wird nicht mit Merkmalen verwandter Arten aufgefüllt.

ecology

Standort und Verbreitung

Das bekannte Areal von Pinguicula reichenbachiana wird in den Quellen so angegeben: kleinräumige Vorkommen in den Seealpen im Südosten Frankreichs und Nordwesten Italiens. Die veröffentlichten Standortangaben lauten: kalkreiche, feuchte Felswände und Sickerstellen, oft in Tälern und Schluchten; die meisten Angaben liegen etwa zwischen 150 und 800 m, örtlich höher. Sie beruhen auf den dokumentierten Fundorten; ob alle Populationen dieselben Bedingungen teilen, ist damit nicht belegt. Für die ökologische Einordnung sind konkrete Faktoren wie Höhenlage, Exposition, Wasserangebot und Begleitvegetation getrennt zu betrachten. Die Quellen verweisen auf einzelne Belege und Fundorte, erlauben aber nicht zwingend eine vollständige Abgrenzung des Areals.

Als Untergrund ist dokumentiert: kalkreiche, dauerhaft feuchte Felswände in den Tälern von Roya und Vésubie; kein saures Moorbeet. Genaue pH-Grenzen sind nicht veröffentlicht. Für die Unterscheidung von ähnlichen Arten ist außerdem folgender Vergleich überliefert: Einige Autoren behandelten P. reichenbachiana als Unterart von P. longifolia; POWO führt sie als eigene Art. Langer Sporn und nicht eingerollte Blattränder helfen bei der Unterscheidung, Herkunft und Population sind mit zu dokumentieren. Daraus lassen sich keine unbelegten pH-, Temperatur- oder Feuchtegrenzen ableiten. Auch ein kleines bekanntes Areal ist für sich genommen keine formale Gefährdungseinstufung. Neue Fundmeldungen sollten nach Möglichkeit Fundort, Höhe, Mikrohabitat und Blühzustand zusammen dokumentieren, damit sie mit den vorhandenen Angaben vergleichbar sind.

ecology

Ökologische Anpassungen

Für Pinguicula reichenbachiana ist folgender Jahresgang dokumentiert: temperater Jahresgang mit Winterruhe; die tiefer gelegenen Felsen sind wärmer als alpine Moore, bleiben durch Sickerwasser aber feucht und kühl. Die Quellen nennen als Lebensraum: kalkreiche, feuchte Felswände und Sickerstellen, oft in Tälern und Schluchten; die meisten Angaben liegen etwa zwischen 150 und 800 m, örtlich höher. Auch die Blattentwicklung ist festgehalten: äußere Blätter liegen flach am Fels, während die inneren etwas aufrechter stehen; die Ränder bleiben flach oder leicht nach außen gebogen statt eingerollt. Zusammen zeigen diese Angaben, welche saisonalen Merkmale an belegten Pflanzen beobachtet wurden; sie beweisen jedoch nicht, dass jede Population identisch reagiert. Verallgemeinerungen auf die gesamte Gattung wären daher nicht gerechtfertigt.

Eine belegte Ruheform muss von einer bloßen Verkleinerung durch Stress unterschieden werden. Für Pinguicula reichenbachiana sind deshalb nur die publizierten Hinweise maßgeblich: temperater Jahresgang mit Winterruhe; die tiefer gelegenen Felsen sind wärmer als alpine Moore, bleiben durch Sickerwasser aber feucht und kühl. Als Herkunftsgebiet wird kleinräumige Vorkommen in den Seealpen im Südosten Frankreichs und Nordwesten Italiens angegeben. Für den Wurzelraum ist kalkreiche, dauerhaft feuchte Felswände in den Tälern von Roya und Vésubie; kein saures Moorbeet. Genaue pH-Grenzen sind nicht veröffentlicht dokumentiert. Eine nicht belegte Kälteruhe oder Trockenheitsanpassung wird nicht ergänzt. In Kultur können Blattfolge und Feuchteverlauf getrennt notiert werden; so lässt sich besser erkennen, ob eine Veränderung dem beschriebenen Zyklus folgt oder auf Haltungsbedingungen zurückgeht.

reference

Wuchsform und Morphologie

Die vegetative Beschreibung von Pinguicula reichenbachiana nennt folgende Merkmale: äußere Blätter liegen flach am Fels, während die inneren etwas aufrechter stehen; die Ränder bleiben flach oder leicht nach außen gebogen statt eingerollt. Zur Blüte sind diese Kennzeichen dokumentiert: Blüten mit zweifarbigem Eindruck und ungewöhnlich langem Sporn; die Krone ist etwa 10–15 mm breit. In den französischen Seealpen blüht die Art meist von März bis Mai. Für eine Bestimmung sollte man die Merkmalskombination heranziehen, denn Blattfarbe oder Rosettengröße allein sind selten ausreichend. Besonders bei saisonal wechselnden Arten sollte die Dokumentation angeben, ob das Exemplar Fangblätter oder eine Ruheform trägt. Wenn möglich, werden Blüte und Rosette derselben Herkunft gemeinsam fotografiert oder beschrieben.

Zur Abgrenzung gegenüber verwandten oder früher verwechselten Taxa wird folgender Vergleich herangezogen: Einige Autoren behandelten P. reichenbachiana als Unterart von P. longifolia; POWO führt sie als eigene Art. Langer Sporn und nicht eingerollte Blattränder helfen bei der Unterscheidung, Herkunft und Population sind mit zu dokumentieren. Das bekannte Herkunftsgebiet ist kleinräumige Vorkommen in den Seealpen im Südosten Frankreichs und Nordwesten Italiens. Je nach taxonomischer Fragestellung können zusätzlich Blattbasis und -rand, Blattspitze, Kelch, Kronform und Sporn zu vergleichen sein. Nur Merkmale, die an beschriebenem oder nachvollziehbar bestimmtem Material belegt sind, sollten als Diagnosekriterien gelten. Nicht publizierte Maße oder Variationsbreiten werden hier nicht ergänzt.

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Fangstrategie

Pinguicula reichenbachiana fängt Beute mit den drüsigen Oberflächen ihrer Fangblätter. Die Quellen beschreiben diese Blätter so: äußere Blätter liegen flach am Fels, während die inneren etwas aufrechter stehen; die Ränder bleiben flach oder leicht nach außen gebogen statt eingerollt. Für den Jahresgang ist dokumentiert: temperater Jahresgang mit Winterruhe; die tiefer gelegenen Felsen sind wärmer als alpine Moore, bleiben durch Sickerwasser aber feucht und kühl. Das gibt den zeitlichen Rahmen an, in dem Fangblätter oder eine gegebenenfalls nichtkarnivore Ruheform auftreten. Das allgemeine Funktionsprinzip der Gattung erklärt die Fangweise, liefert aber keine artspezifischen Messwerte zu Beuteanteilen oder Verdauungsgeschwindigkeit. Solche Zahlen werden hier nicht aus anderen Arten übertragen.

Als Lebensraum von Pinguicula reichenbachiana ist kalkreiche, feuchte Felswände und Sickerstellen, oft in Tälern und Schluchten; die meisten Angaben liegen etwa zwischen 150 und 800 m, örtlich höher beschrieben. Zum Wurzelraum nennen die Quellen: kalkreiche, dauerhaft feuchte Felswände in den Tälern von Roya und Vésubie; kein saures Moorbeet. Genaue pH-Grenzen sind nicht veröffentlicht. Diese Standortangaben helfen, den Zusammenhang zwischen verfügbarem Wasser, Belüftung und Blattentwicklung zu verstehen. Aus der Fangfunktion folgt keine Notwendigkeit, die Pflanze gezielt zu füttern. Für die Kulturbeobachtung sind der Zustand der Fangblätter und ihre zeitliche Entwicklung aussagekräftiger als eine unbelegte Annahme darüber, welche Beute die Art bevorzugt.

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Reproduktion und Lebenszyklus

Zu den Blüten von Pinguicula reichenbachiana sind folgende Merkmale dokumentiert: Blüten mit zweifarbigem Eindruck und ungewöhnlich langem Sporn; die Krone ist etwa 10–15 mm breit. In den französischen Seealpen blüht die Art meist von März bis Mai. Zur Blühzeit geben die ausgewerteten Quellen an: In den Seealpen liegt die Blüte gewöhnlich zwischen März und Mai; an höheren Standorten kann sie später einsetzen. Fundort und Jahresgang können beeinflussen, wann eine Population blüht; für diese Art ist folgender Zyklus dokumentiert: temperater Jahresgang mit Winterruhe; die tiefer gelegenen Felsen sind wärmer als alpine Moore, bleiben durch Sickerwasser aber feucht und kühl. Ein einzelner Kulturtermin ist daher nicht ohne Weiteres auf das gesamte natürliche Areal übertragbar. Die angegebenen Blütenmerkmale sollten zusammen mit Herkunft und Beobachtungsdatum festgehalten werden.

Blüten- und vegetative Merkmale derselben Pflanze helfen, den für Pinguicula reichenbachiana beschriebenen Artvergleich zu prüfen: Einige Autoren behandelten P. reichenbachiana als Unterart von P. longifolia; POWO führt sie als eigene Art. Langer Sporn und nicht eingerollte Blattränder helfen bei der Unterscheidung, Herkunft und Population sind mit zu dokumentieren. Die verfügbaren Quellen liefern keine ausreichenden artspezifischen Angaben zu Bestäubern, Selbstung oder Keimraten. Wo solche Daten fehlen, werden keine Vermutungen als gesicherte Tatsachen dargestellt. Für Saatgut- oder Herbarangaben gehören Herkunft und Blühzustand zur Dokumentation. Konkrete Bedingungen der Keimung müssten für dieses Taxon gesondert untersucht werden.

culture

Kulturrelevante Schlussfolgerungen

Bei der Kultur von Pinguicula reichenbachiana sollten zunächst die belegten Standortangaben berücksichtigt werden: kalkreiche, feuchte Felswände und Sickerstellen, oft in Tälern und Schluchten; die meisten Angaben liegen etwa zwischen 150 und 800 m, örtlich höher. Für den Wurzelraum ist kalkreiche, dauerhaft feuchte Felswände in den Tälern von Roya und Vésubie; kein saures Moorbeet. Genaue pH-Grenzen sind nicht veröffentlicht dokumentiert. Der Jahresgang wird folgendermaßen beschrieben: temperater Jahresgang mit Winterruhe; die tiefer gelegenen Felsen sind wärmer als alpine Moore, bleiben durch Sickerwasser aber feucht und kühl. Diese Informationen sprechen dafür, Feuchte, Belüftung und saisonale Entwicklung gemeinsam zu beobachten. Die Quellen liefern keine Grundlage für pauschale Temperatur- oder Luftfeuchtegrenzen. Eine Ruhephase sollte deshalb nicht nach dem Kalender einer anderen Fettkrautart erzwungen werden.

Als bekanntes Areal wird kleinräumige Vorkommen in den Seealpen im Südosten Frankreichs und Nordwesten Italiens angegeben; das bildet den geographischen Rahmen, nicht automatisch ein exaktes Kulturrezept. Zu den artspezifischen Kontrollmerkmalen zählen: äußere Blätter liegen flach am Fels, während die inneren etwas aufrechter stehen; die Ränder bleiben flach oder leicht nach außen gebogen statt eingerollt. Zur Abgrenzung wird außerdem folgender Unterschied genannt: Einige Autoren behandelten P. reichenbachiana als Unterart von P. longifolia; POWO führt sie als eigene Art. Langer Sporn und nicht eingerollte Blattränder helfen bei der Unterscheidung, Herkunft und Population sind mit zu dokumentieren. Änderungen an Licht, Wasser oder Substrat lassen sich besser beurteilen, wenn sie einzeln vorgenommen und protokolliert werden. Dabei sollten bekannte Unterschiede zwischen Herkunftsorten und der aktuelle Zustand der Pflanze berücksichtigt werden.

substrate

Substrat-Ökologie

Für den natürlichen Wurzelraum von Pinguicula reichenbachiana ist folgende Beschreibung dokumentiert: kalkreiche, dauerhaft feuchte Felswände in den Tälern von Roya und Vésubie; kein saures Moorbeet. Genaue pH-Grenzen sind nicht veröffentlicht. Die Art besiedelt Standorte, die als kalkreiche, feuchte Felswände und Sickerstellen, oft in Tälern und Schluchten; die meisten Angaben liegen etwa zwischen 150 und 800 m, örtlich höher beschrieben werden. Daraus lässt sich ableiten, welche Form der Wasserzufuhr – etwa Bodenfeuchte, Sickerwasser oder zeitweiliges Regenwasser – bei der Interpretation des Fundorts geprüft werden sollte; ohne konkrete Messung bleibt das im Einzelfall offen. Gips, Kalk, Silikatsand, Moosauflagen und nasse Felsflächen sind ökologisch nicht austauschbar.

Eine genaue pH-, Leitfähigkeits- oder Nährstoffgrenze wird für Pinguicula reichenbachiana nur dann behauptet, wenn sie in einer Quelle gemessen wurde. Ohne solche Daten ist weder eine bestimmte Substratzutat noch ein Zahlenwert als Optimum belegt. Zur taxonomischen Abgrenzung wird folgender Unterschied genannt: Einige Autoren behandelten P. reichenbachiana als Unterart von P. longifolia; POWO führt sie als eigene Art. Langer Sporn und nicht eingerollte Blattränder helfen bei der Unterscheidung, Herkunft und Population sind mit zu dokumentieren. Ein Kulturgefäß kann den natürlichen Mikrostandort nicht vollständig nachbilden; die dokumentierte Wasserführung und eine gut kontrollierbare Wurzelzone sind daher wichtiger als eine unbelegte Standardmischung. Der beschriebene Jahresgang lautet: temperater Jahresgang mit Winterruhe; die tiefer gelegenen Felsen sind wärmer als alpine Moore, bleiben durch Sickerwasser aber feucht und kühl.

practice

Praxisnotizen

Bei einem Bestand mit dem Etikett Pinguicula reichenbachiana sollte zuerst die Herkunft geprüft werden. Die Quellen geben als Verbreitungsgebiet an: kleinräumige Vorkommen in den Seealpen im Südosten Frankreichs und Nordwesten Italiens. Zu den vegetativen Kennzeichen zählen: äußere Blätter liegen flach am Fels, während die inneren etwas aufrechter stehen; die Ränder bleiben flach oder leicht nach außen gebogen statt eingerollt. Zur Blüte sind folgende Merkmale dokumentiert: Blüten mit zweifarbigem Eindruck und ungewöhnlich langem Sporn; die Krone ist etwa 10–15 mm breit. In den französischen Seealpen blüht die Art meist von März bis Mai. Zur Unterscheidung von ähnlichen Taxa ist folgender Vergleich relevant: Einige Autoren behandelten P. reichenbachiana als Unterart von P. longifolia; POWO führt sie als eigene Art. Langer Sporn und nicht eingerollte Blattränder helfen bei der Unterscheidung, Herkunft und Population sind mit zu dokumentieren. Ein einzelnes Foto ohne Jahreszeit und Herkunft sichert die Bestimmung nicht ab, insbesondere wenn sich die Rosette im Verlauf des Jahres verändert.

Im Kulturprotokoll sollten Blattfolge, Wasserstand, Licht, Substrat, Blühbeginn und Ruheform getrennt notiert werden. Für Pinguicula reichenbachiana ist als Lebensraum kalkreiche, feuchte Felswände und Sickerstellen, oft in Tälern und Schluchten; die meisten Angaben liegen etwa zwischen 150 und 800 m, örtlich höher dokumentiert. Für den Wurzelraum ist kalkreiche, dauerhaft feuchte Felswände in den Tälern von Roya und Vésubie; kein saures Moorbeet. Genaue pH-Grenzen sind nicht veröffentlicht angegeben. Zum Jahresgang hält die Literatur fest: temperater Jahresgang mit Winterruhe; die tiefer gelegenen Felsen sind wärmer als alpine Moore, bleiben durch Sickerwasser aber feucht und kühl. Nicht belegte Angaben zu Temperatur, Bestäubern oder Keimung bleiben offene Fragen, statt aus einer verwandten Art übernommen zu werden. Regelmäßige Sichtkontrolle ergänzt die Prüfung der Diagnosemerkmale und der Substratfeuchte.

sources

Quellenangaben

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Aktueller Stand07.10.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Pinguicula reichenbachiana, Stand 07.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/pinguicula-reichenbachiana/