Black Trap Codex
Pinguicula lattanziae
Fettkraut
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 4 / 5 · anspruchsvoll1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 3 / 5 · hell1 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Wasser
- nassBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
- Ruhephase
- jaOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- mittelWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Black-Trap-Systemprofil
Substrat- und Strukturbedarf
- BT-Water
- sehr hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
- BT-Flow
- hochWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
- Kapillaritaet
- hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
Kulturgruppe
Pinguicula – kalt temperiert, basenvariabel
Kaltgemäßigte Kulturgruppe für Pinguicula vulgaris und vergleichbare saisonale Arten, deren natürliche Standorte von sauren Mooren bis zu basenreichen Quellfluren reichen. Dauerhaft verfügbare Feuchtigkeit, offene Wuchsplätze und ein saisonales Hibernakel kennzeichnen die Gruppe.
Habitat-Logik
Offene, dauerhaft feuchte Moore, Sicker- und Quellfluren, nasse Heiden, Feuchtwiesen und Feuchtfelsen; Substratchemie von sauer bis basenreich.
Kultur-Logik
Helles, kühles bis gemäßigtes Wachstum mit dauerhaft feuchter Wurzelzone. Saisonale Ruhe als Hibernakel ermöglichen; Frosttoleranz gilt für die Knospe und nicht pauschal für die aktive Rosette.
Substrat-Logik
Strukturstabiles, nährstoffarmes und gleichmäßig feuchtes Substrat mit kapillarer Versorgung und ausreichendem Luftaustausch. Ohne belegte Herkunft keine starre Kalkzugabe oder pH-Festlegung.
Risiken der Kulturgruppe
Gattungsprofil
Pinguicula
Fettkraut-Gattung mit stark unterschiedlichen mexikanischen, warmtemperierten und kaltgemäßigten Kulturtypen.
Habitat-Logik
Feuchte Felsen, Quellfluren, Moore und mineralische Standorte von warmen Regionen bis in alpine Lagen.
Kultur-Logik
Wasserführung, Substratchemie und Ruhephase unterscheiden sich deutlich zwischen den einzelnen Kulturgruppen.
Substrat-Logik
Von stark mineralischen und kalkhaltigen Mischungen bis zu sauren, dauerhaft feuchten Moor- und Quellsubstraten.
Typische Fehler
Mexikanische und temperierte Arten gleich kultivieren, sukkulente Winterrosetten zu nass halten und artspezifische Kalk- beziehungsweise Säureansprüche ignorieren.
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
reference
Botanische Beschreibung
Pinguicula lattanziae gehört zu den Fettkräutern (Lentibulariaceae). Die botanischen Beschreibungen nennen folgende Blattmerkmale: kleine homophylle Rosette mit etwa 5–9 flach liegenden Blättern, leicht eingebogenem Rand und dichter Schleimdrüsenoberfläche. Als Verbreitungsgebiet wird angegeben: Monte Aiona, Ligurien, Nordapennin, Italien; Typusgebiet etwa 1.600–1.700 m. Die Quellen beschreiben den Lebensraum so: feuchte montane Standorte; enges Areal allopatrisch zu P. christinae und P. vulgaris s.l. Diese Angaben gehören zu einer bestimmten Art und dürfen nicht ohne Beleg auf andere Pinguicula übertragen werden. Für die Bestimmung ist die Merkmalskombination aussagekräftiger als ein einzelnes Blatt oder ein Foto ohne Angabe der Jahreszeit.
Zu den Blütenmerkmalen halten die Quellen fest: relativ große Blüte; schmale obere Kronlappen und schmaler mittlerer Unterlippenlappen diagnostisch, Sporn etwa 5–7 mm, Öffnungswinkel höchstens 90°. Für den Jahresgang ist dokumentiert: mehrjährig homophyll; überwintert als Knospe (Hibernakel), laut Erstbeschreibung. Bei Pinguicula lattanziae sollten daher Blätter, Blüte und Entwicklungsstadium gemeinsam dokumentiert werden; je nach Saison können sie ein unterschiedliches Bild zeigen. Die vorhandenen Angaben belegen nicht automatisch eine bestimmte Variationsbreite innerhalb des gesamten Areals. Bei Pflanzen unbekannter Herkunft ist es sinnvoll, Herkunft, Rosettenzustand und Blütenmerkmale am selben Exemplar festzuhalten.
taxonomy
Taxonomie
Der akzeptierte Name lautet Pinguicula lattanziae Peruzzi & Gestri. Zur Abgrenzung gegenüber ähnlichen Taxa wird folgender Unterschied beschrieben: Pinguicula lattanziae wurde 2017 anhand morphometrischer Blütenmerkmale und molekularer ITS-Unterschiede von P. vulgaris und P. christinae abgegrenzt. Als Verbreitungsgebiet wird angegeben: Monte Aiona, Ligurien, Nordapennin, Italien; Typusgebiet etwa 1.600–1.700 m. Name, Autorenschaft und Artstatus richten sich nach der im Quellenabschnitt verlinkten taxonomischen Behandlung. Historische Etiketten oder eine ähnliche Kulturform reichen für sich genommen nicht aus, um eine Pflanze als Synonym, Varietät oder eigenständige Art einzuordnen.
Für die morphologische Prüfung sind sowohl die vegetativen Merkmale – kleine homophylle Rosette mit etwa 5–9 flach liegenden Blättern, leicht eingebogenem Rand und dichter Schleimdrüsenoberfläche – als auch die Blüte – relativ große Blüte; schmale obere Kronlappen und schmaler mittlerer Unterlippenlappen diagnostisch, Sporn etwa 5–7 mm, Öffnungswinkel höchstens 90° – relevant. Der dokumentierte Jahresgang lautet: mehrjährig homophyll; überwintert als Knospe (Hibernakel), laut Erstbeschreibung. Bei Pinguicula lattanziae sollte eine Bestimmung deshalb möglichst an einer Pflanze mit nachvollziehbarer Herkunft und, wenn möglich, Blütenbeleg überprüft werden. Wo Freilandbeobachtungen oder Vergleichsmaterial fehlen, bleibt diese Unsicherheit ausdrücklich bestehen; sie wird nicht mit Merkmalen verwandter Arten aufgefüllt.
ecology
Standort und Verbreitung
Das bekannte Areal von Pinguicula lattanziae wird in den Quellen so angegeben: Monte Aiona, Ligurien, Nordapennin, Italien; Typusgebiet etwa 1.600–1.700 m. Die veröffentlichten Standortangaben lauten: feuchte montane Standorte; enges Areal allopatrisch zu P. christinae und P. vulgaris s.l. Sie beruhen auf den dokumentierten Fundorten; ob alle Populationen dieselben Bedingungen teilen, ist damit nicht belegt. Für die ökologische Einordnung sind konkrete Faktoren wie Höhenlage, Exposition, Wasserangebot und Begleitvegetation getrennt zu betrachten. Die Quellen verweisen auf einzelne Belege und Fundorte, erlauben aber nicht zwingend eine vollständige Abgrenzung des Areals.
Als Untergrund ist dokumentiert: feuchter montaner Standort; keine obligate Kalk- oder Silikatchemie bestimmt. Für die Unterscheidung von ähnlichen Arten ist außerdem folgender Vergleich überliefert: Pinguicula lattanziae wurde 2017 anhand morphometrischer Blütenmerkmale und molekularer ITS-Unterschiede von P. vulgaris und P. christinae abgegrenzt. Daraus lassen sich keine unbelegten pH-, Temperatur- oder Feuchtegrenzen ableiten. Auch ein kleines bekanntes Areal ist für sich genommen keine formale Gefährdungseinstufung. Neue Fundmeldungen sollten nach Möglichkeit Fundort, Höhe, Mikrohabitat und Blühzustand zusammen dokumentieren, damit sie mit den vorhandenen Angaben vergleichbar sind.
ecology
Ökologische Anpassungen
Für Pinguicula lattanziae ist folgender Jahresgang dokumentiert: mehrjährig homophyll; überwintert als Knospe (Hibernakel), laut Erstbeschreibung. Die Quellen nennen als Lebensraum: feuchte montane Standorte; enges Areal allopatrisch zu P. christinae und P. vulgaris s.l. Auch die Blattentwicklung ist festgehalten: kleine homophylle Rosette mit etwa 5–9 flach liegenden Blättern, leicht eingebogenem Rand und dichter Schleimdrüsenoberfläche. Zusammen zeigen diese Angaben, welche saisonalen Merkmale an belegten Pflanzen beobachtet wurden; sie beweisen jedoch nicht, dass jede Population identisch reagiert. Verallgemeinerungen auf die gesamte Gattung wären daher nicht gerechtfertigt.
Eine belegte Ruheform muss von einer bloßen Verkleinerung durch Stress unterschieden werden. Für Pinguicula lattanziae sind deshalb nur die publizierten Hinweise maßgeblich: mehrjährig homophyll; überwintert als Knospe (Hibernakel), laut Erstbeschreibung. Als Herkunftsgebiet wird Monte Aiona, Ligurien, Nordapennin, Italien; Typusgebiet etwa 1.600–1.700 m angegeben. Für den Wurzelraum ist feuchter montaner Standort; keine obligate Kalk- oder Silikatchemie bestimmt dokumentiert. Eine nicht belegte Kälteruhe oder Trockenheitsanpassung wird nicht ergänzt. In Kultur können Blattfolge und Feuchteverlauf getrennt notiert werden; so lässt sich besser erkennen, ob eine Veränderung dem beschriebenen Zyklus folgt oder auf Haltungsbedingungen zurückgeht.
reference
Wuchsform und Morphologie
Die vegetative Beschreibung von Pinguicula lattanziae nennt folgende Merkmale: kleine homophylle Rosette mit etwa 5–9 flach liegenden Blättern, leicht eingebogenem Rand und dichter Schleimdrüsenoberfläche. Zur Blüte sind diese Kennzeichen dokumentiert: relativ große Blüte; schmale obere Kronlappen und schmaler mittlerer Unterlippenlappen diagnostisch, Sporn etwa 5–7 mm, Öffnungswinkel höchstens 90°. Für eine Bestimmung sollte man die Merkmalskombination heranziehen, denn Blattfarbe oder Rosettengröße allein sind selten ausreichend. Besonders bei saisonal wechselnden Arten sollte die Dokumentation angeben, ob das Exemplar Fangblätter oder eine Ruheform trägt. Wenn möglich, werden Blüte und Rosette derselben Herkunft gemeinsam fotografiert oder beschrieben.
Zur Abgrenzung gegenüber verwandten oder früher verwechselten Taxa wird folgender Vergleich herangezogen: Pinguicula lattanziae wurde 2017 anhand morphometrischer Blütenmerkmale und molekularer ITS-Unterschiede von P. vulgaris und P. christinae abgegrenzt. Das bekannte Herkunftsgebiet ist Monte Aiona, Ligurien, Nordapennin, Italien; Typusgebiet etwa 1.600–1.700 m. Je nach taxonomischer Fragestellung können zusätzlich Blattbasis und -rand, Blattspitze, Kelch, Kronform und Sporn zu vergleichen sein. Nur Merkmale, die an beschriebenem oder nachvollziehbar bestimmtem Material belegt sind, sollten als Diagnosekriterien gelten. Nicht publizierte Maße oder Variationsbreiten werden hier nicht ergänzt.
reference
Fangstrategie
Pinguicula lattanziae fängt Beute mit den drüsigen Oberflächen ihrer Fangblätter. Die Quellen beschreiben diese Blätter so: kleine homophylle Rosette mit etwa 5–9 flach liegenden Blättern, leicht eingebogenem Rand und dichter Schleimdrüsenoberfläche. Für den Jahresgang ist dokumentiert: mehrjährig homophyll; überwintert als Knospe (Hibernakel), laut Erstbeschreibung. Das gibt den zeitlichen Rahmen an, in dem Fangblätter oder eine gegebenenfalls nichtkarnivore Ruheform auftreten. Das allgemeine Funktionsprinzip der Gattung erklärt die Fangweise, liefert aber keine artspezifischen Messwerte zu Beuteanteilen oder Verdauungsgeschwindigkeit. Solche Zahlen werden hier nicht aus anderen Arten übertragen.
Als Lebensraum von Pinguicula lattanziae ist feuchte montane Standorte; enges Areal allopatrisch zu P. christinae und P. vulgaris s.l beschrieben. Zum Wurzelraum nennen die Quellen: feuchter montaner Standort; keine obligate Kalk- oder Silikatchemie bestimmt. Diese Standortangaben helfen, den Zusammenhang zwischen verfügbarem Wasser, Belüftung und Blattentwicklung zu verstehen. Aus der Fangfunktion folgt keine Notwendigkeit, die Pflanze gezielt zu füttern. Für die Kulturbeobachtung sind der Zustand der Fangblätter und ihre zeitliche Entwicklung aussagekräftiger als eine unbelegte Annahme darüber, welche Beute die Art bevorzugt.
reference
Reproduktion und Lebenszyklus
Zu den Blüten von Pinguicula lattanziae sind folgende Merkmale dokumentiert: relativ große Blüte; schmale obere Kronlappen und schmaler mittlerer Unterlippenlappen diagnostisch, Sporn etwa 5–7 mm, Öffnungswinkel höchstens 90°. Zur Blühzeit geben die ausgewerteten Quellen an: Für die ausgewerteten Belege ist keine überregional einheitliche Blühzeit angegeben. Fundort und Jahresgang können beeinflussen, wann eine Population blüht; für diese Art ist folgender Zyklus dokumentiert: mehrjährig homophyll; überwintert als Knospe (Hibernakel), laut Erstbeschreibung. Ein einzelner Kulturtermin ist daher nicht ohne Weiteres auf das gesamte natürliche Areal übertragbar. Die angegebenen Blütenmerkmale sollten zusammen mit Herkunft und Beobachtungsdatum festgehalten werden.
Blüten- und vegetative Merkmale derselben Pflanze helfen, den für Pinguicula lattanziae beschriebenen Artvergleich zu prüfen: Pinguicula lattanziae wurde 2017 anhand morphometrischer Blütenmerkmale und molekularer ITS-Unterschiede von P. vulgaris und P. christinae abgegrenzt. Die verfügbaren Quellen liefern keine ausreichenden artspezifischen Angaben zu Bestäubern, Selbstung oder Keimraten. Wo solche Daten fehlen, werden keine Vermutungen als gesicherte Tatsachen dargestellt. Für Saatgut- oder Herbarangaben gehören Herkunft und Blühzustand zur Dokumentation. Konkrete Bedingungen der Keimung müssten für dieses Taxon gesondert untersucht werden.
culture
Kulturrelevante Schlussfolgerungen
Bei der Kultur von Pinguicula lattanziae sollten zunächst die belegten Standortangaben berücksichtigt werden: feuchte montane Standorte; enges Areal allopatrisch zu P. christinae und P. vulgaris s.l. Für den Wurzelraum ist feuchter montaner Standort; keine obligate Kalk- oder Silikatchemie bestimmt dokumentiert. Der Jahresgang wird folgendermaßen beschrieben: mehrjährig homophyll; überwintert als Knospe (Hibernakel), laut Erstbeschreibung. Diese Informationen sprechen dafür, Feuchte, Belüftung und saisonale Entwicklung gemeinsam zu beobachten. Die Quellen liefern keine Grundlage für pauschale Temperatur- oder Luftfeuchtegrenzen. Eine Ruhephase sollte deshalb nicht nach dem Kalender einer anderen Fettkrautart erzwungen werden.
Als bekanntes Areal wird Monte Aiona, Ligurien, Nordapennin, Italien; Typusgebiet etwa 1.600–1.700 m angegeben; das bildet den geographischen Rahmen, nicht automatisch ein exaktes Kulturrezept. Zu den artspezifischen Kontrollmerkmalen zählen: kleine homophylle Rosette mit etwa 5–9 flach liegenden Blättern, leicht eingebogenem Rand und dichter Schleimdrüsenoberfläche. Zur Abgrenzung wird außerdem folgender Unterschied genannt: Pinguicula lattanziae wurde 2017 anhand morphometrischer Blütenmerkmale und molekularer ITS-Unterschiede von P. vulgaris und P. christinae abgegrenzt. Änderungen an Licht, Wasser oder Substrat lassen sich besser beurteilen, wenn sie einzeln vorgenommen und protokolliert werden. Dabei sollten bekannte Unterschiede zwischen Herkunftsorten und der aktuelle Zustand der Pflanze berücksichtigt werden.
substrate
Substrat-Ökologie
Für den natürlichen Wurzelraum von Pinguicula lattanziae ist folgende Beschreibung dokumentiert: feuchter montaner Standort; keine obligate Kalk- oder Silikatchemie bestimmt. Die Art besiedelt Standorte, die als feuchte montane Standorte; enges Areal allopatrisch zu P. christinae und P. vulgaris s.l beschrieben werden. Daraus lässt sich ableiten, welche Form der Wasserzufuhr – etwa Bodenfeuchte, Sickerwasser oder zeitweiliges Regenwasser – bei der Interpretation des Fundorts geprüft werden sollte; ohne konkrete Messung bleibt das im Einzelfall offen. Gips, Kalk, Silikatsand, Moosauflagen und nasse Felsflächen sind ökologisch nicht austauschbar.
Eine genaue pH-, Leitfähigkeits- oder Nährstoffgrenze wird für Pinguicula lattanziae nur dann behauptet, wenn sie in einer Quelle gemessen wurde. Ohne solche Daten ist weder eine bestimmte Substratzutat noch ein Zahlenwert als Optimum belegt. Zur taxonomischen Abgrenzung wird folgender Unterschied genannt: Pinguicula lattanziae wurde 2017 anhand morphometrischer Blütenmerkmale und molekularer ITS-Unterschiede von P. vulgaris und P. christinae abgegrenzt. Ein Kulturgefäß kann den natürlichen Mikrostandort nicht vollständig nachbilden; die dokumentierte Wasserführung und eine gut kontrollierbare Wurzelzone sind daher wichtiger als eine unbelegte Standardmischung. Der beschriebene Jahresgang lautet: mehrjährig homophyll; überwintert als Knospe (Hibernakel), laut Erstbeschreibung.
practice
Praxisnotizen
Bei einem Bestand mit dem Etikett Pinguicula lattanziae sollte zuerst die Herkunft geprüft werden. Die Quellen geben als Verbreitungsgebiet an: Monte Aiona, Ligurien, Nordapennin, Italien; Typusgebiet etwa 1.600–1.700 m. Zu den vegetativen Kennzeichen zählen: kleine homophylle Rosette mit etwa 5–9 flach liegenden Blättern, leicht eingebogenem Rand und dichter Schleimdrüsenoberfläche. Zur Blüte sind folgende Merkmale dokumentiert: relativ große Blüte; schmale obere Kronlappen und schmaler mittlerer Unterlippenlappen diagnostisch, Sporn etwa 5–7 mm, Öffnungswinkel höchstens 90°. Zur Unterscheidung von ähnlichen Taxa ist folgender Vergleich relevant: Pinguicula lattanziae wurde 2017 anhand morphometrischer Blütenmerkmale und molekularer ITS-Unterschiede von P. vulgaris und P. christinae abgegrenzt. Ein einzelnes Foto ohne Jahreszeit und Herkunft sichert die Bestimmung nicht ab, insbesondere wenn sich die Rosette im Verlauf des Jahres verändert.
Im Kulturprotokoll sollten Blattfolge, Wasserstand, Licht, Substrat, Blühbeginn und Ruheform getrennt notiert werden. Für Pinguicula lattanziae ist als Lebensraum feuchte montane Standorte; enges Areal allopatrisch zu P. christinae und P. vulgaris s.l dokumentiert. Für den Wurzelraum ist feuchter montaner Standort; keine obligate Kalk- oder Silikatchemie bestimmt angegeben. Zum Jahresgang hält die Literatur fest: mehrjährig homophyll; überwintert als Knospe (Hibernakel), laut Erstbeschreibung. Nicht belegte Angaben zu Temperatur, Bestäubern oder Keimung bleiben offene Fragen, statt aus einer verwandten Art übernommen zu werden. Regelmäßige Sichtkontrolle ergänzt die Prüfung der Diagnosemerkmale und der Substratfeuchte.
sources
Quellenangaben
Zitieren
Zitierlink und Stand
Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Pinguicula lattanziae, Stand 07.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/pinguicula-lattanziae/
