Black Trap Codex

Nepenthes lowii

Aktiv
Familie
Nepenthaceae
Gattung
Nepenthes
Herkunft
Bergregionen Borneos, unter anderem Sabah, Sarawak und Brunei.
Autor
Hook.f.

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
5 / 5 · spezialisiert1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
3 / 5 · hell1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
feuchtBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
neinOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
mittelWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Kulturgruppe

Nepenthes – Ultrahochland

Kulturgruppe für extrem hochgelegene Nepenthes mit besonders niedrigen Nachttemperaturen und geringer Hitzetoleranz.

Habitat-Logik

Sehr hoch gelegene tropische Berg- und Nebelwaldstandorte mit kühlen Tagen, kalten Nächten, hoher Luftfeuchte und starkem Luftaustausch.

Kultur-Logik

Ganzjährig kühl, sehr luftfeucht und hervorragend belüftet kultivieren; insbesondere nachts eine starke Temperaturabsenkung gewährleisten.

Substrat-Logik

Extrem locker, grobporig und langfristig strukturstabil mit hoher Sauerstoffversorgung des Wurzelraums.

Risiken der Kulturgruppe

Gattungsprofil

Nepenthes

Tropische Kannenpflanzen mit ausgeprägter Höhenstufung von warmem Tiefland bis zu kühlem Ultrahochland.

Habitat-Logik

Tropische Regenwälder, Berg- und Nebelwälder sowie offene nährstoffarme Standorte Südostasiens und angrenzender Regionen.

Kultur-Logik

Temperatur, insbesondere die Nachttemperatur, Luftfeuchte und Luftaustausch müssen zur Höhenstufe der jeweiligen Art passen.

Substrat-Logik

Sehr locker, grobporig, strukturstabil und gleichmäßig leicht feucht, ohne anaerobe Staunässe.

Typische Fehler

Zu dichtes Substrat, dauerhaft nasse Wurzeln, ungeeignete Nachttemperaturen, geringe Luftfeuchte und fehlender Luftaustausch.

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

reference

Botanische Beschreibung

Nepenthes lowii Hook.f. ist der von Plants of the World Online geführte akzeptierte Name. Sehr deutlicher Wechsel zwischen eher typischen unteren Kannen und stark eingeschnürten, oben aufgeweiteten oberen Kannen mit großem Deckel. Die obere Kannenform ist an die Sitzposition der Baumspitzmäuse angepasst. Plants of the World Online: akzeptierter Name und Verbreitung

taxonomy

Taxonomie

Familie: Nepenthaceae. Rang: Art; taxonomischer Status: akzeptiert. Die Autorzitation lautet Hook.f.. Maßgeblich für Name, Autor und dokumentierte Verbreitung ist Plants of the World Online: akzeptierter Name und Verbreitung.

ecology

Standort und Verbreitung

Herkunft: Bergregionen Borneos, unter anderem Sabah, Sarawak und Brunei.

Habitat: Montane Nebelwälder etwa oberhalb von 1.800 m. Feldstudien fanden die Art unter anderem in Höhenlagen von 1.800–2.300 m; Populationen treten in moosigen Wäldern und Bergkämmen auf. Clarke et al. (2009), Tree shrew lavatories: a novel nitrogen sequestration strategy in a tropical pitcher plant, Biology Letters 5:632–635

ecology

Ökologische Anpassungen

Junge Pflanzen fangen mit unteren Kannen vor allem Arthropoden. Reife Pflanzen bilden anders geformte obere Kannen, deren Deckeldrüsen Baumspitzmäuse anlocken; die Tiere scheiden beim Fressen in die Kannen aus. Feldexperimente zeigen, dass dieser Kot einen großen Teil des Blattstickstoffs liefern kann. Die hier beschriebene Ökologie ist artspezifisch belegt; sie wird nicht aus Merkmalen anderer Nepenthes übertragen. Clarke et al. (2009), Tree shrew lavatories: a novel nitrogen sequestration strategy in a tropical pitcher plant, Biology Letters 5:632–635

reference

Wuchsform und Morphologie

Sehr deutlicher Wechsel zwischen eher typischen unteren Kannen und stark eingeschnürten, oben aufgeweiteten oberen Kannen mit großem Deckel. Die obere Kannenform ist an die Sitzposition der Baumspitzmäuse angepasst. Merkmale und Variation sind anhand der taxonomischen Bearbeitung beziehungsweise der zitierten Feldquelle zu prüfen. Clarke et al. (2009), Tree shrew lavatories: a novel nitrogen sequestration strategy in a tropical pitcher plant, Biology Letters 5:632–635

reference

Carnivore Strategie

Die oberen Kannen sind nicht bloß normale Insektenfallen: beobachtete Bergbaumspitzmäuse nutzen Deckelsekrete und hinterlassen Kot in der Kanne. Daraus folgt keine Fütterungsempfehlung mit Säugetieren oder deren Kot in der Kultur. Natürliche Beuteangaben beschreiben Feldbeobachtungen und sind keine Anweisung zur Fütterung in Kultur. Clarke et al. (2009), Tree shrew lavatories: a novel nitrogen sequestration strategy in a tropical pitcher plant, Biology Letters 5:632–635

reference

Reproduktion und Lebenszyklus

Die in diesem Profil verlinkten Quellen liefern keine ausreichende artspezifische Grundlage für genaue Aussagen zu Blühzeit, Bestäubern oder Keimungsbedingungen. Diese Details bleiben deshalb offen, statt ungeprüft von anderen Arten übertragen zu werden. Der anerkannte Artname und die taxonomische Einordnung sind in Plants of the World Online: akzeptierter Name und Verbreitung dokumentiert.

culture

Kulturrelevante Schlussfolgerungen

Ultrahochland-Gruppe entsprechend der kühlen montanen Herkunft. Kühle Nächte, hohe Luftfeuchte und Luftbewegung sind zentrale Habitatübertragungen; konkrete Temperaturgrenzen hängen von der Provenienz ab. Die altersabhängige Kannenform ist ein normales Entwicklungsmerkmal und kein Kulturfehler. Verknüpft sind die Kulturgruppe „Ultrahochland“ (nepenthes-ultrahochland) und das Kulturprofil nepenthes-ultrahighland. Die Einordnung ist eine habitatbasierte Kultur-Startempfehlung; die verknüpfte Gruppe ist keine experimentell bestimmte artspezifische Temperaturkurve. Clarke et al. (2009), Tree shrew lavatories: a novel nitrogen sequestration strategy in a tropical pitcher plant, Biology Letters 5:632–635

substrate

Substrat-Ökologie

Moosige Bergwaldstandorte sprechen für lockeres, luftiges, sauberes und dauerhaft leicht feuchtes Substrat. Die natürlichen Standorte sind sehr nährstoffarm; Düngerzugabe in die Wurzelzone ist nicht aus der Mutualität abzuleiten. Naturstandort und Kulturmedium sind dabei getrennt zu betrachten; besondere Gesteine oder Beutetiere sind keine automatische Kulturzugabe. Clarke et al. (2009), Tree shrew lavatories: a novel nitrogen sequestration strategy in a tropical pitcher plant, Biology Letters 5:632–635

practice

Praxisnotizen

Im aktiven Wachstum die Entwicklung alle 14 Tage kontrollieren und dokumentieren; Sämlinge alle 7 Tage. Das im verknüpften Profil geführte 21-Tage-Intervall für Ruhephasen ist bei Nepenthes nicht anzuwenden: für diese Art ist keine obligate saisonale Winterruhe belegt. Diese Angaben sind Kontrollintervalle, keine Gießtermine. Bei der Kontrolle neue Blätter und Kannen, Schädlingsspuren, Substratfeuchte und Wurzelbelüftung prüfen. Bewässerung nach tatsächlicher Feuchte und Verdunstung ausrichten, nicht nach einem starren Kalender.

Ultrahochland-Gruppe entsprechend der kühlen montanen Herkunft. Kühle Nächte, hohe Luftfeuchte und Luftbewegung sind zentrale Habitatübertragungen; konkrete Temperaturgrenzen hängen von der Provenienz ab. Die altersabhängige Kannenform ist ein normales Entwicklungsmerkmal und kein Kulturfehler.

sources

Quellenangaben

Zitieren

Zitierlink und Stand

Zitierlink
Aktueller Stand27.09.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Nepenthes lowii, Stand 27.09.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/nepenthes-lowii/