Black Trap Codex
Drosera regia — Thomas-Carow-Akzession
Thomas-Carow-Akzession
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 5 / 5 · spezialisiert1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 4 / 5 · sehr hell1 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Wasser
- AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
- Ruhephase
- optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- geringWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Kulturgruppe
Drosera regia – Spezialkultur
Spezialgruppe für Drosera regia mit tiefem Wurzelsystem und hohem Bedarf an Wasserverfügbarkeit bei gleichzeitig guter Wurzelbelüftung.
Habitat-Logik
Kühle bis mäßig warme, dauerhaft feuchte Hang- und Quellstandorte im südafrikanischen Bainskloof-Gebiet.
Kultur-Logik
In tiefen Gefäßen sehr hell und dauerhaft feucht kultivieren; Überhitzung und anaerobe Bedingungen im Wurzelraum vermeiden.
Substrat-Logik
Leicht, tiefgründig, stark durchströmbar und wasserhaltend bei hoher langfristiger Strukturstabilität.
Risiken der Kulturgruppe
Gattungsprofil
Drosera
Artenreiche Sonnentau-Gattung mit tropischen, temperierten und stark saisonalen Kulturtypen.
Habitat-Logik
Von tropischen Feuchtflächen und Regenwäldern über boreale Moore bis zu mediterranen Winterregen- und australischen Sandstandorten.
Kultur-Logik
Temperatur, Wasserführung und Ruhephase müssen konsequent an die jeweilige Kulturgruppe angepasst werden.
Substrat-Logik
Von dauerhaft nassen Torf- und Sphagnumsystemen bis zu sandreichen, stark durchströmten und saisonal trockeneren Medien.
Typische Fehler
Alle Drosera gleich kultivieren, Ruhephasen ignorieren, falsche Wasserführung und zu wenig Licht.
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
reference
Botanische Beschreibung
Drosera regia Stephens ist ein ausdauernder, großblättriger Sonnentau aus den südafrikanischen Bainskloof-Bergen. Anders als die kleinen Rosetten vieler bekannter Sonnentauarten bildet er einen kurzen, kräftigen, mit der Zeit verholzenden Rhizomstock und lange, schmale, bandförmige Laubblätter. Reife Blätter können unter günstigen Bedingungen etwa einen halben Meter Länge erreichen. Auf der Oberseite tragen sie zahlreiche gestielte Drüsen mit klebrigem Fangsekret; die Unterseite ist weitgehend drüsenlos und besitzt eine hervortretende Mittelrippe. Die Blattspreite kann sich nach dem Kontakt mit Beute längs einrollen und das Tier teilweise umschließen. Diese Bewegung geschieht allmählich und ist keine schnell zuschnappende Klappfalle.
Aus dem Blattzentrum wächst ein vergleichsweise hoher Blütenstand, der mehrere kräftig rosa bis magentafarbene Blüten tragen kann. Die Pflanzen bilden ein tief reichendes Wurzelsystem, dessen Versorgung in Kultur besondere Aufmerksamkeit verlangt. Die Bezeichnung „Thomas Carow“ gehört zu einer gärtnerischen Akzession innerhalb der Art. Die langen Blätter, Drüsententakel, Blüten und der Rhizomstock kennzeichnen die Art, nicht allein diese Akzession. Für die Carow-Linie wird eine hellrosa Blütenfarbe genannt; sie ist weder standardisiert vermessen noch über alle Bestände hinweg bestätigt.
taxonomy
Taxonomie
Der akzeptierte Name lautet Drosera regia Stephens. Die Art gehört zur Familie Droseraceae und zur Gattung Drosera. Ihr Name wurde 1926 von E. L. Stephens veröffentlicht. Das Artepitheton regia bezeichnet die auffällige Größe und Erscheinung der Pflanze; es ist kein Rang unterhalb der Art. Der botanische Autor Stephens steht hinter dem wissenschaftlichen Artnamen und ist nicht der Urheber oder Züchter der hier geführten Thomas-Carow-Akzession. Ebenso ist Thomas Carow kein botanischer Autor und der Namenszusatz begründet für sich allein weder eine Unterart noch eine formal beschriebene Varietät.
Die Akzession gehört zu D. regia; der Name verweist auf eine gärtnerische Herkunfts- und Sammlungsbezeichnung, nicht auf eine Kreuzung mit einer anderen Art. Er begründet weder einen taxonomischen Rang noch eine formelle Kultivarbezeichnung. Eine durchgehende Identität aller heute unter diesem Namen geführten Pflanzen ist nicht nachgewiesen. Entsprechend wird der Name als Akzessionshinweis verwendet, nicht als formeller botanischer Name. Taxonomische Merkmale, Autorenschaft und Verbreitung beziehen sich auf die Art, während mögliche Unterschiede der gärtnerischen Linie ausdrücklich als unsicher kenntlich bleiben.
ecology
Standort und Verbreitung
Die Wildart Drosera regia ist in der südafrikanischen Kapregion heimisch. Ihr natürliches Areal umfasst die Bainskloof- und Slanghoek-Berge der Provinz Westkap; bekannte Vorkommen liegen in einem begrenzten Hochlandgebiet. Sie wächst auf feuchten bis nassen Stellen in Sandstein-Fynbos, insbesondere an Quellhängen und Sickerlinien, wo Wasser durch torfiges oder humoses Geröll fließt. An den Quellhängen bleibt der Wurzelraum dauerhaft feucht, während Sickerwasser durch das lockere Substrat zieht. Die Umgebung ist offen und lichtreich, kann aber lokal von Restioiden und anderer Fynbos-Vegetation durchsetzt sein. Eine einzelne Topfkultur lässt sich deshalb nicht durch „nass“ allein mit dem Naturstandort gleichsetzen: Struktur, Sauerstoff im Wurzelraum, Wasserbewegung und Temperatur gehören ebenfalls zum Habitatbild.
Diese natürliche Verbreitung ist keine Herkunftsangabe für die Thomas-Carow-Akzession. Für die Kulturpflanze ist kein bestimmter Wildfundort, keine Sammelnummer und keine dokumentierte Zuordnung zu einer konkreten Population belegt. Ihr Name darf daher nicht als Kennzeichnung einer Pflanze aus einem oberen oder unteren Bainskloof-Fundort gelesen werden. Der Erhaltungszustand natürlicher Bestände sagt nichts über die konkrete Herkunft einer einzelnen Kulturpflanze aus. Die korrekte Beschreibung trennt somit das kleine natürliche Areal der Art von der unbekannten konkreten Herkunft der hier geführten gärtnerischen Linie.
ecology
Ökologische Anpassungen
Drosera regia verbindet die normale Photosynthese ihrer langen Blattflächen mit dem Fang kleiner Gliederfüßer. Drüsententakel auf der Blattoberseite scheiden klebrige Tropfen aus, an denen Beute hängen bleibt. Nach dem Kontakt können sich Teile des Blattes langsam um das Tier krümmen. Die Fangreaktion vergrößert den Kontakt mit den Verdauungsdrüsen, bleibt aber deutlich langsamer als das Zuschnappen einer Venusfliegenfalle. Die Karnivorie ergänzt vor allem Nährstoffe an Standorten, deren durchströmtes Sandstein- und Torfsubstrat nur wenig verfügbare Mineralstoffe bietet. Sie ersetzt weder Licht noch die Wasser- und Sauerstoffversorgung der Wurzeln.
Der lange Blattbau und der kräftige Wurzelstock gehören zur Art und erlauben keine unbelegten Aussagen über eine besondere Leistung der Thomas-Carow-Akzession. Für diese Linie sind weder erhöhte Fangrate noch abweichende Beutepräferenz, schnelleres Einrollen oder besondere Nährstofftoleranz nachgewiesen. Im Naturraum ist Wasser reichlich verfügbar, doch eine sauerstoffarme, stehende Nässe ist nicht dasselbe wie ein durchströmter Quellstandort. Für die Kultur muss der Wurzelbereich deshalb locker, feucht und belüftet bleiben. Eine saisonale Verlangsamung und die Bildung einer kompakten Knospe können auftreten; der genaue Rhythmus ist nicht für alle Herkünfte gleich gut dokumentiert. Solche Artbeobachtungen dürfen nicht als festgelegter, individueller Kalender dieser Akzession ausgegeben werden.
reference
Wuchsform und Morphologie
Die auffälligsten Merkmale von Drosera regia sind der kurze, mit zunehmendem Alter kräftige und teilweise verzweigte Rhizomstock sowie die außergewöhnlich langen, schmalen Laubblätter. In guter Kultur können Blätter Längen um 50 Zentimeter erreichen; tatsächliche Maße hängen von Alter, Licht, Wurzelraum und Versorgung ab. Die Blattspreite ist bandförmig bis länglich-linealisch und kann an der Basis etwas breiter sein. Ihre Oberseite trägt zahlreiche gestielte Drüsen, deren Tentakel mit klebrigem Sekret Beute festhalten. Die Unterseite ist überwiegend glatt und zeigt eine erhabene Mittelrippe. Nach Reizung kann sich ein Blatt langsam längs um einen Fang wölben. Die Blätter sind also nicht rundliche Klebfalle und keine bewegliche Scharnierfalle.
Die Art bildet einen kräftigen, tief reichenden Wurzelstock und ein ausgedehntes Wurzelsystem. Blütenstände erheben sich aus dem Zentrum und können verzweigt sein; die auffälligen rosa bis magentafarbenen Blüten sind relativ groß für die Gattung. An den Blüten reifen Kapselfrüchte mit zahlreichen feinen Samen. Ein saisonaler Rückgang der Blattmasse kann in Kultur mit der Bildung eines kompakten Vegetationspunkts beziehungsweise Hibernakulums einhergehen. Für die Thomas-Carow-Akzession sind keine standardisierten Blatt-, Rhizom- oder Blütenmessungen dokumentiert. Eine hellere Blütenfarbe wird der Akzession zugeschrieben, aber nicht anhand einer Farbskala beschrieben. Daher bleiben die Artmerkmale Bestimmungshilfe, während eine individuelle Diagnose dieser Akzession nur durch nachvollziehbar beschriftetes Pflanzenmaterial und wiederholte Beobachtung möglich wäre.
taxonomy
Herkunft und Vergleich mit der Art
„Thomas Carow“ bezeichnet in diesem Codex eine gärtnerisch gehandelte Akzession von Drosera regia, nicht eine botanische Art, einen nachgewiesenen Naturfundort oder eine hier bestätigte registrierte Sorte. Als Entstehung der Linie wird eine Kreuzung zwischen einer rosa blühenden und einer nahezu weiß blühenden D. regia genannt. Unter den daraus entstandenen Sämlingen sollen hellrosa blühende Pflanzen aufgetreten sein, während rein weiße fehlten. Die genaue Identität beider Eltern, die Zahl der Sämlinge, die Auswahlgeneration und die Weitergabe des Pflanzenmaterials bis zu aktuell so bezeichneten Verkaufsstöcken sind nicht lückenlos dokumentiert. Diese Angaben erlauben keine lückenlose Zuordnung zu einer bestimmten Mutterpflanze.
Die zeitweilige Zuordnung zu einem oberen Wildfundort gilt nicht als gesicherte Provenienz. Für die Akzession liegen weder ein genetischer Fingerabdruck noch ein lückenlos dokumentierter Vermehrungsweg oder eine standardisierte Vergleichsbeschreibung vor. Hellrosa Blüten können ein berichtetes Auswahlmerkmal sein, reichen allein aber nicht für eine sichere Identifikation. Pflanzen, die unter demselben Handelsnamen geführt werden, müssen deshalb nicht zwingend identische Klone sein. Der Name dient hier als Sammlungsbezeichnung; Kreuzung und Blütenfarbe bleiben unsichere Herkunftsmerkmale. Der botanische Autor der Art bleibt Stephens; Thomas Carow wird nicht als Pflanzenzüchter behauptet.
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Carnivore Strategie
Drosera regia verwendet eine Klebefalle aus gestielten Drüsenhaaren. Die Drüsen bilden glänzende Schleimtropfen, an denen kleine Insekten und andere Gliederfüßer haften bleiben. Berühren sie weitere Tentakel, verstärkt sich der Kontakt; Blattbereiche können sich mit der Zeit längs einrollen und die Beute teilweise umschließen. Dieses langsame Biegen unterscheidet sich von einer abrupten Klappbewegung. Das Fangblatt bleibt währenddessen ein photosynthetisch aktives Organ. Verdauungssekrete lösen Nährstoffe aus dem Beutetier, die die Drüsenoberfläche aufnimmt. Die Pflanze gewinnt dadurch eine Ergänzung für die Nährstoffversorgung, aber kein Ersatz für ausreichende Beleuchtung oder einen funktionierenden Wurzelraum.
Für die Thomas-Carow-Akzession ist kein vom artspezifischen Fangmechanismus abweichender Mechanismus bekannt. Ihre vermutete Blütenfarbvariante sagt nichts über Drüsenzahl, Sekretmenge, Fanggeschwindigkeit oder Beutespektrum aus. Ob solche Unterschiede bestehen, ist ungeklärt. Auch eine sehr lange Blattspreite bedeutet nicht, dass jedes Blatt eine Beute vollständig einrollen muss; Reaktion und Ausmaß hängen von Blattzustand, Beutegröße und Bedingungen ab. In Kultur ist regelmäßiges Handfüttern nicht erforderlich. Häufiges Berühren oder Auslösen der Blätter bringt keinen belegten Nutzen. Bleiben Sekrettropfen aus, sollten zuerst Licht, Wurzelgesundheit, Wasserqualität und allgemeiner Entwicklungszustand geprüft werden, statt die Pflanze durch zusätzliche Reize oder Dünger zu belasten.
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Reproduktion und Lebenszyklus
Drosera regia vermehrt sich sexuell über Blüten und feine Samen sowie vegetativ über den verzweigten Rhizomstock und geeignete Wurzel- oder Blattstecklinge. Die rosa bis magentafarbenen Blüten stehen an einem langen, teils verzweigten Schaft. Ihre weiblichen Narben verändern während der Blütenentwicklung ihre Form; eine Aufnahmebereitschaft nach der Pollenfreisetzung kann die zeitliche Trennung der Geschlechtsfunktionen unterstützen. Selbstbefruchtung ist nicht ausgeschlossen, doch eine zweite, genetisch verschiedene Pflanze kann die Bestäubung unterstützen und die genetische Vielfalt der Nachkommen erhöhen. Nach Befruchtung entstehen Kapseln mit vielen kleinen Samen, die sauber geerntet und ohne Austrocknung oder Verwechslung ausgesät werden sollten.
Sämlinge einer rosa × nahezu weiß blühenden Kreuzung sind genetisch neue Individuen. Ihre Blütenfarbe kann variieren und bildet nicht automatisch die Thomas-Carow-Akzession nach. Eine vegetative Vermehrung ist geeigneter, wenn die Identität einer ausgewählten Mutterpflanze erhalten werden soll; Beschriftung und nachvollziehbare Trennung der Stecklinge sind dabei wesentlich. Wurzelstecklinge können zur vegetativen Vermehrung der Art dienen; eine Vermehrungsrate speziell für diese Akzession ist nicht bekannt. Für sie liegen keine überprüften Daten zu Keimquote, Blühalter, Selbstfertilität oder Stabilität der Blütenfarbe über mehrere Generationen vor. Aussaaten und Ableger sollten daher mit Elternpflanze, Methode, Datum und beobachteter Blütenfarbe protokolliert werden. Ohne diese Angaben ist eine Zuordnung der Nachkommen zum Handelsnamen nicht belastbar.
culture
Kulturrelevante Schlussfolgerungen
Die bereits verknüpfte Kulturgruppe und das Profil Drosera regia passen fachlich zu dieser Akzession. Entscheidend sind sehr helles Licht, reichlich verfügbare Feuchte und ein tiefer, lockerer Wurzelraum, der nicht dauerhaft sauerstoffarm wird. Die langen Blätter können bei guter Entwicklung erheblichen Platz beanspruchen. Ein tiefes Gefäß unterstützt die kräftigen Wurzeln; ein leichter, strukturstabiler Mix darf Feuchte halten und zugleich Wasserbewegung zulassen. Der Standort sollte die Wurzeln vor starker Erwärmung schützen. Die Art wächst im Naturraum an kühlen bis mäßig warmen Quell- und Sickerstellen, doch daraus lässt sich kein universeller Temperaturgrenzwert für jede Kultur oder jede Akzession ableiten.
Ein langsamerer Jahresabschnitt oder Hibernakelbildung kann vorkommen; eine obligatorische trockene Ruhe ist nicht belegt. Bei Veränderungen der Rosette sind Saison und Herkunft zu berücksichtigen, statt alle Blätter ganzjährig gleich zu bewerten. Die überlieferte Kreuzungsgeschichte und mögliche hellrosa Blüten begründen keine abweichende Bewässerung oder Düngung gegenüber der Art. Verwende mineralarmes Wasser und vermeide direkte Blattdüngung. Eine vorsichtige Wurzeldüngung kann bei D. regia positive Reaktionen hervorrufen; daraus folgen weder eine außergewöhnlich hohe Nährstofftoleranz noch eine sichere allgemeine Dosierung. Routinemäßige Düngung ist nicht nötig, und Versuche damit erfordern Zurückhaltung und Beobachtung. Das verknüpfte Kulturprofil sieht Sichtkontrollen alle 14 Tage im aktiven Wachstum, alle 21 Tage in der Ruhephase und alle 7 Tage für Sämlinge vor. Diese Intervalle steuern die Beobachtung und sind keine festen Gießtermine. Wasserstand, Verdunstung, Gefäß und Wetter bestimmen, wann tatsächlich nachgefüllt werden muss.
substrate
Substrat-Ökologie
Am Naturstandort wächst Drosera regia in feuchten bis nassen Sandstein- und Fynbosbereichen, wo Wasser an Quellhängen durch humoses Material, Torf und mineralisches Geröll sickert. Das Substrat hält genügend Feuchtigkeit, bleibt aber an den Wurzeln durchlässig und sauerstoffführend. Dieser Unterschied ist für die Kultur wichtig: ein dauerhaft gefüllter Untersetzer in verdichtetem, sauerstoffarmem Medium bildet keinen fließenden Quellstandort nach. Die tiefen Wurzeln profitieren von einem Gefäß, das weder rasch austrocknet noch bei Wärme in eine stagnierende, anoxische Zone kippt. Es gibt keine einzelne Naturbodenmischung, die für sämtliche bekannten Standorte quantitativ dokumentiert wäre.
Ein nährstoffarmes, lockeres Gemisch aus organischer Feuchtekomponente und strukturgebendem mineralischem Material kann als konservativer Kulturansatz dienen. Torf, langfaseriges Sphagnum und gewaschener Sand oder geeignete poröse Zuschläge sind mögliche Bestandteile; ihr Verhältnis muss an Gefäßtiefe, Klima und Bewässerung angepasst werden. Für die Thomas-Carow-Akzession ist kein separates Wurzel- oder Substratmerkmal bekannt. Kalk, Kompost, gedüngte Blumenerde und hartes Wasser erhöhen die Mineral- beziehungsweise Nährstofflast und sind ungeeignet. Beobachte den Wasserabzug und die Struktur über die Zeit, statt einen unbelegten pH-Wert oder ein einziges Mischungsverhältnis als Pflichtrezept festzuschreiben. Bei Verdichtung oder fauligem Geruch ist zuerst die Durchlüftung zu prüfen.
practice
Praxisnotizen
Beobachte bei dieser Akzession die für Drosera regia typischen langen, bandförmigen Fangblätter, die klebrigen Tentakel auf der Oberseite, die kräftigen Wurzeln und gegebenenfalls den saisonalen kompakten Vegetationspunkt. Für eine belastbare Dokumentation sollten Blattlänge, Rosettenzustand, Wasserführung, Licht und Jahreszeit gemeinsam notiert werden. Eine mögliche hellrosa Blüte wird erst sichtbar, wenn die Pflanze blühfähig ist; Blüten sollten aus mehreren Öffnungen und nicht nur anhand eines Fotos unter unbekannter Beleuchtung beurteilt werden. Die Kreuzungsgeschichte kann bei der Zuordnung helfen, ersetzt aber keine nachvollziehbare Pflanzenetikettierung. Eine Herkunft vom oberen Bainskloof-Fundort ist für diese Kulturpflanze nicht gesichert.
Das verknüpfte Profil gibt Sichtkontrollen alle 14 Tage im aktiven Wachstum, alle 21 Tage während einer Ruhephase und alle 7 Tage bei Sämlingen vor. Prüfe dabei Neuaustrieb, Wurzelraum, Substratstruktur und verfügbares Wasser. Die Intervalle sind Beobachtungsrhythmen, keine Bewässerungsanweisungen; bei Hitze oder rascher Verdunstung kann eine frühere Kontrolle sinnvoll sein. Bei Jungpflanzen sollte der Wurzelraum nicht austrocknen, während dauerhaft stehendes, sauerstoffarmes Wasser zu vermeiden ist. Halte Samen, Sämlinge und vegetative Ableger getrennt etikettiert. Vermerke Elternpflanze und Vermehrungsmethode, wenn der Akzessionsname weitergegeben wird. Eine Artaufnahme oder ein fremdes Bild darf nicht als Foto dieser spezifischen Linie ausgegeben werden.
sources
Quellenangaben
Taxonomie und natürliche Verbreitung
- Royal Botanic Gardens, Kew: Plants of the World Online – Drosera regia. Akzeptierter Name, Autorenschaft, Erstveröffentlichung und natives Areal.
- World Flora Online / e-Flora of South Africa: Drosera regia. Botanische Beschreibung, Blatt- und Blütenmerkmale sowie Standortangaben.
- South African National Biodiversity Institute: Red List – Drosera regia. Regionale Verbreitung, Hochlandhabitate und datierte Gefährdungsbewertung; die Einstufung wird nicht als aktuelle Rechtsauskunft für Kulturpflanzen ausgegeben.
Artmerkmale und Kulturbeobachtungen
- Hewitt-Cooper, N. (2012): “Drosera regia Stephens.” Carnivorous Plant Newsletter 41(3): 109–112. Wuchs, Fangblätter, saisonale Entwicklung und Kulturbeobachtungen.
- Barnard, H. (2022): “Hunting the king – Drosera regia trip report.” Carnivorous Plant Newsletter 51(4): 204–206. Feldbeobachtungen zu Hochlandstandorten und Sickerwasser. DOI: 10.55360/cpn514.hb100
- Gesellschaft für Fleischfressende Pflanzen e. V.: „Kultur von Drosera: Subgenus Regiae“. Einzelner Kulturbericht über lockeres Substrat, hohe Töpfe und positive Reaktion auf Wurzeldüngung; keine standardisierte Dosis- oder Toleranzmessung.
- “From endangered to engineered: in vitro conservation and transformation of Drosera regia.” Plant Cell, Tissue and Organ Culture (2026). Primäruntersuchung zu Nährsalz- und Zuckerstufen in steriler In-vitro-Kultur sowie zur Akklimatisierung; daraus lassen sich keine direkten Düngegrenzwerte für normale Topfkultur ableiten.
Einordnung der Thomas-Carow-Akzession
- Gesellschaft für Fleischfressende Pflanzen e. V.: Diskussion „Drosera regia Fundorte“. Gärtnerbericht zur rosa × nahezu weiß blühenden Kreuzung und zur Korrektur einer zunächst genannten Fundortzuordnung. Dies ist eine überlieferte Ersthand-Angabe, keine geprüfte Abstammungsdokumentation.
- Green Jaws: Drosera regia – Thomas Carow. Handelsbezeichnung und Verfügbarkeit; kein unabhängiger Herkunfts- oder Klonnachweis.
- International Carnivorous Plant Society: Registered Cultivars. Begrenzte Registerprüfung; das Ausbleiben eines Namens in diesem Register ist kein absoluter Beweis, dass der Name nirgends publiziert wurde.
Bildprüfung
In der lokalen Mediathek wurde die eindeutig auffindbare allgemeine Aufnahme einer Freilandpflanze nicht dieser Akzession zugeordnet. Eine frei lizenzierte Commons-Aufnahme zeigt eine allgemeine rosa blühende D. regia, aber keine nachweislich zur Thomas-Carow-Linie gehörende Pflanze; sie wurde deshalb nicht als Akzessionsbild verwendet. Für diese Akzession liegt derzeit kein passendes, rechtlich und inhaltlich belegtes Bild vor; die Bildfelder bleiben leer.
Chas leichner: „2018-08-01 17-14-38 (C)-2.jpg“, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0; geprüft und wegen fehlender Akzessionsprovenienz nicht übernommen.
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Zitierlink und Stand
Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Drosera regia — Thomas-Carow-Akzession, Stand 01.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/drosera-regia-thomas-carow/
