Drosera prolifera

Black Trap Codex

Drosera prolifera

Proliferierender Sonnentau

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Drosera
Kulturgruppe
Queensland-Drosera
Herkunft
Australien, Nordost-Queensland: Thornton Peak und Wasserläufe des Daintree-Gebiets.
Autor
C.T.White

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
3 / 5 · hell1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
feuchtBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
neinOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Black-Trap-Systemprofil

Substrat- und Strukturbedarf

BT-Air
hochLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
BT-Water
sehr hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
BT-Flow
mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
pH
4.5 - 6.2Zielbereich fuer die Substratreaktion.
BT-Density
niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
Kapillaritaet
hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.

Kulturgruppe

Queensland-Drosera

Kulturgruppe für tropische Drosera aus den feuchten Regenwald- und Bachuferhabitaten im nordoestlichen Australien. Die Arten wachsen warm, luftfeucht, schattig bis halbschattig und dauerhaft gleichmaessig feucht. Im Gegensatz zu vielen anderen Drosera reagieren sie empfindlich auf starke Sonne, trockene Luft, Ueberhitzung und austrocknendes Substrat.

Habitat-Logik

Queensland-Drosera besiedeln feuchte, geschuetzte Standorte in tropischen Regenwaldsystemen, haeufig an Bachufern, Sickerstellen, nassen Felsbereichen, moosigen Boeschungen oder dauerhaft feuchten Waldrandzonen. Die Standorte sind meist lichtgedaempft, luftfeucht und temperaturstabil. Direkte, harte Sonne spielt dort nur eine untergeordnete Rolle; wichtiger sind gleichmaessige Feuchtigkeit, bewegte feuchte Luft und ein kuehler bis maessig warmer Wurzelraum ohne Austrocknung.

Kultur-Logik

Diese Gruppe wird warm bis maessig warm, sehr luftfeucht und hell ohne harte Mittagssonne kultiviert. Ideal sind Terrarium, Vitrine, geschuetztes Gewaechshaus oder ein sehr stabiles Fensterbank-Setup mit hoher Luftfeuchte. Das Substrat sollte dauerhaft feucht bleiben, aber nicht faulig, verdichtet oder sauerstoffarm werden. Starke Temperaturspitzen, trockene Raumluft, direkte Sommersonne und lange Trockenphasen fuehren schnell zu Wachstumsstop, Blattverlust oder Rueckzug.

Substrat-Logik

Queensland-Drosera brauchen ein dauerhaft feuchtes, humoses bis moosiges, aber nicht verdichtendes Substrat. Im Black-Trap-System liegt der Fokus auf hoher Wasserstabilitaet bei mittlerer bis guter Luftführung. BT-Water ist hoch, weil das Substrat gleichmaessig feucht bleiben muss. BT-Air sollte mittel bis hoch sein, damit der Wurzelbereich trotz Feuchtigkeit nicht kippt. BT-Flow ist mittel: Wasser darf nicht stehen und faulen, aber ein sehr schneller Durchfluss wie bei Gebirgs- oder Quellmoorarten ist nicht das Ziel. BT-Density sollte niedrig bis mittel bleiben; schwere, kompakte Mischungen sind kritisch. Kapillarität ist hoch, weil gleichmaessiger Wasseraufstieg und stabile Feuchte wichtiger sind als harte Nass-Trocken-Wechsel.

Risiken der Kulturgruppe

Gattungsprofil

Drosera

Artenreiche Sonnentau-Gattung mit tropischen, temperierten und stark saisonalen Kulturtypen.

Habitat-Logik

Von tropischen Feuchtflächen und Regenwäldern über boreale Moore bis zu mediterranen Winterregen- und australischen Sandstandorten.

Kultur-Logik

Temperatur, Wasserführung und Ruhephase müssen konsequent an die jeweilige Kulturgruppe angepasst werden.

Substrat-Logik

Von dauerhaft nassen Torf- und Sphagnumsystemen bis zu sandreichen, stark durchströmten und saisonal trockeneren Medien.

Typische Fehler

Alle Drosera gleich kultivieren, Ruhephasen ignorieren, falsche Wasserführung und zu wenig Licht.

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

Verknuepfungen

Empfohlene Systemprofile

Core-Referenzprofil

Black Trap Blackwater

Huminstoffreiches, dauerhaft nasses Referenzprofil für warme Flachmoor-, Ufer- und Schwarzwasserhabitate.

BT-Air
mittel
BT-Water
sehr hoch
BT-Flow
niedrig
pH
4.00 - 5.50
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reference

Botanische Beschreibung

Drosera prolifera C.T.White ist ein ausdauernder Sonnentau aus den tropischen Regenwäldern Nordost-Queenslands. Die Rosette ist offen und vergleichsweise klein. Reife Fangblätter besitzen eine klar abgesetzte, nierenförmige Spreite auf einem längeren Blattstiel. Auf der Oberseite halten gestielte Drüsen kleine Beutetiere fest. Der Vegetationspunkt steht niedrig über dem feuchten Untergrund; ältere Blätter können sich auf den Boden legen. Dieses Blattbild unterscheidet die Art von den sehr langen, schmalen Blättern von D. adelae und von den breiteren, kaum gestielten Blättern von D. schizandra.

Besonders auffällig ist die Vermehrung am Blütenstand. Nach der Blüte kann an seinem Ende eine kleine neue Pflanze wachsen. Ein absinkender Stiel legt sie in Kontakt mit feuchtem Untergrund, wo sie sich etablieren kann. Dadurch entstehen dichte Gruppen aus genetisch gleichen Nachkommen. Die Blüte selbst ist klein und rötlich. Blüten und vegetative Tochterpflanze sind verschiedene Stadien desselben Stiels; ein Kindel allein beweist nicht, dass reife Samen entstanden sind.

Die Art wächst in feuchten, beschatteten Fels- und Bachrandbereichen des Daintree-Gebiets. Sie ist weder eine temperierte Hibernakelart noch eine Pflanze für eine kalkreiche Zimmerblumenerde. Ihre Kultur muss nasse Felsvorsprünge und Waldboden nicht wörtlich kopieren, soll aber dauerhafte Feuchte, luftigen Wurzelraum und Schutz vor starker Sonne bieten. Unterschiede zwischen tieferen Bachstandorten und kühleren Höhenlagen verhindern eine starre Temperaturformel für alle Herkunftslinien.

taxonomy

Taxonomie

Der akzeptierte Name ist Drosera prolifera C.T.White. Cyril Tenison White veröffentlichte die Art 1940; das Typusmaterial stammt von Thornton Peak in Nordost-Queensland. Die Art gehört zur Familie Droseraceae und zur Sektion Prolifera. Das Artepitheton spielt auf die auffällige Bildung von Tochterpflanzen am Blütenstandsende an. Diese Eigenschaft ist ein guter Erkennungshinweis, jedoch nicht allein diagnostisch: Vegetative Vermehrung kann auch bei anderen Sonnentauarten vorkommen und ihr Ausmaß hängt vom Entwicklungsstadium ab.

Die vier heute beschriebenen Arten der Sektion werden anhand ihrer erwachsenen Blätter und Blüten unterschieden. D. prolifera hat eine nierenförmige, klar gestielte Spreite. D. adelae trägt schmale lanzettliche Blätter, während D. schizandra überwiegend verkehrt eiförmige, kaum gestielte Blätter mit größeren Blüten besitzt. Die später beschriebene D. buubugujin zeigt ebenfalls breite Blätter und kann Kindel bilden, ist aber über Blütenmerkmale getrennt. Ältere Darstellungen einer „Drei-Schwestern-Gruppe“ sind historisch verständlich, umfassen den aktuellen beschriebenen Artenstand jedoch nicht vollständig.

Weder die enge Verwandtschaft noch ähnliches Schattenhabitat erlauben eine Übertragung sämtlicher Kulturwerte zwischen den Arten. Besonders die Blütenstands-Kindel von D. prolifera sollen im Datensatz nicht mit Wurzelausläufern von D. schizandra vermischt werden. Der bestehende Gattungslink Drosera und die Queensland-Kulturgruppe passen; die erfasste Autorenschreibweise C.T.White ist korrekt. Handelsformen ohne gesicherte Herkunft bleiben Kulturmaterial, keine bestätigten neuen Lokalvarianten.

ecology

Standort und Verbreitung

Drosera prolifera ist im tropischen Nordosten Australiens endemisch. Verifizierte Angaben konzentrieren sich auf Thornton Peak und Wasserläufe des Daintree-Gebiets. Das Typusmaterial wurde in geschützter Lage nahe dem Gipfel von Thornton Peak gesammelt; Feldbeobachtungen dokumentieren weitere Pflanzen an Bachrändern und moosigen Böschungen. Die Art ist damit räumlich deutlich enger begrenzt als der Name „Queensland-Sonnentau“ nahelegen könnte. Eine pauschale Verbreitung entlang der gesamten australischen Ostküste ist falsch.

Beschriebene Mikrostandorte sind nasse Felsen, moosige Vorsprünge und sandige Bachufer innerhalb von Regenwald. Einige Ufer können in starken Regenzeiten überflutet werden, während die Pflanzen auf höheren Böschungen etwas oberhalb des Wassers sitzen. An einem Tieflandstandort wurden dicht stehende Klonkolonien im Halbschatten beobachtet. In Gipfelnähe sind die Regenwaldvegetation offener und die Bedingungen kühler. Die vorhandenen Quellen nennen eine breite Höhenamplitude; eine einzelne Topftemperatur darf daraus nicht als artspezifisches Optimum abgeleitet werden.

Wichtiger als ein genauer Meterwert ist die Verbindung von hoher Luft- und Substratfeuchte, Schutz durch Vegetation und dennoch vorhandenem Streulicht. Die Pflanze ist an Mikroorte gebunden, an denen Tochterpflanzen eines absinkenden Blütenstiels anwachsen können. Fällt ein Ufer trocken oder wird der Schatten stark verändert, kann eine Kolonie beeinträchtigt werden. Sammlungsdaten sollen daher mindestens die bekannte Herkunftslinie und den Vermehrungsweg nennen, ohne sensible genaue Fundpunkte öffentlich preiszugeben.

ecology

Ökologische Anpassungen

Die nierenförmigen Blätter von D. prolifera bieten in einem feuchten Waldunterwuchs eine kleine, nach oben offene Fangfläche. Blattstiele heben sie über Streu und Moos, ohne die Pflanze in eine hoch aufragende Gestalt zu verwandeln. Klebetentakel können kleine Beute aufnehmen, während die grüne Blattfläche diffuses Licht nutzt. Weil das Habitat beschattet ist, darf aus der Zugehörigkeit zur Gattung nicht dieselbe direkte Sonnenexposition wie für offene Moorarten abgeleitet werden. Die beobachtete Blattform ist wesentlich für diese ökologisch andere Nutzung des Raums.

Die Bildung von Kindeln am Blütenstandsende ist eine besonders wirksame Ausbreitung über kurze Distanzen. Der zunächst aufrechte oder gebogene Stiel kann mit der Reife absinken; an seiner Spitze entsteht ein neues Pflänzchen. Bei feuchtem Kontakt zum Substrat wurzelt es und trägt zur dichten Kolonie bei. Diese lokale Klonbildung ist etwas anderes als Fernausbreitung durch Samen. Sie kann an einem geeigneten Bachrand schnell viel sichtbare Deckung erzeugen, ohne dass jede Rosette ein genetisch unabhängiges Individuum wäre.

Die Art besitzt faserige, teils fleischige Wurzeln und bleibt ausdauernd. Eine obligatorische Winterruhe mit festem Hibernakel ist nicht beschrieben. Trockenheit an einem einzelnen Standort kann Wachstum und Blütenbildung dennoch verändern. Daraus folgt weder eine planmäßige Trockenruhe noch die Zusage, jeder Klon halte beliebige Hitze aus. Im Kulturvergleich sollten Blattneubildung, Kindelbildung, Wasserstand und tatsächliche Luftbewegung beobachtet werden. Ein einfacher pauschaler Wert für „Tropenwärme“ würde den Unterschied zwischen Bachstandort und kühlerem Bergregenwald verdecken.

reference

Wuchsform und Morphologie

Reife Pflanzen von D. prolifera tragen eine lockere Rosette aus wenigen bis mehreren Blättern. Die Fangspreite ist rundlich bis nierenförmig und sitzt an einem deutlich sichtbaren Stiel. Ihre Oberseite ist mit Fangdrüsen besetzt, deren Tropfen im Streulicht auffallen. Blattstiele und die Unterseite der Spreite sind weniger drüsig. Junge Blätter stehen höher, ältere können sich dem Boden annähern. Diese Abfolge kann eine einzelne Pflanze auf Fotos ungleichmäßig erscheinen lassen; die reife Spreitenform bleibt für die Bestimmung wichtig.

Die Blütenstiele tragen wenige kleine, rötliche Blüten. Nach der Blüte kann an der Spitze ein vegetativer Trieb entstehen, der bei Bodenkontakt zur Tochterrosette wird. Der Stiel wirkt dann wie ein kurzer Ausläufer, ist morphologisch aber ein umgebildeter Blütenstand. Nicht jede junge Spitze ist schon bewurzelt. Wer Material abgeben will, wartet auf eigene Wurzeln oder dokumentiert den Übergang klar. Der Bau von Kelch, Kronblättern und Frucht kann für genaue taxonomische Vergleiche untersucht werden, sollte aber nicht durch grobes Zerlegen empfindlicher Kulturpflanzen erzwungen werden.

Die nierenförmige Spreite trennt typische Exemplare von den länglichen Blättern von D. adelae und den breiten, verkehrt eiförmigen von D. schizandra. Bei kleinen Sämlingen sind diese Unterschiede weniger deutlich. Die zuletzt benannte D. buubugujin zeigt ebenfalls eine proliferierende Blütenachse, besitzt aber andere Blütenmerkmale und eine andere Blattgeometrie. Für belastbare Zuordnung werden reifes Blatt, Blattstiel, offene Blüte und Art der Kindelbildung gemeinsam fotografiert. Handelsnamen oder ein einziges unscharfes Waldstandortfoto genügen nicht.

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Carnivore Strategie

D. prolifera fängt mit Klebetropfen auf der Oberseite ihrer nierenförmigen Blätter. Kleine Gliedertiere bleiben an gestielten Drüsen hängen, und die Blattdrüsen beteiligen sich an der Verdauung und Aufnahme gelöster Nährstoffe. Das System entspricht der Grundmechanik der Sonnentaue, doch die räumliche Anordnung unterscheidet sich von aufrechten langen Fangblättern: Die relativ kleinen Spreiten stehen an Stielen knapp über Moos, Fels oder Streu. Dadurch erreicht die Pflanze Beute im bodennahen, feuchten Waldraum.

Die Oberfläche glänzt nur bei funktionsfähigen Drüsen und ausreichendem Wasserhaushalt deutlich. Ein trockenes Blatt kann weniger Sekret zeigen; ältere Blätter können ihre Fangfunktion verlieren, während im Zentrum neue gebildet werden. Blattbewegungen dürfen nicht ohne Messung mit den schnellen Bewegungen anderer Arten gleichgesetzt werden. Die herangezogenen Feldquellen beschreiben vor allem Morphologie, Standorte und Kindelbildung, keine artspezifischen Fangzeiten, Enzymmengen oder Beutepräferenzen. Solche Zahlen werden aus dem alten Profil gestrichen.

Beutefang ergänzt die Versorgung an nährstoffarmen, nassen Stellen. Er macht eine starke Düngung des Wurzelraums nicht erforderlich und rechtfertigt keine regelmäßige Überfütterung empfindlicher kleiner Blätter. Ein sichtbarer Insektenrest kann am Blatt verbleiben, solange darunter lebendes Gewebe vorhanden ist. Bei fehlenden Tropfen prüft man Feuchte, Luftbewegung, Blattalter und Licht, bevor man eine einzige Ursache behauptet. In einer dichten Tochterkolonie können einige Blätter stärker beschattet sein als andere; Fang- und Wachstumsleistung variieren daher auch innerhalb eines Topfes.

reference

Reproduktion und Lebenszyklus

Die Art bildet kleine rötliche Blüten an verhältnismäßig langen Stielen. Nach dem Öffnen können Fruchtkapseln und Samen entstehen, doch Feld- und Herbarquellen dokumentieren die generative Phase weniger vollständig als die auffällige vegetative Vermehrung. Eine Blüte darf deshalb nicht automatisch als gesicherter Samenansatz beschrieben werden. Wer Saatgut gewinnen möchte, hält Blühdatum, Pollenspender und reife Kapsel auseinander. Die Nachkommen aus Samen sind genetisch nicht einfach mit einem vorhandenen Blütenstands-Kindel gleichzusetzen.

Der namensgebende vegetative Weg nutzt die Spitze des Blütenstandes. Dort entsteht nach der Blüte ein grüner Trieb, der später eine eigenständige Rosette tragen kann. Wird der Stiel länger und sinkt zum Boden, kann der Trieb auf einem feuchten Vorsprung wurzeln. Das erklärt dichte lokale Kolonien. Die Tochterpflanzen bleiben genetisch mit der Mutter identisch, solange keine sexuelle Fortpflanzung beteiligt war. Ein noch hängendes Kindel wird nicht als selbstständig eingetopfte Pflanze etikettiert, bevor es ausreichend Wurzeln besitzt.

Eine ausdauernde Wuchsweise ist taxonomisch dokumentiert; ein obligatorischer jährlicher Tod der Mutterpflanze ist nicht belegt. Ebenso wenig besitzt die Art eine kalte temperierte Winterknospe wie D. rotundifolia. Der Blühzeitpunkt kann unter Kulturbedingungen von der Feldbeobachtung abweichen. Für die Vermehrungsakte sind Mutterpflanze, Kindelnummer, eventuelle Saatlinie und Datum der Trennung wichtiger als eine behauptete exakte Zeit bis zur Bewurzelung. Unerwartete Blütenstands-Kindel bei ähnlichen Arten werden durch Vergleich der reifen Blätter geprüft.

culture

Kulturrelevante Schlussfolgerungen

Die bestehende Queensland-Gruppe und das warme Kulturprofil sind für D. prolifera grundsätzlich passend, wenn „warm“ nicht als heiß und „tropisch“ nicht als volle Sonne ausgelegt wird. Ein heller, abgeschirmter Platz mit hoher Feuchte und etwas Luftbewegung orientiert sich an nassen Regenwaldstellen. Das Wurzelmedium bleibt gleichmäßig feucht und locker. Eine flache Wasserschicht kann helfen, darf aber den Topf nicht dauerhaft in sauerstoffarmes, faulendes Wasser verwandeln. Direkte starke Mittagssonne kann in einem geschlossenen Behälter schnell überhitzen.

Standorte von tieferen Bachrändern bis in kühleren Bergregenwald sind dokumentiert. Darum sind die alten festen Tages-, Nacht- und Luftfeuchtebereiche keine artweiten Grenzwerte. Eine beobachtete Kulturreaktion wird anhand neuer Blätter, roter oder grüner Drüsen, Kindelbildung und Wurzelzustand bewertet. Ein kurzfristiger Rückzug bei Trockenstress darf nicht in eine empfohlene Trockenruhe umgedeutet werden. Das Artfeld „keine Winterruhe“ bleibt richtig, wenn es eine obligatorische kalte Pause meint. Der eingetragene Null-Wochen-Wert beschreibt jedoch keine spezielle gemessene Jahresphase.

Das verknüpfte Profil führt 14 Tage für aktive Pflanzen und 7 Tage für Sämlinge. Sein 21-Tage-Dormanzwert wird bei dieser Art ohne dokumentierten Rückzug nicht als normale Routine angewandt; für einen tatsächlich geschwächten Topf sind oft kürzere Abstände sinnvoll. Tochterrosetten am Blütenstiel werden erst getrennt, wenn ihre Wurzeln tragfähig sind. Geeignete Kulturaufzeichnungen nennen Licht, Wasserstand, Dauerfeuchte und Sommerhitze getrennt. So lässt sich reagieren, ohne eine einzige starre „ideale Tropentemperatur“ zu erfinden.

substrate

Substrat-Ökologie

Die dokumentierten Wildstandorte umfassen moosige Felsvorsprünge und feuchte sandige Bachufer. Daraus ergibt sich für Kultur vor allem eine physikalische Aufgabe: Wasser soll dauerhaft erreichbar bleiben, der Wurzelraum aber nicht zu feinem sauerstoffarmen Schlamm werden. Moosige oder faserige Bestandteile können Feuchte speichern, mineralische strukturstabile Anteile offene Poren schaffen. Ein identisches Rezept für alle Topfgrößen folgt daraus nicht. Auch ein organischer Waldstandort rechtfertigt keine stark gedüngte Standardblumenerde.

Die Kindel an absinkenden Blütenständen brauchen eine feuchte, nicht verkrustete Oberfläche, um Wurzeln zu bilden. In sehr dichtem, von Algen bedecktem Substrat können sie zwar aufliegen, aber schlechter einwachsen. Gleichzeitig darf die Oberfläche bei nur leichtem Wasseranstau nicht trocken werden. Kleine Gefäße reagieren schneller auf Hitze und Feuchteschwankungen als größere; Topfgröße, Schatten und Luftbewegung sind deshalb Teil des Substratverhaltens. Die bestehenden Prozentvorgaben für Torf, Rinde und Perlit sind keine artspezifischen Feldwerte.

Mineralarmes Wasser vermeidet langfristige Salzansammlung. Das Profil der Queensland-Gruppe enthält ein enges pH-Fenster, das hier als Gruppenmodell und nicht als experimentell geprüfte Schwelle für D. prolifera zu lesen ist. In der Artkarte werden starre pH- und Leitfähigkeitswerte nicht übernommen. Beobachtet werden Geruch, Struktur, Durchwurzelung, Wachstum und ob neue Kindel auf dem Substrat Fuß fassen. Bei einer Änderung wird möglichst nur eine Kulturkomponente gleichzeitig angepasst, damit die Ursache später nachvollziehbar bleibt.

practice

Praxisnotizen

Zur Identifizierung einer Kulturpflanze werden eine reife nierenförmige Spreite, ihr deutlich sichtbarer Blattstiel, die kleinen rötlichen Blüten und ein gegebenenfalls entstehendes Kindel am Blütenstandsende dokumentiert. Junge Tochterpflanzen sind für eine sichere Bestimmung oft weniger geeignet. Die später beschriebene vierte Art der Sektion macht alte „Drei Schwestern“-Etiketten nicht automatisch falsch, aber sie verlangt bei unklarer Herkunft sorgfältigere Blüten- und Blattvergleiche. Eine Händlerbezeichnung wird nicht ohne Prüfung zu einer lokalisierten Wildherkunft umgeschrieben.

Wenn Blätter trocken oder durchsichtig werden, werden zunächst Wasserstand, Topfoberfläche, Luftzirkulation und Licht geprüft. Eine schattige Pflanze kann dennoch unter zu wenig nutzbarem Licht leiden; gleichzeitig ist starke direkte Sonne für den Regenwaldrand kein allgemeines Heilmittel. Ein noch nicht bewurzeltes Blütenstands-Kindel wird feucht gehalten und mit seiner Mutterpflanze verbunden gelassen. Bei Umtopfen bleiben die zarten Wurzeln und vorhandenen Verbindungstriebe möglichst ungestört. Für aussagekräftige Kulturvergleiche werden Herkunft und Klonbezeichnung getrennt notiert.

Die aktive Gattung, Queensland-Gruppe und das Kulturprofil sind verknüpft. Die vorhandenen 14 Tage im Wachstum und 7 Tage bei Sämlingen sind verwendbar; 21 Tage als Ruheintervall gelten nur bei tatsächlich beobachtetem Rückzug, nicht als Aufforderung zur Trockenruhe. Exakte Temperatur- und Luftfeuchteoptima des Altdatensatzes werden wegen fehlender Artmessung zurückgenommen. Im Export steht keine Bilddatei, obwohl ein allgemeines Lizenzetikett vorhanden ist. Das etikettiert kein konkretes Bild. Ohne Artidentität, Urheber, direkte Datei und kommerziell freie Lizenz wird kein Foto ergänzt.

sources

Quellenangaben

Quellenstand 28.09.2026. Kulturwerte sind aus Feldstandort und dokumentierter Sammlungspraxis abgeleitet, nicht als universelle Temperaturoptima gemessen.

  • Royal Botanic Gardens, Kew: Drosera prolifera C.T.White, Plants of the World Online. Akzeptierter Name, Autor, 1940, Queensland und ausdauernde Wuchsweise. Abruf 28.09.2026. Taxondatensatz.
  • Australian Tropical Herbarium und CSIRO: Drosera prolifera, Australian Tropical Rainforest Plants. Typus, nierenförmige Blätter, Blütenstands-Kindel, moosige Fels- und Bachstandorte. Abruf 28.09.2026. Artdatenblatt.
  • Richard Nunn und Greg Bourke (2017): An account of Drosera section Prolifera, Carnivorous Plant Newsletter 46(3), S. 92–100. Eigene Feldbeobachtungen, Artvergleich, Thornton Peak und Noah Creek. Abruf 28.09.2026. Fachartikel.
  • Michael T. Mathieson und Susan L. Thompson (2020): Drosera buubugujin und Schlüssel zur Sektion Prolifera, Austrobaileya 10(4), S. 549–557. Aktuelle Trennung von vier Arten, besonders Blatt- und Blütenmerkmale. Abruf 28.09.2026. Originalartikel.
  • International Carnivorous Plant Society: Carnivorous Plant Digestion and Nutrient Assimilation. Allgemeiner Drüsenmechanismus, nicht für artspezifische Messwerte. Abruf 28.09.2026. Fachübersicht.

Zitieren

Zitierlink und Stand

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Aktueller Stand28.09.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Drosera prolifera, Stand 28.09.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/drosera-prolifera/