Drosera lanata

© Rosťa Kracík · CC BY 3.0 cz · Quelle

Black Trap Codex

Drosera lanata

Wolliger Sonnentau

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Drosera
Herkunft
Queensland, Australien
Autor
K.Kondo

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
3 / 5 · mittel1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
4 / 5 · sehr hell1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
feuchtBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
neinOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
mittelWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Kulturgruppe

Drosera – Petiolaris-Komplex

Kulturgruppe für die warmtropischen australischen Arten des Drosera-petiolaris-Komplexes.

Habitat-Logik

Tropisches Nordaustralien mit heißer Regenzeit, hoher Lichtintensität und deutlich trockenerer, weiterhin warmer Jahreszeit.

Kultur-Logik

Ganzjährig warm und sehr hell kultivieren; während der aktiven Phase hohe Wasserverfügbarkeit, saisonal geringeren Wasserstand zulassen.

Substrat-Logik

Offen, sandig-mineralisch bis schwach organisch, nährstoffarm und gut durchströmt.

Risiken

Kälteempfindlich
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung
Empfindlich gegen zu viel Wasser in der Winterruhe

Gattungsprofil

Drosera

Artenreiche Sonnentau-Gattung mit tropischen, temperierten und stark saisonalen Kulturtypen.

Habitat-Logik

Von tropischen Feuchtflächen und Regenwäldern über boreale Moore bis zu mediterranen Winterregen- und australischen Sandstandorten.

Kultur-Logik

Temperatur, Wasserführung und Ruhephase müssen konsequent an die jeweilige Kulturgruppe angepasst werden.

Substrat-Logik

Von dauerhaft nassen Torf- und Sphagnumsystemen bis zu sandreichen, stark durchströmten und saisonal trockeneren Medien.

Typische Fehler

Alle Drosera gleich kultivieren, Ruhephasen ignorieren, falsche Wasserführung und zu wenig Licht.

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

  • Kälteempfindlich
  • Empfindlich gegen zu wenig Licht
  • Empfindlich gegen Substratverdichtung
  • Empfindlich gegen zu viel Wasser in der Winterruhe

reference

Botanische Beschreibung

Drosera lanata K.Kondo ist ein mehrjähriger Sonnentau der Sektion Lasiocephala aus der Familie Droseraceae. Er bildet eine basale Rosette mit gestielten Fangblättern und einer besonders dichten, wolligen Behaarung. Die klebrigen Drüsententakel sitzen zwischen den Haaren und fangen kleine Insekten. Der Blütenstand ragt über das Laub und trägt mehrere Blüten.

Die Art ist in Queensland beheimatet und an warme, saisonal feuchte Tropen angepasst. Sie ist kein knollenbildender, winterharter Sonnentau. Bei der Kultur ist zwischen einer natürlichen Trockenzeit und einem kühlen Winter zu unterscheiden; die Pflanze bleibt auch in einer langsameren Phase wärmebedürftig.

taxonomy

Taxonomie

Der akzeptierte Name lautet Drosera lanata K.Kondo, Familie Droseraceae. Die Art wurde von Katsuhiko Kondo beschrieben; das Epitheton lanata leitet sich von der wolligen Behaarung ab. Sie gehört zur australischen Sektion Lasiocephala und wird im Gartenbau dem Petiolaris-Komplex zugerechnet.

Wollige Blätter allein sind nicht immer genug, um D. lanata sicher von verwandten Arten oder nicht beschriebenen Formen zu unterscheiden. Fundort, Blattmerkmale, Blütenstand und jahreszeitliche Behaarung sollten zusammen dokumentiert werden. Nunn und Lowrie weisen darauf hin, dass nahe Verwandte im Feld verschieden aussehen und saisonale Merkmale variieren können.

ecology

Standort und Verbreitung

D. lanata ist nach Nunn und Lowrie in Queensland heimisch, mit Nachweisen in der Region um Mareeba, Chewko und Undara. Die Art wächst in sandigen oder kiesigen, gut drainierten Böden, in offenen Wäldern und auf flach verwittertem Granit. Im Mareeba-Gebiet werden gut drainierte, helle Weißsandstandorte genannt; die Blüte fällt dort typischerweise in die warme Regenzeit.

Die Standorte sind sonnig und warm, können aber saisonal trocken werden. Die Nordhalbkugel verschiebt den Kalender gegenüber Queensland. Kulturpflanzen brauchen viel Licht, Wärme und gutes Wasserabzugsvermögen; ein kalter Winter und dauerhaft nasser Wurzelraum passen nicht zur dokumentierten Ökologie.

ecology

Ökologische Anpassungen

Die dichte wollige Behaarung vergrößert die Oberfläche, an der Feuchtigkeit aus Tau und nebliger Morgenluft kondensieren kann. Feldbeobachtungen des Petiolaris-Komplexes beschreiben, wie Wassertropfen an Haaren gesammelt und zur Pflanzenbasis geleitet werden. Gleichzeitig schützt der Haarfilz das Laub vor direkter Austrocknung und starker Sonneneinstrahlung.

Das ist eine Anpassung an warmes, saisonales Nordaustralien, keine Aufforderung, die Pflanze dauerhaft nass zu halten. Sandige Böden laufen rasch ab; die Pflanze kann Feuchtigkeit aus Morgennebel und Regen nutzen. Die Wachstumsphase und die Trockenzeit werden durch natürliche Saisonalität gesteuert, nicht durch kalte Temperaturen.

reference

Wuchsform und Morphologie

Die Blattstiele und Blattflächen sind dicht mit hellen bis rötlichen, wollig wirkenden Haaren bedeckt; unter Vergrößerung lassen sich Drüsententakel zwischen dem Indumentum erkennen. Die Rosette sitzt bodennah und kann bei kräftigem Wachstum kompakt erscheinen. Der Blütenstand trägt mehrere helle oder rosafarbene Einzelblüten; die genaue Färbung kann variieren.

Die Behaarung ist saisonal veränderlich. Vergleichende Feldbeobachtungen nah verwandter Petiolaris-Formen berichten, dass Blattbehaarung in Trockenzeiten dichter erscheinen kann. Für D. lanata bleibt die dichte Behaarung ein markantes Diagnosemerkmal, jedoch sollten Blüten, Herkunft und weitere Blattmerkmale mit aufgenommen werden.

reference

Carnivore Strategie

Die klebrigen Drüsententakel halten kleine Insekten auf der Blattfläche fest. Nach dem Fang werden Verdauungsenzyme abgegeben und gelöste Nährstoffe über die Blattdrüsen aufgenommen. Die Haare selbst sind nicht alle Klebfäden; ein erheblicher Teil bildet das wollige Indumentum, das Feuchtigkeit sammeln und die Blattoberfläche schützen kann.

Die Pflanze ist eine Klebfalle und keine Fangklappe wie Dionaea. Während saisonal trockener Phasen kann die Fangfläche reduziert werden, aber bei aktivem Wachstum bleibt die Feuchte der Wurzelzone wichtig. Beute muss nicht zugeführt werden, wenn die Pflanze unter hellem Licht natürlich kleine Insekten fängt.

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Reproduktion und Lebenszyklus

Die Art blüht in Queensland meist in der warmen, feuchten Jahreszeit; Nunn und Lowrie geben für beobachtete Populationen eine Blüte von Januar bis März an. Nach Bestäubung reifen Samenkapseln mit feinem Saatgut. Monatsangaben sind an die Südhalbkugel gebunden und können zwischen Jahr, Standort und Kultur abweichen.

Für eine Nachzucht frische Samen hell und warm auf eine feuchte Oberfläche aussäen. Die feinen Sämlinge sind zunächst wenig behaart und sollten nicht mit ausgewachsenen Pflanzen verwechselt werden. Bei Erhaltung einer bestimmten Feldherkunft die Samen getrennt halten und Standortangaben am Etikett belassen.

culture

Kulturrelevante Schlussfolgerungen

Hell, warm und gut belüftet kultivieren. Ein mineralarmer, gut drainierter Topf steht während aktiven Wachstums regelmäßig feucht, darf in der saisonalen Trockenphase aber deutlich weniger Wasser erhalten. Ein kontrollierter saisonaler Rückgang ist nicht dasselbe wie eine kalte Winterruhe. Bei unbekannter Herkunft zunächst das Wachstum und die Blätter beobachten.

Die starke Behaarung schützt teilweise vor Wasserverlust, ersetzt aber kein Gießen während der aktiven Phase. Staunässe und ein verdichtetes Substrat können Wurzeln schädigen. Profilrhythmus: aktive Kontrollen alle 14 Tage, verlangsamte Phase alle 30 Tage, Sämlinge alle 7 Tage. Saisonzeiten auf die bekannte Queensland-Herkunft abstimmen.

substrate

Substrat-Ökologie

Dokumentierte Standorte besitzen Sand oder Kies, teils verwitterten Granit, und drainieren gut. Eine lockere Mischung aus Torf oder Sphagnum, Sand und Perlit oder Bims hält Feuchte ohne Verdichtung. Der pH-Wert sollte leicht sauer bleiben. Reiner Torf kann im kleinen warmen Topf zu lange nass und sauerstoffarm werden.

Mineralarmes Wasser verwenden. Während des Wachstums regelmäßig, aber nicht überflutend gießen; bei natürlichem Rückgang die Wassermenge reduzieren. Ein grober Zuschlag erleichtert die Luftzufuhr in der Wurzelzone. Das Medium soll die feuchten sandigen Mikrostandorte abbilden, nicht trockenen Wüstensand oder einen sumpfigen Torfblock.

practice

Praxisnotizen

Beobachte die Dichte und Farbe der Haare über mehrere Monate. Bei abnehmender Behaarung kann ein Kulturunterschied vorliegen, doch zunächst Licht und Temperatur prüfen, bevor die Art infrage gestellt wird. Blattunterseiten und Rosettenmitte vorsichtig kontrollieren; die feinen Haare nicht mit starkem Wasserstrahl oder Fingern abreiben.

Das verknüpfte Profil sieht alle 14 Tage aktive Kontrollen, alle 30 Tage während verlangsamten Wachstums und alle 7 Tage bei Sämlingen vor. In der Ruhephase Feuchte und Blattbasen sichten, aber nicht künstlich kalt stellen. Kulturmaßnahmen an Feldherkunft und beobachtetem Saisonverlauf ausrichten.

sources

Quellenangaben

Zitieren

Zitierlink und Stand

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Aktueller Stand27.09.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Drosera lanata, Stand 27.09.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/drosera-lanata/