Black Trap Codex

Drosera buubugujin

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Drosera
Herkunft
Zwei bislang bekannte Parks auf der südöstlichen Cape York Peninsula, Queensland; genaue Fundpunkte sind aus Naturschutzgründen nicht publiziert
Autor
M.T.Mathieson

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
4 / 5 · anspruchsvoll1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
3 / 5 · hell1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
nassBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
neinOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
mittelWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Kulturgruppe

Drosera buubugujin – Regenwaldufer der Prolifera-Gruppe

Drosera buubugujin ist eine großblättrige Rosette der Sektion Prolifera. Reife Blätter sind überwiegend oblanzettlich bis obovat. Seitliche, oft waagerecht gehaltene Blütenstände tragen kleine Blüten und bilden nach der Blüte regelmäßig eine Jungpflanze an der Spitze.

Habitat-Logik

Endemisch in Muundhi und Juunju Daarrba Nhirrpan National Parks im südöstlichen Cape York. Bachufer, Galeriewald, Sandsteinrinnen, Sand und Humus mit Moos sowie sickerfeuchte Felsabsätze.

Kultur-Logik

Zustandskontrolle alle 14 Tage im aktiven Wachstum, alle 21 Tage bei saisonal reduziertem Wachstum und alle 7 Tage bei Sämlingen. Hitze, Austrieb, Wasserverlust, Blüte und Samenreife erfordern zusätzliche Kontrollen. Das sind Beobachtungsintervalle, keine Gießtermine.

Substrat-Logik

Ein luftiges, nährstoffarmes und wasserhaltendes Substrat ermöglicht beständige Feuchte ohne das sauerstoffarme Verdichten schwerer Erde. Die Naturstandortangabe „Bachufer“ bedeutet nicht, dass die Wurzeln unter Wasser stehen sollen. Eine leichte Beschattung der Topfoberfläche und ausreichend Raum für eine ausgewachsene Rosette sind sinnvoll; dichter Pflanzenbesatz kann die großen Blätter mechanisch beschädigen. Ungedüngte organische Komponenten mit mineralischer Struktur werden maßvoll eingesetzt; universelle pH- oder EC-Zielwerte sind nicht artspezifisch publiziert. Am Naturstandort wachsen die Pflanzen auf Sand und Humus unter Moos, an Bachufern sowie bei Sickerquellen. Ein Kulturmedium sollte daher Feuchtigkeit puffern, darf aber nicht zu dicht zusammenfallen. Eine leichte Oberflächenabdeckung kann Verdunstung begrenzen; sie darf den Rosettenmittelpunkt nicht überwuchern. Der Topf soll genügend Volumen für eine breite Rosette und fleischige Wurzeln haben. Düngegaben sind nicht angezeigt; exakte pH- oder EC-Zielwerte hat die Artbeschreibung nicht ermittelt.

Gattungsprofil

Drosera

Artenreiche Sonnentau-Gattung mit tropischen, temperierten und stark saisonalen Kulturtypen.

Habitat-Logik

Von tropischen Feuchtflächen und Regenwäldern über boreale Moore bis zu mediterranen Winterregen- und australischen Sandstandorten.

Kultur-Logik

Temperatur, Wasserführung und Ruhephase müssen konsequent an die jeweilige Kulturgruppe angepasst werden.

Substrat-Logik

Von dauerhaft nassen Torf- und Sphagnumsystemen bis zu sandreichen, stark durchströmten und saisonal trockeneren Medien.

Typische Fehler

Alle Drosera gleich kultivieren, Ruhephasen ignorieren, falsche Wasserführung und zu wenig Licht.

reference

Botanische Beschreibung

Drosera buubugujin ist eine ausdauernde Rosettenpflanze mit vier bis zwölf aktiven, oft asymmetrisch angeordneten Blättern. Reife Rosetten erreichen gewöhnlich etwa zehn bis 26 Zentimeter Durchmesser. Ihre länglichen Spreiten liegen halb aufrecht, niederliegend oder fast am Boden; schmale Fanghaare mit roten Drüsenköpfen tragen reichlich Schleim. Von der ähnlichen D. schizandra unterscheidet sie vor allem die seitliche Präsentation des Blütenstands, kleinere Blüten, kurze dicke zweilappige Staubfadenenden und überwiegend verkehrt-lanzettliche bis verkehrt-eiförmige Blätter.

Die Erstbeschreibung grenzt sie ausdrücklich von D. schizandra ab: Dort sind die Blüten deutlich größer, der Blütenstand meist aufrecht und die Staubfadenenden tiefer sowie weiter zweilappig. D. buubugujin zeigt dagegen überwiegend oblanzettliche Blätter und nach der Blüte regelmäßig ein Pflänzchen am Ende des seitlichen Blütenstands. Diese Merkmale erklären den eigenständigen Artstatus. Ein Bild der Blüte neben einer Maßskala ist besonders wichtig, weil ein fünf Millimeter großer Blütenkopf auf einem Weitwinkelbild leicht überschätzt wird.

taxonomy

Taxonomie

Mathieson beschrieb die Art 2020 als vierte Art der Sektion Prolifera. Sie wurde anhand lebenden Materials, Spiritusmaterial, Herbarbelegen und Feldstudien diagnostiziert. Der Name wurde in Zusammenarbeit mit den Muundhi- und Juunju-Gemeinschaften vergeben; er bezeichnet eine eigenständige Art und keine lokale Form von D. adelae, D. prolifera oder D. schizandra. Die exakten Typuskoordinaten werden aus Schutzgründen zurückgehalten. Die Erstbeschreibung empfahl aufgrund des sehr kleinen bekannten Areals die Einstufung Critically Endangered; das ist als Empfehlung dieser Quelle kenntlich zu machen.

Mathieson und Thompson benannten die Art in Abstimmung mit den Traditional Owners; der Name bezieht sich auf die Buubu-Gujin-Länder, zu denen die Fundparks gehören. Die Typuslokalität wird zum Schutz ausdrücklich nicht genauer angegeben. Die Erstbeschreibung empfahl Critically Endangered nach den damals angewendeten Kriterien; der Codex kennzeichnet dies als Empfehlung der Erstbeschreibung und nicht als automatisch aktuellen amtlichen Gefährdungsstatus. POWO und IPNI sichern zusätzlich die akzeptierte Namensform und Autorenschaft.

ecology

Standort und Verbreitung

Bislang ist die Art aus Muundhi und Juunju Daarrba Nhirrpan National Parks auf der südöstlichen Cape York Peninsula bekannt. Feldbilder und Typusangaben verorten sie an Bachufern im tropischen Regenwald. Die genaue Lokalität ist in der Erstbeschreibung bewusst nicht offengelegt. Die Verbreitung darf daher nicht aus dem Kartenpunkt auf ein ganzes Großareal hochgerechnet werden. Im Gegensatz zu den saisonal trockenen nordaustralischen Arten verlangt dieses Uferhabitat hohe und verlässliche Feuchte im Wurzelraum.

Die belegten Vorkommen beschränken sich auf zwei nahe gelegene Nationalparks der Cape York Peninsula Aboriginal Land. Dort wächst die Art an Bachufern in Galeriewald sowie in Sandsteinschluchten, auf humusreichem Sand, häufig zwischen Moosen. Auch Felsstufen mit Quellen und Sickerwasser sind beschrieben. Während der Regenzeit können Uferpflanzen von fließendem Wasser überströmt werden. Diese seltene Beobachtung ist kein allgemeiner Kulturauftrag, die Pflanzen dauerhaft unter Wasser zu halten.

ecology

Ökologische Anpassungen

Die großen, schleimtragenden Blätter bilden aktive Fallen in einer schattigen, sehr feuchten Waldumgebung. Fleshy roots tragen dunkle Schuppen; an verletzten Wurzeln können Tochterpflanzen entstehen, während die Spitze des Blütenstands nach der Blüte regelmäßig ein Pflänzchen bildet. Damit erklären vegetative Wege die weitgehend klonalen Kolonien. Ein trockenes Ruhefenster, das für saisonale Knollendrosera sinnvoll ist, wäre mit der dokumentierten Bachuferökologie unvereinbar.

Die Art besiedelt nasse, beschattete Randbereiche im tropischen Regenwald und kann saisonale Überflutung tolerieren. Gleichzeitig zeigt ihre fleischige Wurzel, dass Pflanzenmaterial nicht beliebig ausgerissen werden sollte: beschädigte Wurzeln können Tochterpflanzen bilden, was eine Regeneration ermöglicht, aber keine Einladung zum Teilen ist. Das am Blütenstandsende entstehende Pflänzchen begründet einen weiteren Klonweg. Die lokalen Kolonien bestehen daher weitgehend aus vegetativ verbundenen oder genetisch ähnlichen Pflanzen. Feuchtigkeitskontrollen berücksichtigen deshalb sowohl freie Drainage als auch einen konstant versorgten Wurzelraum, besonders nach der Regenzeit.

reference

Wuchsform und Morphologie

Die Wurzeln sind fleischig, zylindrisch, wenig verzweigt und schwarzbraun beschuppt. Stipeln sitzen oberseits an der Blattbasis und sind klein, dreieckig sowie tief zerschlitzt. Die Spreite ist ganzrandig, oblanzettlich bis verkehrt-eiförmig und 25 bis 150 Millimeter lang. Ihre Oberfläche trägt durchscheinende weiße bis rosafarbene Fanghaare mit roten Drüsen. Ein bis fünf schneckenförmig eingerollte Blütenstände stehen seitlich aus den Blattachseln und tragen sechs bis 38 weit auseinanderliegende Blüten.

Reife Rosetten haben meist 10 bis 26 Zentimeter Durchmesser und vier bis zwölf aktive Blätter; jüngere Pflänzchen besitzen zunächst kleinere, deutlich gestielte rundliche Blätter. Ausgewachsene Spreiten sind 25 bis 150 Millimeter lang und 12 bis 40 Millimeter breit. Die oberseits durchscheinenden Fanghaare enden in roten Drüsenköpfen. Ein bis fünf schneckenförmig eingerollte Blütenstände entspringen seitlich, werden halbaufrecht bis waagerecht gehalten und tragen sechs bis 38 Blüten. Diese Kombination ist diagnostischer als die Größe allein.

reference

Fangstrategie

Die langen Fanghaare geben große Mengen klebriger Verdauungsflüssigkeit ab und sitzen besonders auf der Blattspreite. Der schlanke seitliche Blütenstand mit Abstand zwischen den Blüten ist eine diagnostische Eigenschaft, aber keine Fangfläche wie das Laub. Die kleinen Blüten messen ungefähr fünf Millimeter im Durchmesser, deutlich weniger als bei D. schizandra. Beute und Fangverhalten wurden in der taxonomischen Erstbeschreibung nicht als artspezifische experimentelle Messreihe untersucht; daraus werden keine behaupteten Beutespezialisierungen oder Fangraten abgeleitet.

Die Oberseite trägt lange, schleimproduzierende Fanghaare, die bei Aktivität reichlich Verdauungsflüssigkeit absondern. Anders als eine klassische Klebfalle mit flacher runder Lamina wirkt die Spreite bei D. buubugujin groß und länglich; sie sollte nicht mit D. adelae verwechselt werden, deren Blätter schmal lanzettlich sind. Die Erstbeschreibung liefert keine experimentelle Messung von Beutepreferenz oder Verdauungsgeschwindigkeit. Aussagen dazu bleiben entsprechend zurückhaltend und werden nicht aus der Größe der Tentakel abgeleitet.

reference

Reproduktion und Lebenszyklus

Nach Abschluss der Blüte bildet der Blütenstand zuverlässig ein Pflänzchen an seiner Spitze. Der Spross kann so weiterwachsen, während sich entlang der Wurzeln ebenfalls Tochterpflanzen bilden können. Diese klonale Reproduktion passt zu den getrennten Kolonien mit wenigen genetisch unterschiedlichen Individuen. Für die Erhaltung ist es nützlich, Saatgutvermehrung und vegetative Vermehrung im Protokoll zu unterscheiden. Das Abschneiden eines Blütenstands vor der Jungpflanzenbildung würde einen beobachteten Reproduktionsweg unterbrechen.

Nach dem Blühen entsteht am distalen Ende des Blütenstands zuverlässig eine Jungpflanze. Diese kann nach Kontakt mit geeignetem Substrat anwachsen und bildet dann eine neue Rosette. Auch an beschädigten Wurzeln können Pflänzchen auftreten. Der sexuelle Weg über Samen ist weniger gut dokumentiert: In der Erstbeschreibung wurde trotz umfangreicher Suche nur ein Samen gefunden. Der Codex trennt deshalb beobachtete vegetative Vermehrung von einer nur ergänzend möglichen, noch schwach belegten Samenvermehrung.

culture

Kulturrelevante Schlussfolgerungen

Die Art erhält ein eigenes Profil für Prolifera-Regenwaldbedingungen. Der Wurzelraum bleibt konstant feucht, während ein helles, gefiltertes Lichtangebot und hohe Luftfeuchte die natürlicherweise schattige Uferlage abbilden. Kein Sommertrocknen oder kühle Knollenruhe. Große, dünne Blätter reagieren empfindlich auf trockene Luft und abrupte Standortwechsel. Der Topf sollte zugleich nicht sauerstoffarm sumpfig werden; gleichmäßige Feuchte, Luftbewegung und sauberes Wasser sind wichtiger als eine pauschale Temperaturzahl, für die die Erstbeschreibung kein Kultur-Optimum ermittelt.

Das Regenwaldprofil verlangt dauerhaft zugängliche Feuchte und Schutz vor starkem, ungefiltertem Sonnenstress. Die großen Blätter brauchen Platz und dürfen nicht an trockenen Luftströmen austrocknen. Hohe Feuchte darf jedoch nicht mit stehendem, sauerstoffarmem Wasser im Wurzelraum gleichgesetzt werden. Wenn Blätter welken, kontrolliere zuerst Luftfeuchte, Wassertemperatur, Durchlüftung und Wurzelzustand. Das Profil sieht Kontrollen alle 14 Tage im Wachstum und zusätzliche Beobachtung von Blütenstandspflänzchen vor.

substrate

Substrat-Ökologie

Ein luftiges, nährstoffarmes und wasserhaltendes Substrat ermöglicht beständige Feuchte ohne das sauerstoffarme Verdichten schwerer Erde. Die Naturstandortangabe „Bachufer“ bedeutet nicht, dass die Wurzeln unter Wasser stehen sollen. Eine leichte Beschattung der Topfoberfläche und ausreichend Raum für eine ausgewachsene Rosette sind sinnvoll; dichter Pflanzenbesatz kann die großen Blätter mechanisch beschädigen. Ungedüngte organische Komponenten mit mineralischer Struktur werden maßvoll eingesetzt; universelle pH- oder EC-Zielwerte sind nicht artspezifisch publiziert.

Am Naturstandort wachsen die Pflanzen auf Sand und Humus unter Moos, an Bachufern sowie bei Sickerquellen. Ein Kulturmedium sollte daher Feuchtigkeit puffern, darf aber nicht zu dicht zusammenfallen. Eine leichte Oberflächenabdeckung kann Verdunstung begrenzen; sie darf den Rosettenmittelpunkt nicht überwuchern. Der Topf soll genügend Volumen für eine breite Rosette und fleischige Wurzeln haben. Düngegaben sind nicht angezeigt; exakte pH- oder EC-Zielwerte hat die Artbeschreibung nicht ermittelt.

practice

Praxisnotizen

Pflegekontrollen erfassen Blattdurchmesser, neue Blattzahl, Seitentriebe am Blütenstand und Feuchte im Wurzelraum. Beim Trennen eines Pflänzchens wird dessen Verbindung zur Mutterpflanze dokumentiert und die exakte Naturfundstelle nicht weiter verbreitet. Die Erstbeschreibung hält den Erhaltungszustand aufgrund zweier bekannter Schutzgebiete für relevant; unerlaubte Entnahme oder Weitergabe ungenauer Fundpunkte ist zu vermeiden. Nahaufnahmen von Blütenstandslage und kleinen weißen Blüten verhindern eine Verwechslung mit den drei bekannteren Schwesterarten.

Notiere Durchmesser, Zahl aktiver Blätter, Position des seitlichen Blütenstands und das Erscheinen der Jungpflanze am Schaftende. Die exakten Fundkoordinaten bleiben aus Schutzgründen unveröffentlicht; verwende in Kulturunterlagen nur die publizierte Gebietsangabe. Verwende keine Abbildungen aus der Erstbeschreibung als vermeintlich freie Pflanzenfotos, denn die Veröffentlichung weist keine entsprechende freie Bildlizenz aus. Beim Vermehren bleibt die Mutterpflanze erhalten, und Klonableger werden mit ihrer Verbindung zur Herkunftslinie dokumentiert. Sensible Ortsdaten und unlizenzierte Publikationsfotos werden weder in öffentliche Steckbrieftexte noch in Bildfelder übernommen.

sources

Quellenangaben

Zitieren

Zitierlink und Stand

Zitierlink
Aktueller Stand05.10.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Drosera buubugujin, Stand 05.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/drosera-buubugujin/