Drosera burmanni

© Jan Wieneke · CC BY-SA 3.0 · Quelle

Black Trap Codex

Drosera burmanni

Tropischer Sonnentau

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Drosera
Herkunft
Tropisches und subtropisches Asien bis zum westlichen Pazifik
Autor
Vahl

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
3 / 5 · mittel1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
4 / 5 · sehr hell1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
nassBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
neinOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
mittelWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Kulturgruppe

Drosera – tropische Rosetten-Einjährige

Kulturgruppe für warmtropische, kurzlebige Rosettenarten wie Drosera burmannii und Drosera sessilifolia.

Habitat-Logik

Saisonal sehr feuchte tropische und subtropische Offenstandorte mit warmen Temperaturen und hoher Lichtintensität.

Kultur-Logik

Während des gesamten aktiven Lebenszyklus warm, sehr hell und dauerhaft feucht bis nass kultivieren.

Substrat-Logik

Nährstoffarm, sauer bis schwach sauer, wasserhaltend und gleichzeitig ausreichend offen.

Risiken

Kälteempfindlich
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung

Gattungsprofil

Drosera

Artenreiche Sonnentau-Gattung mit tropischen, temperierten und stark saisonalen Kulturtypen.

Habitat-Logik

Von tropischen Feuchtflächen und Regenwäldern über boreale Moore bis zu mediterranen Winterregen- und australischen Sandstandorten.

Kultur-Logik

Temperatur, Wasserführung und Ruhephase müssen konsequent an die jeweilige Kulturgruppe angepasst werden.

Substrat-Logik

Von dauerhaft nassen Torf- und Sphagnumsystemen bis zu sandreichen, stark durchströmten und saisonal trockeneren Medien.

Typische Fehler

Alle Drosera gleich kultivieren, Ruhephasen ignorieren, falsche Wasserführung und zu wenig Licht.

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

  • Kälteempfindlich
  • Empfindlich gegen Austrocknung
  • Empfindlich gegen zu wenig Licht
  • Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung

reference

Botanische Beschreibung

Drosera burmanni Vahl ist ein kleiner, meist kurzlebiger Sonnentau aus der Familie Droseraceae. Die spatelförmigen Blätter bilden eine kompakte Rosette dicht über dem Boden und tragen zahlreiche rote bis grüne, klebrige Fangtentakel. Am Rand sitzen zusätzlich verlängerte, nicht klebende Tentakel, die sich nach Beutekontakt zur Blattmitte bewegen können.

Die Art wächst in warmen, saisonal feuchten Tropen und wird in Kultur häufig als einjährig behandelt. Bei gleichmäßiger Wärme kann sie blühen und Samen ausreifen lassen, bevor die Mutterrosette abstirbt. Diese Strategie unterscheidet sich von der langlebigen Dionaea mit unterirdischem Rhizom und saisonaler Ruhephase.

taxonomy

Taxonomie

Der akzeptierte Name ist Drosera burmanni Vahl, Familie Droseraceae. Kew verwendet die Schreibweise burmanni mit einem i am Ende; ältere Gartenbauquellen schreiben häufig burmannii. In der Datenbank bleibt deshalb die taxonomisch geführte Form erhalten, während der gebräuchliche Suchname im Text bei Bedarf erwähnt werden kann.

Die Art gehört zu Drosera sect. Thelocalyx und ist eng mit der südamerikanischen D. sessilifolia verwandt. Beide teilen unter anderem einen fünfzähligen Fruchtknoten, unterscheiden sich aber in Areal und Blattmerkmalen. Für eine Bestimmung sind reife Blätter, Blüten und Herkunft gemeinsam heranzuziehen; eine kleine Rosette allein genügt nicht.

ecology

Standort und Verbreitung

D. burmanni kommt in tropischen und subtropischen Teilen Asiens und Australiens vor. Sie wächst auf offenen, feuchten, nährstoffarmen Böden, darunter saisonal vernässte Flächen und lichte Grasländer. Regenzeiten schaffen kurze Wachstumsfenster, in denen Keimung, schnelle Rosettenbildung, Blüte und Samenreife aufeinander folgen können.

Das breite Areal umfasst unterschiedliche Niederschlags- und Temperaturverhältnisse. Die Kartenkultur folgt daher einem warmen tropischen Grundprofil, nicht einem einheitlichen Mikroklima. Bei einer konkreten Herkunft sollten Jahreszeit und beobachtete Wachstumsphase berücksichtigt werden; eine kühle Winterruhe wie bei Dionaea ist nicht vorauszusetzen.

ecology

Ökologische Anpassungen

Die kompakte Rosette nutzt offene Bodenstellen und kann nach Feuchteeintrag rasch wachsen. Als kurzlebige Art investiert sie in frühe Beutefänge und Samenbildung, bevor die nächste Trockenphase einsetzt. Der klebrige zentrale Blattbereich hält Beute fest, während verlängerte Randtentakel die Beute schneller nach innen verlagern und so den Kontakt mit Verdauungsdrüsen erleichtern können.

Die Lebensstrategie beruht auf schneller Generationenfolge und Samen, nicht auf einem langlebigen unterirdischen Speicherorgan. Eine dichte Gras- oder Moosschicht kann junge Rosetten beschatten; offene, helle Bedingungen sind daher wichtig. Das bedeutet nicht, dass die Pflanze vollständig austrocknen soll, solange sie aktiv wächst.

reference

Wuchsform und Morphologie

Die Blätter sind kurz gestielt bis spatelförmig und stehen dicht in einer flachen Rosette. Auf der Blattfläche sitzen gewöhnliche klebrige Tentakel; am Blattrand stehen auffällig lange, oft rötliche Tentakel mit nicht klebenden Köpfen. Die Blüten erscheinen an einem aufrechten Schaft und sind bei sonnigem, warmem Wachstum gut sichtbar.

Die verlängerten Randtentakel unterscheiden die Fangoberfläche funktionell von einem bloßen Klebblatt. Sie sind keine kleinen Fangklappen und schließen die Rosette nicht. Die Ausprägung und Färbung wechseln mit Licht und Kulturzustand. Zur Bestimmung sollten Blattkontur und Randtentakel mit den Blütenmerkmalen verbunden werden.

reference

Carnivore Strategie

Die klebrigen Drüsententakel halten kleine Insekten fest und geben Verdauungssekrete ab. Zusätzlich reagieren die verlängerten, nicht klebenden Randtentakel mit einer schnellen Biegung zur Blattmitte. Die Bewegung hilft, Beute auf der Blattfläche zu fixieren; sie ist nicht mit den rasanten, echten Klappbewegungen von Dionaea gleichzusetzen. Das Blatt klappt nicht als Scharnier zusammen.

Die zentralen Drüsen verdauen Beute und nehmen gelöste Nährstoffe auf. Nicht jede Bewegung ist gleich schnell oder unter allen Bedingungen sichtbar. Ein mechanischer Reiz kann die Tentakelbewegung auslösen, doch unnötiges Anstupsen kostet Energie und ist für eine gesunde Kultur nicht erforderlich.

reference

Reproduktion und Lebenszyklus

Die Blüten stehen an einem aufrechten Blütenstand und können bei geeigneten Bedingungen Samen ansetzen. Die Art lässt sich in Kultur meist gut über Saatgut weiterführen; eine kontinuierliche Nachzucht ist sinnvoll, weil die Einzelrosette kurzlebig ist. Samen vor der Aussaat trocken und kühl lagern und möglichst frisch verwenden.

Bei Aussaat feines Saatgut auf die feuchte Substratoberfläche legen und nicht tief vergraben. Junge Sämlinge brauchen besonders gleichmäßige Feuchte und Licht. Eine Mutterpflanze, die nach der Samenreife abstirbt, zeigt bei dieser kurzlebigen Lebensform nicht automatisch einen Pflegefehler an.

culture

Kulturrelevante Schlussfolgerungen

Warm, sehr hell bis sonnig und während des aktiven Wachstums gleichmäßig feucht kultivieren. Die Art eignet sich für eine saisonale Aussaatkultur und benötigt keine kalte Winterruhe. Ein flacher Untersetzer kann Wasser verfügbar halten; der Topf sollte dennoch gut belüftet sein. Zu wenig Licht führt zu lockeren, schwachen Rosetten und verzögerter Blüte.

Frische Samen erlauben eine neue Generation, wenn die Mutterpflanze nach Blüte und Fruchtbildung nachlässt. Nicht dauerhaft düngen oder mit großen Beutetieren belasten. Die genaue Wachstumsgeschwindigkeit hängt von Wärme und Licht ab; die im Profil hinterlegten Kontrollabstände sind regelmäßige Sichtkontrollen und keine Entwicklungsfristen.

substrate

Substrat-Ökologie

Ein saures, nährstoffarmes Torf-Sand-Gemisch oder eine vergleichbare Karnivorenmischung hält Wasser und bleibt offen genug für feine Wurzeln. Am Naturstandort wächst die Pflanze in feuchten, nährstoffarmen Böden; dichter Lehm, Kalk und Blumenerde sind deshalb ungeeignet. Die Oberfläche soll Licht an die Rosettenbasis lassen.

Regen-, Osmose- oder destilliertes Wasser verhindert Salzschäden. Während des Wachstums darf das Medium nie vollständig austrocknen. Nach dem Ende der Vegetationsphase kann ein Saatguttopf etwas trockener gehalten werden, ohne alle Samen oder Sämlinge auszutrocknen. Algen und Moos auf der Oberfläche regelmäßig zurücknehmen.

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Praxisnotizen

Kontrolliere die Rosettenmitte auf neue Blätter und die Blütenstände auf reifende Kapseln. Bei hoher Samenproduktion können Sämlinge im selben Topf auflaufen; sie lassen sich frühzeitig vereinzeln, bevor sie einander beschatten. Eine sichtbare Tentakelbewegung ist bei ausgewachsenen Blättern unterschiedlich stark und darf nicht als alleiniger Gesundheitsindikator dienen.

Das Profil sieht Sichtkontrollen bei aktivem Wachstum alle 7 Tage, in der langsamen Phase alle 14 Tage und bei Sämlingen alle 5 Tage vor. Prüfe Feuchte, Licht und Samenreife. Diese Intervalle sind betriebliche Erinnerungen. Die Art wird nicht nach einem Dionaea-Winterkalender gepflegt.

sources

Quellenangaben

Zitieren

Zitierlink und Stand

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Aktueller Stand27.09.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Drosera burmanni, Stand 27.09.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/drosera-burmanni/