Black Trap Codex

Dionaea muscipula 'Weinrot'

Venusfliegenfalle

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Dionaea
Herkunft
Historische Growlist: DM120 „Weinrot“ (MM 2011). „MM“ ist dort nicht sicher aufgelöst; Auswahlperson und Ort bleiben offen. In den geprüften ICPS-Registerlisten kein passender Eintrag bestätigt.
Autor
J.Ellis

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Black-Trap-Systemprofil

Substrat- und Strukturbedarf

BT-Air
mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
BT-Water
hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
BT-Flow
mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
pH
3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
BT-Density
niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
Kapillaritaet
hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
Strukturstabilitaet
mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.

Kulturgruppe

Dionaea – temperierte Standardkultur

Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.

Risiken

Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung

Gattungsprofil

Dionaea

Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.

Typische Fehler

Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

  • Empfindlich gegen Austrocknung
  • Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
  • Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
  • Empfindlich gegen zu wenig Licht
  • Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
  • Empfindlich gegen Substratabbau

Verknuepfungen

Empfohlene Systemprofile

Core-Referenzprofil

Standard-Mix

Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.

BT-Air
8,6
BT-Water
7,6
BT-Flow
9,3
BT-Structure
9,4
BT-Capillary
2,5
BT-Density
5,1
BT-Compaction
3,0
Produkt ansehen

reference

Botanische Beschreibung

Dionaea muscipula ‘Weinrot’ ist eine benannte gärtnerische Auslese der Venusfliegenfalle. Wie bei der Art besteht die Pflanze aus einem kurzen Rhizom, aus dem eine bodennahe Rosette mit Blattstielen und endständigen Klappfallen entsteht. Die Falleninnenseiten sind überwiegend dunkelrot bis burgunderfarben; auch die Außenseiten der Lappen können rötlich getönt erscheinen. Die Blattstiele erscheinen überwiegend grün. Das passt zum Namen, belegt aber weder einen ganzjährig einheitlichen Farbton noch, dass alle Exemplare unter jedem Licht gleich stark ausfärben.

Die Falle ist aus zwei beweglichen Blattlappen aufgebaut. Am Rand sitzen die steifen, nach außen weisenden Cilien; auf den Innenflächen stehen die empfindlichen Auslöserhaare. Diese Organe sind auch bei ‘Weinrot’ nicht durch zusätzliche Fangkörper ersetzt. Einzelne Fallen zeigen teils auffällig längere Cilien als viele gewöhnliche Sämlinge; daraus lässt sich kein festes Längenmaß ableiten. Eine Beschreibung muss deshalb zwischen der üblichen Bauform der Art, der sichtbaren dunkelroten Pigmentierung und der nur an einzelnen Ansichten auffallenden Cilienlänge unterscheiden.

taxonomy

Taxonomie

Botanisch gehört ‘Weinrot’ zu Dionaea muscipula J.Ellis aus der Familie Droseraceae. Die Gattung Dionaea enthält nur diese eine anerkannte Art. Der Zusatz ‘Weinrot’ bezeichnet eine gärtnerisch benannte Auslese innerhalb der Art; er ist weder ein eigener wissenschaftlicher Artname noch eine natürliche Unterart. J.Ellis ist der botanische Autor von Dionaea muscipula und nicht der Züchter oder Ausleser dieses Klons.

‘Weinrot’ bezeichnet eine benannte gärtnerische Selektion innerhalb dieser Art, ist aber weder eine eigene botanische Rangstufe noch eine natürliche Varietät. Die Grundart bleibt Dionaea muscipula. Der Kultivarname kennzeichnet eine konkrete gärtnerische Auslese; er sagt für sich allein nichts über deren genetische Herkunft oder eine Kreuzung aus. J.Ellis ist ausschließlich der botanische Autor des Artnamens. Eine verlässliche Züchter- oder Ausleserautorschaft für ‘Weinrot’ lässt sich nicht zuordnen, und eine bestimmte Elternschaft ist nicht belegt. Eine unbeschriftete rote Pflanze kann deshalb nicht nachträglich allein anhand ähnlicher Fallen sicher diesem Klon zugewiesen werden. Für diesen Codex bleibt der Registrierungsstatus offen.

ecology

Standort und Verbreitung

Für den Kultivar ‘Weinrot’ ist kein natürlicher Fundort dokumentiert. Der Name ist an eine gärtnerisch erhaltene Pflanze gebunden, nicht an eine bestimmte Population, Landschaft oder Fundnummer. Herkunft aus einem Handelsbestand darf deshalb nicht in eine geographische Wildherkunft umgedeutet werden. Die Auswahlgeschichte ist von einer natürlichen Herkunft zu unterscheiden: Ein Verkaufsort oder eine Übergabe zwischen Sammlern wäre kein Wildfund.

Die Grundart Dionaea muscipula ist dagegen eng auf die Küstenebene im Osten North Carolinas und bis in den Nordosten South Carolinas beschränkt. Dort besiedelt sie offene, feuchte, saure und nährstoffarme Lebensräume wie Kiefern-Savannen, Feuchtwiesen und saisonal nasse Sandflächen. Viele Standorte werden durch Feuer oder andere Störungen offen gehalten; ohne ausreichend Licht kann Gehölzaufwuchs die niedrige Rosette verdrängen. Diese Verbreitungsdaten beschreiben die Art, nicht die Auswahlgeschichte von ‘Weinrot’. Weder die weinrote Färbung noch die Bezeichnung selbst begründen die Annahme, der Klon stamme aus einem besonders roten Wildbestand. Eine belastbare Herkunftsangabe müsste durch eine nachvollziehbare Übergabe- oder Selektionsdokumentation belegt sein.

ecology

Ökologische Anpassungen

Die ökologische Grundstrategie von ‘Weinrot’ ist diejenige der Venusfliegenfalle: Die Pflanze gewinnt den größten Teil ihrer Energie durch Photosynthese und ergänzt die Versorgung mit bestimmten Mineralnährstoffen durch gefangene Kleintiere. Das ist in den nährstoffarmen, sauren Böden des natürlichen Areals vorteilhaft. Die flache Rosette nutzt das starke Licht bodennaher Offenflächen, während Rhizom und Wurzeln in dauerhaft feuchtem Substrat verankert bleiben. Periodische Störungen begrenzen die Konkurrenz durch höhere Pflanzen.

Die dunkle Rotfärbung ist ein Pigmentmerkmal und kein Nachweis für eine andere ökologische Nische. Es gibt keine belastbare Untersuchung, dass ‘Weinrot’ wegen der Farbe mehr Beute anlockt, bessere Fangergebnisse erzielt oder Trockenheit, Schatten beziehungsweise härteres Wasser besser verträgt als andere Klone. Ebenso ist die im Namen angesprochene Färbung nicht als Anpassung an einen bestimmten Lebensraum beschrieben. Für die Kultur bleiben deshalb Licht, gleichmäßige Feuchte und ein nährstoffarmes Medium ausschlaggebend. Abweichungen, die durch Jahreszeit, Blattalter oder Kulturbedingungen entstehen, sollten als Reaktion des konkreten Bestands beobachtet werden und nicht vorschnell als neue ökologische Eigenschaft des Klons gelten.

reference

Wuchsform und Morphologie

‘Weinrot’ wächst als kleine bis mittelgroße Rosette aus einem kurzen, waagerechten Rhizom. Die Art bildet mehrere Blattgenerationen nacheinander; ältere Blätter werden dunkel und sterben ab, während aus dem Zentrum neue Fangblätter erscheinen. Der Blattstiel trägt am Ende zwei gelenkig verbundene Lappen. Ihre Außenränder sind mit Cilien besetzt, und auf den Innenseiten stehen die Auslöserhaare. Diese Merkmale gehören zum Bauplan der Art und sind keine Besonderheit des Namens.

Falleninnenseiten erscheinen überwiegend tief rotbraun bis burgunderrot; die Außenflächen wirken ebenfalls rötlich, aber der Farbton ist nicht in allen Ansichten gleich. Blattstiele und die übrige Rosettenbasis erscheinen meist grün. Die Cilien sind fein und teils auffällig lang, ohne dass sich eine verlässliche Standardlänge, Fallenbreite oder maximale Rosettengröße festlegen lässt. Fallen befinden sich je nach Blattalter in unterschiedlichen Öffnungsstellungen und Entwicklungsstadien. Für einen fairen Vergleich müssen deshalb vollständig entwickelte Fallen ähnlichen Alters betrachtet werden. Einzelne ältere, dunkle oder besonders lang bewimperte Blätter reichen nicht aus, um einen ganzen Bestand morphologisch zu beurteilen.

reference

Kultivar im Vergleich zur Art

Das am besten belegte Erkennungsbild von ‘Weinrot’ verbindet dunkelrote bis weinrote Fallen mit grünen Blattstielen. Zusätzlich fallen schmale, teils länger wirkende Randcilien auf; eine verbindliche Längenangabe oder ein publizierter Schlüssel, der den Klon allein über die Zähne sicher abgrenzt, liegt hier nicht vor. Die rote Färbung passt zur Namenswahl; junge und ältere Fallen im selben Bestand können dennoch unterschiedlich stark gefärbt sein. Als alleiniges Bestimmungsmerkmal ist der Farbton schwach: Lichtstärke, Blattalter und Saison verändern die Ausprägung auch bei anderen Venusfliegenfallen.

‘Weinrot’ darf daher nicht automatisch mit ‘Akai Ryu’, ‘Red Pluto’ oder beliebigen dunkelroten Pflanzen gleichgesetzt werden. Diese Namen haben jeweils eigene Auswahl- oder Registrierungsgeschichten; Farbähnlichkeit belegt keine Synonymie. Umgekehrt lässt sich eine unbeschriftete rote Pflanze nicht nachträglich zuverlässig als ‘Weinrot’ bestimmen, nur weil sie auf einem Foto ähnlich wirkt. Die auffällige Farbform allein liefert keine vollständige Diagnose; eine sichere Bestimmung setzt deshalb die verlässliche vegetative Herkunft aus einem entsprechend beschrifteten Bestand voraus. Ohne diese Herkunft ist „rote Dionaea“ die vorsichtigere Bestimmung.

reference

Carnivore Strategie

Die Falle von ‘Weinrot’ arbeitet nach demselben Schnappfallenprinzip wie bei der übrigen Art. Eine Berührung der sensorischen Haare erzeugt elektrische Signale; mehrere Reize innerhalb eines kurzen Zeitfensters lösen das schnelle Umschlagen der elastisch vorgespannten Lappen aus. Wird Beute erkannt, schließen die Ränder weiter und bilden eine abgedichtete Verdauungskammer. Enzyme lösen verfügbare Nährstoffe, die anschließend über spezialisierte Drüsen aufgenommen werden. Ohne passende Folge-Reize öffnet sich die Falle wieder, sodass nicht jede Berührung einen längeren Verdauungszyklus auslöst.

Die langen Randcilien, die in manchen ‘Weinrot’-Ansichten auffallen, sind nicht mit den inneren Auslöserhaaren zu verwechseln. Die Cilien umrahmen die Falle und können das Entkommen kleiner Beute erschweren; die Auslösung des Klappvorgangs erfolgt über die Haare auf der Falleninnenseite. Es gibt keine Messung, dass die Cilien bei diesem Klon in einer Weise verändert sind, die Fanggeschwindigkeit, Beutegröße oder Verdauungsleistung gegenüber der Art verändert. Auch die Rotfärbung ist für sich kein Beweis einer besseren Anlockung. Die für die Art untersuchten elektrischen und mechanischen Prozesse können deshalb erläutern, wie die Falle funktioniert, aber nicht unbelegte Sonderfähigkeiten von ‘Weinrot’ begründen.

reference

Reproduktion und Lebenszyklus

Die Erhaltung eines benannten Klons wie ‘Weinrot’ setzt vegetative Weitergabe aus einer identifizierten Mutterpflanze voraus. Dionaea bildet im Lauf der Zeit seitliche Wachstumspunkte und Tochterrosetten am Rhizom; diese lassen sich bei einer Teilung getrennt eintopfen. Blattstecklinge können ebenfalls neue Pflanzen hervorbringen. Solche Verfahren bewahren die individuelle Abstammung zuverlässiger als eine Aussaat und sind deshalb für den Erhalt eines konkreten Namens wichtig. Eine neue Pflanze sollte erst dann mit dem Klonnamen beschriftet werden, wenn ihre Verbindung zu einem korrekt etikettierten Bestand nachvollziehbar ist.

Nach Blütenbildung entstehen bei erfolgreicher Bestäubung Samen. Sämlinge sind genetisch neue Individuen und können von der Mutterpflanze in Farbe, Wuchs und Fallenform abweichen. Sie sind deshalb nicht automatisch weitere Exemplare von ‘Weinrot’, selbst wenn sie dunkelrote Fallen entwickeln. Ein benannter Klon kann außerdem blühen, ohne dass damit seine Herkunft oder seine Eigenschaften bewiesen wären. Für diesen Eintrag ist keine besondere Blüh-, Frucht- oder Keimrate dokumentiert. Junge Sämlinge wachsen zunächst langsamer als etablierte Teilstücke und sollten anhand ihrer eigenen Merkmale geführt werden. Die Herkunftsetikette sollte zusammen mit der Pflanze weitergegeben werden; eine bloße Ähnlichkeit oder ein unbestätigter Handelsname ersetzt keine Abstammungsinformation.

culture

Kulturrelevante Schlussfolgerungen

Für ‘Weinrot’ ist keine abweichende Kulturführung belegt. Maßgeblich sind daher die Anforderungen der temperierten Venusfliegenfalle: sehr viel Licht, gleichmäßig feuchtes Wurzelmedium und mineralarmes Wasser. An einen sonnigen Standort sollte die Pflanze nach längerer Innenhaltung schrittweise gewöhnt werden, damit ältere, lichtarm entwickelte Blätter nicht abrupt verbrennen. In saisonaler Außenkultur folgt das Wachstum dem Jahresgang mit einer kühleren Ruhephase. Dabei darf der Wurzelballen weder austrocknen noch dauerhaft unter einem Wasserstand stehen, der im kleinen, kalten Gefäß zu Sauerstoffmangel führt.

Die kräftige Rotfärbung, die den Namen erklärt, verlangt keine besondere Düngung. Dünger im Substrat kann empfindliche Wurzeln schädigen; die Nährstoffergänzung erfolgt bei Bedarf über geeignete Beute in einzelnen Fallen. Eine dunklere oder blassere Rosette ist nicht automatisch ein Kulturfehler, weil Pigment und Erscheinungsbild mit Licht, Temperatur und Blattalter schwanken. Ganzjährige Innenkultur ist nur mit ausreichend starker Zusatzbeleuchtung und einer zum gewählten Jahresrhythmus passenden Pflege sinnvoll. Es gibt keinen Beleg, dass ‘Weinrot’ eine bestimmte Temperatur, Luftfeuchte, Mindest-Winterruhe oder Fütterungsfrequenz benötigt, die vom verknüpften Standardprofil der Art abweicht.

substrate

Substrat-Ökologie

Das Substrat für ‘Weinrot’ soll die feuchten, sauren und nährstoffarmen Bedingungen abbilden, an die die Art angepasst ist. Es muss Wasser verfügbar halten, ohne die Wurzeln in einem kleinen Topf über lange Zeit luftarm einzuschließen. Un- oder schwach gedüngter Hochmoortorf beziehungsweise langfaseriges Sphagnum sind verbreitete Ausgangsstoffe; gewaschener Quarzsand kann die Struktur und Drainage verbessern. Die genaue Mischung hängt von Topfhöhe, Korngröße, Klima und Bewässerung ab und lässt sich aus dem Klonnamen nicht ableiten.

Entscheidend ist, dass keine Kalk- oder Düngerquellen in den Wurzelraum gelangen. Leitungswasser mit hoher Salzfracht kann sich im Topf anreichern, während mineralarmes Regen-, Umkehrosmose- oder geeignetes destilliertes Wasser das Risiko senkt. Das Substrat sollte zwischen den Kontrollen gleichmäßig feucht bleiben; eine stehende Wasserschicht direkt an der Rosette ist nicht erforderlich. Mit der Zeit zersetzt sich organisches Material und verändert die Porenstruktur. Ein lockerer, frischer Wurzelraum unterstützt dann neue Wurzeln und stabilen Austrieb. Es gibt keine Untersuchung, die ‘Weinrot’ ein eigenes Substrat, einen besonderen pH-Bereich oder eine gegenüber anderen Venusfliegenfallen erhöhte Salztoleranz zuschreibt.

practice

Praxisnotizen

Die Farbe sollte an mehreren ausgewachsenen Fallen und über mehr als einen Austrieb beurteilt werden. Für einen sinnvollen Vergleich helfen Fotos unter gleicher Beleuchtung, mit ähnlichem Weißabgleich und aus gleicher Blickrichtung; ein einzelnes Produktfoto kann Licht, Belichtung oder den Zustand einer ausgesuchten Falle nicht standardisieren. Notiert werden können Innen- und Außenfarbe, Grünanteil der Blattstiele, Cilienlänge im Verhältnis zur Fallenfläche und Blattalter. So lässt sich erkennen, ob die dunkelrote Erscheinung im eigenen Bestand wiederkehrt oder nur einzelne Blätter betrifft. Eine Messung sollte mehrere Fallen einbeziehen und als Beobachtung des Bestands, nicht als unveränderliches Artmerkmal gekennzeichnet sein.

Für die Profilkontrolle gelten die Intervalle des verknüpften Kulturprofils: 14 Tage im aktiven Wachstum, 30 Tage während der Ruhephase und 7 Tage bei Sämlingen. Bei Hitze, kleinen Töpfen, frischer Teilung oder raschem Wasserverbrauch ist eine frühere Sichtkontrolle sinnvoll. Der Wasserstand, der Zustand des Zentrums und der Neuaustrieb sind dabei aussagekräftiger als das wiederholte Auslösen einer Falle. Eine neu erworbene Pflanze sollte zunächst stabil anwachsen, bevor Fallenform und Rotanteil abschließend bewertet werden. Den Namen ‘Weinrot’ mit der Herkunft der Mutterpflanze dokumentieren; Sämlinge und ähnlich gefärbte unbeschriftete Pflanzen getrennt führen.

sources

Quellenangaben

Name, historische Verwendung und Registerlage

Botanik, Ökologie und Kultur der Art

Fallenfunktion

Bildrechte und Evidenzgrenzen

Die lokale Mediathek enthält allgemeine Venusfliegenfallen und Bilder anderer benannter Klone, jedoch kein eindeutig als ‘Weinrot’ belegtes eigenes Foto. Die exakte Händlergalerie wurde ausschließlich zur Sichtprüfung genutzt. Für ein passendes externes Bild wurde keine kommerziell kompatible freie Lizenz verifiziert; deshalb wurde kein Bild übernommen. Der historische Zusatz „MM 2011“ dokumentiert einen Listenstand und eine Kurzsignatur, aber keine gesicherte vollständige Urheberschaft oder geografische Herkunft. Die eingesehenen Registerlisten bestätigen keinen ICPS-Eintrag; dieser Befund wird nicht als endgültiger Nachweis fehlender Publikation oder Registrierung überinterpretiert.

Zitieren

Zitierlink und Stand

Zitierlink
Aktueller Stand30.09.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'Weinrot', Stand 30.09.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-weinrot/