Black Trap Codex

Dionaea muscipula — Viridis

Venusfliegenfalle

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Dionaea
Herkunft
Gärtnerischer Handelsname; Urheber, Auswahlort und vegetative Herkunft für diese Akzession nicht gesichert.
Autor
J.Ellis

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Black-Trap-Systemprofil

Substrat- und Strukturbedarf

BT-Air
mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
BT-Water
hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
BT-Flow
mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
pH
3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
BT-Density
niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
Kapillaritaet
hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
Strukturstabilitaet
mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.

Kulturgruppe

Dionaea – temperierte Standardkultur

Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.

Risiken

Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung

Gattungsprofil

Dionaea

Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.

Typische Fehler

Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

  • Empfindlich gegen Austrocknung
  • Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
  • Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
  • Empfindlich gegen zu wenig Licht
  • Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
  • Empfindlich gegen Substratabbau

Verknuepfungen

Empfohlene Systemprofile

Core-Referenzprofil

Standard-Mix

Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.

BT-Air
8,6
BT-Water
7,6
BT-Flow
9,3
BT-Structure
9,4
BT-Capillary
2,5
BT-Density
5,1
BT-Compaction
3,0
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reference

Botanische Beschreibung

„Viridis“ wird für eine im Handel angebotene Venusfliegenfalle verwendet, deren Name eine grüne Erscheinung nahelegt. Die vorliegende Produktseite führt lediglich „Dionaea muscipula – Viridis“ und nennt Sonne, Winterruhe und eine mögliche Wuchshöhe; eine konkrete Diagnose von Blattstellung, Fallenform, Zahnung oder Innenfarbe fehlt. Andere gärtnerische Nachschlagewerke beschreiben mit diesem Namen sehr hellgrüne oder vollständig grüne Pflanzen, doch sie dokumentieren keine gemeinsame Herkunft und keine einheitliche Klonlinie. Diese Angaben belegen eine Verwendung des Namens, aber keine stabil definierte Auslese. Deshalb wird hier weder „immer grün“ noch „frei von rotem Pigment“ als gesicherte Eigenschaft jedes unter „Viridis“ verkauften Exemplars behauptet.

Der Pflanzenkörper selbst entspricht der Venusfliegenfalle: Ein unterirdisches Rhizom bildet eine bodennahe Rosette aus Laubblättern. Jedes Blatt besteht aus einer Blattbasis, einem meist flachen oder schmalen Blattstiel und der am Ende sitzenden, zweilappigen Fangfalle. Auslösehaare liegen auf den inneren Lappenflächen; bewegliche Randfortsätze umgeben die Falle. Solche Artmerkmale erklären, wie eine Dionaea aufgebaut ist, sie identifizieren aber keine besondere „Viridis“-Linie. Für den vorliegenden Namen fehlen eine veröffentlichte Klondiagnose, verlässliche Maße, benannte Urheber und dokumentierte vegetative Weitergabe. Der Codex behandelt „Viridis“ daher als ungeklärte gärtnerische Bezeichnung innerhalb von Dionaea muscipula, deren tatsächliche Merkmale am konkreten Bestand geprüft werden müssen.

taxonomy

Taxonomie und Namensstatus

Der akzeptierte Artname lautet Dionaea muscipula J.Ellis; die Art gehört zur Familie Droseraceae und ist die einzige anerkannte Art ihrer Gattung. „Viridis“ ist hier kein botanischer Artname, keine gültig beschriebene Unterart und nach dem verfügbaren Registerabgleich auch kein dort eingetragener Dionaea-Kultivar. Der aktuelle Datenbankstatus für Dionaea muscipula ‘Viridis’ ist nomenklatorisch ungeklärt. Eine historische Checkliste für den internationalen Handel führt die gärtnerische Benennung forma viridis ausdrücklich als hort. nom. nud.; das ist ein Hinweis auf einen unzureichend veröffentlichten Namen, nicht auf eine anerkannte botanische Form. Die Datensätze begründen deshalb keine bestimmte Abstammung oder formal gesicherte Kultivarautorschaft.

Die dokumentierte gärtnerische Verwendung darf dennoch sachlich festgehalten werden: Ein Händler verkauft eine Pflanze unter dem Namen „Viridis“, und einzelne sekundäre Übersichten gebrauchen ihn für sehr hellgrüne beziehungsweise grüne Venusfliegenfallen. Daraus folgt nicht, dass alle so etikettierten Pflanzen genetisch identisch sind. Ebenso wenig darf „Viridis“ automatisch mit den registrierten Kultivaren ‘All Green’ oder ‘Justina Davis’ gleichgesetzt werden. Diese Namen besitzen jeweils eigene, veröffentlichte Beschreibungen; sie sind keine austauschbaren Übersetzungen für jede grüne Pflanze. Das Profil bleibt für die Auffindbarkeit als Handelsetikett bestehen, der taxonomische Status wird jedoch als unklar dokumentiert. Eine verifizierte Urheber- oder Kultivarautorschaft für den vorliegenden Eintrag ist nicht belegt.

habitat

Standort und Verbreitung

„Viridis“ hat kein nachgewiesenes natürliches Areal. Es ist ein gärtnerisches Etikett, dessen konkreter Ursprung und Auswahlgeschichte für diesen Eintrag nicht ermittelt sind. Die natürliche Verbreitung der Grundart Dionaea muscipula ist auf die atlantische Küstenebene von North und South Carolina im Südosten der Vereinigten Staaten beschränkt. Die Herkunftsangabe „Nordamerika“ auf einer Produktseite bezieht sich allenfalls auf die Art oder die verkaufte Pflanze und weist keinen Fundort einer besonderen „Viridis“-Population nach. Es gibt keine belastbare Dokumentation, dass grüne Exemplare unter diesem Namen aus einer eigenen Wildpopulation stammen.

Die Art wächst an offenen, feuchten und nährstoffarmen Stellen, darunter Kiefern-Savannen, feuchte Sandflächen und sphagnumreiche Lebensräume. Saure Böden, hohe Lichtverfügbarkeit und ein im Jahreslauf schwankender Wasserstand prägen viele Standorte. Feuer und andere natürliche Störungen halten Gehölze zurück und begrenzen Beschattung; Änderungen der Hydrologie und zunehmende Verbuschung können geeignete Flächen verkleinern. Diese ökologischen Angaben gehören zur Grundart. Sie lassen sich nicht als besonderer Standortanspruch von „Viridis“ ausgeben, da dafür weder ein Herkunftsnachweis noch ein Vergleich mit gewöhnlichen Pflanzen vorliegt. Ein Kulturstandort soll daher die offene, helle und feuchte Ökologie der Art abbilden, ohne einen spezifischen Fundort oder eine abweichende Ökologie des Namens zu erfinden.

ecology

Ökologische Einordnung

Wie andere Venusfliegenfallen betreibt eine unter „Viridis“ verkaufte Pflanze Photosynthese und nutzt ihre Fallen, um einen Teil der mineralischen Nährstoffe aus tierischer Beute zu gewinnen. Die natürlichen Böden sind nährstoffarm; Beutefang ergänzt die Versorgung, ersetzt aber nicht die Energiegewinnung über Licht. Die Namensform „Viridis“ und die sekundär berichtete helle oder grüne Färbung reichen nicht aus, um einen bestimmten Pigmentzustand, eine Photosyntheseleistung oder besondere Lichttoleranz festzustellen. Es fehlen standardisierte Beobachtungen derselben vegetativen Linie unter kontrollierten Lichtbedingungen. Auch ein möglicher Unterschied zur normalen Art bei Nährstoffaufnahme, Fanghäufigkeit oder Wachstum ist nicht nachgewiesen.

Die Rosette und das Rhizom durchlaufen den saisonalen Jahresgang der temperierten Art. Licht, Wasserverfügbarkeit und eine kühle Ruhephase beeinflussen Austrieb und Blattbildung. Eine grüne Erscheinung beweist weder Schattenverträglichkeit noch eine geringere Abhängigkeit von direkter Sonne; sie kann ohne Herkunfts- und Verlaufsdaten nicht als Anpassung an dunklere Standorte interpretiert werden. Ebenso gibt es keinen Beleg, dass eine unter diesem Handelsnamen gelieferte Pflanze auf dauerhaft warme oder nährstoffreichere Kultur spezialisiert ist. Für die Pflege wird daher die Ökologie der Art zugrunde gelegt. Die Bezeichnung liefert einen Prüfhinweis für die sichtbare Laubfarbe, aber keine Grundlage für eine eigenständige ökologische oder physiologische Einstufung.

morphology

Wuchsform und Morphologie

Für die unter „Viridis“ angebotene Pflanze liegt keine belastbare morphologische Kultivardiagnose vor. Das Etikett allein klärt nicht, ob „grün“ alle Blattteile einschließt, ob bei starker Besonnung rötliche Bereiche auftreten oder ob nur die Fallen beziehungsweise junge Blätter besonders hell erscheinen. Händlerangaben führen keine Fallenmaße, Blattstiellängen, typische Rosettengröße oder besondere Zahnung auf. Einzelne sekundäre Beschreibungen nennen eine sehr helle oder vollständig grüne Erscheinung, sind aber keiner überprüfbaren einheitlichen Klonherkunft zugeordnet. Diese Beobachtungen werden deshalb als Namensgebrauch wiedergegeben und nicht in feste Merkmale der gesamten Akzession umgewandelt.

Zur Grundmorphologie der Art gehören ein kurzes Rhizom, rosettig angeordnete Blätter und die endständigen zweilappigen Fallen mit Auslösehaaren und Randzähnen. Ihre Größe und Haltung verändern sich im Laufe des Jahres sowie mit Alter, Licht und Kulturbedingungen. Die Verkäuferangabe „bis 20 cm“ ist eine allgemeine Maximalangabe zur Wuchshöhe, aber kein gemessener Richtwert für einen stabil identifizierten „Viridis“-Klon. Für eine spätere Bestimmung sollte der Bestand über mehrere Wachstumsperioden dokumentiert werden: vollständige Färbung von Blattbasis, Blattstiel, Fallenaußen- und Falleninnenseite, Blattstellung, Fallenform, Maße und eventuelle saisonale Rotfärbung. Ohne solche Daten darf keine konkrete Blatt- oder Fallenform hinzugedichtet werden.

reference

Kultivar im Vergleich zur Art

Der derzeit sichere Unterschied von „Viridis“ zu einer botanischen Artbeschreibung ist vor allem der Status des Namens: Er wird im Handel verwendet, ist aber nicht als eindeutig diagnostizierter, registrierter Dionaea-Kultivar belegt. Eine sekundäre Übersicht verbindet ihn mit sehr hellgrüner Färbung, während die konkrete Händlerseite keine solche Diagnose und keine Vergleichsmerkmale liefert. Daher lässt sich derzeit nicht behaupten, dass jedes Exemplar ohne Rotfärbung bleibt oder eine bestimmte Wuchsform besitzt. Für die einzelne Pflanze können Helligkeit und fehlende sichtbare Rotanteile als beobachtete Eigenschaften protokolliert werden, aber sie begründen ohne belastbare Herkunft keine allgemeingültige Klonbeschreibung.

Eine Gleichsetzung mit etablierten grünen Kultivaren wäre irreführend. ‘All Green’ ist ein separat registrierter Name mit veröffentlichter Beschreibung, die unter anderem überwiegend niederliegende Blätter und eine fehlende sichtbare Rotfärbung nennt. ‘Justina Davis’ ist ebenfalls als eigener Kultivar beschrieben; die Diagnose betont das Ausbleiben orangefarbener oder roter Färbung auch bei voller Sonne. ‘Green Schuppenstiel’ ist eine weitere eigenständige Auslese, deren schuppig gerunzelte Blattbasen kennzeichnend sind. Keine dieser Diagnosen ist automatisch auf „Viridis“ übertragbar. Das Etikett darf nicht als Synonym behandelt werden; für eine sichere Verbindung wären dokumentierte Herkunft oder eine verlässliche Übernahme des jeweiligen Kultivarnamens erforderlich.

ecology

Fangstrategie und Fallenfunktion

Für die unter „Viridis“ geführte Pflanze ist keine besondere Fangfunktion dokumentiert. Sofern die Fallen normal ausgebildet sind, entspricht der Ablauf dem der Grundart: Berührungen der Auslösehaare erzeugen elektrische Signale. Werden die Haare innerhalb eines kurzen Zeitfensters mehrfach gereizt, bewegen sich die beiden Fallenlappen rasch aufeinander zu. Weitere Reize durch eingeschlossene Beute unterstützen den dichten Verschluss und die Einleitung der Verdauung. Drüsen im Inneren geben Enzyme und Flüssigkeit ab und nehmen nach der Zersetzung lösliche Nährstoffe auf. Nach Abschluss des Vorgangs öffnet sich die Falle wieder. Die Bewegung beruht auf schnellen Veränderungen im Blattgewebe und nicht auf Muskeln.

Weder der Name „Viridis“ noch eine helle Färbung weist auf eine andere Reizschwelle, Beuteauswahl oder Verdauungsleistung hin. Da keine verifizierte Klonbeschreibung vorliegt, werden auch keine Unterschiede in Fanggeschwindigkeit, Fallenlebensdauer oder Zahnung behauptet. Manuelle Fangversuche sind zur Bestimmung ungeeignet: Sie zeigen höchstens, dass eine einzelne Falle reagiert, und verbrauchen Ressourcen der Pflanze. Eine gesunde Venusfliegenfalle benötigt keine regelmäßige Handfütterung, wenn sie in einem geeigneten Außenbereich selbst Beute fangen kann. Beobachtet werden kann, ob neue Fallen normal schließen und sich wieder öffnen. Solche Beobachtungen beschreiben das konkrete Exemplar, aber sie klären weder den Namen noch dessen Abstammung.

reproduction

Fortpflanzung und Erhaltung der Auslese

Für eine verlässliche Vermehrungslinie von „Viridis“ ist in den geprüften Quellen keine Züchter- oder Abstammungsdokumentation angegeben. Eine Blüte und Samenbildung wären bei einer Venusfliegenfalle grundsätzlich möglich, doch Sämlinge entstehen durch geschlechtliche Neukombination und sind keine Kopien der Mutterpflanze. Selbst wenn einzelne Sämlinge grün erscheinen, belegt das weder die Identität mit der ursprünglichen Pflanze noch einen stabilen, einheitlichen Klon unter diesem Namen. Samen sollten deshalb mit Mutterpflanze, Bestäubung, Datum und eigener Sämlingsnummer gekennzeichnet werden. Sie dürfen nicht ungeprüft als vegetativ identische „Viridis“-Pflanzen weitergegeben werden.

Bei einer benannten Auslese erhält vegetative Teilung die vorhandene genetische Linie eher als Aussaat. Dionaea lassen sich grundsätzlich durch Teilung des Rhizoms, Abtrennen von Tochterrosetten oder geeignete Blattstecklinge vermehren. Für das hier geprüfte Handelslabel wurde jedoch keine spezielle Methode und keine nachgewiesene Merkmalsstabilität dokumentiert. Wer ein Exemplar erhält, sollte zunächst die Herkunft vom Anbieter festhalten und vor einer Weitergabe beobachten, welche Färbung und Wuchsmerkmale wiederholt auftreten. Tochterpflanzen bleiben nur dann zuverlässig zuordenbar, wenn die Verbindung zur Mutterpflanze durchgehend dokumentiert ist. Bei unklarer Abstammung ist eine ehrliche Kennzeichnung als „Viridis“ Handelsakzession besser als die nachträgliche Behauptung einer formalen Kultivaridentität.

culture

Kulturfazit

Besondere Kulturansprüche sind für die Bezeichnung „Viridis“ nicht belegt. Die Händlerseite empfiehlt volle Sonne und Winterruhe; das entspricht grundsätzlich der Kultur einer temperierten Venusfliegenfalle. Eine zuvor dunkel gehaltene Pflanze sollte schrittweise an direkte Sonne gewöhnt werden. Während des Wachstums wird der Wurzelraum gleichmäßig feucht gehalten und mit mineralarmem Wasser versorgt. Die saisonale Ruhephase wird kühl und hell beziehungsweise natürlich im geschützten Außenbereich ermöglicht; der Topfballen darf dabei nicht austrocknen. Die grüne oder sehr helle Farbe, die einzelne Sekundärbeschreibungen nennen, ist kein Grund, dauerhaft schattig oder ohne Jahreszeitenwechsel zu kultivieren.

Im Topf, Kalthaus oder geeigneten Moorbeet wird die Pflege an Licht, Temperatur, Verdunstung und Gefäßgröße angepasst. Eine Produktangabe zur maximalen Wuchshöhe ist kein Kulturziel und erlaubt keine Aussage über die Größe einer spezifischen Klonlinie. Fütterung ist im Freien normalerweise nicht erforderlich. Gedüngtes Substrat und nährstoffreiches Gießwasser sind zu vermeiden. Weil Name und Merkmale nicht eindeutig zusammengeführt sind, besteht der praktische Schwerpunkt zunächst in sorgfältiger Beobachtung und Etikettierung, nicht in einer Sonderpflege. Bei zunehmender Gewissheit über die tatsächliche Herkunft kann die Beschreibung ergänzt werden. Bis dahin gilt das Standardprofil der Art und jede darüber hinausgehende Abweichung muss am konkreten Exemplar belegt sein.

substrate

Substrat und Wurzelraum

Für den Wurzelraum gelten die Anforderungen von Dionaea muscipula: saures, nährstoffarmes und möglichst mineralarmes Substrat, das Feuchtigkeit hält, ohne dauerhaft zu verdichten. Unaufgedüngter Weißtorf mit Quarzsand oder Perlit wird häufig verwendet; reines, sauberes Sphagnum ist eine weitere mögliche Grundlage. Handelsübliche Blumenerde, Dünger und kalkhaltige Zuschläge passen nicht zu den nährstoffarmen natürlichen Böden der Art. Mineralreiches Wasser kann Salze im Topf anreichern und Wurzeln sowie Rhizom belasten. Es gibt keine Daten, dass eine Pflanze mit dem Handelsnamen „Viridis“ eine andere Bodenreaktion, höhere Nährstoffzufuhr oder abweichende Wasserspeicherung benötigt.

In der Wachstumszeit wird die Feuchtigkeit häufig über eine flache Anstauschale oder gleichmäßiges Gießen gehalten. Wasserstand und Nachfüllhäufigkeit richten sich nach Topf, Wetter und Verdunstung, nicht nach einem starren Schema. Während einer kühleren Ruhephase kann der Anstau verringert werden, solange der Ballen nicht austrocknet. Die Wurzeln brauchen neben Feuchte auch Sauerstoff; dauerhaft verdichtetes, faulendes Material ist zu vermeiden. Bei Umtopfen wird altes Substrat nicht mit Dünger oder nährstoffreicher Erde ergänzt. Diese Empfehlungen folgen aus der Artökologie und dem Standardprofil. Die Namenskomponente „Viridis“ beschreibt allenfalls eine gärtnerisch erwartete Farbe und begründet keine abweichende Substratbiologie.

practice

Praxisnotizen und Kontrollrhythmus

Kontrolliere Pflanzen im aktiven Wachstum ungefähr alle 14 Tage, ruhende Exemplare etwa alle 30 Tage und Sämlinge ungefähr alle 7 Tage. Das sind Kontrollabstände, keine festen Gießtermine; Feuchte und Nachfüllbedarf hängen von Gefäß, Wetter, Luftbewegung und Substrat ab. Prüfe Wasserqualität, Feuchte im Wurzelraum, freie Abzugslöcher, neuen Austrieb, Rhizomfestigkeit und mögliche Schädlinge. Bei Hitze, Umtopfen, Teilung oder Versand werden zusätzliche Sichtkontrollen nötig. In der Winterruhe steht die Kontrolle auf Austrocknung, Fäulnis und Frostschäden im Vordergrund. Verwende den artspezifischen Rhythmus, denn für „Viridis“ wurden keine abweichenden Intervalle nachgewiesen.

Zur Bestandsprüfung werden mehrere neue Blätter über eine Saison dokumentiert: Farbe von Blattbasis und Stiel sowie Außen- und Innenseite der Falle, Stellung der Blätter, Form und Maße der Fallen sowie Veränderungen unter Sonne. Notiere die konkrete Bezugsquelle und übernimm das Lieferetikett zunächst unverändert in die Provenienznotiz. Die momentane Quellenlage erlaubt nicht, „Viridis“ mit ‘All Green’, ‘Justina Davis’ oder ‘Green Schuppenstiel’ gleichzusetzen. Kein passendes eigenes Foto wurde in der lokalen Mediensuche gefunden. Händlerbilder und Abbildungen von Sammlerseiten haben keine nachgewiesene freie Lizenz; sie werden nicht übernommen. Ein eigenes Foto kann später als Dokumentation der individuellen Akzession ergänzt werden, sobald sich deren sichtbare Merkmale über mehrere Wachstumsphasen zeigen.

sources

Quellenangaben

Name, Status und grüne Vergleichskultivare

Art, Habitat und Kultur

Fallenphysiologie, Ökologie und Vermehrung

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Aktueller Stand02.10.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula — Viridis, Stand 02.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-viridis/