Black Trap Codex

Dionaea muscipula 'Tiger Teeth'

Venusfliegenfalle

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Dionaea
Herkunft
Gärtnerischer Handels- und Sammlername; Selektor, Entstehungsjahr und durchgehende vegetative Herkunft nicht verifiziert.
Autor
J.Ellis

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Black-Trap-Systemprofil

Substrat- und Strukturbedarf

BT-Air
mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
BT-Water
hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
BT-Flow
mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
pH
3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
BT-Density
niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
Kapillaritaet
hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
Strukturstabilitaet
mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.

Kulturgruppe

Dionaea – temperierte Standardkultur

Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.

Risiken

Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung

Gattungsprofil

Dionaea

Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.

Typische Fehler

Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

  • Empfindlich gegen Austrocknung
  • Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
  • Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
  • Empfindlich gegen zu wenig Licht
  • Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
  • Empfindlich gegen Substratabbau

Verknuepfungen

Empfohlene Systemprofile

Core-Referenzprofil

Standard-Mix

Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.

BT-Air
8,6
BT-Water
7,6
BT-Flow
9,3
BT-Structure
9,4
BT-Capillary
2,5
BT-Density
5,1
BT-Compaction
3,0
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reference

Botanische Beschreibung

Dionaea muscipula ‘Tiger Teeth’ wird als gärtnerischer Name für eine Venusfliegenfalle mit auffälliger Randbezahnung angeboten. Die Grundgestalt bleibt die der Art: Aus einem kurzen Rhizom wächst eine bodennahe Rosette; jedes Laubblatt verbindet einen photosynthetisch aktiven Blattstiel mit einer zweilappigen Fangfalle. Auf deren Innenseite sitzen Reizhaare, am Rand bewegliche Fortsätze. Für Tiger Teeth sind besonders kurze oder dreieckig wirkende Fortsätze wiederholt beschrieben worden. Die verfügbaren Beschreibungen stimmen aber nicht darin überein, wie kurz, regelmäßig oder kräftig diese Zähne sein sollen.

Eine standardisierte Beschreibung einer authentifizierten Mutterpflanze mit Messwerten, Saisonfotos und dokumentierter Weitergabe ist nicht auffindbar. Ein Fachsammler fasst Tiger Teeth mit anderen kurzbezahnten Namen zusammen; Handelsseiten stellen dagegen eine regelmäßige Dreiecksform und teilweise lange Zähne heraus, während ein anderer Anbieter kurze, dicke, unregelmäßige Fortsätze behauptet. Auch kräftigere Rotfärbung wird nur in einem Verkaufsangebot genannt. Sie ist kein sicherer Identifikator, denn die Fallenfarbe der Art reagiert unter anderem auf Licht und Entwicklungszustand. Das Profil unterscheidet daher belastbare Artmerkmale, belegte Namensverwendung und unbestätigte Klonbehauptungen, statt eine widersprüchliche Händlerdiagnose als Tatsache auszugeben.

taxonomy

Taxonomie und Namensstatus

Der botanisch akzeptierte Name der Elternart lautet Dionaea muscipula J.Ellis; sie gehört zu den Droseraceae. „Tiger Teeth“ ist weder eine eigene Art noch eine botanische Unterart. Der Name erscheint im spezialisierten Gartenbau- und Sammlerhandel als Auslese- oder Klonbezeichnung. Im geprüften Register der benannten Dionaea-Kultivare ist kein exakter Eintrag „Tiger Teeth“ auffindbar. Damit fehlen hier eine registrierte Diagnose, ein dokumentierter Nominant und ein gesicherter formaler Kultivarstatus. Der Codex führt den Namen als Kultivarprofil mit ungeklärtem formalen Status, sodass er auffindbar bleibt, ohne die Handelsbezeichnung taxonomisch aufzuwerten.

Die Namensähnlichkeit zu „Tiger Fangs“ darf nicht als Synonymie gelesen werden. „Tiger Fangs“ ist ein eigener, registrierter Dionaea-Kultivar mit einer publizierten Beschreibung, C. Klein als Originator und spezifischen Angaben zu Fallenform und Färbung. Diese Angaben gehören ausschließlich zu diesem registrierten Namen. Auch „Shark Teeth“ wird in Sammler- und Handelsquellen getrennt geführt; eine gemeinsame Zahngruppe oder ähnliche Verkaufsbeschreibung beweist keine gemeinsame genetische Herkunft. Für Tiger Teeth sind weder ein verifizierter Selektor noch Entstehungsjahr, Ursprungsbestand oder durchgehende vegetative Abstammung belegt. J.Ellis ist der Autor des Artnamens, nicht der gärtnerischen Auslese. Lieferant, Etikett und Vermehrungsschritte sollten bei einer konkreten Pflanze separat dokumentiert werden.

habitat

Standort und Verbreitung

Für Tiger Teeth ist kein natürlicher Fundort überliefert. Der Name bezeichnet eine Pflanze in Kultur und begründet kein eigenes Verbreitungsgebiet. Die Wildart Dionaea muscipula ist natürlich auf einen kleinen Küstenbereich im Osten North Carolinas und South Carolinas beschränkt. Daraus lässt sich weder die Herkunft dieser Auswahl aus einer bestimmten Wildpopulation noch eine besondere Klima- oder Bodenanpassung ableiten. Verbreitung in Sammlungen, Versand aus einer Gärtnerei und natürliche Herkunft sind drei verschiedene Angaben; bei Tiger Teeth sind nur gärtnerische Handels- und Sammlungsnennungen belegt.

Die Wildart wächst in offenen, lichtreichen und dauerhaft feuchten, zugleich nährstoffarmen Lebensräumen der Küstenebene. Dazu gehören feuchte Sandflächen und Savannen mit langblättrigen Kiefern sowie niedrigwüchsiger Begleitvegetation. Saure Böden, wechselnder Wasserstand und wiederkehrende Brände prägen solche Standorte; Feuer begrenzen die Beschattung und Konkurrenz durch Gehölze. Diese ökologischen Verhältnisse erklären, warum eine Tiger-Teeth-Pflanze ähnlich hell, feucht und mineralarm kultiviert wird wie andere Venusfliegenfallen. Sie belegen aber keine Eigenheiten des Klons. Es gibt keinen Nachweis, dass Tiger Teeth aus einem besonderen Lebensraum, von einem spezifischen Standorttyp oder aus einer dokumentierten Wildsammlung stammt.

ecology

Ökologische Einordnung

Tiger Teeth besitzt keine belegte Sonderökologie gegenüber der Elternart. Wie andere Venusfliegenfallen nutzt die Pflanze Licht für die Photosynthese und ergänzt ihre Nährstoffversorgung über gefangene und verdaute Gliedertiere. Der Beutefang ist eine Anpassung an nährstoffarme Lebensräume; er macht die Pflanze nicht unabhängig von einem funktionierenden Wurzelsystem. Für Tiger Teeth sind weder Messungen der Photosynthese noch abweichende Beutepräferenzen, erhöhte Fangraten oder besondere Nährstoffansprüche veröffentlicht. Eine auffällige Zahnform, sofern sie bei einer konkreten Akzession stabil auftritt, belegt zunächst eine morphologische Abweichung und nicht automatisch eine andere ökologische Funktion.

Im Freiland folgt die Art einem saisonalen Jahresgang: Bei zunehmender Wärme und längerem Licht entstehen aktive Blätter, während kühlere und dunklere Perioden das Wachstum bremsen und häufig eine kompaktere Rosette hervorbringen. Für Dionaea in gleichmäßig heller Innenkultur beschreibt die Fachgesellschaft auch ganzjähriges Wachstum ohne erzwungene Kältephase. Das sind unterschiedliche Kulturregime der Art, keine Tiger-Teeth-Spezialität. Die Quellen zu Tiger Teeth dokumentieren keine abweichende Winterruhe, Hitzetoleranz oder Wasserökonomie. Auch ein einzelner Farbvergleich mit einer angeblich kräftigeren Ausfärbung begründet keine Anpassung an mehr Sonne; Rotanteile müssen an mehreren Fallen über längere Zeit unter vergleichbaren Bedingungen geprüft werden.

morphology

Wuchsform und Morphologie

Die am häufigsten mit Tiger Teeth verbundene Besonderheit betrifft die Randfortsätze der Fallen. Eine ältere Fachübersicht zählt den Namen zu Dionaea mit sehr stark verkürzten Zähnen. Eine aktuelle Händlerbeschreibung stellt dagegen eine besonders regelmäßige Dreiecksform heraus und versieht die Zähne sogar mit der Einstufung „lang“. Eine andere Verkaufsseite nennt kurze, dicke und unregelmäßige Fortsätze. Diese Formulierungen beschreiben keine einheitlich vermessene Kontur und widersprechen sich teils direkt. Das robuste Profilmerkmal ist deshalb nur die wiederholte Zuordnung des Namens zu einer auffälligen Bezahnung; Länge, Dicke und Regelmäßigkeit bleiben für Tiger Teeth unbestätigt.

Für Fallenlänge, Fallenbreite, Rosettendurchmesser, Blattstielhaltung und saisonale Veränderungen liegen keine belastbaren Vergleichsreihen einer nachvollziehbar authentifizierten Linie vor. Ein Angebot nennt eine kompakte Pflanze mit einem Durchmesser von fünf bis acht Zentimetern, ohne Messverfahren, Pflanzenalter oder Kulturbedingungen anzugeben; daraus wird kein artspezifischer Größenwert übernommen. Ein weiteres Angebot verbindet den Namen mit hellerer oder kräftigerer Färbung, während eine andere Darstellung von wechselndem Grün bis Rot spricht. Da die Art ihre Rotfärbung mit Licht und Blattalter ändern kann, genügt Farbe allein nicht zur Identifikation. Für eine Prüfung braucht es mehrere ausgewachsene Fallen, Größenmaßstab, saisonale Aufnahmen und ein erhaltenes Herkunftsetikett.

reference

Kultivar im Vergleich zur Art

Gegenüber einer typischen Venusfliegenfalle wird Tiger Teeth hauptsächlich über verkürzte, dreieckige oder anderweitig auffällige Randzähne abgegrenzt. Diese allgemeine Tendenz ist in einer Fachübersicht und mehreren Angeboten erkennbar, ihre genaue Ausprägung jedoch nicht: Die Quellen schwanken zwischen sehr kurz und dick, kurz und unregelmäßig sowie lang und regelmäßig dreieckig. Ein Katalogsatz, Tiger Teeth sei ein „besserer Klon“ als Shark Teeth, ist eine Wertung und keine Diagnose. Die Bezeichnung sagt weder, welches Merkmal besser sein soll, noch belegt sie Abstammung oder Vergleichbarkeit der Bestände.

Tiger Teeth wird daher nicht mit Shark Teeth oder Tiger Fangs gleichgesetzt. Tiger Fangs besitzt eine eigenständige Registerbeschreibung mit breiten dreieckigen Fortsätzen und dunkel rötlich-violetter Falleninnenseite; diese Beschreibung kann nicht auf Tiger Teeth übertragen werden. Ebenso macht eine ähnliche Kurzbezahnung Tiger Teeth nicht automatisch zu „Dentate Traps“ oder „Sawtooth“, deren registrierte Namen jeweils eine eigene dokumentierte Grundlage haben. Für Tiger Teeth sind keine stabilen Größen-, Farb- oder Wuchsmerkmale ausreichend abgesichert, um sie als sichere Diagnose zu verwenden. Bei einer lebenden Pflanze müssen die Zähne an reifen Fallen wiederholt auftreten und mit der Akzession dokumentiert werden; bis dahin bezeichnet der Name einen gärtnerischen Bestand mit ungeklärtem formalen Status.

ecology

Fangstrategie und Fallenfunktion

Die Fallenfunktion ist diejenige der Art und nicht als Tiger-Teeth-Spezialleistung untersucht. Berührt ein geeignetes Beutetier die reizempfindlichen Haare im Falleninneren wiederholt, summieren sich elektrische Signale; nach Überschreiten der Reizschwelle bewegen sich die beiden Lappen rasch aufeinander zu. Weitere Bewegungen der eingeschlossenen Beute führen zur dichteren Schließung und regen die Verdauung an. Enzyme erschließen anschließend Nährstoffe, während unverdauliche Reste zurückbleiben. Die Randfortsätze helfen, Beute in der Falle zu halten, schließen den Rand aber nicht wie ein vollständig dichter Deckel. Eine verkürzte Bezahnung kann die sichtbare Form verändern; für Tiger Teeth wurden jedoch keine abweichende Auslöseschwelle oder Verdauungsleistung gemessen.

Aus der Dreiecks- oder Tigerzahn-Anmutung lässt sich deshalb keine spezialisierte Beute ableiten. Weder die Verkäuferbehauptung einer „kräftigeren“ Erscheinung noch der Vergleich mit Shark Teeth sagt etwas über Fanggeschwindigkeit oder Jagderfolg aus. Fallenbewegung und Verdauung benötigen Ressourcen, weshalb häufiges Auslösen mit dem Finger vermieden werden sollte. Eine kräftige, frei kultivierte Pflanze kann gelegentliche Beute selbst fangen; dauerndes Zufüttern ist nicht automatisch nötig. Falls eine Pflanze drinnen nachweislich nicht zu Beute kommt, gelten die allgemeinen Fütterungshinweise für Dionaea. Fleisch, Dünger in der Falle und wiederholtes Spielen mit den Fallen sind keine geeigneten Pflegemaßnahmen und fördern keine sichere Ausprägung der benannten Bezahnung.

reproduction

Fortpflanzung und Erhaltung der Auslese

Soll eine Pflanze mit dem Etikett Tiger Teeth als benannte Auslese erhalten bleiben, ist die vegetative Weitergabe aussagekräftiger als eine Aussaat. Venusfliegenfallen bilden am Rhizom häufig Tochtertriebe; bei einer Teilung können bewurzelte Ableger getrennt und anschließend unter dem ursprünglichen Namen geführt werden, sofern die Mutterpflanze eindeutig dokumentiert war. Auch Blattbasen mit Rhizomanteil können zur vegetativen Vermehrung genutzt werden. Das Etikett sollte die genaue Schreibweise, Bezugsquelle, Eingangsdatum und Nummer des Mutterstocks festhalten. Eine Fotoreihe reifer Fallen und der daraus gezogenen Tochterpflanzen hilft dabei, die Namenszuordnung über Generationen prüfbar zu machen.

Eine Aussaat erhält den Namen und die behauptete Fallenform nicht automatisch, denn Sämlinge sind genetisch nicht mit dem benannten Mutterklon identisch. Ähnlich aussehende Zähne an einem Sämling begründen daher keine sichere Tiger-Teeth-Zuordnung. Umgekehrt kann die Bezahnung an jungen oder frühen Saisonfallen weniger deutlich erscheinen; eine einzelne kleine Falle ist keine ausreichende Grundlage für eine Umbenennung. Es gibt keinen Beleg, dass Tiger Teeth steril wäre oder nicht blühen könnte. Die Art bildet einen Blütenstand mit weißen Blüten; für die Erhaltung einer gärtnerischen Auslese ist die vegetative Abstammung entscheidend. Wegen des unklaren Namensstatus sollte jede Weitergabe ausdrücklich als dokumentierte Akzession und nicht als nachgewiesene Registrierung gekennzeichnet werden.

culture

Kulturfazit

Für Tiger Teeth sind keine eigenen Kulturversuche oder abweichenden Pflegeanforderungen dokumentiert. Die Pflanze wird deshalb nach dem temperierten Dionaea-Profil gehalten: sehr hell bis sonnig, mit mineralarmem Wasser und einem sauren, nährstoffarmen Wurzelmedium. Bei Außenkultur folgt sie den jahreszeitlichen Bedingungen und wird im Winter kühl gehalten, solange das Substrat feucht bleibt und der Topf nicht dauerhaft durchfriert. Eine gleichmäßige Innenkultur mit ausreichend starker Beleuchtung ist ebenfalls möglich; in diesem Fall folgt die Pflanze einem anderen Wachstumsregime und eine Kühlschrankruhe wird nicht erzwungen. „Tiger Teeth“ rechtfertigt keine Sonderbehandlung gegenüber der Art.

Das Kulturziel ist, eine gesunde Rosette zu erhalten und die tatsächliche Ausprägung der Randzähne zu beobachten, statt auf Farbe oder Wachstum durch Überfütterung hinzuarbeiten. Im aktiven Wachstum darf der Topf mit geeignetem Wasser im Anstau stehen; in einer kühlen Ruhephase wird die Wassermenge an Temperatur und Verdunstung angepasst, ohne den Wurzelraum austrocknen zu lassen. Handelsangaben zu kleinen Endgrößen oder besonders kräftigem Rot sind nicht ausreichend belegt, um Licht oder Wasser speziell für diesen Namen einzustellen. Eine starke Umstellung von geschützter Innenkultur auf volle Sonne muss schrittweise erfolgen. Bei schwachem Wachstum sind zuerst Licht, Wasserqualität, Wurzelraum und Saison zu prüfen, bevor vermeintliche Kloneigenschaften verantwortlich gemacht werden.

substrate

Substrat und Wurzelraum

Der Wurzelraum von Tiger Teeth sollte die nährstoffarmen und sauren Bedingungen der Elternart nachbilden. Geeignet ist ein mineralarmes, luftiges Karnivorensubstrat auf Basis ungedüngten Torfs mit gewaschenem Quarzsand oder einem anderen nachweislich salzarmen, kalkfreien Zuschlag. Dünger, Kompost, normale Blumenerde und kalkhaltiges Substrat können die empfindlichen Wurzeln schädigen. Die verfügbaren Tiger-Teeth-Angebote belegen kein abweichendes Substratbedürfnis und keine besondere Toleranz gegenüber Mineralien. Der Klonname ist somit kein Grund, die Kulturmischung einer typischen Dionaea zu verändern.

Verwendet wird Regenwasser geeigneter Qualität, Umkehrosmosewasser oder destilliertes Wasser; Leitungswasser ist nur dann sinnvoll, wenn sein Mineralgehalt tatsächlich niedrig und bekannt ist. Der Topf steht während des Wachstums im Anstau, weil die Wurzeln einen gleichmäßig feuchten Standort benötigen. Ein dauerhaft heißer, stehender und schlecht belüfteter Wurzelraum kann jedoch Stress fördern; in der kühleren Saison wird der Anstau flacher gehalten und regelmäßig geprüft. Hohe, ausreichend große Töpfe puffern Temperaturschwankungen und halten das Rhizom über dem Wasserreservoir. Beim Umtopfen werden Wurzeln nicht gedüngt; eine sichtbare Salzkruste oder nachlassende Fallenentwicklung ist Anlass, Wasserqualität und Substrat zu kontrollieren.

practice

Praxisnotizen und Kontrollrhythmus

Im normalen Kulturjahr genügt eine kurze Sichtkontrolle alle vierzehn Tage, sobald Tiger Teeth aktiv wächst. Kontrolliert werden Substratfeuchte, Wasserstand, Schädlingsspuren, frische Fallen und mögliche Fäulnis am Rhizom. In einer kühlen Ruhephase wird die Routine auf etwa alle dreißig Tage reduziert; dabei bleibt besonders wichtig, dass der Wurzelballen nicht austrocknet und keine anhaltende Vernässung bei Frost entsteht. Kleine Jungpflanzen und frisch abgetrennte Tochtertriebe werden wöchentlich angesehen, weil sie schneller austrocknen oder Pflegefehler zeigen. Die Intervalle sind Kontrollrhythmen, keine starren Gießtermine: Wetter, Topfgröße und Kulturort bestimmen den tatsächlichen Wasserbedarf.

Für die Namensprüfung werden über die Saison mehrere voll entwickelte Fallen von oben und seitlich fotografiert, jeweils mit Maßstab und sichtbarem Etikett. Dabei sind Zahnform, Zahnlänge, Gleichmäßigkeit, Fallenlänge, innere Färbung und Blattstellung getrennt zu notieren. So lässt sich feststellen, ob eine konkrete Tiger-Teeth-Akzession kurze, dicke, unregelmäßige oder längere dreieckige Fortsätze zeigt und ob sich die Merkmale mit Alter oder Jahreszeit verändern. Nicht mit Tiger Fangs verwechseln und dessen Registerbeschreibung nicht übertragen. Der Codex führt Tiger Teeth mangels passender lokaler Aufnahme und mangels exakt lizenzierter Klonfotografie derzeit ohne Bild; Händlerfotos wurden nicht übernommen.

sources

Quellenangaben

Namensgebrauch und Klonmerkmale

  • International Carnivorous Plant Society, Carnivorous Plant Names Resource: Dionaea registered cultivars. Quelle – Registerkontrolle: kein exakter Eintrag für Tiger Teeth oder Shark Teeth; Tiger Fangs ist separat registriert.
  • Miroslav Srba, Dionaea muscipula: Variabilität, Kultivare und Formen. Quelle – Fachsammlerübersicht ordnet Tiger Teeth und Shark Teeth den stark verkürzten Randzähnen zu und warnt vor unbelegter Gleichsetzung ähnlich benannter Klone.
  • Peters Flytraps, Dionaea muscipula Tiger Teeth. Quelle – Verkaufsbeschreibung behauptet regelmäßige dreieckige Zähne und kräftigere Färbung; nicht unabhängig vermessen.
  • Plante Carnivore 33, Dionaea muscipula Tiger Teeth. Quelle – Verkaufstext behauptet kurze, dicke, unregelmäßige Zähne und kompakte Rosette; Angaben nicht als standardisierte Diagnose übernommen.
  • Carnivorsandmore, Verkaufsliste Juni 2023, S. 22. Quelle – Führt Tiger Teeth separat von Tiger Fangs; die Bezeichnung „better clone“ ist eine Wertung ohne Diagnose.
  • Green Jaws, Dionaea muscipula Tiger Teeth. Quelle – Belegt Verwendung des Handelsnamens und war ursprünglicher Importhinweis; keine gesicherte Züchterhistorie.
  • TerraForums, Dionaea Napp, Sammlerbestandsliste. Quelle – Historischer Sammlerbeitrag führt Tiger Teeth, Shark Teeth und Tiger Fangs unter getrennten Akzessionsnamen.
  • ICPS Carnivorous Plant Names Resource, Dionaea ‘Tiger Fangs’. Quelle – Belegt den eigenständigen, registrierten Kultivar Tiger Fangs, Originator C. Klein und die 2013 veröffentlichte Beschreibung; nicht auf Tiger Teeth übertragbar.
  • ICPS Carnivorous Plant Names Resource, Dionaea ‘Dentate Traps’. Quelle – Gegenvergleich für einen registrierten kurz-dreieckig bezahnten Kultivar mit publizierter Diagnose; keine Synonymie mit Tiger Teeth behauptet.
  • Le Piante Carnivore, aktuelle Dionaea-Growlist. Quelle – Sammlungs-/Handelsliste zur separaten Verwendung von Namen; kein formaler Statusnachweis.

Art, Standort, Kultur und Biologie

  • Royal Botanic Gardens, Kew, Plants of the World Online: Dionaea muscipula J.Ellis. Quelle – Akzeptierter Artname, botanischer Autor, Familie und natürliches Verbreitungsgebiet.
  • International Plant Names Index: Dionaea muscipula. Quelle – Bibliografischer Namensdatensatz und botanische Autorschaft.
  • Flora of North America: Dionaea muscipula. Quelle – Botanische Merkmale, Areal und Lebensraum der Art.
  • U.S. Fish and Wildlife Service (2023), Species Status Assessment for Venus Flytrap, Version 1.1. Quelle – Behördliche Synthese zu Verbreitung, Habitat, Wasserhaushalt, Feuer und Gefährdungen.
  • Roberts, P. R. & Oosting, H. J. (1958), Responses of Venus Fly Trap to Factors Involved in Its Endemism. Quelle – Feldökologische Studie zu Standortbedingungen und begrenztem Areal.
  • North Carolina State University Extension, Dionaea muscipula. Quelle – Morphologie, Jahreszeit, Licht, Standort und Artkultur.
  • International Carnivorous Plant Society, Growing Dionaea muscipula. Quelle – Fachhinweise zu Licht, Wasser, Außen-/Innenkultur und Ruhebedingungen.
  • International Carnivorous Plant Society, Dionaea Leaf Pullings Step-by-Step. Quelle – Dokumentierte vegetative Vermehrung und Erhaltung eines Klons.
  • Volkov, A. G. et al. (2008), Active movements in plants: Mechanism of trap closure by Dionaea muscipula. Quelle – Primärstudie zur Reizaufnahme und Fallenbewegung.
  • Böhm, J. et al. (2016), Prey-induced action potentials and sodium uptake in Dionaea. Quelle – Primärstudie zur Reizverarbeitung und Nährstoffaufnahme nach Beutefang.
  • Kreuzwieser, J. et al. (2014), The Venus flytrap attracts insects by volatile organic compounds. Quelle – Primärstudie zu flüchtigen Duftstoffen und möglichen Beutereizen.
  • Youngsteadt, E. et al. (2018), Venus Flytrap Rarely Traps Its Pollinators. Quelle – Feldstudie zur Trennung von Bestäubung und Beutefang.
  • Gao, P. et al. (2015), Integration of trap- and root-derived nitrogen nutrition of carnivorous Dionaea muscipula. Quelle – Primärstudie zum Beitrag von Fallen und Wurzeln zur Stickstoffaufnahme.
  • Schulze, W. X. et al. (2012), Protein Composition of the Digestive Fluid from the Venus Flytrap. Quelle – Primärstudie zu Verdauungssekreten und Enzymen.

Quellenbewertung und Bildrechte

Der Name ist im Handel belegt; eine formale Registereintragung für Tiger Teeth, eine veröffentlichte Klondiagnose und eine verifizierte Herkunftskette wurden nicht gefunden. Die Merkmalsangaben stammen aus voneinander abweichenden Sammler- und Verkaufsbeschreibungen und werden entsprechend als unsicher behandelt. Es wurde kein lokales eigenes Bildobjekt gefunden. Eine exakt Tiger Teeth zugeordnete, frei lizenzierte Aufnahme ließ sich ebenfalls nicht verifizieren; nicht lizenzierte Händlerfotos wurden nicht übernommen.

Zitieren

Zitierlink und Stand

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Aktueller Stand02.10.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'Tiger Teeth', Stand 02.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-tiger-teeth/