Dionaea muscipula 'Spotty'

© Mucrow · CC BY-SA 3.0 · Quelle

Black Trap Codex

Dionaea muscipula 'Spotty'

Venusfliegenfalle

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Dionaea
Herkunft
Auslese und Kultivarnominierung: S. Lenssen, Deutschland, 2006. Registrierung durch M. Maier am 15.05.2013. Keine Elternkreuzung oder Wildherkunft publiziert.
Autor
J.Ellis

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Black-Trap-Systemprofil

Substrat- und Strukturbedarf

BT-Air
mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
BT-Water
hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
BT-Flow
mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
pH
3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
BT-Density
niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
Kapillaritaet
hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
Strukturstabilitaet
mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.

Kulturgruppe

Dionaea – temperierte Standardkultur

Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.

Risiken

Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung

Gattungsprofil

Dionaea

Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.

Typische Fehler

Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

  • Empfindlich gegen Austrocknung
  • Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
  • Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
  • Empfindlich gegen zu wenig Licht
  • Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
  • Empfindlich gegen Substratabbau

Verknuepfungen

Empfohlene Systemprofile

Core-Referenzprofil

Standard-Mix

Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.

BT-Air
8,6
BT-Water
7,6
BT-Flow
9,3
BT-Structure
9,4
BT-Capillary
2,5
BT-Density
5,1
BT-Compaction
3,0
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Botanische Beschreibung

‘Spotty’ ist ein benannter Kultivar der Venusfliegenfalle, dessen veröffentlichte Diagnose eine ungewöhnlich variable rote bis purpurne Fleckung beschreibt. Die Auslese stammt von Stefan Lenssen aus Deutschland und wurde 2006 benannt; die Kultivarbeschreibung erschien 2013 in der Dionaea-Monografie von Bailey und McPherson. Typisch sind schmale, leicht sukkulente Blattbasen, Fallen bis etwa 3,2 Zentimeter Länge und Randborsten, die aus breiter Basis in eine spitze Dreiecksform auslaufen. Die Blätter können während der Vegetationsperiode sowohl flach anliegen als auch aufgerichtet sein. Die Grundfarbe der meisten Blattteile ist gelblichgrün und kann rot überlaufen; die Mittelrippe und das Falleninnere werden als gleichmäßig rötlichpurpur beschrieben.

Das namensgebende Muster liegt vor allem auf den äußeren Fallenflächen: Dort erscheinen rote oder purpurne Punkte und unregelmäßige Flecken, während die Innenflächen der Fallen nicht punktiert, sondern zusammenhängend rötlichpurpur gefärbt sind. Diese Beschreibung ist ein Referenzbild für den registrierten Kultivar, keine Garantie, dass jede Pflanze jederzeit gleich aussieht. Pigmentstärke und sichtbare Fleckung schwanken mit Licht, Blattalter und Saison; zudem wurde berichtet, dass selbst ein ursprüngliches Exemplar die auffällige Zeichnung später verlor. Deshalb muss eine Beurteilung mehrere Blätter und Wachstumsphasen einbeziehen. Ein zeitweise schwach geflecktes Exemplar ist nicht automatisch falsch bestimmt, aber ein dauerhafter Verlust macht eine Bestätigung anhand der Zeichnung allein unmöglich.

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Taxonomie

Der akzeptierte botanische Name der Art lautet <em>Dionaea muscipula</em> J.Ellis. Sie gehört zur Familie <em>Droseraceae</em> und zur Ordnung Caryophyllales. ‘Spotty’ ist ein gärtnerischer Kultivar innerhalb dieser Art, keine eigene Art, Unterart oder botanische Varietät. Im Register wird der vollständige Kultivarname als <em>Dionaea</em> ‘Spotty’ S.Lenssen geführt. Das Register nennt Stefan Lenssen als Ausleser und Nominierenden, Deutschland und das Jahr 2006 als Herkunftsangabe der Auslese sowie Michael Maier als Registranten im Jahr 2013. Die Kultivarbeschreibung ist in der 2013 erschienenen Monografie dokumentiert.

Diese Rollen sind auseinanderzuhalten: J.Ellis ist der botanische Autor des Artnamens; S.Lenssen steht als Kultivarautor für die Benennung von ‘Spotty’; M.Maier ist der Registrant, nicht der Ausleser. Für eine Kreuzung oder konkrete Elternpflanzen ist in der verfügbaren Diagnose keine Angabe gemacht. Eine solche Abstammung sollte deshalb nicht ergänzt oder aus der Herkunftsregion abgeleitet werden. Die Registrierung und veröffentlichte Beschreibung geben dem Namen einen nachvollziehbaren Referenzrahmen. Sie beweisen jedoch nicht automatisch, dass jedes heute unter ‘Spotty’ verkaufte Exemplar lückenlos aus dem ursprünglichen Klon stammt. Für Sammlungszugänge bleiben Lieferant, Etikett, Datum und vegetativer Vermehrungsweg als getrennte Provenienzdaten sinnvoll.

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Standort und Verbreitung

Das natürliche Areal der Wildart <em>Dionaea muscipula</em> liegt auf der Atlantischen Küstenebene im Osten North Carolinas und reicht in angrenzende Gebiete South Carolinas. Sie besiedelt offene, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte, darunter feuchte Langblattkiefern-Savannen, flache Senken, Sickerbereiche und Übergänge zu anderen Feuchtlebensräumen. Die Wurzeln stehen in dauerhaft feuchtem, oft zeitweise überstautem Substrat; zugleich erhalten offene Vegetationslücken ausreichend Licht. In den natürlichen Lebensräumen hält wiederkehrendes Feuer Sträucher und junge Bäume zurück und begrenzt so die Beschattung durch konkurrenzstarke Gehölze.

‘Spotty’ ist eine gärtnerische Auslese aus Deutschland und kein dokumentierter Wildzugang. Der Ort der Auslese sagt nichts darüber aus, aus welcher natürlichen Population die ursprüngliche Artpflanze oder ihre Vorfahren stammten. Für den Kultivar sind kein Wildfundort, County, Habitatbeleg oder genetisch bestimmter Herkunftsbestand publiziert. Die Habitatbeschreibung in diesem Profil bezieht sich daher ausschließlich auf die Wildart und erklärt deren ökologische Ansprüche; sie darf nicht als Herkunftsnachweis für ‘Spotty’ gelesen werden. Auch eine Kulturpflanze aus einer Gärtnerei oder Privatsammlung ist keine Wildpopulation. Die enge natürliche Verbreitung der Art bleibt unabhängig von der weiten gärtnerischen Verbreitung einzelner Kultivare bestehen.

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Ökologische Anpassungen

Die Venusfliegenfalle ergänzt die Photosynthese durch den Fang kleiner Tiere und erschließt damit Nährstoffe, die in ihren nährstoffarmen Böden knapp sind. Auf der inneren Fallenfläche sitzen empfindliche Auslösehaare. Mehrere Reize in kurzer Folge erzeugen elektrische Signale und lösen das schnelle Schließen der beiden Fallenlappen aus. Bleibt Beute eingeschlossen und bewegt sich weiter, schließt sich die Falle dichter; Verdauungssekrete werden abgegeben, gelöste Nährstoffe aufgenommen und später wird die Falle wieder geöffnet. Der Mechanismus trennt einen flüchtigen Einzelreiz von wiederholter Bewegung und reduziert damit unnötige Schließvorgänge. Diese Physiologie ist für die Art belegt und nicht als besondere Eigenschaft von ‘Spotty’ bekannt.

Die Kombination aus stark saurem, nährstoffarmem Boden, ausreichendem Wasser und lichtreicher, niedriger Vegetation prägt den Lebensraum. Die saisonale Ruhe im Winter gehört zum Entwicklungszyklus der Art, während Feuer im Freiland vor allem den offenen Standort erhält. Keiner dieser Vorgänge rechtfertigt eine besondere Fang-, Nährstoff- oder Ruhebiologie für ‘Spotty’. Auch die rote Färbung und Fleckenbildung sind keine nachgewiesene Anpassung an eine spezielle Beute; sie sind Merkmale des Kultivars, deren Ausprägung schwankt. Die Blüten stehen auf einem hohen, blattlosen Stängel und werden dadurch räumlich von den bodennahen Fallen getrennt. Feldbeobachtungen zeigen, dass Bestäuber nur selten in Fallen geraten. Für die Einordnung des Kultivars bleibt somit die normale Ökologie der Art maßgeblich.

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Morphologie

Die Pflanze bildet eine bodennahe Rosette aus einzelnen Blättern, die sich aus einer schmalen, leicht verdickten Basis und einer endständigen Klappfalle zusammensetzen. Für ‘Spotty’ werden Fallen bis ungefähr 3,2 Zentimeter Länge angegeben. Die Fallenlappen sind proportional geformt und besitzen glatte Außenränder; die Randborsten sind im Vergleich zu verwandten Kultivaren normal und durchschnittlich ausgeprägt. Sie entspringen breiten Ansatzstellen und verjüngen sich zu spitz-dreieckigen Borsten. Der Blattstiel ist schlank. Während einer Saison können Blätter sowohl aufrecht als auch flach ausgebreitet erscheinen, sodass ein einzelnes Foto den typischen Habitus nur unvollständig erfasst.

Die Farbbeschreibung betont einen gelblichgrünen Grundton, der je nach Pflanzenteil und Bedingungen rötlich überlaufen kann. Mittelrippe und Falleninnenseite werden als gleichmäßig rötlichpurpur charakterisiert. Rote bis purpurne Flecken sitzen dagegen auf den übrigen Blattteilen und besonders auf den Außenflächen der Fallenlappen. Ihre Anzahl, Größe und Intensität sind veränderlich; die Fleckung kann sehr deutlich, schwach oder zeitweise kaum erkennbar sein. Diese Verteilung unterscheidet sich von einer bloß roten Falleninnenseite und ist bei der Prüfung aussagekräftiger als der Gesamteindruck ‘rot’. Das Referenzmaß von 3,2 Zentimetern bezeichnet die publizierte obere Fallenlänge, nicht eine garantierte Größe unter jeder Kultur. Für einen belastbaren Vergleich müssen reife Fallen, Blattstellung, schmale Blattbasis, glatter Fallenrand und Fleckenmuster gemeinsam dokumentiert werden.

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Kultivarspezifische Merkmale

Die Diagnose von ‘Spotty’ beruht auf einer Kombination aus Zeichnung und Gestalt: fleckige rote oder purpurne Pigmentierung auf der Blattoberfläche, eine gleichmäßig rötlichpurpurne Falleninnenseite, schlanke Blattstiele, proportionale glatte Fallenränder und gewöhnlich geformte Randborsten. Die verbreiterte Basis der Borsten läuft in eine spitze Dreiecksform aus. Der Wuchs ist variabel; neben aufrechten Blättern entstehen auch flach liegende. In der vergleichenden Beschreibung wird ‘Spotty’ als insgesamt aufrechter charakterisiert, doch die Kultivardiagnose selbst dokumentiert beide Blattstellungen. Daher ist aufrechte Haltung ein Tendenzmerkmal, kein Ausschlusskriterium für jedes flache Blatt.

Wichtig ist die Abgrenzung zu ‘Spotted Hyena’: Dieser andere Kultivar wächst flacher, besitzt einen breiteren Blattstiel mit oft hellerem Rand, unregelmäßige Fallenränder mit Einbuchtungen oder Erhebungen und unterschiedlich lange Zähne, teils mit zusätzlichen Unterzähnen. Für ‘Spotty’ werden dagegen glatte, proportionale Ränder und durchschnittliche, gleichmäßigere Zähne beschrieben. Auch bei ‘Spotted Hyena’ können Flecken innen und außen auftreten; das bloße Vorhandensein roter Punkte genügt daher nicht zur Bestimmung. Zusätzlich ist die Fleckung von ‘Spotty’ nicht dauerhaft stabil und kann nachlassen oder verschwinden. Eine seriöse Zuordnung stützt sich auf die Gesamtmorphologie, Vergleich mit dokumentiertem Referenzmaterial und bekannte vegetative Herkunft. Ohne diese Kombination sollte die Bestimmung als vorläufig bezeichnet werden.

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Fangstrategie

‘Spotty’ nutzt den für <em>Dionaea muscipula</em> typischen Klappfallenmechanismus. Ein kleines Beutetier, das auf der inneren Fallenfläche läuft, kann die Sinneshaare mehrmals berühren. Die daraus ausgelösten elektrischen Signale führen bei ausreichender Reizfolge dazu, dass sich die beiden Lappen schnell schließen. Die langen Randborsten überkreuzen sich zunächst nur teilweise; ist die Beute klein genug und bewegt sie sich weiter, wird die Falle dichter verschlossen. Anschließend beginnt die Verdauungsphase. Das Falleninnere wird dadurch zur temporären Verdauungskammer, bis die verwertbaren Stoffe aufgenommen und die unverdaulichen Reste zurückbleiben.

Die publizierte Kultivardiagnose nennt keine abweichende Reizschwelle, Schließgeschwindigkeit, Beutegröße oder Verdauungsleistung für ‘Spotty’. Flecken und rötliche Innenflächen belegen keine veränderte Fangfunktion. Ebenso sollten Fallen nicht wiederholt von Hand ausgelöst oder mit ungeeigneter Beute gefüttert werden: Jede Schließung kostet Energie und die einzelne Falle kann nur begrenzt oft produktiv arbeiten. Bei ausreichendem Licht und saisonal angemessener Kultur fängt eine kräftige Pflanze selbstständig kleine geeignete Tiere. Die Fangstrategie muss deshalb wie bei der Grundart behandelt werden. Für Beobachtungen an ‘Spotty’ ist es sinnvoll, Fallen unberührt zu lassen und ihre Entwicklung fotografisch zu verfolgen, statt die Färbung oder Funktion durch häufige Reizung zu testen.

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Reproduktion

Zur Erhaltung der benannten Fleckung muss ‘Spotty’ vegetativ über Teilstücke des Rhizoms vermehrt werden. Die veröffentlichte Kultivardiagnose berichtet, dass Blattstecklinge und Aussaat die charakteristische Zeichnung nicht zuverlässig an die Nachkommen weitergeben. Sämlinge können daher zwar aus bestäubten Blüten entstehen, sind aber keine verlässliche Vermehrungsmethode für den benannten Klon. Eine Aufteilung des Rhizoms erhält die klonale Abstammung am besten, sofern das Teilstück gesund ist und aus einer sicher bestimmten Mutterpflanze stammt. Jedes neue Teilstück sollte mit Herkunft, Teilungsdatum und Beobachtungen zur Zeichnung dokumentiert werden.

Vegetative Vermehrung ist dennoch keine Garantie für ein dauerhaft sichtbares Fleckenmuster: In der Kultivarbeschreibung wird ausdrücklich erwähnt, dass selbst ein ursprüngliches Exemplar die auffällige Färbung später verlor. Für den zugrunde liegenden Mechanismus wird dort keine Erklärung angegeben, weshalb weder eine bestimmte genetische Ursache noch eine unumkehrbare Stabilität behauptet werden sollte. Nach der Teilung kann es eine Etablierungsphase geben, in der jüngere Blätter noch kein klares Referenzbild zeigen. Die Zeichnung sollte an mehreren reifen Fallen über die Saison verfolgt und mit älteren Aufnahmen verglichen werden. Bei schwacher Ausprägung ist zunächst Licht, Blattalter und Wachstumssituation zu berücksichtigen; bei dauerhaftem Verlust bleibt die klonale Herkunft möglicherweise bestehen, während ein zentrales sichtbares Kultivarmerkmal nicht mehr diagnostisch nutzbar ist.

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Kultur-Fazit

Die Kultur richtet sich nach der temperierten Venusfliegenfalle; für ‘Spotty’ ist keine abweichende Temperaturspanne oder Sonderpflege belegt. Die Pflanze benötigt sehr helles Licht bis direkte Sonne, an die sie schrittweise gewöhnt werden sollte. Im Freiland ist ein sonniger Standort mit saisonalem Jahresgang meist geeigneter als ein dauerhaft warmer Wohnraum. Während des aktiven Wachstums wird mineralarmes Wasser verwendet und das Substrat feucht gehalten. Im Winter geht die Pflanze in eine Ruhephase mit deutlich verlangsamtem Wachstum; die Kultur muss kühl und saisonal angepasst sein, ohne das Rhizom austrocknen zu lassen. Eine warme ganzjährige Haltung ohne ausreichendes Licht und Ruhe kann auf Dauer zu schwachem Wuchs führen.

Gute Beleuchtung unterstützt kräftigen Wuchs und kann die rote Grundfärbung deutlicher erscheinen lassen, garantiert jedoch weder eine feste Farbintensität noch die Erhaltung der Flecken. Eine ausbleibende Zeichnung sollte deshalb nicht mit extremer Hitze, Dünger oder abrupt gesteigerter Besonnung ‘korrigiert’ werden. Für die Diagnose werden mehrere ausgewachsene Blätter aus der laufenden Saison dokumentiert; ältere Fallen können verblassen oder nachdunkeln. Pflegekontrollen richten sich nach dem Entwicklungszustand: alle 14 Tage während des aktiven Wachstums, alle 30 Tage in der Winterruhe und alle 7 Tage für Sämlinge. Diese Abstände sind Kontrollrhythmen, keine Aufforderung, die Pflanze regelmäßig zu stören oder ihre Fallen auszulösen.

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Substrat-Ökologie

Wie die Wildart benötigt ‘Spotty’ ein saures, nährstoffarmes und strukturell luftiges Wurzelmedium. Handelsübliche Blumenerde, Kompost und gedüngte Substrate sind ungeeignet, weil gelöste Mineralstoffe und Nährstoffeinträge die empfindlichen Wurzeln schädigen können. Geeignet ist ein ungedüngtes Medium auf Basis von Weißtorf oder lebendem beziehungsweise getrocknetem Sphagnum; strukturgebende, salzarme Zuschläge können je nach Kulturweise verwendet werden. Ein exaktes Mischungsverhältnis ist nicht als besonderes Merkmal des Kultivars erforderlich. Entscheidend sind geringe Nährstoff- und Salzgehalte, gute Durchlüftung und die Fähigkeit, Feuchtigkeit gleichmäßig zu halten.

Bewässert wird mit Regenwasser, geeignetem Umkehrosmosewasser oder anderem nachweislich mineralarmem Wasser. In der Wachstumszeit kann ein Untersetzerverfahren helfen, die Feuchte gleichmäßig zu halten; stehendes Wasser und Wasserstand werden an Gefäß, Temperatur und Jahreszeit angepasst. Das Medium soll nicht vollständig austrocknen, zugleich darf die Rhizomkrone nicht dauerhaft in verdichtetem, sauerstoffarmem Material sitzen. Beim Umtopfen werden Wurzeln und Rhizom vorsichtig behandelt, und das neue Medium bleibt ungedüngt. Die Art stammt aus nährstoffarmen Böden, nicht aus nährstoffreichen Gartenerden. Für ‘Spotty’ ist weder ein anderer pH-Bereich noch eine besondere Salz- oder Wasserverträglichkeit dokumentiert; die allgemeinen Ansprüche von <em>D. muscipula</em> sind daher maßgeblich.

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Praxisnotizen

Für eine nachvollziehbare Bestimmung sollte die gesamte Pflanze über die Saison dokumentiert werden. Fotografiere mehrere reife Fallen von oben und seitlich, dazu die Blattstiele und Rosette; ein Maßstab im Bild erlaubt den Vergleich mit dem publizierten Höchstmaß von etwa 3,2 Zentimetern. Notiere Datum, Blattalter, Lichtbedingungen, Blattstellung sowie, ob die Außenflächen rot oder purpur gefleckt und die Innenflächen gleichmäßig gefärbt sind. Glatte Fallenränder und gewöhnliche Randborsten stützen die Abgrenzung zu ‘Spotted Hyena’; unregelmäßige Zähne oder deutlich gewellte Fallenränder sprechen dagegen für eine erneute Prüfung. Einzelne abweichende Blätter reichen nicht aus, um einen Klon umzubenennen.

Erfasse außerdem Bezugsquelle, Lieferdatum, Etikett, Mutterpflanze und vegetativen Vermehrungsweg. Eine Händlerbezeichnung ist kein unabhängiger Herkunftsnachweis; ohne dokumentierte Lieferkette sollte die Identität als ‘unter dem Namen Spotty bezogen’ und nicht als sicher bestätigter Klon angegeben werden. Verfolge die Fleckung in aufeinanderfolgenden Wachstumsphasen, denn sie kann schwächer werden oder verschwinden, obwohl die Pflanze weiterwächst. Für die Pflegekontrolle gelten 14 Tage im Wachstum, 30 Tage während der Winterruhe und 7 Tage bei Sämlingen. Kontrolliert werden Feuchte, Substratzustand, Rhizomgesundheit und neue Blätter; Fallen werden nicht zur Prüfung mechanisch gereizt. Diese Protokollierung trennt echte Merkmalsveränderung von Licht-, Alters- und Saisonwirkung.

sources

Quellenangaben

Kultivar und Diagnose

  • Kultivar-Register: ICPS Carnivorous Plant Names Resource: ‘Spotty’ S.Lenssen; Herkunfts-, Urheber-, Registrierungs- und Morphologieangaben. Quelle.
  • Registrierungsliste 2013: Carnivorous Plant Newsletter 43(1), S. 31–32: zeitgenössischer Nachweis der Registrierung von ‘Spotty’ am 15. Mai 2013. Quelle.
  • Abgrenzung zu ‘Spotted Hyena’: ICPS / Carnivorous Plant Newsletter 44(2): Vergleich von Wuchsform, Blattstiel, Fallenrand und Randborsten. Quelle.

Taxonomie, Ökologie und Kultur der Art

  • Plants of the World Online: Royal Botanic Gardens, Kew: akzeptierter Artname, Autorenschaft, Familie und natürliches Verbreitungsgebiet. Quelle.
  • North Carolina State Extension: Botanisches Artenprofil und Kulturgrundlagen für Dionaea muscipula. Quelle.
  • ICPS Growing Guide: Kulturleitfaden der International Carnivorous Plant Society für Licht, Wasser, Substrat und Winterruhe. Quelle.
  • ICPS Artenblatt: Kompaktes botanisches und kulturelles Referenzblatt zu Dionaea muscipula. Quelle.
  • U.S. Fish & Wildlife Service: Venus Fly Trap: Aktuelle Behördenübersicht zu Verbreitung, Lebensraum, Schutz und Gefährdungsfaktoren. Quelle.
  • Species Status Assessment: U.S. Fish & Wildlife Service: Species Status Assessment, Version 1.1, 2023. Quelle.
  • Feldökologie: Roberts, P.R. & Oosting, H.J. (1958): Responses of Venus Fly Trap (Dionaea muscipula) to Factors Involved in Its Endemism. Ecological Monographs 28(2): 193–218; Volltext im Repositorium der North Carolina State University. Quelle.
  • Beutefang und Aktionspotentiale: Böhm, J. et al. (2016): The Venus Flytrap Dionaea muscipula Counts Prey-Induced Action Potentials to Induce Sodium Uptake. Current Biology 26(3): 286–295; freier Volltext in PubMed Central. Quelle.
  • Anlockung von Beute: Kreuzwieser, J. et al. (2014): The Venus flytrap attracts insects by the release of volatile organic compounds. Journal of Experimental Botany 65(2): 755–766; PMID 24420576. Quelle.
  • Bestäuber und Beute: Youngsteadt, E. et al. (2018): Venus Flytrap Rarely Traps Its Pollinators. The American Naturalist 191(4): 539–546; PMID 29570403. Quelle.
  • Calciumsignale: Suda, H. et al. (2020): Calcium dynamics during trap closure visualized in transgenic Venus flytrap. Nature Plants 6: 1219–1224; PMID 33020606. Quelle.

Bildnachweis

  • Bilddatei ‘Spotty’: Mucrow, eigenes Foto vom 11.09.2013; Bildtitel und Pflanzenbezeichnung ‘spotty’. Unverändert eingebunden; Darstellung wird nur an die Seitengröße angepasst. Quelle.
  • Bildlizenz: Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0). Quelle.

Die Kultivardiagnose und der direkte Vergleich mit ‘Spotted Hyena’ stützen sich auf die ICPS-Registrierung und veröffentlichte Fachbeschreibung. Aussagen zur Wildart, ihrer Ökologie und Grundkultur sind davon getrennt und werden mit taxonomischen Referenzen, Fachliteratur und Behördenquellen belegt. Für eine konkrete Verkaufspflanze wird keine lückenlose Klonherkunft unterstellt, sofern sie nicht dokumentiert ist.

Zitieren

Zitierlink und Stand

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Aktueller Stand01.10.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'Spotty', Stand 01.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-spotty/