Black Trap Codex
Dionaea muscipula 'Slack's Giant'
Venusfliegenfalle
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Wasser
- AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
- Ruhephase
- optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Black-Trap-Systemprofil
Substrat- und Strukturbedarf
- BT-Air
- mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
- BT-Water
- hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
- BT-Flow
- mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
- pH
- 3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
- BT-Density
- niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
- Kapillaritaet
- hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
- Strukturstabilitaet
- mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.
Kulturgruppe
Dionaea – temperierte Standardkultur
Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.
Risiken
Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung
Gattungsprofil
Dionaea
Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.
Typische Fehler
Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
- Empfindlich gegen Austrocknung
- Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
- Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
- Empfindlich gegen zu wenig Licht
- Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
- Empfindlich gegen Substratabbau
Verknuepfungen
Empfohlene Systemprofile
Standard-Mix
Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.
- BT-Air
- 8,6
- BT-Water
- 7,6
- BT-Flow
- 9,3
- BT-Structure
- 9,4
- BT-Capillary
- 2,5
- BT-Density
- 5,1
- BT-Compaction
- 3,0
reference
Botanische Beschreibung
Dionaea muscipula ‘Slack’s Giant’ ist ein Gartenname für eine großfallige Auswahl der Venusfliegenfalle, die oft zusammen mit dem Code G16 verkauft wird. Die Art bildet aus einem kurzen Rhizom eine bodennahe Rosette; jedes Fangblatt besitzt einen photosynthetisch aktiven Blattstiel und eine zweilappige Endfalle mit reizempfindlichen Innenhaaren und Randcilien. Für G16 beschreiben Sammler und Anbieter wiederholt auffallend große Fallen, einen kurzen bis flachen Blattstiel und eine grüne Außenseite mit roter bis tiefroter Falleninnenseite. Eine Fachsammlung führt „G16, Slack’s Giant clone“ als Akzession. Diese Merkmalskombination ist die derzeit am häufigsten berichtete Handelsform, aber keine standardisierte botanische Diagnose.
Die Größenangaben sind nicht als garantierter Endwert zu lesen. Ein spezialisierter Anbieter nennt für adulte Fallen bis zu etwa fünf Zentimeter, während ältere Sammlerberichte kleinere Messwerte einzelner Pflanzen oder heranwachsender Fallen festhalten. Solche Angaben unterscheiden sich nach Alter, Jahreszeit und Kultur; dokumentierte Vergleichsmessungen an authentifizierten Mutterpflanzen fehlen. Auch die Blattform kann saisonal schwanken: G16 wird meist als rosettig oder bodennah beschrieben, aber einzelne Sammler beobachteten aufrechteren Wuchs an derselben Pflanze. Ein Foto einer einzelnen Falle belegt daher weder die Höchstgröße noch die Klonidentität. Für die Bestimmung zählt die wiederholt beobachtete Kombination aus großen Fallen, kurzem bis niedrigem Wuchs und kontrastreicher Rot-Grün-Färbung zusammen mit einer nachvollziehbaren vegetativen Herkunft.
taxonomy
Taxonomie und Namensstatus
Der akzeptierte botanische Name der Grundart lautet Dionaea muscipula J.Ellis aus der Familie Droseraceae. Dionaea ist monotypisch; „Slack’s Giant“ bezeichnet deshalb keine eigene Art, sondern eine gärtnerisch verbreitete Auswahl. Die Schreibweisen G16, „G16 Slack’s Giant“ und „Adrian Slack’s Giant“ werden in Sammler- und Handelsquellen miteinander verbunden. Eine spezialisierte Dionaea-Sammlung führt G16 unter Akzessionsnummer D71, getrennt von „South West Giant“ unter D58. Diese Sammlungszuordnung ist ein hilfreicher Beleg für eine getrennte Akzession, aber keine formale Kultivarregistrierung oder vollständige Herkunftsurkunde.
Der Name G16 wird Graham Sadd zugeschrieben, der Pflanzen seiner Sammlung nummerierte; eine spezialisierte Gärtnerei berichtet, die Pflanze stamme ursprünglich aus Adrian Slacks Bestand. Das bedeutet nicht, dass Sadd den Sämling selbst selektiert hat. Andere Verkäufer setzen G16, Slack’s Giant und South West Giant gleich, während Sammlerberichte und die getrennten Akzessionen der Fachsammlung eine Abgrenzung stützen. Auch die ICPS-Registrierungsseite weist ausdrücklich darauf hin, dass ihre Registerliste nur Registrierungen vor Oktober 2020 abdeckt und später im Newsletter beschriebene Namen zusätzlich zu prüfen sind. In den abgefragten Namensquellen wurde keine bestätigte formale Registrierung von G16/Slack’s Giant gefunden; der Status bleibt innerhalb dieser Prüfung unbestätigt. J.Ellis ist der Art-Autor, nicht der belegte Ausleseautor.
ecology
Herkunft und Verbreitung
„Slack’s Giant“ ist eine gärtnerische Auswahl und hat kein eigenes natürliches Verbreitungsgebiet. Mehrere spezialisierte Quellen schreiben die Ursprungspflanze dem Bestand des britischen Karnivorengärtners Adrian Slack zu. Die häufig genannte Rolle von Graham Sadd ist die spätere Nummerierung als G16 und Verbreitung dieses Codes in seiner Sammlung, nicht nachweislich die Züchtung oder Selektion des ursprünglichen Sämlings. Übergaben zwischen Sammlern und die Nutzung verschiedener Namen sind für die frühen 2000er Jahre dokumentiert. Ein Handelsangebot unter dem Namen G16 beweist daher allein weder die Abstammung von derselben Mutterpflanze noch eine lückenlose Vermehrungsgeschichte.
Das natürliche Areal der Elternart liegt in der Küstenebene von North Carolina und einem angrenzenden Gebiet South Carolinas im Südosten der Vereinigten Staaten. Wildpflanzen wachsen dort in offenen, saisonal feuchten und nährstoffarmen Lebensräumen. Diese Verbreitungsangabe gilt ausschließlich für Dionaea muscipula, nicht als Fundort von G16. Für die Trennung von „South West Giant“ ist besondere Sorgfalt nötig: Ein älterer Händlertext bezeichnet beide Namen als denselben Klon, andere Sammlerberichte unterscheiden den rosettigen G16 von einer eher aufrechten South-West-Giant-Form, und die Fachsammlung führt sie separat. Ohne überprüfbares Vermehrungsprotokoll sollte eine Pflanze deshalb mit ihrem konkreten Etikett, Bezugsbetrieb und vegetativen Weitergabeweg dokumentiert werden.
ecology
Ökologie und Lebensraum
Die ökologischen Ansprüche von G16 entsprechen der Elternart; für diese Auswahl sind keine eigenen Felduntersuchungen bekannt. Die Venusfliegenfalle besiedelt sonnige, saure, nährstoffarme und zeitweise überflutete Feuchtstandorte. Offene Feuchtsavannen und verwandte Lebensräume verbinden verfügbares Wasser im Wurzelraum mit hoher Lichtintensität. Natürliche Störungen wie Feuer begrenzen Gehölze und halten die Vegetation offen. Die Pflanze gewinnt Kohlenstoff durch Photosynthese, vor allem in den Blattstielen, und ergänzt bestimmte Mineralstoffe durch gefangene Tiere. Große Fallen sind eine gärtnerisch beschriebene Eigenschaft und kein Beleg dafür, dass G16 aus einem besonders nährstoffreichen oder andersartigen Habitat stammt.
Aus rosettigem Wuchs, roter Falleninnenseite oder einer berichteten Maximalgröße lässt sich keine besondere Trockenheits-, Wärme- oder Schattenanpassung ableiten. Für G16 wurden weder Photosyntheseleistung noch Wasserhaushalt, Nährstoffbedarf oder Fangrate experimentell mit anderen Klonen verglichen. Die Rotfärbung kann bei Dionaea mit Beleuchtung, Alter und Saison variieren; sie ist kein verlässlicher Ersatz für eine Messung der Lichtversorgung. Eine große Falle bedeutet auch nicht automatisch, dass jede Pflanze kräftiger wächst oder mehr Beute benötigt. Kulturbeobachtungen müssen von den allgemeinen Artansprüchen getrennt bleiben: sehr viel Licht, ein feuchter und nährstoffarmer Wurzelraum und ein zur Kulturweise passender Jahresrhythmus gelten für G16 wie für andere Venusfliegenfallen.
reference
Wuchsform und Morphologie
Die am häufigsten beschriebene G16-Form trägt große, rundlich bis breit wirkende Fallen auf relativ kurzen Blattstielen und sitzt flach oder rosettig am Substrat. Die Fallenaußenseiten und Blattstiele werden meist grün, die Innenflächen bei guter Ausfärbung deutlich rot beschrieben. Ein italienischer Spezialanbieter gibt für adulte Fallen bis zu fünf Zentimeter an; andere ältere Sammlerberichte nennen Messungen einzelner Exemplare um 3,8 Zentimeter. Keine dieser Angaben ist eine garantierte artspezifische Obergrenze, weil Alter, Kultur und Messweise nicht standardisiert sind. Die Randcilien werden als normale, voneinander getrennte Zähne beschrieben; eine beständige Sondermutation der Zähne gehört nicht zu den wiederholt genannten Kernmerkmalen von G16.
Der Habitus ist weniger einheitlich belegt als die Größe und Färbung der Fallen. Händlertexte betonen oft die gedrungene, bodennahe Form, während ein langjähriger Sammler an einer Pflanze sowohl rosettige als auch aufrechtere Triebe in verschiedenen Jahren beobachtete. Solche Beobachtungen können saisonale oder individuelle Wachstumsreaktionen widerspiegeln und lösen die Namensverwirrung nicht von selbst. Ebenso sind pauschale Aussagen wie „immer rein rot“, „größter Klon“ oder „stets prostrate“ nicht hinreichend belegt. Für Vergleiche sollten mehrere vollständig geöffnete Fallen mit Maßstab sowie Blattstiel- und Rosettenmaße über den Jahresverlauf dokumentiert werden. So lassen sich Frühjahrs- und Sommerfallen, Jung- und Altpflanzen sowie unterschiedliche Kulturbedingungen besser auseinanderhalten.
reference
Merkmale des Kultivars
G16 wird im Handel vor allem an großen Fallen, kurzer bis niedrig ausgebreiteter Blattbasis und dem Kontrast zwischen grünem Außenbereich und roter Falleninnenseite erkannt. Ein Anbieter berichtet Fallen bis ungefähr fünf Zentimeter; diese Zahl beschreibt erreichbare Einzelpflanzen unter seinen Bedingungen, keine feste Diagnose oder garantierte Endgröße. Händlerangaben nennen teils sehr tiefrote Innenflächen und lange spitze Randcilien, doch die ausgeprägte Rotfärbung hängt von Licht, Alter und Saison ab. Andere Anbieter berichten, dass die Fallen im Jahresverlauf von klein bis groß variieren. Eine einzelne übergroße Falle reicht deshalb nicht aus, um den Klon sicher zu identifizieren.
Besonders wichtig ist die Trennung zu „South West Giant“. Historische Sammler- und Händlerquellen haben beide Namen zeitweise gleichgesetzt; spätere Quellen beschreiben South West Giant mit längeren, aufrechten Blattstielen und anders geformten Fallen, während G16 überwiegend als niedrigere, rosettige Pflanze mit großen roten Fallen gilt. Eine Fachsammlung führt beide Namen als getrennte Akzessionen. Zugleich bleibt offen, ob alle Pflanzen, die heute als G16, Slack’s Giant oder Adrian Slack’s Giant gehandelt werden, dieselbe Linie darstellen. Deshalb führen wir „Slack’s Giant“ als ungeklärte Handels-/Sammlerbezeichnung mit dokumentiertem Bezug zu G16, nicht als zweifelsfrei einheitliche oder formal registrierte Klonidentität. Vermehrungsweg und Herkunftsbeleg gehören zur Merkmalsbewertung.
reference
Fangstrategie
G16 nutzt den typischen Klappfallenmechanismus von Dionaea muscipula. Berührungen der reizempfindlichen Sinneshaare auf der Falleninnenfläche erzeugen elektrische Signale; eine hinreichende Folge von Reizen lässt beide Fallenhälften rasch zuklappen. Die Randcilien begrenzen zunächst die Öffnung und erschweren einem größeren Beutetier die Flucht. Weitere Bewegungen können die Falle dichter schließen und Verdauungsprozesse auslösen. Für G16 sind keine experimentellen Untersuchungen zu Reizschwellen, Schließgeschwindigkeit oder Beuteverdauung bekannt. Die besonders großen Fallen verändern die Grundmechanik der Art nicht nachweislich.
Eine große Falle bedeutet weder eine belegte höhere Fangrate noch eine bestimmte Beutegröße, die der Klon zwingend benötigt. Auch die kräftige rote Innenfärbung ist kein Beweis für eine stärkere Anlockung oder Verdauung. Fallen funktionieren nur, wenn die Pflanze insgesamt ausreichend Licht und Wasser erhält; der Blattstiel bleibt ein wesentlicher photosynthetischer Bereich. Die Fühlerhaare werden nicht durch bloßes Berühren einer einzelnen Stelle zuverlässig getestet, und wiederholtes manuelles Auslösen kostet die Pflanze Ressourcen. Für die Beobachtung genügt es, natürliche Fallenbildung und eventuelle Beutefänge zu dokumentieren. Behauptungen, G16 fange wegen seiner Größe grundsätzlich besser als andere Dionaea, sind ohne vergleichende Versuche nicht belegt.
reference
Reproduktion und Lebenszyklus
Wenn die Bezeichnung G16 eine konkrete vegetativ erhaltene Mutterpflanze meint, lässt sich diese durch Rhizomteilung, geeignete Blattstecklinge oder In-vitro-Vermehrung weitergeben. Ein sauber beschrifteter Teilungs- oder Stecklingsweg erhält die genetische Identität eher als Aussaat, sofern die Ausgangspflanze selbst korrekt bestimmt wurde. Gerade diese Voraussetzung ist bei G16 wichtig: Frühere Sammlerberichte beschreiben wechselnde Namen und Verwechslungen mit South West Giant; eine spezialisierte Quelle warnt außerdem vor früherer Weitergabe unter G-Code-Namen aus Samen. Samen von einer so etikettierten Pflanze sind daher keine G16-Kopien.
Sämlinge sind genetisch neue Individuen und können Größe, Wuchsform oder Färbung der Mutterpflanze nicht zuverlässig wiederholen. Selbst wenn ein Nachkomme große oder rote Fallen entwickelt, sollte er als Sämling beziehungsweise neue Auswahl geführt werden. Bei vegetativer Vermehrung bleiben Etikett, Bezugsquelle, Datum, Mutterpflanze und Vermehrungsmethode erhalten; bei Tausch oder Verkauf sollte diese Kette mitgegeben werden. Für die Klonzuordnung ist eine längere Beobachtung mehrerer Wachstumsperioden sinnvoll, weil die Fallen saisonal unterschiedlich groß ausfallen können und der Habitus variieren kann. Der Name G16 sollte nicht allein wegen einer einzelnen großen Falle oder eines roten Falleninneren auf einen Sämling übertragen werden.
culture
Kultur
Für G16 ist keine abweichende Kultur gegenüber der temperierten Venusfliegenfalle belegt. Die großen Fallen begründen weder einen schattigeren Standort noch besondere Zusatzdüngung oder eine wärmere Überwinterung. Die Pflanze braucht sehr viel Licht und wird nach dunkler Innenhaltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnt. Der Wurzelraum bleibt gleichmäßig feucht, aber ein kleiner Topf darf nicht durch dauerhaft tiefes Wasser anaerob werden. In saisonaler Freiland- oder unbeheizter Gewächshauskultur folgt sie dem temperierten Jahresgang mit kühler Ruhephase und Schutz vor extremem Durchfrieren. Die konkrete Winterführung richtet sich nach Topfgröße, Standort und Wetter, nicht nach dem Namen G16.
Die ICPS unterscheidet zwischen draußen überwinterten Venusfliegenfallen und dauerhaft beleuchteter Innenkultur; für Letztere sind starkes Licht und fortlaufende geeignete Fütterung entscheidend. Eine dauerhaft warme, lichtarme Fensterbank ist keine gleichwertige Alternative. Händler nennen teilweise feste Frostgrenzen oder besondere Saisonformen, doch diese Aussagen wurden nicht in G16-Versuchen geprüft und werden daher nicht als kultivarspezifische Werte übernommen. Bei neuen Pflanzen sollten Licht, Luftbewegung und Wasserqualität schrittweise an die Zielkultur angepasst werden. Wenn Fallen klein bleiben oder nur wenig Rot zeigen, zuerst Alter, Saison, Licht und Akklimatisierung prüfen. Ein einzelner schwacher Austrieb begründet keine Sonderpflege und ändert das verknüpfte Artprofil nicht.
substrate
Substrat und Wasser
Für G16 ist kein eigenes Substratrezept untersucht oder veröffentlicht. Wie andere Venusfliegenfallen benötigt der Klon ein saures, nährstoffarmes und strukturstabiles Wurzelmedium. Ungedüngter Hochmoortorf oder langfaseriges Sphagnum mit geeignetem inertem Zuschlag können je nach Gefäß und Kulturweise funktionieren; ein bestimmtes Mischungsverhältnis wird für diesen Klon nicht als Muss behauptet. Gedüngte Blumenerde, Kompost und kalkhaltige Zusätze sind ungeeignet, weil Nährstoffe und gelöste Salze die empfindlichen Wurzeln belasten. Die großen Fallen benötigen keinen besonders nährstoffreichen Boden: Ihre auffällige Größe ist kein Hinweis auf höhere Wurzelernährung.
Regenwasser, Umkehrosmosewasser oder destilliertes Wasser mit geringem Mineralgehalt eignen sich für die Bewässerung. Während des Wachstums kann ein flacher Anstau gleichmäßige Feuchte sichern; bei Innenkultur müssen Topfhöhe, Luftbewegung und Verdunstung so abgestimmt sein, dass der Wurzelbereich feucht, aber nicht sauerstoffarm bleibt. Das Substrat darf nicht austrocknen. In der kühlen Ruhephase wird die Wasserreserve an sinkenden Verbrauch angepasst, ohne das Rhizom trocken zu lagern. Hartes Leitungswasser und Düngung im Wurzelmedium sind auch bei G16 nicht durch die großen Fallen tolerierbarer. Weder Farbe noch Fallenmaß rechtfertigen eine abweichende Wasserqualität oder ein separates Kultursubstrat.
practice
Praxisnotizen
Die Sichtkontrollen folgen dem verknüpften Dionaea-Kulturprofil: alle 14 Tage bei aktivem Wachstum, alle 30 Tage während der Winterruhe und alle 7 Tage bei Sämlingen. Das sind Beobachtungsabstände, keine Gießtermine. Für G16 sollten mehrere reife Fallen einer Pflanze erfasst werden: Länge und Breite der Fallen, Blattstiellänge, Rosettenbreite, Fallenwinkel, Innen- und Außenfärbung sowie Saison. Eine Maßstabsaufnahme unter gleichbleibendem Licht hilft zu prüfen, ob eine Fünf-Zentimeter-Angabe oder ein besonders rosettiger Austrieb für die konkrete Pflanze zutrifft. Bezugsbetrieb, Chargenetikett, Mutterpflanze und Vermehrungsweg getrennt dokumentieren.
Bei der Identifikation G16 nicht ohne Weiteres mit South West Giant gleichsetzen. Die Fachsammlung listet beide getrennt, andere Quellen haben sie historisch zusammengeführt, und mehrere Handelsnamen überlagern sich. Kein eindeutig zugeordnetes eigenes G16-Foto wurde in der lokalen Mediathek gefunden. Die Bildsuche nach dem exakten Namen ergab keine Commons- oder iNaturalist-Aufnahme mit überprüfbarer freier kommerzieller Lizenz. Händlerbilder wurden nicht übernommen. Ein allgemeines Dionaea-Foto wäre zudem kein Nachweis der Klonidentität. Deshalb bleiben Bild und Bildnachweis leer, bis ein eigenes Foto einer dokumentierten G16-Akzession oder eine passend lizenzierte, eindeutig identifizierte Aufnahme vorliegt.
sources
Quellenangaben
Name, Sammlung und Klonmerkmale
- Società Italiana di Orticultura: Collezione Dionaea muscipula, entry D71 ‘G16, Slack’s Giant clone’; separately D58 ‘South West Giant’. Quelle. Spezialisierte Sammlungszuordnung; führt beide Namen unter getrennten Akzessionsnummern, ohne formale Registrierung oder vollständige Provenienz zu belegen.
- Bad Leaves: Dionaea ‘G16’ (Adrian Slack’s Giant). Quelle. Beschreibt G-Codes als Katalognummern von Graham Sadd, weist auf Verwechslungen und Samenvermehrung hin und führt eine niedrige Form mit großen roten Fallen an.
- Diflora: Dionaea muscipula ‘Slack’s Giant’. Quelle. Schreibt die Herkunft Adrian Slack und den Code G16 Graham Sadd zu, setzt die Namen aber mit South West Giant gleich; berichtet kurze Blattstiele, große rot gefärbte Fallen und grüne Außenseiten.
- Giardino Carnivoro: Dionaea muscipula ‘G16’ Slack’s Giant. Quelle. Händlerangabe zu niedrigem Wuchs, grüner Außenfläche, roten Falleninnenflächen und adulten Fallen bis etwa 5 cm; kein standardisierter Messversuch.
- Araflora: Dionaea muscipula ‘G16 Slack’s Giant’ (CarniVFT31). Quelle. Beschreibt kräftiges Wachstum, grüne Außenflächen, rote Falleninnenseiten und saisonal variable Fallengrößen.
- Carnibase, Sammlung J. Ph. Rosello: historische Bestandsliste und Beobachtungen zu G16 und South West Giant. Quelle. Dokumentiert widersprüchliche damalige Namensverwendungen und Messwerte; Sammlerbeobachtungen, kein formaler Identitätsnachweis.
- TerraForums (2010): Other Large Cultivars. Quelle. Historischer Sammlerbericht zu großen Klonen und Fallenmessungen; ordnet Slack’s Giant und South West Giant noch gemeinsam zu.
- Carnivorous Plants UK: Alexis, Sammlerbeiträge zu G16 und South West Giant (2004). Quelle. Zeitgenössische Diskussion dokumentiert die damals verbreitete Trennung von rosettigem G16 und aufrechterem South West Giant sowie Unsicherheit zur korrekten Benennung.
- Carnivorsandmore: Verkaufsliste 2023, DIO_69 ‘G16, Slack’s Giant’. Quelle. Führt den Handelsnamen und bezeichnet ihn als einen der größten Klone; keine Maße oder Abstammungsangaben.
- Heldros: Dionaea muscipula G16 / Adrian Slack’s Giant. Quelle. Verkaufsbeschreibung zu großem, rosettigem Wuchs; keine unabhängige Herkunftsprüfung.
- Karnivores.com: Dionaea G16. Quelle. Händler nennt rote Fallen, teilweise aufrechten Sommerwuchs und saisonal kleinere Rosetten; diese Beobachtung ist nicht als stabiler Klonstandard behandelt.
- International Carnivorous Plant Society: Carnivorous Plant Names Resource, Registered Cultivars. Quelle. Die Registerseite erfasst registrierte Namen vor Oktober 2020 und weist darauf hin, dass spätere CPN-Veröffentlichungen zusätzlich existieren können.
- International Carnivorous Plant Society: Carnivorous Plant Newsletter archive. Quelle. Archiv für veröffentlichte Kultivarbeschreibungen; im geprüften Suchstand wurde kein bestätigter G16/Slack’s-Giant-Eintrag gefunden.
- International Carnivorous Plant Society (2021): Carnivorous plant cultivar names and patents, Carnivorous Plant Newsletter 50(1):44. Quelle. Erläutert ICPS-Rolle und Veröffentlichungspraxis für Kultivarnamen.
- International Carnivorous Plant Society (2024): Cultivar names registered in 2022 and 2023, Carnivorous Plant Newsletter 53(3):154–155. Quelle. Geprüfte Jahresliste; kein G16/Slack’s-Giant-Eintrag darin.
Art, Fangbiologie und Kultur
- Royal Botanic Gardens, Kew: Plants of the World Online, Dionaea muscipula J.Ellis. Quelle. Akzeptierter Name, Art-Autor, Familie und natürliches Areal.
- International Plant Names Index: Dionaea muscipula J.Ellis, record 275898-2. Quelle. Nomenklatorischer Nachweis der botanischen Autorschaft.
- U.S. Fish and Wildlife Service (2023): Species Status Assessment for Venus Flytrap (Dionaea muscipula), Version 1.1. Quelle. Behördliche Synthese zu Areal, Habitat, Feuerregime, Hydrologie und Schutzstatus.
- Roberts, P.R. & Oosting, H.J. (1958): Responses of Venus Fly Trap (Dionaea muscipula) to Factors Involved in Its Endemism. Ecological Monographs 28(2):193–218. Quelle. Feldökologische Untersuchung zu Standortfaktoren und begrenztem Areal.
- North Carolina State University Extension: Dionaea muscipula, Plant Toolbox. Quelle. Artbeschreibung, Fallenbau, Areal und Kultur.
- Volkov, A.G. et al. (2008): Active movements in plants: Mechanism of trap closure by Dionaea muscipula Ellis. Plant Signaling & Behavior 3(10):778–783. Quelle. Primärarbeit zu Sinneshaaren, elektrischen Signalen und Fallenbewegung.
- Böhm, J. et al. (2016): The Venus Flytrap Dionaea muscipula Counts Prey-Induced Action Potentials to Induce Sodium Uptake. Current Biology 26(3):286–295. Quelle. Primärarbeit zu Reizsummation, Beuteantwort und Nährstoffaufnahme.
- Youngsteadt, E. et al. (2018): Venus Flytrap Rarely Traps Its Pollinators. The American Naturalist 191(4):539–546. Quelle. Feldstudie zu Bestäubern und Beutefang; allgemeine Artökologie.
- Gao, P. et al. (2015): Integration of trap- and root-derived nitrogen nutrition of carnivorous Dionaea muscipula. New Phytologist 205(3):1320–1329. Quelle. Untersuchung der Stickstoffaufnahme über Wurzeln und Fallen.
- International Carnivorous Plant Society: Growing Dionaea muscipula. Quelle. Artbezogene Kulturhinweise zu Licht, Wasserqualität, Substrat und Jahresgang.
- Brittnacher, J. (2019): Grow Venus flytraps indoors. Carnivorous Plant Newsletter 48(4):178–182. Quelle. Beschreibt dauerhaft beleuchtete und ernährte Innenkultur ohne ausgeprägte Winterruhe; ausdrücklich ein Kulturmodell, keine Klonstudie.
- International Carnivorous Plant Society: Dionaea Leaf Pullings Step-by-Step. Quelle. Anleitung zur vegetativen Erhaltung; kein Herkunftsnachweis für G16.
Quellenbewertung und Bildrechte
Die Fachsammlung bestätigt eine G16-Akzession, aber nicht die formale Registrierung oder die Identität jeder als Slack’s Giant verkauften Pflanze. Händler und historische Sammlerquellen widersprechen sich bei der Gleichsetzung mit South West Giant und bei Größe sowie Saisonform. Diese Unterschiede bleiben im Profil sichtbar. Für das lokal gefundene Bildmaterial ergab sich kein eindeutiger G16-Treffer. Externe G16-Bilder stammen aus Verkaufsangeboten oder Sammlerbeiträgen ohne belegte kommerzielle Freilizenz; sie wurden nicht übernommen.
Zitieren
Zitierlink und Stand
Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'Slack's Giant', Stand 02.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-slack/
