Black Trap Codex

Dionaea muscipula 'SL 14'

Venusfliegenfalle

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Dionaea
Herkunft
Gärtnerische Auslese, in Sammlerlisten Stefan Lenssen zugeschrieben; Herkunftskette und einheitliche Klondiagnose nicht gesichert.
Autor
J.Ellis

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Black-Trap-Systemprofil

Substrat- und Strukturbedarf

BT-Air
mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
BT-Water
hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
BT-Flow
mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
pH
3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
BT-Density
niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
Kapillaritaet
hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
Strukturstabilitaet
mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.

Kulturgruppe

Dionaea – temperierte Standardkultur

Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.

Risiken

Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung

Gattungsprofil

Dionaea

Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.

Typische Fehler

Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

  • Empfindlich gegen Austrocknung
  • Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
  • Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
  • Empfindlich gegen zu wenig Licht
  • Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
  • Empfindlich gegen Substratabbau

Verknuepfungen

Empfohlene Systemprofile

Core-Referenzprofil

Standard-Mix

Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.

BT-Air
8,6
BT-Water
7,6
BT-Flow
9,3
BT-Structure
9,4
BT-Capillary
2,5
BT-Density
5,1
BT-Compaction
3,0
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reference

Botanische Beschreibung

Dionaea muscipula ‘SL 14’ wird als gärtnerische Auslese der Venusfliegenfalle geführt. Die Art bildet aus einem kurzen unterirdischen Rhizom eine bodennahe Rosette. Jedes Blatt besitzt einen photosynthetisch aktiven Blattstiel und am Ende eine zweilappige Fangfalle mit reizempfindlichen Innenhaaren und beweglichen Randfortsätzen. Für SL 14 beschreiben Sammler- und Handelsquellen keine einheitliche Gestalt: Neben kurzen Randzähnen stehen Berichte über große Fallen mit langen, haifisch- oder piranhaartig wirkenden Fortsätzen. Eine aktuelle Fachsammlung führt den Namen mit dem Merkmal kurze Zähne, während ältere und neuere Handelsbeschreibungen anderes nahelegen. Die Pflanze lässt sich daher nicht einfach als typische Dionaea mit beliebig großen Fallen beschreiben.

Eine standardisierte Messreihe an einer nachvollziehbar vegetativ überlieferten Mutterpflanze liegt nicht vor. Einzelne Verkaufskataloge nennen Größenklassen, dokumentieren jedoch weder Messmethode noch Alter und Kulturbedingungen; daraus lässt sich kein verlässlicher Maximalwert ableiten. Rote Falleninnenseiten werden für angebotene SL-14-Pflanzen erwähnt, sind aber nicht als unveränderliches Merkmal jeder Akzession abgesichert. Das Profil beschreibt folglich belegte, teils widersprüchliche Merkmalsberichte und trennt sie von der gut bekannten Grundmorphologie der Art. Bei einer konkreten Pflanze zählen wiederholte Beobachtungen mehrerer ausgereifter Fallen und eine nachvollziehbare vegetative Herkunft stärker als das Etikett allein.

taxonomy

Taxonomie und Namensstatus

Der akzeptierte botanische Name der Elternart lautet Dionaea muscipula J.Ellis aus der Familie Droseraceae. Die Gattung Dionaea ist monotypisch; „SL 14“ bezeichnet keine eigene Art oder botanische Unterart. Es handelt sich um einen gärtnerisch verbreiteten Klon- beziehungsweise Auslesennamen. Im geprüften Register der benannten Dionaea-Kultivare findet sich kein eigener Eintrag für SL14. Das belegt weder eine formale Registrierung noch eine veröffentlichte, nomenklatorisch abgesicherte Diagnose. Der Eintrag bleibt trotzdem als gebräuchlicher Sammler- und Handelsname auffindbar. Für den Codex wird er als Kultivarprofil mit ungeklärtem formalen Status geführt, nicht als botanischer Rang.

Mehrere Bestands- und Sammlungskataloge verbinden die Buchstaben „SL“ mit Stefan Lenssen beziehungsweise Lenßen und führen SL14 als dessen Auswahl oder Klon. Ein älterer Sammlerbeitrag ordnet der Pflanze große, haifischzahnartige Fallen zu; andere Listen nennen kurze Zähne. Eine weitere Bestandsliste schreibt den Namen „S. Lessen“, weshalb auch die genaue Namensüberlieferung nicht völlig einheitlich ist. Diese Belege stützen eine gärtnerische Zuordnung, ersetzen aber weder eine originale Züchterveröffentlichung noch eine lückenlose Weitergabekette. Stefan Lenssen/Lenßen wird deshalb als zugeschriebener Selektor beziehungsweise Herkunftsbezug genannt, nicht als formaler botanischer Autor. J.Ellis bleibt der Autor des Artnamens. Herkunftsnotiz, Lieferant und Vermehrungsweg eines konkreten Exemplars sollten erhalten bleiben.

habitat

Standort und Verbreitung

Für „SL 14“ ist kein natürlicher Fundort belegt; der Name bezeichnet eine in Kultur weitergegebene Auswahl. Seine Verbreitung in Sammlungen ist nicht mit einem natürlichen Areal gleichzusetzen. Die Wildart Dionaea muscipula ist auf die Küstenebene von North Carolina und South Carolina im Südosten der Vereinigten Staaten beschränkt. Historische und aktuelle Pflanzenzahlen unterscheiden sich je nach Erhebungsmethode, doch die verbliebenen Populationen liegen in einem vergleichsweise kleinen Teil dieses Gebietes. Es gibt keinen Nachweis, dass SL14 aus einer bestimmten Wildpopulation stammt oder ein eigenes Verbreitungsgebiet besitzt.

Die Art besiedelt offene, sonnige, feuchte und nährstoffarme Lebensräume, darunter langblättrige Kiefern-Savannen, feuchte Sandflächen und sphagnumreiche Bereiche entlang von Gräben und Wegen. Saure Substrate, periodische Überflutung und ein saisonal schwankender Wasserstand prägen diese Standorte. Wiederkehrende Brände halten Gehölze zurück; Entwässerung, Bebauung und ausbleibende Feuer können Flächen beschatten oder austrocknen. Das sind Merkmale der Ökologie der Elternart, keine besonderen Ansprüche von SL14. Für die Kultur folgt daraus eine helle, feuchte und nährstoffarme Haltung mit saisonalem Jahresgang. Eine abweichende Höhenlage, Bodenart oder Klimatoleranz dieses Klons ist nicht dokumentiert und wird nicht behauptet.

ecology

Ökologische Einordnung

Die Fangblätter von SL14 erfüllen dieselben Grundfunktionen wie bei jeder Venusfliegenfalle: Der Blattstiel betreibt Photosynthese, während die Falle zusätzliche mineralische Nährstoffe aus Beute gewinnen kann. Die Art wächst natürlicherweise auf nährstoffarmen Böden; Beutefang ergänzt die Ernährung, ersetzt aber weder ausreichend Licht noch die Versorgung über Wurzeln. Keine der gefundenen SL14-Beschreibungen belegt eine besondere Photosyntheseleistung, abweichende Nährstoffaufnahme oder Anpassung an nährstoffreichere Böden. Auch eine rote Falleninnenseite beweist für sich keine eigene ökologische Herkunft.

Die Pflanze folgt dem temperierten Jahresrhythmus der Art: Im warmen, lichtreichen Teil des Jahres entstehen aktive Fangblätter; bei kürzeren Tagen und kühlen Bedingungen verlangsamt sich das Wachstum und die Rosette kann kompakter werden. Händler beschreiben bei SL14 eine bodennähere Ruheform, doch das passt grundsätzlich zur Saisonreaktion vieler Dionaea und ist nicht als einzigartige physiologische Eigenschaft nachgewiesen. Ebenso erklärt die widersprüchliche Zahnung keine besondere Beutespezialisierung. Die Fallen reagieren auf mechanische Reize und Beutebewegung, nicht auf eine für SL14 dokumentierte bestimmte Insektengruppe. Daher gelten die bekannten ökologischen Anforderungen der Art; zusätzliche Sonderansprüche lassen sich aus den Klonbeschreibungen nicht ableiten.

morphology

Wuchsform und Morphologie

Die am ehesten wiederkehrende Besonderheit in der Überlieferung von SL14 betrifft die Randfortsätze der Fallen. Eine spezialisierte Pflanzensammlung beschreibt sie als kurz; Sammler- und Verkaufsquellen verwenden daneben haifisch- oder piranhaartig wirkenden Zähnen und sprechen von großen, flachen Fallen. Diese Begriffe sind visuelle Vergleiche, keine standardisierten Maße. Die Beschreibungen widersprechen sich insbesondere darin, ob die Zähne kurz oder lang wirken und ob die Fallen auffällig groß sind. Ein aktueller Anbietertext bezieht sich ausdrücklich auf „SL14 Klein“ und nennt haifischartige Zähne sowie eine tiefrote Falleninnenseite; dieser Zusatz kann eine bestimmte angebotene Größen- oder Akzessionsform kennzeichnen und wird nicht ungeprüft auf alle SL14-Pflanzen übertragen.

Für Blattstiele, Rosettenbreite, Fallenlänge, Fallenbreite und jahreszeitliche Farbveränderungen fehlen belastbare Vergleichsdaten einer authentifizierten Linie. Rottöne können bei Dionaea zudem durch Licht, Alter und Saison beeinflusst werden. Ein einzelnes Foto oder eine Verkaufsbeschreibung reicht deshalb nicht, um eine Pflanze anhand der Farbe sicher zu bestimmen. Die Grundstruktur bleibt die typische Rosette mit Blattstiel und zweilappiger, bewimperter Endfalle. Wer SL14 dokumentiert, sollte mehrere voll entwickelte Fallen frontal und seitlich fotografieren, Randfortsätze mit Maßstab aufnehmen und die Blätter über die Saison verfolgen. So lässt sich prüfen, welcher der überlieferten Merkmalsberichte zur konkreten Akzession passt.

reference

Kultivar im Vergleich zur Art

Gegenüber einer typischen Dionaea muscipula wird SL14 vor allem durch die behauptete besondere Randbezahnung und teils durch große, flache Fallen abgegrenzt. Die Beleglage trägt jedoch keine einzige, durchgängig bestätigte Merkmalskombination: Eine spezialisierte Sammlung führt kurze Zähne an, während ältere Berichte und Kataloge große Fallen mit Piranha- oder Haifischzähnen nennen. Ein Händler führt außerdem eine Variante „SL14 Klein“ mit haifischzahnartigen Rändern und dunkelroter Falleninnenseite. Diese Angaben könnten unterschiedliche Kulturstadien, Akzessionen oder eine Vermischung von Handelsnamen abbilden; derzeit lässt sich das nicht sicher entscheiden.

Daher werden weder eine feste Fallenlänge noch ein garantierter Rotanteil oder eine bestimmte Wuchshöhe als Diagnose gesetzt. „SL 14“ ist als Name einer gärtnerischen Auswahl belegt, aber nicht als im geprüften Kultivarregister formal dokumentierte Sorte. Ähnliche Namen wie SL15, „Short Teeth“, „Shark Teeth“ oder „Red Piranha“ sind eigenständige Etiketten und werden nicht als Synonyme behandelt. Für die Bestimmung zählen die dokumentierte Akzession und wiederkehrende Merkmale an erwachsenen Blättern. Solange eine Mutterpflanze mit gesicherter Herkunft und über mehrere Wachstumsperioden beobachteten Fallenmerkmalen fehlt, bleibt die Zuordnung über den Namen allein vorläufig. So werden Händlerangaben oder Merkmale anderer Klone nicht als gesicherte Eigenschaften von SL14 ausgegeben.

ecology

Fangstrategie und Fallenfunktion

Wie bei anderen Venusfliegenfallen wird die Falle durch mechanische Reize auf den inneren Sinneshaaren ausgelöst. Mehrere Reize innerhalb eines begrenzten Zeitfensters summieren sich zu elektrischen Signalen; bei ausreichender Reizung schnellen die beiden Lappen zusammen. Bewegt sich die eingeschlossene Beute weiter, wird die Falle dichter abgedichtet und Verdauungssekrete werden aktiviert. Die Randfortsätze begrenzen das Entweichen kleiner Beutetiere, bilden aber keinen hermetischen Verschluss. Für SL14 gibt es keine Messungen, die eine andere Auslöseschwelle, schnellere Bewegung oder spezielle Beuteauswahl belegen.

Die umstrittene Beschreibung der Zähne ist dennoch funktionell relevant: Kurze Randfortsätze, wie sie eine Fachsammlung meldet, lassen die Falle anders aussehen als die langen, spitz verglichenen Fortsätze älterer Handelsbeschreibungen. Aus den Begriffen Piranha- und Haifischzähnen folgt aber nicht automatisch eine stärkere Fangwirkung oder ein größerer Beutebereich. Fallenbewegung und Verdauung kosten Energie; deshalb sollten sie nicht wiederholt aus Neugier ausgelöst werden. Im Kulturalltag ist kein manuelles Füttern erforderlich, wenn die Pflanze draußen geeignete Beute erreicht. Falls Fütterung nötig ist, werden einzelne passende Insekten genutzt. Dünger, Fleischstücke und dauerndes Nachtriggern fördern den Kloncharakter nicht und können der Pflanze schaden.

reproduction

Fortpflanzung und Erhaltung der Auslese

Soll die benannte Auslese erhalten bleiben, ist vegetative Vermehrung entscheidend. Dionaea bildet im Laufe der Zeit häufig Seitentriebe am Rhizom; vorsichtig abgetrennte, bewurzelte Teilstücke können die Eigenschaften der Mutterpflanze weiterführen. Auch Blattstecklinge sind unter geeigneten Bedingungen möglich. Für eine zuverlässige Dokumentation muss das Ausgangsexemplar eindeutig etikettiert bleiben und die Teilung mit Datum, Mutterpflanze und Weitergabekette notiert werden. Die bisherigen Quellen klären nicht, ob alle unter „SL 14“ angebotenen Pflanzen auf denselben vegetativen Stamm zurückgehen.

Eine Aussaat kann neue Venusfliegenfallen hervorbringen, erhält aber nicht automatisch die Merkmalskombination eines benannten Klons. Bei sexueller Fortpflanzung entstehen genetisch unterschiedliche Nachkommen; deshalb darf ein Sämling nicht allein aufgrund des Namens der Mutter als identische SL14-Auslese ausgegeben werden. Es gibt keinen Beleg, dass SL14 steril wäre oder grundsätzlich keine Blüten und Samen bildet. Der hohe Blütenstand der Art trägt mehrere weiße Blüten und trennt sie meist räumlich von den tiefer sitzenden Fangblättern. Für die Namenssicherung ist daher die vegetative Abstammung wichtiger als eine ähnlich aussehende Sämlingspflanze. Wenn die Zahnung schwankt, werden außerdem Fotos und Messungen der Mutterpflanze beigelegt, damit spätere Zuordnungen überprüfbar bleiben.

culture

Kulturfazit

Für SL14 ist keine abweichende Kultur gegenüber der Grundart belegt. Die Pflanze benötigt viel Licht; im Freien eignet sich ein sonniger Standort, an den sie nach Versand oder längerer Innenhaltung schrittweise gewöhnt wird. Während der Wachstumszeit bleibt das Substrat gleichmäßig feucht, am besten mit mineralarmem Regen-, Umkehrosmose- oder destilliertem Wasser. Nährstoffreiche Blumenerde, Dünger und kalkhaltiges Leitungswasser passen nicht zur natürlichen Ökologie. Draußen erhält eine gut etablierte Pflanze meist selbst Beute; zusätzliches Füttern ist keine Voraussetzung für gesundes Wachstum.

Als temperierte Art durchläuft die Venusfliegenfalle eine kühle saisonale Ruhephase. SL14 wird von Händlern in der Ruhezeit mit kürzeren, flach liegenden Blättern beschrieben; das rechtfertigt keine andere Winterbehandlung als bei gewöhnlichen Dionaea. In Mitteleuropa können Pflanzen im Freien gehalten werden, wenn Topf und Rhizom vor lang anhaltendem Durchfrieren geschützt sind; alternativ ist eine kühle, helle oder geeignete kontrollierte Überwinterung möglich. Starre Temperaturgrenzen für diesen Klon sind nicht belegt und werden deshalb nicht eingetragen. Kulturentscheidungen richten sich nach Witterung, Topfvolumen, Substratfeuchte und Pflanzenzustand. Für die Unterscheidung von SL14 sind Herkunft und Beobachtung hilfreicher als Sonderpflege, die keine Quelle stützt.

substrate

Substrat und Wurzelraum

Die Wurzeln von SL14 sitzen in einem sauren, nährstoffarmen und dauerhaft feuchten, zugleich belüfteten Substrat. Das bildet die Bedingungen vieler natürlicher Dionaea-Standorte besser ab als normale Blumenerde oder ein gedüngter Torfmix. Geeignete Karnivorensubstrate bestehen typischerweise aus ungedüngtem Weißtorf mit strukturgebenden, salzarmen mineralischen Bestandteilen oder aus geeigneter lebender beziehungsweise toter Sphagnum-Mooskultur. Entscheidend sind niedriger Nährstoffgehalt, geringe Mineralbelastung und genügend Porenraum. Ein bestimmtes Mischungsverhältnis ist für SL14 nicht dokumentiert.

Die Art toleriert nasse Bedingungen, sollte aber nicht in faulendem, verdichtetem Material stehen. Eine flache Wasserschale kann während aktiven Wachstums Feuchte bereitstellen; bei kühler Ruhe wird der Anstau meist reduziert, ohne das Rhizom austrocknen zu lassen. Mineralreiches Wasser kann sich im Gefäß anreichern und empfindliche Wurzeln schädigen, weshalb Wasserqualität wichtiger ist als eine vermeintliche Sonderrezeptur. Beim Umtopfen wird das Rhizom nicht gedüngt; alte oder verdichtete Bestandteile werden vorsichtig ersetzt, ohne die Pflanze unnötig oft zu stören. Es gibt keine Hinweise, dass kurze oder piranhaartig beschriebene Randfortsätze mit abweichenden Bodenansprüchen zusammenhängen. Das Substrat folgt deshalb dem Kulturprofil der Art.

practice

Praxisnotizen und Kontrollrhythmus

Kontrolliere aktiv wachsende Pflanzen ungefähr alle 14 Tage, ruhende Dionaea etwa alle 30 Tage und Sämlinge ungefähr alle 7 Tage. Diese Abstände sind Sicht- und Zustandskontrollen, keine festen Gießtermine. Prüfe Wasserqualität, Substratfeuchte, freien Wasserabzug, festen Sitz des Rhizoms, neuen Austrieb und mögliche Schädlinge. Bei Hitze, Versand, Teilung oder Umtopfen sind zusätzliche Kontrollen sinnvoll. Für SL14 sollten mehrere ausgereifte Fallen fotografiert und vermessen werden: Fallenlänge und -breite, Länge des Blattstiels sowie Form und Länge der Randfortsätze. Innen- und Außenfarbe werden zusammen mit Saison, Licht und Pflanzenalter dokumentiert.

Führe Etikett, Lieferant, Erwerbsdatum und bekannten Vermehrungsweg mit. Die Quellen stimmen bei der Bezahnung nicht überein: kurze Zähne stehen neben Berichten über große, flache Fallen und lange, haifisch- oder piranhaartige Fortsätze. Diese Abweichung bleibt offen, bis eine konkrete Akzession über mehrere Jahre mit einer gesicherten Mutterpflanze verglichen wurde. Eine lokal passende eigene Aufnahme wurde bei der Medienprüfung nicht gefunden; sichtbare Händler- und Sammlerfotos haben keine nachgewiesene freie Lizenz und wurden nicht übernommen. Das Bildfeld bleibt leer. Spätere eigene Fotos sollten Fanglappen, Außenansicht, Maßstab und Pflanzenetikett zeigen, damit sie die Bestimmung tatsächlich unterstützen.

sources

Quellenangaben

Name und Klonmerkmale

  • Società Italiana di Orticultura, Dionaea collection, accession D93. Quelle – Lists SL14 as an SL selection with short teeth; collection record, not a standardized cultivar diagnosis.
  • Stranger Plants, private Dionaea collection, DRD93. Quelle – Lists an SL selection with short teeth and the attribution S. Lessen; a growlist, not formal registration.
  • Gesellschaft für Fleischfressende Pflanzen, Ukugiba inventory. Quelle – Associates SL 14 with Stefan Lenßen in a private plant inventory.
  • Falconeri forum, Carni et ses plantounettes (2009). Quelle – Historical collector post associates SL14, large shark teeth, and Stefan Lenssen/Plantev.
  • TerraForums, Dionaea Napp (2009). Quelle – Photo post calls DM50 SL14 very large and flat with piranha teeth; photo rights were not reused.
  • Carnivorsandmore, sales list 2023. Quelle – Sales text describes very large, flat traps with piranha teeth; no measurement standard.
  • Karnivores.com, Dionaea muscipula ‘SL14’. Quelle – Seller describes a large-trap type and a seasonal compact habit; not independently verified.
  • Giardino Carnivoro, Dionaea muscipula ‘SL14 Klein’. Quelle – Offer text describes shark-like teeth and a deep red trap interior; applies to that listing.
  • Green Jaws, Dionaea muscipula SL 14. Quelle – Confirms trade-name use; no diagnostic clone description.
  • Le Piante Carnivore, current growlist. Quelle – Lists SL14 separately from Short Teeth and SL009; no synonymy asserted.
  • Drosos, private grow list. Quelle – Lists SL14 as a separate accession without a diagnosis.
  • Daito Plants, Dionaea list. Quelle – Older seller list gives a general 2–4 cm trap size class for SL14, without method.
  • Carnivorous Plant Names Resource, registered Dionaea cultivars. Quelle – Register search; no exact SL14 entry was found.

Art, habitat, culture and biology

  • Royal Botanic Gardens, Kew, Plants of the World Online: Dionaea muscipula J.Ellis. Quelle – Accepted name, botanical authorship, family, and native range.
  • International Plant Names Index: Dionaea muscipula J.Ellis. Quelle – Bibliographic record of the scientific name and authorship.
  • Flora of North America: Dionaea muscipula. Quelle – Botanical features, native range, and characteristic habitats.
  • U.S. Fish and Wildlife Service (2023): Species Status Assessment for Venus Flytrap, Version 1.1. Quelle – Government synthesis of range, habitat, hydrology, fire, and threats.
  • Roberts, P.R. & Oosting, H.J. (1958): Responses of Venus Fly Trap to Factors Involved in Its Endemism. Quelle – Field ecology study of habitat conditions and restricted native range.
  • North Carolina State University Extension: Dionaea muscipula. Quelle – Species morphology, habitat, and cultivation.
  • International Carnivorous Plant Society: Growing Dionaea muscipula. Quelle – Culture guidance on light, water, substrate, and seasonal growth.
  • International Carnivorous Plant Society: Dionaea leaf pullings. Quelle – Vegetative propagation method for preserving a clone.
  • Volkov, A.G. et al. (2008): Active movements in plants: Mechanism of trap closure by Dionaea muscipula. Quelle – Primary study of trigger hairs, electrical signals, and trap movement.
  • Böhm, J. et al. (2016): Prey-induced action potentials and sodium uptake in Dionaea. Quelle – Primary study of stimulus integration, prey response, and nutrient uptake.
  • Kreuzwieser, J. et al. (2014): The Venus flytrap attracts insects by volatile organic compounds. Quelle – Primary study of volatile cues that attract potential prey.
  • Youngsteadt, E. et al. (2018): Venus Flytrap Rarely Traps Its Pollinators. Quelle – Field study of the separation between prey capture and pollination.
  • Gao, P. et al. (2015): Integration of trap- and root-derived nitrogen nutrition of carnivorous Dionaea muscipula. Quelle – Primary study of nitrogen acquisition from roots and traps.
  • Schulze, W.X. et al. (2012): Protein Composition of the Digestive Fluid from the Venus Flytrap. Quelle – Primary study of digestive fluid and enzymes.

Quellenbewertung und Bildrechte

Die Klonmerkmale stammen aus Sammlungslisten, historischen Sammlerbeiträgen und Händlertexten und widersprechen sich bei Zahnlänge und Fallengröße. Sie werden als getrennte Berichte kenntlich gemacht. Ein botanischer Fundort und eine lückenlose vegetative Herkunft sind nicht belegt. Es wurde kein passendes eigenes lokales Bildobjekt und keine exakt zugeordnete, frei lizenzierte Aufnahme gefunden. Verkaufs- und Sammlerfotos wurden nicht übernommen.

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Zitierlink und Stand

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Aktueller Stand02.10.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'SL 14', Stand 02.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-sl-14/