Black Trap Codex

Dionaea muscipula 'BZ 1955'

Venusfliegenfalle

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Dionaea
Herkunft
R. Ziemer, USA, 1955; Kaufgeschichte aus Berkeley wird durch Händlerquellen berichtet. Ein konkreter Wildfundort ist nicht belegt.
Autor
J.Ellis

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Black-Trap-Systemprofil

Substrat- und Strukturbedarf

BT-Air
mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
BT-Water
hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
BT-Flow
mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
pH
3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
BT-Density
niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
Kapillaritaet
hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
Strukturstabilitaet
mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.

Kulturgruppe

Dionaea – temperierte Standardkultur

Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.

Risiken

Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung

Gattungsprofil

Dionaea

Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.

Typische Fehler

Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

  • Empfindlich gegen Austrocknung
  • Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
  • Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
  • Empfindlich gegen zu wenig Licht
  • Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
  • Empfindlich gegen Substratabbau

Verknuepfungen

Empfohlene Systemprofile

Core-Referenzprofil

Standard-Mix

Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.

BT-Air
8,6
BT-Water
7,6
BT-Flow
9,3
BT-Structure
9,4
BT-Capillary
2,5
BT-Density
5,1
BT-Compaction
3,0
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Botanische Beschreibung

Dionaea muscipula ‘BZ 1955’ ist eine benannte gärtnerische Auslese der ausdauernden, rhizombildenden Venusfliegenfalle. Wie die Art bildet sie eine bodennahe Rosette aus Blättern, deren verbreiterte Enden zu zweilappigen Klappfallen umgebildet sind. Die Artzugehörigkeit und der Kultivarname sind zu trennen: ‘BZ 1955’ ist kein eigener botanischer Taxon, sondern ein bestimmter kultivierter Klon innerhalb von D. muscipula. Sein Name erinnert an R. Ziemer und das Jahr 1955. Die Registrierung führt Ziemer als Originator und Nominant und belegt die gärtnerische Bezeichnung seit der Registeraufnahme 2013. Botanischer Autor bleibt J. Ellis; diese Autorschaft bezeichnet die Artbeschreibung, nicht den Auswähler des Klons.

Die publizierte Kultivardiagnose beschreibt überwiegend flach bis niederliegend wachsende Blätter, an denen Fallen bis 4,7 cm Länge sitzen können. Sie nennt kräftiges Wachstum, besonders im Frühjahr. Bei hellem Licht können die Falleninnenseiten tief weinrot werden; außen wird unterhalb der Randcilien eine dunkelrote Linie beschrieben, und auch die Randcilien selbst können dunkelrot ausfärben. Das sind Reifungs- und Lichtreaktionen, keine Zusage, dass jede Falle jederzeit gleich aussieht. Die Größenangabe ist eine Länge der Falle, keine typische Rosettenbreite oder garantierte Standardgröße. Die beschriebenen Merkmale gehören zu dieser Auslese und dürfen nicht pauschal auf alle Venusfliegenfallen übertragen werden.

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Taxonomie

Der akzeptierte botanische Name der Art ist Dionaea muscipula J.Ellis aus der Familie Droseraceae. Dionaea ist monotypisch; die zahlreichen benannten Formen und Klone im Gartenbau ändern daran nichts. Der ICPS-Kultivarnamensdatensatz führt die registrierte Schreibweise ausdrücklich als Dionaea ‘BZ 1955’ R. Ziemer. Er verweist als Standard auf Bailey und McPherson, Dionaea, Seiten 154–155 und Abbildungen 106–107, erschienen 2013. R. Ziemer wird als Originator und Nominant genannt; die Registrierung erfolgte im Mai 2013. Die Namensetymologie bezieht sich auf den Originator und das Kaufjahr. Daraus folgt keine eigene botanische Art, Unterart oder geografische Varietät.

Der derzeitige Codex-Datensatz verwendet im URL-Pfad noch „RZ 1955“, während der Kultivarname und der ICPS-Registereintrag „BZ 1955“ lauten. Händler verwenden beide Schreibweisen; der abweichende Pfad ist deshalb als überlieferte Handelsvariante zu verstehen, nicht als maßgebliche registrierte Schreibweise. „BZ“ passt zu Bob Ziemers Initialen und zum Registereintrag. J.Ellis ist allein die botanische Autorenschaft von D. muscipula; R. Ziemer ist der gärtnerische Originator, Nominant und Registrant des Kultivarnamens. Quellen, die von „RZ 1955“ sprechen, belegen den Gebrauch dieser Variante im Handel, setzen aber den Registerstandard nicht außer Kraft. Eine unabhängige genetische Prüfung aller im Handel angebotenen Pflanzen liegt hier nicht vor.

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Standort und Verbreitung

Die Wildart Dionaea muscipula ist auf die Küstenebene North Carolinas und angrenzende Bereiche South Carolinas im Südosten der Vereinigten Staaten beschränkt. Sie wächst in offenen, sauren und nährstoffarmen Feuchtlebensräumen, darunter Savannen, feuchte Senken und Sickerbereiche. Der Wasserstand schwankt standörtlich und jahreszeitlich; entscheidend ist, dass der Boden dauerhaft feucht bis nass sein kann, ohne dass die Pflanze in einer gedüngten, mineralreichen Gartenerde steht. Wiederkehrende Feuer und andere Störungen halten Gehölze zurück und schaffen Licht am Boden. Diese ökologische Beschreibung gilt für die botanische Art und erklärt nicht automatisch den Herkunftsort des einzelnen Kultivars.

Für ‘BZ 1955’ nennt das Register R. Ziemer in den USA und 1955 als Herkunftsangabe; die Geschichte führt auf eine damals gekaufte Pflanze zurück. Eine Händlerquelle berichtet konkret vom Kauf in einem Woolworth-Geschäft an der Shattuck Avenue in Berkeley und von anschließender vegetativer Weitergabe. Das ist eine dokumentierte gärtnerische Überlieferung, kein Nachweis des ursprünglichen Wildstandorts. Das Kultivarregister hält es angesichts des Handels mit wildgesammelten Dionaea in den 1950er-Jahren für wahrscheinlich, dass auch diese Pflanze aus Wildentnahme stammte; es kennzeichnet das selbst als Schlussfolgerung, nicht als gesicherte Fundortangabe. Ein County, Habitat oder eine konkrete Population sind für den Klon nicht belegt.

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Ökologische Anpassungen

Die Fangblätter der Art ergänzen die Nährstoffaufnahme über die Wurzeln. Auf den Innenseiten der zwei Fallenlappen sitzen empfindliche Reizhaare; ihre mechanische Auslenkung kann elektrische Aktionspotentiale auslösen. Bei ausreichender Reizfolge klappt die Falle zu. Bleibt Beute in der Falle und bewegt sie sich weiter, werden Verdauungs- und Aufnahmeprozesse verstärkt. Licht bleibt für die Photosynthese und die Bildung funktionsfähiger neuer Blätter unverzichtbar. Der Fang tierischer Nahrung ersetzt daher weder eine geeignete Lichtversorgung noch die grundlegende Wurzelversorgung mit Wasser. Im natürlichen Habitat wirken nährstoffarmer Boden, offene Vegetation und verfügbare Kleintiere gemeinsam.

Für ‘BZ 1955’ dokumentiert der Standard vor allem sichtbare Merkmale, nicht eine abweichende ökologische Funktion: flacher Wuchs, kräftiger Frühjahrszuwachs und eine bei hellem Licht zunehmende Rotfärbung. Es gibt keinen Beleg, dass der Klon weniger Licht, mineralreichere Erde oder eine andere Beute benötigt als die Art. Auch die rote Linie unter den Randcilien ist ein Pigmentmerkmal und kein Hinweis auf eine veränderte Fangschwelle. Aus einer roten Falleninnenseite lässt sich weder eine besondere Verdauungsleistung noch höhere Fangeffizienz ableiten. Kulturvergleiche sollten deshalb Blattalter, Licht und Jahreszeit dokumentieren und die artspezifische Ökologie von unbelegten Klonannahmen trennen.

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Morphologie

Bei D. muscipula endet jedes Blatt in einer zweilappigen Falle, deren Lappen an einer Mittelrippe verbunden sind. Innen sitzen wenige Reizhaare, außen umgibt eine Reihe längerer Randcilien die Falle. Die Blattbasen, Fallenwinkel und Pigmente verändern sich mit Jahreszeit, Licht und Entwicklungsstadium. Die ICPS-Diagnose von ‘BZ 1955’ hebt nicht eine ungewöhnliche Fallenmechanik hervor, sondern überwiegend niederliegende Blätter, Fallen bis 4,7 cm Länge und kräftigen Frühjahrswuchs. Damit beschreibt sie eine große, aber nicht als Riesenform deklarierte Falle. Die Angabe „bis zu“ ist ein beobachtetes Maximum in der Kultivarbeschreibung, keine Mindestgröße und kein Zielwert jeder Kultur.

Die Farbbeschreibung ist bedingt formuliert: In hellem Sonnenlicht können sich die Innenflächen tief weinrot färben; außen verläuft unterhalb der Randcilien eine dunkle rote Linie, und die Cilien können ebenfalls rötlich werden. Der Wortlaut behauptet nicht, dass die Blattbasis oder die gesamte Pflanze durchgehend rot ist. Bei schwächerem Licht, jungen Fallen oder anderen Wachstumsphasen kann die Ausprägung geringer sein. Zur Prüfung sollten mehrere voll entwickelte, geöffnete Fallen bei bekanntem Lichtniveau fotografiert und ihre Länge entlang der Längsachse gemessen werden. Eine einzelne rote Falle bestätigt nicht allein die Identität; Herkunftsbeleg und wiederkehrende Kombination aus Wuchsform, Größe und Farbe sind aussagekräftiger.

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Kultivarspezifische Merkmale

Der registrierte Kultivarstandard für ‘BZ 1955’ beschreibt eine Kombination aus meist flach ausgebreiteten Blättern, Fallen von bis zu 4,7 cm Länge und besonders kräftigem Frühjahrswachstum. Bei heller Besonnung entwickeln die Innenflächen ein tiefes Maroon beziehungsweise Weinrot. Als weiteres Kennzeichen nennt der Standard eine dunkelrote Linie auf den Außenflächen direkt unterhalb der Randcilien; auch die Randcilien können sich dunkelrot färben. Diese Kombination ist spezifischer als die pauschale Angabe „rote Venusfliegenfalle“ und grenzt den beschriebenen Klon von allgemein rot ausfärbenden Pflanzen ab. Sie sollte aber nicht als absolut unveränderlicher Zustand dargestellt werden: Licht, Blattalter, Saison und Kulturzustand beeinflussen die sichtbare Ausprägung.

Die Fallenlänge von 4,7 cm ist die Obergrenze der veröffentlichten Beschreibung und darf nicht mit Fallenbreite verwechselt werden. „Meist niederliegend“ lässt gelegentliche aufrechtere Blätter zu; „besonders im Frühjahr kräftig“ legt keine identische Wachstumsrate in jeder Jahreszeit fest. Das Kultivarregister vermutet einen Wildursprung, weil viele in den 1950er-Jahren kommerziell verkaufte Pflanzen wild gesammelt wurden und die beschriebene Pflanze dem Wildtyp ähnelt. Diese historische Erklärung bleibt ausdrücklich wahrscheinlich, nicht gesichert. Im Handel erscheint daneben „RZ 1955“; diese Variante erklärt den bestehenden URL-Pfad, ersetzt aber nicht die registrierte Schreibweise „BZ 1955“. Der Vermehrungsweg einer konkreten Akzession sollte nachvollziehbar dokumentiert werden.

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Fangstrategie

Die Klappfalle der Art funktioniert über eine reizabhängige schnelle Bewegung und eine anschließende Verdauungsphase. Beim Auslenken eines inneren Reizhaars entstehen elektrische Signale. Für das rasche Zuschnappen werden typischerweise zwei Aktionspotentiale innerhalb eines kurzen Zeitfensters benötigt; wiederholte Bewegung eingeschlossener Beute löst weitere Reaktionen aus, mit denen sich die Falle enger schließt und Verdauung einsetzt. Die Randcilien wirken beim Schließen zusammen, sind aber nicht dieselben Strukturen wie die inneren Reizhaare. Nach abgeschlossener Verdauung öffnet sich die Falle wieder. Fallen sind begrenzte Organe und können nach wiederholten Fangzyklen altern oder absterben.

Für ‘BZ 1955’ ist keine abweichende Zahl von Reizhaaren, besondere Schließgeschwindigkeit oder veränderte Verdauungsleistung publiziert. Der Kultivarstandard beschreibt Wuchs und Pigmentierung, nicht eine neue Fangstrategie. Tiefrote Innenflächen sollten daher nicht als Hinweis auf stärkere Verdauung oder häufigeren Beutefang interpretiert werden. Die Größe einer Falle kann beeinflussen, welche Beute hineinpasst, belegt für sich genommen aber keine bessere Fangquote. Eine manuelle Reizprobe ist weder notwendig noch geeignet, den Kultivar zu bestimmen; sie belastet das Organ und prüft nicht die dokumentierten Merkmale. Für Beobachtungen an lebenden Pflanzen sind spontane Fänge und der Verlauf mehrerer Fallen besser geeignet.

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Reproduktion

Wie andere Venusfliegenfallen bildet ‘BZ 1955’ bei Blühreife einen aufrechten Blütenstand mit weißen Blüten. Bei Bestäubung entstehen Samen, deren Sämlinge genetisch neu zusammengesetzt sind. Selbst wenn eine Mutterpflanze den Kultivarnamen trägt, sind Sämlinge daher nicht automatisch ‘BZ 1955’; sie müssen als Nachkommen gekennzeichnet werden und dürfen nicht ohne Nachweis als identischer Klon weitergegeben werden. Zur Erhaltung eines benannten Klons dienen vegetative Methoden, insbesondere die Teilung eines Rhizoms oder die Trennung ausreichend bewurzelter Ableger. Kommerzielle Anbieter berichten außerdem über Gewebekulturvermehrung dieses historischen Klons. Der Registereintrag selbst liefert eine standardisierte morphologische Beschreibung; die konkrete Vermehrungsgeschichte eines einzelnen Topfes folgt daraus nicht.

Die historische Erzählung zu ‘BZ 1955’ beruht auf einer Pflanze, die R. Ziemer 1955 erworben und über Jahre vegetativ erhalten beziehungsweise geteilt haben soll. Händlerangaben berichten von Weitergabe durch Teilstücke und späterer Gewebekultur, wodurch mehrere Pflanzen unter diesem Namen erhältlich wurden. Beim Kauf sind deshalb Verkäuferetikett, Lieferweg und möglichst die Mutterpflanze festzuhalten. Eine generative Vermehrung kann zwar neue interessante Formen hervorbringen, erhält aber keine sichere Klonidentität. Teilungen sollten nur erfolgen, wenn mehrere eigenständige Wachstumspunkte vorhanden sind und die Pflanze gesund ist. Nach dem Teilen beide Abschnitte als Ableger derselben dokumentierten Akzession kennzeichnen, bis neue Beobachtungen Abweichungen zeigen.

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Kultur-Fazit

Für die Kultur gelten die grundlegenden Anforderungen von Dionaea muscipula. Bei saisonaler Außenkultur wächst die Pflanze sehr hell bis sonnig; nach einer dunkleren Innenhaltung muss sie schrittweise an direkte Sonne gewöhnt werden. Während des aktiven Wachstums bleibt das Medium mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht. Die Art wird in saurem, nährstoffarmem Substrat kultiviert und nicht über die Wurzeln gedüngt. Die jahreszeitliche Entwicklung einschätzen: ältere Fallen können absterben, während das Rhizom weiterlebt und neue Blätter bildet. Bei Außenkultur gehört eine kühlere saisonale Ruhe zum Jahresgang. Die Einzelwerte und saisonalen Abläufe werden aus dem verknüpften Standardprofil übernommen, nicht aus dem Klonnamen abgeleitet.

Die für ‘BZ 1955’ beschriebene kräftige Frühjahrsentwicklung macht es sinnvoll, nach der Ruhephase besonders auf frischen Austrieb und zunehmende Fallenbildung zu achten; sie rechtfertigt weder zusätzliche Düngung noch dauerhaft wärmere Haltung. Die rote Färbung entwickelt sich laut Kultivarstandard bei heller Besonnung, doch abrupte Lichtwechsel können Blätter schädigen. Heller Standort und Akklimatisierung gehören zusammen. Im Winter sollte eine Außenpflanze nicht austrocknen, zugleich aber nicht nach einem pauschalen Sommer-Anstauplan behandelt werden; maßgeblich ist die verknüpfte Kulturführung von D. muscipula. Bei dauerhaft warmer Innenkultur ist ausreichend Licht entscheidend und der Jahresgang individuell zu beobachten. Es sind keine bestätigten kultivarspezifischen Temperatur- oder Wassergrenzen bekannt.

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Substrat-Ökologie

Die Wildart wächst auf sauren, nährstoffarmen Böden, deren Verfügbarkeit von Wasser durch Geländeform und Jahreszeit geprägt wird. Das Kultursubstrat soll deshalb arm an gelösten Nährstoffen und mineralischen Salzen sein, Wasser halten und dennoch eine lockere Struktur für den Wurzel- und Rhizombereich bewahren. Geeignete Kulturmedien bestehen typischerweise aus ungedüngtem Weißtorf oder langfaserigem Sphagnum, gegebenenfalls mit gewaschenem, salzarmem Quarzsand oder Perlite aufgelockert. Die Mischung muss nicht künstlich „reich“ sein. Normale Blumenerde, Kompost, Dünger und kalkhaltige Zusätze sind für die Wurzeln ungeeignet. Mineralarmes Regen-, Umkehrosmose- oder destilliertes Wasser verhindert eine unnötige Salz- und Mineralanreicherung.

Für ‘BZ 1955’ wurde kein abweichendes Substrat oder ein besonderer pH-Bereich dokumentiert. Die historische Herkunft aus dem Handel und die auffällige Rotfärbung begründen keine andere Wurzelökologie als bei der Art. Eine gut wachsende Pflanze sollte nicht durch zusätzliche Nährstoffe „kräftiger“ gemacht werden; Nährstoffaufnahme aus Beute und die photosynthetische Leistung unter genügend Licht ergänzen das nährstoffarme Wurzelmilieu. Gleichmäßige Feuchtigkeit ist im Wachstum wichtig, aber ein stark verdichtetes und sauerstoffarmes Medium kann den Wurzelstock schädigen. Bei schwachem Wachstum zuerst Wasserqualität, Licht, saisonale Phase und Substratstruktur prüfen. Eine pauschale, ausschließlich aus dem Namen abgeleitete Spezialmischung ist nicht belegt.

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Praxisnotizen

Zur Bestätigung einer als ‘BZ 1955’ geführten Pflanze zuerst die Herkunft festhalten: Etikett, Händler, Kaufdatum, Mutterpflanze und mögliche Teilungen. Danach mehrere reife Fallen beurteilen, statt die Zuordnung aus einer Einzelaufnahme abzuleiten. Notiere, ob der Blattwuchs überwiegend flach ist, miss die Fallenlänge entlang ihrer Längsachse und beobachte, ob der Austrieb im Frühjahr besonders kräftig ausfällt. Fotografiere bei hellem Licht die rote Innenfläche, die Außenseite unter den Randcilien und mögliche rötliche Randcilien. Gib Lichtstärke beziehungsweise Standort und Saison mit an, da die Pigmentierung umweltabhängig ist. Eine einzelne aufrechte oder weniger rote Falle widerlegt den Namen nicht; wiederholte Abweichungen verlangen eine Prüfung der Akzession.

Kontrolliere die Pflanze während aktiven Wachstums alle 14 Tage, in der Winterruhe alle 30 Tage und Sämlinge alle 7 Tage. Diese Fristen sind Beobachtungsabstände, keine Anweisung zum Gießen oder Umtopfen. Prüfe Austrieb, Rhizomfestigkeit, Schädlingszeichen, Substratfeuchte, Wasserqualität und Lichtgewöhnung; dokumentiere Veränderungen an neuen Blättern. Wiederholtes Auslösen der Fallen zur Prüfung ist nicht erforderlich. Der Name „RZ 1955“ kann in älteren Handelsunterlagen oder im URL-Pfad begegnen; führe den Klon im eigenen Bestand unter der registrierten Schreibweise ‘BZ 1955’ und notiere die abweichende Quelle als Synonymgebrauch. Wurden Sämlinge erzeugt, trenne sie klar vom vegetativ erhaltenen Mutterklon.

sources

Quellenangaben

Namensstandard und Herkunft

Taxonomie, Lebensraum, Physiologie und Kultur

Die kultivarspezifischen Merkmale und die registrierte Schreibweise stützen sich vorrangig auf den ICPS-Namensdatensatz und den darin angegebenen Standard. Die Kaufgeschichte wird zusätzlich von Anbieterquellen berichtet und ist als gärtnerische Überlieferung gekennzeichnet. Der mutmaßliche Wildursprung wird im Register ausdrücklich als wahrscheinlich, nicht als gesicherter Fundort bewertet. Händlerfotos wurden geprüft, aber keine freie Lizenz gefunden; es wurde kein fremdes Bild übernommen.

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Aktueller Stand01.10.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'BZ 1955', Stand 01.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-rz-1955/