Black Trap Codex
Dionaea muscipula 'Prolifera 2'
Venusfliegenfalle
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Wasser
- AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
- Ruhephase
- optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Black-Trap-Systemprofil
Substrat- und Strukturbedarf
- BT-Air
- mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
- BT-Water
- hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
- BT-Flow
- mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
- pH
- 3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
- BT-Density
- niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
- Kapillaritaet
- hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
- Strukturstabilitaet
- mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.
Kulturgruppe
Dionaea – temperierte Standardkultur
Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.
Risiken
Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung
Gattungsprofil
Dionaea
Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.
Typische Fehler
Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
- Empfindlich gegen Austrocknung
- Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
- Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
- Empfindlich gegen zu wenig Licht
- Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
- Empfindlich gegen Substratabbau
Verknuepfungen
Empfohlene Systemprofile
Standard-Mix
Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.
- BT-Air
- 8,6
- BT-Water
- 7,6
- BT-Flow
- 9,3
- BT-Structure
- 9,4
- BT-Capillary
- 2,5
- BT-Density
- 5,1
- BT-Compaction
- 3,0
reference
Botanische Beschreibung
Dionaea muscipula ‘Prolifera 2’ ist ein gärtnerischer Kultivarname innerhalb der Venusfliegenfalle. Die verfügbaren Pflanzenansichten zeigen eine kräftig wirkende Rosette mit aufrecht bis schräg stehenden Fangblättern, grünen bis gelbgrünen Blattstielen und Außenflächen sowie deutlich roten bis burgunderfarbenen Falleninnenseiten. Die Fallen tragen steife Randcilien, die beim Schließen ineinandergreifen. Eine ältere Bestandsbeschreibung führt die Auslese als großen Klon und erwähnt mögliche Pflänzchen am Blütenstand. Diese Angabe ist nicht durch eine Messreihe oder wiederholte Beobachtungen an mehreren Pflanzen abgesichert.
Der Name ‘Prolifera 2’ ist deshalb nicht als taxonomische Einordnung und auch nicht als Beweis für zuverlässige Vermehrung am Blütenstand zu verstehen. Er bezeichnet keine Art Drosera prolifera, sondern eine Form von Dionaea muscipula. Die Falle besitzt den normalen zweiteiligen, über eine Mittelrippe verbundenen Aufbau mit Triggerhaaren auf der Innenfläche und Randcilien am äußeren Rand. Weder eine abweichende Fangphysiologie noch besondere Abmessungen sind belegt. Das derzeit sichtbare Material lässt eine kräftige, rote Fallenfärbung erkennen, aber nicht, wie stabil sie an jeder Falle, während jeder Jahreszeit oder bei anderer Beleuchtung auftritt.
taxonomy
Taxonomie
Die botanische Art hinter ‘Prolifera 2’ ist Dionaea muscipula J.Ellis aus der Familie Droseraceae. Die Gattung Dionaea ist monotypisch und umfasst nur diese eine anerkannte Art. J.Ellis ist die botanische Autorenangabe des wissenschaftlichen Artnamens; sie ist keine Angabe zum Züchter oder Auswählenden des Kultivars. ‘Prolifera 2’ ist ein gärtnerischer Name innerhalb der Art. Das Wort ähnelt dem Namen der Sonnentauart Drosera prolifera, macht diesen Eintrag aber nicht zu einem Sonnentau und belegt auch kein gesichertes botanisches Merkmal.
Eine genauere Klonidentität bleibt offen. Eine 2013 veröffentlichte Bestandsbeschreibung nennt eine mögliche Bildung von Pflänzchen am Blütenstand und fragt, ob es sich um dieselbe Pflanze wie ‘Bimbo’ handeln könnte. Eine 2016 aktualisierte Liste führt ‘Prolifera 2’ und ‘Bimbo’ zwar als getrennte Einträge und ordnet ihnen unterschiedliche Kurzangaben zu; getrennte Handels- oder Sammlungslabels beweisen jedoch nicht, dass genetisch verschiedene Individuen vorliegen. Daher wird ‘Prolifera 2’ im Codex als eigener Datensatz erhalten und nicht mit ‘Bimbo’ gleichgesetzt oder zusammengeführt. Eine Züchterzuschreibung, formale Registrierung oder belastbare Abgrenzung des ursprünglichen Mutterklons wird nicht behauptet.
ecology
Standort und Verbreitung
Für den Kultivar ‘Prolifera 2’ ist kein natürlicher Fundort dokumentiert. Der Name taucht in gärtnerischen Sammlungen und Kulturzusammenhängen auf; dies beschreibt die Geschichte einer kultivierten Pflanze, nicht eine Wildpopulation. Die knappe Kontinentangabe Nordamerika auf der aktuellen Produktseite ist für den Klon nicht präzise genug, um eine Herkunftsregion abzuleiten. Auch ein historischer Hinweis auf einen Sammler oder eine mögliche Verbindung zu ‘Bimbo’ ergibt keinen belegten Naturstandort.
Die Grundart Dionaea muscipula stammt aus einem kleinen Areal in der Küstenebene von North und South Carolina im Südosten der Vereinigten Staaten. Sie wächst in offenen Pine-Savannen, feuchten Flatwoods, Sickerstellen und saisonal nassen Senken. Die Böden sind sauer und nährstoffarm; Wasserstand und Überflutung schwanken mit Jahreszeit und lokaler Topographie. In vielen Habitaten halten Feuer und andere Störungen die Vegetation offen und begrenzen konkurrierende Gehölze. Diese Verbreitungs- und Habitatangaben gehören zur Art. Sie dürfen nicht auf ‘Prolifera 2’ als genaue Herkunft übertragen werden, denn der Kultivar wurde in Kultur weitergegeben und sein ursprünglicher Wildstandort ist nicht bekannt.
ecology
Ökologische Anpassungen
Ökologisch folgt ‘Prolifera 2’ dem Bauplan seiner Art. Wie andere Venusfliegenfallen gewinnt sie Energie überwiegend durch Photosynthese und nutzt gefangene Kleintiere als zusätzliche Quelle mineralischer Nährstoffe, besonders in den nährstoffarmen Böden ihres natürlichen Areals. Die Fangblätter ersetzen weder Licht noch Wurzeln. Die Pflanze muss nicht regelmäßig gefüttert werden, wenn sie ansonsten gesund kultiviert wird; unnötig ausgelöste Fallen verbrauchen Ressourcen, die zum Aufbau neuer Blätter gebraucht werden.
Der offene Charakter der natürlichen Standorte ist für die niedrige Rosette entscheidend. Zu starke Beschattung durch höhere Kräuter oder Gehölze kann das Wachstum der Art beeinträchtigen. Der feuchte, saure Wurzelraum und die gute Lichtversorgung wirken gemeinsam; weder die rote Falleninnenseite noch der Kultivarname weist auf eine andere ökologische Anpassung hin. Die historische Bemerkung über kleine Pflänzchen am Blütenstand könnte eine ungewöhnliche vegetative Erscheinung beschreiben, belegt aber keine andere Habitatnutzung, besondere Ausbreitung in der Natur oder regelmäßige Bildung von Nachkommen. Für ‘Prolifera 2’ sind weder eine abweichende Beutewahl noch höhere Trockenheits-, Schatten- oder Nährstofftoleranz nachgewiesen.
reference
Wuchsform und Morphologie
Die Pflanze bildet eine bodennahe Rosette aus mehreren Fangblättern, die einem kurzen Rhizom entspringen. Jedes Blatt besteht aus einem Blattstiel und der endständigen, zweilappigen Falle. Auf der Innenseite der Lappen sitzen bewegungsempfindliche Triggerhaare; die Randcilien stehen entlang des äußeren Fallenrandes. Bei Berührung kann die Falle rasch zuklappen. Bei ausreichend entwickelten Pflanzen wächst ein Blütenschaft aus der Rosette und trägt mehrere Blüten. Ein pflanzlicher Ausläufer oder eine kleine Tochterrosette am Blütenstand wäre von einer gewöhnlichen Blüte und von einem aus Samen gezogenen Sämling zu unterscheiden.
Die vier verfügbaren Ansichten von ‘Prolifera 2’ zeigen geöffnete, stark rot bis burgunderfarben pigmentierte Fallen mit grünlichen bis gelbgrünen Rand- und Außenbereichen. Die Blattstiele wirken grün bis gelbgrün; mehrere Fallen stehen aufrecht oder schräg aus der Rosette. Die gezeigten Fallen erscheinen kräftig, doch auf den Bildern fehlt ein verlässlicher Maßstab. Die historische Bezeichnung „Giant Clone“ gibt eine Sammlungsbeschreibung wieder, keine standardisierte Größe. Auf keiner der geprüften Ansichten ist ein Blütenschaft mit Tochterpflanze erkennbar. Cilienlänge, Fallengröße, Rosettendurchmesser und die Regelmäßigkeit von Sprossbildung sind deshalb nicht als feste morphologische Messwerte für den Klon festgelegt.
reference
Kultivar im Vergleich zur Art
Als beobachtbare Merkmale von ‘Prolifera 2’ kommen kräftig rote bis burgunderfarbene Falleninnenseiten, grüne bis gelbliche Blattstiele und Außenflächen sowie eine eher aufrechte Fallenstellung in Betracht. Die aktuellen Ansichten zeigen diese Farbkombination an mehreren geöffneten Fallen. Sie belegen jedoch weder eine dauerhaft allrote Pflanze noch eine feste Mindestgröße. Die ältere Beschreibung bezeichnet den Klon als groß und erwähnt erwartete Pflänzchen am Blütenstand, formuliert dies aber als Prognose und stellt zugleich eine mögliche Identität mit ‘Bimbo’ in den Raum. Diese Unsicherheit bleibt Teil der Profilbeschreibung und wird nicht in eine gesicherte Diagnose umgewandelt.
‘Bimbo’ ist daher der wichtigste Vergleichsname, aber keine bestätigte Synonymie. Eine spätere Inventarliste führt beide Namen getrennt und nennt für ‘Bimbo’ eine andere Kurzzuordnung als für ‘Prolifera 2’. Das spricht für getrennte Beschriftung in dieser Sammlung, lässt aber offen, ob es sich um zwei Klone, denselben Klon mit abweichendem Etikett oder voneinander abstammende Pflanzen handelt. Die sichtbaren Produktbilder zeigen keine Tochterpflanze am Blütenstand und unterscheiden nicht sicher zwischen den beiden Namen. Bis eine verlässlich dokumentierte Herkunft oder ein Vergleich über vegetative Nachkommen vorliegt, bleiben die Einträge getrennt; Größe, rote Innenflächen und mögliche Blütenstandsproliferation sind Beobachtungshinweise, kein vollständiger Identitätsschlüssel.
reference
Carnivore Strategie
Die Fangstrategie entspricht der normalen Klappfalle von Dionaea muscipula. Ein Insekt oder anderes kleines bewegliches Tier berührt die sensiblen Triggerhaare auf der Falleninnenseite. Dadurch entstehen elektrische Signale. Mehrere passende Reize innerhalb kurzer Zeit können den schnellen Schluss der beiden Lappen auslösen. Bleibt ein kleines Objekt zwischen den Lappen unbewegt, öffnet sich die Falle häufig wieder; anhaltende Bewegung geeigneter Beute führt zu dichterem Verschluss und Verdauungsreaktionen. Randcilien können sich beim Schließen überkreuzen und die Flucht größerer Beute erschweren. Verdauungsenzyme lösen verwertbare Stoffe aus dem Beutetier, die von Drüsen aufgenommen werden.
Für ‘Prolifera 2’ ist keine besondere Fangwirkung untersucht. Die roten Falleninnenseiten und die als groß bezeichneten Fallen belegen weder eine höhere Fangquote noch mehr Kraft oder eine andere Beutepräferenz. Ebenso lässt sich aus möglichen Pflänzchen am Blütenstand keine Veränderung des Fangmechanismus ableiten. Unnötiges manuelles Schließen sollte vermieden werden, da jede Falle nur begrenzt oft voll funktionsfähig ist und wiederholtes Auslösen ohne Beute der Pflanze keinen Nutzen bringt. Bei geeigneter Außenkultur kann die Pflanze selbst Beute fangen. Eine regelmäßige Fütterung oder das Einbringen organischer Nahrung in das Substrat ist nicht erforderlich.
reference
Reproduktion und Lebenszyklus
Die Venusfliegenfalle kann sich sexuell über Blüten und Samen sowie vegetativ durch Teilung des Rhizoms vermehren. Für ‘Prolifera 2’ existiert zusätzlich die historische Angabe, dass kleine Pflanzen am Blütenstand erscheinen könnten. Die damalige Formulierung ist vorsichtig und spricht von erwarteter Sprossbildung; sie belegt nicht, wie oft das passiert, ob es bei mehreren unabhängigen Exemplaren wiederholt wurde oder ob die Pflänzchen zuverlässig bewurzeln. Die vier aktuellen Ansichten zeigen keinen solchen Blütenstand. Das Merkmal bleibt daher ein prüfbarer, aber unbestätigter Klonhinweis.
Wenn eine Tochterpflanze vegetativ aus einem Blütenstand hervorgeht, ist sie von einem Sämling zu unterscheiden. Ein Sämling entsteht nach Bestäubung und Samenreife und kann genetisch von der Mutterpflanze abweichen; er ist nicht automatisch ‘Prolifera 2’. Auch die mögliche Ähnlichkeit oder Identität mit ‘Bimbo’ ist nicht durch die Namenslisten geklärt. Bei einer Kulturbeobachtung sollten Zeitpunkt, Zustand des Blütenschafts, Verbindung der Jungpflanze zur Mutter und spätere Bewurzelung dokumentiert werden. Für Vergleiche sind Mutterpflanzen getrennt zu halten und Nachkommen mit Herkunftsweg und Etikett zu kennzeichnen. Konkrete Angaben zu Samenrate, Selbstfertilität oder stabiler Vererbung fehlen.
culture
Kulturrelevante Schlussfolgerungen
‘Prolifera 2’ gehört zu Dionaea muscipula und wird nach dem Standardprofil für temperierte Venusfliegenfallen kultiviert. Die rote Falleninnenseite, der kräftige Wuchs und die unsichere Angabe zu Pflänzchen am Blütenstand begründen keine Sonderkultur. Sehr viel Licht ist wichtig; nach dunkler Haltung sollte die Pflanze schrittweise an direkte Sonne gewöhnt werden. Im aktiven Wachstum bleibt der Wurzelraum gleichmäßig feucht. Mineralarmes Wasser und ein nährstoffarmes, saures Medium schützen vor Salz- und Kalkanreicherung. Die Fallenfarbe kann mit Licht und Blattalter variieren, weshalb Stressbehandlung zur Farbverstärkung nicht angezeigt ist.
Bei saisonaler Kultur im Freien oder ungeheizten Gewächshaus folgt die Pflege dem Jahresgang der temperierten Art. In der Ruhephase verlangsamt sich das Wachstum; der Topf sollte geschützt stehen und nicht austrocknen oder unkontrolliert durchfrieren. Die notwendige Winterführung hängt von Kulturform und Klima ab. Gezielte Innenkultur ist mit starker Zusatzbeleuchtung und geeigneter Versorgung ebenfalls möglich; ein warmer, dunkler Winterplatz ist dafür kein Ersatz. Für genau diesen Klon sind keine geprüften Temperatur- oder Feuchtegrenzwerte bekannt. Deshalb bleiben solche Felder leer und werden nicht aus allgemeiner Händlertabelle übernommen. Das vorhandene öffentliche Dionaea-Profil mit seiner saisonalen Einordnung ist die sachgerechte Verknüpfung.
substrate
Substrat-Ökologie
Für die Wurzeln eignet sich ein saures, dauerhaft feuchtes und sehr nährstoffarmes Medium, das zugleich genügend Luft an Rhizom und Wurzeln lässt. Das Substrat sollte Wasser halten, ohne zu einem dichten, sauerstoffarmen Block zusammenzusacken. Ungedüngter Hochmoortorf oder langfaseriges Sphagnum sind verbreitete organische Bestandteile; gewaschene, inerte Zuschläge können die Struktur verbessern. Welches Verhältnis passend ist, hängt von Topf, Klima und Bewässerung ab. Die gärtnerische Bezeichnung „Giant Clone“ oder die mögliche Bildung von Pflänzchen verlangt keine besondere Mischung.
Mineralarmes Wasser reduziert die Anreicherung von Kalk und gelösten Salzen in kleinen Kulturgefäßen. Regenwasser, Umkehrosmosewasser oder geeignetes destilliertes Wasser sind übliche Optionen. Gedüngte Blumenerde, Kompost und Dünger gehören nicht in den Wurzelraum. Die Fallen können zusätzlich Nährstoffe aus Beute aufnehmen, doch dieser Prozess ersetzt kein geeignetes Wurzelmedium und rechtfertigt keine Düngung. Für ‘Prolifera 2’ ist weder ein kultivarspezifischer pH-Wert noch eine besondere Salzverträglichkeit nachgewiesen. Die Kulturbedingungen folgen daher der ökologischen Anpassung der Grundart an offene, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte, nicht dem mehrdeutigen Namen.
practice
Praxisnotizen
Die wichtigsten derzeit prüfbaren Klonhinweise sind die roten Falleninnenseiten, grünlichen Blattstiele und Außenflächen sowie der kräftige, eher aufrechte Eindruck der gezeigten Fallen. Diese Merkmale sollten an mehreren ausgereiften Blättern dokumentiert werden. Für Farbvergleiche sind gleichbleibende Perspektive, Belichtung und Weißabgleich hilfreich; zusätzlich gehören Lichtangebot, Jahreszeit und Blattalter in die Notiz. Die als groß beschriebene Wuchsform sollte erst mit einem Maßstab vermessen und nicht aus Einzelbildern abgeleitet werden. Die Angabe zu Pflänzchen am Blütenstand ist gesondert zu prüfen; eine fehlende Beobachtung in einer Saison widerlegt sie nicht, bestätigt sie aber auch nicht.
Für die Kulturkontrolle gelten die Intervalle des verknüpften Dionaea-Profils: alle 14 Tage im aktiven Wachstum, alle 30 Tage in der Ruhephase und alle 7 Tage bei Sämlingen. Bei Hitze, kleinen Gefäßen, Teilung oder raschem Wasserverbrauch früher kontrollieren. ‘Prolifera 2’ vorerst getrennt von ‘Bimbo’ beschriften und keine Pflanzen allein anhand roter Fallen zusammenführen. Bei einem Blütenstand mit Jungpflanze Foto, Datum, Anschlussstelle und Bewurzelung festhalten; Sämlinge und vegetative Pflänzchen verschieden kennzeichnen. Das lokale Bildarchiv enthält kein authentisches Foto mit dieser Klonzuordnung, daher bleibt das Profilbild leer.
sources
Quellenangaben
Kultivar, Merkmalsangaben und Namensabgrenzung
- Dionaea muscipula ‘Prolifera 2’. Aktuelle Produktlistung mit vier Ansichten; die Tabelle enthält nur allgemeine Kulturangaben und keine ausführliche Beschreibung der Klonmerkmale. Die Bilder dienten ausschließlich der Sichtprüfung und wurden nicht übernommen.
- Matze Maier: Green Jaws’ Growlist, September 2013. Nennt einen großen Klon, erwartete Pflänzchen am Blütenstand und stellt selbst die mögliche Identität mit ‘Bimbo’ infrage. Derselbe Eintrag beschreibt ‘Bimbo’ ebenfalls als Klon von Dr. Eberhard König; das löst die Zuordnung nicht.
- Mike King: Growlist, zuletzt aktualisiert am 21.07.2016. Führt ‘Bimbo’ (Matthias Meier, 2010) und ‘Prolifera 2’ (MM 2013) als getrennte Listeneinträge. Das belegt getrennte Listierung, nicht zwingend zwei genetisch verschiedene Klone; die Initialen werden hier nicht aufgelöst.
- Nicky: Pflanzen und Zöglinge. Ergänzender Bestandsnachweis des Namens ohne Merkmalsbeschreibung.
- Drosos: Lista di Coltivazione. Führt ‘prolifera 2’ in einer nummerierten Dionaea-Bestandsliste ohne Phänotypangaben.
- Redstavs Bestandsliste. Weiterer Namensnachweis; die fortlaufend aktualisierte Liste wird nicht als datierter Erstbeleg interpretiert.
- ICPS Carnivorous Plant Names Resource. Registerressource zur Einordnung von Kultivarnamen; aus ihrem Umfang wird keine pauschale Aussage zum Status aller nicht aufgeführten Namen abgeleitet.
Art, Habitat und Kultur
- Kew: Dionaea muscipula J.Ellis. Akzeptierter Artname, botanische Autorenschaft und natürliches Areal.
- Vascular Plants of North Carolina. Floristische Merkmale, Habitat und Phänologie.
- U.S. Fish and Wildlife Service: Venus Fly Trap. Behördliche Art- und Habitatübersicht.
- NatureServe Explorer. Zusammenstellung zu Feuchtstandorten, Offenhaltung und Gefährdungsfaktoren.
- ICPS: Growing Dionaea muscipula. Kulturhinweise für Licht, Wasser und saisonale beziehungsweise gezielte Innenkultur.
- Roberts & Oosting (1958): Responses of Venus Fly Trap to Factors Involved in Its Endemism. Grundlegende Untersuchung der Standortbedingungen.
Fangbiologie und Physiologie
- Schietzel et al. (2021). Mechanosensorische Triggerhaare und elektrische Aktivität der Fallen.
- Böhm et al. (2016). Verarbeitung von Beutesignalen und Nährstoffaufnahme.
- Suda et al. (2020). Calciumdynamik während des Fallenschlusses.
- Youngsteadt et al. (2018). Feldstudie zu Beute und Bestäubern.
- Schulze et al. (2012). Proteinbestandteile der Verdauungsflüssigkeit.
- Gao et al. (2015). Stickstoffaufnahme über Fallen und Wurzeln.
Evidenzgrenzen
Für ‘Prolifera 2’ existieren widersprüchlich genaue beziehungsweise mehrdeutige Bestandsangaben. Die erwarteten Pflänzchen am Blütenstand sind eine historische Notiz, keine quantifizierte, unabhängig bestätigte Kloneigenschaft. Eine spätere Liste führt ‘Bimbo’ und ‘Prolifera 2’ getrennt, während die ältere Beschreibung eine mögliche Identität ausdrücklich offenlässt. Die vier aktuellen Produktansichten zeigen rote Falleninnenseiten, grüne bis gelbliche Blattstiele und Fallenaußenseiten; sie zeigen keine Pflänzchen am Blütenstand und enthalten keinen Maßstab. Die Abbildungen wurden nicht kopiert. Die lokale Mediathek enthält kein als ‘Prolifera 2’ belegtes eigenes Foto; ein Bild von ‘Bimbo’ oder einem anderen Dionaea-Klon wurde nicht eingesetzt.
Zitieren
Zitierlink und Stand
Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'Prolifera 2', Stand 30.09.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-prolifera-2/
