Black Trap Codex

Dionaea muscipula 'Patches'

Venusfliegenfalle

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Dionaea
Herkunft
Gärtnerische Handelsauswahl; ursprünglicher Selektor und lückenlose Herkunft nicht belegt.
Autor
J.Ellis

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Black-Trap-Systemprofil

Substrat- und Strukturbedarf

BT-Air
mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
BT-Water
hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
BT-Flow
mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
pH
3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
BT-Density
niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
Kapillaritaet
hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
Strukturstabilitaet
mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.

Kulturgruppe

Dionaea – temperierte Standardkultur

Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.

Risiken

Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung

Gattungsprofil

Dionaea

Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.

Typische Fehler

Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

  • Empfindlich gegen Austrocknung
  • Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
  • Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
  • Empfindlich gegen zu wenig Licht
  • Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
  • Empfindlich gegen Substratabbau

Verknuepfungen

Empfohlene Systemprofile

Core-Referenzprofil

Standard-Mix

Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.

BT-Air
8,6
BT-Water
7,6
BT-Flow
9,3
BT-Structure
9,4
BT-Capillary
2,5
BT-Density
5,1
BT-Compaction
3,0
Produkt ansehen

reference

Botanische Beschreibung

Dionaea muscipula ‘Patches’ ist eine gärtnerische Auswahl der Venusfliegenfalle und keine eigene botanische Art. Wie andere Dionaea wächst sie als bodennahe Rosette und bildet am Ende eines flachen, photosynthetisch aktiven Blattstiels eine zweilappige Fangfalle. Mehrere europäische Anbieter verwenden den Namen für Pflanzen, deren grüne Fallen unregelmäßige rote Flecken oder größere rote Flächen tragen. Fleckengröße, -form und -verteilung sollen variieren; eine einheitlich abgegrenzte Zeichnung wird gerade nicht beschrieben. Die Fallenränder werden in einer Handelsbeschreibung als normal bezahnt bezeichnet. Eine formale, vermessene Originaldiagnose mit festgelegten Mindestmerkmalen, Pflanzenmaßen oder Fotografien einer dokumentierten Typuspflanze war in den geprüften Quellen nicht auffindbar.

Ein US-Anbieter beschreibt unter demselben Namen stattdessen weiße bis hellgrüne Zeichnungen auf Blättern und Fallen. Kundenkommentare auf dieser Produktseite berichten, dass eine zunächst grüne Pflanze mit wenigen Punkten im Herbst deutlich fleckiger und roter wurde; solche Einzelberichte sind keine kontrollierte Beobachtung und belegen keine gemeinsame Abstammung mit europäischen Beständen. Das Erscheinungsbild ist daher vorsichtig zu fassen: rot gefleckte grüne Fallen sind das wiederholt angegebene Handelsbild, während weißlich-hellgrüne Muster als widersprüchliche, nicht unabhängig bestätigte Angabe zu kennzeichnen sind. Licht, Alter der Falle und saisonale Pigmentbildung können die sichtbare Farbverteilung beeinflussen. Eine Pflanze ist nicht allein durch ähnliche Flecken sicher identifiziert; Herkunft und vegetative Weitergabe bleiben entscheidend.

taxonomy

Taxonomie und Namensstatus

Der akzeptierte Artname lautet Dionaea muscipula J.Ellis aus der Familie Droseraceae. ‘Patches’ ist ein gärtnerisches Epitheton innerhalb dieser Art, weder ein botanischer Artname noch eine Unterart oder Varietät. J.Ellis bezeichnet die botanische Autorenschaft der Grundart; eine Person, die ‘Patches’ selektiert, benannt oder zuerst verbreitet hat, ließ sich in den geprüften Quellen nicht belastbar feststellen. Verkaufsseiten dokumentieren den Gebrauch des Namens und liefern Beobachtungen ihrer Bestände, sind aber keine nomenklatorische Erstbeschreibung und belegen keine lückenlose Klonherkunft.

Die ICPS-Seite für registrierte Kultivare führt Namen auf, die vor Oktober 2020 registriert wurden, und verweist für jüngere Namen zusätzlich auf Veröffentlichungen im Carnivorous Plant Newsletter. In den geprüften Registern und Newsletter-Suchtreffern fand sich keine exakte veröffentlichte Beschreibung von ‘Patches’; ein Händler erklärt ausdrücklich, der Name sei nicht offiziell bei der ICPS registriert. Diese begrenzten Befunde rechtfertigen den Status „ungeklärt beziehungsweise Handelsname nicht bestätigt“, nicht die Behauptung einer weltweit abschließend bewiesenen Nichtregistrierung. Der Name taucht auch in Sammler- und Handelslisten auf. Eine dort ebenfalls genannte ältere Bezeichnung ‘Patch’ ist wegen abweichender Schreibweise und fehlender Provenienz nicht automatisch dasselbe. Deshalb werden ähnliche Namen und gefleckte Dionaea nicht synonymisiert.

ecology

Herkunft und Verbreitung

Für ‘Patches’ ist kein natürliches Verbreitungsgebiet bekannt: Der Name bezeichnet eine gärtnerische Pflanze oder Handelsauswahl, nicht eine wild vorkommende Population. Das natürliche Areal der Grundart Dionaea muscipula liegt in der Küstenebene North Carolinas und einem kleinen angrenzenden Teil South Carolinas im Südosten der Vereinigten Staaten. Angaben über dieses Areal dürfen nicht als Fundort oder geographische Herkunft des Kultivars ausgegeben werden. In den geprüften Verkaufsangeboten wird keine Sammlungsnummer, Wildherkunft, ursprüngliche Mutterpflanze oder benannte Selektionsperson nachgewiesen.

Die aktuelle Verbreitung unter dem Etikett ‘Patches’ ist gärtnerisch: Anbieter in Europa führen Pflanzen mit roten Flecken auf grünen Fallen; mindestens ein US-Angebot beschreibt ein deutlich anderes weißlich-hellgrünes Bild und behauptet eine Vermehrung aus europäischem In-vitro-Material. Diese Aussage ist eine Händlerangabe, keine überprüfte Stammbaumdokumentation. Ein europäischer Growlisteneintrag belegt, dass der Name in Sammlungen verwendet wird, aber nicht, dass alle so bezeichneten Pflanzen identisch sind. Wer eine Pflanze übernimmt, sollte Bezugsquelle, Erwerbsdatum, Mutterpflanze und vegetativen Vermehrungsweg notieren. Ohne diese Angaben kann die Etikettierung nicht unabhängig bis zu einer ursprünglichen Auswahl zurückverfolgt werden.

ecology

Ökologie und Lebensraum

Zu ‘Patches’ sind keine Feldökologie, Wildpopulationen oder vergleichenden physiologischen Versuche publiziert. Die ökologische Einordnung folgt deshalb der Grundart: Dionaea muscipula wächst in offenen, sehr hellen, feuchten und nährstoffarmen Lebensräumen der Carolinas. Dort stehen saure, sandige bis torfige Böden und eine zeitweise hohe Wasserverfügbarkeit einer geringen Nährstoffversorgung gegenüber. Die Rosette betreibt Photosynthese, während Beutefang zusätzliche Mineralstoffe erschließt. Natürliche Störungen, darunter Feuer, helfen vielerorts die Vegetation offen zu halten. Das sind Eigenschaften der Art und keine besonderen ökologischen Anpassungen dieses Kultivars.

Rote Flecken auf Fallen sind ein gärtnerisch beschriebenes Farbmerkmal und kein Beleg dafür, dass ‘Patches’ andere Licht-, Wasser- oder Nährstoffansprüche entwickelt hat. Auch die unter gleichem Namen angebotene weißlich-grüne Zeichnung erlaubt keine Aussage über natürliche Anpassungen oder Verwandtschaft. Es gibt keinen Nachweis, dass Flecken der Tarnung, Beuteanlockung oder Wärmeregulierung dienen. Für den Klon wurden weder Fangraten noch Photosynthese, Pigmentgehalt oder Trockenheitsresistenz mit typischen Dionaea verglichen. Pflege und Habitatbeschreibung müssen daher von der temperierten, feuchtigkeitsliebenden Art abgeleitet werden. Abweichende Muster sind zunächst als sichtbare Kulturmerkmale zu dokumentieren, nicht als Ursache eines besonderen ökologischen Verhaltens.

reference

Wuchsform und Morphologie

Die im Handel am häufigsten beschriebene Erscheinung besteht aus grünen Blattstielen und Fallen mit unregelmäßig verteilten roten Punkten oder Flecken. Anbieter geben an, dass die Flecken in Größe und Form schwanken und sich abhängig von der Beleuchtung unterschiedlich stark zeigen können. Ein US-Angebot beschreibt dagegen Weiß- und Hellgrünanteile, die sowohl auf Blattstielen als auch Fallen auftreten sollen. Käuferberichte auf derselben Seite nennen einen zunächst überwiegend grünen Zustand und ein später stärker rotfleckiges Bild, besonders nach saisonaler Rötung. Diese Beobachtungen sind nicht standardisiert; sie trennen deshalb nicht sicher zwischen alters- oder saisonbedingter Farbänderung, Kulturreaktion und verschiedenen Handelslinien.

Eine Produktbeschreibung bezeichnet die Fallenform als typisch und die Randcilien als normal. Eine andere Quelle nennt einen eher flachen Wuchs, ohne Messreihe oder Vergleichskultur. Es gibt keine verlässlichen veröffentlichten Werte für Rosettendurchmesser, Blattstiellänge, Fallenlänge oder die Häufigkeit roter Flecken. Auch eine dauerhaft feste Fleckenzahl ist nicht belegt. Zu den Dionaea-Vergleichskultivaren ‘Spotted Hyena’, ‘Scarlatine’ und ‘Angioma’ existieren veröffentlichte Beschreibungen mit eigenen Kombinationen aus Färbung, Zahnung und Fallenform. Diese Beispiele zeigen, warum eine bloße rote Sprenkelung als Identifikation nicht genügt. Für ‘Patches’ sollte man mehrere voll entwickelte Fallen desselben, nachvollziehbar vermehrten Exemplars über verschiedene Jahreszeiten vergleichen.

reference

Merkmale des Kultivars

Das wiederholt von europäischen Anbietern genannte Unterscheidungsmerkmal von ‘Patches’ sind zufällig wirkende rote Flecken auf sonst grünen Fallen. Die Verteilung wird als variabel beschrieben; Flecken können klein und punktförmig oder größer und flächiger erscheinen. Lichtverhältnisse werden von einem Verkäufer als Einflussfaktor genannt. Ein anderer Anbieter bezeichnet Zähne und Fallenbau als normal, sodass keine besondere Fangrandform zum sicheren Kennzeichen gehört. Das weiße beziehungsweise hellgrüne Muster aus einem US-Angebot weicht davon ab. Dessen Kundenberichte über die Entwicklung von wenigen Punkten zu saisonal kräftigerer roter Zeichnung machen eine Farbdynamik plausibel, beweisen aber weder dieselbe Klonlinie noch eine genetisch stabile Weißvariegation.

Gefleckte Dionaea sind kein einheitlicher Kultivarentyp. Die formell im CPN beschriebenen ‘Spotted Hyena’, ‘Scarlatine’ und ‘Angioma’ haben eigene Herkunfts- und Merkmalsbeschreibungen: Sie unterscheiden sich unter anderem in Grundfarbe, Verteilung der Punkte, Zahnung und Fallenrand. Keine geprüfte Quelle belegt eine Synonymie zwischen ihnen und ‘Patches’. Ebenso wenig ist ein Foto mit roten Punkten ausreichend, um eine Pflanze als ‘Patches’ zu bestätigen. Bis eine nachvollziehbare Originalbeschreibung oder verlässliche Abstammungskette vorliegt, ist das Etikett als gebräuchlicher, aber ungeklärter Kultivarname zu behandeln. Bei Bestandsvergleichen gehören ganze Rosette, Fallenober- und -unterseite, Saison, Licht und vegetative Herkunft gemeinsam dokumentiert.

reference

Fangstrategie

Für ‘Patches’ ist kein besonderer Fangmechanismus bekannt. Die Falle entspricht grundsätzlich der Klappfalle von Dionaea muscipula: Zwei Lappen tragen empfindliche Sinneshaare, deren wiederholte Berührung elektrische Signale auslöst. Abhängig von den Reizen schließt sich die Falle rasch; die Randcilien verschränken sich zunächst und begrenzen das Entkommen. Weitere Reize können die Abdichtung und Verdauungsreaktion verstärken. Untersuchungen zur Grundart beschreiben diese Signalverarbeitung und die Aufnahme von Nährstoffen nach Beutereizen. Für ‘Patches’ wurden keine eigenen Schwellenwerte, schnelleren Schließzeiten oder besonderen Beutespektren veröffentlicht.

Die roten Flecken liegen laut Handelsbeschreibung auf der Fallenoberfläche und schaffen weder zusätzliche Sinneshaare noch eine neue Fangfläche. Auch die widersprüchlich gemeldeten hellen Zeichnungen belegen keine Veränderung der Fallenfunktion. Die Fallenfarbe darf deshalb nicht mit der mechanischen Funktion verwechselt werden: Ein rot gezeichneter Fanglappen muss nicht schneller schließen, und eine grünere Falle ist nicht funktionsärmer. Häufiges manuelles Auslösen ist kein geeignetes Prüfverfahren; es belastet das jeweilige Fangblatt und identifiziert den Kultivar nicht. Beobachte stattdessen ungestörte Fallen und notiere, ob Farbzeichnung und Alter der Falle gemeinsam wechseln. Für die Beurteilung der besonderen Zeichnung sind Fotos aussagekräftiger als wiederholte Fangtests.

reference

Reproduktion und Lebenszyklus

Wenn die besonderen Farbmerkmale einer benannten Dionaea erhalten werden sollen, ist die vegetative Vermehrung der dokumentierten Mutterpflanze erforderlich. Dionaea können unter geeigneten Bedingungen über Rhizomteilung, Blattstecklinge und In-vitro-Verfahren vervielfältigt werden. Für ‘Patches’ ist jedoch kein publiziertes Vermehrungsprotokoll bekannt, das die rote Zeichnung oder ihre Stabilität nach einem bestimmten Verfahren quantifiziert. Ein Anbieter gibt In-vitro-Vermehrung aus europäischem Ausgangsmaterial an, nennt jedoch in der geprüften Beschreibung keine identifizierbare Mutterpflanze oder lückenlose Herkunftskette. Dies bleibt daher als Händlerangabe zu kennzeichnen. Jede Weitergabe sollte Quelle, Mutterpflanze, Datum und Methode mitführen.

Aussaat erhält einen konkreten Klon nicht zuverlässig, da Sämlinge genetisch neu kombinierte Individuen sind. Ein im Handel als ‘Patches’ angebotenes Saatgut kann somit nicht allein durch die Samenpackungsaufschrift als vegetativ identischer Kultivar bestätigt werden. Sämlinge mit interessanter Zeichnung können als eigene Auslesen weiterkultiviert werden, sollten aber nicht ohne Nachweis denselben Namen erhalten. Für ‘Patches’ fanden sich keine belastbaren Angaben zu Eltern, Kreuzung, ursprünglicher Auslese oder verantwortlicher Person. Auch bei In-vitro-Vermehrung sollten Abweichungen zwischen Pflanzen dokumentiert werden, statt automatisch Gleichförmigkeit zu unterstellen. Eine Vergleichsserie mit Bildern derselben Mutterpflanze und ihrer Ableger wäre nötig, um Musterstabilität unter gleichen Kulturbedingungen zu beurteilen.

culture

Kultur

Für ‘Patches’ ist keine besondere Kultur gegenüber der temperierten Venusfliegenfalle belegt. Die Pflanze braucht sehr viel Licht, dauerhaft feuchtes, nährstoffarmes Substrat und mineralarmes Wasser. Nach einer geschützten Verkaufs- oder Innenkultur muss sie schrittweise an direkte Sonne gewöhnt werden. Bei Außenkultur folgt sie dem saisonalen Jahresgang der Art; eine kühle Winterruhe gehört zur langfristig passenden temperierten Kultur. Ein Händler empfiehlt volle Sonne und weist auf mögliche leichte Schattierung bei extremer Sommerhitze hin. Das ist eine allgemeine Dionaea-Empfehlung und kein spezieller Nachweis für den Kultivar. Eine dauerhaft warme, dunkle Fensterbank ist kein Ersatz für ausreichend starkes Licht und den Jahreszeitenwechsel.

Die rote Zeichnung kann nach Anbieter- und Kundenangaben je nach Licht und Saison stärker oder schwächer sichtbar sein. Das ist kein Anlass, eine Pflanze für intensivere Flecken über das geeignete Maß hinaus zu belichten oder auszutrocknen. Beim Umtopfen und Akklimatisieren zuerst stabile Kulturbedingungen schaffen und die Farbentwicklung anschließend an neuen, ausgereiften Fallen beobachten. Das weißlich-hellgrüne Handelsbild ist nicht genügend unabhängig belegt, um daraus eine besondere Pflege für vermeintlich variegierte Pflanzen abzuleiten. Prüfe bei schwachem Wachstum zunächst Licht, Wasserqualität, Feuchte, Substrat und jahreszeitliche Ruhe. Der Name begründet weder erhöhte Frosthärte noch eine Sonderbehandlung; maßgeblich bleibt das Kulturprofil der Art.

substrate

Substrat und Wasser

Ein klonspezifisches Substratrezept für ‘Patches’ ist nicht veröffentlicht. Geeignet ist ein saures, nährstoffarmes und zugleich ausreichend luftiges Medium für Dionaea. Ungedüngter Hochmoortorf oder langfaseriges Sphagnum mit inertem Zuschlag können je nach Kulturgefäß verwendet werden. Blumenerde, Kompost, Dünger und kalkhaltige Zusätze sind ungeeignet, weil sie die Wurzeln mit Nährstoffen oder Mineralien belasten können. Während des aktiven Wachstums sollte der Wurzelraum gleichmäßig feucht bleiben; Topfgröße, Material, Untersetzer und Luftbewegung bestimmen mit, wie schnell das Substrat austrocknet. Die Flecken geben keinen Hinweis auf einen erhöhten Nährstoffbedarf.

Regen-, destilliertes oder Umkehrosmosewasser mit geringer Mineralfracht sind verlässliche Optionen. Leitungswasser mit hoher Härte oder Salzgehalt kann die Wurzeln schädigen, auch wenn das oberirdische Farbmuster zunächst unverändert erscheint. In der kühlen Ruhezeit sinkt der Wasserverbrauch, doch das Medium darf nicht vollständig austrocknen. Ein Wasseranstau im Topf ist nur zusammen mit passender Topfhöhe und Sauerstoffversorgung sinnvoll; dauerhaft heißes, schlecht belüftetes Stauwasser kann Probleme verschärfen. Die geprüften Anbieter veröffentlichen keine belastbaren pH-, Leitfähigkeits- oder Feuchtemessungen speziell für ‘Patches’. Deshalb sollten keine scheinpräzisen Sonderwerte erfunden werden. Kontrolliere die Wasserquelle und den Zustand des Mediums und passe das Nachfüllen an tatsächliche Verdunstung und Saison an.

practice

Praxisnotizen

Der verknüpfte Dionaea-Kontrollrhythmus gilt auch für ‘Patches’: Sichtkontrolle alle 14 Tage bei aktivem Wachstum, alle 30 Tage während der Winterruhe und alle 7 Tage bei Sämlingen. Diese Intervalle sind Kontrollabstände, keine Gießtermine. Für eine aussagekräftige Beobachtung fotografiere mehrere ausgewachsene Fallen derselben Pflanze in gleichbleibendem Licht und mit notiertem Datum. Erfasse, ob die Zeichnung rot, weißlich oder hellgrün wirkt, ob sie auf Blattstielen oder Fallen sitzt und wie Fallenalter, Standort, Licht und Jahreszeit dazu stehen. Eine einzelne Verkaufsaufnahme oder ein junges Blatt reicht nicht als Diagnose. Halte auch Bezugsquelle, Etikett, Mutterpflanze und vegetativen Vermehrungsweg fest, denn die Herkunft der angebotenen Linien ist nicht durchgehend dokumentiert.

In der lokalen WordPress-Mediathek wurde kein eindeutig passendes eigenes Foto gefunden. Die Bildsuche ergab Produkt- und Verkaufsbilder, aber keine Aufnahme mit überprüfbarer freier Lizenz zur kommerziellen Wiederverwendung. Diese fremden Bilder wurden nicht übernommen; die Bildfelder bleiben leer, bis ein eigenes Foto oder ein geeignet lizenziertes Bild mit vollständigen Urheber-, Lizenz- und Quellenangaben vorliegt. Eine generische Venusfliegenfallen-Aufnahme würde die variablen Flecken nicht belegen. Der Eintrag trennt deshalb die wiederholte europäische Beschreibung roter Flecken von der abweichenden weißen beziehungsweise hellgrünen Händlerangabe. Bei späteren Beobachtungen sollten auch gleichnamige Pflanzen aus verschiedenen Quellen nicht ohne Vergleich als identischer Klon zusammengeführt.

sources

Quellenangaben

Merkmale und gegenläufige Handelsangaben zu ‘Patches’

  • Diflora: Dionaea muscipula ‘Patches’. Quelle. Beschreibt rote Flecken auf grünen Fallen, normale Randcilien und flachen Wuchs; Handelsbeschreibung ohne veröffentlichte Originaldiagnose.
  • TerreAcrocs: Dionaea muscipula ‘Patches’. Quelle. Beschreibt zufällig variierende rote Flecken auf grünen Blättern und erklärt, es gebe keine offizielle ICPS-Registrierung; Anbieterangabe.
  • Carnivore de Sologne: Dionaea muscipula ‘Patches’. Quelle. Weiteres französisches Handelsangebot mit roten Flecken auf grünen Fallen; belegt Markennutzung, nicht Abstammung.
  • Giardino Carnivoro: Dionaea muscipula ‘Patches’. Quelle. Zeigt und beschreibt rote Zeichnung auf grünem Grund; Verkaufsseite, keine Freigabe der Produktbilder.
  • Jeremiah’s Plants: Dionaea muscipula Patches. Quelle. Beschreibt weißliche bis hellgrüne Zeichnung; Kundenkommentare berichten saisonal stärker rote Fleckung. Abweichung mangels belegter Herkunft nicht auf europäische Bestände übertragbar.
  • Exotic Plants: Dionaea muscipula Patches seeds. Quelle. Führt Saatgut unter dem Kultivarnamen; Samenangebot allein belegt keinen sortenechten vegetativen Klon.
  • Drosos: Lista di Coltivazione. Quelle. Sammler-Growlist führt ‘Patches’; belegt den Etikettengebrauch, jedoch weder formale Beschreibung noch Abstammung.
  • SOI: Collezione Dionaea muscipula. Quelle. Sammlungszugangsliste enthält eine ähnlich geschriebene Bezeichnung ‘Patch’; sie wird mangels Provenienz nicht mit ‘Patches’ gleichgesetzt.

Vergleichskultivare und Namensprüfung

  • International Carnivorous Plant Society: Registered Cultivars. Quelle. Erläutert den zeitlichen Umfang des Registers und verweist für spätere Veröffentlichungen auf das CPN-Archiv.
  • International Carnivorous Plant Society: Carnivorous Plant Newsletter archive. Quelle. Archiv publizierter Kultivarbeschreibungen; für den exakten Namen ‘Patches’ wurde im geprüften Suchstand keine Beschreibung gefunden.
  • Sicking, T. (2015): Dionaea muscipula ‘Spotted Hyena’, CPN 44(2):93–94. Quelle. Primäre Kultivarbeschreibung mit roten hellen und dunklen Flecken, unregelmäßiger Zahnung und unebenem Fallenrand; eigenständiger Vergleich, kein Synonymiebeleg.
  • Blacher, L. (2012): Dionaea ‘Scarlatine’, CPN 41(1):27–28. Quelle. Publizierte Diagnose mit gelbgrünem Grund, roten Sprenkeln und unregelmäßigen kurzen Randzähnen; trennt ähnliche Farbmerkmale anhand der Gesamtdiagnose.
  • Müller, J. (2023): New cultivars, including Dionaea ‘Angioma’, CPN 52(2):111–123. Quelle. Beschreibt bei ‘Angioma’ dunkelrote Fallen mit zufällig verteilten grünen Verfärbungen; umgekehrte Grundfarbkonstellation und eigener publizierter Name.

Botanische Art, Ökologie, Fang und Kultur

  • Royal Botanic Gardens, Kew: Plants of the World Online, Dionaea muscipula J.Ellis. Quelle. Akzeptierter botanischer Artname, Autorenschaft und Verbreitungsangabe.
  • International Plant Names Index: Dionaea muscipula J.Ellis, record 275898-2. Quelle. Nomenklatorischer Nachweis der botanischen Autorenschaft der Grundart.
  • North Carolina Natural Heritage Program: Vascular Plants of North Carolina, Dionaea muscipula. Quelle. Behördliche Artübersicht zu Verbreitung und Status in North Carolina.
  • U.S. Fish and Wildlife Service (2023): Range-wide Status Survey of Venus Flytrap. Quelle. Behördliche Bestandsübersicht zu Areal, Lebensraum und Erhaltungsfragen der Wildart.
  • Roberts, P.R. & Oosting, H.J. (1958): Responses of Venus Fly Trap to Factors Involved in Its Endemism. Ecological Monographs 28(2):193–218. Quelle. Feldökologische Untersuchung zur Standortbindung der Art.
  • Volkov, A.G. et al. (2008): Active movements in plants: Mechanism of trap closure by Dionaea muscipula Ellis. Plant Signaling & Behavior 3(10):778–783. Quelle. Primärarbeit zu Sinneshaaren, elektrischen Signalen und Fallenbewegung.
  • Böhm, J. et al. (2016): The Venus Flytrap Dionaea muscipula Counts Prey-Induced Action Potentials to Induce Sodium Uptake. Current Biology 26(3):286–295. Quelle. Primärstudie zu Beutereizen, Aktionspotentialen und Nährstoffaufnahme.
  • North Carolina State University Extension: Dionaea muscipula, Plant Toolbox. Quelle. Artinformationen zu Wuchs, Verbreitung und Kulturbedingungen.
  • International Carnivorous Plant Society: Growing Dionaea muscipula. Quelle. Kulturleitfaden zu Licht, Wasser, Substrat und Winterruhe.
  • International Carnivorous Plant Society: Dionaea Leaf Pullings Step-by-Step. Quelle. Anleitung zur vegetativen Vermehrung; Identität hängt von der korrekt dokumentierten Mutterpflanze ab.
  • Bartsch, M., Mahnkopp, F. & Winkelmann, T. (2014): In vitro propagation of Dionaea muscipula Ellis. Propagation of Ornamental Plants 14(3):117–124. Quelle. Fachartikel über In-vitro-Vermehrung aus ausgewähltem Pflanzengewebe; kein spezifischer Nachweis zu ‘Patches’.

Quellenbewertung und Bildrechte

Rote Flecken auf grünen Fallen werden von mehreren europäischen Anbietern beschrieben, aber eine formale Originaldiagnose und eine nachvollziehbare Ausgangsherkunft waren nicht zu finden. Das abweichende weißlich-hellgrüne Bild stammt von einem einzelnen US-Angebot; Kundenkommentare dort nennen saisonal zunehmende rote Zeichnung, belegen aber keine gemeinsame Klonlinie. Der Name erscheint in Händler- und Sammlerlisten; eine exakte CPN-Beschreibung oder bestätigte Registrierung wurde in der Recherche nicht gefunden. Ähnliche gefleckte Kultivare mit publizierten Namen werden nicht synonymisiert. In der lokalen Mediathek gab es kein eindeutig zugeordnetes eigenes Foto; externe Produktbilder ohne nachgewiesene freie kommerzielle Lizenz wurden nicht übernommen.

Zitieren

Zitierlink und Stand

Zitierlink
Aktueller Stand02.10.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'Patches', Stand 02.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-patches/