Black Trap Codex
Dionaea muscipula 'MK 1979'
Venusfliegenfalle
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Wasser
- AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
- Ruhephase
- optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Black-Trap-Systemprofil
Substrat- und Strukturbedarf
- BT-Air
- mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
- BT-Water
- hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
- BT-Flow
- mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
- pH
- 3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
- BT-Density
- niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
- Kapillaritaet
- hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
- Strukturstabilitaet
- mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.
Kulturgruppe
Dionaea – temperierte Standardkultur
Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.
Risiken
Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung
Gattungsprofil
Dionaea
Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.
Typische Fehler
Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
- Empfindlich gegen Austrocknung
- Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
- Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
- Empfindlich gegen zu wenig Licht
- Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
- Empfindlich gegen Substratabbau
Verknuepfungen
Empfohlene Systemprofile
Standard-Mix
Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.
- BT-Air
- 8,6
- BT-Water
- 7,6
- BT-Flow
- 9,3
- BT-Structure
- 9,4
- BT-Capillary
- 2,5
- BT-Density
- 5,1
- BT-Compaction
- 3,0
reference
Botanische Beschreibung
Dionaea muscipula ist eine ausdauernde Rosettenpflanze mit unterirdischem Rhizom. Jedes Laubblatt verbindet einen photosynthetisch aktiven Blattstiel mit einer endständigen Fanglamina aus zwei gelenkig verbundenen Lappen. Am Fallenrand stehen bewegliche Cilien; auf der Innenfläche sitzen mechanosensitive Triggerhaare und Drüsen. Die Lappen können sich schnell schließen, Beute einschließen und nach weiterer Stimulation verdauen. Ältere Fallen werden nach Fang oder natürlicher Alterung braun und sterben ab, während das Rhizom neue Blätter hervorbringt.
‘MK 1979’ bleibt in diesem Bauplan eine gewöhnliche Dionaea: Der Kultivar ist keine eigene Art und keine Kreuzung. Sein erkennbares Gartenbauprofil beruht auf großen Fallen mit roten Innenflächen. Die Bezeichnung legt jedoch weder eine feste Fallenlänge noch eine gleichbleibende Vollfärbung fest. Die Intensität der Rotfärbung verändert sich mit Licht, Alter und Entwicklungsphase; auch die Größe hängt von Reife und Kulturbedingungen ab. Der Klonname verweist auf eine alte, wildgesammelte Auswahl, die mit Mike King und dem Jahr 1979 verbunden wird. Seine äußeren Merkmale sind daher gemeinsam mit der individuellen Herkunft zu betrachten, statt aus einer einzelnen großen oder besonders roten Falle eine sichere Identifikation abzuleiten.
taxonomy
Taxonomie
Der akzeptierte botanische Name lautet Dionaea muscipula J.Ellis. Die Pflanze gehört zur Familie Droseraceae und ist die einzige anerkannte Art der Gattung Dionaea. ‘MK 1979’ ist der Name eines gärtnerischen Kultivars innerhalb dieser Art; er bezeichnet keine Varietät, Unterart oder natürliche Population. In der Kultivarnomenklatur wird M. King als Autor geführt. Diese Angabe ist von J.Ellis zu trennen, dem botanischen Autor des Artnamens.
Die Zeichenfolge MK 1979 verbindet die Auswahl mit Mike King und dem Jahr 1979. Sie ist kein botanischer Rang und auch nicht das Jahr der formellen Veröffentlichung des Kultivarnamens; die Registrierung erfolgte später, 2013. Mit der Auswahl verbunden ist Kings erste Venusfliegenfalle, die 1979 wild gesammelt und anschließend vegetativ über Stecklinge weitergegeben wurde. So lässt sich die gärtnerische Geschichte einordnen, ohne aus der Jahreszahl einen exakten Fundort oder eine lückenlose Abstammung heutiger Pflanzen abzuleiten. Ähnliche Jahreszahlen bei anderen Klonen begründen weder Synonymie noch Verwandtschaft. Jeder Klon bleibt eigenständig.
ecology
Standort und Verbreitung
Die Wildart Dionaea muscipula ist auf einen kleinen Teil der atlantischen Küstenebene von North und South Carolina im Südosten der Vereinigten Staaten beschränkt. Sie wächst vor allem in offenen, saisonal feuchten Savannen, lichten Kiefernwäldern und an Sickerstellen. Wasser steht örtlich zeitweise hoch, doch nicht jeder natürliche Standort ist dauerhaft tief überflutet. Sandige, saure und nährstoffarme Böden wechseln kleinräumig mit organischen Auflagen und feuchteren Senken. Die bodennahen Rosetten konkurrieren schlecht mit dichter, hoher Vegetation; dauerhaft zunehmende Beschattung macht offene Wuchsplätze ungeeignet.
Der Klon geht auf eine 1979 wild gesammelte Pflanze zurück; ein bestimmter County, ein Schutzgebiet oder ein genauer Naturstandort ist nicht bekannt. Das natürliche Areal der Art lässt sich deshalb nicht als genauer Klonfundort ausgeben. Die heutige Vermehrung außerhalb dieses Gebiets erweitert die natürliche Verbreitung nicht. Auch lässt sich daraus keine lückenlose Abstammung jeder heute kultivierten Pflanze von der ursprünglichen Wildpflanze ableiten. Sammlungs- und Handelsorte sind keine natürlichen Vorkommen. Ökologisch folgt der Kultivar den feuchten, sonnigen und nährstoffarmen Bedingungen der Art, denn eine abweichende Standortbindung ist für ihn nicht festgelegt.
ecology
Ökologische Anpassungen
Die Venusfliegenfalle besiedelt Lebensräume, in denen Stickstoff und weitere Mineralstoffe im Boden knapp sein können. Ihre Fallen ergänzen die Wurzelernährung: Sie fangen kleine Tiere, lösen deren Gewebe enzymatisch auf und nehmen gelöste Nährstoffe auf. Die Pflanze bleibt dennoch auf Photosynthese und funktionsfähige Wurzeln angewiesen. Die grünen Blattstiele bilden den wesentlichen Teil der Assimilationsfläche; die Fallen dienen zugleich als Fang- und Verdauungsorgane. Ihre Schließung beruht auf mechanischer Reizung der Triggerhaare, aufeinanderfolgenden Aktionspotentialen und einer raschen Formänderung der Lappen.
Offene Savannen werden durch saisonale Feuchte und wiederkehrendes Feuer geprägt. Feuer reduziert Streu und Gehölzaufwuchs und erhält so Licht am Boden, wo die kleinen Rosetten wachsen. ‘MK 1979’ besitzt größere, rot gefärbte Fallen, doch daraus folgt keine abweichende ökologische Strategie und kein geringerer Lichtbedarf. Rotfärbung ersetzt keine Photosynthese, und eine größere Falle belegt weder eine bestimmte Beuteauswahl noch höhere Nährstoffaufnahme. Die Anpassungen an offene, nasse und nährstoffarme Standorte bleiben die der Art. Für die Kultur sind daher viel Licht, sauberes mineralarmes Wasser und ein feuchter, ungedüngter Wurzelraum wichtiger als das bloße Erzielen besonders roter Fallen.
morphology
Morphologie
Die Pflanze bildet eine niedrige Rosette aus Blättern, die direkt am kurzen Rhizom ansetzen. Jedes Blatt trägt einen flachen bis leicht länglichen Blattstiel und am Ende eine Fanglamina mit zwei spiegelbildlichen Lappen. Der Rand ist mit beweglichen Cilien besetzt; auf der inneren Oberfläche befinden sich die Sinneshaare und Drüsen. Im Frühjahr und Sommer richtet Dionaea ihre Blätter häufig stärker auf als während der kühleren Jahreszeit. Blüten sitzen an einem langen, aufrechten Schaft über der Rosette; die weißen Blüten entwickeln nach Bestäubung kleine schwarze Samen.
Bei ‘MK 1979’ sind große Fallen mit roten Innenlappen die zentralen sichtbaren Merkmale. Eine verbindliche Größenangabe, eine bestimmte Fallenform oder ein spezieller Cilien- und Triggerhaarbestand lässt sich daraus nicht ableiten. „Groß“ ist hier qualitativ: Alter, Blattfolge, Licht, Wasserführung und Gesundheit verändern die ausgebildete Fallenfläche. Ebenso reicht eine einzelne rote Falle nicht, um die Klonidentität festzustellen; schwaches Licht und junge Fallen können deutlich blasser erscheinen. Für einen belastbaren Eindruck vergleicht man mehrere ausgewachsene Fallen desselben Austriebs unter ähnlichen Bedingungen. Die Merkmale der Art – zweilappige Falle, Randcilien und Triggerhaare – bleiben unverändert; für diesen Klon ist keine andersartige Organbildung beschrieben.
reference
Kultivar im Vergleich zur Art
Im Vergleich zu einer gewöhnlichen Dionaea muscipula fällt ‘MK 1979’ durch ein Gartenbauprofil mit großen Fallen und roten Innenlappen auf. Die Rotfärbung kann kräftig sein, ist jedoch weder bei jeder Falle gleich stark noch unabhängig von Beleuchtung und Blattalter. Auch „groß“ beschreibt ein Erscheinungsbild, keine festgelegte Mindestlänge. Eine konkrete Zahl, Form oder Länge der Randcilien ist für diesen Klon nicht als eindeutige Diagnose festgelegt. Deshalb werden ihm weder kurze Zähne noch aufrechter Wuchs, ungewöhnliche Fallenränder oder eine besondere Triggerhaarzahl zugeschrieben.
Die Jahreszahl 1979 gehört zur überlieferten Geschichte der ursprünglichen Mike-King-Pflanze; sie ist kein Hinweis auf Fallenmaße. Der Kultivarname wurde später formell veröffentlicht und ist von anderen nummerierten oder rot gefärbten Dionaea-Auslesen getrennt zu halten. Ähnliche Fallenfarben bei ‘Akai Ryu’, ‘Royal Red’ oder anderen roten Klonen belegen keine gemeinsame Abstammung. Ebenso lässt sich aus einer großen roten Falle keine Synonymie mit einem Giant- oder All-Red-Kultivar herleiten. Eine sichere Zuordnung stützt sich auf ein wiederkehrendes Erscheinungsbild, das Klonetikett und eine nachvollziehbare vegetative Vermehrung. Die Merkmalsbeschreibung bleibt bewusst auf große Fallen und rote Innenflächen begrenzt; unbelegte Details würden die Auswahl mit anderen Klonen verwechselbar machen.
ecology
Fangstrategie
Die Fallen von Dionaea muscipula sind aktive Klappfallen. Berührungen der mechanosensitiven Haare auf den Innenflächen erzeugen elektrische Signale. Ein einzelner Reiz schließt eine reife Falle normalerweise noch nicht dauerhaft; mehrere Reize in kurzem zeitlichem Abstand summieren sich, worauf sich die beiden Lappen in Sekundenbruchteilen schließen. In der ersten Fangphase greifen die Cilien ineinander, lassen aber Zwischenräume. Bewegungen eines gefangenen Tieres führen zu weiterer Reizung, dichterem Verschluss und der Freisetzung von Verdauungssekreten. Drüsen zersetzen vor allem weiches Beutegewebe; anschließend nimmt die Pflanze gelöste Nährstoffe über die Fallenoberfläche auf.
Die größeren und roten Fallen von ‘MK 1979’ folgen demselben Ablauf wie andere Dionaea-Fallen. Aus ihrer Größe lässt sich keine besondere Auslöseschwelle ableiten; eine andere Zahl von Triggerhaaren oder eine veränderte Fangdauer ist für diesen Klon nicht festgestellt. Farbe und Fallenfläche betreffen das Aussehen, nicht den grundlegenden Bewegungsmechanismus. Eine Falle kann nach dem Fang mehrmals schließen, doch jeder Zyklus kostet Ressourcen und ältere Fallen werden schließlich funktionslos. Wiederholtes Auslösen ohne Beute bringt keinen Nährstoffgewinn und belastet das Blatt. Für Beobachtungen an ‘MK 1979’ genügt es, die Fallenöffnung und natürliche Beutefänge zu dokumentieren, statt die Pflanze zur Vorführung anzustupsen.
reproduction
Reproduktion
‘MK 1979’ kann wie andere Dionaea-Kultivare blühen und Samen bilden. Der Blütenstand erhebt sich deutlich über die Rosette; die weißen Blüten werden von Bestäubern besucht. Nach Befruchtung entstehen Kapseln mit vielen kleinen, schwarzen Samen. Sämlinge kombinieren die Erbanlagen neu und sind deshalb keine vegetativ identischen Kopien des benannten Klons. Auch eine Selbstbestäubung garantiert nicht, dass große Fallen oder die rote Innenfärbung der Mutterpflanze erhalten bleiben. Sämlinge aus einer ‘MK 1979’-Mutter sollten folglich als Sämlinge und nicht automatisch unter dem Klonnamen geführt werden.
Zur Erhaltung der Auswahl dient vegetative Vermehrung. Die überlieferte Klonlinie wurde über Stecklinge weitergegeben; bei Dionaea können Blattbasis- oder Rhizomstücke unter geeigneten Bedingungen neue Pflanzen bilden. Das Etikett sollte an der Mutterpflanze verbleiben und zusammen mit Vermehrungsart und Datum an jedes Teilstück übertragen werden. So lässt sich ein vegetativer Nachkomme von einer Aussaat trennen. Das Alter der Ausgangspflanze allein beweist keine lückenlose Herkunft aktueller Exemplare. Ohne dokumentierte Verbindung zur Mutterpflanze ist eine vorsichtige Kennzeichnung sinnvoll. Ein ähnliches Rot oder eine große Falle reicht nicht aus, um eine Pflanze als ‘MK 1979’ zu bestimmen.
culture
Kultur-Fazit
Die Kultur von ‘MK 1979’ richtet sich grundsätzlich nach Dionaea muscipula. Benötigt werden sehr viel Licht, mineralarmes Wasser und ein gleichmäßig feuchter, saurer, nährstoffarmer Wurzelraum. Nach dunkler Innenhaltung wird die Pflanze schrittweise an direkte Sonne gewöhnt. In saisonaler Außenkultur durchläuft sie den gemäßigten Jahresgang mit einer kühleren Ruhephase; währenddessen verlangsamt sich der Austrieb. Ein warmer, lichtarmer Winter ist ungeeignet. Eine ganzjährig aktive Innenkultur stellt andere Anforderungen und erfordert ausreichend starke Zusatzbeleuchtung.
Die großen, roten Fallen begründen weder einen höheren Wärmebedarf noch eine besondere Luftfeuchte, Frostgrenze oder zusätzliche Düngung. Starke Rotfärbung hängt vor allem von Licht und Blattentwicklung ab; sie wird nicht durch Trockenstress oder Dünger verbessert. Bei kühler Überwinterung bleibt das Medium leicht feucht und wird nicht austrocknen gelassen. Die Kultur wird nach Pflanzengröße und Jahreszeit geführt, nicht nach der einzelnen Fallenfarbe. Da keine abweichende Pflegeanforderung für den Kultivar festgelegt ist, gelten die Kulturgruppe ‘Dionaea – temperierte Standardkultur’ und das öffentliche Profil `dionaea-standard`. Eine sorgfältige Umstellung zwischen Innen- und Außenbedingungen verhindert Sonnenbrand und Wachstumsstockungen.
culture
Substrat-Ökologie
Die natürlichen Standorte von Dionaea liegen auf sauren, nährstoffarmen Böden, die über lange Zeit feucht bleiben und zeitweise überflutet sein können. Sandige Mineralanteile, wenig zersetztes organisches Material und oberflächennahe Wasserbewegung unterscheiden sich zwischen Savanne, Sickerstelle und Feuchtrand. Entscheidend sind geringe Nährstoffverfügbarkeit, zuverlässige Bodenfeuchte und ausreichend Licht. Die Wurzeln nehmen Wasser und gelöste Stoffe auf; die Fallen ergänzen diese Versorgung, ersetzen sie aber nicht. Hohe Salz- oder Düngerkonzentrationen schädigen die empfindlichen Wurzeln und fördern zugleich Algen oder konkurrenzstarke Begleitpflanzen.
Für ‘MK 1979’ wird dasselbe Substrat wie für die Art verwendet: sauer, ungedüngt, strukturstabil und zugleich luftführend. Torf mit gewaschenem Quarzsand oder Perlite kann eine gleichmäßige Feuchte mit ausreichender Porigkeit verbinden. Bewässert wird mit Regen-, Umkehrosmose- oder geeignetem destilliertem Wasser; hartes Leitungswasser und kalkhaltige Zuschläge sind ungeeignet. Eine Schale mit Wasser hilft während des aktiven Wachstums, sofern der Topf hell steht und das Medium nicht verdichtet. Große oder rote Fallen zeigen keine besondere Substratpräferenz an. Die Mischung wird nicht gedüngt, um Fallenfarbe oder -größe künstlich zu steigern.
practice
Praxisnotizen
Bei ‘MK 1979’ werden mehrere ausgewachsene Fallen gemeinsam betrachtet. Ein Protokoll kann Fallenlänge und -breite, Färbung der Innenlappen, Stellung des Blattstiels, Entwicklungsstadium und Lichtbedingungen festhalten. Fotos sollten bei ähnlichem Tageslicht und aus vergleichbarer Perspektive entstehen; ein Maßstab hilft, die qualitative Bezeichnung „groß“ in der eigenen Kultur nachvollziehbar zu beobachten, ohne daraus eine allgemeingültige Grenzgröße zu machen. Junge, alte, beschädigte oder im Winter gebildete Fallen werden getrennt gewertet. So wird die natürliche Streuung von einem anhaltenden Merkmal unterschieden.
Während des aktiven Wachstums ist eine Sichtkontrolle alle 14 Tage vorgesehen, in der Ruhephase alle 30 Tage und bei Sämlingen alle 7 Tage. Dabei werden Wasserqualität, Feuchte, Licht, Schädlingsspuren und Rhizomzustand geprüft. Die Kontrollrhythmen verlangen weder häufiges Umtopfen noch das Auslösen von Fallen. Für die Identität ist das Etikett mit ‘MK 1979’, Datum und Vermehrungsart zu führen. Stecklinge bleiben nur bei nachvollziehbarer Verbindung zur Mutterpflanze unter diesem Namen; Sämlinge erhalten eine eigene Kennzeichnung. Änderungen der Fallenfarbe werden zusammen mit Licht und Jahreszeit notiert, damit Kulturwirkung nicht mit einem neuen Klonmerkmal verwechselt wird.
sources
Quellenangaben
Kultivarname, Geschichte und Merkmale
- International Carnivorous Plant Society: Cultivar names registered in 2013, Carnivorous Plant Newsletter 43(1) (2014), S. 31–32; ‘MK 1979’ M. King, mit Verweis auf Bailey & McPherson, Dionaea, S. 155.
- Green Jaws: Growlist, Eintrag D. muscipula MK 1979; als erste Venusfliegenfalle von Mike King aus 1979 bezeichnet, aus Wildsammlung und vegetativ über Stecklinge vermehrt.
- Green Jaws: Dionaea muscipula – MK 1979; aktuelle Produktbeschreibung mit großen roten Fallen. Das Händlerfoto wurde nicht übernommen.
- Società di Ortoflorofrutticoltura Italiana: Dionaea-Spezialsammlung, Zugang D94 ‘MK 1979’; separater Zugang D95 bezeichnet eine rote Pflanze mit kurzen Zähnen.
Botanik, Standort und Ökologie
- Royal Botanic Gardens, Kew: Plants of the World Online, akzeptierter Name Dionaea muscipula J.Ellis, Familie und Verbreitung.
- U.S. Fish and Wildlife Service (2023): Venus Fly Trap Species Status Assessment, Version 1.1.
- NatureServe Explorer: Dionaea muscipula, taxonomische und Verbreitungsdaten.
- Roberts, P. R. & Oosting, H. J. (1958): Responses of Venus Fly Trap (Dionaea muscipula) to Factors Involved in Its Endemism. Ecological Monographs 28(2):193–218.
- Luken, J. O. (2005): Dionaea muscipula establishment and response of associated species in mowed patches on Carolina Bay rims. Restoration Ecology 13(4):678–684.
- Youngsteadt, E. et al. (2018): Venus Flytrap Rarely Traps Its Pollinators. The American Naturalist 191(4):539–546.
Physiologie, Kultur und Vermehrung
- Böhm, J. et al. (2016): The Venus Flytrap Dionaea muscipula Counts Prey-Induced Action Potentials to Induce Sodium Uptake. Current Biology 26(3):286–295.
- Suda, H. et al. (2020): Calcium dynamics during trap closure visualized in transgenic Venus flytrap. Nature Plants 6:1219–1224.
- Schulze, W. X. et al. (2012): The Protein Composition of the Digestive Fluid from the Venus Flytrap Sheds Light on Prey Digestion Mechanisms. Molecular & Cellular Proteomics 11(11):1306–1319.
- Gao, P. et al. (2015): Integration of trap- and root-derived nitrogen nutrition of carnivorous Dionaea muscipula. New Phytologist 205(3):1320–1329.
- International Carnivorous Plant Society: Dionaea muscipula growing guide.
- International Plant Propagators’ Society (1998): Propagation of Four American Carnivorous Plant Genera, S. 689–695; vegetative Vermehrung und Erhalt von Dionaea-Kultivaren.
Die formelle Kultivarautorenschaft M. King ist von der botanischen Autorenangabe J.Ellis getrennt. Als klonspezifische Kennzeichen werden nur große Fallen und rote Innenflächen geführt; eine feste Größe und weitergehende Zahn- oder Haarmerkmale sind nicht festgelegt. Die historische Wildsammlung ist keinem genauen Fundort zugeordnet. Fremde Fotos wurden nicht übernommen; in der lokalen Mediathek wurde keine passende eigene Aufnahme gefunden und für ein exaktes Klonbild keine frei lizenzierte Datei ermittelt.
Zitieren
Zitierlink und Stand
Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'MK 1979', Stand 01.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-mk-1979/
