Black Trap Codex

Dionaea muscipula 'Miss Pimbêche'

Venusfliegenfalle

Aktiv
Familie
Droseraceae
Gattung
Dionaea
Herkunft
Kultivar von Lucien Blacher (Frankreich), laut Züchterbericht 2010 aus ‘Wacky Traps’ (Mutter) × ‘Trichterfalle’ (Pollen) gezogen; als ‘Miss Pimbêche’ 2013 registriert.
Autor
J.Ellis

Kurzprofil

Kultur auf einen Blick

Schwierigkeit
2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
Licht
5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
Wasser
AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
Ruhephase
optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
Fehlertoleranz
hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.

Black-Trap-Systemprofil

Substrat- und Strukturbedarf

BT-Air
mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
BT-Water
hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
BT-Flow
mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
pH
3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
BT-Density
niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
Kapillaritaet
hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
Strukturstabilitaet
mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.

Kulturgruppe

Dionaea – temperierte Standardkultur

Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.

Risiken

Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung

Gattungsprofil

Dionaea

Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.

Habitat-Logik

Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.

Kultur-Logik

Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.

Substrat-Logik

Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.

Typische Fehler

Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute

Risiken

Worauf diese Art empfindlich reagiert

  • Empfindlich gegen Austrocknung
  • Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
  • Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
  • Empfindlich gegen zu wenig Licht
  • Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
  • Empfindlich gegen Substratabbau

Verknuepfungen

Empfohlene Systemprofile

Core-Referenzprofil

Standard-Mix

Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.

BT-Air
8,6
BT-Water
7,6
BT-Flow
9,3
BT-Structure
9,4
BT-Capillary
2,5
BT-Density
5,1
BT-Compaction
3,0
Produkt ansehen

reference

Botanische Beschreibung

Dionaea muscipula bildet aus einem kurzen Rhizom eine bodennahe Rosette. Jedes Blatt trägt einen flächigen Blattstiel und am Ende eine zweiteilige Fangspreite. Die beiden beweglichen Spreitenhälften schließen sich entlang einer Mittelrippe; am Rand stehen steife, borstenartige Cilien. Auf der Innenseite sitzen die empfindlichen Reizhaare, die den Fallenverschluss auslösen. ‘Miss Pimbêche’ besitzt denselben botanischen Grundbau wie die Art. Ihr besonders auffälliges Merkmal ist das Verhältnis von Fallenlänge zu den langen, schmalen Randcilien, nicht eine zusätzliche Fangstruktur oder ein anderer Pflanzentyp.

Der Züchter Lucien Blacher beschrieb seine Auswahl als klein und elegant: ungefähr zehn Zentimeter Durchmesser für die Pflanze, Fallen von etwa zwei Zentimetern und Randcilien von rund einem Zentimeter. Die Falle blieb nach seiner Beobachtung voll funktionsfähig. Diese historischen Angaben sind eine Beschreibung des Züchters und keine standardisierte Messreihe an heutigen Beständen. Sie machen aber verständlich, warum der Name mit langen „Wimpern“ verbunden ist. Die Randcilien sind nicht mit den inneren Sinneshaaren zu verwechseln: Sie bilden den gezähnten Fallenrand, während die Reizhaare die Berührung registrieren. Pflanzen außerhalb dieser ungefähren Maße sind nicht allein deshalb falsch bestimmt.

taxonomy

Taxonomie und Kultivarstatus

Der akzeptierte botanische Name lautet Dionaea muscipula J.Ellis. Die Art gehört zur Familie Droseraceae und zur Ordnung Caryophyllales. ‘Miss Pimbêche’ ist kein eigener Artname, sondern ein benannter gärtnerischer Kultivar innerhalb dieser Art. Die Schreibweise mit dem Zirkumflex ist die von der ICPS-Liste geführte Form; Handelsseiten lassen den Akzent häufig weg. Im Jahr 2013 wurde der Name in der Liste registrierter Kultivare mit L. Blacher sowie dem bibliografischen Nachweis Bailey und McPherson, Dionaea, Seite 270, eingetragen. Die spätere formelle Eintragung ergänzt die frühere Beschreibung des Züchters, in der er den Namen 2012 noch als unregistriert bezeichnete.

J.Ellis bezeichnet den botanischen Autor der Art und ist nicht der Urheber dieses Kultivars. Lucien Blacher nannte und zog die Auswahl heran; die ICPS-Aufstellung führt den Eintrag unter seinem Namen und verweist auf die Kultivarbeschreibung im 2013 erschienenen Dionaea-Buch von Tim Bailey und Stewart McPherson. Diese Angaben trennen taxonomische und gärtnerische Autorschaft. Der Akzent im Namen ist redaktionell sinnvoll, auch wenn URL und ursprünglicher Datenbankimport ohne Sonderzeichen angelegt wurden. Die im Handel verbreitete Schreibweise „Miss Pimbeche“ ohne Akzent bezeichnet hier denselben registrierten Namen und keine belegte zweite Auswahl.

ecology

Herkunft und Verbreitung

Die benannte Auswahl entstand in Kultur und besitzt keinen eigenen natürlichen Fundort. Lucien Blacher berichtete 2012, er habe die Pflanze 2010 in Frankreich aus einer Kreuzung gezogen: ‘Wacky Traps’ war die Mutterpflanze, ‘Trichterfalle’ der Pollenspender. Er gab außerdem an, den Namen geprägt zu haben. Diese Herkunft ist eine Aussage des Züchters aus erster Hand; die Registerliste bestätigt den späteren Kultivarnamen, nicht unabhängig jedes Detail der Kreuzung. Eine Lieferkette für beliebige Pflanzen, die heute unter dem Namen verkauft werden, lässt sich daraus nicht automatisch ableiten.

Die Wildart Dionaea muscipula ist dagegen auf die Küstenebene im Osten North Carolinas und einen kleinen angrenzenden Teil South Carolinas beschränkt. Dieses Areal gilt ausschließlich für die Art und darf nicht als Herkunftsgebiet des französischen Kultivars angegeben werden. ‘Miss Pimbêche’ ist ein gärtnerischer Nachkomme zweier benannter Formen derselben Art und wird in Sammlungen vegetativ weitergegeben. Pflanzen, deren Etikett oder Herkunft nicht dokumentiert ist, sollten deshalb mit Lieferant und Erwerbsdatum erfasst werden. Weder das ursprüngliche Areal noch ein heutiger Händlerstandort belegt für sich, dass eine angebotene Pflanze sicher aus Blachers Klonlinie stammt.

ecology

Ökologie und Lebensraum

Die natürlichen Populationen der Art wachsen in offenen, feuchten und nährstoffarmen Lebensräumen der südöstlichen US-Küstenebene, darunter feuchte Kiefern-Savannen und Übergänge zu Moor- oder Pocosinvegetation. Der Wurzelraum bleibt feucht, während die Standorte durch Sand, geringe Nährstoffverfügbarkeit und einen offenen Lichteinfall geprägt sind. Wiederkehrende Feuer erhalten vielerorts die offene Vegetation; die Pflanze ist an diesen saisonalen Lebensraum angepasst. Diese Habitatmerkmale beschreiben die Wildart. Sie beweisen nicht, dass der Kultivar im Freiland gefunden wurde, und geben auch keine speziellen Entstehungsbedingungen für Blachers Gewächshausauswahl an.

Die Fangblätter ergänzen die Nährstoffaufnahme aus dem armen Boden, ersetzen jedoch weder Licht noch Wurzelversorgung. ‘Miss Pimbêche’ behält diese ökologische Grundausstattung der Art. Ihre langen Randcilien sind eine auffällige Gestaltvariation, aber kein Hinweis darauf, dass sie in einem nährstoffreicheren Substrat oder dauerhaft im Wasser stehen sollte. Für diesen Kultivar ist keine abweichende Anpassung an Schatten, Trockenheit oder tropische Wärme belegt. In Töpfen lässt sich die offene Savanne nicht exakt nachbilden; relevant sind die übertragbaren Bedingungen aus viel Licht, niedrigem Nährstoffangebot, ausreichend feuchtem Wurzelraum und einem passenden saisonalen Jahresgang.

reference

Wuchsform und Morphologie

Blachers ursprüngliche Kurzbeschreibung nennt eine Rosette von ungefähr zehn Zentimetern Durchmesser, Fallen um zwei Zentimeter Länge und schmale Randcilien von etwa zehn Millimetern. Das zentrale Unterscheidungsmerkmal ist damit die ungewöhnliche Proportion: Die Randfortsätze wirken im Verhältnis zur kleinen Falle lang und wimpernartig. Der Züchter beschrieb die Pflanze als klein und elegant, nicht als großwüchsige Form. Da die Angaben von einer einzelnen frühen Beschreibung stammen und keine Messmethode oder Stichprobengröße nennen, sollten sie als Orientierungswerte und nicht als starre Prüfgrenzen behandelt werden.

Spätere Händlertexte variieren die Einordnung. Ein aktuelles Angebot nennt aufrechte Fallen und lange Cilien; andere bezeichnen den Klon als „riesig“, ohne diese Einordnung durch vergleichbare Messungen zu definieren. Solche Aussagen passen nicht ohne Weiteres zur ursprünglichen Angabe einer kleinen Pflanze und sollten nicht zu einer einheitlichen Diagnose zusammengezogen werden. Alter, Blattfolge, Licht und Saison beeinflussen auch bei Dionaea die sichtbare Gestalt. Für eine belastbare Zuordnung sollten daher mehrere ausgewachsene Fallen samt Blattstiel fotografiert und mit Maßstab dokumentiert werden. Die auffallend langen, schmalen Randcilien sind aussagekräftiger als eine einzelne Rosettengröße oder eine aufrechte Jungfalle.

reference

Kultivarspezifische Merkmale

Die am besten belegte Besonderheit von ‘Miss Pimbêche’ ist die Länge ihrer Randcilien relativ zur Fallenfläche. Blacher bezifferte die Cilien auf etwa einen Zentimeter bei Fallen von ungefähr zwei Zentimetern und beschrieb die Fallen als voll funktionsfähig. Im Herbst könnten nach seiner Beobachtung die Cilien rosa und die Falleninnenseiten bei gutem Licht tiefrot werden. Das sind saisonal und lichtabhängig formulierte Merkmale, keine Zusage, dass jede Falle oder jeder Bestand dauerhaft dieselbe Farbe zeigt. Sein Beitrag sagt außerdem, dass Wuchsform und Blütenmorphologie sonst der Art entsprechen.

Die modernen Verkaufsbeschreibungen stimmen meist in der auffälligen langen Randbezahnung überein, sind bei Größe, Haltung und Farbe aber uneinheitlich. Einzelne Angebote nennen aufrechte oder sehr große Fallen, kräftige Magenta- bis Rosatöne und gelegentlich verschmolzene Cilien. Diese Extrembeschreibungen sind nicht durch die frühe Züchterbeschreibung als feste Kennzeichen bestätigt. Die Datenlage trägt daher eine klare Aussage zu langen, schmalen Randcilien, mit rosa bis roter Herbstfärbung unter geeigneten Bedingungen; sie trägt keine verlässliche Aussage zu einer „Riesenform“, dauerhaft pinken Fallen oder regelmäßig verschmolzenen Zähnen. Ein normales Dionaea-Bild darf nicht als Abbildung dieses spezifischen Kultivars ausgegeben werden.

reference

Fangstrategie

Der Fangmechanismus entspricht dem der übrigen Dionaea muscipula. Bei ausreichendem Reiz der inneren Sinneshaare entstehen elektrische Signale, die die rasche Bewegung der beiden Fallenhälften auslösen. Wiederholte Reize helfen der Pflanze, zufällige Einzelkontakte von anhaltender Beuteaktivität zu unterscheiden. Nach dem Schließen halten die Randcilien das Beutetier im Bereich der Fallenränder; wenn die Falle sich enger abdichtet, kann die Verdauungsphase beginnen. Enzyme erschließen Nährstoffe aus der Beute, bevor sich die Falle später wieder öffnet. Die langen Randcilien von ‘Miss Pimbêche’ ändern nicht die grundsätzliche Funktionsweise.

Die langen Fortsätze sind Randcilien, keine zusätzlichen Auslöser. Blachers Hinweis, dass die Fallen voll funktionsfähig seien, passt dazu, dass der Kultivar trotz der ungewöhnlichen Silhouette als Venusfliegenfalle funktioniert. Es gibt keine publizierte Vergleichsstudie, die bei ‘Miss Pimbêche’ eine andere Schließgeschwindigkeit, eine höhere Fangrate oder veränderte Verdauungsleistung belegt. Einzelne Händlerfotos oder die Länge sichtbarer Cilien können solche physiologischen Unterschiede nicht nachweisen. Fallen sollten nicht wiederholt zum Vorführen ausgelöst werden: Jede Schließung kostet der Pflanze Ressourcen, ohne die Kultur zu verbessern. Bei Beobachtungen sind die inneren Sinneshaare, Randcilien und Fallenstellung getrennt zu beschreiben.

reference

Reproduktion und Lebenszyklus

Der Ursprung als Sämling aus einer Kreuzung ist für die Entstehung des Kultivars wichtig, aber kein Beleg dafür, dass Nachkommen aus Samen dieselben Merkmale behalten. Blachers Kreuzungspartner waren ‘Wacky Traps’ als Mutterpflanze und ‘Trichterfalle’ als Pollenspender. Der ausgewählte Sämling erhielt anschließend den Namen ‘Miss Pimbêche’. Sämlinge aus einer späteren Kreuzung sind neue Individuen und können bei Fallenform, Farbe oder Randcilien abweichen. Wer die benannte Auswahl erhalten will, sollte den Herkunftsweg dokumentieren und vegetativ weitervermehren, etwa durch Teilung, statt Sämlinge ungeprüft unter denselben Namen zu stellen.

Die Art bildet im Frühjahr einen Blütenstand mit weißen, fünfzähligen Blüten; der Kultivar wurde vom Züchter in seiner Blütenmorphologie als typisch beschrieben. Bestäubung und Samenbildung gehören zum Lebenszyklus, sind aber nicht als besondere Eigenschaft von ‘Miss Pimbêche’ belegt. Die aktuelle Artforschung zeigt, dass Bestäuber und Beutetiere in der Wildökologie getrennte, wenn auch überlappende Rollen haben können; daraus folgt keine abweichende Kultivarbiologie. Blütenstände können bei geschwächten oder frisch geteilten Pflanzen entfernt werden, wenn die Erhaltung der Rosette Vorrang hat. Eine solche Kulturentscheidung ist allgemeine Praxis und keine speziell für diesen Klon veröffentlichte Regel.

culture

Kultur

Für ‘Miss Pimbêche’ ist kein besonderer Kulturanspruch gegenüber dem verknüpften Standardprofil der temperierten Venusfliegenfalle belegt. Viel Licht, mineralarmes Wasser, nährstoffarmes Medium und ein saisonaler Jahreslauf bleiben maßgeblich. Im Freien lässt sich der natürliche Licht- und Temperaturwechsel meist besser abbilden als in einer dauerhaft warmen Wohnumgebung. Eine Pflanze aus Händler- oder Innenhaltung sollte schrittweise an starke direkte Sonne gewöhnt werden. Während der winterlichen Ruhe darf die Pflanze langsamer wachsen oder oberirdisch zurückgehen; der Wurzelraum soll nicht austrocknen. Der Kultivarname rechtfertigt keine zusätzliche Wärme oder ganzjährige Zimmerkultur.

Besondere Aussagen zu schnellerem oder langsamerem Wachstum widersprechen sich zwischen Angeboten und sind nicht durch einen kontrollierten Vergleich belegt. Ebenso gibt es keinen Nachweis, dass ein bestimmtes Lichtregime zuverlässig die rosa Herbstcilien oder tiefrote Fallenfarbe hervorruft. Farbe hängt bei Dionaea unter anderem von Genetik, Licht, Jahreszeit und Entwicklungszustand ab. Wer die typische Erscheinung fördern möchte, sollte zunächst die allgemeine Artkultur korrekt umsetzen und Veränderungen über Zeit dokumentieren, nicht gleichzeitig Licht, Wasser und Temperatur verändern. Es sind keine eigenen Temperatur-, Luftfeuchte- oder Düngungswerte für ‘Miss Pimbêche’ ableitbar; das öffentliche Dionaea-Kulturprofil bleibt die geeignete Grundlage.

substrate

Substrat und Wasser

In der Natur steht Dionaea muscipula in sauren, nassen bis saisonal feuchten und nährstoffarmen Böden. Im Topf soll ein ungedüngtes, lockeres Medium Feuchte speichern, ohne den Wurzelraum mit Nährsalzen oder Gartenboden zu belasten. Verwendet werden geeigneter ungedüngter Torf oder langfaseriges Sphagnum, gegebenenfalls mit mineralarmem, strukturstabilem Zuschlag. Regenwasser, destilliertes oder Umkehrosmosewasser verhindern, dass gelöste Mineralien aus hartem Leitungswasser im Topf akkumulieren. Gleichmäßig feucht heißt nicht, die Pflanze in nährstoffreiche Blumenerde oder Dünger zu setzen.

Für ‘Miss Pimbêche’ wurde keine eigene Substratmischung, kein besonderer pH-Wert und kein abweichender Wasserbedarf beschrieben. Die ungewöhnlich langen Cilien und die mögliche saisonale Rotfärbung sind Blattmerkmale; sie belegen keinen anderen Mineralstoffbedarf. Das verknüpfte Dionaea-Standardprofil ist deshalb passend. Bei dauerhaftem Anstau ist auf die Jahreszeit und Belüftung des Mediums zu achten, während die Ruhephase nicht mit vollständigem Austrocknen verwechselt werden darf. Ablagerungen, zerfallenes Substrat oder ein geschädigtes Rhizom sind Gründe, die Topfkultur zu überprüfen. Eine Anpassung der Erde, um rote Fallen zu erzwingen, ist nicht sachgerecht und kann die Wurzeln schädigen.

practice

Praxisnotizen

Beschriften Sie die Pflanze als Dionaea muscipula ‘Miss Pimbêche’ und bewahren Sie Akzent sowie Lieferetikett auf. Vermerken Sie Lucien Blacher als Züchter und Namensgeber; die historische Kreuzungsangabe lautet ‘Wacky Traps’ als Mutterpflanze und ‘Trichterfalle’ als Pollenspender. Notieren Sie diese Abstammung als Züchterangabe und unterscheiden Sie sie von der ICPS-Registrierung, die den Namen und die 2013 veröffentlichte Beschreibung belegt. Fotografieren Sie mehrere ausgewachsene Fallen bei vergleichbarem Licht mit Maßstab. Erfassen Sie Fallenlänge, Cilienlänge, Rosettendurchmesser und Färbung getrennt sowie Datum, Saison, Blattalter und Kulturzustand.

Der Kontrollrhythmus des verknüpften Dionaea-Profils beträgt alle 14 Tage während aktiven Wachstums, alle 30 Tage in der Ruhephase und alle 7 Tage bei Sämlingen. Diese Termine sind Sichtkontrollen für Wuchs, Substratfeuchte, Schädlinge, Beschriftung und abgestorbenes Gewebe, keine Gießintervalle. Sämlinge bleiben als Nachkommen der Kreuzung gekennzeichnet und werden nicht automatisch als ‘Miss Pimbêche’ ausgegeben. In der lokalen Mediathek wurde kein eindeutig zuordenbares eigenes Foto dieses Kultivars gefunden; frei lizenzierte exakte Abbildungen konnten ebenfalls nicht nachgewiesen werden. Händler- und Forumfotos wurden deshalb nicht übernommen und ein allgemeines Artfoto nicht als dieser Klon ausgegeben.

sources

Quellenangaben

Name, Entstehung und Diagnose

  • International Carnivorous Plant Society (2014): ‘Cultivar names registered in 2013’, Carnivorous Plant Newsletter 43(1): 31–32. Entry for ‘Miss Pimbêche’, L. Blacher; Bailey & McPherson, Dionaea, p. 270 (2013), registration dated 7 May 2013. Quelle. Primary society list for the registered name, cited description and registration date.
  • Blacher, Lucien (2012): first-person introduction of Dionaea ‘Miss Pimbêche’, Carnivorous Plants UK forum, 14 November 2012. Quelle. Breeder reports the 2010 cross, parent direction, naming, approximate dimensions, functioning traps and seasonal colour. The account predates the 2013 registration.
  • Bailey, Tim & Stewart McPherson (2013): Dionaea: The Venus’ Flytrap. Redfern Natural History Productions, pp. 270–271, figs. 274–276; ISBN 9781908787101. Quelle. The ICPS registration list cites p. 270 as the cultivar description and pp. 270–271 with figures as the standard; publisher record verifies book details.
  • International Carnivorous Plant Society: Carnivorous Plant Names Resource, registered Dionaea cultivars. Quelle. Cross-check of the exact spelling and cultivar registration.
  • International Carnivorous Plant Society: Cultivar Registration. Quelle. Explains published diagnoses and cultivar registration practice.
  • Carnivores.Zone: ‘Dionée Miss Pimbêche’. Quelle. Seller describes upright traps, long cilia and pink colour in sunlight; claims are not a controlled cultivar trial.
  • Carnivorous Plant Store: Venus Flytrap ‘Miss Pimbeche’. Quelle. Retail description calls the plant giant and erect with pink-to-magenta traps and sometimes fused teeth; these claims conflict with the breeder’s small-plant description and remain unconfirmed.
  • Jeremiah’s Plants: Dionaea muscipula Miss Pimbeche. Quelle. Retail text gives up to 1.2 cm cilia and reports pink-red late-season traps; useful as a current seller claim, not as independent measurement.
  • Carnivorous Plants UK community gallery: ‘Dm. Miss Pimbeche’, photograph posted by linuxman, 22 May 2016. Quelle. Viewed only as an exact-cultivar photo record; the page does not state a free reuse license, so the photograph was not copied.

Taxonomie und Artökologie

  • Royal Botanic Gardens, Kew: Plants of the World Online, Dionaea muscipula J.Ellis. Quelle. Accepted species name, author, family, order and native range.
  • International Plant Names Index: Dionaea muscipula J.Ellis, record 275898-2. Quelle. Nomenclatural record for name authorship and original publication.
  • U.S. Fish and Wildlife Service (2023): Venus Fly Trap species page and Species Status Assessment listing, Version 1.1. Quelle. Official summary of range and habitat, with links to the 2023 status assessment and supporting records.
  • Roberts, P.R. & Oosting, H.J. (1958): Responses of Venus Fly Trap (Dionaea muscipula) to Factors Involved in Its Endemism. Ecological Monographs 28(2):193–218. Quelle. Field and ecological study of the species’ habitat factors and restricted range.
  • North Carolina State University Extension: Dionaea muscipula, Plant Toolbox. Quelle. Botanical form and general cultivation summary; the page distinguishes species-level advice from named cultivars.

Fangmechanik, Fortpflanzung und Kultur

  • Volkov, A.G. et al. (2008): Active movements in plants: Mechanism of trap closure by Dionaea muscipula Ellis. Plant Signaling & Behavior 3(10):778–783. Quelle. Research on trigger-hair stimulation, electrical signalling and rapid trap closure.
  • Hamon, L. et al. (2024): As prey and pollinators, insects increase reproduction and allow for outcrossing in the carnivorous plant Dionaea muscipula. American Journal of Botany. Quelle. Field and pollination experiments distinguish pollination from prey capture and test reproductive outcomes.
  • International Carnivorous Plant Society: Growing Dionaea muscipula. Quelle. Species-level guidance for light, mineral-poor water, substrate and seasonal dormancy.
  • International Carnivorous Plant Society: Dionaea Leaf Pullings Step-by-Step. Quelle. Vegetative propagation reference; seedling progeny are not assumed to preserve a named clone’s diagnostic phenotype.

Quellenbewertung und Bildrechte

Die Identität, Schreibweise und Registrierung stützen sich auf die ICPS-Aufstellung von 2013. Kreuzung und ursprüngliche Merkmale stammen aus Blachers eigener Beschreibung von 2012; sie werden als Angaben des Züchters gekennzeichnet. Spätere Verkaufsangaben werden nur als solche verwendet und bei widersprüchlicher Größe, Wuchsform und Färbung nicht zu einer einheitlichen Diagnose zusammengezogen. Allgemeine Aussagen zu Artbiologie, Herkunftsareal und Kultur stützen sich auf botanische, wissenschaftliche, behördliche und gärtnerische Fachquellen. Die Medienprüfung fand kein zuordenbares eigenes lokales Foto und keine exakte Abbildung mit nachgewiesener freier Lizenz. Fotos aus Foren und Händlerangeboten wurden daher nicht übernommen.

Zitieren

Zitierlink und Stand

Zitierlink
Aktueller Stand02.10.2026

Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'Miss Pimbêche', Stand 02.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-miss-pimbeche/