Black Trap Codex
Dionaea muscipula 'Megalodon'
Venusfliegenfalle
Kurzprofil
Kultur auf einen Blick
- Schwierigkeit
- 2 / 5 · leicht1 = sehr leicht, 5 = Spezialkultur.
- Licht
- 5 / 5 · volle Sonne1 = schattig, 5 = volle Sonne.
- Wasser
- AnstauBeschreibt die Feuchtefuehrung im Topf, nicht die Luftfeuchte.
- Ruhephase
- optionalOb die Art eine saisonale Ruhephase braucht.
- Fehlertoleranz
- hochWie stark Kulturfehler verziehen werden.
Black-Trap-Systemprofil
Substrat- und Strukturbedarf
- BT-Air
- mittelLuftfuehrung und Offenheit im Wurzelraum.
- BT-Water
- hochWie stark das Substrat Wasser halten soll.
- BT-Flow
- mittelWie schnell Wasser durch die Struktur bewegt wird.
- pH
- 3.9 - 4.5Zielbereich fuer die Substratreaktion.
- BT-Density
- niedrigVerdichtung, Gewicht und Strukturstabilitaet.
- Kapillaritaet
- hochWie gut Wasser im Substrat nach oben gezogen wird.
- Strukturstabilitaet
- mittelWie stabil das Substrat seine Struktur unter Kulturbedingungen behaelt.
Kulturgruppe
Dionaea – temperierte Standardkultur
Kulturgruppe für Dionaea muscipula und ihre Kultivare in saisonaler Außen- oder Gewächshauskultur. Benannte Auslesen teilen die grundlegenden Organe der Art, unterscheiden sich aber in Wuchs, Pigmentierung und Fallenform. Abweichende Kulturbeobachtungen werden klonbezogen dokumentiert.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und extrem nährstoffarme Feuchtstandorte der Küstenebene North und South Carolinas.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, nährstoffarm, mineralarm bewässert, feucht und zugleich strukturstabil und luftführend.
Risiken
Empfindlich gegen hartes Wasser
Empfindlich gegen zu hohe Nährstoffbelastung
Empfindlich gegen Austrocknung
Empfindlich gegen zu wenig Licht
Empfindlich gegen Substratverdichtung
Gattungsprofil
Dionaea
Monotypische Gattung der Sonnentaugewächse (Droseraceae), endemisch in der Küstenebene von North und South Carolina, USA. Die einzige anerkannte Art ist Dionaea muscipula; die zahlreichen benannten Kultivare sind Selektionen dieser Art, keine eigenen Arten. Typische Standorte sind offene, saisonal feuchte, saure und extrem nährstoffarme Lebensräume mit hoher Lichtverfügbarkeit.
Habitat-Logik
Offene, sonnige, saure und nährstoffarme Feuchtstandorte in der Küstenebene North und South Carolinas. Saisonale Feuchte und natürliche Störungen erhalten offene Vegetation; dauerhafte Beschattung ist atypisch.
Kultur-Logik
Sehr hell bis vollsonnig kultivieren und nach dunkler Haltung schrittweise an direkte Sonne gewöhnen. Den Wurzelraum mit mineralarmem Wasser gleichmäßig feucht halten. In saisonaler Außenkultur kühle Überwinterung mit Schutz vor Austrocknung und starkem Durchfrieren des Topfes; bei ganzjähriger Innenkultur ausreichend Licht und Beuteversorgung sicherstellen.
Substrat-Logik
Sauer, mineralarm und nährstoffarm, feucht und zugleich locker genug für Sauerstoff im Wurzelraum. Keine gedüngte Blumenerde und keine kalkhaltigen Zusätze.
Typische Fehler
Zu wenig Licht, besonders am warmen Winterstandort
Abrupte Umstellung aus dunkler Haltung in volle Sonne
Mineralreiches Gießwasser
Düngung des Wurzelmediums
Austrocknender Wurzelballen
Verdichtetes, sauerstoffarmes Medium
Wiederholtes Auslösen der Fallen ohne Beute
Risiken
Worauf diese Art empfindlich reagiert
- Empfindlich gegen Austrocknung
- Empfindlich gegen hohen Salzgehalt
- Empfindlich gegen hohe Nährstoffbelastung
- Empfindlich gegen zu wenig Licht
- Probleme durch fehlende jahreszeitliche Reize
- Empfindlich gegen Substratabbau
Verknuepfungen
Empfohlene Systemprofile
Standard-Mix
Die Basislinie für Dionaea, Drosera und Sarracenia. Torfbasierte Mischung aus Weißtorf, Perlite und Quarzsand – entwickelt für konstante Feuchte ohne Staunässe.
- BT-Air
- 8,6
- BT-Water
- 7,6
- BT-Flow
- 9,3
- BT-Structure
- 9,4
- BT-Capillary
- 2,5
- BT-Density
- 5,1
- BT-Compaction
- 3,0
reference
Botanische Beschreibung
Dionaea muscipula ‘Megalodon’ ist in diesem Datensatz als gärtnerisch benannte Auslese der Venusfliegenfalle erfasst. Die Grundgestalt der Art bleibt erkennbar: Aus einem kurzen unterirdischen Rhizom wachsen Wurzeln und eine bodennahe Blattrosette. Jedes Laubblatt besitzt einen flächigen Blattstiel und eine endständige Fangfalle, deren zwei Lappen entlang der Mittelrippe beweglich verbunden sind. Am Fallenrand stehen borstenartige Zilien; auf den Innenseiten liegen Fühlhaare und Drüsen. Damit verbindet dasselbe Blatt Photosynthese und Beutefang. Der Klonname bezeichnet keine eigene botanische Art und begründet für sich allein weder eine besondere Fangphysiologie noch eine abweichende ökologische Einordnung.
Für die hier geführte FB-Ausführung werden besonders breite und kräftige Fallen, weit auseinanderstehende Randzähne sowie eine rote Falleninnenseite bei grüner Außenseite beschrieben. Das sind auffällige, aber bislang qualitative Handelsmerkmale: veröffentlichte Maßreihen, standardisierte Vergleichsfotos oder eine unabhängige Diagnose mit festgelegten Merkmalen fehlen. Die Beschreibung erlaubt deshalb, den benannten Handelstyp von einer unmarkierten Venusfliegenfalle zu unterscheiden, aber noch keine sichere Bestimmung einzelner Pflanzen allein nach ihrem Aussehen. Fallen verändern sich mit Blattalter, Jahreszeit, Licht und Kulturzustand. Der Codex trennt darum die allgemeine Anatomie der Art von den berichteten Merkmalen dieser konkreten FB-Bezeichnung und stellt keine unbelegten Größenrekorde als botanische Tatsachen dar.
taxonomy
Taxonomie
Der akzeptierte botanische Name lautet Dionaea muscipula J.Ellis. Die Venusfliegenfalle gehört zur Familie Droseraceae und zur Ordnung Caryophyllales; die Gattung Dionaea ist monotypisch. J.Ellis ist die nomenklatorische Autorenangabe des Artnamens und nicht der Züchter des hier beschriebenen Klons. Im Codex steht ‘Megalodon’ als gärtnerischer Zusatz unterhalb der Art. Das Epitheton ist kein botanischer Rang und sagt nichts über Verwandtschaft, natürliche Herkunft oder besondere taxonomische Stellung aus. Das Präfix FB kennzeichnet hier die Handelsidentität der erfassten Ausführung; es ist kein Bestandteil des wissenschaftlichen Namens.
In den geprüften Verzeichnissen registrierter Namen und veröffentlichter Kultivarbeschreibungen ließ sich für „Megalodon“ kein Eintrag feststellen. Diese Verzeichnisse decken unterschiedliche Zeiträume und Publikationsformen ab; ein fehlender Treffer erlaubt daher keine abschließende Aussage über spätere Registrierungen oder anderweitig veröffentlichte Namen. Eine zweite, gleichnamige D4-In-vitro-Ausführung wird mit einer B52×B52-Herkunft in Verbindung gebracht. Eine belegte Verbindung dieser Ware mit FB12552 liegt nicht vor. Der Codex behandelt die beiden Namensträger deshalb vorerst als nicht zusammengeführte Handelsidentitäten.
ecology
Standort und Verbreitung
Die Wildart Dionaea muscipula ist natürlich auf einen kleinen Abschnitt der Atlantikküstenebene in North Carolina und South Carolina beschränkt. Sie besiedelt offene, feuchte und nährstoffarme Lebensräume, darunter Kiefern-Savannen, feuchte Sand- und Torfböden sowie lichte Übergänge an Gräben und Moorflächen. Diese Standorte liegen niedrig und erhalten viel Licht; zugleich wechseln Wasserstand und Bodenbelüftung kleinräumig und im Jahresverlauf. Das natürliche Areal umfasst Teile beider Bundesstaaten. Entwässerung, Bebauung, Habitatumwandlung und ausbleibende Störungen beeinträchtigen die verbleibenden Populationen. Die enge Verbreitung der Art ist ein ökologischer Befund, keine Herkunftsangabe für einen im Garten verbreiteten Klon.
Für die als FB12552 geführte ‘Megalodon’-Ausführung ist kein konkreter Zuchtbetrieb, Wildfundort, Herkunftsbestand oder geografischer Selektionsort dokumentiert. Die natürliche Verbreitung der Art darf daher nicht als Ursprung dieser Pflanze eingetragen oder gelesen werden. Auch die einer zweiten, gleichnamigen D4-In-vitro-Ausführung zugeordnete B52×B52-Kreuzung kann ohne nachgewiesene Identitätskette nicht auf diese FB-Ausführung übertragen werden. Die sachgerechte Herkunftsangabe bleibt eine gärtnerische Handelsauslese mit nicht weiter belegter Abstammung. Praktisch erklärt das natürliche Areal lediglich, warum die Artkultur auf viel Licht, nährstoffarme und saure Böden sowie dauerhaft ausreichende Feuchte ausgerichtet ist. Eine Topfkultur bildet die komplexe Wasser- und Störungsdynamik des Naturstandorts nicht vollständig nach und beweist keine entsprechende Herkunft des einzelnen Klons.
ecology
Ökologische Anpassungen
Die ökologische Anpassung der Venusfliegenfalle beruht auf dem Zusammenspiel von Photosynthese und zusätzlicher Nährstoffaufnahme aus Beutetieren. Ihre grünen Blattstiele liefern Kohlenstoffverbindungen, während die Fallen besonders Stickstoff und weitere Mineralstoffe aus verdauter Beute verfügbar machen. Das ist in den nährstoffarmen Böden ihres natürlichen Areals vorteilhaft. Offene Vegetation hält die niedrigen Rosetten im Licht; saure, feuchte Böden versorgen die Wurzeln, ohne dass eine hohe Nährstoffkonzentration nötig ist. Wiederkehrende Störungen, darunter Feuer in geeigneten Lebensräumen, begrenzen Konkurrenz durch Gehölze und dichtwüchsige Pflanzen. Die Art ist deshalb an eine saisonale, helle Feuchtgebietslandschaft angepasst und nicht an gedüngte, schattige oder austrocknende Standorte.
Für ‘Megalodon’ sind keine Versuche zu Trockenheitstoleranz, Nährstoffbedarf, Wasserstand, Schattenverträglichkeit oder Feuerreaktion bekannt, die von der Art abweichende Ansprüche belegen. Die hervorgehobene Fallenbreite beschreibt die Form, nicht eine höhere Nährstoffaufnahme oder einen größeren Beutebedarf. Ebenso beweist eine rote Innenfläche keine bessere Fang- oder Verdauungsleistung. Kulturentscheidungen richten sich daher nach Dionaea muscipula und dem verknüpften öffentlichen Kulturprofil. Beute ist ein ergänzender Nährstoffweg, kein Ersatz für Licht; die Pflanze sollte nicht gedüngt werden, um die Größe des Klons vermeintlich zu steigern. Ohne kontrollierte Vergleichsversuche wäre eine solche Sonderbehandlung eine unbelegte Ableitung aus dem Namen oder aus einer einzelnen Verkaufsdarstellung.
reference
Wuchsform und Morphologie
Eine ausgewachsene Venusfliegenfalle bildet eine niedrige Rosette aus gestielten Blättern. Die Fallen sitzen an den Blattenden und bestehen aus zwei annähernd symmetrischen Lappen. An ihren Rändern stehen Zilien, die sich beim Schließen ineinanderlegen; im Inneren liegen die empfindlichen Fühlhaare. Bei der FB-Ausführung ‘Megalodon’ werden die Fallen als besonders breit und kräftig dargestellt. Zusätzlich werden weit stehende Randzähne und ein Kontrast aus roter Innenfläche und grüner Außenseite genannt. Diese Kombination sind die derzeit konkretesten Hinweise, die den Namen im Handel charakterisieren. Eine wissenschaftlich standardisierte Klonbeschreibung mit Maßstab, Fallenlänge, Fallenbreite, Blattstielmaßen, Zilienabständen und dokumentiertem Pflanzenalter ist jedoch nicht veröffentlicht.
Daher lassen sich aus den verfügbaren Angaben weder eine feste Mindestgröße noch ein konstantes Verhältnis von Fallenbreite zu Länge ableiten. Die Randbezahnung wird nicht einheitlich beschrieben: weit stehende, kräftige Zähne stehen einer Kurz-Zahn-Angabe ohne Messwert gegenüber. Daraus ist keine belastbare Aussage über die tatsächliche Zähnelänge abzuleiten. Auch Rotfärbung und Blattstellung hängen bei der Art von Licht, Temperatur, Entwicklungsphase und Jahreszeit ab. Für eine spätere Diagnose sollten mehrere voll entwickelte Fallen desselben etikettierten Bestands in vergleichbarer Perspektive und mit Maßstab dokumentiert werden. Bis solche Daten vorliegen, bleibt die breite, kräftige Falle eine berichtete Handelsbeschreibung und keine vollständig geprüfte, exklusive Morphologie des Klons.
reference
Kultivar im Vergleich zur Art
Der Name ‘Megalodon’ wird in der hier geprüften FB-Ausführung mit breiten, kräftigen Fangfallen, weit auseinanderstehenden Randzähnen und einer roten Innenseite auf grüner Außenfläche verbunden. Die Namensdeutung als Hinweis auf ein großes Haigebiss ist werbliche Bildsprache, keine anatomische Beschreibung; sie belegt weder eine außergewöhnliche Zahnform noch eine messbar übergroße Falle. Daneben steht eine Kurz-Zahn-Angabe ohne Messwert oder eindeutige Zuordnung zu einer konkreten Pflanze. Die besonderen Merkmale bleiben somit qualitative Angaben des Handels und sind nicht durch unabhängige Beobachtungen oder eine veröffentlichte Klondiagnose abgesichert.
Eine zweite, gleichnamige D4-In-vitro-Ausführung wird mit B52×B52 in Verbindung gebracht. Weder die Namensgleichheit noch eine ähnliche Beschreibung belegt, dass diese Pflanze von FB12552 abstammt. Ein Herkunftsnachweis oder eine identische Mutterpflanze ist nicht dokumentiert. Dieser Codex-Eintrag bleibt daher auf die FB12552-Ausführung bezogen. Eine spätere Zusammenführung wäre nur mit nachvollziehbarer Herkunftskette sachgerecht. Für eine dauerhaft reproduzierbare Unterscheidung fehlen derzeit genaue Größenvergleiche, stabile Angaben zur Zähnelänge und -abstände sowie eine mehrjährige Bildserie; bis dahin werden keine B52-Abstammung und keine festen Rekordmaße behauptet.
reference
Fangstrategie
Die Fallen von ‘Megalodon’ arbeiten nach demselben Schnappfallenprinzip wie alle Pflanzen der Art. Auf jeder Lappeninnenseite sitzen empfindliche Fühlhaare. Werden diese innerhalb kurzer Zeit wiederholt mechanisch gereizt, entstehen elektrische Aktionspotenziale; nach ausreichender Reizung schnellen die beiden Lappen zusammen. Weitere Bewegungen eingeschlossener Beute führen zur dichten Abdichtung der Falle und regen Drüsen zur Abgabe von Verdauungssekreten an. Enzyme zerlegen tierisches Material, und gelöste Nährstoffe werden über die Fallenoberfläche aufgenommen. Anschließend öffnet sich die Falle wieder, sofern sie nicht beschädigt ist und ihre Funktionszyklen noch nicht ausgeschöpft hat. Die Fallen bleiben zugleich photosynthetisch aktive Blätter; der Beutefang ergänzt die Ernährung der Pflanze, ersetzt aber nicht die notwendige Lichtversorgung.
Für die FB-Ausführung liegen keine Messungen vor, die eine andere Reizschwelle, schnellere Schließung, längere Verdauung oder besondere Beuteauswahl belegen. Die als breit beschriebenen Fallen lassen deshalb keinen Schluss auf größere Beute oder höhere Fangrate zu. Eine Falle schließt nicht bei jedem einzelnen Reiz und nicht jeder zufällige Kontakt führt zu einer erfolgreichen Verdauung. Wiederholtes absichtliches Auslösen ohne Beute verbraucht Ressourcen und ist kein geeigneter Funktionstest. Bei der Kultur muss ‘Megalodon’ nicht routinemäßig von Hand gefüttert werden, wenn die Pflanze genügend Licht erhält und gelegentlich kleine geeignete Beute erreicht. Auch Dünger, Fleischstücke oder andere nicht passende Nahrung sind kein Ersatz für den natürlichen Prozess und können Fallen beschädigen oder Rückstände hinterlassen.
reference
Reproduktion und Lebenszyklus
Soll die konkrete ‘Megalodon’-Ausführung unverändert erhalten bleiben, ist eine vegetative Vermehrung aus einer sicher etikettierten Mutterpflanze erforderlich. Teilung eines Rhizoms, geeignete Blattstecklinge oder eine In-vitro-Vermehrung können den vegetativen Genotyp fortführen, sofern das Ausgangsmaterial authentisch und die Weitergabe sauber dokumentiert ist. Für die FB12552-Ausführung ist in der geprüften Beschreibung kein Vermehrungsverfahren genannt; deshalb wird nicht behauptet, dass die angebotenen Pflanzen aus Stecklingen oder aus einem bestimmten Labor stammen. Aufzeichnungen sollten mindestens Mutterpflanze, Datum, Methode, Etikett und jede Weitergabe enthalten. Bei einer anonymen oder vertauschten Teilpflanze lässt sich die Identität nicht allein durch die spätere Fallenform sicher wiederherstellen.
Blüten und Samen gehören zum normalen Lebenszyklus der Art, doch Sämlinge sind keine Klonkopien. Bei sexueller Fortpflanzung werden Erbanlagen neu kombiniert, sodass Nachkommen selbst nach kontrollierter Kreuzung zwischen zwei gleich benannten oder gleich aussehenden Pflanzen variieren können. Eine Selbstbestäubung garantiert ebenfalls keine Erhaltung eines ausgewählten Einzelgenotyps. Insbesondere begründet die B52×B52-Angabe einer zweiten, gleichnamigen D4-In-vitro-Ausführung keine belegte Abstammung von FB12552. Der Namenszusatz sollte daher nur an vegetativ nachverfolgbares Material dieser Ausführung gebunden werden. Falls später ein sicherer Züchter- oder Laborbeleg auftaucht, kann die Herkunft präzisiert werden; bis dahin bleiben Elternschaft, Entstehungsjahr und ursprünglicher Selektionsort offen.
culture
Kulturrelevante Schlussfolgerungen
Für die FB12552-Ausführung von ‘Megalodon’ ist keine eigene Kulturprüfung und keine belastbare Abweichung von der Art dokumentiert. Maßgeblich ist deshalb das verknüpfte öffentliche Dionaea-Standardprofil: sehr heller bis sonniger Standort nach schrittweiser Gewöhnung, mineralarmes Wasser, dauerhaft ausreichend feuchter Wurzelraum und eine jahreszeitlich passende Ruheführung. Im Freien kann die Pflanze den natürlichen Wechsel von Licht und Temperatur erleben; bei dauerhafter Innenkultur sind kräftiges Zusatzlicht und eine bewusst geführte Saison besonders wichtig. Eine rote Falleninnenseite kann bei viel Licht stärker sichtbar werden, ist aber weder in jedem Blatt garantiert noch ein zuverlässiger Maßstab für Gesundheit oder Authentizität. Die berichtete Breite der Fallen erfordert keine besondere Ernährung und rechtfertigt keine zusätzliche Düngung.
Die praktische Pflege sollte sich am Zustand der Pflanze orientieren: kräftiger Austrieb, feste Blattstiele, intakte Fallen und ein feuchtes, nicht mit Salzen angereichertes Substrat. Absterbende ältere Fallen sind im Lebenszyklus normal; ein fortschreitender Rückgang kann dagegen auf Lichtmangel, austrocknende Wurzeln, mineralreiches Wasser, Schädlinge oder schlechte Belüftung hinweisen. Im Winter verlangsamt sich das Wachstum und die Pflanze kann Blätter verlieren; die Wasserversorgung wird dann der geringeren Verdunstung und dem Kulturverfahren angepasst, ohne den Wurzelballen vollständig austrocknen zu lassen. Es gibt keine geprüften Sondertemperaturen oder einen belegten abweichenden Winterbedarf dieses Namens. Die für alle Pflanzen hinterlegte Sichtkontrolle ist kein Gießplan und nicht durch eine vermeintlich robuste Klonbezeichnung zu ersetzen.
substrate
Substrat-Ökologie
Der natürliche Wurzelraum der Venusfliegenfalle ist sauer, arm an verfügbaren Nährstoffen und über weite Teile des Jahres feucht. Sandige Mineralanteile, Torf und organische Auflagen können in den natürlichen Feuchtgebieten gemeinsam vorkommen; die Bedingungen variieren jedoch von Standort zu Standort. Für eine Topfkultur ist entscheidend, dass das Substrat ungedüngt und mineralarm bleibt, genügend Wasser hält und zugleich eine stabile Struktur mit Luftzwischenräumen bewahrt. Staunässe im Wurzelraum ist nicht automatisch schädlich, aber dauerhaft verdichtetes, sauerstoffarmes Medium kann die Wurzeln belasten. Wasser aus mineralarmen Quellen verhindert, dass sich über wiederholtes Gießen gelöste Salze im Topf anreichern. Diese Grundlagen folgen der Artökologie und sind keine speziell für ‘Megalodon’ entwickelte Rezeptur.
Für die FB-Ausführung ist weder eine abweichende Säureverträglichkeit noch ein bevorzugtes Mischungsverhältnis oder ein besonderes Substrat experimentell belegt. Das Profil übernimmt deshalb keine vermeintliche Geheimrezeptur aus dem Klonnamen und setzt keine pauschalen Volumenanteile fest. Beim Umtopfen sollte ein lockeres, nährstoffarmes Medium verwendet und der Wurzelballen möglichst wenig gestört werden. Die Feuchtigkeit ist so zu steuern, dass das Medium gleichmäßig nass bis feucht bleibt und nicht zwischen vollständiger Austrocknung und langanhaltender Überflutung schwankt. Bei Kultur in lebendem Sphagnum gilt ebenso: Pflanzenreste und Verdichtung beobachten, da ein dichter Moosteppich die Rosette überwachsen kann. Wechsel oder Ergänzung des Mediums sind nur sinnvoll, wenn Struktur, Salzbelastung oder Wurzelzustand dies erfordern.
practice
Praxisnotizen
Die Einordnung des Bestands hängt vor allem an einer zuverlässigen Etikettierung. ‘Megalodon’ sollte im Bestand mit dem Zusatz FB beziehungsweise dem dokumentierten Produktcode FB12552 geführt werden, damit der Name nicht mit der zweiten, gleichnamigen D4-In-vitro-Ausführung vermischt wird. Kontrollieren und fotografieren Sie mehrere voll entwickelte Fallen über mindestens eine Saison hinweg. Ein Maßstab im Bild und die getrennte Erfassung von Fallenlänge, größter Breite, Zilienlänge, Zilienabstand, Innenfarbe, Außenfarbe, Blattstiel und Rosettenbreite machen die Angaben später vergleichbar. Zu jedem Bild sollten Datum, Entwicklungsphase, Lichtbedingungen und Kulturumgebung notiert werden. So lässt sich erkennen, welche Merkmale beständig sind und welche mit Jahreszeit oder Blattalter wechseln.
Der hinterlegte Dionaea-Kontrollrhythmus beträgt 14 Tage während des aktiven Wachstums, 30 Tage in der Ruhephase und 7 Tage für Sämlinge. Diese Intervalle sind Sichtkontrollen von Wachstum, Feuchte, Etikett, Schädlingen und abgestorbenem Pflanzenmaterial; sie schreiben keine tägliche Gießmenge vor. Samen oder Sämlinge aus einer Kreuzung dürfen nicht als identische ‘Megalodon’-Pflanzen etikettiert werden. Teilungen und Stecklinge sollten eine dokumentierte Mutterpflanze behalten, und bei Weitergabe sollte die Kennung mitwandern. Eigene Fotos aus der lokalen Mediathek wären verwendbar, sofern sie tatsächlich diese Ausführung zeigen; unter den aktuell nach Namen auffindbaren lokalen Medien gab es kein passendes Bild. Ein generisches Dionaea-Foto würde die Klonidentität nicht belegen und wird hier daher nicht eingesetzt.
sources
Quellenangaben
Namensgebrauch und Handelsidentität
- Fangblatt GmbH: Dionaea muscipula FB ‘Megalodon’, Produktcode FB12552. Quelle. Handelsidentität dieser Codex-Ausführung und qualitative Berichte zu Fallenbreite, Randzähnen und Färbung; keine standardisierten Maße oder unabhängige Diagnose.
- Carniplant: Dionaea muscipula ‘Megalodón’. Quelle. Separates Handelsangebot mit B52×B52-Angabe; diese Abstammung ist nicht auf FB12552 übertragen.
- Carniplant: Guía de identificación de planta. Quelle. Führt D4 als ‘Megalodón’ in vitro und D19 separat als B52; belegt eine weitere Handelsidentität, nicht deren Verbindung mit der FB-Ausführung.
- ICPS Carnivorous Plant Names Resource: Registered Cultivars. Quelle. Die Seite begrenzt ihre Liste auf beim ICPS vor Oktober 2020 registrierte Namen; kein Treffer für Megalodon bei der Recherche.
- Carnivorous Plant Newsletter: Cultivar Descriptions. Quelle. Durchsuchbares Verzeichnis veröffentlichter Kultivarbeschreibungen; kein Treffer für Megalodon bei der Recherche.
Taxonomie, Morphologie und Naturstandort
- Royal Botanic Gardens, Kew: Plants of the World Online – Dionaea muscipula J.Ellis. Quelle. Akzeptierter Artname, Autorenangabe, Lebensform und natürliches Verbreitungsgebiet.
- International Plant Names Index: Dionaea muscipula J.Ellis. Quelle. Nomenklatorische Referenz zur botanischen Autorenangabe.
- Flora of North America Editorial Committee (2015): Flora of North America North of Mexico, Vol. 6 – Dionaea muscipula. Quelle. Floristische Beschreibung zu Morphologie, Standorten, Areal und historischer Arealveränderung der Wildart.
- U.S. Fish and Wildlife Service: Venus Fly Trap – Species Profile. Quelle. Behördliche Übersicht zu Areal, Status, Habitatverlust und Wildentnahme.
- U.S. Fish and Wildlife Service (2023): Species Status Assessment for Venus Flytrap, Version 1.1. Quelle. Behördliche Statusbewertung zu Verbreitung, Lebensraum, Feuerökologie und Gefährdungen.
- North Carolina State University Extension: Dionaea muscipula. Quelle. Botanische Beschreibung, Fangmechanik und allgemeine Kulturhinweise für die Art.
- Roberts, P. R. & Oosting, H. J. (1958): Responses of Venus Fly Trap (Dionaea muscipula) to Factors Involved in Its Endemism. Ecological Monographs 28(2): 193–218. Quelle. Klassische ökologische Standortstudie zur engen Verbreitung und zu Umweltfaktoren der Art.
Kultur, Fangbiologie und Reproduktion der Art
- International Carnivorous Plant Society: Dionaea muscipula – Growing Guide. Quelle. Kulturleitfaden zu Licht, Boden, Wasser, Beute, Innenkultur und Winterruhe.
- Böhm, J. et al. (2016): The Venus Flytrap Dionaea muscipula Counts Prey-Induced Action Potentials to Induce Sodium Uptake. Current Biology 26(3): 286–295. Quelle. Primärstudie zu Reizverarbeitung, Fallenverschluss, Verdauungsantwort und Nährstoffaufnahme der Art.
- Suda, H. et al. (2020): Calcium dynamics during trap closure visualized in transgenic Venus flytrap. Nature Plants 6: 1219–1224. Quelle. Primärstudie zur Calciumdynamik während des Fallenverschlusses; nicht an diesem Klon untersucht.
- Youngsteadt, E. et al. (2018): Venus Flytrap Rarely Traps Its Pollinators. The American Naturalist 191(4): 539–546. Quelle. Feldstudie zum Verhältnis von Blütenbesuch, Bestäubung und Beutefang bei der Wildart.
- Hamon, D. et al. (2024): As prey and pollinators, insects increase reproduction and allow for outcrossing in the carnivorous plant Dionaea muscipula. American Journal of Botany. Quelle. Aktuelle Studie zu Blüte, Bestäubung, Samenbildung und kombinierter Bedeutung von Beute und Pollen; nicht klonspezifisch.
- American Journal of Botany (2026): Erratum to Hamon et al. (2024), DOI 10.1002/ajb2.70219. Quelle. Korrigiert vertauschte Beschriftungen der Outcross-/Autogamie-Balken in Abbildung 2A; die textliche Ergebnisdarstellung der Originalarbeit bleibt laut Erratum korrekt.
Quellenbewertung und Bildrechte
Die besonderen Fallenmerkmale werden nur als qualitative Beschreibung der konkreten Handelsausführung wiedergegeben; eine unabhängige Klondiagnose, Messreihe oder gesicherte Abstammung wurde nicht gefunden. Allgemeine Aussagen zu Taxonomie, Ökologie, Fangmechanik und Kultur beziehen sich auf die Art und sind keine an ‘Megalodon’ durchgeführten Versuche. Die gleichnamige D4-Ausführung eines anderen Anbieters wurde wegen fehlender Herkunftsverbindung nicht mit FB12552 gleichgesetzt. In der aktuellen Suche fanden sich weder ein passendes eigenes Bild in den nach Namen auffindbaren lokalen Medien noch eine frei lizenzierte, eindeutig dieser Ausführung zugeordnete Fotografie. Händler- und Sammlerbilder wurden nicht übernommen; die Bildfelder bleiben leer.
Zitieren
Zitierlink und Stand
Empfohlene Zitierweise: Black Trap Codex, Dionaea muscipula 'Megalodon', Stand 01.10.2026, https://blacktrap.de/codex-v2/dionaea-muscipula-megalodon/
